Meine Zeichnungen sind Waffen…

Picasso_Guernica

Am 26. April 1937 vernichteten deutsche Bomberpiloten der „Legion Condor“ (1) die friedliche Stadt Guernica. Dies war der erste Auslandseinsatz der neuen Nazi-Luftwaffe. Mit diesem Kriegsverbrechen unterstützten die Nazis den faschistischen General Franco im Kampf gegen die Spanische Republik. Bis heute konnte nicht geklärt werden, wieviele Flugzeuge an diesem Angriff beteiligt und wieviele Opfer zu beklagen waren. Sowohl in Spanien als auch in der BRD wird dieser verbrecherische Luftangriff bis heute verdrängt und vertuscht. Anläßlich des Jahrestag der Zerstörung läßt der spanische Innenminister sogar zu, daß ein deutscher Neonazi dort reden darf (2).

Der Name „Guernica“ ist noch immer ein Symbol für Kriegsverbrechen. Dies zeigte sich zuletzt am 5. Februar 2003 im UN-Sicherheitsrat in New York. Bevor US-Außenminister Colin Powell weltweit seine Falschmeldungen über das irakische ABC-Potential verkündete, ließ er die dort befindliche Kopie des Anti-Kriegsgemäldes „Guernica“ von Pablo Picasso zuhängen(3).

(1) Hintergründe dazu siehe: www.friwe.at
(2) siehe: „junge Welt“ (26.4.2010)
(3) siehe: WDR (10.09.2006)
PicassoSiehe auch:
Die Luftwaffe – Terrorwaffe der Nazis

8 Gedanken zu “Meine Zeichnungen sind Waffen…

  1. Während Franco vom nationalsozialistischen Deutschland und vom faschistischen Italien unterstützt wurde, erhielt die spanische Volksfrontregierung die Hilfe der Sowjetunion und der Brigaden der Kommunistischen Internationale. Die Sowjetunion entsandte umfangreiche Materialhilfe ( z. B. 214 Flugzeuge und 731 Panzer ) wofür sie sich von Rotspaniern u.a. 540 Tonnen Gold, den größten Teil des Goldbestands der spanischen Zentralbank übersenden ließ und ca. 3000 Militärberater und Geheimdienstagenten, die mit den bekannten stalinistischen Methoden die sowjetischen Interessen durchsetzten.
    Der liberale Historiker Salvador de Madariaga, der sogar einem der frühen republikanischen Kabinette angehört hatte, schrieb, es habe für Monate und Jahre in Spanien die einfache Tatsache genügt, Priester zu sein, um getötet zu werden. Insgesamt wurden zwischen 1936 und 1939 fast 7000 Priester, Mönche und Nonnen ermordet, das waren mehr als 20 Prozent der spanischen Geistlichkeit, und einige Zeitgenossen hofften oder fürchteten, Spanien werde das erste atheistische Land der Welt.
    Der Bischof von Münster, Clemens August von Galen, hat in einem Hirtenwort vom 1. April 1939 zur Überwindung der Kommunistenherrschaft in Spanien unter anderem ausgeführt: „ So hat der gottlose Kommunismus durch mehr als drei Jahre in Spanien gewütet ! Das war der Feind, der mit Gottes Hilfe jetzt gänzlich besiegt und seiner Macht beraubt ist.“

