Die Struktur der Arbeiterklasse

Der Einfluß des Imperialismus auf die Struktur der Arbeiterklasse
Grotewohl
von Otto Grotewohl

Ebenso wie die materielle Lage wurde auch die soziale Struktur der Arbeiterklasse durch den Übergang zum Imperialismus weitgehend beeinflußt. Hier sind es vor allem drei Faktoren, die in der Periode des aufkommenden Imperialismus eine hohe Bedeutung gewannen:
a) der sich mehrende Zustrom kleinbürgerlicher Elemente ins Proletariat,
b) die Herausbildung einer Arbeiteraristokratie, d.h. einer Schicht von privilegierten besser bezahlten Arbeitern, die in Gegensatz zu der Masse der Arbeiterschaft geriet,
c) das Anwachsen der Zahl der Angestellten in den Organisationen der Arbeiterschaft und die Gefahr ihrer Loslösung von den Massen.

a) Das Einströmen bürgerlicher Elemente

Der Siegeszug der Monopole in der kapitalistischen Wirtschaft bewirkte, daß ständig zahlreiche mittlere und kleine Unternehmen vernichtet oder aufgesogen, viele ihrer Besitzer und Angestellten an den Bettelstab gebracht wurden. Diese ins Proletariat Hinabgeschleuderten und Deklassierten brachten ihre kleinbürgerlichen Vorurteile, ihre engstirnige Denkweise mit und verharrten meist noch lange in rückständigen, kleinbürgerlichen Ideologien. Sie empfanden ihre Lage nicht als Auswirkung eines gesellschaftlichen Prozesses, der sich mit historischer Gesetzmäßigkeit vollzieht, sondern als persönliches Pech, als einen zufällig ihnen begegneten Schicksalsschlag. Sie sehnten sich zurück nach der verlorenen bürgerlichen Existenz und erwarteten ihre soziale Aufwertung von Sofortmaßnahmen, sozialen Verbesserungen, Reformen und dergleichen. Sie erstrebten jedoch keine grundlegende Änderung des gesellschaftlichen Systems. Noch völlig befangen im kleinbürgerliehen egozentrischen Denken, vermochten sie noch nicht die große gesellschaftliche Aufgabe des Proletariats zu erkennen. Sie stellten, wie Lenin sagt, die „Rekruten der Arbeiterbewegung dar, die erst einer ‚gründlichen Ausbildung‘ im Klassenbewußtsein bedürfen.“ (1)

Das galt auch für die Mittelschichten, die in der imperialistischen Epoche immer wieder neu geschaffen werden, die beispielsweise als Filialleiter, Besitzer von erforderlichen neuen Reparatur- und Ergänzungsbetrieben, in der Heimarbeit und im Handel scheinbar selbständige oder doch gehobene Existenzen fanden und sehr schnell bürgerliche Denk- und Lebensweise annahmen.

Gewiß hat es nicht an warnenden Stimmen gefehlt. Schon Karl Marx und Friedrich Engels hatten sich wiederholt gegen die leichtfertige, allzu entgegenkommende und nachsichtige Behandlung der in der Partei sich breitmachenden Spießer und Kleinbürger gewandt. Es sei nur auf den Zirkularbrief vom September 1879 hingewiesen, wo sie mit aller Deutlichkeit die Verderblichkeit des kleinbürgerlichen Einflusses aufzeigten und seine Ausmerzung forderten.
„Es sind die Repräsentanten des Kleinbürgertums, die sich anmelden, voll Angst, das Proletariat, durch seine revolutionäre Lage gedrängt, möge ‚zu weit gehen‘.“ (2)
„Das kleinbürgerliche Element in der Partei bekommt mehr und mehr Oberwasser. Der Name von Marx soll möglichst unterdrückt werden. Wenn das so vorangeht, so gibt es eine Spaltung in der Partei, darauf kannst Du Dich verlassen.“ (3)
Mittelstand_1„Wenn solche Leute aus anderen Klassen sich der proletarischen Bewegung anschließen, so ist die erste Forderung, daß sie keine Reste von bürgerlichen, kleinbürgerlichen usw. Vorurteilen mitbringen, sondern sich die proletarische Anschauungsweise unumwunden aneignen. Jene Herren aber, wie nachgewiesen, stecken über und über voll bürgerlicher und kleinbürgerlicher Vorstellungen … Gerät aber solchen Leuten gar die Parteileitung mehr oder weniger in. die Hand, so wird die Partei einfach entmannt, und mit dem proletarischen Schneid ist’s am Ende. Was uns betrifft, so steht uns nach unserer ganzen Vergangenheit nur ein Weg offen. Wir haben seit fast 40 Jahren den Klassenkampf als nächste treibende Macht der Geschichte und speziell den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat als den großen Hebel der modernen sozialen Umwälzung hervorgehoben; wir können also unmöglich mit Leuten zusammengehen, die diesen Klassenkampf aus der Bewegung streichen wollen.“ (4)

