Das Kind als Staatsbürger

An seinem Verhalten zu den Kindern und Rentnern erkennt man den Wert einer Gesellschaftsordnung. In der DDR war die Fürsorge des Staates für seine Kinder groß. Der Kapitalismus hingegen zeigt sich, so wie er auch heute noch ist: intrigant und feindlich – jeder gegen jeden! (Auch wenn es da einige Beispiele gibt, wo das nicht so ist!) Der nachfolgende Abschnitt ist der Kleinen Enzyklopädie Das Kind entnommen:

Wie war das in der DDR?

Mit seiner Geburt erwirbt ein Kind die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik, wenn die Eltern oder ein Elternteil Staatsbürger der DDR sind (Staatsbürger-schaftsgesetz vom 20.2.1957). Die Geburtsurkunde ist das erste und ein für das spätere Leben wichtiges Dokument.

Aber schon vor der Geburt beginnt die Fürsorge des sozialistischen Staates für den zu erwartenden neuen Bürger. Es bleibt hier nicht den Eltern oder der Mutter überlassen, mit der Tatsache der Schwangerschaft irgendwie fertigzuwerden. Ärztliche Fürsorge und soziale Betreuung geben der Mutter das Gefühl der Geborgenheit in einer großen Gemeinschaft, die mit ihr die Freude auf das Kind teilt.
Kinderkrankenschwester
In der Deutschen Demokratischen Republik sind Kinder erwünscht und willkommen. Die sozialistische Gesellschaft hütet das Leben der Kinder als wertvollstes aller Güter. Diese Sicherheit für die Kinder ist keineswegs in allen Staaten selbstverständlich. In vielen Ländern bedeutet allein die Tatsache, Kinder am Leben zu erhalten, einen harten Kampf gegen Nahrungssorgen und Krankheiten. In unserer sozialistischen Gesellschaft steht der Mensch im Mittelpunkt aller Bemühungen; den Kindern gilt die besondere Fürsorge des Staates.

Gesamtheit von Rechten und Pflichten

Den Inhalt der Staatsbürgerschaft bildet eine Gesamtheit von Rechten und Pflichten, von denen die wichtigsten Bestandteil der Verfassung sind. In der sozialistischen Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6.4.1968 in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der DDR vom 7.10.1974 sind die Grundrechte und Grundpflichten der Bürger in den Artikeln 19 bis 40 formuliert. Ihre Wahrnehmung und Erfüllung setzt eine systematische staatsbürgerliche Erziehung voraus. Das im Artikel 21 garantierte Recht und die darin erklärte Pflicht jedes Bürgers zur Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens werden besser wahrgenommen, wenn bereits die jungen Bürger lernen, die Interessen der sozialistischen Gemeinschaft und ihre persönlichen Angelegenheiten selbst zu gestalten und zu vertreten. Die Kinder durchlaufen in der Zeit ihrer Formung zum bewußten, die Gesellschaft mitgestaltenden Staatsbürger verschiedene Etappen: Zuerst bestehen nur staatsbürgerliche Rechte, im Laufe der Entwicklung kommen die Pflichten hinzu.
SchulwegSicherung der gesundheitlichen Fürsorge und des Unterhalts

Das sind die ersten Rechte der jungen Bürger. Das Gesetz zum Schutz von Mutter und Kind und das Familiengesetz geben dafür die Grundlage. Jährlich steigen die Mittel, die aus dem Staatshaushalt der DDR für die ärztliche Betreuung der Kinder, für die kinderärztliche Ausbildung, für die pädiatrische und sozialhygienische Forschung und für die Erweiterung der Kindereinrichtungen bereitgestellt werden. In unserem Staat ist die Kinderlähmung ausgerottet, und die Tuberkulose ist im wesentlichen überwunden. Vielfältig sind die Leistungen der Industrie, um die Kinder gut zu versorgen und den Eltern bei der Pflege ihrer Kinder die Arbeit zu erleichtern.

Das Recht auf Bildung

Das im Artikel 25 der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik festgelegte Recht auf Bildung für alle ist auf der Basis sozialistischer Produktionsverhältnisse gesicherte soziale Wirklichkeit. Es wird durch das einheitliche sozialistische Bildungssystem verwirklicht, das zum Ziel hat, „allseitig und harmonisch entwickelte sozialistische Persönlichkeiten zu bilden und zu erziehen, die bewußt das gesellschaftliche Leben gestalten, die Natur verändern und ein erfülltes, glückliches, menschenwürdiges Leben führen“ (Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem). In der Schule hat das Kind wichtige staatsbürgerliche Pflichten zu erfüllen. Es soll gut lernen, und es soll in der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“, später in der Freien Deutschen Jugend die Fähigkeiten und Verhaltensweisen entwickeln, die von ihm als Angehörigem der sozialistischen deutschen Nation erwartet werden.
Schule2

Mit der Berufswahl haben die Jugendlichen eine Entscheidung zu treffen, die bereits eine bestimmte staatsbürgerliche Reife, ein hohes Maß an Einsichten, Kenntnissen und Verantwortungsbewußtsein erfordert. Damit jeder Schulabgänger die vielfältigen Möglichkeiten wahrnimmt, seine Fähigkeiten in vollem Umfang zu entwickeln und seine Kräfte aus freiem Entschluß zum Wohl der Gesellschaft und zu seinem eigenen Nutzen ungehindert zu entfalten, bedarf es einer rechtzeitigen Berufsberatung. Sie soll gewährleisten, daß die Jugendlichen bei der Berufswahl ihre persönlichen Wünsche mit den volkswirtschaftlichen Erfordernissen weitgehend in Übereinstimmung bringen.

Das Recht auf Arbeit

Nach Beendigung der Schulzeit und nach dem Abschluß der Lehre kommt die Jugend in vollem Umfang ihrer Pflicht zu arbeiten nach und nimmt das Recht auf Arbeit wahr. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit (Verfassung der DDR, Artikel 24). Das kollektive Zusammenwirken im Arbeitsprozeß stärkt das staatsbürgerliche Bewußtsein. Mehrung und Schutz des gesellschaftlichen Eigentums, Beteiligung an der Leitung der Gesellschaft und die sozialistische Erziehung der Kinder werden in der dann folgenden Etappe die Hauptaufgaben des sozialistischen Staatsbürgers.

Quelle:
Kleine Enzyklopädie Das Kind, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1978, S.110f.

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