Brief an den Roten Webmaster

Zuschrift an den Roten Webmaster:
K-online
Lieber Günter,
Ich habe mich gestern auch länger mit diesem Text über die Fälschungen
(http://www.kommunisten-online.de/historie/udssr.htm#Dokumentation)
befaßt und war schon am Überlegen, wie man da Zwischenüberschriften reinsetzt, damit es besser lesbar ist. Dein Tip ist gut, Ausschnitte aus den 140 Gespräche des Schriftstellers Tschujew mit Molotow herauszusuchen. Der Tschujew ist sowohl gewissenhaft als auch sehr vertrauenswürdig. Ich guck mir das heute mal genauer an.

Und ich muß Dir das jetzt mal sagen – man kriegt ohnehin zuwenig Lob für das was man für die Menschheit und gegen die Dummheit tut! – also, ich finde es große Klasse, daß Du Dir jeden Tag Gedanken machst, was man den Lesern Wichtiges an Information und Aufklärung weitergeben kann, damit sie etwas klüger werden. Ein dummes Volk kann man leichter hinter’s Licht führen, ein gebildetes dagegen nicht ganz so lange. Feigheit und Faulheit waren ja für Kant schon immer das Haupthindernis, welches der Befreiung des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit im Wege stand: Feigheit, weil man sich nicht zu sagen traut, was man Unrechtes feststellt – aus Angst um den Job. Und Faulheit, weil es allmal bequemer ist, dem Mainstream zu folgen und einfach – nichts zu tun! … Es hat sich ja allet so schön einjeschaukelt: „…uff unsere Saalabende is et imma so jemietlich, wir kennen die Kneipe, det Bier is ooch jut..“ (Tucholsky). Und anstatt sich auf der Demo naßspritzen zu lassen, von schlimmeren Dingen mal ganz abgesehen (der bedauerliche Mann in Stuttgart, der sein Augenlicht verlor!) – und man möchte ja auch nicht zu den „Chaoten“ gehören, die sich wegen eines bekanntlich (!) „gut abgesicherten“ Castortransportes an die Gleise ketten…igittigitt!!!

Es gibt ja so verschiedene Trends in der bürgerlichen Meinungsmache:

Erster Trend – die Ablenkung. Man schafft Unterhaltungs“werte“, so daß die Leute immer mehr durch Kleinigkeiten und Belanglosigkeiten von den wirklich wichtigen Dingen dieser Welt abgelenkt werden, und das klappt ja auch perfekt! Von Badewannenrennen auf dem Dorfteich bis zum neuesten Auftritt der „Prinzen“ ist alles drin. Das brave Vergnügungvolk empfindet die Welt als einen „großen Spielplatz“ – so schrieb ein junger Blogger über seine Reiseerlebnisse in Australien und Kanada. Ein Schweizer „Künstler“ stellt in N.Y. einen Riesen-Bronze-Teddy mit einer Lampe auf dem Kopf aus, der dann versteigert werden soll – wie schön! Und plötzlich kommen auch wieder Berichte über „die einzigartige Kirschblüte in Japan“.

Zweiter Trend – die Mitleidspose. Man bedauert die „Aufständischen“ in Libyen und man beklagt sich über die 4 „Reporter“, die gerade verhaftet wurden. Ja, man nennt sogar ihre Herkunftsländer. Es werden ein paar Krokodilstränen über die Opfer des Erdbebens (!) vergossen, während insgeheim die deutsche Industrie jubelt, daß Toyota in Schwierigkeiten gerät. Völlig unsinnigerweise wurden heimlich die Grenzwerte für radioaktive Belastung angehoben – Gefährliches ist nicht nun mehr so gefährlich. Und das führt uns auch schon zum nächsten Punkt:

Dritter Trend – die Verharmlosung. Nach allen Regeln der Kunst wird die Atomkraft verharmlosend als „Brückentechnologie“ hingestellt – eine Brücke, über die man „sicher“ gehen könne. Ein paar „Experten“ aus Wissenschaft und Technik sind „sogar“ der Meinung, daß es „realistisch“ sei, bis zum Jahre 2050 (!) vollständig zu erneuerbaren Energien überzugehen. (So kann man noch fast 40 Jahre schön mit den alten Schrottmeilern aus dem Jahre 1978 Geld verdienen: pro Tag rund eine Million Euro!) Die Comedy-Branche mischt kräftig mit: Witze tragen ja sehr dazu bei, daß alles nicht mehr so gefährlich aussieht, und daß alles nicht mehr ganz so ernst genommen wird. „Es wird ja doch nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Eine schöne – und doch hier sehr dumme Redensart!