Auch später haben verantwortungsbewußte Führer gegen die Ausbreitung kleinbürgerlicher Einflüsse, gegen die Verspießerung ihre Stimme erhoben. So August Bebel, der 1903 auf dem Parteitag in Dresden die reformistische Einstellung und das anmaßende Auftreten mancher aus Konjunkturgründen zur Partei gestoßenen Akademiker und der „ehemaligen Proletarier in gehobenen Lebensstellungen, Leute, die eben jetzt einen gewissen Abschluß ihrer Lebenslage sehen“, in scharfen Worten geißelte und gegen die Vertuschung, die Überbrückung der Gegensätze zwischen Proletariat und bürgerlicher Gesellschaft wetterte.

b) Die Herausbildung einer Arbeiteraristokratie

Indessen hätte dieses Einströmen bürgerlicher Elemente und damit zugleich bürgerlicher Ideologien ins Proletariat durch die allmähliche Umschmelzung inmitten einer geschlossenen, klassenbewußten, politisch und ideologisch richtig geführten Arbeiterschaft und durch zielbewußte Einwirkung ohne Schädigung bleiben können.

Die Geschlossenheit des Proletariats wurde jedoch gerade durch die Einwirkungen des Monopolkapitalismus stärkstens gelockert. Hatte die Überschätzung der auf die Augenblicksinteressen, gerichteten Politik schon dazu geführt, daß viele Arbeiter sich durch vorübergehende und nur begrenzt positive Auswirkungen des Imperialismus blenden ließen und darüber die ganze Gefährlichkeit dieses Systems übersahen, mit ihm liebäugelten, Frieden schlössen und von ihm alles Heil erhofften, so gewann der Imperialismus durch die planvolle Heranzüchtung einer Arbeiteraristokratie eine weitere, nicht unbeträchtliche Zahl von Arbeitern für sich, die den von Marx gewiesenen revolutionären Weg verließen und zu verläßlichen Stützen, Verteidigern und Lobrednern des Monopolkapitalismus wurden.

„Der Imperialismus“, so führte Lenin aus, „hat die Tendenz, auch unter den Arbeitern privilegierte Kategorien auszusondern und von der Masse des Proletariats abzuspalten.“ (5)

Und in seinem Brief an die amerikanischen und europäischen Arbeiter sagt Lenin:
„… in allen zivilisierten fortgeschrittenen Ländern raubt die Bourgeoisie — auf dem Wege entweder der kolonialen Unterdrückung oder des Herausziehens finanzieller ‚Vorteile‘ aus formell unabhängigen schwachen Völkern — eine Bevölkerung aus, die die Bevölkerung ‚ihres‘ Landes um ein Vielfaches übertrifft. Daher die ökonomische Möglichkeit der ‚Extraprofite‘ für die imperialistische Bourgeoisie und der Verwendung von einem Teil dieses Extraprofits zur Bestechung einer gewissen Oberschicht des Proletariats, um sie in reformistisches, die Revolution fürchtendes Kleinbürgertum zu verwandeln.“ (6)
Wohlstandsgesellschaft
Diese Bestechung einer kleinen Schicht von Arbeitern erfolgte bald in plumpen, bald in höchst raffinierten, kaum erkennbaren, dann aber um so wirkungsvolleren Formen. Geeignete Objekte in der Arbeiterschaft erhielten als angeblich qualifiziertere Facharbeiter, als Aufseher, Vorarbeiter, Lagerverwalter, Kontrolleure u.ä. höhere Einkommen und günstigere Arbeitsbedingungen. Es ist erwiesen, daß die so Begünstigten in der Mehrzahl der Fälle sich allmählich in ihrer Lebenshaltung und Denkweise den bürgerlichen anpaßten, sich mehr und mehr von der proletarischen Klassengrundlage entfernten, die Sorge um die Erhaltung und Verbesserung ihrer Posten, um die Versorgung ihrer Kinder höher schätzten als die Solidarität mit den Massen, als den Kampf um die soziale Befreiung der gesamten Arbeiterklasse. Die Aussicht opfervoller Kämpfe flößte ihnen vielmehr Furcht und Abneigung gegen revolutionäre Kampfmethoden ein. Diese Schichten bildeten darum einen günstigen Nährboden für den Opportunismus, für alle Abirrungen von der marxistischen Theorie und Praxis, für versöhnlerische Tendenzen und falsche, undialektische Beurteilungen der Entwicklung des Kapitalismus im Zeitalter des Imperialismus. Das deutsche Monopolkapital sparte darum nicht mit Mitteln, um durch die Züchtung einer solchen Arbeiteraristokratie die Front der Arbeiterschaft zu durchbrechen und in ihre Reihen den Samen der Zwietracht untereinander und des faulen Klassenfriedens mit den Kapitalisten zu säen.

