Der Kampf der Systeme

Seit ihrer Gründung als erster sozialistischer Staat der Welt sah sich die Sowjetunion immer wieder feindlichen Angriffen ausgesetzt. Die konterrevolutionären Kräfte im Inneren des Landes, die Intervention imperialistischer Staaten, Bürgerkrieg und Sabotage, fügten dem Land schweren Schaden zu. Doch nicht einmal dem bis an die Zähne bewaffneten faschistischen Deutschland war es gelungen, seine räuberischen Absichten – die Eroberung und Unterwerfung dieses rohstoffreichen Landes – zu verwirklichen. 1945 hatte die Sowjetunion ihren stärksten Feind besiegt. Die Entartung kam indes auf „Taubenfüßen“. Nachdem der XX. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion eine Wendung herbeigeführt hatte und der Revisionismus die Oberhand über den Marxismus-Leninismus gewann, setzte eine dramatische Rückwärtsentwicklung ein, an der schließlich das gesamte sozialistische Lager zerbrach.

W.M. Bereshkow war während des 2. Weltkriegs als sowjetischer Dolmetscher im diplomatischen Dienst tätig. In seinen 1976 in der DDR erschienenen Erinnerungen beschrieb er die damalige Situation wie folgt:

Wir dürfen nicht vergessen, daß es in der kapitalistischen Welt noch immer eine Reihe, und zwar recht einflußreiche Gegner der Entspannung gibt. Sie werden mehr als einmal versuchen, die bisherige Entwicklung rückgängig zu machen. Doch die Lehren der Geschichte zeigen, überzeugend, wie wichtig es ist, derartigen Versuchen die Geschlossenheit überzeugter Kämpfer für den Frieden, der gesamten fortschrittlichen Menschheit entgegenzustellen.

Was geschah im Vorfeld der 2. Weltkrieges?

Wenn ich über Ereignisse der Vergangenheit, deren Zeuge ich gewesen bin, berichte, möchte ich zeigen, welch große Bedeutung zu jener Zeit der Kampf der Sowjetunion für den Frieden, ihre Appelle zur Schaffung eines Systems der kollektiven Sicherheit, zur Einheit der demokratischen Kräfte mit dem Ziel der Unterbindung der Aggression gehabt haben. Doch damals – in den dreißiger Jahren – waren die sogenannten westlichen Demokratien zu einem ernsthaften Übereinkommen mit der Sowjetunion nicht bereit. Im Gegenteil, sie taten alles, um den damals einzigen sozialistischen Staat auf unserer Erde zu isolieren, und ermunterten Hitler zur Aggression gegen die UdSSR.

„Nichtangriffspakt“ zwischen Deutschland und der Sowjetunion

Gerade weil Großbritannien und Frankreich beharrlich dagegen waren, mit der Sowjetunion in der Praxis zusammenzuarbeiten und die Abwehr der faschistischen Aggression zu organisieren, sah sich die Sowjetregierung gezwungen, im Jahre 1939 das Angebot Berlins zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes anzunehmen. Damit gelang es, den Krieg für nahezu zwei Jahre von der Sowjetunion fernzuhalten, Zeit für die Vorbereitung auf die unvermeidliche Auseinandersetzung mit dem faschistischen Ungeheuer zu gewinnen.

Gleichzeitig führte die damals entstandene Situation dazu, daß die Westmächte, die der Sowjetunion eine Falle stellen wollten, selbst in tödliche Gefahr gerieten. Nachdem Hitlerdeutschland das bürgerliche Polen zerschlagen hatte, okkupierte es Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und dann auch Frankreich. Großbritannien bewahrte seine Insellage vor dem Schlimmsten. So schuf der objektive Verlauf der Ereignisse die Voraussetzungen für die Entstehung der Antihitlerkoalition, die nach dem Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion schließlich Wirklichkeit wurde. (…)
Überfall 1941Die Hitlerwehrmacht überfällt die Sowjetunion, 22. Juni 1941

Doch die Beziehungen waren kompliziert…

Einerseits einte sie das Streben, den gemeinsamen Feind zu schlagen, andererseits mußte die Tatsache, daß der Koalition Staaten unterschiedlicher gesellschaftlicher Systeme angehörten, ihr Verhältnis zueinander zwangsläufig beeinflussen. Faktisch war es der erste Versuch einer Zusammenarbeit kapitalistischer Staaten mit sozialistischen in diesem Ausmaß, noch dazu unter den höchst komplizierten Bedingungen eines beispiellosen Krieges.

Was wollten die Westmächte?

Die imperialistischen Kreise Großbritanniens und der USA setzten offensichtlich auf die Schwächung sowohl ihrer Hauptkonkurrenten – Deutschland und Japan – als auch ihres Verbündeten, der Sowjetunion. Die UdSSR und Deutschland, so spekulierten sie, werden sich im bewaffneten Kampf gegenseitig so weit schwächen, daß es den USA und Großbritannien ein leichtes sein wird, für sich vorteilhafte Friedensbedingungen zu diktieren.

Mit diesen Bestrebungen waren viele dramatische Momente des zweiten Weltkrieges verbunden: die hinausgeschobene Eröffnung der zweiten Front in Europa, Churchills Balkanabenteuer, die Verzögerungen bei der Lieferung englisch-amerikanischen Kriegsmaterials an die Sowjetunion in den für sie schwersten Monaten des Krieges usw. Die gleichen Bestrebungen bestimmten auch die Nachkriegspolitik der USA und Großbritanniens voraus – sie lagen dem von den imperialistischen Mächten entfesselten kalten Krieg gegen die Sowjetunion und die anderen sozialistischen Länder zugrunde.

Der Haß gegen die neue Gesellschaftsordnung

Blickt man heute … zurück, so kann man nicht übersehen, daß die Politik der führenden kapitalistischen Staaten im Grunde seit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Rußland von ihrem Haß gegen die neue Gesellschaftsordnung bestimmt war. Die herrschenden Kreise dieser Mächte waren der Ansicht, daß der Geschichte im Oktober 1917 ein „Fehler“ unterlaufen, daß die Geburt der sozialistischen Ordnung auf einem Sechstel der Erde „gesetzwidrig“ sei. Und sie versuchten mit einer Beharrlichkeit, die eines besseren Zwecks würdig gewesen wäre, wieder und wieder, diesen „Fehler“ zu „korrigieren“, das heißt, das sozialistische Land zu liquidieren, die Welt in den Zustand der ungeteilten Herrschaft des Kapitalismus zurückzuversetzen.

Interventionsmächte auf Eroberungskurs

Die Intervention der 14 Mächte gegen den jungen Sowjetstaat, die dreisten Überfälle der japanischen Militaristen auf die Sowjetunion, die Provokationen und Diversionen jeder Art, die Ermunterung und Unterstützung Hitlers in seinem Streben, im Osten „Lebensraum“ zu erobern, die Versuche, die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg, in dem man sie im Grunde allein gegen das über die Ressourcen fast ganz Europas verfügende Hitlerdeutschland kämpfen ließ, zu schwächen, und schließlich die Spekulationen auf das Atommonopol der USA und die Entfesselung des kalten Krieges – all das sind ruhmlose Etappen ein und derselben Politik, einer Politik, die der sozialistischen Ordnung das Existenzrecht absprach und die Möglichkeit der friedlichen Koexistenz zweier entgegengesetzter Gesellschaftssysteme auf unserem Planeten negierte.

Quelle:
W.M.Bereshkow, Jahre im diplomatischen Dienst, Dietz Verlag Berlin, 1976, S.6-8.

(Der 1916 im vorrevolutionären Rußland geborene und 1998 in den USA verstorbene Bereshkow war ein sowjetischer Dolmetscher im diplomatischen Dienst, er übersetzte auch für Hitler, für Stalin und Gromyko. Doch er war kein Kommunist. Daß er später auf die Seite des politischen Gegners überwechselte, in den USA promovierte und von dort aus diffamierende Äußerungen und Lügen über Stalin und seine sowjetische Heimat verbreitete, ändert nichts an der Richtigkeit seiner damaligen Feststellungen.)