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  2. Goebbels hätte das nicht besser schreiben können. Wer die Geschichte Spaniens kennt, weiß, daß das eine Verleumdung ist. Und das sind die Tatsachen: Am 16.Februar 1936 hatte bei den Wahlen zu den Cortes die linksgerichtete Volksfront erstmals einen Sieg errungen. Es war ein Sieg des spanischen Volkes (und nicht irgendwelche „sowjetische Interessen“!), ein Sieg über die gnadenlose Ausbeutung und Unterdrückung durch die Latifundienbesitzer und die plutokratische Oligarchie, die das spanische Volk bis dahin viele Opfer gekostet hatte. Bald darauf organisierte General Franco mit Hilfe italienischer und deutscher Faschisten einen Militärputsch gegen die Spanische Republik. Die strategische Lage der Iberischen Halbinsel, ihre Bodenschätze, ihre Nähe zum amerikanischen Kontinent und ihr Einfluß auf die Länder Lateiamerikas, all das machte es lohnend, die spanische Reaktion (zu der auch die Kirche gehörte) militärisch zu unterstützen. Es entbrannte ein grausamer Bürgerkrieg. Verzweifelt kämpfte die Republikanische Armee gegen einen übermächtigen Feind, der die Interessen der spanischen Großbourgeoisie, der Interventen und internationalen Konzerne vertrat. Hilfe fand der gerechte Kampf des spanischen Volkes gegen die Franco-Faschisten von über 25.000 Antifaschisten aus ganz Europa, die in den Internationalen Brigaden freiwillig und solidarisch an der Seite der Republikanischen Armee gegen den Faschismus kämpften. 1939 wurde die Spanische Republik blutig niedergeschlagen und (wie zuvor in Nazi-Deutschland) eine faschistische Diktatur errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Spanien dann formal neutral, unterstützte aber praktisch die Nazis und den italienischen Faschismus (Entsendung der „Blauen Division“). Nach dem Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus wurde Spanien dann am 26. Juli 1947 wieder zum Königreich erklärt, schloß 1953 ein Militärabkommen mit den USA und trat 1982 der NATO bei.

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  3. Der Kriegsbefürworter von Galen ist natürlich eine Blüte des Christentums. Alles was in seinen Augen gottlos ist gehörte seiner Meinung und der seiner Kirchenoberen nach ausgerottet. So handelte der Vatikan bspw. im KZ Jasenovac, wo vor allem serbische Männer, Frauen und Kinder von den katholischen Klerikalfaschisten abgeschlachtet wurden. Nach Ende des II. Weltkrieges als der Vatikan die „Rattenlinie“ organisierte, half er den Mördern nach Lateinamerika zu entkommen.
    Aber das hat Tradition in der katholischen Kirche die um die Katharer in der Festungstadt Carcassone zu „bekehren“ anno 1208 den römischen Legaten Arnaud schickte. Auf die Frage eines Kreuzfahrers: ” Wie sollen wir die Katharer und wie die guten Christen erkennen?”
    antwortete der Legat: ” Tötet sie alle, der Herr wird die Seinen erkennen!”

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  4. Hallo Genosse Norbert,

    Zum Kommentar von Herr Karl-Heinz Schüler, gebe ich folgendes zu bedenken:

    Erstens, Ein Blick im Wikipedia über den anerkannten Historiker Salvador de Madariaga klärt schon einiges auf. Er war tatsächlich antifranquistisch eingestellt, aber genau so sehr antikommunistisch. Seine Behauptungen gegen den sowjetischen „ca. 3000 Militärberater und Geheimdienstagenten, die mit den bekannten stalinistischen Methoden die sowjetischen Interessen durchsetzten“ usw. gehören zu der Diffamation, Hetze die eigen sind an den ‚Totalitarismus‘-ideologisch eingestellte Historikern.

    Zweitens, was der Klerus betrifft:
    a)Als Hintergrundinformation: Auch in Wikipedia bzw. Kathpedia, lohnt es sich mal den Beitrag über die Enzyklika „Dilectissima Nobis“ von Pabst Pius XI (3.Juni 1933) zu lesen.

    b)Was der eigentlicher „roter Terror“ gegen den Klerus betrifft: , ging dieser nicht von den Kommunisten und Sozialisten sondern hauptsächlich von den Anarchisten aus. Ich übersetze aus dem Niederländischen, folgenden Auszug vom Buch des holländischen Historikers Jacques J. Giele „Arbeiderszelfbestuur in Spanje 1936-1939“ http://kelderuitgeverij.nl/?p=f&u=9 („Arbeiterselbstverwaltung“ in Spanien“): „ Mit einiger Vorsicht kann man sagen, daß die Zahl der Opfer auf der Seite des Klerus, den rechten und faschistischen Politikern und Arbeitgebern in Katalonien um die tausend lag. Jedoch sind diejenigen, die nach ein Prozeß wegen Mittäterschaft in der Rebellion verurteilt wurden, mit eingerechnet. Die kategorische Leugnung des roten Terrors hat freilich nie einen Sinn gehabt. Allerdings muß betont werden, daß der Terror im linken Spanien in keinem Verhältnis steht zu den Massakern (Badajoz!) von den Faschisten und der Armee vom allerchristlichsten General Franco in die eroberten Teil des Landes verursacht wurden. Überraschender ist eher die Tatsache, daß in einer Region wie Katalonien in einer Zeit des Bürgerkriegs so viele frei herumlaufen und verraten konnten. Die zahlreichen Erklärungen von Franco über die Existenz von „fünften Kolonnen“ sind in dieser Hinsicht auch aufhellend. Darüber hinaus entstand eine Angstpsychose unter den Gegnern, die einer Menge Faschisten das Leben kostete.“ Ende Zitat.
    Mit sozialistischen Gruß,
    Nadja

