Wer oder was sind "linke Kommunisten"?

Es ist nicht gerade neu, daß die Konterrevolution sich immer wieder „linker“ Phrasen bzw. Agenten bedient, um Kommunisten zu denunzieren und der kommunistischen Partei zu schaden. Bereits in der Zeit um die Oktoberrevolution 1917 hatten sogenannte „linke Kommunisten“ mehrfach Verrat geübt und andere Verbrechen begangen. Hier einige Beispiele:

1. Enthüllungen über Revolutionspläne

Noch am Vorabend der Revolution hatten Kamenjew und Sinowjew in der menschewistischen Zeitung „Nowaja Shisn“ verbreitet, daß sie den unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Aufstand für ein Abenteuer hielten. Sie enthüllten damit dem Feind den Beschluß des Zentralkomittees und verrieten die Revolution. Rußland befand sich in dieser Zeit im Kriegszustand mit Deutschland und Österreich. Als am 3. Dezember 1917 in Best-Litowsk die Friedensverhandlungen begannen, stand die Existenz der jungen Sowjetrepublik auf dem Spiel. Doch es gelang schließlich, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen und die Revolution zum Siege zu führen.

2. Verrat an die Interventionstruppen

Trotzki und eine Gruppe „linker Kommunisten“ begannen daraufhin einen wütenden Kampf gegen Lenin und forderten die Fortsetzung dieses Krieges. Am 10.Februar 1918 brachte Trotzki, der als Vorsitzender der Sowjetdelegation mit den Friedensverhandlungen beauftragt war, die Verhandlungen gegen die ausdrückliche Weisung Lenins handelnd zum Scheitern. Infolge dessen brach die deutsche Regierung den Waffenstillstand ab und ging in die Offensive über. Dieser Verrat Trotzkis kam die junge Sowjetrepublik teuer zu stehen. Die Interventionstruppen besetzten Lettland und Estland. Die Ukraine wurde in einen Vasallenstaat verwandelt und die Sowjetunion hatte an Deutschland hohe Kontributionen zu zahlen.

3. Boykott des sozialistischen Aufbaus

In den Jahren nach der Oktoberrevolution entfaltete die Partei Lenins einen energischen Kampf gegen den Schlendrian in der Produktion und gegen den Mangel an Arbeitsdisziplin in den Industriebetrieben. Das war nicht leicht. Und Lenin wies darauf hin, daß dieser Kampf um hohe kameradschaftliche Arbeitsdisziplin eine „ganze historische Epoche“ in Anspruch nehmen werde. Doch auch hier führten die „linken Kommunisten“ einen verschärften Kampf gegen Lenin. Gemeinsam mit den Sozialrevolutionären und den Menschewiki wandten sich Bucharin, Ossinski und andere gegen die Einführung der Arbeitsdisziplin, gegen die individuelle Leitung in den Betrieben und gegen das Rentabilitätsprinzip. Im kurzen Lehrgang der Geschichte der KPdSU lesen wir [1]:
Phrasen4. Ermordung des deutschen Botschafters

Als am 4. Juli 1918 der V. Sowjetkongreß eröffnet wurde, entfalteten „linke“ Sozialrevolutionäre einen wütenden Kampf gegen Lenin. Sie forderten die Beendigung des Kampfes gegen die Kulaken und die Entsendung von Arbeitern zur Lebensmittelbeschaffung in die Dörfer. Doch damit stießen sie auf den harten Widerstrand der Mehrheit der Kongreßabgeordneten. Dann versuchten diese „Linken“ eine erneute Provokation. Der „linke“ Sozialrevolutionär Blumkin drang in die deutsche Botschaft ein und ermordete den deutschen Botschafter Mirbach. Nur mit Mühe gelang es der Sowjetregierung einen Krieg abzuwenden und damit die Provokation der Konterrevolutionäre zu durchkreuzen.

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FAZIT: Die „linken Kommunisten“ sind eine konterrevolutionäre Strömung innerhalb der kommunistischen Bewegung, die sich aus kleinbürgerlichen Denk- und Verhaltensweisen ergibt. Und ihre antikommunistischen Methoden sind vielfältig. Schon Karl Marx wies darauf hin, daß diese Leute nicht unbedingt einfache Warenproduzenten, Händler usw. zu sein brauchen. »Sie können ihrer Bildung und ihrer individuellen Lage nach himmelweit von ihnen getrennt sein. Was sie zu Vertretern des Kleinbürgers macht, ist, daß sie im Kopfe nicht über die Schranken hinauskommen, worüber jener nicht im Leben hinauskommt, daß sie daher zu denselben Aufgaben und Lösungen theoretisch getrieben werden, wohin jenen das materielle Interesse und die gesellschaftliche Lage praktisch treiben.« [2]

Diese „linken“ Typen können Porschefahrer, Lehrer an kirchlichen Schulen, Journalisten, Rechtsanwälte, Bundestagsabgeordnete oder sonstwas sein. Es steht niemandem auf die Stirn geschrieben, welche politische Haltung er wirklich vertritt. Hinzu kommt, daß man heute nicht mehr, wie 1917, von einer geschwächten Bourgeoisie ausgehen kann. Die konterrevolutionäre Ideologie hat sich unter den Bedingungen der kapitalistischen Produktionsweise ständig reproduziert, modifiziert und verfeinert. Auch wenn die bisherigen Moral- und Wertvorstellungen in den kapitalistischen Industrieländern immer mehr erschüttert werden, und die Frage nach einer gesellschaftlichen Alternative hinter einer Nebelwand von manipulierenden Nachrichten, Geschichtsfälschungen, Allerweltsthemen, politischen Debatten und kulturellen Ablenkungen zu verschwinden droht – ein politisch bewußtes Handeln wird auch in Zukunft nur möglich sein, wenn die Arbeiterklasse als die revolutionärste Klasse die politischen und ökonomischen Zusammenhänge in dieser kapitalistischen Gesellschaft begreift. Man muß auch heute wieder den Marxismus-Leninismus studieren, um in der Welt etwas verändern zu können.

Schon 1978 schrieben Erich Hahn und Alfred Kosing, an die Jugend gerichtet [3]:
FazitZitate:
[1] Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, Verlag der sowjetischen Militärverwaltung in Deutschland, Berlin – 1946, S.267.
[2] Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte. In: MEW, Bd.8, S.142.
[3] E.Hahn/A.Kosing, Marxistisch-leninistische Philosophie geschrieben für die Jugend, Dietz Verlag, Berlin, 1978, S.21.

2 Gedanken zu “Wer oder was sind "linke Kommunisten"?

  1. Ein sehr guter Beitrag, wie alle deine Beiträge.
    Das Kriterium des Erkennens, finde ich, ist immer der Abgleich von Theorie und Praxis. D.h. wie reden diese Leute und wie handeln sie. Daran erkennt man immer den Klassenfeind.

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