Eine verbrecherische Rede

3228TaubenfüßeWill man die „Geheimrede“ des Intriganten Chruschtschow auf dem XX.Parteitag der KPdSU und ihre Wirkung auf die Delegierten richtig verstehen, so muß man auch die Umstände beachten. In seinem Buch „Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade“ beschreibt Kurt Gossweiler sehr eindringlich, mit welchen Eindrücken er damals (1956) diese Rede aufnahm, und wie sich seine Zweifel daran, ob es sich bei diesem Chruschtschow überhaupt um einen Kommunisten handeln konnte, verfestigten, und wie er schließlich zu der Überzeugung kam, daß mit Chruschtschow „ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt war“. Er schreibt, nachdem er den Inhalt der Rede zur Kenntnis genommen hatte:

Sie hatte nichts, aber auch gar nichts zu tun mit einem seriösen Bericht, zu dem ja auf jeden Fall nicht nur die Information, sondern auch eine marxistische Analyse gehört. Chruschtschows „Abrechnung mit Stalin“ trug jedoch eindeutig den Charakter eines der kommunistischen Bewegung bis dato fremden „Enthüllungs“-Berichtes im Stile der bürgerlichen antikommunistischen Sensationspresse, der, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, auch nicht vor dick aufgetragenen Lügen und Erfindungen zurückschreckte – so etwa, wenn Chruschtschow davon faselte, Stalin habe Hitler „vertraut“, oder wenn er, um Stalin als Dummkopf hinzustellen, zusammenlog, dieser habe militärische Operationen am Globus vorbereitet.

Als ich diesen primitiven, zugleich aber auch bösartigen, voraussehbar nicht Festigung, sondern Erschütterung des Vertrauens zur Partei bewirkenden Bericht gelesen hatte, war ich überzeugt davon, daß dieser Auftritt Chruschtschows niemals die Billigung des Politbüros der KPdSU erhalten hätte, sondern daß Chruschtschow den dort vereinbarten Text einfach beiseitegelegt und statt dessen dieses Machwerk vorgetragen hatte, in der Gewißheit, daß niemand den Skandal wagen würde, und ihn mitten in seiner Rede vom Podium zu holen. [1]

Damit erklärte sich für mich auch – und erklärt sich bis heute –, daß das Politbüro der KPdSU, solange wirkliche Kommunisten in ihm noch etwas zu sagen hatten, diesen Bericht als seinen Bericht niemals anerkannt hat.

Da ich auch mit meiner Skepsis gegenüber der Seriosität dieses Berichtes ziemlich alleine stand, war es mir eine tiefe Freude und Genugtuung, als ich die – im Grunde vernichtende – Kritik Palmiro Togliattis an diesem Bericht zu lesen bekam. [2]

Fußnoten:
[1] vgl. Erinnerungen Lasar Kaganowitschs, eines Teilnehmers am XX.Parteitag der KPdSU (siehe weiter unter)
[2] Bayrisches Volksecho v. 30.6.1956. – Chronik S.61

Fußnote

Quelle:
„Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade“, Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung e.V. (Hg.), München 2002, Bd.1, S.17-19

Siehe auch:
Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
Kaganowitsch erinnert sich an Stalin
Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts
Ljubow Pribytkowa: Die Demontage der KPdSU und der Sowjetunion
Ein Gespräch im Hause Chruschtschow nach der erfolgreichen Beseitigung des Genossen Stalin

Advertisements

Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden

Harry Nick behauptet in der „jungen Welt“ (27.1.2011), es könne „weitgehendes Einverständnis darüber hergestellt werden, daß unter dem Banner des Kommunismus, unter Verantwortung von Parteien, die sich als kommunistische Parteien ausgaben, furchtbare Verbrechen begangen wurden. J.W. Stalin, der Massenmord an Millionen Menschen befahl, war der Führer der »Kommunistischen Partei der Sowjetunion«.“

Kann Herr Dr. Nick diese ungeheuerliche Behauptung eigentlich beweisen? Und woher nimmt er diese dreiste Unterstellung, daß es ein „weitgehendes Einverständnis“ gäbe? Mit wem eigentlich? Mit Goebbels, Chruschtschow, Conquest und ihresgleichen? Um der Wahrheit näher zu kommen, genügt es eigentlich, die Seite von Mario Sousa zu zitieren, der da schrieb:

The lies about the Soviet Union

A brief discussion as to the research reports.
The research conducted by the Russian historians shows a reality totally different to that taught in the schools and universities of the capitalist world over the last 50 years. During these 50 years of the cold war, several generations have learnt only lies about the Soviet Union, which have left a deep impression on many people. This fact is also substantiated in the reports made of the French and American research. In these reports are reproduced data, figures and tables enumerating those convicted and those who died, these figures being the subject of intense discussion. But the most important thing to note is that the crimes committed by the people who had been convicted is never a matter of any interest. Capitalist political propaganda has always presented Soviet prisoners as innocent victims and the researchers have taken up this assumption without questioning it. When the researchers go over from their columns of statistics to their commentaries on the events, their bourgeois ideology comes to fore – with sometimes macabre results. Those who were convicted under the Soviet penal system are treated as innocent victims, but the fact of the matter is that most of them were thieves, murderers, rapists, etc. Criminals of this kind would never be considered to be innocent victims by the press if their crimes were committed in Europe or the US. But since the crimes were committed in the Soviet Union, it is different. To call a murderer, or a person who has raped more than once, an innocent victim is a very dirty game. Some common sense at least needs to be shown when commenting on Soviet justice, at least in relation to criminals convicted of violent crimes, even if it cannot be managed in relation to the nature of the punishment, then at least as regards the propriety of convicting people who have committed crimes of this kind.

Tabelle
From the above Table, there are a series of conclusions which need to be drawn. To start with we can compare its data to those given by Robert Conquest. The latter claims that in 1939 there were 9 million political prisoners in the labour camps and that 3 million others had died in the period 1937-1939. Let the reader not forget that Conquest is here talking only about political prisoners! Apart from these, says Conquest, there were also common criminals who, according to him, were much greater in number than the political prisoners! In 1950 there were, according to Conquest, 12 million political prisoners! Armed with the true facts, we can readily see what a fraudster Conquest really is. Not one of his figures corresponds even remotely to the truth. In 1939 there was a total in all the camps, colonies and prisons of close to 2 million prisoners. Of these 454,000 had committed political crimes, not 9 million as Conquest asserts. Those who died in labour camps between 1937 and 1939 numbered about 160,000, not 3 million as Conquest asserts. In 1950 there were 578,000 political prisoners in labour camps, not 12 million. Let the reader not forget that Robert Conquest to this day remains one of the major sources for right-wing propaganda against communism.

http://www.mariosousa.se/LiesconcerningthehistoryoftheSovietUnion.html

Es gibt mittlerweile in genügender Zahl ernstzunehmende russische (aber auch andere) Historiker, die diesen Verleumdungen der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und vor allem Stalins durch Hitler, Goebbels, Chruschtschow, Solzhenizyn, Conquest und andere umfangreiche und tiefgründige Forschungen entgegenzusetzen haben. In sehr gründlicher Weise hat dies auch Kurt Gossweiler getan, der mit seiner Taubenfußchronik den Nachweis geliefert hat, daß „der Verdacht begründet war… daß mit diesem ‚Reformer‘ (Chruschtschow) in Wahrheit ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt war“ und daß der Versuch, Stalin einen „Massenmord an Millionen Menschen“ anzulasten, nichts weiter ist als ein Ablenkungsmanöver, das darüber hinwegtäuschen soll, daß es der deutsche Faschismus war, auf dessen Verbrechenskonto schätzungsweise sechs Millionen Juden kommen, die in den Nazi-Konzentrationslagern umgebracht wurden. Allein 20 Millionen Sowjetbürger verloren durch den von den Nazis angezettelten Krieg ihr Leben. Die nachträgliche Geschichtsfälschung (so auch im Fall Katyn) dient im wesentlichen antikommunistischen Zielen. Sie dient der Verleumdung des Kommunismus!

