Boris Polewoj – von Leipzig nach Nürnberg

In seinem Vorwort zu seinem Nürnberger Tagebuch schreibt der sowjetische Schriftsteller und Journalist Boris Polewoj:

Kein Prozeß in der Geschichte hat in der internationalen Öffentlichkeit so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt wie der Nürnberger Prozeß gegen die Nazirädelsführer, die Hauptkriegsverbrecher des zweiten Weltkriegs. Schließlich ging es nicht nur um das ungeheure Ausmaß der Verbrechen, die der Nazimsus an der Menschheit verübt hatte und die der Welt im Laufe des Prozesses enthüllt wurden.
BorisPolewojBoris Polewoj (1908-1981)

Erstmals in der Geschichte der Menschheit saßen Kriegsverbrecher auf der Anklagebank: Die Völker, die Hilters Armeen zerschlagen hatten, richteten die Führer des aggressivsten imperialistischen Staates. Vor aller Welt entlarvt und angeprangert wurde die Naziideologie, dieses Kernstück imperialistischer Ideologie, und an den Naziführernm wurde der Beschluß des Internationalen Militärgerichtshofes die verdiente Strafe vollzogen. Nicht zuletzt zeigte dieser Prozeß, von welch tödlicher Gefahr die Waffentat der Sowjetarmee die Menschheit befreit hatte. (…)

Dagegen erscheinen im Westen in jüngster Zeit Bücher, deren Verfasser die Urteile des Internationalen Militärgerichtshofes in Frage stellen und den Prozeß selbst als geschichtlichen Irrtum auslegen. So westliche Journalisten. So die Anwälte der Verurteilten. So auch die Verurteilten selbst, die ihre Haftzeit verbüßt haben und aufs neue angesehene Bürger der Bundesrepublik Deutschland wurden.

* * *

Bei seinen Vorbereitungen zur Fahrt nach Nürnberg traf Polewoj noch einmal mit dem bulgarischen Arbeiterführer Georgi Dimitroff zusammen. Über diese denkwürdige Begegnung schrieb er in seinem Nürnberger Tagebuch:

Während des Krieges pflegten meine Kollegen Journalisten weidlich zu spotten, sobald ich in freien Stunden Tagebuch führte. Jetzt, wo das schlechte Wetter mich in Sofia festhält und für die «Prawda» nichts zu schreiben ist, nehme ich es mir erneut vor.

Übrigens war der heutige Tag nicht vertan. Ich war noch einmal bei Georgi Dimitroff. Wir hatten ein interessantes Gespräch darüber, was auf mich in Kürze zukommen würde. Ich hatte mich bei ihm verabschieden wollen und ihn gebeten, mich zu empfangen. Er hatte zugesagt. Im Dienstzimmer wirkte Dimitroff anders als zu Hause, größer, stattlicher. Sein Gesicht, gesammelt, kantig und gleichsam verjüngt, schien ein wenig abgespannt, doch der Händedruck war energisch und kräftig wie je. Er deutete auf einen Sessel am niedrigen Tischchen, nahm gegenüber Platz und schob mir die kristallene Zigarettendose zu. „Bedienen Sie sich, guter Tabak. Bulgarischer. Ich glaube, besseren gibt es nicht.“
Ich beglückwünschte ihn zu dem Sieg der Volksfront. Fragte nach den Wahlen in Plewen, er lenkte sofort ab.
GeorgiDimitrowGeorgi Dimitroff (1882-1949)

„Ich hörte, Sie fahren zur Nürnberger Verhandlung. Sie werden also meinen alten Bekannten Hermann Göring sehen? Ich würde allzugern wissen, wie sich der zweite Mann im Hitler Staat jetzt wohl aufführen mag.“ „Sein erster Richter, Georgi Michailowitsch, waren Sie ja damals in Leipzig. Ich weiß noch, wie wir Komsomolzen Ihre Polemik gegen die Staatsanwälte gelesen haben. Wie wir Ihnen in Gedanken zujubelten, als Sie dieses dicke dumme Schwein mitten in der Höhle des Löwen aufs Kreuz gelegt haben.“

Man brachte uns einen aromatischen Kaffee. Das winzige, hauchdünne Schälchen verschwand fast in Dimitroffs großer, kräftiger Hand. Für Augenblicke schloß er die müden Augen, dann sagte er nachdenklich:
„Leipzig ist nicht Nürnberg. Bedenken Sie, die Verhandlung wird keineswegs leicht sein, übrigens rate ich Ihnen, die alten Komsomolvorstellungen von unseren Feinden beizeiten aufzugeben. So einfach ist das alles nicht. Göring, natürlich, ist ein Schwein, aber dumm ist er keineswegs. Sie werden zugeben, es wäre nicht gerade eine große Ehre für mich, hätte ich mich damals in Leipzig lediglich gegen dummes Viehzeug zu wehren gehabt. Wenn Sie die Angeklagten nur als fanatische Geisteskranke darstellen, so werden Sie den Sieg unseres Volkes und der Roten Armee kaum recht würdigen können.“

Er leerte das winzige Täßchen und stellte es mit einer leichten, eleganten Bewegung auf den Tisch zurück, unwillkürlich fiel mir ein, wie er bei sich zu Hause den dicken Fayencebecher mit Wein gehalten hatte.
„Der Nazismus ist das Schlimmste, was der Imperialismus hervorgebracht hat“, fuhr er fort. „Ja, das Schlimmste. Möglicherweise scheint er dem modernen Imperialismus aber auch das Zweckmäßigste zu sein. Dann wäre Hitlers Traum, ein Naziweltreich für wenigstens die nächsten tausend Jahre zu begründen, gar nicht mal der Fieberwahn eines Verrückten, sondern jetzt vielleicht der geheime Wunschtraum des Imperialismus als sozialem System. Viele seiner aktuellen Probleme – der sozialen, nationalen, moralischen – sind ja sehr leicht zu lösen, wenn man die Völker wie Karten durcheinandermischt und Andersdenkende in Krematorien schickt.“

Dimitroff sprach flüssig, ja glänzend russisch, der bulgarische Akzent verlieh seiner Redeweise einen besonderen Reiz.
„Ich habe ja die Vorarbeiten zum Prozeß verfolgt und sage noch einmal: Die Verhandlung wird nicht leicht, vor allem hat sie nicht ihresgleichen in der Geschichte. Die Menschheit hat Kriege, geführt, solange man denken kann, doch nur zweimal wurde versucht, die Aggressoren zu verurteilen. Denken Sie nur an Napoleon, wieviel Menschenleben hat er vernichtet, wieviel Länder verwüstet! Bei uns in den slawischen Ländern wurde er der Antichrist genannt, in den Kirchen wurde er verdammt, und der Wiener Kongreß der Siegermächte versuchte, ihn zu bestrafen. Und wie ging das aus? Man schenkte dem Antichrist die Insel Elba und schuf ihm allen Komfort, damit er seine Memoiren verfassen konnte.“

