Wer beherrscht die monopolkapitalistische Wirtschaft?

Man bezeichnete den 24. Oktober 1929 in den USA als den „schwarzen Donnerstag“. Die Börsenkurse brachen stark ein und viele Anleger waren danach hochverschuldet. Dieser Börsenkrach löste die Weltwirtschaftskrise aus. Wer war schuld an dieser Krise? Waren es habgierige Banker? War es der Staat? Oder handelte es sich hier um einen Geburtsfehler der monopolkapitalistischen Gesellschaft? Wer beherrscht eigentlich die Wirtschaft?
Und wer profitiert davon?

Newyork1929Die neue Rolle der Großbanken

Immer mehr zeigt sich bei der Entwicklung in der monopolkapitalistisch regierten Wirtschaft, welche dominierende Rolle die Banken einnehmen. Lenin hatte bekanntlich angesichts der Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital schon 1920 auf die neue Rolle der Banken hingewiesen, indem er schrieb, daß die Banken das Industriekapital in immer größere Abhängigkeit von sich bringen. [1] Dabei werden die tatsächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse oft verkehrt, mystifiziert widergespiegelt. Karl Marx nannte das den der Warenproduktion eigenen Fetischismus. [2]

Zentren des Wirtschaftslebens

Das Geldkapital, so schreibt Kurt Gossweiler in seinem Aufsatz „ist der Gott der kapitalistischen Warenwelt. Seine Macht geht über an die Vermittler zwischen Gott (Geld) und der nach Gott dürstenden Welt – an die Banken. Sie werden zum Papst in der verkehrten Welt der kapitalistischen Warenproduktion, in der die Dinge über den Menschen herrschen. Die Vormacht der Banken gegenüber dem Industriekapital im Imperialismus ist weit weniger wunderbar als es die Siege der Päpste über die mittelalterlichen Kaiser waren. Denn ihrer scheinbar irrationalen Macht liegt ganz etwas anderes zugrunde, als es der religiöse Glaube ist, eine Tatsache, die eben bereits erwähnt wurde und die Lenin in die prägnanten Worte faßte: ‚Die Banken sind… die Zentren des modernen Wirtschaftslebens, die wichtigsten Nervenknoten des gesamten kapitalistischen Systems der Volkswirtschaft.’ [3] Diese Rolle müssen die Banken in der hochentwickelten kapitalistischen Warenproduktion, im Imperialismus spielen, können es aber auch nur in ihr.“ (…)

Der bürgerliche Staat als Werkzeug des Finanzkapitals

„Die Unantastbarkeit des kapitalistischen Eigentums an den Produktionsmitteln, soweit es monopolkapitalistisches Eigentum ist, macht es dem kapitalistischen Staat prinzipiell unmöglich, ‚der Wirtschaft’ gegenüber als Planer und Leiter aufzutreten. Wo er sie aufzutreten scheint, tut er es als Instrument, als Werkzeug des Finanzkapitals zur Durchsetzung der ‚Profit-Planung’ der verschiedenen Finanzgruppen, mit den Banken and er Spitze, als staatsmonopolistische Regulierung. Sie, die Banken sind nicht die einzigen, aber die obersten Kommandozentralen des Finanzkapitals.“ (S.227f.)

Es war keine „Machtergreifung“, sondern eine „Übergabe der Macht“

Kurt Gossweiler weist im übrigen darauf hin, daß insbesondere in der ersten Phase der faschistischen Diktatur die Beschäftigung mit der Wirtschaftspolitik des Faschismus in vielerlei Hinsicht wichtig und aktuell ist. Gerade weil, das faschistische Deutschland das erste Modell einer bereits in Friedenszeiten staatsmonopolistisch regulierten Wirtschaft darstellt. Der Terminus einer „nationalsozialistischen Machtergreifung“ – so Kurt Gossweiler – verschleiere den wahren Sachverhalt, nämlich die Übergabe der politischen Macht an die Nazibande durch das deutsche Monopolkapital zur Verwirklichung seiner reaktionären und aggressiven innen- und außenpolitischen Ziele. (S.132)

Zitate:
[1] W.I.Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, in Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1960, Bd.22, S.214ff.
[2] K.Marx, Das Kapital, Bd.1, in: Marx/Engels, Werke, Bd.23, Dietz Verlag Berlin, 1962, S.86f.
[3] W.I. Lenin, Die drohende Katastrophe und wie man sie bekämpfen soll, in: Lenin, Werke, Bd.25, Dietz Verlag Berlin, 1960, S.338.

Quelle:
Kurt Gossweiler, Die Rolle der Großbanken im Imperialismus, in: Aufsätze zum Faschismus, Akademie-Verlag Berlin, 1988.

Wie hoch ist der Schuldenberg der USA?

Um sich einmal anschaulich vorstellen zu können, wie hoch der Schuldenberg der USA ist, nehmen wir zum Vergleich einmal eine einfache 100-Dollar-Banknote.
Banknote1
Das sind 100 Dollar. (100 $ = 0,1075 mm)

Banknote2
Das sind zehntausend Dollar. (10.000 $ = 10,75 mm)

1 Million Dollar = 1.075 mm = etwa 1 Meter
1 Milliarde Dollar = 1.000.000.000 $ = 1.075.000 mm = etwa 1 km
1 Billion Dollar = 1.000.000.000.000 $ = 1.075.000.000 mm = etwa 1.000 km

Die Staatsverschuldung der USA betrug im Mai 2011 ca. 14,3 Billionen US-Dollar*

Vergleich USA Schulden
14,3 Billionen Dollar = 14.300.000.000.000 $ = 15.372.500.000 mm
Das wäre demnach also ein Stapel von 15.372 km Höhe.
(Zum Vergleich: Der Durchmesser der Erde beträgt etwa 12.756 km.)

Oder nehmen wir einmal alle Zahlungsverpflichtungen der USA
(…den ganzen „sozialen Ballast“, auf den man gern verzichten würde)

Banknote3
Das sind eine Million Dollar.

Banknote4
Das sind 100 Millionen Dollar.

Banknote 5
Das ist eine Milliarde Dollar. Das paßt gerade auf einen Lkw.

