Die Atomlobby lügt !

Am 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl als Folge einer unkontrollierten Kernschmelze und einer Explosion eine Katastrophe von bisher nicht gekanntem Ausmaß. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele Regionen Europas. Nach der Katastrophe hatten hunderttausende Helfer, so genannte Liquidatoren, einen Sarkophag – einen provisorischen Betonmantel – um den explodierten Reaktor errichtet. Dieser ist inzwischen an vielen Stellen gerissen und droht einzustürzen. Die Folgen dieser Katastrophe werden auch in den nächsten tausend Jahren noch – nicht nur in unmittelbarer Nähe des verunglückten Reaktors, sondern in ganz Europa – festzustellen sein. Zehntausende der Liquidatoren und auch viele unschuldige Bewohner in den benachbarten Ländern starben inzwischen an Krebs und anderen Strahlenkrankheiten. Dessen ungeachtet forcieren die Atomkonzerne und Energieriesen im Windschatten verschiedener anderer Medienkampagnen ganz ungeniert den Ausbau und den höchstprofitablen Weiterbetrieb längst abgeschriebener Kernkraftanlagen. Eine zynische, eine menschenverachtende Verfahrensweise! Doch konnten die Proteste dagegen bisher nicht zum Schweigen gebracht werden…

Die Atomkonzerne verdienen Milliarden

Wer an der Atomenergie festhält, hat aus der Katastrophe von Tschernobyl nichts gelernt. Die Atomlobby will uns glauben machen, daß die Atomkraft in Zeiten des Klimawandels unverzichtbar ist und weltweit boomt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Es werden mehr Atomkraftwerkes stillgelegt als neue gebaut. An einer Verlängerung der Laufzeiten verdienen vor allem die Atom-Konzerne: pro AKW und Tag eine Million Euro. Billigen Strom wird es dadurch nicht geben. —> Siehe: Umweltinstitut München – Die Atomlügen

ChernobylDer zerstörte Kernreaktor Nr. 4 Tschernobyl

Die Atomlobby verhöhnt die Opfer

Die Auswirkungen des Größt-Anzunehmenden-Unfalls (GAU) im Atomkraftwerk Tschernobyl seien geringer als bisher angenommen, behauptet ein internationales Wissenschaftlergremium in einem im September 2005 vorgelegten Bericht. Fast 20 Jahre nach der Katastrophe präsentiert das sogenannte Tschernobyl-Forum unter Federführung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) das angeblich „wahre Ausmaß des Unfalls“ mit dem Tenor: „Alles gar nicht so schlimm“.

TschernobylKinder2TschernobylKinder3Die Kinder von Tschernobyl

Neben der IAEA waren sechs weitere große UN-Behörden an der Studie beteiligt: die Weltgesundheitsorganisation (WHO), UNDP (United Nations Development Programme), FAO (Food and Agriculture Organization), UNEP (United Nations Environment Programme), UN-OCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs), und UNSCEAR (United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation). Auch die Regierungen von Weißrußland, Rußland und der Ukraine und nicht zuletzt die Weltbank gehören dem Tschernobyl-Forum an. Die 600 Seiten umfassende Studie „Tschernobyls Vermächtnis“ behandelt die gesundheitlichen, ökologischen und sozioökonomischen Folgen der Katastrophe.(1)

Opferzahlen schöngerechnet

Mehr als 100 Wissenschaftler erarbeiteten die neuen Ergebnisse und präsentierten sie einer erstaunten Öffentlichkeit, war doch bislang in den Medien ein ganz anderes Bild der Tschernobyl-Auswirkungen gezeichnet worden. Dem Bericht zufolge werden von den mehr als 200.000 Katastrophenhelfern, die 1986 und 1987 mit Aufräumarbeiten in Tschernobyl beschäftigt waren, bis zu 2200 wegen der radioaktiven Belastung früher sterben, als es ihrer Lebenserwartung entspräche. Zusammen mit den nächsten Anwohnern des havarierten Reaktors könnte die Gesamtzahl der durch den Reaktorunfall geforderten Todesopfer auf 4000 steigen. Bis Mitte 2005 seien weniger als 50 Todesfälle direkt der Strahlung zuzuordnen.

image12.3Die radioaktiv verseuchte Stadt Pripjat

Dies widerspricht Studien unabhängiger Experten, die gezeigt haben, daß Tschernobyl bereits heute deutlich mehr Todesopfer verursacht hat als im Bericht prognostiziert und ein Ende noch nicht in Sicht ist. Die ukrainische Gesundheitsbehörde sprach bereits im Jahr 2002 von 15.000 Todesopfern unter den Liquidatoren.
—> Siehe: Umweltinstitut München – Die Atomlobby verhöhnt die Opfer

In ihrem Internet-Tagebuch schreibt Elena Filatova:

„Radiation will stay in the Chernobyl area for the next 48.000 years, but humans may begin repopulating the area in about 600 years – give or take three centuries. The experts predict that, by then, the most dangerous elements will have disappeared – or been sufficiently diluted into the rest of the world’s air, soil and water. If our government can somehow find the money and political will power to finance the necessary scientific research, perhaps a way will be discovered to neutralize or clean up the contamination sooner. Otherwise, our distant ancestors will have to wait untill the radiation diminishes to a tolerable level. If we use the lowest scientific estimate, that will be 300 years from now……some scientists say it may be as long as 900 years…“ (Elena Filatova) —> read more: KiddOfSpeed

imag41.1image6.2Poleskoje – unbewohnbar für die nächsten 500 Jahre

(Übersetzung: Die radioaktive Strahlung wird im Tschernobyler Gebiet wohl noch in den nächsten 48.000 Jahren bestehen bleiben, aber vielleicht können die Menschen in ungefähr 600 Jahren damit beginnen, das Gebiet neu zu besiedeln – nehmen wir an: drei Jahrhunderte mehr oder weniger. Die Experten sagen voraus, daß bis dahin die gefährlichsten Elemente verschwunden sein werden – oder sich in der Luft, auf der Erde, im Boden und im Wasser soweit verdünnt haben. Wenn unsere Regierung irgendetwas finden kann und das Geld aufbringt, um die notwendige wissenschaftliche Forschung zu finanzieren, vielleicht wird dann ein Weg entdeckt, um die Strahlung zu neutralisieren oder die Verunreinigung eher aufzuräumen. Sonst werden unsere entfernten Nachkommen warten müssen, bis sich die Radioaktivität auf ein erträgliches Maß reduziert hat. Wenn wir die niedrigste wissenschaftliche Schätzung annehmen, so wird das in 300 Jahren sein. Es behaupten auch einige Wissenschaftler, daß es sogar 900 Jahre dauern kann.)
Hier finden Sie Elena Filatova’s Seite (auf Deutsch) oder: hier (gespiegelt)

Hier sind einige interessante Links – besonders der letzte:
Siehe auch: Atombombenabwurf über Hiroshima/Nagasaki
Bert Marx (Quickborn): Unsere strahlende Zukunft
Wirtschaftswetter: Interview mit Elena Filatova.
ARD-Panorama: „Die Lüge vom sicheren Endlager“

Zitate:
(1)The Chernobyl Forum: Chernobyl´s Legacy: Health, Environmental and Socio-economic Impacts. IAEA, Wien, September 2005

Kommentar:
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“ (B.Brecht) – und Verbrecher gehören an den Galgen!
„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens.“ (zit. nach K.Marx)

3 Gedanken zu “Die Atomlobby lügt !

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