Mein Gesprächspartner erhob sich, auch ich sprang auf, da die zehn Minuten, um die ich zum Abschiednehmen gebeten hatte, längst um waren. „Nein, nein, bleiben Sie sitzen. Ich möchte meinen Gedanken zu Ende bringen. 1918 hatte die Entente ebenfalls die Absicht, Wilhelm II. abzuurteilen, im Grunde aber haben ihm seine Gegner selbst die Flucht nach Holland ermöglicht, wo er sein Leben in fürstlichem Gepränge verbringen durfte. Warum? Weil die Ententemächte mit diesem Kaiser Wilhelm auch die Idee der Aggression als solcher und folglich die eigenen Ansprüche auf Eroberung und Aggression hätten verurteilen müssen. Sie fürchteten, einen Präzedenzfall zu schaffen. Sehen Sie, das sagt uns die Geschichte. Und im Volksmund heißt es: Eine Krähe hackt der ändern kein Auge aus.“

Ganz wie ein Junge hockte er sich auf den Rand des Tisches.
„Sehen Sie, was für heikle Probleme auf den Gerichtshof zukommen? Er muß einen Präzedenzfall schaffen, jegliche Aggression verdammen. Mir, Ihnen, uns Kommunisten ist das klar, doch die sowjetische Justiz hat dort nur eine Stimme unter vieren. Ihre Juristen haben ein schweres Amt. Sollte dieser Prozeß zu Ende geführt, sollten die Aggressoren verurteilt werden, die internationalen Gesetze wider die Aggression sich im Leben behaupten können, so wäre das ein großer geschichtlicher Sieg

Leise, vertraulich fügte er hinzu: „Ich hätte zu gern selbst gesehen, wie sich die Nazis dort verhalten, wie sie ihre Ideologie zu rechtfertigen und zu verteidigen suchen.“ Er blickte zur Uhr. „Entschuldigen Sie, ich habe Sie aufgehalten. Viel Erfolg!“ Als er mich zur Tür brachte, lächelte er und entblößte eine ebenmäßige Reihe weißer Zähne. Im Morgengrauen startete ich nach Deutschland.

Quelle:
Boris Polewoj, Nürnberger Tagebuch, Verlag Volk und Welt, Berlin (DDR), 1971, S.5-10.

NürnbergerProzeßNürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß 1945-46

In Nürnberg standen die hauptverantwortlichen faschistischen Politiker und Militärs vor Gericht. Die Anklage lautete auf Verschwörung und Verbrechen gegen den Frieden, gegen die Menschlichkeit und auf Kriegsverbrechen. Allerdings weigerten sich die Westmächte, auch Monopolvertreter in diese Anklage einzubeziehen. Hitler, Goebbels, Himmler und andere Hauptkriegsverbrecher waren durch Selbstmord der Verantwortung entflohen. Das Gericht fällte 12 Todesurteile, verhängte 7 Haftstrafen und entschied gegen die Stimme des sowjetischen Anklagevertreters für 3 Freisprüche. (Geschichte, Klasse 9, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1988, S.207.)

Siehe auch:
Der Nürnberger Prozeß: Epilog
Warum der Faschismus auf fruchtbaren Boden fällt…

J.R.Becher – Es war ein Leuchten in der Welt…

JRB
ES WAR EIN LEUCHTEN IN DER WELT
Leuchten
(Johannes R. Becher)

Quelle:
Johannes R.Becher, Ein Mensch unserer Zeit in seinen Gedichten,
1911-1951, Bibliothek Fortschrittlicher Schriftsteller, 1951, S.377

Anmerkung:
Johannes R.Becher (1891-1958) war ein bedeutender Repräsentant unserer sozialistischen Nationalliteratur und Kulturpolitiker. Als Sohn eines hohen Justizbeamten erhielt er eine gute Schulbildung und studierte Philosophie und Medizin. Früh schon ahnte er die Gefahr, die der deutsche Imperialismus für Europa bedeutet. In der Gedichtesammlung „Verfall und Triumph“ (1914) kämpfte er gegen den Krieg und für den Frieden. Als erster deutscher Dichter begrüßte er 1917 die Große Sozialistische Oktoberrevolution. Er wurde Mitglied des Spartakusbundes und später der KPD. Er war der erste Präsident des Kulturbundes und Präsident der Akademie der Künste sowie Minister für Kultur der DDR. (aus: Meyers Jugendlexikon, Leipzig, 1976, S.87f.)

Stalin ist der Prüfstein !

Stalin

Wladimir K.*

Hinzufügung:
Allerdings gibt es keinen Unterschied zwischen einem Antikommunisten und einem Trotzkisten. Die Anhänger von L.Trotzki haben sich zeitweise als „Kommunisten“ verkleidet. In Wahrheit entwickelte Trotzki nicht nur insgeheim, sondern immer mehr offen eine feindliche Wühltätigkeit gegen Lenin und gegen die Sowjetunion.
In Meyer’s Lexikon (Leipzig/DDR, 1980)lesen wir dazu:

Trotzki, Lew, 1879-1940 (ermordet), Sowjet. Politiker; 1917 Mitgl. der SDAPR( B ); danach in verschiedenen führenden Funktionen; entwickelte sich immer mehr zum offenen Gegner der Leninschen Politik, 1927 wegen antisowjetische Wühltätigkeit aus der KPdSU( B ) ausgeschlossen, 1929 aus der UdSSR ausgewiesen. Trotzkis Theorien sind Grundlage des Trotzkismus.

Trotzkismus: dem Marxismus-Leninismus feindliche, antisowjetische, politisch-ideologisch kleinbürgerliche Strömung; benannt nach L. Trotzki; gekennzeichnet durch Unglaube an die Kraft der Arbeiterklasse, linksradikales Abenteurertum u. pseudorevolutionäre linksopportunistische Politik; bekämpfte den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion u. die Politik der Kommunist. Internationale. Der heutige Trotzkismus dient dem Imperialismus, indem er auf die Spaltung der Arbeiterbewegung abzielt, Antisowjetismus betreibt, sowie gegen die Außenpolitik der Sozialist. Staaten u. der kommunistischen Parteien, gegen die Politik der friedlichen Koexistenz u. den Aufbau des Sozialismus u. Kommunismus auftritt.

Und im Kleinen Politischen Wörterbuch (Berlin/DDR, 1967) steht über den Begriff des
Revisionismus: antimarxistische Strömung in der internationalen Arbeiterbewegung … Der Revisionismus fordert eine Korrektur und Überprüfung der theoretischen und politischen Grundlagen des Marxismus mit dem Ziel, den revolutionären Inhalt des Marxismus zu beseitigen und durch bürgerliche Theorien zu ersetzen.

Siehe dazu auch:
1) Ljubow Pribytkowa: … und wieder mal über Stalin
2) Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden
3) Der sowjetfeindliche Verschwörer Trotzki
4) Trotzki verrät die junge Sowjetmacht
5) …ausgerechnet Trotzki verteidigt Luxemburg
6) Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
7) Das Wesen des Revisionismus

* Dies ist ein Zitat eines sowjetischen Kommunisten.

Was ist Opportunismus?