Siehe auch:
22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Die Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

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Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes

Am 7. Mai 2011 jährte sich zum 66. Male der Tag der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Faschismus – das Ende des 2. Weltkriegs: Ruinen, Schutt und Asche, zerstörte Städte, verwüstete Landschaften, eine desorganisierte und gelähmte Wirtschaft, Millionen und Abermillionen Tote. Millionen wurden in tiefste Not und größtes Elend gestoßen.

Wer trägt die Schuld an dieser Katastrophe?

In einem Aufruf des ZK der KPD vom 11.Juni 1945 heißt es:
AufrufWie kam es zum Faschismus?

Als die herrschenden Kreise der bürgerlich-parlamentarischen Staatsordnung in Deutschland keine ausreichende Gewähr mehr sahen, die revolutionären Kräfte niederzuhalten und ihnen ihr Streben nach Maximalprofit und nach Machtausdehnung gefährdet erschien, begannen sie, eine faschistische Diktatur zu errichten. Die monopolistischen Rüstungsindustriellen, die Großindustrie und die reaktionären, feudalen Großgrundbesitzer, die Hitler 1933 an die Macht gebracht hatten, sorgten nun auch im Inneren des Landes dafür, daß sich die Naziideologie ungehindert ausbreiten konnte und das deutsche Volk auf den totalen Krieg vorbreitet wurde.

Kriegsvorbereitungen in Deutschland nach 1933

a) militärisch: Nach 1933 begann die fieberhafte Aufrüstung. 90 Mrd. Reichsmark wurden bis 1939 für die Rüstung ausgegeben, Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst und militaristische Jugenderziehung erfaßten alle Bereiche des täglichen Lebens. Eine Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, im Bund Deutscher Mädchen oder in anderen Wehrorganisationen war für Jugendliche kaum zu umgehen. Am 16. März 1935 wurde die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt.

b) wirtschaftlich: Mit der Machtübernahme durch Hitler wurde die gesamte Wirtschaft auf den totalen Krieg umgestellt. Es wurde die Arbeitsdienstpflicht eingeführt, die Betriebe wurden auf Rüstungsproduktion umgestellt und die Lebenshaltung des Volkes wurde eingeschränkt: „Kanonen statt Butter!“

Import kriegswichtiger Stoffe (monatlich):
1932: 115 Mio. RM
1936: 155 Mio. RM
Buttereinfuhr (monatlich):
1929: 136.000 Tonnen
1936: 75.000 Tonnen

c) politisch: In der Öffentlichkeit sprachen Hitler und andere Vertreter des Naziregimes von der „Ankurbelung der Wirtschaft“ und „Überwindung der Arbeitslosigkeit“, vom „aufrichtigen Friedenswillen“ der Regierung. Das blieb nicht wirkungslos, da die große Masse des Volkes noch unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatte. Presse, Rundfunk, Film und Theater wurden gleichgeschaltet, durch sog. „Notverordnungen“ wurde der staatliche Terror legalisiert, und es begann eine wilde Verfolgung der Juden. Alle nichtfaschistischen Organisationen wurden ausgeschaltet, fortschrittliche Gedanken sollten „ausgemerzt“ werden, und es wurde damit begonnen, insbesondere die Jugend auf den Krieg vorzubereiten. Stalin schilderte auf dem 18. Parteitag der KPdSU die Verwerflichkeit einer solchen Politik.
St18Pttgd) ideologisch: Hitler hatte verkündet, er werde den „ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas“ stoppen und den Blick „nach dem Land im Osten“ richten. Er strebte die Eroberung der Sowjetunion an. Der Völkische Beobachter schrieb am 18. Oktober 1941: „Selbstredend soll der deutsche Soldat an der Ostsiedlung beteiligt sein. Die wirtschaftlichen Bedingungen für die Ostsiedler werden besonders günstig sein.“

e) diplomatisch: Nach 1933 begann die deutsche Diplomatie systematisch die Vorbereitung der Aggression: Austritt aus dem Völkerbund (1933), Militärbündnis mit Italien und Antikominternpakt Deutschl.-Italien-Japan (1936-37), der „Anschluß“ Österreichs (1938), das Münchner Abkommen Deutschl.-Italien (1938) mit der Zerschlagung und Annexion der Tschechoslowakei, die deutsche Beschwichtigungspolitik im Verbund mit den Westmächten usw.

Im Jahre 1941 begann der Überfall auf die Sowjetunion.

Aufgrund ihrer drückenden Übermacht stieß die deutsche Wehrmacht in weite Teile der Sowjetunion vor. In maßloser Fehleinschätzung verkündete Anfang Oktober der Völkische Beobachter:
Feldzug
Nach der verheerenden Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad rief Goebbels 1943 im Berliner Sportpalast: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ und die Massen schrieen: „Ja!“

Die Mitschuld des deutschen Volkes

Diese Mitschuld beginnt nicht erst 1933. Die Deutschen folgten schon im 1. Weltkrieg willig den Kriegstreibern. Begeistert waren die jungen Männer 1914 in den Krieg gezogen. Zu Tausenden fielen sie in Langemark, Verdun und Ypern…
1. Unterstützung der Nazipolitik: 1932 stimmten 10 Millionen Deutsche völlig freiwillig für die Nazipartei, obwohl das deustche Volk gewarnt wurde: „Hitler bedeutet Krieg!“
2. Billigung der nazistischen Raubideologie: Obwohl die Nazis nmach der Machtübernahme keinen Hehl aus ihren Raubabsichten machten und offen mit den Kriegsvorbereitungen begannen, hat die Mehrheit des deutschen Volkes diese Raubpolitik Hitlers unterstützt.
3. Bestechung der Volksmassen durch die Nazis: Das Volk ließ sich auf verschiedne Weise von den Nazis bestechen.

a) Arbeitsbeschaffung duerch Rüstung und Krieg. Obwohl die Arbeitsbeschaffung („Vierjahrespläne“) offensichtlich der Kriegsvorbereitung diente, waren breite Schichten des Volkes mit dieser Arbeitbeschaffung zufrieden.
b) Siedlungsland in den besetzten Ländern. Den Soldaten wurde Siedlungsland versprochen, sie konnten in den Kasernen bei ihrem Einrücken entsprechenbde Anträge stellen.
c) Ernährung des deutschen Volkes auf Kosten der unterdrückten Völker. Goebbels erklärte: „Wir kämpfen für einen gutgedeckten Frühstsückstisch.“ Göring: „Wenn gehungert werden soll, dann nicht bei uns!“ Das deutsche Volk hat in dem 2.Weltkrieg trotz seiner längeren Dauer weniger gehungert als in den Jahren 1917-18, aber in den von Hitler besetzten Ländern starben täglich unzählige Menschen Hungers.
d) Unterwerfung unter den Terror der Nazis. Das deutsche Volk leistete keinen Widerstand gegen die Gestapo und die SS, die es zur Fortsetzung des längst verlorenen Kriegs zwangen. Die deutschen Soldaten verübten Grausamkeiten „auf Befehl“.

Dennoch:
KampfWelche Rolle spielten die deutschen Kommunisten?

Die Kommunistische Partei war die einzige Partei, die keinerlei Kompromisse mit den Nazis einging und stets den Kampf gegen Faschismus und Krieg geführt hat. Tausende deutscher Kommunisten wurden von der Gestapo verhaftet, gefoltert und in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet. Darunter auch der Vorsitznde der KPD Ernst Thälmann. Dennoch trifft auch die Kommunisten eine gewisse Mitschuld. In ihrem Aufruf des ZK der KPD vom 11. Juni 1945 erklärte die Kommunistische Partei:
SchuldIm Resüme des 2. Weltkriegs (1939-1945)

Der Krieg forderte 55 Millionen Tote. Mit über 20 Millionen Toten , 1.700 zerstörten Städten, 70.000 verwüsteten Dörfern brachte die UdSSR die größten Opfer. Fast 11 Millionen Menschen wurden in faschistischen Konzentrationslagern ermordet. Die direkten Kriegsausgaben betrugen etwa 935 Milliarden Dollar.

