KPD – die kommunistische Partei

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde im Ergebnis der Novemberrevolution Ende Dezember 1918 gegründet. In ihr vereinten sich die fortschrittlichsten Kräfte der deutschen Arbeiterbewegung. Dem vormaligen Spartakusbund hatten sich aber auch linksradikale Gruppen angeschlossen. Doch die KPD entwickelte sich zu einer marxistisch-leninistischen Partei, die getreu den Lehren von MARX, ENGELS und LENIN die nationalen Interessen der Werktätigen vertrat, gegen Imperialismus und Militarismus und für Frieden und Sozialismus kämpfte und an der Spitze bedeutender Massenkämpfe der Arbeiterbewegung zur Verteidigung und Erweiterung der demokratischen Rechte und Freiheiten stand.

Die Gründung der KPD war ein Wendepunkt in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Damit wurden die Grundlagen für eine marxistisch-leninistische Partei in Deutschland gelegt, einer Partei, die fähig und imstande war, die deutsche Arbeiterklasse und das ganze deutsche Volk aus der kapitalistischen Knechtschaft zu führen. Unter Führung ihres Vorsitzenden Ernst THÄLMANN gewann die KPD zunehmend an Masseneinfluß. In der Zeit der faschistischen Hitlerdiktatur wurden ihre Mitglieder und Funktionäre mit brutaler Grausamkeit verfolgt. „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“ – war einer der Aufrufe der KPD in den 30er Jahren. Die Kommunisten waren unter den ersten, welche von der Gestapo „abgeholt“, in Gefängnisse und KZ’s gesperrt, gefoltert und ermordet wurden…
Wahlplakate 1932Überall klebten die Wahlplakate (1932)

Nach dem Sieg der Sowjetunion und der mit ihr verbündeten Staaten über den deutschen Faschismus ging es in Deutschland vorrangig darum, die Aktionseinheit der Arbeiterklasse herzustellen. Es war folgende Siuation entstanden:

Im Ringen um die Vereinigung von KPD und SPD

Der Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse zählte zu den hervorstechendsten Merkmalen der Klassenkampfsituation nach dem zweiten Weltkrieg. Eben deshalb konzentrierte die internationale imperialistische Reaktion ihre ganze Kraft darauf, diese Einheitsbewegung mit Hilfe rechter sozialdemokratischer Führer zu sprengen. Die reaktionären Kreise in den USA und anderen imperialistischen Staaten übten starken Druck auf ihre Regierungen aus, damit sie so rasch wie möglich von der gemeinsamen Politik mit der UdSSR in der Antihitlerkoalition wieder abrückten. Als erklärtes Ziel strebten sie an, das Übergreifen des revolutionären Weltprozesses auf weitere Länder zu verhindern und die revolutionären Errungenschaften wieder rückgängig zu machen. Dafür versuchten sie auch das zeitweilige Atomwaffenmonopol der USA auszunutzen. Am 6. und 9. August 1945 hatten die USA auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki Atombomben abgeworfen. Diese militärisch durch nichts gerechtfertigte brutale Demonstration imperialistischer Gewaltpolitik war mit der illusionären Vorstellung der reaktionärsten Kreise verbunden, die USA könnten mittels atomarer Erpressung ihre Weltherrschaft errichten.

Verschärfter Klassenkampf

Im Herbst 1945 verschärfte sich der Klassenkampf auf deutschem Boden. Die Politik der Aktionseinheit hatte sich bewährt. Im gemeinsamen Kampf für antifaschistisch-demokratische Verhältnisse, durch die Beantwortung politisch-ideologischer Grundfragen festigte sich die Aktionsgemeinschaft von KPD und SPD. Immer stärker wurde sie zum Anziehungspunkt und Motor für alle antifaschistisch-demokratischen Kräfte. Bei den Arbeitern wuchs das Drängen nach Einheit ihrer Klasse, nach Vereinigung der Kommunisten und Sozialdemokraten in einer einheitlichen revolutionären Partei. Die Schaffung einer sozialistischen Einheitspartei war die Grundbedingung, um die bereits erzielten revolutionären Errungenschaften zu sichern und die antifaschistisch-demokratische Umwälzung voranzubringen.
Einheit
Wahlplakat (1946)

