Der denkwürdige elfte September…

An jenem 11. September im Jahre 1973 fand in Chile ein faschistischer Putsch statt.
Eine Militärjunta unter einem gewissen General Pinochet stürzte die vom Volk gewählte, rechtmäßige Regierung der Unidad Popular mit Präsident Salvador Allende durch einen blutigen Putsch, setzte die Verfassung außer Kraft, ermordete den Präsidenten und löste das Parlament auf. Die Parteien der Unidad Popular wurden verboten und ihre Mitglieder verfolgt. Carabinieros der Junta zogen ihre Blutspur durch das Land. Spurlos verschwanden Menschen: Arbeiter, Studenten, Ärzte, die sich zuvor für die Unidad Popular eingesetzt hatten. Auch sie wurden ermordet. Und Chile ordnete sich wieder völlig den Interessen des USA-Imperialismus unter. Aus dieser Zeit des faschistischen Putsches stammt das nachfolgende Video mit der letzten Rede des ermordeten chilenischen Präsidenten.
(Der Sprecher der deutschen Übersetzung ist übrigens der bekannte DDR-Schauspieler Otto Mellies)

Was Salvador Allende damals sagte, ist auch heute wieder sehr aktuell:

NIEMALS werden wir Victor Jara vergessen, den Sänger der chilenischen Revolution:
siehe auch: Plegaria a un labrador

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Inson (Besucher) fügte das folgende hinzu:
18. Sep 2011 @ 13:43:04

„Deutschlandfunk“, 13. September 1973: „Wer sich einigermaßen in der chilenischen Geschichte auskennt, kann sogar für das Vorgehen der Streitkräfte ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen…“

„Bild-Zeitung“, 12. September 1973: „Jetzt hat die Armee nicht mehr länger stillgehalten. Drei Jahre Marxismus sind ihr genug.“

„Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 12. September 1973: „Im Augenblick der höchsten Gefahr konnten sich die Streitkräfte ihrer Verantwortung nicht mehr länger entziehen. Sie können nur obsiegen, wenn sie sofort und mit aller Schärfe reinen Tisch machen.“

Franz-Josef Strauß im „Bayernkurier“, 22. September 1973: „Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erhält das Wort Ordnung für die Chilenen plötzlich wieder einen süßen Klang.“

Karl Carstens, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, 12. September 1973: „Die Ereignisse in Chile haben bewiesen, daß Marxismus und freiheitlich-demokratische Grundsätze unvereinbar sind.“

Bruno Heck, Generalsekretär der CDU, nach seiner Rückkehr aus Chile, 18. Oktober 1973: „Soweit wir Einblick bekommen haben, bemüht sich die Militärregierung in optimalem Umfang um die Gefangenen. Die Verhafteten, die wir sprachen, haben sich nicht beklagt. Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.“

Hans-Jürgen Wischnewski, Bundesgeschäftsführer der SPD, 1. Oktober 1973: „Sie wissen, wir gewähren an viele Länder dieser Welt Entwicklungshilfe, die keine Demokratien sind.“

Farbwerke Hoechst, 6. Dezember 1973: „Wir sind der Ansicht, daß das Vorgehen der Polizei und des Militärs nicht intelligenter geplant und koordiniert werden konnte und daß es sich um eine Aktion handelte, die bis ins letzte Detail vorbereitet war und glänzend ausgeführt wurde … Die Regierung Allende hat das Ende gefunden, das sie verdiente … Chile wird in Zukunft ein für Hoechster Produkte zunehmend interessanter Markt sein.“

Gerhard Liedtke, Dresdner Bank AG, 8. Oktober 1973: „Putsch in Chile ist für Banken positiv. In Südamerika kann wieder investiert werden.“

Vielen Dank für die wertvolle Ergänzung!
Hier sieht man, wer damals die Kumpane des Massenmörders Pinochet waren und Feinde des chilenischen Volkes sind! N.G.

3 Gedanken zu “Der denkwürdige elfte September…

  1. „Deutschlandfunk“, 13. September 1973: „Wer sich einigermaßen in der chilenischen Geschichte auskennt, kann sogar für das Vorgehen der Streitkräfte ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen…“

    „Bild-Zeitung“, 12. September 1973: „Jetzt hat die Armee nicht mehr länger stillgehalten. Drei Jahre Marxismus sind ihr genug.“

    „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, 12. September 1973: „Im Augenblick der höchsten Gefahr konnten sich die Streitkräfte ihrer Verantwortung nicht mehr länger entziehen. Sie können nur obsiegen, wenn sie sofort und mit aller Schärfe reinen Tisch machen.“

    Franz-Josef Strauß im „Bayernkurier“, 22. September 1973: „Angesichts des Chaos, das in Chile geherrscht hat, erhält das Wort Ordnung für die Chilenen plötzlich wieder einen süßen Klang.“

    Karl Carstens, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, 12. September 1973: „Die Ereignisse in Chile haben bewiesen, daß Marxismus und freiheitlich-demokratische Grundsätze unvereinbar sind.“

    Bruno Heck, Generalsekretär der CDU, nach seiner Rückkehr aus Chile, 18. Oktober 1973: „Soweit wir Einblick bekommen haben, bemüht sich die Militärregierung in optimalem Umfang um die Gefangenen. Die Verhafteten, die wir sprachen, haben sich nicht beklagt. Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm.“

    Hans-Jürgen Wischnewski, Bundesgeschäftsführer der SPD, 1. Oktober 1973: „Sie wissen, wir gewähren an viele Länder dieser Welt Entwicklungshilfe, die keine Demokratien sind.“

    Farbwerke Hoechst, 6. Dezember 1973: „Wir sind der Ansicht, daß das Vorgehen der Polizei und des Militärs nicht intelligenter geplant und koordiniert werden konnte und daß es sich um eine Aktion handelte, die bis ins letzte Detail vorbereitet war und glänzend ausgeführt wurde … Die Regierung Allende hat das Ende gefunden, das sie verdiente … Chile wird in Zukunft ein für Hoechster Produkte zunehmend interessanter Markt sein.“

    Gerhard Liedtke, Dresdner Bank AG, 8. Oktober 1973: „Putsch in Chile ist für Banken positiv. In Südamerika kann wieder investiert werden.“

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  2. Deinen Dank an „inson“ für diese Zitate-Sammlung westdeutscher Größen zu dem verbrecherischen Militärputsch damals in Chile schließe ich mich unbedingt an.
    (habs mir gleich mal kopiert!)
    So ekelhaft, so abscheulich diese imperialistischen Fratzen aller damaligen Bonner Parteien und deren Auftraggeber aus der Wirtschaft selbst noch heute erscheinen mögen, so sind diese Zitate auch eine gute Lehrstunde darüber, was die so hochgejubelten bürgerlichen „freien Wahlen“ wirklich bedeuten, wenn sich der „mündige Bürger“, der „freie Wähler“ mal entschließen sollte, einfach die „Falschen“ zu wählen.

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