Siehe auch:
Opferzähler und ihre Methoden: http://www.youtube.com/watch?v=6vIoGc32bpc
Prof. Iljuchin: Die Fälscher im russischen Staatsarchiv
Andrea Schön: Geschichtslügen
Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

Gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten und wissenschaftliche Voraussicht

Immer wenn man sich über den Zustand der Welt und über die heutige Gesellschaft Gedanken macht, taucht die Frage auf: So kann es nicht weitergehen, nur wie?
Nun ist aber die Gesellschaft, ebenso wie die uns umgebende Natur alles andere als ein Versuchsfeld menschlicher Experimentierfreude. Denn falsche Entscheidungen können hier wie da zu unkalkulierbaren Risiken führen und sogar irreparable Schäden hervorrufen. Die verändernde Einwirkung auf die Natur, wie auf die gesellschaftlichen Verhältnisse kann nur in Kenntnis und unter Berücksichtigung der herrschenden Gesetzmäßigkeiten geschehen, wenn sie denn zum gewünschten Erfolg führen soll. Neben wissenschaftlicher Sachkenntnis ist also unabhängig von den jeweiligen Interessen ein hohes Verantwortungsbewußtsein erforderlich. Eine andere Wahl haben wir nicht.

In seinem Buch „Wissenschaftliche Voraussicht und religiöses Vorurteil“, erschienen im Dietz Verlag Berlin 1958, schreibt der sowjetische Autor G.A.Gurew:
Gurew
Daher ist es völlig klar, daß wir bei gezielter Beobachtung und Erforschung der Zusammenhänge zur Erkenntnis der dahinter steckenden Gesetzmäßigkeiten gelangen, um uns diese zunutze machen zu können. Dazu gibt es die verschiedensten Wissenschaften, die sich mit der Erforschung der Natur, der Gesellschaft und des menschlichen Denkens befassen. Gurew schreibt weiter:
GurewEs wäre folglich unsinnig, wenn nicht sogar riskant, eigene willkürliche Aktionen zu unternehmen, welche im Widerspruch zu bereits erkannten Gesetzmäßigkeiten stehen.
Der Wahrheitsgehalt einer Aussage und die Richtigkeit eines Zusammenhangs läßt sich leicht überprüfen.

Gurew
Die gesellschaftlichen Gesetze unterscheiden sich von den Naturgesetzen insbesondere dadurch, daß sie erst durch menschliches Handeln wirksam werden. Sie unterliegen den spezifischen Interessen der jeweils handelnden Klasse. Daher ist es nicht verwunderlich, daß die Bourgeoisie heute keinerlei Interesse daran hat, daß die Wirkungsweise der gesellschaftlichen Gesetze aufgedeckt wird, da diese ihrem eigentlichen Interesse, der Erhaltung ihrer Machtstrukturen, zuwiderlaufen würden. So behaupten bürgerliche Ideologen aller Schattierungen, der Mensch habe die Gesetzmäßigkeiten erfunden. Gesetze – in der Natur wie in der Gesellschaft – wirken stets außerhalb und unabhängig vom Bewußtsein der Menschen. Sie lassen sich aus den mannigfaltigen Erscheinungen der objektiv existierenden Realität herleiten. Alles andere wäre philosophischer Unsinn!
Gurew
Aus diesem Grunde kann auf eine wissenschaftliche und atheistische Propaganda nicht verzichtet werden, denn dies würde einen Verzicht auf den Kampf zwischen Wissenschaft und Aberglauben, zwischen Fortschritt und Reaktion bedeuten. Dies würde eine wissenschaftliche Voraussicht unmöglich machen.

Aus: G.A.Gurew: Wissenschaftliche Voraussicht – religiöses Vorurteil, Dietz Verlag Berlin, 1958, S.12-15

Ein Gespenst geht um…

Wer vertritt die Interessen der werktätigen Menschen?

Die marxistisch-leninistische Partei. Sie ist der bewußte, fortgeschrittenste und organisierte Vortrupp der Arbeiterklasse und des werktätigen Volkes. Ihre theoretische Grundlage ist der Marxismus-Leninismus. Ihrem Wesen nach ist sie Klassenpartei und internationalistisch. Die marxistisch-leninistische Partei hat die Aufgabe, die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten entsprechend den Erfordernissen der objektiven Entwicklungsgesetze der menschlichen Gesellschaft zum Kampf für die Beseitigung des Kapitalismus, zum Aufbau des Sozialismus und Kommunismus zu befähigen und zu führen.

Wozu braucht die Arbeiterklasse eigentlich eine Partei?

Die Arbeiterklasse braucht eine selbständige politische Partei, und zwar auf marxistisch-leninistischer Grundlage, weil sie der organisierten Macht der Bourgeoisie nur dann erfolgreich begegnen kann, wenn sie selbst ihre Kräfte auf diesen Kampf allseitig vorbereitet, zweckmäßige Organisationsformen schafft und je nach den herrschenden Bedingungen und Erfordernissen die vielfältigen Kampfmittel und Kampfmethoden der Arbeiterklasse anwendet. Unter der Führung der Partei, der Organisation des fortgeschrittensten Teils der Arbeiterklasse, gewinnt die Arbeiterklasse breiteste Schichten von Werktätigen im Kampf gegen den Kapitalismus und für den Aufbau des Sozialismus und Kommunismus. Die Partei leitet auf der Grundlage ihres wissenschaftlich begründeten Programms die revolutionäre Machtergreifung des Proletariats. Ihre führende Rolle als Vortrupp der Arbeiterklasse und des werktätigen Volkes erhält nach der Machtergreifung, mit dem Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus, eine neue, höhere Qualität.

Wer waren die Gründer der Kommunistischen Partei?

Karl Marx und Friedrich Engels haben den wissenschaftlichen Kommunismus mit der Arbeiterbewegung vereint und die erste proletarische Partei, den Bund der Kommunisten geschaffen. Im Manifest der Kommunistischen Partei sind die Grundsätze und Ziele der kommunistischen Gesellschaft und der marxistischen Partei wissenschaftlich formuliert. Karl Marx und Friedrich Engels beschäftigten sich zeitlebens damit, die revolutionäre Theorie auszuarbeiten, revolutionäre Arbeiterparteien zu schaffen und zu festigen. Sie führten einen energischen Kampf gegen jegliche opportunistischen und revisionistischen Abweichungen.