Banknote6
Das ist eine Billion Dollar.

Banknote8
Dieser Haufen besteht aus 15 Billionen Dollar.
Daneben zum Vergleich die Freiheitsstatue.

Banknote9Und dieser Stapel US-Dollar besteht aus 114,5 Billionen Dollar.

Genau diese Summe fehlt heute der US-Regierung, um alle langfristigen Ausgaben, wie für Medizin, Rentenversorgung, Sozialleistungen, Bildung und anderes zu erfüllen. Die Ausgaben sind im laufenden Jahr 8,2 mal höher als die Einnahmen. Bis 2010 verpulverten die USA etwa 5,5 Billionen Dollar für Militärausgaben.**

Quellen:
*Managermagazin, 31.Juli 2011
**Schulden-Supermacht USA
titelHier noch ein interessanter Link:
USA: Mit Gottvertrauen in den Abgrund

Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise 1929:
Frau

Die Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen

Immer wieder werden zur Rechtfertigung des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion in den reaktionären bürgerlichen Medien die alten Lügen neu aufgetischt. Aus der Mottenkiste des Kalten Krieges werden immer neue Beweise für Stalins angebliche Angriffsbereitschaft hervorgeholt, der man zuvorkommen wollte. Das alles nur um die Verbrechen des deutschen Faschismus zu relativieren, um wieder mal Hitler und Stalin auf eine Stufe stellen zu können, um die wahren Ursachen dieses Angriffskrieges und die tatsächlichen Ziele und Absichten der deutschen Bourgeoisie in diesem Krieg zu verschleiern…
war_15Deutsche Wehrmachtssoldaten zünden ein sowjetisches Dorf an

Noch einmal zur Präventivkriegslüge

Nach dem Überfall der faschistischen deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion verkündete der Außenminister Ribbentrop, daß Deutschland einen Präventivkrieg führe. Bis auf den heutigen Tag wird diese verleumderische Behauptung mit schöner Regelmäßigkeit durch die bundesdeutschen Medien kolportiert, auch wenn es dafür keine Belege gibt und alle wesentlichen Tatsachen dagegen sprechen. Nach der »Öffnung der Archive« in Moskau glaubte man zunächst, nun über neue Dokumente verfügen zu können, die beweisen, daß die Wehrmacht einem Angriff der Sowjetunion zuvorgekommen sei. Doch das war nicht der Fall. Es gibt nicht ein einziges sowjetisches Dokument, das – wie die Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht Nr.21 (Fall Barbarossa) vom 18.Dezember 1940 – als Aggressionsplan gelten kann. Es gibt kein Dokument, das etwa einen Überfall auf das Deutsche Reich zum Inhalt hat.

Untaugliche »Beweismittel« für einen Präventivkrieg

Als wichtigen »Beweis« für einen angeblichen Präventivkrieg führten antisowjetische Historiker immer wieder die Reden Stalins am 5.Mai 1941 vor Absolventen der Militärakademie und beim anschließenden Empfang an. Doch der Korrespondent der englischen Zeitung »Sunday Times«, Alexander Werth, konnte aufgrund seiner guten Beziehungen zu sowjetischen Dienststellen einige wesentliche Schwerpunkte dieser Rede übermitteln, die eindeutig belegen, daß ein Angriff der Sowjetunion weder vorgesehen war, noch möglich gewesen wäre:
Situation 1941Ein angeblicher sowjetischer »Angriffsplan«

Ein weiteres Dokument, das immer wieder hervorgeholt wird, um eine angeblich beabsichtigte sowjetische Aggression nachzuweisen, ist ein »Strategischer Angriffsplan« vom 15.Mai 1941. Dabei handelt es sich allerdings um einen Plan, mit dem man einen feindlichen Angriff der Wehrmacht im Grenzgebiet hätte abfangen können, um dann zum Angriff überzugehen. Diese Verteidigungsstrategie der Sowjetunion war keineswegs ungewöhnlich, und sie galt mit einigen Änderungen bis zum Jahre 1987.

Der Schutz der sowjetischen Grenzbezirke

Als ein dritter »Beleg« für eine vermeintliche sowjetische Angriffsabsicht im Jahre 1941 galt die im Frühjahr 1941 vorgenommene Verstärkung der Roten Armee in den westlichen Militärbezirken der UdSSR. Dagegen hatte der Generalstab des deutschen Heeres bereits im November 1940 damit begonnen, seine Divisionen bis an die sowjetischen Grenzen zu verlegen, da bereits seit Juli 1940 an einem Feldzugsplan für einen Überfall auf die Sowjetunion gearbeitet wurde. [2]

Der faschistische Truppenaufmarsch begann

Als dann der sowjetische Außenminister Molotow im November 1940 Hitler in Berlin die Frage stellte, welche Absichten die deutsche Regierung mit der Truppenverlegung nach Finnland und Rumänien verfolge, wich Hitler einer direkten Antwort aus. Es war der Versuch einer Täuschung. [3] Indes verstärkte die faschistische deutsche Wehrmacht ihre Truppenkonzentrationen an den sowjetischen Grenzen, was nicht nur von der sowjetischen Militäraufklärung, sondern auch von den USA und Großbritannien als strategischer Aufmarsch für eine Offensive bewertet wurde. Die Führung der KPdSU unter Stalin hatte damals von verschiedenen Seiten die Information erhalten, daß spätestens ab Mitte Mai 1941 mit einem deutschen Angriff zu rechnen sei. Tatsächlich hatte Hitler den als Angriffstermin den 15.Mai 1941 festgelegt. Dieser Termin wurde jedoch aufgrund des Überfalls auf Jugoslawien und Griechenland auf den 22. Juni 1941 verschoben.

Ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins

Die Sowjetunion nahm im Frühjahr 1941 vorsorglich eine Verkürzung der Militärbezirke vor. Der Historiker Andreas Hillgruber schrieb über die sowjetische Sicherheitspolitik jener Zeit: »Die … Rede Stalins vor den Absolventen der 16 Militärbezirke der Roten Armee … in der er andeutungsweise die Folgerung gezogen hatte, daß die Sowjetunion derzeit zu einem Waffengang nicht in der Lage … sei, scheint ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins in der Zeit Mitte April zu bieten. Er erwartete neue Forderungen Hitlers, denen seiner Auffassung nach durch deutsche Truppenmassierungen an der sowjetischen Grenze Nachdruck verliehen werden Sollte, und er glaubte nun … angesichts der Möglichkeit eines deutsch-sowjetischen Krieges in Anbetracht des für die Rote Armee ungünstigen Kräfteverhältnisses, gezwungen zu sein, Hitler einen Preis für ein neues Arrangement zahlen zu müssen…« [4]

Es ist bewiesen: Hitler plante den Angriffskrieg auf die Sowjetunion

Man kann im übrigen davon ausgehen, daß auch die Nazi-Führung überzeugt war, daß von sowjetischer Seite kein Angriff auf Deutschland zu erwarten war. Die Generalstabsabteilung Fremde Heere Ost schätzte ein, daß die Verstärkung der sowjetischen westlichen Grenzmilitärbezirke am 11.April 1941 ein Aufmarsch von defensiven Charakter gewesen sei. [5] Im sogenannten Führerhauptquartier und in den Führungsstäben des Heeres und der Luftwaffe rechnete man damit, auf einen nicht kriegsbereiten Gegner zu treffen. Diese Annahme hatte sich ja dann in den frühen Morgenstunden des 22.Juni 1941 auch vollauf bestätigt.

Quellen:
[1] Alexander Werth, »Rußland im Kriege 1941-1945«, Droemer Knaur, München/Zürich 1965, S.106/107
[2] Heinrich Uhlig, »Das Einwirken Hitlers auf Planung und Führung des Ostfeldzuges«, in: Beilage von Parlament, B 11/60, S.170
[3] W.M.Bereshkow, »Jahre im diplomatischen Dienst«, Dietz Verlag, Berlin 1975, S.35ff.
[4] Andreas Hillgruber, »Hitler Strategie, Politik und Kriegsführung 1940-1941«, Bernard u. Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt/M. 1965, S.431-433.
[5] Andreas Hillgruber, a.a.O., S.435

Siehe auch:
22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Bereshkow: Der Kampf der Systeme
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

Selbständig und Hartz-IV gleich krimineller Betrug?

s2dlogo
Um hier nicht immer nur über Dinge zu reden, die in anderen Ländern passieren, sei an dieser Stelle einmal ein Beispiel zitiert, das in Leipzig geschah, und wohl auch direkt in nächster Nähe hätte geschehen können. An der Authentizität des nachfolgend geschilderten Falls bestehen keinerlei Zweifel; es gibt vermutlich noch schlimmere Fälle…

von Alexander C.

DER „TYPISCHE HARTZ-IV-EMPFÄNGER“
Dies ist die Geschichte eines 46-jährigen, der an das geglaubt hat, was seine Eltern erzählten und mit aufgebaut haben: Die Demokratie in Deutschland. Bevor ich 2004 krank wurde, war ich über 20 Jahre erfolgreich selbständig bzw. freiberuflich tätig.

Ich vertrat – wie zahlreiche andere Bundesbürger auch – die arrogante Auffassung, daß viele, die langzeitarbeitslos oder Sozialhilfeempfänger sind, selber schuld seien bzw. auf Kosten des Staates leben – bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise allein erziehende Mütter. Beispiele dafür finde ich auch heute noch in Leipzig.

Ich war naiv und glaubte seinerzeit, mich würde es nie betreffen, weil ich intelligent, gebildet und erfolgreich sei. Selbst die Schufa stufte mich mit einem Bonitätsindex von fast 99% als finanziell sehr sicher ein. Ich war auch nicht übergewichtig, saß nicht den ganzen Tag Bier trinkend vor dem Fernseher – so wie man sich den klassischen Sozialhilfeempfänger in der Bevölkerung vorstellt. Ich war sehr aktiv, sieben Tage jede Woche. Und hatte keine Vorstellung, was es heißt, „bedürftig“ zu werden, wie die Behörden es nennen…

Wer nun Lust hat, weiter zu lesen, den verweise ich auf folgenden Link:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19ada0de4d03.php

Kommentar des Autors
Viele Bürger – vor allem die, die Arbeit haben – glauben an die sozialen Sicherungssysteme. So wie ich viele Jahre. Sie glauben an rechtliche Grundsätze wie „Ein deutscher Bürger kann nicht verhungern oder obdachlos werden“. An Hartz-IV, denken viele Bürger, seien die Betroffenen selber schuld. Und außerdem sei die ARGE (heute: „jobcenter“) bzw. die BA ja dafür da, die Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Daran glaube ich nach meinem ganzen Engagement schon lange nicht mehr. Es geht offenbar nur darum, einen Teil der Bevölkerung ruhigzustellen*… ich möchte mit meinen Aktionen und Veröffentlichungen jedem betroffenem Bürger Mut machen, gerade jetzt kurz vor dem Bundestagswahlkampf nochmals die eigene politische Einstellung zu überdenken und ggf. Druck zu machen, Initiativen zu bilden, Netzwerke, sich auszutauschen, gerade in Rechtsfragen.
(Ein Leserbeitrag von Alexander C., Name von der Redaktion geändert – 13.07.2008)

Quelle:
http://www.gegen-hartz.de/

Anmerkung:
* …und nicht nur „ruhigzustellen“, sondern in erster Linie „einzuschüchtern“ – denn wer Angst hat, der rebelliert nicht, und der wehrt sich auch nicht, selbst wenn es ihm an den Kragen geht!

Es herrschen harte Zeiten…

GewaltWährend noch das Entsetzen über das norwegische Massaker, das ein äußerlich recht unscheinbarer junger Mensch angerichtet hat, die halbe Welt lähmt, geistern durch die Medien alle möglichen Spekulationen und Erklärungen. Woher kommt die Gewalt? War es ein „Geistesgestörter“? War es „ein irrer Einzeltäter“? Das wäre natürlich am einfachsten, weil man somit alle Schuld und Verantwortung auf den Täter abschieben könnte. Man hört, Norwegen sei eine „offene Gesellschaft“, die Menschen seien in Liebe vereint. Welch eine Heuchelei ! Hier sind ein paar Zitate und eine Erklärung, allesamt aus dem Jahre 1975. Sie sind dennoch aktuell, denn das Szenario dieser Gesellschaft ist unverändert das gleiche. Es betrifft allerdings bei weitem nicht nur die USA, sondern alle imperialistischen Länder, wozu auch Norwegen gehört.

