Warum sind wir gegen die Atomkraft?

atomkraft-nein-dankeARGUMENTE GEGEN DIE ATOMKRAFT

1) Der Imperialismus ist und bleibt unberechenbar.
Nahezu sämtliche Atomkraftwerke sind in den Händen imperialistischer Staaten.

2) Profit ist wichtiger als die Sicherheit der Menschen.
An der Strahlungssicherheit und der Beseitigung der Folgeschäden haben die beteiligten Energiekonzerne kein größeres Interesse. Es geht ihnen allein um den momentanen Gewinn, und das sind in Europa rund 1 Million Euro pro AKW und Tag.

3) Es gibt kein atomares Gleichgewicht.
Die atomwaffenbesitzenden Staaten sind in der Übermacht. Eine Kontrolle über den Bau von Atomwaffen ist unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht möglich.

4) Gefahren und Schäden durch Atomkraft sind nicht zu verhindern.
Trotz der hochentwickelten technologischen Möglichkeiten konnten Reaktorunfälle bisher nicht vermieden werden.

5) Die Folgen der Anwendung von Atomkraft sind nicht mehr zu beseitigen.
Es gibt keine Lösung für die mit dem Einsatz der Atomenergie verbundenen Probleme (Strahlungsemission in der Nähe der AKW, Belastung des Grundwassers, fehlende Endlagerstätten, durch Atomexplosionen verstrahlte Regionen wie Sellafield, Harrisburg, Majak, Tschernobyl und Fukushima u.a.) http://vimeo.com/17432730

6) Die Weiterverbreitung der Atomkraft kann nicht mehr verhindert werden.
Die Zahl der atomwaffenbesitzenden Staaten nahm ständig zu, und es ist keineswegs ausgeschlossen, daß nicht auch sogenannte „begrenzte Atomwaffenschläge“ ins Kalkül gezogen werden. Von den USA und von der NATO wird heute sogar Uranmunition eingesetzt.

„BAHNBRECHER DES ATOMZEITALTERS“

In diesem Buch beschreibt Friedrich Herneck die Wirkung, die der Einsatz der Atombomben durch die US-amerikanischen Militärs auf die an ihrer Herstellung beteiligten Physiker macht. Da ist von tiefem Abscheu bis hin zu einer gewissen Gleichgültigkeit die Rede. Der Physiker Enrico Fermi war sogar der Meinung, bei der Herstellung der Atomwaffen handle es sich sozusagen um „schöne Physik“.
BahnbrecherDer Massenmord wird einkalkuliert

Die USA-Imperialisten waren gewillt, die Macht, die Ihnen die Atomforscher ausgehändigt hatten, in brutalster Form zur Schau zu stellen, um die Menschheit zu erschrecken und die Welt für die amerikanischen Vorherrschaftsansprüche gefügig zu machen. Militärisch war die Zerstörung der beiden japanischen Großstädte mit Atombomben zu jenem Zeitpunkt ebenso sinnlos, wie ein halbes Jahr zuvor die barbarische Verwüstung der Kunststadt Dresden mit den Mitteln des »konventionellen« Luftterrors.

Eines der größten Verbrechen der USA an der Menschheit

Die Schandtat von Hiroshima und Nagasaki – die angewandte »schöne Physik« Fermis, die zweihunderttausend Menschen das Leben kostete – richtete sich nicht nur gegen die japanische Zivilbevölkerung; sie sollte zugleich die militärische Überlegenheit der USA gegenüber der Sowjetunion, die damals noch nicht über Kernwaffen verfügte, in unmißverständlicher Weise demonstrieren. Die Atomblitze über Japan waren das Flammenzeichen für das Ende des zweiten Weltkrieges. Sie kennzeichneten aber zugleich den Beginn jener ruchlosen »Politik der Stärke«, die dann in wechselnden Formen die internationalen Beziehungen vergiftete und die Völker mehrmals an den Rand des Krieges führte.

„…aus allen Poren blut- und schmutztriefend“

Das Atomzeitalter, das mit der ersten praktischen Anwendung der Kernenergie am 6. August 1945 begann, trat in Erscheinung mit einem teuflischen Massenmord, ermöglicht durch die Leistungen von Wissenschaftlern, die sich – wie es in einem offenen Brief an Oppenheimer hieß – als »brillante Mitarbeiter des Todes« bewährten. Was Karl Marx vom Kapital und der bürgerlichen Gesellschaft sagte, gilt in noch viel grauenhafterem Ausmaß von der befreiten Atomenergie und vom Atomzeitalter: Sie kamen zur Welt »von Kopf bis Zeh, aus allen Poren blut- und schmutztriefend«.