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Literatur:
(1) Die Kriegsschuld Deutschlands, Herausg. vom ZK der KPD, o.D.
(2) Verfolgung, Vertreibung, Vernichtung. Dokumente des faschistischen Antisemitismus 1933-1942, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983.

Vortragsdisposition
Das ist die oben zitierte
Vortragsdisposition des ZK der KPD

Anmerkung:
Wer heute von „Aufarbeitung der Geschichte“ spricht, und glaubt, die Nazi-Kriegsverbrecher den ehemaligen Mitarbeitern des MfS der DDR gleichsetzen zu müssen, der betreibt eine Geschichtsfälschung, die der verlogenen Ideologie der Nazis in keiner Weise nachsteht. Wie es um die tatsächliche „Aufarbeitung der Geschichte“ bestellt ist, zeigt die hier aufgeführte Korrespondenz
(http: //www. systemkritik.de/bmuhl/forschung/brd/jugendamt_muenster_fall_haase
/pc_beschlagnahme/ns_fahndung/Belohnung_NS_Verbrecher.html – die Quelle zu diesem Link wurde offenbar von der Zensur oder per juristischer Verfügung gelöscht.)
Um einen besseren Einblick zu bekommen, empfiehlt es sich, das Braunbuch „Kriegs- und Naziverbecher in der Bundesrepublik“, erschienen im Staatsverlag der DDR, 1965, zu Rate zu ziehen.

Siehe auch:
22. Juni 1041 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion
Wofür führte Hitler Krieg?
Sowjetunion: Der Große Vaterländische Krieg
Sie werden es nicht verstehen, diese bürgerliche „Historiker“…

Wer oder was sind "linke Kommunisten"?

Es ist nicht gerade neu, daß die Konterrevolution sich immer wieder „linker“ Phrasen bzw. Agenten bedient, um Kommunisten zu denunzieren und der kommunistischen Partei zu schaden. Bereits in der Zeit um die Oktoberrevolution 1917 hatten sogenannte „linke Kommunisten“ mehrfach Verrat geübt und andere Verbrechen begangen. Hier einige Beispiele:

1. Enthüllungen über Revolutionspläne

Noch am Vorabend der Revolution hatten Kamenjew und Sinowjew in der menschewistischen Zeitung „Nowaja Shisn“ verbreitet, daß sie den unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Aufstand für ein Abenteuer hielten. Sie enthüllten damit dem Feind den Beschluß des Zentralkomittees und verrieten die Revolution. Rußland befand sich in dieser Zeit im Kriegszustand mit Deutschland und Österreich. Als am 3. Dezember 1917 in Best-Litowsk die Friedensverhandlungen begannen, stand die Existenz der jungen Sowjetrepublik auf dem Spiel. Doch es gelang schließlich, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen und die Revolution zum Siege zu führen.

2. Verrat an die Interventionstruppen

Trotzki und eine Gruppe „linker Kommunisten“ begannen daraufhin einen wütenden Kampf gegen Lenin und forderten die Fortsetzung dieses Krieges. Am 10.Februar 1918 brachte Trotzki, der als Vorsitzender der Sowjetdelegation mit den Friedensverhandlungen beauftragt war, die Verhandlungen gegen die ausdrückliche Weisung Lenins handelnd zum Scheitern. Infolge dessen brach die deutsche Regierung den Waffenstillstand ab und ging in die Offensive über. Dieser Verrat Trotzkis kam die junge Sowjetrepublik teuer zu stehen. Die Interventionstruppen besetzten Lettland und Estland. Die Ukraine wurde in einen Vasallenstaat verwandelt und die Sowjetunion hatte an Deutschland hohe Kontributionen zu zahlen.

3. Boykott des sozialistischen Aufbaus

In den Jahren nach der Oktoberrevolution entfaltete die Partei Lenins einen energischen Kampf gegen den Schlendrian in der Produktion und gegen den Mangel an Arbeitsdisziplin in den Industriebetrieben. Das war nicht leicht. Und Lenin wies darauf hin, daß dieser Kampf um hohe kameradschaftliche Arbeitsdisziplin eine „ganze historische Epoche“ in Anspruch nehmen werde. Doch auch hier führten die „linken Kommunisten“ einen verschärften Kampf gegen Lenin. Gemeinsam mit den Sozialrevolutionären und den Menschewiki wandten sich Bucharin, Ossinski und andere gegen die Einführung der Arbeitsdisziplin, gegen die individuelle Leitung in den Betrieben und gegen das Rentabilitätsprinzip. Im kurzen Lehrgang der Geschichte der KPdSU lesen wir [1]:
Phrasen4. Ermordung des deutschen Botschafters

Als am 4. Juli 1918 der V. Sowjetkongreß eröffnet wurde, entfalteten „linke“ Sozialrevolutionäre einen wütenden Kampf gegen Lenin. Sie forderten die Beendigung des Kampfes gegen die Kulaken und die Entsendung von Arbeitern zur Lebensmittelbeschaffung in die Dörfer. Doch damit stießen sie auf den harten Widerstrand der Mehrheit der Kongreßabgeordneten. Dann versuchten diese „Linken“ eine erneute Provokation. Der „linke“ Sozialrevolutionär Blumkin drang in die deutsche Botschaft ein und ermordete den deutschen Botschafter Mirbach. Nur mit Mühe gelang es der Sowjetregierung einen Krieg abzuwenden und damit die Provokation der Konterrevolutionäre zu durchkreuzen.

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FAZIT: Die „linken Kommunisten“ sind eine konterrevolutionäre Strömung innerhalb der kommunistischen Bewegung, die sich aus kleinbürgerlichen Denk- und Verhaltensweisen ergibt. Und ihre antikommunistischen Methoden sind vielfältig. Schon Karl Marx wies darauf hin, daß diese Leute nicht unbedingt einfache Warenproduzenten, Händler usw. zu sein brauchen. »Sie können ihrer Bildung und ihrer individuellen Lage nach himmelweit von ihnen getrennt sein. Was sie zu Vertretern des Kleinbürgers macht, ist, daß sie im Kopfe nicht über die Schranken hinauskommen, worüber jener nicht im Leben hinauskommt, daß sie daher zu denselben Aufgaben und Lösungen theoretisch getrieben werden, wohin jenen das materielle Interesse und die gesellschaftliche Lage praktisch treiben.« [2]

Diese „linken“ Typen können Porschefahrer, Lehrer an kirchlichen Schulen, Journalisten, Rechtsanwälte, Bundestagsabgeordnete oder sonstwas sein. Es steht niemandem auf die Stirn geschrieben, welche politische Haltung er wirklich vertritt. Hinzu kommt, daß man heute nicht mehr, wie 1917, von einer geschwächten Bourgeoisie ausgehen kann. Die konterrevolutionäre Ideologie hat sich unter den Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise ständig reproduziert, modifiziert und verfeinert. Auch wenn die bisherigen Moral- und Wertvorstellungen in den kapitalistischen Industrieländern immer mehr erschüttert werden, und die Frage nach einer gesellschaftlichen Alternative hinter einer Nebelwand von manipulierenden Nachrichten, Geschichtsfälschungen, Allerweltsthemen, politischen Debatten und kulturellen Ablenkungen zu verschwinden droht – ein politisch bewußtes Handeln wird auch in Zukunft nur möglich sein, wenn die Arbeiterklasse als die revolutionärste Klasse die politischen und ökonomischen Zusammenhänge in dieser kapitalistischen Gesellschaft begreift. Man muß auch heute wieder den Marxismus-Leninismus studieren, um in der Welt etwas verändern zu können.

Schon 1978 schrieben Erich Hahn und Alfred Kosing, an die Jugend gerichtet [3]:
FazitZitate:
[1] Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Verlag der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin – 1946, S.267.
[2] Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. In: MEW, Bd.8, S.142.
[3] E.Hahn/A.Kosing, Marxistisch-leninistische Philosophie geschrieben für die Jugend, Dietz Verlag, Berlin, 1978, S.21.