Oft liest man im Zusammenhang mit dem Wahlverhalten der Bürger oder mit Äußerungen bürgerlicher Politiker den Begriff des Opportunismus. Doch das ist nicht nur einfach so ein Schimpfwort…

Der Opportunismus [lat.] ist prinzipienloses Verhalten, Preisgabe von Grundsätzen, ist Ausdrucksform der bürgerlichen Ideologie in der Arbeiterbewegung. LENIN spricht davon, daß Opportunisten die Idee der Klassenversöhnung von Bourgeoisie und Proletariat predigen. Die politische Hauptfunktion des Opportunismus ist die Spaltung der Arbeiterbewegung und die Unterordnung der Interessen der Arbeiterklasse unter die Klasseninteressen der Bourgeoisie.

Die politisch-ideologische und theoretische Grundlage des Opportunismus ist der Revisionismus, seine praktisch-politische Umsetzung der Reformismus. Der Revisionismus fordert die Entstellung des Marxismus-Leninismus mit dem Ziel, dessen revolutionären Inhalt durch bürgerliche Theorien zu ersetzen. So leugnet der Revisionismus z.B. die Lehre vom Klassenkampf und der Diktatur des Proletariats und anerkennt den bürgerlichen Staat als Organ der Klassenversöhnung.

An die Stelle der revolutionären Beseitigung des Kapitalismus setzt er die These vom angeblichen allmählichen Durchdringen des Kapitalismus durch den Sozialismus. Er behauptet, daß der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit sich im Imperialismus immer mehr abschwäche und demzufolge zu einer Annäherung der Klassen führe. Die opportunistischen Anschauungen in der Arbeiterbewegung, ihre pseudowissenschaftliche Begründung und ihre praktische politische Umsetzung – hauptsächlich durch die rechten Führer der Sozialdemokratie vertreten – bedeuten eine offene Abkehr vom Marxismus-Leninismus und ein Paktieren mit der imperialistischen Bourgeoisie. Das Vertreten der Positionen des Antikommunismus und die Tarnung dieser Anschauungen mit pseudosozialistischer Terminologie kennzeichnet den Opportunismus als besonders gefährlich. Deshalb muß er ständig widerlegt und bekämpft werden.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 477.

Atomkatastrophe Fukushima

Während sich gerade in Japan die bisher größte atomare Katastrophe ereignet, wird in den Blogs und den Medien über alles mögliche geredet…
Fukushima

Der bevorstehende Schaden nimmt apokalyptische Ausmaße an. In den vier betroffenen Reaktoren lagert, verglichen zum Tschernobyl-Reaktor, der vor 25 Jahren in der Ukraine explodierte, mindestens die 120-fache Menge an radioaktivem Material. Dazu kommt noch die dreifache Menge der ausgedienten Brennelemente in den jeweiligen Abklingbecken, die ebenfalls ständig gekühlt werden müssen. Ohne Kühlung kommt es auch hier zu Bränden und zur Schmelze.

Die gewaltige Menge an Radioaktivität, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den nächsten Stunden, Tagen und Wochen austritt, wird zu einer unvorstellbaren Verseuchung führen und Teile Japans auf Jahrzehnte unbewohnbar machen.

http://umweltinstitut.org/

Anmerkung:
Man wird die Gründe für diese atomare Katastrophe im AKW Fukushima nicht verstehen, wenn man die Zusammenhänge nicht kennt. Dieses Atomkraftwerk war mit 4,5 Gigawatt elektrischer Nettoleistung eines der leistungsstärksten japanischen Atomkraftwerke! Die Energiekonzerne fürchteten hier um ihre Milliardengewinne.  Genauso auch in der BRD. Allein mit einem dieser abgeschriebenen Atomkraftwerke läßt sich etwa eine Million Euro täglich verdienen. (siehe: Süddeutsche Zeitung, 15.03.2011) Genau das ist auch der Grund, warum die deutsche Bundesregierung im Jahre 2010 die Laufzeiten der AKW verlängern ließ, und warum sie sich heute einer sofortigen Abschaltung sämtlicher Kernkraftwerke zu entziehen versucht. Die Atomlobby führt inzwischen unzählige unhaltbare „Argumente“ auf, um dies zu verhindern. Hier sind ein paar dieser Lügen:
– falsch ist: beim Abschalten der Atomkraftwerke gehen die Lichter aus,
– falsch ist: die deutschen Atomkraftwerke sind die sichersten der Welt,
– falsch ist: der Anteil des Atomstroms beträgt ein Viertel,
– falsch ist: „erbitterter Widerstand“ der Opposition gegen die Abschaltung,
– falsch ist: Atomstrom ist umweltfreundlich, weil CO2-frei
– falsch ist: Atomenergie ist eine „Brückentechnologie“
– falsch ist: Der Verzicht auf Atomenergie führt zur „Verspargelung der Landschaft“,
– falsch ist: mit der AKW-Abschaltung sind die Gefahren durch Kernenergie beseitigt…

Und zwei Jahre später:
noaawater
Quelle: beforeitsnews.com

Mehr dazu siehe:
* Die Atomloby lügt!
* Argumente gegen Atomenergie
* Lügen und Beschwichtigungen
* Imperialistische Profitgier

Falsch ist außerdem: „die Sowjetunion (1986) war ein rückständiges Land“, und der „Kernreaktor Tschernobyl war ein Schrottreaktor“. Die Sowjetunion befand sich bekanntlich nicht erst seit dem Regierungsantritt des Volksfeindes und Antikommunisten Gorbatschow in zunehmender Auflösung. Karrieristen waren an die Macht gelangt. Sie belogen und unterdrückten das sowjetische Volk, und sie begannen bereits, Teile des Volkseigentums zu verschachtern. Doch die Sowjetunion war bis dahin eines der fortgeschrittensten Länder der Welt. (siehe: Der Weg der Sowjetunion zum Sieg des Sozialismus und interessant ist auch:
Die Schwierigkeiten der Sowjetunion)

Erinnert sei hier wiederum an das Zitat von Karl Marx im „Kapital“ Bd.I, S.788. Wer es noch nicht kennt – bitte, hier ist es:
Dunning

Lenin und die Revolution

Bereits in seinen früheren Werken hatte Lenin die Grundfrage der marxistischen Staatstheorie gestellt, die Frage der Diktatur des Proletariats. Der imperialistische Krieg hatte eine revolutionäre Situation geschaffen, die proletarische Revolution war auf die Tagesordnung gestellt worden. Die Verräter der Arbeiterklasse, die Opportunisten, bemühten sich gerade damals auf jede Weise, die grundlegende Frage der Diktatur des Proletariats aus dem Marxismus zu entfernen. Angesichts der geschichtlichen Situation war das für die Arbeiterbewegung praktisch und theoretisch höchst gefährlich.
Lenin wandte sich deshalb diesen Fragen erneut mit großer Energie zu.

Lenin_BibliothekWladimir Iljitsch Lenin (1870-1924)

Alles, was Marx und Engels über den Staat geschrieben hatten, studierte er sorgfältig. Auf dieser Grundlage reinigte er die marxistische Lehre vom Staat von den opportunistischen Entstellungen und entwickelte sie weiter, bereicherte sie um die neuen Erfahrungen des proletarischen Klassenkampfes unter den Bedingungen des Imperialismus. Das Ergebnis dieser Arbeit war sein Buch „Staat und Revolution“.