Truman gab den Befehl am 16. Juli 1945 zum Massenmord

Das amerikanische Atomverbrechen machte auf alle humanistisch gesinnten Menschen einen bestürzenden Eindruck. Als Albert Einstein die Meldung im Rundfunk hörte, war er buchstäblich sprachlos vor Entsetzen; er konnte nichts sagen als: »O weh!«. Die Erklärung Trumans, die USA hätten bei dem größten wissenschaftlichen Hasardspiel der Geschichte zwei Milliarden Dollar eingesetzt und glänzend gewonnen, empörte ihn tief. Immer wieder verurteilte Einstein diesen Akt der Menschenverachtung, und er bedauerte es, daß er den Brief an Roosevelt geschrieben und damit die Atomwaffenerzeugung in Gang gebracht hatte. (…)

„Besser ein paar tausend Japaner sind draufgegangen…“

Die deutschen Atomforscher, die damals in England in Geheimhaft waren, hörten im Londoner Rundfunk die Nachricht über den Bombenabwurf auf Japan. Zunächst wollten sie nicht an eine »Atombombe« glauben. Als sich die Meldung jedoch bestätigte, war Otto Hahn am meisten davon berührt und am tiefsten erschüttert, weil seine Entdeckung vom Dezember 1938 dieses grauenhafte Verbrechen ermöglichen half. Wie Max von Laue berichtete, erklärte Otto Hahn mit Abscheu: »Damit habe ich nichts zu tun.« Es mußte dem großen Forscher, dem Völkerfeindschaft und Rassenhaß wesensfremd sind, wie ein blutiger Hohn erscheinen, als ihn einer der bewachenden Offiziere mit der Bemerkung zu beruhigen suchte: »Besser, ein paar tausend Japs sind draufgegangen, als ein einziger unserer Boys.«

Quelle:
Friedrich Herneck, Bahnbrecher des Atomzeitalters, Buchverlag Der Morgen, Berlin (DDR), 1968, S.468.

Atomexplosion
Die „schöne Physik“ von Enrico Fermi

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KINOTIPP
YELLOW CAKE – Die Lüge von der sauberen Energie

Produktionszeitraum 2005–2010
108 Minuten, 35 mm, Dolby

Die Langzeitdokumentation widmet sich dem Anfang der atomaren Kette, dem Uranerzbergbau. Er ähnelt einer Terra incognita, denn seit fünfundsechzig Jahren bedeckt ihn ein Geflecht aus Lüge, Geheimhaltung und Desinformation. Weltweit und bis heute. Selbst in den jüngsten Debatten über die Atomenergie spielen die verheerenden Folgen des Uranerzbergbaus keine Rolle. Deutschland hätte allen Grund zur Sensibilität. Immerhin war die DDR bis 1990 drittgrößter Uranproduzent der Welt. Mit gigantischem Aufwand versuchen seit zwanzig Jahren Tausende ehemalige Bergleute, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Der Film begleitet über mehrere Jahre das größte Sanierungsprojekt in der Geschichte des Uranerzbergbaus. Fast sieben Milliarden Euro Steuergelder soll es am Ende kosten, doch ein Ende ist nicht in Sicht…

http://www.yellowcake-derfilm.de/

Hier noch ein Link mit zahlreichen interessanten Informationen:
Claudia’s Weblog

Siehe auch:
Die Atomlobby lügt
Über die Radioaktivität
Atomkatastrophe Fukushima

3 Gedanken zu “Warum sind wir gegen die Atomkraft?

  1. Hallo zusammen,

    … wer ist „wir“?
    Atomkraft in den Händen des Kapitals – oder von Revisionisten (siehe Gorbatschow – und seine gewollte Katastrophe Tschernobyl) geht immer in die Hose.
    Atomkraft hat eine Perspektive.
    Wir müssen nur wissen, worüber wir reden!
    Aber an der Atomkraft müssen Menschen mit humanistischer (kommunistischer) Gesinnung arbeiten (welcher Humanist ist nicht Kommunist? – Ich kenne keine!).
    In der Atomkraft kann eine Lösungsform unserer Energiegewinnung für die Perspektive liegen – nur: Wer spricht noch von „Kernfusion“?
    Die sog. alternativen Lösungen (Grün, SPD …) sind Klienten geschuldet.
    Wer heute gegen Atomkraft ist, tut gut.
    Die Perspektive der Atomkraft ohne Kapitalismus heißt: Atomkraft – ja bitte!

    Stark bleiben!

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  2. Hallo Besucher,
    danke für Ihren Kommentar. Wir – gemeint sind damit alle Atomkraftgegnerinnen und -gegner, denen ich mich anschließe. Mag sein, daß man unter anderen gesellschaftlichen Bedingungen (die aber vorerst nicht absehbar sind!), zu anderen Schlußfolgerungen kommt. Aber auch dann werden die Punkte 4) und vor allem 5) nicht klärbar sein. Das heißt, es wird auch dafür keine Lösung geben. Die übrigen Punkte sind ja deswegen auch nicht aufgehoben.

    Alternative Lösungen gibt es jede Menge. Nur verhindert die Atomlobby ihre Umsetzung. Würde man die verfügbaren Subventionen in „grüne“ Energie (Windkraft, Biomasse, Erdwärme, Wasserkraft usw.) stecken, wäre die Atomkraft ohnehin noch ein Kostenfaktor, denn man müßte dann noch in Größenordnungen sanieren (stillgelegte AKW, Majak, Namibia, Wismut…)

    Übrigens: Tschernobyl war keine „gewollte Katastrophe“.
    Und – z.B. war Goethe ein Humanist, Humboldt oder Albert Schweitzer… )))
    (letzerer ist übrigens ein großes Vorbild von mir!)
    Beste Grüße!
    Norbert

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