Lexikon: Zionismus

zionismZionismus: internationale chauvinistische Ideologie und rassistische, expansionistische und politische Praxis der jüdischen Bourgeoisie. Die Anfänge des Zionismus reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück; der Begriff ist vom Namen »Zion« abgeleitet, mit dem sich in der jüdischen Diaspora (unter Andersgläubigen lebende konfessionelle Minderheit) als kleinbürgerliche Reaktion auf den Antisemitismus Zukunfts- und Erlösungserwartungen verknüpften.

Der Wiener Journalist Theodor Herzl (1860-1904) entwickelte den Zionismus zum politischen Programm. Die vom Zionismus entwickelte reaktionäre Konzeption von der jüdischen Gemeinschaft sollte das jüdische Proletariat vom Klassenkampf ablenken, indem es die Klassenfrage ignorierte und die Lösung der sogenannten Judenfrage in der Schaffung eines jüdischen Nationalstaates auf dem arabischen Boden Palästinas sah. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 wurde der Zionismus zur Staatsdoktrin erhoben. Israel ist das Zentrum der ideellen und politischen Einwirkung auf die jüdischen Bürger in Israel und in anderen Ländern der Welt im Sinne von Nationalchauvinismus und Antikommunismus. Der Hauptstoß des Zionismus richtet sich gegen die arabische nationale Befreiungsbewegung und ihre antiimperialistisch demokratische Profilierung.

Die aggressive und expansive Politik Israels führte, unterstützt von imperialistischen Staaten, insbesondere den USA, zu militärischen Auseinandersetzungen im arabischen Raum, zur Entwicklung des Nahostkonflikts. 1975 wurde der Zionismus in einer Resolution der UNO-Vollversammlung als eine Form des Rassismus und der Rassendiskriminierung verurteilt.

Quelle:
Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S.268f.

image081image082image042image100image033_550image109Siehe auch:
Das heutige Israel und der Antisemitismus
Der alltägliche Zionismus

7 Gedanken zu “Lexikon: Zionismus

  1. Während einer Aufführung des Stückes „Ghetto“ von Joshua Sobol in Tel-Aviv am israelischen Shoah-Gedenktag, an der vor allem Jugendliche aus vier verschiedenen Schulen teilnahmen, produzierten diese einen Tumult sondergleichen, dessen Höhepunkt kam, als ein Kapo einen Ghettobewohner schwerstens misshandelte, und ein paar Jugendliche ihn anfeuerten: „Gut so!“ „Gibs ihm!“
    http://abumidian.wordpress.com/deutsch/haimhanegbi/die-banalitat-des-bosen/

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  2. Ein heikles Thema, denn sobald man am Judentum oder Zionismus Kritik übt, ist man sofort ein Antisement oder ein Nazi.Ich finde diesen Artikel schon interessant, denn ansonsten bekommt man dazu von allen Seiten nur verzerrte ansichten geboten.Inzwischen sieht man ja was die Regierung Israels für ein Spiel treibt(ich habe bewusst nicht die Bürger Israels erwähnt, denn wie überall können die nichts für das Tun ihrer Regierung und dort gibt es ja auch kritische Stimmen).Man sollte meinen das sie aus ihrer eigenen Tragischen Vergangenheit gelernt haben und nun benehmen sie sich schon selber wie früher die Nationalsozialisten.

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  3. Es gibt tatsächlich gerade in Israel sehr kritische Stimmen, die keineswegs mt der aggressiven, expansionistischen Politik der derzeitigen Regierung Israels übereinstimmen. Sehr verwunderlich ist hier vor allem die offizielle Haltung der „Links“-partei, die diesen palästinafeindlichen Kurs unterstützt.

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  4. Ich sehe eigentlich nichts verwunderliches an der haltung der Links-Partei zu diesem Thema, es gibt doch Kritische Stimmen, die sofort niedergemacht werden.
    Die Duisburger Linke wurde z.b angeprangert, da sie Flugblätter zum Thema Israel verteilte, nachzulesen in Spiegel Online:
    „Über ihr Internetangebot haben die Ruhrgebiets-Genossen ein antisemitisches Flugblatt verbreitet, in dem der jüdische Staat als „wahrer Schurkenstaat und Kriegstreiber“ verunglimpft wird.“
    Die Linke ist also durchaus kritisch, ebenso ein auszug aus der Rede von Gysi (es ging um die beziehung zu Israel):
    „Schon diese beiden Daten weisen auf die besonderen Beziehungen Deutschlands und somit auch auf die besondere Haltung der deutschen Linken zum Staat Israel hin.
    Und um Letztere geht es in meinem Beitrag, denn die Haltung der Linken zu Israel ist keineswegs so eindeutig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Es besteht also durchaus Klärungsbedarf in der Linken, auch in der Partei DIE LINKE, zu dem ich an dieser Stelle beitragen möchte.“
    Eine andere Zeitung kreischt:
    „Der Streit über antisemitische Tendenzen in der Linkspartei verwischt: Unterschwellige Judenfeindschaft gibt es bei der politischen Linken schon lange.“
    Also es gibt durchaus kritische Stimmen, und sofort wird wieder die Antisemetismus-Keule geschwungen.

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  5. Danke, Andy, für den Kommentar! Nee, natürlich ist das nicht verwunderlich, wenn man sieht, daß diese Partei aus der Konterrevolution entstanden ist. Und wenn man weiß, daß die führenden Köpfe Antikommunisten sind (wie bei der russ. KPRF und anderen sog. „Linken“ auch). Antisemitismus und Antizionismus sind eben zwei grundverschiedene Dinge. Wenn der jüdische Staat „Isreal“ zurecht als „Staat der Kriegstreiber“, und wenn die aggressiven, israelischen Siedler als „Okkupanten“ bezeichnet werden, dann hat das nichts mit Antisemitismus zu tun. Denn der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse. Und das ist in Israel die Bourgeoisie, und niemand anderes.

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  6. Eigentlich wollte ich nur zum Ausdruck bringen, das jeder der sich der Politik (mit allem was dazu gehört) Israels kritisch äußert, sofort als Antisemet oder Nazi bezeichnet wird.Die Linke ebenfalls, mit Deinem Text eben auch Du.
    Es soll, und darf also keine kritischen Stimmen geben. Warum darf man sich diesbezüglich nicht kritisch äußern sollen?
    Ich werde immer alles kritisch hinterfragen, das liegt wohl in meiner Natur.

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