c) Das Anwachsen der Bürokratie in den Arbeiterorganisationen

Diesem Bestreben kam die unausgesetzte Erweiterung des umfangreichen Verwaltungsapparates in der sozialdemokratischen Partei, in den Gewerkschaften und den verschiedenen sozialen und kulturellen Organisationen entgegen. Hatte diese uneingeschränkte Gewinnung Tausender von klassenbewußten Arbeitern für die an der Verwirklichung der Ziele der Arbeiterschaft arbeitenden Organisationen deren Stoßkraft beträchtlich erhöht, so brachte auch hier die unabhängige quantitative Vermehrung schließlich den qualitativen Umschlag.

Die ständige Vermehrung der neu einzustellenden hauptamtlichen Funktionäre in den genannten Organisationen gestattete nicht mehr eine so sorgfältige Auslese wie bisher, zwang vielmehr zum Rückgriff auf solche Bewerber, die hinsichtlich ihrer Verbundenheit mit dem Sozialismus, ihres Klassenbewußtseins, nicht immer so qualifiziert sind, wie man es bis dahin forderte. In wachsender Zahl traten aus dem Bürgertum kommende Abgeordnete, Schriftsteller, Redakteure und andere Funktionäre hervor, die ihre antimarxistischen klassenfremden Auffassungen mitbrachten und die marxistische Bewegung oft nur als eine soziale Reformbewegung betrachteten.
buerokratie
Die mit dem Anwachsen der Organisationen entstehende und sich mehrende Kompliziertheit der Verwaltung, der Kassenführung, des Geschäftsverkehrs usw. hatte zur Folge, daß man bei der Auswahl der einzustellenden Kräfte oft mehr auf die formalen Fähigkeiten als auf die Parteiverbundenheit, auf die Vertrautheit mit dem Marxismus sah.
Die hohe Entlohnung führte in vielen Fällen bei weiterer Erhöhung nicht zu gesteigerter Arbeitsfreudigkeit und Hingabe an die Sache der Arbeiterschaft, sondern zu einer Lockerung der Verbundenheit mit den Massen.

So erklärte sich auch die stürmische Zustimmung, die August Bebel fand, als er auf dem Magdeburger Parteitag 1910 ausrief:
„Ich habe oftmals den Eindruck, daß ein Teil unserer Führer nicht mehr versteht, was die Massen zu leiden haben, daß sie der Lage der Massen entfremdet sind…Die Parteigenossen müssen darüber wachen, daß die Parteiführer der Partei keinen Schaden zufügen. Seht den Führern auf die Finger, seht auch Euren Redakteuren auf die Finger.“(7)