Harte Zeiten
Meldung in der USA-Zeitschrift «The Wall-Street Journal» vom 30. März 1972: «Es herrschen harte Zeiten, und Unternehmer greifen auf ein wirksames Mittel zur Senkung der Kosten zurück: Es heißt Kinderarbeit.»

Massenmord als «Rechenfehler»
Der USA-Senator Hubert Humphrey am 21. September 1968 in Columbus, Staat Ohio über imperialistische Kriegskalkulationen: «Wenn es um den Tod von mehr als 100 oder mehr Millionen Menschen geht, sind Abweichungen von 10 bis 20 Millionen Menschen nach oben oder unten ein durchaus vertretbarer Rechenfehler.»

Konflikt mit dem Morgen
Der amerikanische Wissenschaftler A.Toffler schrieb am 31. Dezember 1972 in der Zeitschrift «Observer Review» über die Perspektiven der imperialistischen Gesellschaftsordnung: «Der Geruch, der in der Luft liegt, ist somit nichts anderes als der Verwesungsgeruch, der das Ende eines Zeitalters begleitet … Es ist das Gefühl, daß die Dinge außer Kontrolle geraten sind … Wir sind in Konflikt mit dem anbrechenden Morgen: Der Zukunftsschock ist eingetreten.»

USA: Acht Gewaltszenen in einer Stunde.
Die skrupellose Darstellung widerwärtigster Gewalttätigkeiten beherrscht Filmleinwand und Bildschirm in den USA.
Gewalt

Dazu der amerikanische Psychiatrie-Professor Friedrich Hacker: «Wenn jemand wie das amerikanische Kind Zehntausende wüster Gewalttaten mit angesehen hat, so führt das zu einer Veralltäglichung und Trivialisierung und zu der Erwartung, daß alle wichtigen Probleme dieser Welt nur mittels Gewalt gelöst werden können.»

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1975, S.341ff.

Und hier noch ein interessanter Link:
Offene Gesellschaft – jetzt erst recht!
(die Auffassung des Autors ‚modesty‘ teile ich uneingeschränkt!)

Die Reichen und die Armen…

Das ist unsere Welt! Auf ihr leben derzeit rund 6,7 Milliarden Menschen. Es gibt heute mehr als eine Milliarde Menschen auf der Welt, die unter dem Existenzminimum leben müssen.
Etwa 30.000 Menschen sterben täglich an den Folgen von Hunger, Not und Armut. Doch ein paar Tausend Leute stört das alles überhaupt nicht! Sie wären nicht reich, würden nicht Milliarden andere dafür in bitterster Armut leben und verhungern. Billige und überhebliche Rezepte zur Beseitigung dieses Mangels gibt es jede Menge. Beispiel: Man überreiche dem Hungernden in Bangladesh einen kleinen Business-Plan und einen Kredit. Das nennt sich „Hilfe zu Selbsthilfe“ und kann im Heimatland abgerechnet werden. Die Zeitung bringt einen schönen Artikel, im Rundfunk wird davon berichtet. Das hebt die Spendenbereitschaft…

Die Vorstellung einiger Leute vom Kapitalismus beruht auf einem Denkfehler. Dieser besteht darin, daß man glaubt, daß ein verantwortlicher Umgang mit den natürlichen Ressourcen nur dann möglich sei, wenn diese sich in Privatbesitz befinden. Oder anders gesagt: diese Menschen glauben, erst (und nur!) das Privateigentum an Produktionsmitteln ermögliche es, die Reichtümer der Erde effektiv zu nutzen, indem man sie vermarktet. Das ist falsch! Aus dieser falschen, weil durch nichts bewiesenen Prämisse wird nun die durchaus richtige Folgerung abgeleitet, daß nur derjenige es im Leben zu etwas bringen könne, der auch fleißg, zielstrebig und in seinem Streben unbeirrbar sei.

Ein weiterer Denkfehler (oder auch Irrtum) besteht darin, daß wiederum eine Mehrheit der Menschen der Ansicht ist, daß dies unabänderlich sei und auch bleibt, da es keine bessere Möglichkeit und auch keine bessere Herrschaftsform gäbe. Die bestehende habe sich Jahrhunderte lang bewährt. Gewisse Ungerechtigkeiten müsse man in Kauf nehmen. Es könne bei den Menschen keine Gleichheit geben, da ja schließlich alle unterschiedlich seien. Und nicht jeder wolle ein Unternehmer werden. Das ist richtig und falsch zugleich, denn eine historische Alternative zum Kapitalismus gab es bereits. Sie hat sich als lebensfähig erwiesen: der SOZIALISMUS. Und es gibt (auch wenn man es zu verleugnen sucht) eine wissenschaftliche Grundlage für diese zukunftsweisende Gesellschaftsform.

Die Vermutung, es gäbe keine Alternative zur gegenwärtigen Gesellschaft, ist falsch, da es keinerlei (weder moralisches, noch vererbbares) Recht gibt, welches einer Minderheit erlaubt, die Mehrheit zu Sklaven ihrer Herrschaftsinteressen zu machen. Und es ist freilich richtig, daß nicht jeder ein Unternehmer werden kann und will. Jeder soll ganz nach seinen Fähigkeiten arbeiten, denn das Leistungsprinzip gilt auch im Sozialismus. Vielleicht ist es heute schon ein wenig in Vergessenheit geraten, was die KPD 1945 verkündete:
„Was des Volkes Hände schaffen, soll des Volkes eigen sein.“

Genaueres dazu findet sich im dialektischen und historischen Materialismus, so wie er von Marx, Engels, Lenin und Stalin erforscht, entwickelt und angewendet wurde. Etwas Gegenteiliges dazu wäre nur mit einer idealistischen Weltanschauung (etwa: das Bewußtsein bestimme das Sein) zu „begründen“. Und das eben ist unwissenschaftlich und falsch. Die gesellschaftliche Praxis hat längst den Beweis erbracht, daß der Mensch imstande ist, Natur und Gesellschaft zu verändern.

