Wo auch immer wir wohnen…

Ein sinnvolles Dasein ist ohne erfolgreiche Arbeit undenkbar, gleichzeitig können wir uns ein erfülltes Leben nicht ohne Geselligkeit und eine angenehm verbrachte Freizeit vorstellen. Dazu gehörten in der DDR aber auch unsere Lieder. Wer kennt noch das Lied der Weltjugend „Jugend aller Nationen, uns vereint gleicher Sinn gleicher Mut…“? Es erklang erstmals im Jahre 1947 zum I. Weltjugendfestival in Prag, das unter dem Motto stand: „Jugend der Welt, vorwärts für einen dauerhaften Frieden“. Als Teilnehmer waren 17.000 Jugendliche aus 71 Ländern angereist. Auch eine kleine Delegation der FDJ. Diese Jugendorganisation der späteren DDR bemühte sich, ihre Mitglieder zur Liebe und Achtung der Arbeit und im Sinne von Freundschaft, Frieden und Völkerverständigung zu erziehen.
Jugendbrigade
Teilnehmer aus Leningrad, Nowosibirsk, Karlovy Vary, Budapest und verschiedenen Orten der DDR im Internationalen Studentenlager „Drushba“ im Kreis Pößneck (Foto: Liebers, aus: Vom Sinn unseres Lebens, Berlin, 1983, S.237)

In ihren Erinnerungen an die Jugendzeit in der DDR schreibt Ursula Münch folgendes:

Für den größten Teil der Jugendlichen bedeuteten die Enthüllungen über die Verbrechen des Faschismus einen ungeheuren Schock. Die meisten hatten im Krieg oder in der ersten Nachkriegszeit jedoch selbst Schlimmes erlebt. Sie gingen oft einen steinigen Weg, bis sie zu Ursache und Wirkung vordrangen und das eigene Leid an den unvorstellbaren Leiden der zuvor von Deutschen gequälten und getöteten Abermillionen Menschen messen konnten. Diese Erkenntnisse wirkten danach allerdings jahrzehntelang und wirken bei den meisten noch heute. Wer dies ignoriert, dem bleiben natürlich nur Vokabeln wie „Zwang“ oder „Manipulation“ zur Erklärung eines ostdeutschen Phänomens: der ehrlichen Begeisterung vieler Tausend Jugendlicher, sich unter dem blauen Banner der FDJ nicht nur für den raschen Wiederaufbau im eigenen Lande, sondern auch für bestmögliche Wiedergutmachung als Voraussetzung für dauerhaften Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. [1] (ganzen Text lesen…)

Und so begann eine neue Zeit. Also von wegen „Zwang“ oder „Manipulation“ – es war einfach eine schöne Zeit. Eine Zeit voller Enthusiasmus und und voller Aufbruchstimmung. Nicht ohne Sorgen freilich, doch anderer als wir sie heute kennen; existentielle Sorgen gab es in der DDR nicht. Und begleitet haben uns dabei immer unsere Lieder der FDJ und der Arbeiterklasse. Eines der schönsten und wichtigsten aller Lieder war das Weltjugendlied:

Jugend aller Nationen,
uns vereint gleicher Sinn, gleicher Mut.
Wo auch immer wir wohnen:
Unser Glück auf dem Frieden beruht.
In den düsteren Jahren
haben wir es erfahren:
Arm war das Leben,
wir aber geben
Hoffnung der müden Welt.
Unser Lied die Ländergrenzen überfliegt:
Freundschaft siegt! Freundschaft siegt!
Über Klüfte, die des Krieges Hader schuf
klingt der Ruf, klingt der Ruf:
Freund, reih‘ dich ein,
daß vom Grauen wir die Welt befrei’n!
Unser Lied die Ozeane überfliegt:
Freundschaft siegt! Freundschaft siegt!
[2]

Und hier ist das Lied:
Weltjugend1
Weltjugend2
Weltjugendlied [3]

Quelle:
[1] siehe: GNN-Verlag, Schkeuditz. http://www.spurensicherung.org
[2] Frisch auf singt all ihr Musisci, Lehrbuch Musik 7. und 8.Klasse, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1965, S.14-16.

[3] siehe: Советская музыка. http://www.sovmusic.ru/download.php?fname=weltjuge

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