Palästina – eine nationale Tragödie

Israel
Der Landverlust Palästinas von 1946 bis heute

Kein Zweifel – Israel ist auf dem Vormarsch. Als eines der etwa 9 atomwaffenbesitzenden Länder hat Israel eine Vormachtstellung im Nahen Osten. Der ehemalige Ministerpräsident dieses Landes Yitzak Rabin wird wie folgt zitiert: „Wir werden die Palästinenser vernichten wie die Heuschrecken und ihre Köpfe an die Wand schlagen.“ (New York Times, 1.April 1988) Wo ist da der Unterschied zu jenem Gröfaz, der das „jüdische Gift“ zu vernichten trachtete und diesen Reden auch Taten folgen ließ??

Die Auswirkungen dieser verbrecherischen Ideologie sehen wir im folgenden UN-Bericht:

New York (Farsnews) – Laut einem Bericht des offiziellen Vertreters der Vereinten Nationen hat Israel seit dem Jahr 2000 insgesamt 1300 palästinensische Kinder getötet. Wie Richard Falk bekannt gab, wurden die Kinder entweder beim Spielen oder anderen Tätigkeiten vorsätzlich zum Ziel genommen. Auf Kinder die bei kriegerischen Handlungen durch israelische Kräfte oder bei Bombardierungen ums Leben kamen, wurde nicht hingewiesen.
Palestinian child
Wie ein Reporter der Tageszeitung Al Watan aus Genf hinweisend auf den Falk-Bericht begannt gab, seien die Kinder entweder beim Fußballspielen, bei Spaziergängen am Strand oder in ihren Wohnungen beim Beobachten israelischer Soldaten durch Direktschüsse der Besatzerkräfte getötet worden. Falk wies in dem Bericht, der an den UN-Menschenrechtsrat gerichtet war darauf hin, dass allein im Jahr 2010 17 palästinensische Kinder beim Steine sammeln erschossen wurden, die sie für den Wiederaufbau ihrer beim Gaza-Krieg zerstörten Häuser verwenden wollten. Zudem seien 226 Palästinenser derzeit ohne Grund in israelischen Haftanstalten eingekerkert. Zu bemerken ist, daß Israel im Jahr 2009 Falk untersagt hatte, die Palästinensergebiete zu besuchen.

Quelle:
IRIB World Service, 21. Mai 2011

Siehe auch:
Der Krieg ist ein Computerspiel
Was ist eigentlich Antisemitismus?
Das heutige Israel und der Antisemitismus
Lexikon: Was ist Zionismus?

Was man noch über Streiks wissen sollte…

StreikWenn in der BRD hin und wieder mal um höhere Löhne gestreikt wird, dann finden sich sofort auch ein paar empörte „Leserbriefschreiber“, die sich über Zugverspätungen, Unterrichtsausfall, geschlossene Läden und dgl. beschweren. Natürlich hat man kein Verständnis für die Streikenden, und von Solidarität kann da erst recht keine Rede sein. Wenn sich dann die sogenannten „Arbeitsgeber“ sogar noch gesprächsbereit zeigen, ist der ganze Spuk vorbei und alles geht wieder seinen Gang. Und Beamte sind von Streiks ja sowieso schon ausgeschlossen (erzählt man ihnen). Bestenfalls springt dann vielleicht auch mal eine einprozentige Lohnerhöhung raus, und der soziale Frieden ist wieder hergestellt. Oder? Das Streikrecht ist jedenfalls ein langerkämpftes Recht der Arbeiterklasse. In vielen Ländern gibt es Streiks. Und darüber sollte man nun doch etwas wissen!

Was ist ein Streik?

Ein Streik [engl.: strike, „Schlag“, „Streich“], auch Ausstand genannt, ist die gemeinsame Arbeitsniederlegung im Kapitalismus. Sie erfolgt meist organisiert, um soziale oder politische Forderungen durchzusetzen. Der Streik ist ein Ausdruck des Klassenkampfes und des unüberbrückbaren Widerspruchs zwischen Proletariat und Bourgeoisie. Er ist ein wichtiges Kampfmittel des Proletariats gegen Entrechtung und Ausplünderung, gegen Kriegsvorbereitung und Unternehmerwillkür. Durch den Streik entwickelt sich das Klassenbewußtsein und die Klassensolidarität der Ausgebeuteten. Es gibt verschiedene Formen des Streiks, vom Lohnstreik bis zum politischen Massenstreik, dem Generalstreik.[1]

Was versteht man unter dem Streikrecht?

Das Streikrecht ist ein von der Arbeiterklasse erkämpftes Recht in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung auf Arbeitsverweigerung bzw. Arbeitsniederlegung, um die Erfüllung bestimmter politischer und sozialer Forderungen zu erzwingen; immanenter Bestandteil des Koalitionsrechts. Im Verlaufe, ihres Klassenkampfes erreichte die Arbeiterklasse vieler kapitalistischer Länder in Gestalt des Streikrechts die juristische Anerkennung des Streiks als legitimes Kampfmittel.

Im Imperialismus ist das Streikrecht den verstärkten Angriffen der herrschenden Kreise der Bourgeoisie ausgesetzt. Das staatsmonopolistische Regime betreibt eine Politik der zunehmenden Einschränkung des Streikrechts, um wirkungsvolle politische Kampfaktionen gegen das Profit- und Machtstreben der Monopole von vornherein unmöglich zu machen.

In der (…) Bundesrepublik wird das Streikrecht diffamiert, obgleich es in einigen Länderverfassungen (z. B. Hessen, Rheinland-Pfalz, Bremen) ausdrücklich verankert ist und auch aus dem westdeutschen Grundgesetz abgeleitet werden kann. Vor allem wird versucht, Streiks als sog. wilde Streiks für ungesetzlich zu erklären; die Gewerkschaften sowie die Streikteilnehmer werden zu materiellen Sanktionen verurteilt bzw. werden ihnen solche zur Abschreckung von den Gerichten angedroht. Die Notstandsgesetze sehen sogar ein Streikverbot vor. Der Kampf für die Verteidigung des Streikrecht ist deshalb wichtiger Bestandteil des allgemeindemokratischen, antiimperialistischen Kampfes in der Gegenwart.

In den sozialistischen Staaten, wo die Werktätigen selbst die Herren der Betriebe und durch vielfältige Formen in die Leitung von Staat und Wirtschaft einbezogen sind, haben der Streik und demzufolge das Streikrecht völlig ihren Sinn verloren; sie würden sich vielmehr gegen die Interessen der Werktätigen selbst richten. [2]

Und ein Juristisches Wörterbuch [3] der kapitalistischen BRD belehrt uns:
„Der Streik … ist ein Mittel des Arbeitskampfes. Er kann … organisierter (von Gewerkschaften geleiteter) oder wilder – und damit rechtswidriger – Streik“ sein. (S.315) Wobei der Arbeitskampf als „absichtliche Ausübung wirtschaftlichen Drucks durch gemeinsame Maßnahmen zur Erreichung eines bestimmten Zieles … grundsätzlich rechtmäßig“ ist. (S.21)

Quelle:
[1] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.619.
[2] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1967, S.646.
[3] Gerhard Köbler, Juristisches Wörterbuch, Verlag Franz Vahlen, München, 1986.

Was ist Chauvinismus?

Nicht selten findet man in der BRD auch heute noch chauvinistische Ansichten, und nicht nur an den Stammtischen. Das hat eine gewisse Tradition. Oft werden Vorurteile von einer Generation auf die andere übertragen. Dies zu ändern ist eben eine Frage der Erziehung. Allein schon deshalb durchzog der proletarische Internationalismus, wie er durch K.Marx und F.Engels im Kommunistischen Manifest begründet wurde, in der DDR praktisch die gesamte sozialistische Pädagogik.