Gilt das heute im 21. Jahrhundert immer noch?

Mit dem Entstehen des Imperialismus war es notwendig, die Lehre von der sozialistischen Revolution entsprechend den neuen Bedingungen schöpferisch weiterzuentwickeln und eine revolutionäre Partei neuen. Typus zu schaffen, die fähig und willens war, diese revolutionäre Lehre zu verwirklichen. Beides leistete W. I. Lenin. Im Kampf mit den verschiedenen opportunistischen Strömungen arbeitete er besonders in seinen Werken „Was tun?“, „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“, „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“ und „Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus“ die wissenschaftlichen Grundlagen der marxistisch-leninistischen Partei (Partei neuen Typus) sowie die Normen aus, die das innerparteiliche Leben der Partei regeln und die Einheit und Geschlossenheit der Partei sichern.

Was gehört zu einer marxistisch-leninistischen Partei?

Dazu gehören: demokratischer Zentralismus, innerparteiliche Demokratie, Kollektivität der Leitung, Kritik und Selbstkritik, Parteimitgliedschaft. Diese Normen sind im Statut der Partei verankert und werden ständig vervollkommnet. Sie sind für alle Parteiorganisationen und Parteimitglieder verbindlich. Die Partei läßt sich vom proletarischen Internationalismus leiten, kämpft für den Zusammenschluß des proletarischen Befreiungskampfes mit dem nationalen Befreiungskampf.

Was geschah bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts?

Die kommunistischen Parteien haben Mitte des 19. Jh. eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. Die internationale kommunistische Bewegung wurde zur einflußreichsten politischen Kraft des 20.Jahrhunderts. In den 60er Jahren vereinigten 88 kommunistische und Arbeiterparteien in der Mehrzahl der Länder der Erde nahezu 50 Mill. Mitglieder. Nach der Lehre des Marxismus-Leninismus wurde in mehreren Ländern erfolgreich der Sozialismus aufgebaut. In der DDR war die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands die höchste Form der politischen Organisation und zugleich die stärkste und erfolgreichste Partei in der deutschen Geschichte und die führende Partei. Sie verkörperte die besten Traditionen der deutschen Arbeiterbewegung. Ihr größtes Verdienst bestand darin, im östlichen Teil Deutschlands den ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat in der deutschen Geschichte geschaffen und sozialistische Produktionsverhältnisse eingeführt zu haben. Das war nur möglich durch den opferreichen und heldenmütigen Sieg der sozialistischen Sowjetunion über den Hitlerfaschismus. Mit tatkräftiger Unterstützung der Sowjetunion wurde in der DDR eine antifaschistisch-demokratische Ordnung errichtet. Erstmals in der Geschichte vereinigten sich zwei große Parteien, die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD). Damit entstand eine starke führende Partei, die den Aufbau des Sozialismus in der DDR erst ermöglichte. Doch der Klassengegner war damit noch nicht überwunden. Nach dem berüchtigten XX. Parteitag der KPdSU begannen in der Sowjetunion tragische Zerfallserscheinungen. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen, den Sozialismus zu stürzen, gelang es schließlich Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der Konterrevolution, in den sozialistischen Ländern und den kommunistischen Parteien Fuß zu fassen und die Macht der Arbeiterklasse zu untergraben.

Und was ereignete sich im Jahre 1989?

Mit dem Sieg der Konterrevolution im Jahre 1989 wurde in der DDR die SED zerschlagen, die sozialistische Industrie zerstört und das Volkseigentum wieder völlig in Privateigentum überführt. Doch damit konnten die wachsenden Probleme in den Ländern des Kapitalismus nicht gelöst werden. Im Gegenteil: nach einer kurzen Stabilisierungsphase traten sie erneut, verschärft und in zunehmend globalen Erscheinungsformen auf. Nach wie vor löst allein die Erwähnung des Wortes „Kommunismus“ bei den bürgerlichen Parteien blankes Entsetzen aus. Nahezu hysterisch reagieren die im Bundestag der BRD vertretenen Parteien mit einer Hetzkampagne gegen jede nur mögliche Alternative zum derzeit herrschenden Kapitalismus – erneut ist festzustellen:

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus.ManifestDer Text basiert auf Auszügen aus dem Kleinen Politischen Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin (DDR) 1967, S.397f.

—> Warum das alles? Es gibt eine Alternative!
—> siehe auch: Unter dem Banner des KOMMUNISMUS

Dunkelmännertum!

Der Schwindel mit den sogenannten „christlichen Werten“

Religion ist Betrug
Klaus von Raussendorf: „Unsere Religionskritik ist Gesellschaftskritik“
(in: Freidenker 2-09 Aufklärung)
(als pdf-Datei herunterladen: hier )

Die Kirchen kassieren Geld aus mehreren Quellen. Am bekanntesten ist die staatlich eingezogene Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt ist. Diese wird ab 2009 durch die neu eingeführte Abgeltungsteuer, die ab 2011 automatisch greifen wird, ergänzt werden. Das Statistische Jahrbuch der BRD weist aus, daß den Kirchen in diesem Land jährlich Milliardensummen aus Kirchensteuern zufließen.
(ev.Kirche – 4,3 Mrd. EUR, kath.Kirche – 5 Mrd. EUR)

Viele glauben, der Großteil der Kirchensteuer komme sozialen Zwecken zugute. Das ist jedoch falsch: In Wirklichkeit werden zwei Drittel der Kirchensteuer für die Bezahlung von Pfarrern und Kirchenpersonal verbraucht. In keinem anderen Land der Welt verdienen Pfarrer so viel wie bei uns: etwa 4000 Euro im Monat. Ihre Besoldung und Versorgung entspricht der eines Regierungsdirektors. Bischöfe werden aus öffentlichen Steuermitteln bezahlt und beziehen rund 7.700 Euro, Erzbischöfe sowie der evangelische Landesbischof sogar fast 10.000 Euro. Für öffentliche soziale Zwecke bleiben – selbst nach kirchlichen Angaben – nur höchstens 8 %. (Siehe —> IBKA )

Wie man aus diesem Abzockerverein austreten kann, erfahren Sie hier.

Siehe auch:
– Der Kirchliche Hofstaat

DDR-Jugendlexikon: W.I. Lenin

Mit einfachen Worten und sehr anschaulich beschreibt das DDR-Lexikon für Kinder und Jugendliche den genialen Führer der Arbeiterklasse, Wladimir Iljitsch Lenin, der am 21. Januar 1924 in Gorki starb.

