Stalin: Über unmarxistische Illusionen

Mal drüber nachdenken:

Man sagt, die Kritik könne zur Diskreditierung gewisser reaktionärer Gewerkschaftsführer führen. Nun, und wenn schon? Ich sehe darin nichts Schlechtes. Für die Arbeiterklasse kann es nur ein Gewinn sein, wenn die alten Führer, die ihre Interessen verraten, diskreditiert und durch neue, der Sache der Arbeiterklasse ergebene Führer ersetzt werden. Und je schneller diese reaktionären und unzuverlässigen Führer abgesetzt und durch neue, bessere Führer, ersetzt werden, die von den reaktionären Gepflogenheiten der alten Führer frei sind – um so besser. Das bedeutet jedoch nicht, daß man etwa die Macht der reaktionären Führer mit einem Schlage brechen und sie innerhalb einer kurzen Zeitspanne isolieren, sie durch neue, revolutionäre Führer ersetzen könne.

Manche Pseudomarxisten glauben, eine „revolutionäre“ Geste genüge, ein Auftritt mit viel Geschrei genüge, um die Macht der reaktionären Führer zu brechen. Wirkliche Marxisten haben mit solchen Leuten nichts gemein und können mit ihnen nichts gemein haben.
Andere glauben, die Kommunisten brauchten nur eine richtige Linie auszuarbeiten, und die breiten Massen der Arbeiter würden den reaktionären Reformisten im Nu den Rücken kehren und sich gleichfalls im Nu um die kommunistische Partei zusammenschließen.
Das ist völlig falsch. So können nur Nichtmarxisten denken
. In Wirklichkeit ist von der richtigen Linie der Partei bis zu dem Punkt, wo sich die Massen diese Linie zu eigen machen und sie als richtig akzeptieren, noch ein weiter Weg. Damit die Partei die Millionenmassen führen könne, dazu genügt eine richtige Linie allein noch nicht – dazu gehört außerdem, daß sich die Massen an Hand ihrer eigenen Erfahrung von der Richtigkeit dieser Linie überzeugen, daß die Massen die Politik der Partei und ihre Losungen als ihre Politik und als ihre eigenen Losungen aufnehmen und beginnen, sie in die Tat umzusetzen. Nur unter dieser Bedingung kann eine Partei mit einer richtigen Politik tatsächlich zur führenden Kraft der Klasse werden.

Quelle:
J.W. Stalin, Werke Bd.8, Dietz Verlag Berlin, 1952, S.181f.

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