Die folgenden Bilder sind also kein Spendenaufruf, sondern ein KONTRAST-Programm!
Das muß man einfach sehen…

ArmutHungerAusbeutungHoffnungslosigkeitDankAnachronismusDas teuerste SchiffRußlandAutoKinderWohnenarbeitslosBurdsch Chalifaarm_reichUrlaub…ein paar Bilder sagen oft mehr als tausend Worte!

(P.S. die Bilder stammen übrigens alle aus verschiednen russischen, indischen, amerikanischen und fernöstlichen Blogs. Einige Bilder kann man durch Anklicken vergrößern. N.G.)

Der Bauarbeiter Johann Blender

Nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus begann auch in der DDR der Wiederaufbau der Industrieanlagen und der zerstörten Städte und Dörfer. Ein zentrales Anliegen der Regierung der DDR war es, vor allem den Arbeitern nunmehr endlich menschenwürdige Behausungen zu schaffen. Denn die Macht der Monopole war mit der Gründung unserer Republik beseitigt worden und nun konnte eine neue Gesellschaftsordnung errichtet werden: der Sozialismus.
Stalinallee_01Johann Blender
Einer, der mit dabei war, als in unserer Hauptstadt Berlin die Stalinallee erbaut wurde, war der Bauarbeiter Johann Blender (rechts im Bild). Er hatte einen Etagenkran mit einer Tragkraft von 750 kg weiterentwickelt, wodurch die Rüstung für den Bauaufzug wegfallen konnte und die Bauarbeiter nicht mehr die schweren Lasten von einem Stockwerk zum anderen tragen mußten, sondern das Material direkt an den Arbeitsplatz gestellt werden konnte. Johann Blender schrieb über diese Zeit:

Als Richtmeister für Stahlkonstruktionen war ich fast 15 Jahre in einem Betrieb des Thyssen-Konzerns tätig und habe daher mehrere Konzernherren aus nächster Nähe kennengelernt. Einige Erlebnisse veranlaßten mich, über ihre Tätigkeit nachzudenken. Während des zweiten Weltkrieges erzählten mir meine Kollegen auf verschiedenen Baustellen in Deutschland, daß sie vom Thyssen-Konzern in die von den faschistischen Armeen besetzten Gebiete der Sowjetunion geschickt wurden, um in Odessa, Kiew, Rostow und anderen Städten Filialen des Thyssen-Konzerns zu errichten. Diese Bestrebungen der deutschen Konzernherren, sich der sowjetischen Industrien zu bemächtigen, scheiterten an der Stärke und Schlagkraft der sowjetischen Armeen.

Nach dem Zusammenbruch Hitlerdeutschlands waren wir werktätigen Menschen der Auffassung, daß auf der Grundlage des Potsdamer Abkommens die Entmachtung der Monopolherren in ganz Deutschland durchgeführt wird. 500 Kollegen des in Westberlin gelegenen Thyssen-Konzerns begannen im Frühjahr 1945 aus eigener Initiative sofort mit der Ingangsetzung des Betriebes. Reparaturkolonnen nahmen die Wiederherstellung zerstörter Brücken in Angriff. Das einzige Kapital, das uns zur Verfügung stand, war die Arbeitskraft und der Wille der Kollegen, die Trümmer des Hitlerkrieges zu beseitigen und ein besseres Leben, frei von Krieg und Ausbeutung, aufzubauen.

Als die Produktion angelaufen war, wurde uns von der britischen Kommandantur in Westberlin der ehemalige Nazi-Generaldirektor Junge ins Werk gesetzt, um im Auftrage des Thyssen-Konzerns den Betrieb wieder zu übernehmen. Da unserer Auffassung nach Kriegsverbrecher hinter Schloß und Riegel gehören, wählten wir Arbeiter der Thyssen-Filiale eine Delegation, der ich selbst angehörte, um bei dem damaligen britischen Kommandanten, Major Brenford, gegen die Begünstigung dieses Kriegsverbrechers und Mitgliedes der Nazipartei zu protestieren. Die Delegation wurde, ohne ihr Anliegen überhaupt vorbringen zu können, abgewiesen. Aus Protest gegen diese offene Bevorzugung eines Kriegsverbrechers entstand nach 1945 in Westberlin der erste größere Streik. Der Erfolg dieser Aktion war, daß der Generaldirektor mit der beschmutzten Weste durch einen Vertreter des Mitteldeutschen Stahlkonzerns ausgewechselt wurde, der, wie sich bald herausstellte, ebenfalls ein rücksichtsloser Vertreter der Interessen des Monopolkapitals war.

Nachdem ich der britischen Besatzungsmacht und den Vertretern des Thyssen-Konzerns in Westberlin unangenehm aufgefallen war, war es mir nach der Spaltung Berlins nicht mehr möglich, in Westberlin Arbeit zu finden. Zu dieser Zeit bestand mein persönliches Eigentum, das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit, aus einigen Utensilien, die in einem Persilkarton Platz hatten. Nach meinem Umzug in den demokratischen Sektor konnte ich als Mitarbeiter des volkseigenen Betriebes Bau seit 1947 alle meine Erfahrungen in den Dienst des Fortschrittes stellen. Die Werktätigen hatten hier nach 1945 genauso begeistert mit dem Aufbau begonnen, wie wir im Thyssen-Konzern. Da aber die Betriebe der Konzernherren und Kriegsverbrecher in Volksbesitz übergegangen waren, konnten sie mit der Errichtung einer neuen demokratischen Ordnung beginnen.
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Ich bin stolz darauf, an der Errichtung der Stalinallee beteiligt gewesen zu sein. Mit besonderer Genugtuung erfüllte es mich, daß ich meine fachlichen Erfahrungen bei der Anwendung fortschrittlicher Baumethoden verwenden konnte. Ich erlebte die Entwicklung von Arbeitsmethoden, wie sie unter kapitalistischen Verhältnissen undenkbar sind. Meine Leistungen fanden mit der Ernennung zum Aktivisten, zum Verdienten Aktivisten und zum Verdienten Erfinder Anerkennung. Heute wohne ich in einer schönen Drei-Zimmer-Wohnung in einem Haus der Stalinallee, an dessen Aufbau ich beteiligt war. Das Ergebnis meiner Arbeit dieser wenigen Jahre ist der Besitz einer schönen Wohnungseinrichtung, für deren Transport ein Möbelwagen mit Anhänger gerade ausreichen würde.