Lenin, Wladimir lljitsch, eigentlich Uljanow, geb. 22.4.1870 in Simbirsk (heute Uljanowsk), gest. 21.1.1924 in Gorki (bei Moskau), widmete sich von frühester Jugend an der Sache der Revolution. Durch seinen Bruder Alexander erhielt er als 15jähriger erstmals Schriften von Karl MARX und Friedrich ENGELS.
Lenin

1887 bezog er die Juristische Fakultät in Kasan, wurde aber wegen Teilnahme an einer revolutionären Studentenversammlung verhaftet und aus der Universität ausgeschlossen. Nach der Haft wurde er nicht wieder zum Studium zugelassen. Er bereitete sich außerhalb der Universität auf das Examen in Rechtswissenschaft vor und bestand es 1891 mit Auszeichnung. 1893 zog Lenin nach Petersburg, wo er zum Führer der Marxisten und der sich entwickelnden russischen Arbeiterbewegung wurde. Im Herbst 1895 faßte er alle marxistischen Zirkel Petersburgs zum „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“ zusammen. Die theoretischen Voraussetzungen dafür hatte er in seinem Buch „Was sind die Volksfreunde und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokraten“ (1894) dargelegt.

Verbannung und Emigration

1897 wurde er für drei Jahre nach Sibirien verbannt. Nach seiner Entlassung emigrierte er ins Ausland, wo er im Januar 1901 die erste Nummer der Zeitung „Iskra“ herausgab. Sie wurde in Leipzig gedruckt. Lenins Kampf ging zu dieser Zeit vor allem um die Organisierung einer revolutionären Arbeiterpartei in Rußland. Seine grundlegenden Gedanken dazu sind hauptsächlich in der Arbeit „Was tun?“ (1902) formuliert. 1903 fand der II. Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands (SDAPR) in Brüssel und London statt. Hier begann sich die erste Partei neuen Typs in der internationalen Arbeiterbewegung zu formieren. Bei der Festlegung ihrer Prinzipien kam es zur ideologischen Spaltung zwischen Bolschewiki („bolschinstwo“, Mehrheit) und Menschewiki („menschinstwo“, Minderheit). Die falschen Auffassungen der Menschewiki widerlegte Lenin 1904 in seiner Schrift „Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück“. Den strategischen Plan und die taktische Linie der Bolschewiki in der Revolution 1905-1907 entwickelte er in seinem Werk „Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution“.

Die Revolution 1905 und erneute Emigration

Am 8.11.1905 kehrte Lenin in die Heimat zurück und leitete die Parteiarbeit in Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes. Nach der Niederlage der Revolution war er im Dezember 1907 gezwungen, zum zweitenmal zu emigrieren. Zu den Internationalen Sozialistenkongressen 1907, 1910 und 1912 arbeitete er gemeinsam mit den revolutionären Kräften der internationalen Arbeiterbewegung (z.B. Rosa LUXEMBURG) Orientierungen zum Kampf gegen den imperialistischen Weltkrieg aus. In dem grundlegenden philosophischen Werk „Materialismus und Empiriokritizismus“ wies er nach, daß alle neuen naturwissen-schaftlichen Erkenntnisse den dialektischen Materialismus bestätigen.

Nach Ausbruch des I.Weltkrieges leitete Lenin von der Schweiz aus den Kampf der Bolschewiki. Er schrieb „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ und entwickelte die Theorie von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Land. Nach dem Sturz des Zarismus in der Februarrevolution 1917 konnte Lenin aus der Emigration zurückkehren. In seinen „Aprilthesen“ legte er den Plan des Kampfes für den friedlichen Übergang zur sozialistischen Revolution dar.

Die Konterrevolution versuchte, die Volksmassen im Juli 1917 mit Waffengewalt niederzudrücken und Lenin zu verhaften. Er war deshalb erneut gezwungen, sich in die Illegalität zu begeben. Hier schrieb er u.a. das Werk „Staat und Revolution“, in dem er die marxistische Staatslehre weiterentwickelte.

Die Rückkehr Lenins nach Petrograd – Oktoberrevolution 1917

Anfang Oktober 1917 kehrte Lenin illegal nach Petrograd zurück. Er leitete die Sitzung des ZK zur Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes und übernahm dessen Leitung in der Nacht zum 7.11. (25.10. nach dem alten russischen Kalender).

Nach der Errichtung der Diktatur des Proletariats war Lenin Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, der den Aufbau des Sozialismus organisierte. Unter der Losung „Alles für die Front“ wurde die innere und äußere Konterrevolution niedergeschlagen (1918 bis 1920). Lenin war der geniale Fortsetzer der revolutionären Lehre von Karl Marx und Friedrich Engels, er verteidigte, vertiefte und entwickelte alle Grundfragen der Lehre des wissenschaftlichen Sozialismus.

Lenins Arbeitsweise

Lenins selbstloser Einsatz galt den Interessen des Volkes. Er hatte ständige unmittelbare Verbindung zu den arbeitenden Menschen und besuchte nach der Oktoberrevolution oft Arbeiterversammlungen. Seine Worte und Gedanken fesselten die Arbeiter, stärkten in deren Herzen die Gewißheit vom endgültigen Sieg und den Willen zum Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde. Er verheimlichte den Arbeitern nie die Schwierigkeiten, sondern zeigte ihnen mit einfachen und verständlichen Erklärungen, mit seinen praktischen Ratschlägen den Weg zu ihrer Überwindung. Komplizierte Fragen der internationalen und inneren Politik vermochte Lenin mit den praktischen Tagesaufgaben der Arbeiter zu verbinden. Er verstand es, den einzelnen Erscheinungen auf den Grund zu gehen und allgemeine Schlüsse aus ihnen zu ziehen. Lenin zeichnete sich in seiner Arbeit durch eine außerordentliche Gedankenschärfe aus. Er las viel. Aber die Bücher waren für ihn niemals Selbstzweck. Er arbeitete mit ihnen schöpferisch, beurteilte ihren Inhalt, entnahm ihnen das, was er für seine theoretische und praktische Arbeit brauchte, fertigte sich Konspekte und Auszüge an.

Ein geduldiger Zuhörer

Groß war Lenins Fürsorge für die einfachen Menschen. Er interessierte sich für alles, was ihr Leben betraf. In den harten Jahren nach der Oktoberrevolution, in denen seine Arbeitszeit täglich mit der Lösung wichtiger und komplizierter Probleme ausgefüllt war, fand er immer wieder die Zeit, sich mit Arbeitern und Bauern zu unterhalten. Er achtete ihre Meinung und war ein geduldiger Zuhörer und Ratgeber. Dabei lernte er gründlich die Dinge, aber auch die Menschen kennen und konnte sie am richtigen Platz in der Parteiarbeit einsetzen. Gegenüber Freunden war Lenin ein zartfühlender Mensch. Doch blieb er überall und immer ein unversöhnlicher Feind der Konterrevolution, jeglicher Spießbürgermoral und jeder Art von Heuchelei und Versöhnlertum. Lenin lehrte die Kommunisten, bescheiden zu sein und die Interessen der Partei und der Arbeiterklasse allem voranzustellen.
Serow Lenin 1950W.Serow – Besucher bei Lenin (1950)

Am 30.8.1918 wurde auf Lenin ein Attentat verübt, wobei er sehr schwere Verletzungen erlitt. Am 21.1.1924, nach längerem Krankenlager, starb der geniale Führer des russischen und internationalen Proletariats.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, Leipzig, 1976, S.401-403

Siehe auch:
Lenin – Genius der Revolution

Die DDR – ein kinderfreundliches Land!