Reaktionäre Kreise fordern die Spaltung Deutschlands

Zugleich wurde auch die Reaktion aktiv, besonders in den westlichen Besatzungszonen. Den Erfolgen der demokratischen Kräfte wollte sie mit der separatistischen und föderalistischen Aufsplitterung des Landes begegnen. Der CDU-Politiker Konrad Adenauer, hinter dem einflußreiche Kreise des rheinisch-westfälischen Großkapitals standen, forderte bereits im Oktober 1945 die staatliche Abspaltung der Westzonen und ihre Zusammenfassung in einem Separatstaat. In den von ihnen besetzten Gebieten hatten die imperialistischen Mächte tiefgreifende demokratische Veränderungen unterbunden. Mit ihrer Unterstützung wuchs der Einfluß der opportunistischen Kräfte in der Sozialdemokratie und in den Gewerkschaften. Besonders der Wahlsieg der britischen Labour Party Im Juli 1945 und Stimmerfolge der unter antikommunistischen Losungen auftretenden bürgerlichen und sozialdemokratischen Parteien bei den Parlamentswahlen in Ungarn und Österreich im November 1945 ermunterten die rechtssozialistischen Führer. Sie versuchten, mit den Mitteln des bürgerlichen Parlamentarismus die Aktionseinheit der Arbeiterparteien zu sprengen. Der Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse erlitt in den Westzonen erste Rückschläge. [1]

Aufruf
Der historische Aufruf des ZK der KPD vom 11.Juni 1945

Die KPD eine Partei mit revolutionären Traditionen

Die KPD brachte die größten Opfer im antifaschistischen Kampf; von rd. 300.000 Mitgliedern wurden 150.000 verfolgt, eingekerkert oder in KZ verschleppt. Zehntausende Kommunisten wurden ermordet. Die entscheidende Leistung der KPD und ihres ZK, dessen hervorragendste Vertreter Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht waren, bestand darin, daß sie als einzige deutsche Partei ein reales antifaschistisches und demokratisches Kampfprogramm ausarbeitete und es mit anderen antifaschistisch-demokratischen Kräften zu verwirklichen begann. Damit schuf sie die wichtigste Voraussetzung für die grundlegende Wende, die nach 1945 in Deutschland vollzogen werden konnte.

Nach dem Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus

Auf der Grundlage des bedeutsamen Aufrufs des Zentralkomitees der KPD vom 11.Juni 1945 begann sie in allen vier Besatzungszonen ihre Tätigkeit. Als ihre wichtigste Aufgabe betrachtete die KPD die Gewährleistung gemeinsamen Handelns von Kommunisten und Sozialdemokraten. Erstmals in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung wurde am 19.6.1945 ein beständiges Aktionsabkommen zwischen den zentralen Leitungen von KPD und SPD abgeschlossen und danach die Aktionseinheit von Kommunisten und Sozialdemokraten auf breiter Grundlage verwirklicht. In der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurden mit diesem Abkommen die Voraussetzungen für die Überwindung der Spaltung und die Bildung einer einheitlichen marxistischen Partei der Arbeiterklasse geschaffen. Am 21./22.4.1946 fand in der Deutschen Staatsoper (Admiralspalast) in Berlin der Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands statt. In den westlichen Besatzungszonen war ebenfalls eine starke Bewegung für die Aktionseinheit vorhanden.

Der Kampf der KPD in den Westzonen für die Aktionseinheit

Trotz der Bemühungen der KPD und der einheitswilligen Kräfte in der Sozialdemokratie gelang es der westdeutschen Großbourgeoisie, den westlichen Besatzungsmächten und den Gegnern der Aktionseinheit in der Sozialdemokratischen Partei jedoch, die Ansätze zur Aktionseinheit zu zerstören und die Spaltung der Arbeiterklasse aufrechtzuerhalten. Die KPD setzte sich in Westdeutschland entsprechend dem Aufruf vom 11.6.1945 für die Schaffung einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung und die konsequente Verwirklichung des Potsdamer Abkommens ein. Sie kämpfte gegen die von den westdeutschen Imperialisten im Bündnis mit den westlichen Besatzungsmächten herbeigeführte Spaltung Deutschlands. Ihre Presseorgane wurden zeitweilig verboten, ihre Funktionäre verfolgt und eingekerkert. Die Vertreter der KPD im Parlamentarischen Rat verweigerten ihre Unterschrift unter das westdeutsche Grundgesetz, weil sie nicht die Spaltung Deutschlands unterschreiben wollten. Der Vorsitzende der KPD, Max Reimann, erklärte: „Wir Kommunisten aber werden die im Grundgesetz verankerten wenigen demokratischen Rechte gegen die Verfasser des Grundgesetzes verteidigen.“
Max ReimannMax Reimann (1898-1977)