Viele der durch die Arbeiterorganisationen Emporgehobenen gerieten durch die Übernahme bürgerlichen Lebensstils zu bürgerlichen Vorurteilen, entfremdeten sich den Massen und verletzten sie oft durch ihr Benehmen. Auch bei ihnen stellte sich, wie bei den Arbeiteraristokraten, die Sorge um Erhaltung und Ausbau der errungenen persönlichen Positionen ein. Sie wurden sich bewußt, daß sie bei etwaigen scharfen oder gar revolutionären Auseinandersetzungen mit dem Klassenfeind mehr zu verlieren hatten als ihre Ketten. Deshalb scheuten oder verabscheuten sie den revolutionären Weg, plädierten für den Weg der Reformen, neigten zum Opportunismus, zu Kompromissen mit dem Klassenfeind, zur Revision, zur Preisgabe des Marxismus, zur Einstellung des Klassenkampfes. Diese Entwicklung trat nicht nur in der Partei, sondern auch besonders in den Gewerkschaften hervor. So wurden die Organisationen, je mehr sie in die Breite wuchsen und je schwerer das Bleigewicht ihres Verwaltungsapparates wurde, aus Hebeln des sozialen und politischen Fortschritts in gewissem Sinne zu Hemmschuhen. Indem die Parteiführung die Gefahren der Verbürgerlichung, der Entstehung einer Arbeiteraristokratie und der Loslösung gewisser Funktionäre von den Massen nicht in ihrer vollen Bedeutung erkannten und nicht energisch genug bekämpften, bahnten sie indirekt dem Opportunismus und dem Revisionismus den Weg.

Zitate:
(1)Vgl. Lenin, „Die Differenzen in der europäischen Arbeiterbewegung.“
(2)Engels an Bebel, 24. November 1879.
(3)Engels an Liebknecht, 4. Februar 1885.
(4)Karl Marx, „Kritik des Gothaer Programms“, Berlin 1946, S. 102 f.
(5)Lenin, „Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, Verlag Neuer Weg, Berlin 1946, S. 93.
(6)Lenin, Sämtliche Werke, Bd. XXIII, S. 644.
(7)Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages von 1903, S. 311.
(8)Parteitagsprotokoll von 1910.

Quelle:
Otto Grotwewohl: 30 Jahre später – Die Novemberrevolution und die Lehren aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Dietz Verlag Berlin, 1948, S.23-29.

7 Gedanken zu “Die Struktur der Arbeiterklasse

  1. Als Stahlbauschlosser (anfang 70 bis mitte 80iger)
    fielen mir wzei Dinge betreffend der proletarische Einstellung besonders auf.
    1)Unabhängig von Schulbildung, Ausbidungsgrad oder politischem Wählerverhalten war klar, dass Wohlstand überwiegend auf körperliche Arbeit beruht. Technische Intelligenz wurde akzeptiert, aber man sah auch, dass es zu viele wichtigtuerische dumme Ingenieure gibt, die man mitdurchfüttern muss. Kaufmännische Angestellte waren Bürohengste, also kastrierte Männchen, die einfach zu doof für technische Arbeit waren. Vertriebler im Versicherungsverkauf, Vermögensbereich oder Leiharbeitsfirmen galten als Lauschepper, auf deutsch Schmarotzer. Bessergestellte Inahber von Lebensmittelgeschäften (auch Drogerien, Metzgereien, Schreibwaren, Friseure, Handwerksmeister) wurden nur akzeptiert, weil sie uns von ihrer harten 72 Stundenwoche, Komplexität ihrer Arbeit und VERANTWORTUNG erzählten. Erfolgreiche ausländische Gewerbetreibende aus südlichen Ländern haben diese Ausreden/Lügen in der Praxis schnell widerlegt.
    2) Die Arbeiterarostrakie : Wir hatten in der Industrie Abteilungen, wo es eher um Einzelfertigung (ja sogar Brücken, Riesenbagger für Steinkohleabbau oder grosse Fabrikhallen), als um Serien-, Massen oder gar Fliessbandfertigung ging. Im individualistisch, bürgerlich geprägten Schlosserhandwerk (die qualifizierten Gesellen wollten ne selbständige Existenz) gibt es fast nur Einzelfertigung. Die durchaus talentierte aber super arrogante Facharbeiter-/Handwerkselite war tatsächlich in der Einzelfertigung dreimal schneller (Akkordzettel) als eine vergleichbar ausgebildete Kraft. Komplziertere Projekte/Fertigungen konnten überhaupt NUR diese Leute durchführen. Die waren dann schwerstens beleidigt, wenn sie nur das 3fache von nem anglernte bzw. das doppelte von nem normalen Facharbeiter als Lohn bekamen. Klingt erstmal nachvollziehbar und logisch. Aber diese egoistischen Leute haben haben einfach ihr Wissen für sich behalten (typisch deutsch, komischerweise auch französisch) und die anderen Kollegen dumm gehalten und die Firmen durch Arbeitsverweigerung regelrecht erpresst. Diese Firmen gingen Pleite und wurden dann manchmal von USA oder UK übernommen. Kurioserweise hatten diese turbokapitalistischen Manager überhaupt keinen Standesdünkel sich mit Hilfsarbeitern an einem Tisch zu setzen und stundenlang zu diskutieren. In einigen mir bekannten Firmen wurden die Arbeiteraristokaten vor die Wahl gestellt, ihr Wissen in TEAMARBEIT zu teilen oder zu gehen und mit einer Gerichtsklage wegen Sabotage zu rechnen. Auf meiner Stelle (auch später als kaufmännischer Programmierer), hat das zu einem superguten Betriebsklima geführt.