Ein typisches Beispiel von Chauvinismus

Der Arzt Dr.Ludwig Külz (1875-1938) war Chauvinist. In Borna rühmt man sich seiner, in dem man schreibt, Külz setzte sich „…verstärkt für die Belange der ‚Neger‘ ein, letztendlich waren sie für ihn auch Menschen. Das war für diese Zeiten nicht selbstverständlich.“ Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen. Er schreibt: „Werfen wir einen Blick auf das schwarze Material der Schutz- und Polizeitruppe. Das Wort ‚Soldat‘ ist für diese Gesellschaft nach meinem Geschmack viel zu schön. … Man wird einem Schwarzen wohl Gewehrgriffe und das Exerzierreglement beibringen können, aber alles das, was wir unter dem Begriffe des soldatischen Geistes zusammenfassen, nicht. Wir können ihn in den Tropen zwar nicht entbehren, aber allzu stolz dürfen wir auf ihn nicht sein. Wenn er auch rücksichtslos auf den Feind losgeht, so tut der dies natürlich nicht im Dienste für das Vaterland oder aus irgendwelchen edleren Regungen, sondern lediglich, weil die seit Jahrhunderten ihm in den Gliedern sitzende Freude am Kampfe wieder einmal zum Durchbruch kommt, weil er wieder Gelegenheit findet, sich als den Überlegenen zu finden und mit der Erlaubnis des Weißen seinen Gegner niederzuschießen. … Ich glaube, daß bisher viel zu viel Nachsicht gegen diese Gesellschaft geübt wird, weil der heimische Soldatenbegriff ungerechtfertigterweise auf sie übertragen wird. … Wir müssen uns der schwarzen Soldaten wohl in Ermangelung eines Bessern als Werkzeug bedienen, aber unsere Autorität kann er ebensowenig repräsentieren, wie der Henker die Gerechtigkeit verkörpert.“ [1] Und daß Külz die ‚Neger‘ bei ‚Insubordination‘ und kleineren Vergehen mit Prügelstrafen züchtigen ließ, gehörte zu jener Zeit wohl eher zu den Selbstverständlichkeiten des kolonialen Regimes. (S.136)

Was verstehen wir nun unter Chauvinismus?

„Der Chauvinismus [schowinismus; (franz.)] ist eine Form der imperialistischen Ideologie und Politik, die besonders die Aggressivität des staatsmonopolistischen Systems zum Ausdruck bringt. Die Quelle des Chauvinismus ist der Nationalismus. Wesentlicher Inhalt des Chauvinismus ist die Verachtung anderer Nationen und Völker, die bis zur Rassenhetze (z.B. im Faschismus), zur Propagierung offener Feindschaft zwischen den Nationen und Staaten und zur direkten Kriegshetze getrieben wird. Zweck chauvinistischer Agitation und Propaganda ist es, alle Schichten des Volkes geistig auf einen Krieg vorzubereiten, der den revanchistischen Zielen und Eroberungsplänen der Bourgeoisie dient. Die internationale Solidarität der Arbeiter soll verhindert werden.

Der Chauvinismus ist auch auf die Unterdrückung der eigenen Nation gerichtet. Der Klassencharakter des Chauvinismus und seine enge Verbindung mit dem Antikommunismus zeigt sich deutlich in den politischen Konsequenzen. Die gegen die sozialistischen Länder gerichtete Politik der reaktionären imperialistischen Kräfte hat chauvinistische, revanchistische und antikommunistische Ideen zur Grundlage. Die Hauptwaffen der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten im Kampf gegen den Chauvinismus sind sozialistischer Internationalismus und Patriotismus.“ [2]

Quellen:
[1] Dr.Ludwig Külz, Blätter und Briefe eines Arztes aus dem tropischen Deutschafrika, Verlagsbuchhandlung von Wilhelm Süsserott, Berlin, 1910, S.304-306.
[2] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.120f.

Warum sind wir gegen die Atomkraft?

atomkraft-nein-dankeARGUMENTE GEGEN DIE ATOMKRAFT

1) Der Imperialismus ist und bleibt unberechenbar.
Nahezu sämtliche Atomkraftwerke sind in den Händen imperialistischer Staaten.

2) Profit ist wichtiger als die Sicherheit der Menschen.
An der Strahlungssicherheit und der Beseitigung der Folgeschäden haben die beteiligten Energiekonzerne kein größeres Interesse. Es geht ihnen allein um den momentanen Gewinn, und das sind in Europa rund 1 Million Euro pro AKW und Tag.

3) Es gibt kein atomares Gleichgewicht.
Die atomwaffenbesitzenden Staaten sind in der Übermacht. Eine Kontrolle über den Bau von Atomwaffen ist unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich.

4) Gefahren und Schäden durch Atomkraft sind nicht zu verhindern.
Trotz der hochentwickelten technologischen Möglichkeiten konnten Reaktorunfälle bisher nicht vermieden werden.

5) Die Folgen der Anwendung von Atomkraft sind nicht mehr zu beseitigen.
Es gibt keine Lösung für die mit dem Einsatz der Atomenergie verbundenen Probleme (Strahlungsemission in der Nähe der AKW, Belastung des Grundwassers, fehlende Endlagerstätten, durch Atomexplosionen verstrahlte Regionen wie Sellafield, Harrisburg, Majak, Tschernobyl und Fukushima u.a.) http://vimeo.com/17432730

6) Die Weiterverbreitung der Atomkraft kann nicht mehr verhindert werden.
Die Zahl der atomwaffenbesitzenden Staaten nahm ständig zu, und es ist keineswegs ausgeschlossen, daß nicht auch sogenannte „begrenzte Atomwaffenschläge“ ins Kalkül gezogen werden. Von den USA und von der NATO wird heute sogar Uranmunition eingesetzt.

„BAHNBRECHER DES ATOMZEITALTERS“

In diesem Buch beschreibt Friedrich Herneck die Wirkung, die der Einsatz der Atombomben durch die US-amerikanischen Militärs auf die an ihrer Herstellung beteiligten Physiker macht. Da ist von tiefem Abscheu bis hin zu einer gewissen Gleichgültigkeit die Rede. Der Physiker Enrico Fermi war sogar der Meinung, bei der Herstellung der Atomwaffen handle es sich sozusagen um „schöne Physik“.
BahnbrecherDer Massenmord wird einkalkuliert

Die USA-Imperialisten waren gewillt, die Macht, die Ihnen die Atomforscher ausgehändigt hatten, in brutalster Form zur Schau zu stellen, um die Menschheit zu erschrecken und die Welt für die amerikanischen Vorherrschaftsansprüche gefügig zu machen. Militärisch war die Zerstörung der beiden japanischen Großstädte mit Atombomben zu jenem Zeitpunkt ebenso sinnlos, wie ein halbes Jahr zuvor die barbarische Verwüstung der Kunststadt Dresden mit den Mitteln des »konventionellen« Luftterrors.

Eines der größten Verbrechen der USA an der Menschheit

Die Schandtat von Hiroshima und Nagasaki – die angewandte »schöne Physik« Fermis, die zweihunderttausend Menschen das Leben kostete – richtete sich nicht nur gegen die japanische Zivilbevölkerung; sie sollte zugleich die militärische Überlegenheit der USA gegenüber der Sowjetunion, die damals noch nicht über Kernwaffen verfügte, in unmißverständlicher Weise demonstrieren. Die Atomblitze über Japan waren das Flammenzeichen für das Ende des zweiten Weltkrieges. Sie kennzeichneten aber zugleich den Beginn jener ruchlosen »Politik der Stärke«, die dann in wechselnden Formen die internationalen Beziehungen vergiftete und die Völker mehrmals an den Rand des Krieges führte.

„…aus allen Poren blut- und schmutztriefend“

Das Atomzeitalter, das mit der ersten praktischen Anwendung der Kernenergie am 6. August 1945 begann, trat in Erscheinung mit einem teuflischen Massenmord, ermöglicht durch die Leistungen von Wissenschaftlern, die sich – wie es in einem offenen Brief an Oppenheimer hieß – als »brillante Mitarbeiter des Todes« bewährten. Was Karl Marx vom Kapital und der bürgerlichen Gesellschaft sagte, gilt in noch viel grauenhafterem Ausmaß von der befreiten Atomenergie und vom Atomzeitalter: Sie kamen zur Welt »von Kopf bis Zeh, aus allen Poren blut- und schmutztriefend«.