WIDER alle Lügen und Verleumdungen gegen unser einstiges sozialistisches Vaterland hier ein paar Fakten zur Lebenslage einer Familie in der DDR:

Angemerkt sei noch:
1) Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters bzw. einer Arbeiterin betrug etwa zwischen 450 und 1300 M im Monat (bei geregelten 43,75 bzw. 42 Std./Woche).
2) Es gab gleichen Lohn für gleiche Arbeit – für Mann und Frau.
3) Und es herrschte Vollbeschäftigung, d.h. jeder hatte eine Arbeit in der DDR
(…aber es gab natürlich auch Frauen, die wegen der Kinder halbtags arbeiteten oder zu Hause blieben, ohne daß Familie finanziell darunter leiden mußte.)
4) Eine Monatsmiete für eine Dreiraum-Neubauwohnung betrug so zwischen 60-80 M
5) Arztbesuche (auch Zahnarzt) und Krankenhausaufenthalt, sowie Heilbehandlungen und Kuren waren kostenlos
6) Ein halber Liter Milch kostete 56 Pfennig, ein Brötchen einen Fünfer, eine Briefmarke kostete (ebenso wie eine Straßenbahn- oder S-Bahnfahrt durch die ganze Stadt) nur 20 Pfennig. So war das! Und die Einzelhandelspreise in der DDR waren überall gleich.

Das Kind als Rechtsperson

Grundlage für die Stellung von Ehe und Familie in unserem sozialistischen Staat bildet Artikel 38 der sozialistischen Verfassung der DDR vom 6.4.1968 in der Fassung des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung der Verfassung der DDR vom 7.10.1974. Er garantiert die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Unterstützung kinderreicher Familien, und den besonderen Schutz von Mutter und Kind. Recht und vornehmste Pflicht der Eltern ist es, „ihre Kinder zu gesunden und lebensfrohen, tüchtigen und allseitig gebildeten Menschen, zu staatsbewußten Bürgern zu erziehen.“

Verkehrserziehung
Die rechtliche Stellung des Kindes und die Ausgestaltung seiner Rechte und Pflichten sind im Familiengesetzbuch der DDR ( FGB ) vom 20.12. 1965 (GBI. l 1966 S.1; in Kraft seit dem 1.4.1966) und im Zivilgesetzbuch der DDR ( ZGB ) vom 19.6.1975(GBI. I S.465; in Kraft seitdem 1.1.1976) geregelt. Bedeutsam sind ferner das Gesetz über die Teilnahme der Jugend an der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft und ihre allseitige Förderung in der DDR – Jugendgesetz – vom 28.1.1974 (GBI. l S.45; in Kraft seit dem 1.Februar 1974), das Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem vom 25.2.1965 (GBI. l S.83) sowie die Jugendhilfeverordnung vom 3.3.1966 (GBI. II S. 215) mit den dazu ergangenen Durchführungsbestimmungen, insbes. aber der gemeinsame Beschluß des ZK der SED, des Bundesvorstandes des FDGB und des Ministerrats der DDR vom 27.4.1972 über sozialpolitische Maßnahmen in Durchführung der auf dem VIII. Parteitag beschlossenen Hauptaufgabe des Fünfjahrplans und der Beschluß über die weitere planmäßige Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen im Zeitraum 1976-1980 vom 27.5.1976.

Staatliche Beihilfen für Mutter und Kind

Staatliche Geburtenbeihilfe. In Verwirklichung des Beschlusses vom 27.4.1972 über sozialpolitische Maßnahmen entsprechend der auf dem VIII. Parteitag beschlossenen Hauptaufgabe erhalten ab 1.Juli 1972 alle Frauen bei der Geburt jedes Kindes eine Beihilfe in Höhe von 1000 M. Diese wird gegen Vorlage der von der zuständigen Schwangeren-beratungsstelle ausgestellten Mütterkarte in Teilbeträgen – gebunden an bestimmte Termine zur Vorstellung in der Schwangeren- bzw. Mütterberatungsstelle – ausgezahlt (VO über die Erhöhung der staatlichen Geburtenbeihilfe und die Verlängerung des Wochenurlaubs vom 10.5.1972, GBI. ll S.314). Stillende Mütter erhalten außerdem während der ersten 6 Lebensmonate des Säuglings monatlich 10 M Stillgeld.

Staatliches Kindergeld. Bürger der DDR, die ihren Wohnsitz in der Deutschen Demokratischen Republik haben, erhalten für ihre dem Haushalt angehörenden Kinder ein staatliches Kindergeld (§1 Abs.1 der VO über die Gewährung eines Staatlichen Kindergeldes sowie die besondere Unterstützung kinderreicher Familien und alleinstehender Bürger mit 3 Kindern vom 4.12.1975, GBI.I 1976 S.52). Das staatliche Kindergeld beträgt entsprechend der Anzahl der dem Haushalt angehörenden wirtschaftlich noch nicht selbständigen Kinder für das 1. und 2.Kind monatlich jeweils 20 M, für das 3.Kind monatlich 50 M, für das 4.Kind monatlich 60 M und für das 5. und jedes weitere Kind monatlich 70 M (§ 3 der VO vom 4.12.1975). Das staatliche Kindergeld (–> Tabelle 43) wird grundsätzlich gewährt bis zum Abschluß einer allgemeinbildenden Schule und muß vom Vater oder der Mutter bei der für sie zuständigen Auszahlungsstelle (Betrieb, Universität, Produktionsgenossenschaft, SV, Staatliche Versicherung usw.) beantragt werden.
Ausfahrt
Studentinnen im Direktstudium und im Forschungsstudium der Universitäten, Hoch- und Fachschulen erhalten während des Studiums für jedes zu versorgende Kind einen monatlichen Zuschuß von 50 M (AO vom 10.5.1972, GBI.II S.321).

Bei vorübergehender Abwesenheit der Kinder vom elterlichen Haushalt wird das Kindergeld unter bestimmten Voraussetzungen weitergezahlt, z.B. bei auswärtigem Schulbesuch, auswärtiger Berufsausbildung, Abwesenheit für die Zeit einer Krankheit der Mutter oder des Vaters, getrennter Unterbringung der Kinder wegen z.Z. nicht zu beseitigender unzulänglicher Wohnverhältnisse, Heimunterbringung der Kinder wegen Berufstätigkeit beider Elternteile, Unterbringung in Krankenanstalten, ärztliche Trennungsanordnung wegen Krankheit.