    Gefällt mir

  2. Das ist tatsächlich ein hochinteressanter Artikel. Wenn man bedenkt, daß unser erster Ministerpräsident Otto Grotewohl (1894-1964), der den Kapitalismus sehr genau kannte, dies zu einer Zeit schrieb, als es die DDR noch nicht gegeben hat. Solche Verhaltensweisen innerhalb der Arbeiterklasse (also Neid, Heimlichtuerei, Mobbing oder Denunziantentum) hat es in der DDR dann später nie gegeben. Im Gegenteil: kameradschaftliche Hilfe und gegenseitige Unterstützung waren ein Grundprinzip der sozialistischen Gesellschaft – eine proletarische Solidarität, wie man sie bspw. heute nur noch (bis zu einem gewissen Grad) bei Hochwasserkatastrophem erlebt. Nur eben, daß die DDR keine „Notgemeinschaft“ war, sondern eine zukunftsorientierte „Solidargemeinschaft“. Wie oft haben wir als Schüler oder später als Studenten den Bauern uneigennützig beim Kartoffeleinsatz geholfen. Oder wie oft haben Arbeiter freiwillig an einem Subbotnik ihrem Betrieb geholfen, den Plan zu erfüllen (Subbotnik = freiwillige unbezahlte Sonnabendarbeit). Wie viele Werktätigen haben abends nach Feierabend NAW-Einsätze gemacht (NAW = Nationales Aufbauwerk), um ihre Wohnumgebung zu verschönern. Es war ja alles unser Volkseigentum!

    Was für ein himmelweiter Unterschied zum „teamworking“, das nur solange funktioniert, wie für den Kapitalisten die Sache profitabel genug ist!

    P.S. Ich würde das nicht schreiben, wenn ich es nicht selbst so erlebt hätte! Wobei es natürlich ein Irrtum ist, daß Wohlstand (angeblich) auf körperlicher Arbeit beruht – das hatte uns in der DDR damals schon der unvergessene BRD-Kabarettist Dietrich Kittner beigebracht. Denn solche Schmarotzer gab es (und gibt es) schon in gutsituierten bundesdeutschen Beamtenfamilien…

    Gefällt mir

  3. Die hohe Ausdifferenzierung der kapitalistischen Lohnarbeit in einer hochgradig arbeitsteiligen kapitalistischen Gesellschaft, unterschiedliche Qualifikationen und Entlohnungen, damit verbundene unterschiedliche (proletarische) Lebenslagen, führen bei einem fehlenden sauberen Klassenbewusstsein ganz natürlich zu sehr verschiedenen, oftmals irrigen konfusen Bewusstseinsausprägungen innerhalb der lohnabhängigen Klasse der Lohnknechte, der modernen Proletarier.
    In diesem Falle definieren sie sich nicht über die allen gemeinsame Stellung als Lohnknechte der besitzenden Klasse der Bourgeoisie, sondern eben einfach bürgerlich-oberflächig über ihre eigene gerade aktuelle Stellung innerhalb der Berufs- und Lohnhierachie.
    Und die tüchtigen Kapitalisten wissen sehr gut damit umzugehen, ziehen mal so und mal so an den Fäden ihrer unterschiedlichsten lohnabhängigen Marionetten, fördern gezielt Konkurrenzgeist und Neid unter ihnen.
    Den Rest besorgen die Medien…

    Gefällt mir

  4. Zu diesem Thema noch ein weiterer untrüglicher Beleg, sogar aus heutiger bourgeoiser Sicht:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-32048/profiteur-des-ns-systems-die-geheime-nazi-vergangenheit-einer-spd-ikone_aid_1026773.html

    Das muß man sich doch beihahe genüßlich auf der Zunge zergehen lassen!