Truman gab den Befehl am 16. Juli 1945 zum Massenmord

Das amerikanische Atomverbrechen machte auf alle humanistisch gesinnten Menschen einen bestürzenden Eindruck. Als Albert Einstein die Meldung im Rundfunk hörte, war er buchstäblich sprachlos vor Entsetzen; er konnte nichts sagen als: »O weh!«. Die Erklärung Trumans, die USA hätten bei dem größten wissenschaftlichen Hasardspiel der Geschichte zwei Milliarden Dollar eingesetzt und glänzend gewonnen, empörte ihn tief. Immer wieder verurteilte Einstein diesen Akt der Menschenverachtung, und er bedauerte es, daß er den Brief an Roosevelt geschrieben und damit die Atomwaffenerzeugung in Gang gebracht hatte. (…)

„Besser ein paar tausend Japaner sind draufgegangen…“

Die deutschen Atomforscher, die damals in England in Geheimhaft waren, hörten im Londoner Rundfunk die Nachricht über den Bombenabwurf auf Japan. Zunächst wollten sie nicht an eine »Atombombe« glauben. Als sich die Meldung jedoch bestätigte, war Otto Hahn am meisten davon berührt und am tiefsten erschüttert, weil seine Entdeckung vom Dezember 1938 dieses grauenhafte Verbrechen ermöglichen half. Wie Max von Laue berichtete, erklärte Otto Hahn mit Abscheu: »Damit habe ich nichts zu tun.« Es mußte dem großen Forscher, dem Völkerfeindschaft und Rassenhaß wesensfremd sind, wie ein blutiger Hohn erscheinen, als ihn einer der bewachenden Offiziere mit der Bemerkung zu beruhigen suchte: »Besser, ein paar tausend Japs sind draufgegangen, als ein einziger unserer Boys.«

Quelle:
Friedrich Herneck, Bahnbrecher des Atomzeitalters, Buchverlag Der Morgen, Berlin (DDR), 1968, S.468.

Atomexplosion
Die „schöne Physik“ von Enrico Fermi

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KINOTIPP
YELLOW CAKE – Die Lüge von der sauberen Energie

Produktionszeitraum 2005–2010
108 Minuten, 35 mm, Dolby

Die Langzeitdokumentation widmet sich dem Anfang der atomaren Kette, dem Uranerzbergbau. Er ähnelt einer Terra incognita, denn seit fünfundsechzig Jahren bedeckt ihn ein Geflecht aus Lüge, Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Atomenergie spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle. Deutschland hätte allen Grund zur Sensibilität. Immerhin war die DDR bis 1990 drittgrößter Uranproduzent der Welt. Mit gigantischem Aufwand versuchen seit zwanzig Jahren Tausende ehemalige Bergleute, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Der Film begleitet über mehrere Jahre das größte Sanierungsprojekt in der Geschichte des Uranerzbergbaus. Fast sieben Milliarden Euro Steuergelder soll es am Ende kosten, doch ein Ende ist nicht in Sicht…

http://www.yellowcake-derfilm.de/

Hier noch ein Link mit zahlreichen interessanten Informationen:
Claudia’s Weblog

Siehe auch:
Die Atomlobby lügt
Über die Radioaktivität
Atomkatastrophe Fukushima

Der reaktionäre Minister Bismarck

Um die zunehmende Streikbewegung der revolutionären Arbeiterklasse im 19. Jahrhundert zu unterdrücken, erließ Bismarck 1878 das Sozialistengesetz. Dieses Gesetz verbot sämtliche sozialdemokratischen Vereine, Versammlungen und Druckschriften und sah für Verstöße gegen dieses Verbot hohe Geld- oder Gefängsnistrafen vor. Es förderte die militärstaatliche Willkür gegen die deutsche Arbeiterklasse
Robert Köhler StrikeDer Strike. Holzstich nach einem Gemälde von Robert Köhler aus „Illustrierte Zeitung“, 1886

Wozu muß man die Geschichte kennen?

Man braucht sich nicht zu wundern, wenn die junge Generation heute ein sehr verzerrtes Geschichtsbild hat und folglich auch über die gesellschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart so gut wie überhaupt nichts weiß. Vor allem Geschichtskenntnisse ermöglichen es, nicht nur die Vergangenheit zu begreifen, sondern auch die heutigen Zustände richtig (d.h. wissenschaftlich genau und zutreffend) einzuschätzen. Natürlich sieht vieles durch die Brille der Bourgeoisie anders aus. Das ist verständlich, wird doch die Bevölkerung nicht erst seit der Konterrevolution 1989 tagtäglich mit Falschinformationen beeinflußt und so im Sinne der Bourgeoisie manipuliert. Den meisten Menschen ist das heute kaum noch bewußt, und es ist möglicherweise auch der Grund für das verbreitete Desinteresse an politischen Fragen.

So dumm macht die deutsche Schulbildung

In einem Diskussionsbeitrag äußerte sich ein Teilnehmer über die angebliche „Sozialpolitik“ des damaligen Reichskanzlers Bismarck und über das „Kaisertum“ wie folgt: (Zitat) „Der Kanzler wurde allein vom Deutschen Kaiser ernannt oder wieder abgesetzt. Insofern erübrigt sich die Frage eigentlich, denn der Kanzler hatte keine Machtbefugnisse aus sich selbst heraus. Ob Bismarck oder Wilhelm II einen größeren Willen zu sozialen und demokratischen Veränderungen hatten, sieht man schon daran, daß Wilhelm II seinen Kanzler Bismarck schlicht abgesetzt hat, als Bismarck noch einmal die sogenannten Sozialistengesetze verschärfen wollte, d.h. härteres Vorgehen gegen die Gewerkschaften und SPD. Also ganz klare Antwort: Wir haben die sozialen Gesetze allein dem Deutschen Kaisertum zu verdanken.“ (Zitat Ende) – Man muß schon ein sehr beschränktes Wissen über die deutsche Geschichte haben, um derartige Dummheiten von sich zu geben. Tatsache ist, daß die herrschende Klasse – das „deutsche Kaisertum“, die Bourgeoisie und die Junker unter Bismarck – ihre Unterdrückung der Arbeiterklasse skrupellos verschärfte.

Wie die preußische Regierung gegen die Arbeiter vorging

Da sich 1885 infolge der zunehmenden Veränderungen des internationalen Kräfteverhältnisses die außenpolitischen Schwierigkeiten des Deutschen Reiches häuften, versuchte die Bourgeoisie mit juristischen Mitteln gegen die zunehmende Unzufriedenheit in der Bevölkerung, gegen die wachsende Streikbereitschaft und die damit einhergehende Organisiertheit der Arbeiter vorzugehen. Am 18. Mai 1885 unterzeichnete der Preußische Minister Puttkamer einen Erlaß, der es ermöglichte gegen die Arbeiterfachvereine vorzugehen. „Danach lag es im Ermessen der Polizei, Debatten über sozialpolitische Probleme wie Arbeiterschutz, Normalarbeitstag oder auch Sonntagsruhe zu politischen Diskussionen zu erklären und die Fachvereine bzw. Zentralverbände der verbotenen politischen Verbindung zu bezichtigen.“ [1] In der Folge davon wurden tatsächlich auch zahlreiche Verbote verhängt, die das Koalitionsrecht der Arbeiter entscheidend beschnitten. Puttkamer verfügte insbesondere über eine verschärfte Anwendung des Strafgesetzbuches, um die Arbeiter im Kampf um ihre Rechte einzuschränken und ihre Führer, wie August Bebel, Karl Frohme, Heinrich Dietz und andere zu verhaften und zu hohen Gefängnis- oder Geldstrafen zu verurteilen.