Mütterunterstützung nach Ablauf des Wochenurlaubs. Werktätige Mütter können nach Ablauf des Wochenurlaubs für das 2. und jedes weitere geborene Kind bis zum Ende des 1. Lebensjahres des zuletzt geborenen Kindes bezahlte Freistellung von der Arbeit in Anspruch nehmen, wenn sie dieses Kind in häuslicher Pflege selbst betreuen wollen. Für die Dauer dieser Freistellung zahlt die Sozialversicherung eine monatliche Mütterunterstützung, und zwar in Höhe des Krankengeldes, auf das die Mutter bei eigener Arbeitsunfähigkeit ab 7.Woche der Arbeitsunfähigkeit im Kalenderjahr Anspruch hätte, mindestens aber für vollbeschäftigte Mütter mit 2 Kindern 300 M, mit 3 und mehr Kindern 350 M. Diese Mindestbeträge gelten für Mütter, die bis zum Beginn des Schwangerschaftsurlaubs teilbeschäftigt waren, anteilig (§§ 46, 47 der Verordnung zur Sozialpflichtversicherung der Arbeiter und Angestellten – SVO – vom 17.11.1977, GBI.I, S.373). Die Mütterunterstützung wird auf Antrag gewährt; derselbe ist an die Stelle zu richten, die für die Zahlung des Schwangerschafts- und Wochengeldes zuständig ist.
BabybadenMonatlicher Zuschuß zum Familienaufwand. Mütter mit einem Kind bis zu 3 Jahren, die wegen der Geburt desselben vorübergehend ihre Berufstätigkeit unterbrechen mußten, weil kein Krippenplatz zur Verfügung gestellt werden konnte, haben bei der Geburt eines weiteren Kindes während dieser Unterbrechung, längstens bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres des zuletzt geborenen Kindes, Anspruch auf einen monatlichen Zuschuß der Sozialversicherung zum Familienaufwand in Höhe von 200 M, sofern kein Anspruch auf Mütterunterstützung besteht. Mütter, die vor der Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit teilbeschäftigt waren, erhalten den Zuschuß anteilig. Der Zuschuß ist bei der zuständigen Dienststelle der Sozialversicherung zu beantragen (§§ 54, 55 SVO).

Unterstützung bei Freistellung von der Arbeit zwecks Betreuung der Kinder bei Erkrankung des nichtberufstätigen Ehegatten. Werktätige sind für die erforderliche Zeit von der Arbeit freizustellen, wenn bei Erkrankung des Ehegatten die notwendige Betreuung der zum Haushalt gehörenden Kinder durch diesen entsprechend ärztlicher Bescheinigung nicht möglich ist und auch durch andere nicht erfolgen kann. Ist der erkrankte Ehegatte nicht berufstätig, erhält der freigestellte Werktätige für die Dauer der Freistellung, längstens jedoch für 4 Wochen im Kalenderjahr, von der Sozialversicherung eine Unterstützung in Höhe des Krankengeldes, auf das er bei eigener Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit ab 7.Woche der Arbeitsunfähigkeit im Kalenderjahr Anspruch hat. Ist die Freistellung nur für einen Teil der täglichen Arbeitszeit erforderlich, wird die Unterstützung je Arbeitstag für die Dauer der ausfallenden Arbeitszeit anteilig gewährt (§ 43 SVO).

FAZIT: Die DDR war ein kinderfreundliches Land!

Quelle:
Kleine Enzykopädie „Das Kind“, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig (DDR), S.114ff.

—> siehe auch: Das Kind als Staatsbürger

Nachtrag:
…und noch eins, liebe Leute, wenn Ihr immer nur nach der Höhe des Kindergeldes in der DDR guckt, dann fragt lieber mal danach, WARUM das so war! Warum war die DDR so ein kinderfreundliches Land? Zukunftsängste gab es damals nicht. Da mußten sich die Muttis keine Sorgen machen um die Entwicklung ihrer Kinder. Da gab es keine Kinderarmut, keine Sozialkaufhäuser und auch keine „Tafeln“. Und erst recht keine „Straßenkinder“! Die Betreuung in den Kinderheimen auf Kosten des Staates war sehr fürsorglich. „Kindesmißbrauch“ war bei uns ein Fremdwort. Da mußte man keine Zuschüsse „für Teilhabe“ beantragen, und kein Kind wurde benachteiligt. Bildung, Freizeit- und Feriengestaltung war für alle Kinder kostenlos. Und warum war das wohl so? Ganz einfach: Die DDR war ein SOZIALISTISCHES LAND. Und im Sozialismus ist nämlich alles ein bißchen anders. Da gehörten die Produktionsmittel dem Volk, und nicht irgendwelchen Privatleuten. Die verwenden sie nur, um selber damit Kohle zu machen. Das ist der Unterschied! Da kann alles geplant werden, heute eher nicht. In der DDR kamen die Gewinne denen zugute, die sie erwirtschaftet hatten – den Arbeitern, den Werktätigen! Solche Schmarotzer, die die Profite aus der Arbeit anderer Leute auf ihr eigenes Konto leiten, gab es bei uns damals nicht. Auch die Parteifunktionäre konnten nicht reich werden, die hatten nämlich auch nur ihr Gehalt. Millionäre hatten wir damals nicht, nicht mal Honecker war einer! Soviel mal zum Nachdenken!

Eine Buchempfehlung:
Wider die Verleumdungen des ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Prof.Böhmer: „Für manche ostdeutsche Frau ist die Kindstötung anscheinend ein Mittel der Familienplanung.“(zitiert nach „junge Welt“ 21.01.2011, S.15)

Heike Walter: Abgebrochen – Frauen aus der DDR berichten. Verlag neues leben, Berlin 2010, 192 Seiten, 12,95 Euro * (Mit einem Vorwort des Sozialwissenschaftlers Prof. Kurt Starke) –> hier

(Dr.Heike Walter, geb. 1960 in Naumburg/Saale, promovierte Zahnärztin, Studium in Moskau und Leningrad, Arbeit in einer Poliklinik in Magdeburg, heute eigene Praxis in Rheinland-Pfalz, verheiratet, zwei Kinder.)

Weitere Beiträge:
Die Sozialpolitik der DDR
Was ist sozialistische Planwirtschaft?
Kinderkrippen in der DDR
Das Volksbildungssystem in der DDR
Leben in der DDR – Lebensweise und Familie
Erich Honecker: Für ein kinderfreundliches Land
Kinderferien in der DDR
Die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft
Das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR
Gab es einen Sozialismus in der DDR?

Glück und Gesundheit

Im heutigen Rußland, so sagt man, beträgt die Lebenserwartung der einfachen Menschen gerade mal 60 Jahre. Das ist nur ein Merkmal der mörderischen Lebensumstände, die seit der Konterrevolution 1990 in diesem Land herrschen. Da es auf der anderen Seite den Oligarchen immer besser geht, das beweist nur einmal mehr, wie ungerecht die herrschenden Verhältnisse sind. Über den Zusammenhang zwischen den Lebensumständen und der Gesundheit der Menschen hat sich Prof. Erich Hanke bereits in seinem 1987 erschienenen Buch „Ins nächste Jahrhundert“ [1] Gedanken gemacht. Wenngleich vieles anders kam, als damals zu erwarten, so besitzen doch seine Feststellungen auch heute noch unbestrittene Gültigkeit.
Hanke
Prof.Dr. Erich Hanke (Jg.1911) war ein Kampfgenosse Erich Honeckers. Bis zu seiner Emeritierung 1962 war er Professor für Dialektischen und Historischen Materialismus.