    Man sieht es auch hier wieder: Ob Sozialdemokrat oder Nazi, SSler oder „anständiger“ Wehrmachtler, in der neuen und doch im Grunde ur-ur-alten BRD, „Republik“ des deutschen Imperialismus, des imperialistischen größenwahnsinnigen deutschen Bürgertums hatten ab 1949 alle Karrieristen und Mitläufer, Profiteure und Einheizer von „damals“ gleich wieder ihre Chancen im nun „freien Westen“!

    Ist der Haß dieses ganzen abscheulichen Gesindels auf die DDR, wo dieses Pack wenigstens für 40 Jahre ausgebremst wurde, nicht zumindest aus dem Blick dieses Gesindels völlig verständlich?
    Leider kapieren das so viele „Linke“ bis heute nicht.

    (Habe den Link aktiviert, N.G.)

    Gefällt mir

  5. Man braucht nur das Braunbuch – Kriegs- und Naziverbecher in der Bundesrepublik, erschienen 1965 im Staatsverlag der DDR, zur Hand zu nehmen – in der BRD wimmelt es nur so von solchen Ratten. Im Vorwort zitieren die Herausgeber Albert Norden: „Es nützt nichts, sich über die Tatsache, daß Nazi-Mörder von gestern im Bonner Staat wieder Macht ausüben, damit hinwegzutrösten, daß es sich nur um einige tausend Leute handele und daß sie sowieso eines Tages aussterben. Erstens beherrschen diese tausend Leute 50 Millionen und die stärkste Armee Westeuropas. Zweitens haben sie längst Zehntausende Nachfolger als Führungselite ihres militaristischen Staates im gleichen Ungeist erzogen, der sie selber zu Verbrechern werden ließ … Möge dieses Braunbuch helfen, die Wahrheit über die westdeutschen Zustände überall zu verbreiten!“

    http://de.scribd.com/doc/23195251/Braunbuch-Kriegs-und-Nazi-Verbrecher-in-der-Bundesrepublik-und-in-West-Berlin

    Gefällt mir

  6. Dieses Braunbuch aus dem Jahre 1965 sagt im Grunde ALLES aus über diesen Bonner Staat, und zwar bis heute.
    Sicherlich ist auch dir bekannt, dass die Führung der DDR im Jahre 1969 dieses so wichtige und berühmte Werk still und leise aus dem Verkehr zog, nun ja, du weißt es ja selbst, wegen der damals anhebenden „Entspannungspolitik“.
    Musst du dich heute noch wundern, dass die heranwachsende Jugend der DDR, nachdem ihr solche wichtigen Werke ab 1969 vorenthalten wurden, immer mehr vom Imperialismus, speziell dem BRD-Imperialismus via ARD und ZDF, in einen verblödenden Bann gezogen werden konnte?
    „Partnerschaft“, „ZUsammenarbeit“, „friedicher Wettbewerb“, „friedliche Koexistenz“ – (mit Judenvergasern, My-Lay-Unterstützern, Kommunisten-Schlächtern in Indonesien, Agent-Orange-Zuliefern auch aus der BRD), ja, so wurde dann das Schicksalsjahr 1989 für alle Proleten weltweit,möglich.
    In gewisser Hinsicht bereits eingeleitet mit den „Gipfeltreffen“ Chrustschwows und Kennedys anfangs der 60er…., eigentlich schon mit der „Geheimrede 1956.

    Doch zurück zu diesem typisch dreckigen deutschen Sozialdemokraten: Die beiden berühmtesten Westberliner Frontstadt-Häuptlinge als „regierende Bürgermeister von Berlin“ des deutschen und US-Imperialismus standen schon seit Kriegszeiten im Solde des britischen, später auch US- Geheimdienstes….

    Keine Fragen mehr zur deutschen „Sozialdemokratie“!

    Gefällt mir

  7. stimmt! …und eigentlich schon mit der Ermordung Stalins 1953, die das vollzog, was die Nazis, die Konterrevolution, Trotzki und Konsorten, die Kulaken, Weißgardisten usw. vergeblich versucht hatten!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s