Die Solinger Parteikonferenz der KPD vom 5.– 7.3.1949, die erste vereinigte Delegiertenkonferenz der KPD in Westdeutschland, rief zum Kampf gegen die Schaffung des westdeutschen Separatstaates auf. In den folgenden Jahren führte die KPD unter der Leitung ihres Parteivorstandes einen konsequenten Kampf gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands, für den Abschluß eines Friedensvertrags und die Wiedervereinigung Deutschlands auf friedlicher und demokratischer Grundlage. Im ersten Bundestag war sie mit 15 Abgeordneten vertreten, obwohl sie durch das undemokratische Wahlgesetz benachteiligt wurde. Der Münchener Parteitag der KPD (3.– 5.3.1951), der erste Parteitag der westdeutschen KPD nach 1945, nahm eine Entschließung an, in der die Aufgaben der KPD im Kampf um ein geeintes, unabhängiges, demokratisches Deutschland festgelegt wurden. Die 7.Tagung des Parteivorstandes (1./2.11.1952) beschloß das bedeutsame „Programm der nationalen Wiedervereinigung Deutschlands“.

Das KPD-Verbot im Westen

Am 24.11.1954 begann vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe der Verbotsprozeß gegen die KPD. Auf der Grundlage der Beschlüsse ihres letzten legalen Parteitags in Hamburg (28.– 30.12.1954) führte die KPD den Kampf gegen den Eintritt Westdeutschlands in die NATO (Nordatlantikpakt). Am 17.8.1956 wurde die KPD verboten. Mit diesem Verbot wollten die reaktionären Kräfte die politische Kraft ausschalten, die in Westdeutschland am konsequentesten für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt eintrat. Die KPD begann sofort mit der Organisierung des illegalen Kampfes. Am 30.9.1956 konstituierte sie ihr ZK, das Max Reimann zum Ersten Sekretär wählte. Der erste illegale Parteitag der KPD (Juni 1957) bezeichnete die Herstellung der Aktionseinheit mit den Sozialdemokraten als Herzstück der Politik der KPD. In diesen Jahren kämpfte die KPD gegen Atomrüstung und Revanchepolitik des westdeutschen Imperialismus und Militarismus, für Frieden und Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten, für Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt in Westdeutschland. Der illegale Parteitag im Juni 1963 beschloß die Programmatische Erklärung „Der Weg zur Rettung des Friedens, zum Schutz der demokratischen Rechte, zu sozialer Sicherheit“. Seit dem Verbot führte die KPD einen hartnäckigen Kampf für ihre Legalisierung. Auch in der Illegalität erstarkte sie im Ringen für Frieden, Demokratie und gesellschaftlichen Fortschritt in Westdeutschland. Sie kämpfte in enger Gemeinschaft mit der SED und den kommunistischen und Arbeiterparteien der ganzen Welt. Sie stand in der ersten Reihe der fortschrittlichen Kräfte, die gegen die Macht der Monopole, für eine friedliche und demokratische Neugestaltung der Verhältnisse in Westdeutschland kämpfen. Sie war die einzige Partei in Westdeutschland, die für den Sozialismus eintrat.[2]

Quellen:
[1] Autorenkollektiv, Geschichte der SED, Abriß, Dietz Verlag, Berlin, 1978, S.107f.
[2] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1967, S.346ff.

Anmerkung:
War die Gründung der SED eine „Zwangsvereinigung“?
Hier ist noch ein interessantes Detail aus dem Schulbuch der DDR (Klasse 9, S.243) – das sagt etwas darüber aus, mit welchen demagogischen Tricks die Gegner die Aktionseinheit zu verhindern suchten. (bitte anklicken zum Vergrößern!):

Gegenangriff Seite243
P.S. Die o.g. Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) ist nicht identisch mit der im Internet zu findenden gleichnamigen Partei „KPD“. Letztere ist eine unbestimmbare Neugründung, wobei nicht auszuschließen ist, daß es sich hierbei um einen Namensmißbrauch handelt.

Siehe auch:
Bedingungen für eine neue KPD
Erfahrungen der KPD (Stabilisierungen)
Die ideologische Offensive der KPD

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