Der sozialdemokratische Abgeordnete Paul Singer enthüllte den Betrug

Am 18. Februar 1886 hatte Paul Singer im Reichstag enthüllt, daß die Polizei in Berlin den Spitzel Ferdinand Ihring-Mahlow in einen legalen Arbeiterverein eingeschleust hatte, wo dieser als Agent provocateur die Grundlage für eine weitere Verschärfung des Sozialistengesetzes geliefert hatte. Darüber schrieb auch W.I. Lenin am 8. (21.) Februar 1911 in der „Rabotschaja Gaseta“, Nr.3: „In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die deutsche liberale Bourgeoisie sich von der in Deutschland anwachsenden Revolution feige abwandte, mit der Regierung der Junker schacherte und sich mit der Allgewalt des Königs abfand, wandte sich Singer entschlossen dem Sozialismus zu. Im Jahre 1870, als die gesamte Bourgeoisie von den Siegen über Frankreich berauscht war und die breiten Massen der Bevölkerung sich von der niederträchtigen, den Menschenhaß predigenden ‚liberalen‘ Propaganda des Nationalismus und Chauvinismus mitreißen ließen, unterzeichnete Singer den Protest gegen die Lostrennung Elsaß-Lothringens von Frankreich. Im Jahre 1878, als die Bourgeoisie dem reaktionären Minister Bismarck, dem Minister der Gutsbesitzer (der ‚Junker‘, wie die Deutschen sagen), half, das Ausnahmegesetz gegen die Sozialisten durchzuführen, die Arbeitervereine aufzulösen, die Arbeiterzeitungen zu verbieten und mit tausenderlei Verfolgungen über das klassenbewusste Proletariat herzufallen – trat Singer endgültig der sozialdemokratischen Partei bei.“ [2]
Paul SingerPaul Singer (1844-1911)

Der rasch anwachsende Widerspruch großbürgerlicher Kreise gegen die expansionspolitische Enthaltsamkeit der Regierung unter Bismarck führte 1889 zu einer Verschärfung der inneren Krise. Außenpolitische Mißgriffe und Niederlagen ließen das Ansehen des Kanzlers weiter sinken, was zu internen Machtkämpfen zwischen Kanzler, Kaiser und Militärpartei führte. In der Folge dessen war Bismarck weitgehend isoliert.
Am 18. März 1890 reichte er sein Rücktrittsgesuch ein.

Zitate:
[1] Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (DDR), 1988, Band 5, S.292.
[2] W.I.Lenin , Die alten revolutionären Führer sterben dahin – es wächst und erstarkt die junge Armee des revolutionären Proletariats. Werke, Bd.17, S.76-79

Siehe auch:
Bismarck und das Sozialistengesetz

Was ist ein Revolutionär?

ArbeiterStreikende Arbeiter

Unter Revolution versteht man „den einfachen Sturz einer Regierung, der das Ergebnis einer kurzen Straßenschlacht sein kann. Das ist der engere Sinn des Wortes. Der weitere umfaßt den ganzen Entwicklungsprozeß eines neuen Gesellschaftsorganismus, der sich die entsprechende Staatsform zu schaffen hat.“ [1] (W.Liebknecht)

Nicht jeder, der heute von sich behauptet, ein Revolutionär zu sein, ist tatsächlich einer, und schon gar nicht jeder ist auch gleich ein Kommunist. Wer nur rrrrevolutionäre Sprüche klopft und lauthals die Abschaffung des Kapitalismus fordert, um anschließend wieder in seine vorgewärmten Pantoffeln zu schlüpfen, der wird wohl kaum zu revolutionären Taten fähig sein. Lenin schrieb 1913 seinen „Notizen eines Publizisten“:

„Ein Revolutionär ist der, der die Massen lehrt, auf revolutionäre Art zu kämpfen.“ [2]

Doch es gehört noch mehr dazu. Im Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik finden wir:
„Ein Revolutionär ist ein unbeugsamer Verfechter der Ziele der Revolution, der seine ganze Persönlichkeit uneigennützig in den Dienst der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft und des gesellschaftlichen Fortschritts stellt. Er tritt leidenschaftlich für die sich aus der gesetzmäßigen Entwicklung der Gesellschaft ergebenden revolutionären Ziele in der jeweiligen Epoche ein und handelt in Übereinstimmung historischen Prozeß. Jede historische Entwicklungsetappe bringt Revolutionäre hervor und stellt objektive neue Anforderungen an sie.

Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre

In der Klassengesellschaft ist erfolgreiches revolutionäres Wirken nur durch einen festen Klassenstandpunkt und durch leidenschaftliches Eintreten für die Ziele und Interessen der revolutionären Klasse möglich. Die Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, weil sie mit einer wissenschaftlichen Gesellschafts- und Revolutionstheorie ausgerüstet sind, damit Einblick in die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung haben und die Massen zu führen in der Lage sind; als der revolutionärste Teil der Arbeiterklasse vertreten sie zugleich die Interessen aller Werktätigen des eigenen Landes und als proletarische Internationalisten (proletarischer Internationalismus) treiben sie den revolutionären Weltprozeß voran.

Wer ist ein Revolutionär?

Revolutionäre Kämpfer, die ihre gesamte Tätigkeit legal und illegal der Organisierung, der unmittelbaren Vorbereitung der Massen auf die sozialistische Revolution sowie dem Aufbau und der Verteidigung des Sozialismus widmen, nennt Lenin Berufs-Revolutionäre. Der Begriff Revolutionär ist jedoch keinesfalls an eine berufliche Tätigkeit in der marxistisch-leninistischen Partei, in der, Organen des sozialistische Staates oder in den gesellschaftlichen Massenorganisationen gebunden. Auch kann die Ausübung einer gesellschaftlichen Funktion mit dem Begriff Revolutionär nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden.

Was sind die Eigenschaften eines Revolutionärs?

Revolutionäre zeichnen sich unabhängig von ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer gesellschaftlichen Stellung durch bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen aus. Das sind heute vor allem: feste Überzeugung von der Unbesiegbarkeit des Sozialismus, unbedingte Treue zur Sache der internationalen Arbeiterklasse und zum Marxismus-Leninismus, tiefe Liebe zum Volk und Volksverbundenheit; vorbehaltloses Eintreten für die enge brüderliche Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Staaten, internationale Solidarität, Standhaftigkeit und Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind, Unterordnung der persönlichen Interessen unter die der sozialistischen Revolution, Opferbereitschaft, mutiger und selbstloser Einsatz für die revolutionären Ziele und Aufgaben, kompromißloser Kampf um die Durchsetzung des Neuen, hohe gesellschaftliche Aktivität, revolutionäre Disziplin und Bescheidenheit. Revolutionäre sind zum Einsatz aller Kampfmittel und zur Ausnutzung aller Kampfformen bereit, wenn es der revolutionären Bewegung dient. Sie scheuen sich nicht, ihr Leben für die Revolution und den Schutz der Revolution einzusetzen. Das bedeutet jedoch nicht, daß Revolutionäre leichtsinnig mit ihrem eigenen Leben, mit dem Leben anderer umgehen oder es sinnlos als Märtyrer hingeben.
asalto palacio inviernoSturm auf das Winterpalais (1917)

Revolutionär oder Revoluzzer?

Nicht jeder, der sich Revolutionär nennt oder vorgibt, im Namen der Revolution zu sprechen und zu handeln, ist ein Revolutionär Die internationale revolutionäre Arbeiterbewegung kennt zahlreiche Beispiele dafür, daß jedes linksradikale – oft als revolutionär ausgewiesene – oder rechtsopportunistische Abweichen vom Marxismus-Leninismus – auch wenn es als revolutionäres Handeln deklariert wird – objektiv der Sache der sozialistischen Revolution, der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung schadet und alle Verfechter reformistischer oder pseudorevolutionärer Ideen gewollt oder ungewollt in das Lager der Reaktion führt.

Gab es in der in der DDR Revolutionäre?

In der sozialistischen Gesellschaft wird die Jugend unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei in revolutionärem Geist erzogen. Das zeigte sich im selbstlosen Einsatz der Jugendlichen für große Jugendobjekte, z.B. bei der Neulandgewinnung durch den Komsomol, dem Bau der Talsperre Sosa oder dem Bau der Erdgasleitung Orenburg. Das wurde auch deutlich in der Neuerertätigkeit, z.B. in den Erfolgen der Messen der Meister von morgen usw. Die Jugend der DDR hatte vor allem durch die Bewegung zur Bewahrung der revolutionären Traditionen der Arbeiterklasse in der FD] die Möglichkeit, Einblick in das Leben und den Kampf großer Revolutionäre zu nehmen, sich die Erfahrungen der revolutionären Kämpfer der Vergangenheit anzueignen.“ [3]

Quelle:
[1] Wilhelm Liebknecht, Kleine politische Schriften, Reclam Verlag Leipzig, 1976, S.15.
[2] W.I.Lenin, März-Dezember 1913, Dietz Verlag, Berlin, 1962, Werke, Bd.19, S.221.
[3] Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag, Berlin, 1975, S.223f.
(Text redaktionell bearbeitet und leicht gekürzt.)

