Wissenschaftliche Voraussicht

GurjewUm eine sozialistische Gesellschaft aufbauen zu können, bedarf es klarer Vorstellungen darüber, wie das geschehen kann. Natürlich gab es auch schon zu Lenins Zeiten Illusionen, und es gab nicht wenige demagogische, sozialreformerische oder trotzkistische Theorien, die aber allesamt durch die Praxis widerlegt wurden. Mit der marxistisch-leninistischen Lehre von der Entwicklung der Gesellschaft verfügen die Kommunisten über einen sicheren Kompaß, der es ermöglicht, sich in den komplizierten Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens zurechtzufinden. Der Marxismus-Leninismus ist eine Wissenschaft; und wie auch in den Naturwissenschaften gibt es bestimmte Gesetzmäßigkeiten, die wissenschaftlich begründete Perspektiven ermöglichen. So stellte beispielsweise der sowjetische Wissenschaftler G.A.Gurjew fest:

Die auf der marxistisch-leninistischen Theorie beruhende wissenschaftliche Voraussicht ist ein mächtiges Mittel zur Veränderung der Welt im Interesse der Volksmassen; sie eröffnete den Völkern glänzende Perspektiven für den erfolgreichen Aufbau des Kommunismus. Die ganze Tätigkeit der kommunistischen und Arbeiterparteien ist eine lange Kette von genau eingetroffenen wissenschaftlichen Voraussagen und ein anschaulicher Beweis für die Richtigkeit der streng materialistischen Weltanschauung. Sie versetzt gleichzeitig allen religiös-idealistischen Pseudowissenschaftlern einen vernichtenden Schlag, die die Idee des historischen Fortschritts zu bestreiten und das Vertrauen in das wissenschaftliche Denken zu untergraben versuchen.

Quo vadis, Klio?

Die reaktionären Denker sprechen gewöhnlich von einem „Kreislauf der Geschichte“, in dem sich angeblich alles wiederhole, in dem es nichts Neues, keine Vorwärtsbewegung gebe, sondern nur einen trostlosen Wechsel von Leben und Tod. Aldous Huxley, der bereits erwähnte moderne Feind des sozialen Fortschritts, erklärte „alle Vermutungen über die Ereignisse der Zukunft als hoffnungslos unrealistisch“. Ausdruck der Scharlatanerien ist seine Behauptung: „Das einzige, was wir von der Zukunft wissen, ist, daß wir so gut wie nichts darüber wissen, was geschehen kann.“ Aber mit solchen geistlosen Sophismen dieser Pseudowissenschaftler kann das Rad der Geschichte nicht zum Stehen gebracht werden, das, wie der Marxismus bewiesen hat, in eine „bessere Zukunft“, in der Richtung zum Kommunismus, rollt.

Es gibt keine unparteiische Wissenschaft!

Die Leugnung des historischen Fortschritts und der wissenschaftlichen Voraussicht durch die Religion und den Idealismus sind ein Aufruf zur Passivität, zur Unterwürfigkeit und Demut, mit deren Hilfe die Reaktionäre die Volksmassen ideologisch entwaffnen, den Willen der Werktätigen zum Kampf für eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung ersticken und so, die kapitalistische Zwangsarbeit aufrechterhalten wollen. Das ist ein Beweis dafür, daß es in der antagonistischen Klassengesellschaft keine unparteiische Wissenschaft von den gesellschaftlichen Erscheinungen gibt und auch nicht geben kann. W. I. Lenin schrieb dazu: „In einer Gesellschaft der Lohnsklaverei eine unparteiische Wissenschaft zu erwarten, wäre eine ebenso törichte Naivität, wie etwa von den Fabrikanten Unparteilichkeit zu erwarten in der Frage, ob man nicht den Arbeitern den Lohn erhöhen sollte, indem man den Profit des Kapitals herabsetzt.“ [1]

Erziehung zum sozialistischen Bewußtsein…

Aus dem Angeführten geht gleichzeitig hervor, daß die Religion eine Ideologie ist, die mit einer wirklichen Wissenschaft, die die Gesetze der realen Welt erkennt und die als Rüstzeug für den Aufbau einer neuen Gesellschaft dient, nichts gemein hat. Die Wissenschaft hilft der Menschheit, die objektiven Gesetze der Entwicklung der Natur und der Gesellschaft immer besser zu erkennen, sie schafft die Voraussetzungen, um die Naturgesetze in den Dienst des Menschen zu stellen, und trägt damit zur Stärkung des Bewußtseins und zur Hebung des materiellen und des kulturellen Niveaus des Menschen bei. Die Religion schläfert dagegen das Bewußtsein des Menschen ein und verfälscht es, verurteilt ihn zur Passivität gegenüber den in Natur und Gesellschaft wirkenden Kräften, legt seine schöpferische Aktivität und Initiative in Fesseln und hindert ihn, zu erkennen, daß seine Kräfte und Fähigkeiten von reaktionären Mächten für deren Interessen mißbraucht werden.

Quelle:
G.A. Gurjew, Wissenschaftliche Voraussicht – religiöses Vorurteil, Dietz Verlag Berlin, 1958, S.63f.

[1] W. I. Lenin, „Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus“; in: Ausgewählte Werke, Bd.I, S.63.

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