Obwohl ich auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen die arbeiterfeindliche Rolle der Konzernherren erkannt hatte, vermittelte mir die Lektüre dieses Buches* neue wichtige Aufschlüsse. Die Befreiung von kapitalistischer Ausbeutung ermöglicht erst die volle Entfaltung der schöpferischen Kräfte des Volkes. Mit Unterstützung der Sowjetunion und der volksdemokratischen Länder wurden gewaltige Leistungen vollbracht. Diese Erfolge bestärken alle Werktätigen in dem Entschluß, ihre Werke niemals von den Drahtziehern des Unglücks und der Vernichtung zerstören zu lassen und sie deshalb gegen alle Angriffe zu verteidigen.

Wir werktätigen Menschen sind heute klüger geworden. Wir wollen nicht noch einmal all das, was wir uns geschaffen haben, durch die Machenschaften dieser Konzernherren wie Thyssen, Krupp, Pferdmenges, Stinnes usw. verlieren und erneut die Opfer eines räuberischen Eroberungskrieges werden. (…) Die Erkenntnis, wie versippt und verfilzt die Monopolkapitalisten aller Länder sind, führt alle werktätigen Menschen zu der Schlußfolgerung, daß der Kampf gegen die Kriegstreiber eine Lebensfrage unseres Volkes ist.
UnterschriftQuelle:
* G.Baumann, Eine Handvoll Konzernherren, Verlag Volk und Welt, Berlin, 1953, S.5-7.

Anmerkung:
Eine sehr schöne Darstellung über den Aufbau und das Wohnen in der Stalinallee, die später in Karl-Marx-Allee umbenannt wurde, finden Sie hier:

http://www.foto-melange.de/html/ein_neuer_anfang.html

Wie die USA die Verurteilung der Nazis sabotierten…

„Betrachtet man die amerikanische Politik in Deutschland“, so schrieb George S. Wheeler, „so drängt sich die Frage auf, weshalb die Vereinigten Staaten mit der Sowjetunion gegen die Nazis kämpften…“ Ja, weshalb überhaupt? Und zur Begründung führte weiter aus:
„Im Jahre 1941 haßten die amerikanischen Kapitalisten den Kommunismus kaum weniger als heute. Durch zahlreiche kommerzielle und finanzielle Interessen waren sie mit den Kapitalisten in Deutschland eng verbunden. Dieser Gemeinsamkeit stand jedoch ein wichtiger Faktor entgegen: sie fürchteten die Konkurrenz der deutsche Imperialisten auf dem Weltmarkt…“ Damit ist eigentlich alles gesagt.

Und so wurde endlich nach jahrelanger Verzögerung und als der Ausgang des Krieges schon fast entschieden war, im Juni 1944 doch noch die zweite Front eröffnet. Endlich landeten britische und amerikanische Fallschirmjäger in der Normandie. Als dann der Nazigeneral Keitel in der Nacht zum 9.Mai 1945 in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete, war das falsche Spiel der USA noch lange nicht beendet. Diese Verzögerung diente der Schwächung der Sowjetunion, und doch ging die hinterhältige Taktik der Westmächte nicht auf: Der Nürnberger Prozeß fand statt, die Sowjetunion überlebte, die DDR wurde gegründet und sie existierte als erster sozialistischer Staat auf deutschem Boden fast 40 Jahre…
Kapitulation
Gedenktafel am Sitz der Sowjetischen Streitkräfte in Berlin

Als dann das Nürnberger Gericht stattfand, wo die Nazi- und Kriegsverbrecher verurteilt werden sollten, versuchten die USA auf jede nur mögliche Weise den Prozeß zu hintertreiben. Man versuchte, ein ein Verwaltungschaos zu organisieren, Beweise zu vertuschen, verbreitete Falschmeldungen, untersagte verantwortlichen Bundesrichtern der USA die Teilnahme an den Prozessen, behinderte die Übersetzer, ließ Gesetzestexte verschwinden und vieles mehr. Die Fähigkeit der Juristen und Industrieanwälte, die von den USA zur herangezogen worden waren, erwies sich als erschreckend gering, so daß der USA-Ankläger Abraham L. Pomerantz aus Protest zurücktrat. Nach seiner Rückkehr in die USA erklärte dieser:

„Ich habe Menschen wie Göring, Ribbentrop, Streicher und Sauckel gesehen und kenne ihre Verbrechen. Was jedoch wichtiger ist, ich habe auch die stilleren, aber gefährlicheren Nazis gesehen: die deutschen Industriellen. Es waren die Nazi-Industriellen, die Hitler finanzierten und an die Macht brachten, die ihm Gelder und Waffen gaben, die den Angriffskrieg – sagen wir es deutlicher: den Massenmord – durchführten, die die Hehler waren und die den Juden gestohlenen Güter erhielten, die Millionen und aber Millionen Männer, Frauen und Kinder als Sklavenarbeiter gebrauchten und mißbrauchten, die ihre erschöpften Arbeiter in die Vernichtungskammern schickten – ich habe die dokumentarischen Zeugnisse alles dessen und darüber hinaus die Beweise der nicht an die Öffentlichkeit gekommenen Umtriebe der Nazi-Industriellen gesehen… Einige wenige Industrielle werden vor Gericht gestellt und möglicherweise verurteilt werden. Die übrigen werden straffrei ausgehen.