Einige bekannte Beispiele:
Karl Marx und Friedrich Engels waren Revolutionäre.
August Bebel, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht,
Klara Zetkin waren Revolutionäre.
Lenin war ein Revolutionär.
Thälmann war ein Revolutionär.
Stalin war ein Revolutionär.

Siehe auch:
Was versteht man unter einer Revolution?
M.W.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution

Wie kam es eigentlich zur Oktoberrevolution?

Es ist heute für uns nur noch schwer vorstellbar, unter welchen Bedingungen es damals im Jahre 1917 zur Oktoberrevolution kam. Nach einer mißglückten bürgerlich-demokratischen Revolution im Jahre 1905, war 12 Jahre später, im Februar 1917, erneut eine revolutionäre Situation entstanden. Doch die auf die „Gerechtigkeit“ des Zaren Nikolaus II. vertrauenden Arbeiter wurden bei der Demonstration vor dem Winterpalais in Petrograd brutal niedergeschossen…

Im Handbuch der UdSSR lesen wir:
Im Lande war eine nationale Krise herangereift, die im Zeichen eines gewaltigen Aufschwungs des revolutionären Kampfes der Volksmassen stand. Das gesamte Wirtschaftsleben wurde von einer tiefgreifenden Krise erschüttert, die in der Zerrüttung des Verkehrswesens, in Hungersnöten, unzureichender Versorgung der Betriebe mit Rohstoffen und Brennmaterial sowie in einem jähen Rückgang der Industrieproduktion (ihr Bruttovolumen war 1917 um 36,5% geringer als 1916) zum Ausdruck kam. Die volksfeindliche Politik der bürgerlichen Regierung hatte das Land an den Rand der Katastrophe gebracht. Mit den Mitteln der Massenaussperrung und Sabotage versuchte nunmehr die Bourgeoisie das revolutionäre Proletariat zu terrorisieren.

Die Lage im Land verschärfte sich weiter

In der Zeit von März bis August 1917 wurden 568 Betriebe geschlossen und 104.000 Arbeiter entlassen. Im Herbst 1917 lagen im Ural, im Donezbecken und in anderen Industriezentren bis zu 50% aller Betriebe still. Arbeitslosigkeit wurde zu einer Massenerscheinung. Gleichzeitig stiegen die Preise. In seiner im September 1917 verfaßten Schrift „Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll“ gab Lenin eine treffende Einschätzung der Lage und entwickelte das wirtschaftliche Aktionsprogramm der Partei zur Rettung Rußlands durch die sozialistische Revolution.

Die Arbeiter organisierten sich

Der Kampf des russischen Proletariats nahm unter diesen Bedingungen gänzlich neue Formen an. Kennzeichnend für das gewachsene Klassenbewußtsein des Proletariats war der Zustrom zu den Gewerkschaften und der steigende Einfluß der Bolschewiki innerhalb der Gewerkschaften. Im Oktober war die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten auf über 2 Mill. angestiegen (davon entfiel rund die Hälfte auf Petrograd und Moskau). Daneben schufen die Arbeiter in allen Betrieben ihre Fabrik- und Werkkomitees. Die Streikbewegung dieser Zeit zeichnete sich durch außerordentliche Hartnäckigkeit und einen hohen Grad der Organisiertheit und politischen Zielstrebigkeit aus. Die Arbeiterbewegung war nahe an den entscheidenden Schritt zur Errichtung der Sowjetmacht herangerückt.

Die Soldaten und Matrosen stellten sich auf die Seite der Unterdrückten

Die ihrem Wesen nach sozialistische Bewegung der Arbeiterklasse vereinte sich mit dem Kampf der Bauern um den Boden zu einem einheitlichen revolutionären Strom. Offiziellen Angaben zufolge wurden im August 1917 629 und im September 691 Fälle von Besitzergreifungen gutsherrlicher Ländereien durch die Bauern registriert. Die Hauptmasse der Soldaten und Matrosen stellte sich auf die Seite der Revolution. Das aus Wahlen hervorgegangene Zentralkomitee der Baltischen Flotte (Zentrobalt) erklärte im September im Namen der Matrosen, daß diese die Provisorische Regierung nicht anerkennen und keinem ihrer Befehle Folge leisten würden. Zur gleichen Zeit verstärkte sich die Befreiungsbewegung der unterdrückten Völker in den Randgebieten. Der Aufschwung der revolutionären Bewegung war von einem Zerfall der kleinbürgerlichen Kompromißlerparteien begleitet. Bei den Sozialrevolutionären bildete sich ein linker Flügel, der sich später (im Dezember) zu einer selbständigen Partei der „linken“ Sozialrevolutionäre formierte.

Die Bolschewiki übernahmen die Führung

Nach der Niederschlagung des Kornilowputsches machte die Bolschewisierung der Sowjets rasche Fortschritte (…) Der Prozeß der Bolschewisierung der Sowjets breitete sich über das ganze Land aus: auf den Ural, das Donezbecken, das zentrale Industriegebiet, die Ukraine, Belorußland, Mittelasien usw. Die Losung „Alle Macht den Sowjets!“ wurde von den Bolschewiki erneut auf die Tagesordnung gesetzt, wenn auch mit verändertem Inhalt. Sie wurde jetzt zu einer Losung des bewaffneten Aufstands gegen die bürgerliche Provisorische Regierung mit dem Ziel der Machtergreifung durch die von den Bolschewiki geführten Sowjets. Die von den Massen isolierte Provisorische Regierung geriet in eine Dauerkrise. [1]
Lenin1Lenin2
Resolution des ZK der SDAPR( B ) vom 10.(23.) Oktober 1917
über den bewaffneten Aufstand. Handschrift Lenins.

Unter Leitung Lenins, der insgeheim aus Finnland nach Petrograd zurückgekehrt war, fand eine Sitzung des ZK der SDAPR( B ) zur Frage des bewaffneten Aufstands statt. Und weiter lesen wir im Handbuch:

Gegen die Leninsche Orientierung nahmen Kamenew und Sinowjew Stellung, die behaupteten, daß der Aufstand verfrüht und zum Scheitern verurteilt sei. Dieser Standpunkt wurde nach eingehender Diskussion abgelehnt und eine Resolution angenommen, in der es hieß, daß „der bewaffnete Aufstand unumgänglich und völlig herangereift“ sei. Alle Parteiorganisationen wurden vom ZK angewiesen, ihre gesamte praktische Tätigkeit der beschlossenen Zielsetzung unterzuordnen. [2]

Mit der Oktoberrevolution begann eine neue Epoche. Die Sowjetunion diente den unterdrückten Völkern zum Vorbild. In zahlreichen Ländern Europas gab es revolutionäre Erhebungen. Allerdings gab sich der Imperialismus noch lange nicht geschlagen. Immer wieder versuchte die Konterrevolution, die junge Sowjetmacht zu zerschlagen, fremde Interventionstruppen griffen das Land von außen an und konterrevolutionäre Banden verwickelten die bewaffneten Kräfte der Revolution in immer neue Kämpfe. Es kam zum Bürgerkrieg, erst allmählich siegte die Sowjetmacht im Lande und begann, sich mit Erfolg zu verteidigen.

Zitate:
[1] Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, Handbuch, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.211f.
[2]dto. Handbuch, S.213.

Lies auch:
Geschichte der KPdSU (Kurzer Lehrgang), Dietz Verlag Berlin, 1952, S.227-308)
(im Internet zu finden unter: –> Stalinwerke)
Der Weg der Sowjetunion zum Sieg des Sozialismus

Die Oktoberrevolution 1917