Wichtig für die Propaganda der marxistischen Dialektik und ihre Bedeutung für eine richtige Politik sind Lenins Aufsätze „Die Junius-Broschüre“ (1916) und die „Briefe über die Taktik“ (1917). In diesen Arbeiten wendet er sich vor allem gegen das Aufstellen von abstrakten, lebensfernen Formeln, die nicht mit der bunten Mannigfaltigkeit und Kompliziertheit des Lebens übereinstimmen und folglich auch nicht helfen können, die revolutionäre Bewegung voranzutreiben. Lenin erläutert beharrlich den konkreten Charakter der Wahrheit.

„Der Marxismus verlangt von uns die genaueste, objektiv nachprüfbare Analyse des Wechselverhältnisses der Klassen und der konkreten Besonderheiten jedes geschichtlichen Ausblicks. Wir Bolschewiki waren stets bestrebt, dieser vom Standpunkt jeder wissenschaftlichen Begründung der Politik ganz unerläßlichen Forderung gerecht zu werden. ‚Unsere Lehre ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln‘, das betonten ständig Marx und Engels. Sie spotteten mit vollem Recht über das Auswendiglernen und einfache Wiederholen von ‚Formeln‘, die bestenfalls die allgemeinen Aufgaben vorzeichnen können, welche durch die konkrete ökonomische und politische Lage in jeder besonderen Phase des geschichtlichen Prozesses zwangsläufig modifiziert werden.“ (1) Anfang 1917 begann in Rußland, dem „schwächsten Glied der imperialistischen Kette“, die Revolution. In seinen berühmten Aprilthesen gab Lenin das wissenschaftlich begründete Programm der proletarischen Revolution.

(1) W.I.Lenin: Briefe über die Taktik. In:W.I.Lenin: Das Jahr 1917, Dietz Verlag, Berlin 1957, S.33.

Quelle:
Wissenschaftliche Weltanschauung Teil I, Dialektischer Materialismus, von G.Klaus, A.Kosing, G.Redlow, 1.Heft: Der Dialektische Materialismus – die Weltanschauung des Sozialismus, Dietz Verlag Berlin, 1959, S.74.

Die historische Mission der Arbeiterklasse

Auch wenn nicht immer sofort zu erkennen ist, wer zum Proletariat und wer zur Bourgeoisie gehört, so ist doch heute eigentlich jedem klar, daß es Kapitalisten gibt, die auf Kosten der Arbeiter leben. Da gibt es ab und zu eine Hitliste der reichsten Europäer, der reichsten Deutschen. Und gleichzeitig stellen wir fest, daß die Mehrheit der Bevölkerung in der BRD immer ärmer wird – oft nur geringfügig, doch merklich: die Fahrpreise steigen, der Kraftstoff wird teurer, die Heizkosten sind höher, zusätzliche Gebühren für dies und jenes. Der Staat macht Schulden, die Kommunen haben immer weniger Geld… usw. usf. Dann heißt es eben weiter SPAREN. Doch die vom Kapitalismus verursachten Probleme in der Welt nehmen unterdessen weiter zu…

FRAGE: Wer kann daran überhaupt etwas ändern? Und was können wir dagegen tun?

Im »Manifest der Kommunistischen Partei« haben Marx und Engels vor nahezu 135 Jahren begründet, daß die Bourgeoisie mit der Entwicklung der Produktivkräfte nicht nur die Waffen geschmiedet hat, die ihr den Tod bringen, sondern mit den Proletariern auch die Männer gezeugt hat, die diese Waffen führen. Der Untergang der Bourgeoisie »und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich«. [1] Mit seiner ökonomischen Theorie hat Marx die Stellung des Proletariats im Gesamtsystem des Kapitalismus wissenschaftlich begründet. Die Arbeiterklasse ist mit der modernsten Form der Produktion verbunden. Ihr Klasseninteresse nach Überführung des von ihr produzierten gesellschaftlichen Reichtums in die Hände der Produzenten stimmt mit der Grundrichtung der Entwicklung der Produktivkräfte überein. Sie bringt auch die revolutionäre Klassenpartei hervor und ist Trägerin der wissenschaftlichen Weltanschauung. Sie besitzen die Eigenschaften, die sie zum revolutionären Kampf befähigen: Konzentration, Organisiertheit und Disziplin.*

FRAGE: Schön wär’s, doch wie soll das geschehen?

Das Proletariat als letzte ausgebeutete Klasse in der Geschichte der Menschheit wird mit seiner Befreiung vom Kapitalismus zugleich alle Werktätigen von Ausbeutung und Unterdrückung befreien; es ist Schöpfer der neuen, der kommunistischen Gesellschaft. Diese historische Mission der Arbeiterklasse – Formierung des Proletariats als Klasse, Verbindung des wissenschaftlichen Sozialismus mit der Arbeiterbewegung, Führung der Arbeiterklasse durch die Partei zum Sturz der kapitalistischen Gesellschaft und zur Eroberung der politischen Macht, Gebrauch dieser Macht zur revolutionären Umgestaltung zum Sozialismus und Kommunismus – ist von weltgeschichtlicher Dimension. W.I.Lenin betonte: »Das Wichtigste in der Marxschen Lehre ist die Klarstellung der weltgeschichtlichen Rolle des Proletariats als des Schöpfers der sozialistischen Gesellschaft.« [2]

FRAGE: Das klingt ja alles sehr theoretisch – woher hat Marx denn eigentlich diese Erkennntis?

Durch die Vereinigung von wissenschaftlichem Sozialismus und Arbeiterbewegung verhalfen Marx und Engels der Arbeiterbewegung zur Erkenntnis ihrer welthistorischen Rolle, zur Einsicht in die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung. Die theoretische Begründung der historischen Mission der Arbeiterklasse verbanden Marx und Engels von Anfang an mit dem Kampf um ihre Durchsetzung. Am Grabe von Karl Marx sagte Friedrich Engels: »… Marx war vor allem Revolutionär. Mitzuwirken, in dieser oder jener Weise, am Sturz der kapitalistischen Gesellschaft und der durch sie geschaffenen Staatseinrichtungen, mitzuwirken an der Befreiung des modernen Proletariats, … das war sein wirklicher Lebensberuf.« [3]
V Festival KMStV.Festival der Freundschaft in Karl-Marx-Stadt (1981)

FRAGE: Schön und gut, aber gibt es da heute auch praktische Erfahrungen?

Die welthistorische Rolle der Arbeiterklasse ist in allen Klassenkämpfen, vor allem in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und bei der Herausbildung und erfolgreichen Entwicklung des sozialistischen Weltsystems zum Ausdruck gekommen. Die Erfahrungen der Sowjetunion, die Erfahrungen der DDR und anderer sozialistischer Länder bekräftigen, daß die Rolle der Arbeiterklasse als produktive und machtausübende Klasse gesetzmäßig ist. Die moderne Arbeiterklasse war und bleibt, wie Karl Marx sagte, »der soziale Kopf und das soziale Herz« [4] dieses Entwicklungsprozesses.

FRAGE: Wie ist das nun: Gibt es überhaupt noch eine Arbeiterklasse?

