Es herrschen harte Zeiten…

GewaltWährend noch das Entsetzen über das norwegische Massaker, das ein äußerlich recht unscheinbarer junger Mensch angerichtet hat, die halbe Welt lähmt, geistern durch die Medien alle möglichen Spekulationen und Erklärungen. Woher kommt die Gewalt? War es ein „Geistesgestörter“? War es „ein irrer Einzeltäter“? Das wäre natürlich am einfachsten, weil man somit alle Schuld und Verantwortung auf den Täter abschieben könnte. Man hört, Norwegen sei eine „offene Gesellschaft“, die Menschen seien in Liebe vereint. Welch eine Heuchelei ! Hier sind ein paar Zitate und eine Erklärung, allesamt aus dem Jahre 1975. Sie sind dennoch aktuell, denn das Szenario dieser Gesellschaft ist unverändert das gleiche. Es betrifft allerdings bei weitem nicht nur die USA, sondern alle imperialistischen Länder, wozu auch Norwegen gehört.

Harte Zeiten
Meldung in der USA-Zeitschrift «The Wall-Street Journal» vom 30. März 1972: «Es herrschen harte Zeiten, und Unternehmer greifen auf ein wirksames Mittel zur Senkung der Kosten zurück: Es heißt Kinderarbeit.»

Massenmord als «Rechenfehler»
Der USA-Senator Hubert Humphrey am 21. September 1968 in Columbus, Staat Ohio über imperialistische Kriegskalkulationen: «Wenn es um den Tod von mehr als 100 oder mehr Millionen Menschen geht, sind Abweichungen von 10 bis 20 Millionen Menschen nach oben oder unten ein durchaus vertretbarer Rechenfehler.»

Konflikt mit dem Morgen
Der amerikanische Wissenschaftler A.Toffler schrieb am 31. Dezember 1972 in der Zeitschrift «Observer Review» über die Perspektiven der imperialistischen Gesellschaftsordnung: «Der Geruch, der in der Luft liegt, ist somit nichts anderes als der Verwesungsgeruch, der das Ende eines Zeitalters begleitet … Es ist das Gefühl, daß die Dinge außer Kontrolle geraten sind … Wir sind in Konflikt mit dem anbrechenden Morgen: Der Zukunftsschock ist eingetreten.»

USA: Acht Gewaltszenen in einer Stunde.
Die skrupellose Darstellung widerwärtigster Gewalttätigkeiten beherrscht Filmleinwand und Bildschirm in den USA.
Gewalt

Dazu der amerikanische Psychiatrie-Professor Friedrich Hacker: «Wenn jemand wie das amerikanische Kind Zehntausende wüster Gewalttaten mit angesehen hat, so führt das zu einer Veralltäglichung und Trivialisierung und zu der Erwartung, daß alle wichtigen Probleme dieser Welt nur mittels Gewalt gelöst werden können.»

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1975, S.341ff.

Und hier noch ein interessanter Link:
Offene Gesellschaft – jetzt erst recht!
(die Auffassung des Autors ‚modesty‘ teile ich uneingeschränkt!)

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