Vierter Trend – die Werbung. Auf Teufel komm raus wird für „Bio“-Sprit geworben. In der ADAC-Zeitung schreibt der Chefredakteur eine schöne Kolumne über die „Verwirrung der Verbraucher“, die angeblich durch die „widersprüchlichen“ Informationen der Mineralölkonzerne entstanden sei. Obwohl alle Leserkommentare einhellig auf die Vernichtung von landwirtschaftlichen Nutzflächen und die verschärften Folgen solcher Monokulturen für die Existenz der kleinen Bauern und die Welternährungslage hinweisen. (Da haben die Leser und die Autofahrer inzwischen doch einiges begriffen!) Man wirbt nicht nur über die bunten Zeitungen in den Briefkästen für Dinge, die man „braucht“, aber auch nicht braucht. Und jede illustre „Gesprächsrunde“ über derart harmlose Themen, wie eine deutsche Ausstellung in China, die kein Mensch kennt, oder ein durchaus bemerkenswertes „Promi-Dinner“ oder „Bauer sucht Frau“ und was dergleichen nette, aber dümmliche Dinge noch sind… tragen zur allgemeinen Verblödung bei.

Fünfter Trend – die Rechtfertigung. Zur Begründung eines deutschen Kriegseinsatzes fordern Politiker im Bundestag, den NATO-Truppen zu „helfen“; gleichzeitig wird unter Hinweis auf die „friedliche Revolution von 1989“ (schon jedes Wort ist eine Lüge!) von den Erfolgen gegen den „Machthaber“ in Ägypten geredet. Der Bitte Ghadaffis (man schreibt ja: Forderung) um Feuereinstellung läßt man sich nicht „abschrecken“; für versehentlich “Fehleinsätze“ bittet man um „Entschuldigung“ („Kollateralschäden“) – das hatten wir ja auch schon mal.

Sechster Trend – die Lügen. Dazu brauche ich wahrscheinlich nicht mehr allzuviel zu sagen. Erstens merkt man sie nicht immer (es kommt immer dann heraus, wenn Fälschungen aufgedeckt werden, wie die über die angebliche Schuld Stalins an der Ermordung der Polen in Katyn – was der kürzlich auf so seltsame Weise plötzlich verstorbene Prof. Iljuchin im Mai 2010 ans Licht der Öffentlichkeit brachte, oder die Fälschungen über den sog. „Molotow-Ribbentrop-Pakt“ und vieles mehr. Und zweitens, kein Lügengespinst ist so dicht geflochten, daß es nicht doch ans Licht kommt – das beweisen die Plagiatsvorwürfe an den adligen „Doktor“ Guttenberg, wo ein empörter Wissenschaftler sogar äußerte: „Wir sind einem Betrüger aufgesessen!“ (Wenn ihn das mal nicht seinen Job gekostet hat…!) Doch die mutigen Stimmen können nicht zum Schweigen gebracht werden! Und die Ermordung Ernst Thälmanns werden wir denen niemals vergessen! Das kann ich Dir schwören!

Ich werde mich mal mit Prognosen befassen. Prof.Jürgen Kuczynski tat das ganz ausführlich in seinem 1984 erschienenen Band „60 Jahre Konjunkturforscher“ – sowohl Marx, als auch Lenin und Stalin hatten größtenteils recht mit ihren Prognosen. Es wäre freilich dumm, wollte man eine Prognose machen über die nächste Mondfinsternis, denn das kann man berechnen. In der heutigen Gesellschaft, gerade auch in der Anarchie des derzeitigen Kapitalismus ist das jedoch nicht ganz so einfach. Doch es ist nicht unmöglich! Und eine Prognose kann ja auch ermutigend sein, selbst wenn sie dann nur deshalb eintrifft, weil man fest an sie geglaubt hat. ))))))

Rote Grüße!
Sascha

Und hier ist der Beitrag des Sowjetischen Informationsbüros von 1948:
Geschichtsfälscher (eine historische Feststellung)
Sowinformbüro Geschichtsfälscher
(anklicken mit links, dann „Download PDF Dokument“)

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