Die historische Mission der Arbeiterklasse und ihre Rolle in den Kämpfen der Gegenwart steht nicht von ungefähr mit im Mittelpunkt der ideologischen Auseinandersetzungen. Die heutigen Antikommunisten möchten uns einreden, daß die Arbeiterklasse in den industriell entwickelten kapitalistischen Ländern ihre von Marx festgestellten Hauptmerkmale nicht mehr besitze, daß der Klassenkampf nicht mehr die Haupttriebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung in den Ländern des staatsmonopolistischen Kapitalismus sei, daß im Gefolge der wissenschaftlichtechnischen Revolution eine Entproletarisierung in diesen Ländern stattfände und daß daher die Arbeiterklasse ihre Kraft für die Durchsetzung des gesellschaftlichen Fortschritts eingebüßt habe. Alle Fakten der gesellschaftlichen Realität widerlegen diese und ähnliche Auffassungen.

FRAGE: Und wer ist denn nun das Proletariat? Wer gehört eigentlich dazu?

Nach wie vor gilt, was Marx im »Kapital« schrieb: »Unter >ProletarierKapitalMonsieur Kapital… überflüssig ist.« [5] Nicht die Unterschiede im Charakter der Arbeit und die Qualifikation des Arbeiters bestimmen die proletarische Existenz in den kapitalistischen Ländern, sondern die von Marx aufgedeckten grundlegenden ökonomischen und sozialen Faktoren. Die durch die kapitalistische Rationalisierung und die tiefe Krise dieses Systems auf die Straße geworfenen, nach Millionen zählenden arbeitslosen Arbeiter, Angestellten und Geistesschaffenden sind durch keinerlei ideologische Spitzfindigkeiten hinwegzudiskutieren. Lohn- und Streikkämpfe zeugen davon, daß die Werktätigen nicht gewillt sind, die Lasten des krisengeschüttelten Kapitalismus widerspruchslos zu ertragen.

FRAGE: Warum ist die Machtfrage die entscheidende Frage der sozialistischen Revolution?

Aus den Höhepunkten des Klassenkampfes im 19. Jahrhundert, den Revolutionen 1848/49 und der Pariser Kommune 1871 zog Karl Marx die Schlußfolgerung, daß das Proletariat zur Erfüllung seiner historischen Mission die politische Macht der Bourgeoisie beseitigen und seine eigene Macht errichten muß. Diesen Kerngedanken der Marxschen Revolutionstheorie unterstrich W. l. Lenin mit den Worten: »Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt.« [6] Die politischen Machtorgane sind immer Instrument der herrschenden Klasse zur Durchsetzung ihrer Klasseninteressen. Das historische Ziel der Arbeiterklasse ist folglich nur mit proletarischen Machtorganen zu erreichen. Das bestätigt die Praxis von über sechs Jahrzehnten realem Sozialismus einhellig. Niemals werden Machtorgane, die die Interessen der Ausbeuterklassen wahrnehmen, im Interesse der Arbeiterklasse handeln. Auch dafür ist die Geschichte des Klassenkampfes der lebendige Beweis.

FRAGE: Gibt es keinen anderen Weg als eine Revolution? Gibt es denn keinen friedlicheren Weg?

Nirgends in der Welt gibt es ein Beispiel dafür, daß die These der Opportunisten vom Staat im Kapitalismus als klassenneutralem Vollstrecker des Willens der Mehrheit des Volkes, vom friedlichen Hineinwachsen des Kapitalismus in den Sozialismus oder die These von einem »dritten Weg« zwischen Kapitalismus und Sozialismus die kapitalistische Gesellschaftsordnung auch nur angetastet hätte. Im Gegenteil, die opportunistischen Ideen haben große Teile der Arbeiterklasse vom Kampf um den Sozialismus abgehalten. Auch der in der Gegenwart propagierte »neue« dritte Weg zwischen dem realen Sozialismus und der Sozialdemokratie ist im Grunde nichts anderes als ein Zurückweichen vor der Lösung der Machtfrage im Interesse der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten. Es ist ein erneuter Versuch, sich zwischen die revolutionäre und die reformistische Richtung der internationalen Arbeiterbewegung zu stellen. Solche Zugeständnisse an den Opportunismus haben stets der Arbeiterklasse geschadet und die revolutionäre Entwicklung zurückgeworfen.

Quellen:
[1] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. In: MEW, Bd.4, S474.
[2] W. I. Lenin: Die historischen Schicksale der Lehre von Karl Marx. In: Werke, Bd.18, S.576.
[3] Friedrich Engels: Das Begräbnis von Karl Marx. In: MEW, Bd.19, S.336.
[4] Karl Marx: Zur Kritik der Hegeischen Rechtsphilosophie. Einleitung. In: MEW, Bd. 1, S. 388.
[5] Karl Marx: Das Kapital. Erster Band. In: MEW, Bd.23, S.642.
[6] W.I.Lenin: Staat und Revolution. In: Werke, Bd.25, S.424.

*Anmerkung: Der Text basiert auf Studienhinweisen zum Parteilehrjahr der SED von 1982/83, S.14-17 – Seit dem Erscheinen des Manifests der Kommunistischen Partei (1848) sind nunmehr über 160 Jahre vergangen. Offensichtlich sind dem Proletariat gerade die letztgenannten drei Eigenschaften, nämlich Konzentration, Organisiertheit und Disziplin abhanden gekommen…

Siehe auch:
Eine historische Mission
Wer gehört eigentlich zur Arbeiterklasse?

Eine revolutionäre Situation???

Angesichts der Ratlosigkeit und des chaotischen Aktionismus, in den das bürgerliche Regierungslager infolge der Fukushima-Katastrophe verfällt, könnte man leicht auf den Gedanken kommen: jetzt bricht alles zusammen… Doch weit gefehlt! Zwar üben die Atomkraftgegner einen immer größeren Druck auf die Regierungen aus, um sie „zum Einlenken“ zu bewegen, das ist aber noch lange kein politischer Kampf. Zum anderen kann nun gerade in der BRD von einer „starken proletarischen revolutionären Partei“ überhaupt nicht die Rede sein. Es ist interessant, in diesem Zusammenhang einmal an die genialen Worte Stalins zu erinnern, der sich auf dem XVII.Parteitag der KPdSU( B ) 1934 (also kurz nachdem in Deutschland die Nazis an die Macht gekommen waren!) zur
Verschärfung der politischen Lage in den kapitalistischen Ländern äußert [1]:

Manche Genossen glauben, die Bourgeoisie müsse, sobald die revolutionäre Krise da sei, unvermeidlich in eine ausweglose Lage geraten, ihr Ende sei also bereits vorausbestimmt, der Sieg der Revolution sei dadurch bereits gesichert und sie brauchten bloß auf den Sturz der Bourgeoisie zu warten und Siegesresolutionen zu schreiben. Das ist ein schwerer Irrtum. Der Sieg der Revolution kommt nie von selbst. Man muß ihn vorbereiten und erkämpfen. Ihn vorbereiten und erkämpfen kann aber nur eine starke proletarische revolutionäre Partei. Es gibt Momente, da die Lage revolutionär ist, die Macht der Bourgeoisie bis auf die Grundfesten erschüttert ist, der Sieg der Revolution aber dennoch nicht kommt, da keine revolutionäre Partei des Proletariats vorhanden ist, die genügend Stärke und Autorität besitzt, um die Massen zu führen und die Macht zu erobern. Es wäre unvernünftig zu glauben, daß solche „Fälle“ nicht vorkommen können.