Kapitalismus oder Sozialismus – was ist besser?

Ein sehr großer Teil unseres Glücks beruht auf der Gesundheit. Insofern sind die Lebenswerte des Volkes auch weitgehend nach ihrem Gesundheitszustand, nach ihrer mittleren Lebenserwartung und der gesundheitlichen Betreuung einzuschätzen. Die Statistiken weisen aus, daß die Armen in den kapitalistischen Ländern früher sterben. Sie neigen, im Vergleich mit der Oberschicht, in verstärktem Maße zu hohem Blutdruck, zur Blutarmut, zu Zahnverfall, Unterernährung, Lungen-, Herz- und Geisteskrankheiten. Besonders betroffen sind die Menschen aus den Wohngegenden der Armen. Im reichsten kapitalistischen Land, in den USA, starben 1976 in New York insgesamt 10,5 pro tausend Einwohner. In Harlem lag die Todesrate um fast 50 Prozent höher, nämlich bei 14,5 Prozent. Auch die Säuglingssterblichkeit war höher. Sie betrug in Harlem auf tausend Geburten 42,8, in ganz New York hingegen 19.

Soziale Sicherheit, sichere Arbeitsplätze und stabile Preise bestimmen entscheidend das Glücksgefühl. Der Imperialismus hat aber die soziale Unsicherheit der Arbeiter, Bauern und anderen Werktätigen so verschärft, daß sie bei vielen Beunruhigung, Verunsicherung, psychische Verkrampfungen auslöst, was nicht nur zu Depressionen, zu Gefühlen der sozialen Diskriminierung, sondern oft auch zu ernsten gesundheitlichen Störungen führt.

Während die herrschende Oberschicht in den kapitalistischen Ländern im stillen Grün der Villenviertel und in der Privatpraxis des Arztes ihre Gesundheit erhalten kann, bleiben den Werktätigen lärmerfüllte und stinkende Häuserkonzentrationen und medizinische Einrichtungen, in denen als erstes nach der Versicherungsart gefragt wird. Selbst in den meisten entwickelten kapitalistischen Ländern ist Krankheit ein unbezahlbarer Luxus. In Belgien z. B. mußte 1977 ein Patient für eine Konsultation bei einem praktischen Arzt 170 Franken bezahlen. In Kanada kostet ein Tag Krankenhausaufenthalt 130 Dollar. In den USA sind die Ausgaben für die medizinische Betreuung sprunghaft angewachsen. Für eine Gallenblasenoperation, die im Jahre 1950 noch 361 Dollar kostete, mußten im Jahre 1977 bereits 2.208 Dollar bezahlt werden. Von 1950 bis 1981 stiegen die Kosten für den Krankenhausaufenthalt auf über das Zehnfache: auf 300 Dollar täglich. Eine einfache Untersuchung kostet bis zu 150 Dollar.[2]

Die »New York Times« vermerkt, daß aufgrund des jährlichen Ansteigens der Kosten um 15 Prozent zu errechnen ist, wann der Krankenhausaufenthalt für einen Tag 500 Dollar beträgt. Ein Patient, der in einem New Yorker Krankenhaus zwei Monate verbringen mußte, erhielt eine Rechnung in Höhe von 22.147 Dollar. Die Situation wird durch die Inflation und Streichung der staatlichen Sozialausgaben noch verschärft, besonders seit dem Übergang der USA zur Hochrüstung.

In der BRD, in der sich die Werktätigen größere soziale Rechte erkämpften, erhöhten sich die Krankenkassenbeiträge von 1960 bis 1976 auf das Doppelte. Im Jahre 1976 betrugen die Beiträge 12 Prozent des Einkommens. Inzwischen machen »Sparprogramme« und Sozialabbau die Lebenslage der Werktätigen der BRD immer schwieriger.

Soziale Sicherheit und die wachsenden Leistungen des Gesundheitswesens in den sozialistischen Ländern zeigen auch hier die Überlegenheit des Sozialismus. In den sozialistischen Ländern sind die Behandlungen in Krankenhäusern und Kliniken, Arztbesuche und Krankentransporte kostenlos. (…)

Der Kampf gegen ein inhaltsloses, nicht sinnerfülltes Leben, für eine menschenwürdige Perspektive gewinnt wachsende Bedeutung. Dieser Kampf erfaßt auch Menschen, deren materielle Lage zufriedenstellend und gesichert ist. Aber das Gefühl der inneren Leere, des unbefriedigten Seins, der Orientierungslosigkeit wird auch für sie immer unerträglicher. Und sie empören sich gegen Auswirkungen einer überlebten, in Fäulnis befindlichen Gesellschaftsordnung. Die primitiven Formen des Protestes gegen die Öde des Daseins im Kapitalismus, z. B. die Flucht in den Alkohol oder in die Drogen, stellen natürlich keinen Ausweg dar. Die Kraftquellen liegen vielmehr im Erkennen der gesellschaftlichen Ursachen und im bewußten Handeln zur Überwindung gesellschaftlicher Zustände, die für ein menschenunwürdiges Dasein verantwortlich sind.

Quellen:
[1] Erich Hanke, Ins nächste Jahrhundert, Urania-Verlag (DDR), 1987, S.158-164.
[2] Siehe Neues Deutschland,26./27.9.1981

P.S. Das stimmt!
—> Es gibt eine Alternative…
—> Sozialismus in der DDR

—> Der Sozialismus war und ist lebensfähig!

Eine wissenschaftliche Weltanschauung

Es fällt immer wieder auf, daß in der heutigen Gesellschaft unter den denkenden Menschen eine durch die bürgerliche Desorientierung erzeugte Unwissenheit, Unklarheit, um nicht zu sagen – geistige Verwirrung herrscht. Nicht jede geschraubte, intellektuelle Gedanken-windung verdient es, „wissenschaftlich“ genannt zu werden. Natürlich ist es nicht immer leicht, Wesentliches vom Unwesentlichen zu trennen und die komplizierte Dialektik historischer Zusammenhänge zu begreifen. Das fängt schon bei den einfachsten Begriffen an, die undeutlich, verwirrend oder demagogisch, ja sogar rassistisch sind. (Haben Sie schon mal gesagt: „getürkt“?) Über den allgemeinen BILDungszustand der Bevölkerung sind ohnehin schon genügend Worte verloren worden. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn plötzlich unter den lohnabhängig arbeitenden Menschen (genauer: dem Proletariat) die Erkenntnis reifen würde, wer oder was an der zunehmenden ökonomischen, politischen, ökologischen und letztlich sozialen Misere schuld ist…

Daher scheint es angebracht, an dieser Stelle für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Mal ganz abgesehen davon, daß sich die Sprengkraft dieser „Ideen“ – wie wir hier sehen – so ziemlich in Grenzen hält.
zeitzuenderWas ist also Wissenschaft?