Ich bin soeben von einem sechsmonatigen Aufenthalt in dem Märchenland des Kriegsministeriums zurückgekehrt, das da Nürnberg heißt. Ich habe mir den Kopf zerbrochen, wie ich Ihnen innerhalb der Grenzen der drängenden Zeit das Chaos, die Verwirrung, die Demoralisierung schildern soll, die dort herrschen. In erster Linie ist das vom Kriegsministerium für Nürnberg ausgewählte Personal sowohl an Zahl als auch an Befähigung völlig unzulänglich. Nehmen Sie das Beispiel der Übersetzungen, eines Engpasses unserer Arbeit, da die Dokumente aus dem Deutschen übersetzt werden müssen, ehe die Juristen ihre Arbeit beginnen können. Der Übersetzerstab ist unvorstellbar klein für die vorliegende Aufgabe. Und was noch schlimmer ist, der Befähigungsgrad ist sehr, sehr niedrig, so niedrig, daß von dem bereits schwachen Stab vierzig Leute als völlig unbrauchbar entlassen werden mußten.

Nun gehen dringende Rufe von Nürnberg nach Washington, in denen händeringend um mehr Übersetzer gebeten wird. Darauf stellt das Kriegsministerium 13 Übersetzer in Washington ein, chartert ein Sonderflugzeug, fliegt sie nach Nürnberg. Beim Eintreffen werden sie geprüft. Alle 13 versagen. Indessen war in England lange vorher eine zahlreiche Gruppe befähigter Übersetzer eingestellt worden. Sie saßen wochen- und monatelang herum und warteten auf ihren Einsatz. Aber die Mühle der Armee mahlt langsam, und trotz der verzweifelten Hilferufe kann das Kriegsministerium anscheinend keine Wege ausfindig machen, diese Leute über den Kanal nach Deutschland zu bringen.

Mit der gleichen Trägheit des Kriegsministeriums haben wir auch auf dem Gebiete der Versorgung zu kämpfen. Es mag von hier aus unbedeutend erscheinen, aber glauben Sie mir, es ist enttäuschend, ganze Unternehmen scheitern zu sehen, weil ein Vervielfältigungsapparat, ein Fotokopiergerät, Papier, Autos zum Aufstöbern und Transportieren von Verbrechern, ja ungefähr alle notwendigen Dinge fehlen. Als ich in Nürnberg ankam – bedenken Sie, das ist der riesigste Justizkomplex der Welt! –, fand ich nicht ein einziges Gesetzbuch, das mir bei der Prüfung der zahlreichen verwickelten und schwierigen Anträge einer findigen Verteidigung – und die hatte Gesetzbücher! – hätte helfen können. Meine eifrigen Bemühungen, eine Zuweisung der notwendigen Etatmittel zu erhalten, schlugen fehl. So erfuhren wir einen Fehlschlag nach dem anderen, – bis die anständigen, befähigten Leute in Nürnberg völlig demoralisiert und von Widerwillen erfüllt waren.

Und wer sind die Richter, die das Kriegsministerium zur Verhandlung dieser bedeutenden Fälle hinübergeschickt hat? Ich verrate Ihnen ein Geheimnis, das bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen ist: Man hat eine Sonderverfügung erlassen, die es jedem Bundesrichter in den Vereinigten Staaten verbietet, eine juristische Funktion in Nürnberg zu übernehmen. Diese Verfügung schließt automatisch die besten Kräfte der amerikanischen Justiz aus. Ich empfehle Ihnen, die Leistungen der Männer zu untersuchen, die das Kriegsministerium als Richter hinüberschickt.“

(Auszüge aus einer Rede zur deutschen Frage, gehalten in New York am 6. März 1947.)

In seinem Nachwort schrieb G.Wheeler:
„Dieses Buch wurde 1951 beendet… Jetzt treten die früheren Kriegsverbrecher schon wieder voller Arroganz und fragwürdigem Ehrgeiz auf. Schon glauben sie, die Welt wieder frech bevormunden zu können und den Dingen einen Lauf nach ihrem Willen zu geben. Sie fühlen sich sicher, denn sie sind der Vortrupp in der europäischen Politik der Wallstreet. Sie sind noch einmal gut davongekommen – wirtschaftlich und politisch –, viel besser, als sie 1945 hoffen durften. Sie leben wieder in einem Wirtschaftsboom und träumen von einem Imperium in Afrika…“

Quelle:
George Wheeler, Die amerikanische Politik in Deutschland, 1951

Was ist in Libyen los?

LibyenHier ein Ausschnitt aus einem intelligenten Kommentar, der sehr sachkundig die derzeitige Situation in diesem nordafrikanischen Land beschreibt (…ganzen Beitrag lesen):

Die mysteriöse „Achse des Bösen“

Das Konzept eines simultanen Angriffs auf Libyen und Syrien wurde von den Machthabern der USA in der Woche nach den Anschlägen des 11. September 2001 aktenkundig festgelegt. Erstmals öffentlich dargelegt wurde es von John Bolton, damals Unterstaatssekretär, in seiner Rede vom 6. Mai 2001 mit dem Titel „Über die Achse des Bösen hinaus“ („Beyond the Axis of Evil“). Bestätigt wurde es von General Weslay Clark während eines berühmten Fernsehgesprächs am 2. März 2007. Dabei präsentierte der frühere Oberkommandierende der NATO die Liste der Staaten, die von den Vereinigten Staaten in den nächsten Jahren nacheinander angegriffen würden. (…) Die Koalition der Freiwilligen sieht sich nun in einen Prozeß hineingezogen, der von ihr nicht gewollt ist und sie überfordert.

