Wohin mit der Informationsflut?

Der geistige Müllberg wächst an

In den Bücherregalen der großen Buchhandlungen stehen heute reihenweise Bücher, deren unwissenschaftlicher und phantastischer Inhalt zu nichts anderem nütze ist, als dem Leser die Zeit zu vertreiben und das Gehirn zu vernebeln. Es herrscht Verwirrung in den Köpfen, und das ist so gewollt. Der gedruckte geistige Unrat nimmt zu. Allein vom Bertelsmann-Konzern werden täglich (!) über 300.000 Bücher gedruckt. Hinzu kommt noch die nicht gedruckte Literatur und alles, was in Form von Filmen, Fernsehaufzeichnungen, Internetangeboten und anderen Medien verfügbar ist. In seinem 1996 erschienenen Buch „New Positioning“ [1] macht der Autor Jack Trout auf folgendes aufmerksam. Er schreibt:

Die explosionsartige Vermehrung der verschiedenen Medienarten und der daraus resultierende Anstieg des Kommunikationsvolumens hat die Art und Weise radikal beeinflußt, wie Menschen die ihnen angebotenen Informationen aufnehmen – oder ignorieren. Es gelten neue Spielregeln dafür, wie man mit Menschen kommunizieren und sie beeinflussen kann. Heute, in den neunziger Jahren, stellt sich heraus, daß das, was ich in den siebziger Jahren für eine »Flut« hielt, nur der Auftakt war. Zur Illustration will ich hier einige Zahlen anführen:
Trout
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, daß sich die einmal geprägten Ansichten, Meinungen und Vorurteile im Laufe der Jahre sehr stark verfestigen. J.Trout zitiert hier den folgenden Text [2]:
ZitatWie funktioniert die Meinungsbildung?

Wie man an Hand konkreter Beispiele leicht feststellen kann, werden schon im Kindergarten und in der Schule bestimmte Leitbilder, religiöse Einstellungen, eine Weltanschauung und ein sogenannter „Wissenskanon“ vermittelt. Das dient in erster Linie der Stabilisierung der bestehenden Verhältnisse und soll jegliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der herrschenden (kapitalistischen) (Un-)Ordnung beseitigen. Ohne eine klare Orientierung ist es schwer, aus diesem Mainstream auszubrechen. Die folgenden beiden Texte sind Beispiele für eine „wissenschaftliche“ und für eine „unterhaltsame“ Verblödung:
Texttext1Können wir unsere komplizierte Welt verstehen?

Um die Zusammenhänge in der Gesellschaft „als Ganzes“ zu verstehen, braucht man eine wissenschaftliche Weltanschauung. Darunter verstehen wir die aus der Praxis, also aus der Arbeit und aus dem täglichen Leben, erwachsenden Erkenntnisse über wesentliche Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten der Natur, der Gesellschaft und des Denkens. Dazu gehören bestimmte Begriffe, Gesetze, Theorien und Hypothesen, die für die Beherrschung der natürlichen und – nach der Beseitigung der antagonistischen Klassengesellschaft – auch der sozialen Umwelt erforderlich sind. Das ist gar nicht so schwierig, denn trotz aller Differenziertheit und vieler neu entstandener Wissenschaftsdisziplinen besteht zwischen allen Wissenschaften ein innerer Zusammenhang, eine Ordnung, die objektive Grundlagen hat. Die objektive Grundlage für die Einheit aller Wissenschaft ist in der Einheit ihres Gegenstandes,der materiellen Welt, sowie in der gesellschaftlichen Praxis der Menschen zu sehen. [3] Man muß also die unwesentlichen Informationen, mit denen wir heute überschüttet werden, außer acht lassen und sich auf das wesentliche konzentrieren.

Wozu braucht man eine Lebensphilosophie?

In der Urgesellschaft gab es noch keine Philosophie und keine Wissenschaft. Die unerklärlichen Naturvorgänge wurden dem Wirken höherer Mächte (Götter, Dämonen, Geister usw.) zugeschrieben. Auch die feste Ordnung des gesellschaftlichen Lebens und das Schicksal des einzelnen Menschen wurde auf diese überirdischen Kräfte zurückgeführt. Das Denken der Menschen war noch sehr stark von mythologischen Vorstellungen beherrscht. [4] Das ist heute auf höherem Niveau nicht viel anders. Um unter diesen neuen Umständen die immer komplizierter werdenden Vorgänge in Natur und Gesellschaft verstehen zu können, wurde es notwendig, diese aus sich selbst heraus zu erklären und gegen überholte Vorstellungen vorzugehen. Mit der durch Marx, Engels und Lenin begründeten wissenschaftlichen Weltanschauung gelang es erstmals in der Geschichte der Menscheit nachzuweisen, daß die Menschen durchaus imstande sind, die Welt zu erkennen, zu begreifen und zu beherrschen, insbesondere die gesellschaftlichen Verhältnisse. Der real existierende Sozialismus hat (trotz aller Mängel und Schwächen) bis zur Zerstörung der bis dahin existierenden sozialistischen Staaten (Sowjetunion, DDR, VR Polen, CSSR u.a.) im Jahre 1989 eindrucksvoll bewiesen, daß eine sozialistische Gesellschaft durchaus lebensfähig ist, und imstande, sich gegen innere und äußere Feinde durchzusetzen. Die einstweilige Niederlage des Sozialismus beweist nichts anderes, als daß die revolutionäre Wachsamkeit der Arbeiterklasse, als der herrschenden Klasse, nicht ausreichend war.
Eine Lebensphilosophie ist also ein Kompaß, um in den Stürmen des Lebens und bei Seegang nicht die Orientierung zu verlieren. Der Marxismus-Leninismus ist so ein Kompaß! Er bietet eine Orientierung an, wo bürgerliche Philosophen schon längst den Kopf verloren haben und ratlos umherirren, wo die Pfaffen nichts weiter anzubieten haben als „göttliche Hilfe“ und „Zuversicht“, und wo Volksverführer ihre Durchhalteparolen verbreiten …

Es kommt darauf an die Welt zu verändern!

In dieser These von Karl Marx ist der revolutionäre Charakter und die aktive Rolle der neuen Philosophie präzise ausgedrückt. Man muß heute wieder das Kommunistische Manifest lesen, um zu verstehen, wie diese Änderung verläuft und welche Gesetzmäßigkeiten hier wirken. [5] Das ist das Wesentliche!
MarxQuellen:
[1] Jack Trout/Steve Rivkin, New Positioning, Econ Verlag, 1996, S.12.
[2] J.Trout, a.a.O., S.45.
[3] s. Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin (DDR), Stichwort: Wissenschaft, S.735f.
[4] s. E.Hahn/A.Kosing, Marxistisch-leninistische Philosophie geschrieben für die Jugend, Dietz Verlag, Berlin, 1978, S.8.
[5] Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Marx/Engels, Ausgewählte Werke, Bd.I, S.196ff.

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