Es dürfte nicht schaden, sich in diesem Zusammenhang die prophetischen Worte Lenins über die revolutionäre Krise in Erinnerung zu rufen, die er auf dem II. Kongreß der Kommunistischen Internationale gesagt hat [2]:
Lenin1Lenin2Was ist eine revolutionäre Situation?

W.I. Lenin hob drei Hauptmerkmale hervor: „1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; die eine oder andere Krise der ‚oberen Schichten‘, eine Krise der Politik der herrschenden Klasse, die einen Riß entstehenn läßt, durch den sich die Unzufriedenehit und Empörung der unterdrückten Klassen Bahn bricht. Damit es zur Revoution kommt, genügt es in der Regel nicht, daß die ‚unteren Schichten‘ in der alten Weise ’nicht leben wollen‘, es ist noch erforderlich, daß die ‚oberen Schichten‘ in der alten Weise ’nicht leben können‘. 2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der erwähnten Ursachen steigert sicherheblich die Aktivität der Massen, die sich in der ‚friedlichen‘ Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die ‚oberen Schichten‘ selbst zu selbständigem historischen Handeln gedrängt werden.“ [3]

Aber nicht jede revolutionäre Situation mündet in eine Revolution. Zu den objektiven Voraussetzungen muß die subjektive Voraussetzung hinzukommen: die Fähigkeit der revolutionären Klasse zu revolutionären Massenaktionen, die die alte Regierung stürzen oder erschüttern. Diese Fähigkeit kann die Arbeiterklasse nur unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei erwerben. Die Bewußtheit und Organisiertheit der revolutionären Klasse sind von ausschlaggebender Bedeutung für die Durchführung einer Revolution. Das Vorhandensein einer marxistisch-leninistischen Partei ist die wichtigste subjektive Voraussetzung für den revolutionären Sturz des Imperialismus. Mit dieser Auffassung von der revolutionären Situation als der notwendigen Vorbedingung für die Revolution grenzt sich der Marxismus-Leninismus vom Putschismus ab, der die Bedeutung des subjektiven Faktors, der revolutionären Führung, verabsolutiert. [4]

Und Stalin fügte dem warnend hinzu: „Manche Genossen glauben, die Bourgeoisie müsse, sobald die revolutionäre Krise da sei, unvermeidlich in eine ausweglose Lage geraten, ihr Ende sei also bereits vorausbestimmt, der Sieg der Revolution sei bereits gesichert und sie brauchten bloß auf den Sturz der Bourgeoisie zu warten und Siegesresolutionen zu schreiben. Das ist ein schwerer Irrtum. Der Sieg der Revolution kommt nie von selbst. Man muß ihn vorbreiten und erkämpfen. Ihn vorbreiten und erkämpfen kann aber nur eine starke proletarische revolutionäre Partei.“ [5]

Und hören wir schließlich was Baschar al-Assad dazu sagt: „Die Revolutionen setzen Wissen und Ideen voraus, nicht Unwissen. Die Revolutionen setzen ein Vorwärts gehen voraus und nicht den Rückgang in vergangene Jahrhunderte. Revolutionen werden gemacht, um die gesamte Gesellschaft zu erleuchten, nicht ihr den Strom abzuschneiden. Normalerweise wird die Revolution vom Volke gemacht, nicht durch aus dem Ausland importierte Individuen, die ihre „Revolution“ dem Volke aufdrücken wollen. Sie wird für das Volk gemacht, nicht gegen seine Interessen.“ [6]

Quelle:
[1] J.Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1955, Bd.13, S.266.
[2] W.I.Lenin, Ausg.Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1971, Bd.V, S.652.
siehe auch: J.W.Stalin, Werke, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1955, Bd.13, S.266.
[3] W.I.Lenin, Der Zusammenbruch der II.Internationale, in: Lenin, Werke Bd.21, S.206f.
[4] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1967, S.566.
[5] J.W.Stalin, Rechenschaftsbericht an den XVII.Parteitag, in: Stalin, Werke, Bd.13, S.266.
[6] Bashar al-Assad, „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“,

Siehe auch:
Was versteht man unter einer Revolution?
Baschar al-Assad: „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“

Das Wesen der Ausbeutung

Frieden, Ernährung, Gesundheit und Bildung – das sind Grundfragen des Lebens der Menschen. Diese lebenswichtigen Daseinsfragen vermag der Kapitalismus, wie die Entwicklung beweist, nicht zu lösen.

ProletariatDamit ist gemeint, daß nur das Proletariat imstande ist, eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse herbeizuführen.

Es gibt aber auch keinen Zweifel darüber – der Kapitalismus von heute unterscheidet sich vom Kapitalismus im vorigen Jahrhundert. „Multis“, Massenmedien, Manipulierung waren 1850 ebenso unbekannt wie Streiks von Fluglotsen, Lehrern und Postbeamten. Vieles hat sich verändert, aber das Wesentliche am Kapitalismus – die Ausbeutung des Proletariats durch die Bourgeoisie – ist geblieben. Technik und Organisation, Umfang und Effektivität der Produktion, Struktur und Formen der Leitung wurden weiterentwickelt und mit ihnen auch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen. Teile der Produktion sind automatisiert; viele Erzeugnisse zeugen von einem hohen wissenschaftlich-technischen Niveau der Industrie. In den hochentwickelten kapitalistischen Ländern gibt es heute bessere Wohnungen, Verkehrsmittel, Schulen und Krankenhäuser als früher. Viele Arbeiter besitzen ein Auto. Sie erhalten bezahlten Urlaub, und wenn sie alt oder invalide sind, eine Rente. Die Arbeiter müssen in diesen Ländern nicht mehr 12 oder 14 Stunden täglich arbeiten. In Frankreich und in der BRD kämpfen die Werktätigen um die Durchsetzung der 35-Stunden-Woche. Facharbeiter in der BRD verdienen zum Teil 10 DM und mehr Stundenlohn.

Ist es richtig, unter solchen Bedingungen noch von Ausbeutung zu sprechen?

In den hochentwickelten kapitalistischen Ländern arbeiten 75 bis 90 Prozent der berufstätigen Bevölkerung für Lohn oder Gehalt. Kann aber jeder, der arbeiten will, arbeiten? Wer entscheidet, was hergestellt wird, wie zu arbeiten ist und wer einen Arbeitsplatz erhält? Ist es wahr, daß die Klassenunterschiede im Kapitalismus verschwinden? Mit diesen Fragen wollen wir uns eingehender beschäftigen.
Besitz (1985)
In kapitalistischen Ländern spricht man viel von „Klassenharmonie“ und „Sozialpartnerschaft“, von „Arbeitgebern“ und „Arbeitnehmern“. Wir sagen: Die kapitalistische Gesellschaft hat zwei Grundklassen: Bourgeoisie und Proletariat.

Ist es nicht gleichgültig, wie man diese Menschengruppen bezeichnet?