Eine gefährliche Strategie

Die Strategie der USA, umgesetzt von Frankreich und Großbritannien – Partner wie einst in der guten alten Zeit der Suez-Expedition –, ging von einer besonders feinsinnigen Analyse des libyschen Stammessystems aus. In Kenntnis dessen, daß die Mitglieder bestimmter Stämmen – hauptsächlich die Warfallah – nach dem fehlgeschlagenen Putsch von 1993 aus verantwortungsvollen Posten entfernt wurden, würde die NATO nur ihre Frustration schüren, sie bewaffnen und als Hebel benutzen müssen, um das Regime zu stürzen und ein pro-westliches Regime einzusetzen. (…)

Das libysche Volk hält zu seinem Führer

Seit diesem Aufruf haben sich die Stämme der Opposition kontinuierlich und ununterbrochen einer nach dem anderen der Regierung in Tripoli angeschlossen, und ihre Führer haben Muammar Gaddafi Treue geschworen. In Wirklichkeit hatte dieser Prozeß schon einige Zeit vorher begonnen und war am 8. März in Szene gesetzt worden, als der „Führer“ im Hotel Rixos die Huldigung der Stammeschefs entgegen nahm, und zwar inmitten westlicher Journalisten, die dabei in menschliche Schutzschilde verwandelt und durch diese neuerliche Provokation in Erstaunen versetzt wurden. (…)

Die Lügen der NATO entlarvt

Die Erklärung dafür ist einfach: vor den Ereignissen von Bengasi hatte die innere Opposition gegen Gaddafi keinerlei Grund, das Regime zu stürzen. Der Aufruf vom 27. April basierte auf Informationen, welche die Unterzeichner heute als Manipulation ansehen. Inzwischen hat sich jeder von ihnen der nationalen Regierung angeschlossen, um gegen die äußere Aggression zu kämpfen. (…)

Quelle:
Thierry Meyssan, Die NATO und die Undankbarkeit der Libyer, Artikel vom 11. Juli 2011
( http://www.nrhz.de/neinzurnato/?p=338 )

siehe auch:
1) Libyen – die Vorgeschichte
2) Die USA-Atomwaffenpläne gegen Libyen
3) Libyen – was ist bekannt?
4) So grausam war Ghadaffi…

Wer oder was ist die Nazipartei?

Hinter diesen kraftstrotzenden Symbolfiguren verstecken sich oft gewaltbereite, nicht einmal vor Mord zurückschreckende Kriminelle, die ihre Vorbilder aus der Nazizeit beziehen. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…“
Nazipropaganda
Doch inzwischen haben sich gegen die Provokationen rechter Kräfte sowohl im Internet als auch bei Bürgerprotesten starke Gegenkräfte formiert, die oft genug von der Polizei behindert und durch Haussuchungen kriminalisiert werden, die aber doch immer wieder stark genug sind, um den Neonazis den öffentlichen Erfolg ihrer Auftritte zu verwehren.
Wer sind eigentlich diese Ewiggestrigen und welche Verbindungen gibt es zur Monopolbourgeoisie? Eben das kann man aus der Geschichte lernen. In seinem Buch
„Der Putsch, der keiner war“ schreibt Kurt Gossweiler:

Die Nazipartei war von ihrem Ursprung an ein Geschöpf der deutschen Imperialisten und Militaristen. Ihre Führung stand von Anbeginn an unter dem Einfluß verschiedener widerstreitender kapitalistischer Interessen. Seit ihrem großen Wahlerfolg vom September 1930 nahm der Kampf um die Beherrschung dieser Partei immer heftigere Formen an. An diesem Kampf beteiligte sich nicht nur das Monopolkapital, sondern jede Fraktion der herrschenden Klasse, auch das Junkertum; dafür mag das folgende Beispiel zeugen. Im Februar 1931 richtete der Großgrundbesitzer Fürst Eulenburg-Hertefeld an seine Standesgenossen einen Brief, in dem er seinen Austritt aus der Partei Hugenbergs und seinen Übertritt zur Nazipartei bekanntgab und folgendermaßen begründete [1]:
Eulenberg
Es sind natürlich vorerst noch höchst seltene Glücksfälle, die uns derartige Zeugnisse in die Hände fallen lassen; aber es kann gar keinen Zweifel darüber geben, daß die erfahrene und gerissene deutsche Bourgeoisie in ihrer taktischen Wendigkeit nicht hinter den Vertretern des preußischen Adels zurückstand, sondern diesen darin weit voraus war.

Aus alledem ergibt sich für die marxistische Geschichtsschreibung die Notwendigkeit, sich systematisch mit den führenden Kadern der Nazipartei zu beschäftigen und ihre Biographien zu studieren, um die vieltausendfachen Fäden sichtbar zu machen, mit denen die Nazipartei an die Finanzoligarchie geknüpft war und von ihr gelenkt wurde. Das ist eine keineswegs leichte Aufgabe. Die Fälle, in denen die Verbindung so offen zutage tritt, wie im Falle Göring-Thyssen und Göring-Schacht, sind die Ausnahme.

In der Regel waren die Monopolherren sorgsam darauf bedacht, ihre Beziehungen zur Nazipartei zu tarnen und ihre Mittelsmänner als solche nicht bekannt werden zu lassen. Diese Tarnung war erstens und vor allem notwendig, um den Charakter der Nazipartei als Partei des Monopolkapitals vor den Massen zu verbergen, zum anderen aber auch deshalb, um im Dschungelkampf der Monopolgruppen untereinander dem Gegner nicht die eigenen Stellungen zu verraten.

Deshalb muß die Suche nach den direkten Beziehungen der Naziführer zum Monopolkapital ergänzt werden durch Untersuchungen darüber, für welche der im Streit liegenden Gruppen der Monopolbourgeoisie dieser oder jener faschistische Partei- oder Staatsfunktionär Partei ergriff. Eine solche Parteinahme darf im allgemeinen schon als zuverlässiges Indiz dafür betrachtet werden, daß der betreffende Nazifunktionär ein Vertrauensmann der begünstigten Monopolgruppe ist. Läßt seine Biographie darüber hinaus Berührungspunkte mit dieser Gruppe erkennen, so darf seine Eigenschaft als deren Mittelsmann und Sachwalter in aller Regel als erwiesen gelten. Aus dem Gesagten ergibt sich ferner, daß wichtige Veränderungen in der faschistischen Partei- und Staatsbürokratie in erster Linie daraufhin untersucht werden müssen, ob und in welcher Weise sie mit dem Kampf der Monopolgruppen in Verbindung stehen.

[1] St.A. Potsdam, Bd.2170, Rep.37, Gutsarchiv v. Arnim-Boitzenburg, B1.36f.

Quelle:
Kurt Gossweiler, Der Putsch, der keiner war, PapyRossa Verlag, Köln, 2009, S.204f.