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    1. Danke, Nadja, für den ausführlichen Kommentar!
      Wir werden auf den Terror (und von wem er ausging) noch zurückkommen. Klar ist, daß bei einer solch komplizierten Geschichte mit einseitigen Schuldzuweisungen gegen die Kommunisten nicht viel anzufangen ist. Am Ende geht es hier – wie auch in der BRD heute – darum, daß man die sozialökonomischen Wurzeln jeglicher Interessen versteht. Und das sind nun mal die gesellschaftlichen Verhältnisse. Wir leben heute im Kapitalismus!

      Die Frage ist also immer: 1. Wer hat die politische Macht? Bourgeoisie oder Proletariat 2. In wessen Hände befinden sich die entscheidenden Produktionsmittel? 3. Wessen Interessen vertritt der jeweilige politische Akteur (das Militär, der Politiker, die Partei usw.) und wer steht hinter ihm? Das heißt, wer sind u.U. seine Geldgeber? 4. Welche Ideologie, welche Weltanschauung vertritt er? (ist es bspw. eine religiöse oder ist es eine wissenschaftliche) – Und was heißt „anerkannt“? Von wem? Ist dann Herr Guido Knoop auch ein „anerkannter“ Historiker??? Und Kurt Pätzold nicht?

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      1. Hallo Genosse Norbert,

        Es soll hier doch einiges verdeutlicht werden:

        Der genannter Historiker Salvador de Madariaga ist anerkannt im Kreis der bürgerliche Historiker, ob man es will oder nicht. Das ist kein Lob sondern Fakt. Umso mehr mußte die Berufung auf ihm entlarvt werden, was ich versuchte zu tun, aber von dir scheinbar nicht so verstanden wurde.
        Der Guido Knoop ist eher als Möchtegernhistoriker einzuordnen.
        Mit den Kurt Pätzold habe ich es nicht, er hat aber genauso wenig wie G. Knoop mit das Thema Spanien zu tun.

        Kein vernünftiger Mensch leugnet die franquistische Terror, die unterstützt war von der internationalen Reaktion, in erster Linie vom Nationalsozialismus und italienischen Faschismus, auch vom Vatikan. Dieser hat den „roter Terror“ (genauer wäre Gegenterror) ausgelöst und selbstverständlich nicht umgekehrt.
        In den Wirrnissen des spanischen Bürgerkrieges gab es verschiedene Widersprüche. Auf der „linke“ Seite gab es auch, wie erwähnt, die Anarchisten und die trotzkistische POUM.

        Wer eine religiöse Weltanschauung hat ist nicht automatisch als Reaktionär einzustufen, zu verunglimpfen, genauso wenig wie ein Gottleugner automatisch ein Revolutionär sei.

        Beispielsweise bei den anerkannte führende antiimperialistische, antikapitalistische Revolutionäre der Gegenwart sind Ayatollah Ali Khamenei, Mahmoud Ahmadinejad, Hassan Nasrallah… Muslims oder Hugo Chavez ein tief gläubiger Katholik.

        Übrigens machte Pablo Picasso 1953 ein Porträt des Genossen J.W. STALIN der gelinde gesagt umstritten war. War das auch eine Kampfwaffe ?

        Die Welt ist eben nicht nur „Schwarz-Weiߓ oder „Rot-Weiߓ

        Mit sozialistischen Gruß,

        Nadja

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