Libyen – was ist bekannt?

Was ist Libyen?

Nichts genaues weiß man nicht…oder doch? Nachdem in den Rundfunksendern Kommentare verbreitet wurden über den „Diktator“ Ghadaffi, der in Libyen sein „Unwesen treibt“, und der „sein Volk abschlachtet“, begann das verlogene Gerede über eine „Flugverbotszone“, angeblich um das Volk zu schützen und die „Opposition“ zu unterstützen (was erst mit einem UN-Beschluß möglich sei), das gipfelte dann in einer „Allianz der Willigen“ zur „internationalen Hilfe“ für das libysche Volk – was nichts anderes bedeutet als das direkte militärische Eingreifen der imperialistischen Länder unter Führung der USA, Bombardement und Raketenbeschuß von Tripoli und anderen Städten dieses Landes, eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten, bis hin zu der irrsinnigen Erklärung, es habe Kritik an der „Zurückhaltung“ der BRD gegeben.

a) Wirtschaft, Allgemeines: Libyen ist ein Industrie-Agrar-Land mit entwickelter Erdölindustrie. Die Erdölgewinnung hat einen Anteil von 53% am Bruttosozialprodukt (1982). Es gehört zu den bedeutendsten erdölfördernden Ländern der Welt. Die hohen Einnahmen aus dem Erdölexport (1983: 10 Mrd. US-$) gestatten umfangreiche Investitionen in Industrie, Landwirtschaft und Infrastruktur sowie weitgehende Leistungen im sozialen Bereich. Einen noch geringen Anteil an der Bildung des Bruttosozialproduktes haben die Landwirtschaft (1982: 1,9%), die verarbeitende Industrie (2,8 %) und das Transportwesen (4,7 %).
Libyenbildb) Nationalisierungsmaßnahmen: Nach dem Sturz der Monarchie am 1. Sept. 1969 durch junge patriotische Offiziere erwies sich die Auseinandersetzung mit dem Auslandskapital als Schlüsselproblem für die wirtschaftliche Entwicklung Libyens. Ausländisches Kapital im Finanz-, Handels- und Dienstleistungssektor sowie in der Landwirtschaft wurde verstaatlicht. Durch schrittweise Nationalisierungsmaßnahmen seit 1971 wurde die Dominanz des Auslandskapitals in der Erdölwirtschaft beseitigt. Diese Veränderungen der sozialökonomischen Verhältnisse führten zur Herausbildung eines relativ starken staatlichen Sektors, der gegenwärtig über 90% aller Produktionsmittel der verarbeitenden Industrie verfügt sowie 70% der Erdölförderung erbringt. Die seit 1969 eingeleitete Entwicklungsstrategie zielt darauf ab, die Rohölproduktion auf ein ökonomisch und technisch vernünftiges Niveau zu begrenzen, höhere Gewinne aus der Erdölproduktion zu realisieren, den Erdölsektor in die Volkswirtschaft zu integrieren sowie die Wirtschaft vielseitiger zu gestalten.
Ghadaffi_SarkozyGhadaffi kauft Waffen in Frankreich

c) Lage der Werktätigen: Ein besonderes Problem der libyschen Wirtschaft stellt die Arbeitskräftesituation dar. 1982 waren 45,7% der 1.083.700 Gesamtbeschäftigten Ausländer. Die stetige Steigerung des Nationaleinkommens, zurückzuführen auf auf die hohen Einnahmen aus dem Erdölexport, gestatten der libyschen Führung großzügige soziale Maßnahmen zum Wohle der libyschen Bürger. Das Pro-Kopf-Einkommenstieg von 6.450 US-$ 1978 auf 9.000 US-$ 1983. Die Mieten und Preise für bestimmte Nahrungsmittel werden subventioniert. Der 8-Stunden-Tag wurde realisiert, der Mindestverdienst und die Renten wurden kontinuierlich erhöht. Fortschritte wurden bei der Gleichberechtigung der Frau in der libyschen Gesellschaft – inbesondere im Bildungswesen – erzielt.
Tripolid) Ressourcen: Die Bodenschätze sind nur zum Teil erkundet. Außer Erdöl und Erdgas werden Gips, Kalkstein, Ton, Kalisalz, Marmor und Pottasche abgebaut. Der Abbau von Eisenerz, Phosphaten, Uran, Bauxit, Kupfer und Zinn ist vorgesehen. Libyen verfügt über rd. 3,4 Mrd. t Erdölvorräte und Erdgasvorkommen, die auf 695 Mrd. m3 veranschlagt werden.

e) Industrie: Die Entwicklung der Wirtschaft wird in hohem Maße von der Erdöl- und Erdgasförderindustrie bestimmt. Vor 1969 waren 42 ausländische Erdölgesellschaften in Libyen tätig. Seit Sept. 1973 müssen sämtliche ausländischen Erdölkonzerne dem Staat eine Mindestbeteiligung von 51% einräumen. Über die 1973 geschaffene libysche Erdölgesellschaft Libyan National Oil Co. (LNOC) kontrolliert der Staat mehr als zwei Drittel der Erdölproduktion des Landes. Libyen kann seinen Bedarf an verarbeiteten Erdölprodukten vollständig decken und große Mengen exportieren.
Erdöl(Quelle: Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch, Verlag Die Wirtschaft, Berlin (DDR), 1985)

Anmerkung:
Natürlich sind diese Angaben längst überholt, doch daraus ergibt sich, daß Libyen auch in der Vergangenheit nicht bereit war, sich dem Diktat der imperialistischen Mächte beugen.

Siehe auch:
So grausam war Ghadaffi…

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