Das „Kleine Philosophische Wörterbuch“ (Dietz Verlag Berlin/DDR, 1981) gibt dazu die folgende Auskunft:

„Wissenschaft: höchste Form der theoretischen Tätigkeit der Menschen und zugleich deren Resultat in Gestalt des aus dem gesellschaftlichen Erkennntisprozeß auf der Grundlage der Praxis hervorgehenden Systems von Erkenntnissen über die Gesetze der Natur, der Gesellschaft und des Denkens, welches in Begriffen, Aussagen und Theorien fixiert wird und seiner sozialen Funktion nach als Produktivkraft der Gesellschaft und Grundlage der Leitung gesellschaftlicher Prozesse eine wachsende Beherrschung der natürlichen und gesellschaftlichen Umwelt ermöglicht.

Die W. ist sowohl als Form der gesellschaftlichen Tätigkeit der Menschen, als soziale Institutionen wie auch als System des Wissens über die objektive Realität in den materiellen Lebensprozeß der Gesellschaft einbezogen und wird in ihren Existenzbedingungen, ihrer Entwicklung und ihrer Anwendung durch die Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse der jeweiligen ökonomischen Gesellschaftsformation bestimmt und geprägt. In diesem Sinne gibt es in der Gegenwart eine sozialistische und eine kapitalistische W., die sich wesentlich voneinander unterscheiden, weil sie Elemente entgegengesetzter Gesellschaftssysteme sind. Das bezieht sich jedoch nicht auf den objektiven Inhalt der Erkenntnisse, die eine relativ adäquate –> Widerspiegelung der Eigenschaften, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten bestimmter Objektbereiche sind.

In diesem Sinne gibt es zwar eine sozialistische und kapitalistische W. als Ganzes, aber keine sozialistische oder kapitalistische Physik, Biologie, Chemie, Kybernetik usw. Die theoretische Tätigkeit ist ein Bestandteil der geistigen Aneignung der Welt durch den Menschen. Zum Unterschied von anderen Formen der geistigen Aneignung ist sie darauf gerichtet, objektives Wissen über Natur und Gesellschaft zu produzieren, das als Grundlage zweckmäßigen Handelns der Menschen dienen kann. (…)

Wissenschaft ist methodisch gewonnenes und systematisch geordnetes Wissen; es gibt nicht nur eine –> BESCHREIBUNG von Objekten, Prozessen usw., sondern eine auf der Kenntnis von Gesetzmäßigkeiten beruhende –> ERKLÄRUNG, welche wissenschaftliche Voraussagen und damit von Kenntnissen geleitete zielstrebige praktische Tätigkeit zur Veränderung und Beherrschung von Natur und Gesellschaft ermöglicht.“

Quelle:
Kleines Philosophisches Wörterbuch, a.a.o. S.346-352.
wb

Also – LESEN !!! (Da stehen noch mehr so schöne Sachen drin.)
Lenin sagte: „Lernen, lernen und nochmals lernen!“

Der Staat — Machtinstrument der herrschenden Klasse

Wie Pseudomarxisten und intellektuelle Spinner der jungen, erkenntnissüchtigen geistigen „Elite“ neuzeitlicher Politikseminare den Kopf vernebeln können, zeigt der nachfolgende Ausschnitt aus einem Beitrag, der offenbar von einem gewissen Dr.Karl Held stammt. Selbiger, angeblich ein Marxist, aber doch wiederum keiner, da er sich von Marx längst entfernt hat, schreibt in Resultate Nr.3, Theoretisches Organ der MARXISTISCHEN GRUPPE folgendes über den bürgerlichen Staat:
Mistbild

In diesem krausen und verwirrenden Stile geht es seitenweise fort und fort — weit weg vom Marxismus-Leninismus. Doch nun genug von diesem pseudowissenschaftlichen Geschwätz! Das ist nichts als eine geistige Manipulierung. Bei Lenin lesen wir:

„Der Staat — ein Produkt der Unversöhnlichkeit der Klassengegensätze

Mit der Lehre von Marx geschieht jetzt dasselbe, was in der Geschichte wiederholt mit den Lehren revolutionärer Denker und Führer der unterdrückten Klassen in ihrem Befreiungskampf geschah. Die großen Revolutionäre wurden zu Lebzeiten von den unterdrückenden Klassen ständig verfolgt, die ihrer Lehre mit wildestem Ingrimm und wütendstem Haß begegneten, mit zügellosen Lügen und Verleumdungen gegen sie zu Felde zogen. Nach ihrem Tode versucht man, sie in harmlose Götzen zu verwandeln, sie sozusagen heiligzusprechen, man gesteht ihrem Namen einen gewissen Ruhm zu zur »Tröstung« und Betörung der unterdrückten Klassen, wobei man ihre revolutionäre Lehre des Inhalts beraubt, ihr die revolutionäre Spitze abbricht, sie vulgarisiert. Bei solch einer »Bearbeitung« des Marxismus findet sich jetzt die Bourgeoisie mit den Opportunisten innerhalb der Arbeiterbewegung zusammen. Man vergißt, verdrängt und entstellt die revolutionäre Seite der Lehre, ihren revolutionären Geist. Man schiebt in den Vordergrund, man rühmt das, was für die Bourgeoisie annehmbar ist oder annehmbar erscheint. Alle Sozialchauvinisten sind heutzutage »Marxisten« — Spaß beiseite! …
Bei dieser Sachlage, bei der unerhörten Verbreitung, die die Entstellungen des Marxismus gefunden haben, besteht unsere Aufgabe in erster Linie in der Wiederherstellung der wahren Marxschen Lehre vom Staat.“
[1]

Und im Kleinen Politischen Wörterbuch finden wir dann die folgende kurze Erklärung (Ausschnitt), was unter einem Staat zu verstehen ist:
WB
(Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag 1967, S.623)

Quelle:
[1] W.I. Lenin: Staat und Revolution, Ausgew.Werke, Bd.III, S.467.

Siehe auch: Bourgeoisie und Kleinbürgertum

Nachsatz:
Zugegeben — witzig, klug und streitbar war Karl Held allemal, und einigen Dichtern und Dumpfbacken der „linken“ Szene weitaus überlegen. Dennoch: das obige Zitat ist, wie der ganze Text (hier), keineswegs von jener pragmatischen Einfachheit und sprachlichen Präzision, wie wir sie bspw. in Lenins Texten finden. Und zu jener Zeit gab es durchaus auch „…genügend lauthalse Redner, die bei der studentischen Jugend beliebt waren, mit denen man nicht so leicht fertig wurde in Anbetracht der prasselnden Leere ihrer Phraseologie, die jedoch der mittleren Universitätsintelligenz angepaßt waren. Wladimir Iljitsch sah es oft einfach als Zeitvergeudung an, in solchen Versammlungen zu sprechen.“
(A.Lunatscharski: Wie war Lenin? APN-Verlag, Moskau, 1981, S.85f.)

—> Sprache und Stil Lenins
–> Der Marxismus-Leninismus – eine interessante Wissenschaft mit revolutionärer Perspektive

Siehe auch:
Friedrich Engels: Über den Staat