Welchen Inhalt haben diese Begriffe? Das Wort „Arbeitgeber“ soll etwas gesellschaftlich Nützliches, Gutes ausdrücken. Auf den ersten Blick ist der „Arbeitgeber“ ein Mensch, der anderen Arbeit verschafft. Er stellt sie ein, läßt sie arbeiten und gibt ihnen Lohn. So können sie leben. Dafür soll der „Arbeitnehmer“ dankbar sein. Viele Arbeiter in den kapitalistischen Ländern denken heute noch, daß das seine Richtigkeit hat und daß es gerecht ist.

Marx und Engels untersuchten die Bedingungen der Arbeit der Menschen und die Beziehungen, die sich daraus zwischen ihnen ergeben, nicht so oberflächlich. Sie haben diese Verhältnisse gründlich analysiert und im Kommunistischen Manifest ihre Erkenntnisse zusammengefaßt. In den kapitalistischen Ländern gibt es eine im Verhältnis zu den werktätigen Massen kleine Gruppe von Menschen, die Besitzer der wichtigsten Produktionsmittel sind. Das sind die Kapitalisten. Rohstoffe, Material, Maschinen, Werkzeuge, Gebäude usw. gehören ihnen. Ohne Produktionsmittel kann niemand etwas herstellen. Deshalb bleibt der Masse der arbeitsfähigen Menschen, die keine Produktionsmittel besitzen, nichts anderes übrig, als zu den Besitzern der Produktionsmittel zu gehen und ihre Arbeitskraft, d. h. ihre Fähigkeit zu arbeiten und Werte zu schaffen, anzubieten und zu verkaufen. Sie arbeiten und erhalten dafür Lohn oder Gehalt; davon leben sie. Man nennt sie Lohnarbeiter oder Proletarier. Die Eigentümer der Produktionsmittel verfügen, weil ihnen die Produktionsmittel gehören, auch über die Lohn arbeiter. Die Klasse der Lohnarbeiter ist ökonomisch gezwungen, sich der Kapitalistenklasse unterzuordnen.

Bourgeoisie und Proletariat

Marx und Engels kamen bereits im Kommunistischen Manifest zu dem Schluß:
Unter Bourgeoisie wird die Klasse der modernen Kapitalisten verstanden,
• die Besitzer der gesellschaftlichen Produktionsmittel sind
• und Lohnarbeit ausnutzen.
Unter Proletariat die Klasse der modernen Lohnarbeiter, die da sie
• keine eigenen Produktionsmittel besitzen, darauf angewiesen sind,
• ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um leben zu können.
Lenin hat diese grundlegenden Erkenntnisse von Marx und Engels über die Klassen noch weitergeführt.
Klassen(W.I.Lenin, Die große Initiative, Werke Bd.29, Berlin 1965, S.419)

Wie wir wissen, sind die Kapitalisten die Eigentümer der entscheidenden Produktionsmittel. Sie beherrschen die Arbeiter und beuten sie aus.

Was ist Ausbeutung?

Ausbeutung ist die private Aneignung fremder, unbezahlter Arbeit. Die Ausbeutung hat die Bourgeoisie nicht erfunden. Vor der Bourgeoisie gab es Sklavenhalter und Feudalherren, die ebenfalls über Privateigentum an Produktionsmitteln verfügten. Für Sklaven und Leibeigene war ganz offensichtlich, daß sie beherrscht, geknechtet, unterdrückt und ausgebeutet wurden. Der feudalabhängige Bauer war zu Frondiensten verpflichtet. Ohne Entgelt mußte er auf den Feldern, Gutshöfen und Schlössern seines Feudalherren arbeiten. Nur einen Teil seiner Arbeitszeit konnte er auf seinem eigenen Feld für sich und seine Familie arbeiten. Sklaven und feudalabhängige Bauern mußten Arbeit für die Sklavenhalter bzw. die Feudalherren leisten. Sklavenhalter und Feudalherren erzwangen diese Arbeit durch äußere Gewalt. Der Lohnarbeiter dagegen ist als Person juristisch frei. Er ist in zweifacher Hinsicht frei:
– frei von Produktionsmitteln,
– persönlich frei.
Der Lohnarbeiter kann sich bis zu einem gewissen Grad aussuchen, ob er bei den Konzernen Siemens, Hoechst, Mannesmann oder in einem anderen kapitalistischen Betrieb arbeitet. Vorausgesetzt, diese stellen Arbeiter ein. Der Sklave war Eigentum seines Herren, der feudalabhängige Bauer war an seinen Herren gebunden. Im Kapitalismus ist es auch nicht so offensichtlich, daß der Lohnarbeiter während vieler Stunden seines Arbeitstages nur für den Kapitalisten arbeitet, also Mehrarbeit leistet. Er meint, er arbeite nur für sich, weil es bei oberflächlicher Betrachtung so aussieht, als würde er für die gesamte geleistete Arbeit bezahlt — 8 Stunden Arbeitszeit = 8 Stunden Lohn.

Woher kommt dann aber der Profit?

Dieses Rätsel löste Karl Marx. Er fand heraus, daß der Kapitalist dem Lohnarbeiter nicht die geleistete Arbeit, sondern nur den Wert seiner Arbeitskraft bezahlt. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.
Engels(F.Engels: Einleitung zu Karl Marx „Lohnarbeit und Kapital“, MEW, Bd.22, Berlin 1963, S.208.)

Aus diesen Gedanken ist erkennbar, worin für den Kapitalisten der Gebrauchswert der Arbeitskraft besteht. Er nutzt sie, um vorhandene Rohstoffe und Halbfabrikate mit Hilfe der Maschinen zu verwandeln, um Fertigprodukte für den Markt zu schaffen.

Quelle:
Staatsbürgerkunde, Verlag Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin (DDR), 1985, S.29-33

„Hier ist Radio Plump…“

„In Tschern… Entschuldigung, in Fukushima ist heute das zweite Kernkraftwerk explodiert…. Tralalalala! Hier ist ‚Just can’t get enough‘ von Black Eyed Peas. Und hier ist Radio Plump….“ Ein Witz? Nein! So wird man am Morgen von einem dieser immerfort und überall dudelnden Rundfunksender locker plaudernd geweckt.
TschernobylDas AKW Tschernobyl nach der Explosion 1986

Ein „Experte“ spekuliert, daß es sich bei den Explosionen um harmlose Knallgasexplosionen handeln könnte, wie wir sie in der Schule kennengelernt haben. Alles halb so schlim: Japan sei ja schließlich weit weg. Und ein Bundesminister verbreitet die Lüge, die deutschen Kernkraftwerke seien die sichersten der ganzen Welt. So lauten die bekannten „Argumente“ der Atomlobby. Daß aber allein die drei Energiekonzerne E.ON, RWE und EnBW in den letzten Jahren Rekordgewinne eingefahren haben, davon hört man nichts. In Fachkreisen spricht man sogar von 100 Milliarden Euro seit 2002, davon im Krisenjahr 2009 allein 23 Milliarden Euro und im ersten Halbjahr 2010 bereits 15 Milliarden Euro. Damit verfügen die Energiekonzerne über mehr Macht als vor 10 Jahren. (1) Außerdem: Der Staat hat die Atomenergie von 1950–2010, also über 60 Jahre mit (umgerechnet) 204 Milliarden Euro gefördert….(2)

HIER SIND NUN EINIGE ARGUMENTE GEGEN DIE ATOMENERGIE:

=> Lüge Nr. 1 – „Atomkraftwerke sind harmlos.“
Die Liste von „Meldepflichtigen Ereignissen“ und Störfällen in AKWs ist lang, manche waren nur kurz vom GAU entfernt (z.B. Forsmark, Schweden, 2006). Ein hundert Prozent sicheres AKW gibt es nicht. Die älteren Meiler halten noch nicht einmal dem Absturz einer kleineren Verkehrsmaschine stand. Kein einziges AKW ist gegen einen Terroranschlag gerüstet. Auch im Normalbetrieb geben AKWs Radioaktivität über Kamin und Abwasser an die Umwelt ab. Kleinkinder erkranken um so häufiger an Krebs oder Leukämie, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen. Im 5-km-Umkreis ist das Risiko für Kinder unter 5 Jahren, an Leukämie zu erkranken, sogar doppelt so hoch. In Atomanlagen kommt es immer wieder zu radioaktiven Freisetzungen (z.B. Tricastin, Frankreich, 2008) und Unfällen (z.B. Tokai Mura, Japan, 1999), wodurch Menschen und Umwelt kontaminiert werden.
Kernkraftharmlos…

=> Lüge Nr. 2 – „Für den Atommüll gibt es eine Lösung.“
Weltweit gibt es bis heute kein betriebsbereites Endlager für hochradioaktive Abfälle. Allein aus deutschen AKWs fallen jährlich mehr als 400 Tonnen hochradioaktiver Müll an, der über eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss. Im „Forschungsendlager“ Asse hat man es nicht einmal geschafft, die radioaktiven Abfälle über drei Jahrzehnte sicher zu lagern.
AtommüllSo wird der Atommüll in der BRD gelagert!

=> Lüge Nr. 3 – „Ohne Atomkraft gehen die Lichter aus.“
Die BRD exportiert Strom. 2008 wurde ein Überschuß von 22,5 Mrd. Kilowattstunden erzeugt, das entspricht der Leistung von 2-3 Atomkraftwerken. Und das, obwohl die AKWs Brunsbüttel und Krümmel das ganze Jahr nicht am Netz waren. Weltweit wurden im Jahr 2005 nur zwei bis drei Prozent des Gesamtenergieverbrauchs nuklear erzeugt. Damit schneidet Atomenergie im Vergleich zu erneuerbaren Energien schlecht ab: Denn Energie aus Sonne, Wind & Co. kam schon auf 20 Prozent. Global gesehen ist Atomstrom als Klimaretter damit bedeutungslos.
StromleitungHochspannungsleitung

=> Lüge Nr. 4 – „Atomenergie ist umweltfreundlich.“
Wollte man den Atomstromanteil aus Klimaschutzaspekten drastisch vergrößern, stünde der dafür nötige Brennstoff Uran entsprechend kürzer zur Verfügung. Dann müßte man entweder auf Thorium statt Uran als Brennstoff umsteigen, was auch nur endlich vorhanden ist, oder in die Schnelle-Brüter-Technik einsteigen. Beide Varianten bergen unbeherrschbare Risiken und haben zudem in der Praxis bereits versagt, wie z.B. das gescheiterte deutsche Brüter-Projekt in Kalkar oder der nie über den Probebetrieb hinausgegangene Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) in Hamm-Uentrop. (3) Radioaktives Material ist von Anfang bis Ende hochgefährlich. Erinnert sei hier nur an die vielen Toten aus der Zeit des Uranabbaus in Ronneburg und die zu Hunderttausenden zählenden Opfer des Atomunfalls von Tschernobyl. Die Umgebung dieses Kernkraftwerks ist über mehrere Generationen hin unbewohnbar, da verstrahlt. Außerdem ist Atomenergie keineswegs frei von Kohlendioxid-Emissionen. Das betrifft den Uranabbau, die Urananreicherung, Transporte, Lagerung von Atommüll und Bau bzw. Rückbau von Atomanlagen. Den Hauptanteil am CO2-Ausstoß liefern dabei die besonders energieaufwendigen Schritte Uranabbau und -anreicherung. Eine Studie des Ökoinstituts Darmstadt kommt zu dem Schluß, daß Atomstrom mehr Emissionen verursacht als Strom aus erneuerbaren Energien. (4)
PripyatPripyat – eine tote Stadt

=> Lüge Nr. 5 – „Die deutschen Atomkraftwerke sind die sichersten der Welt!“
Ein Fachausschuß der OECD hat bereits 1997 einen internationalen Vergleich veröffentlicht und die Sicherheitsstandards mehrerer westlicher Atomkraftwerke miteinander verglichen. Neben dem deutschen Atomkraftwerksblock Biblis B wurden u.a. Anlagen aus Schweden (Ringhals), Großbritannien (Sizewell B ), den Niederlanden (Borssele), der Schweiz (Beznau), aus Japan und aus den USA (Surry, Zion, Robinson, Maine Yankee) unter die Lupe genommen. Grundlage der Untersuchung mit dem Titel „Level 2 PSA methodology and severe accident management“ bildeten die für diese Anlagen durchgeführten offiziellen Risikostudien. Der OECD-Vergleich zeigte, daß beispielsweise im deutschen Atomkraftwerk Biblis B die zu erwartende Wasserstoffkonzentration im Sicherheitsbehälter mit 19% weitaus größer ist als die aller übrigen Anlagen, mit Ausnahme des 1997 stillgelegten US-Reaktors Maine Yankee. (5)
Kernkraftwerk…ein Atomkraftwerk in der BRD

Die bereits 1989 veröffentlichte „Deutsche Risikostudie Kernkraftwerke – Phase B“ kam zum Ergebnis, dass es im deutschen Referenz-Atomkraftwerk Biblis B zu einem schweren Kernschmelzunfall kommen kann. Die von der „Gesellschaft für Reaktorsicherheit“ (GRS) federführend erstellte, aufwеndige Untersuchung bescherte der Fachwelt „erschreckende Ergebnisse“: Bei einer Kernschmelze kommt es sehr schnell zu massiven Freisetzungen von Radioaktivität. Eine Risikostudie der GRS aus dem Jahr 2001 kam zum Ergebnis, daß es auch in den zuletzt in Deutschland errichteten „Konvoianlagen“ (Isar-2, Emsland, Neckarwestheim-2) zum Super-GAU kommen kann (Titel der Untersuchung: „Bewertung des Unfallrisikos fortschrittlicher Druckwasserreaktoren in Deutschland“). (6)

Quellenangabe:
(1) www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1020/seite1/0067/index.html
(2) http://umweltinstitut.org/energie–klima/allgemeines-energie–klima/strompreisluge-808.html
(3) http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/klimaretter-atomkraft/hintergrundinformation-536.html
(4) Uwe Fritsche et al.: Treibhausgasemissionen und Vermeidungskosten der nuklearen, fossilen und erneuerbaren Strombereitstellung, Ökoinstitut Darmstadt, März 2007
(5) http://www.ngo-online.de/2007/07/17/wasserstoffexplosionen/
(6) http://www.ippnw.de/atomenergie/atomenergie-sicherheit/artikel/ea48dd7442/wie-sicher-sind-die-deutschen-atomkr.html

Siehe auch:
Die Atomloby lügt!
Enola Gay und das amerikanische Verbrechen