Die geheimen Waffen der CIA

In den Jahren des schmutzigen Krieges der USA gegen das friedliebende Volk von Vietnam gingen erschütternde Fotos von entlaubten Wäldern und mißgebildeten Neugeborenen um die Welt. Und das ist keineswegs „Schnee von gestern“! Chemische Waffen wie überhaupt Massenvernichtungsmittel sind eine Ausgeburt verbrecherischer imperialistischer Kriegsführung.Im Jahre 1987 erschien im Militärverlag der DDR die Dokumentation „Chemie des Todes“. Daraus hier der folgende Auszug:

Ende der 50er Jahre kam es in den USA zu einer neuen Kampagne der Propagierung des chemischen Krieges. Sie erhielt die Bezeichnung «Operation Blue Skies» und hatte die Aufgabe, den «humanen Charakter» des chemischen Krieges nachzuweisen. So wurde z. B. damit argumentiert, daß es bei der Eroberung der japanischen Insel Iwo-Jima nicht zu 6.000 Toten und 19.000 Verwundeten gekommen wäre, hätte man damals chemische Kampfstoffe eingesetzt.

Das Pentagon wirbt für chemische Kampfstoffe
Das neue Schlagwort hieß psychotoxische bzw. – noch harmloser – psychoaktive Stoffe. Es handelte sich dabei um Substanzen, die für einige Zeit kampfunfähig machen sollten und deren Entwicklung mit dem LSD begann, das 1943 von dem Schweizer Chemiker Albert Hoffmann entdeckt worden war. Zur Veranschaulichung wurde ein Film gezeigt, in dem eine mit LSD vergiftete Katze Angst vor einer Maus hatte. Einer der Reklamesprüche des Pentagon lautete: «Der Mensch wird nun mit der Möglichkeit konfrontiert, den Tod aus dem Krieg zu verbannen.»
LangleyOperationszentrum im CIA-Hauptquartier in Langley/Virginia

Drogen als Mordwaffe der CIA
Neben der Armee gab es für diese neuen Kampfstoffe noch einen weiteren Interessenten – den Geheimdienst CIA. In dem 1975 vorgelegten Bericht der Rockefeller-Kommission, die im Auftrag des USA-Präsidenten die Tätigkeit der CIA untersucht hatte, heißt es: «Ende der 40er Jahre begann die CIA, die Eigenschaften gewisser Drogen zu untersuchen, die das menschliche Verhalten ändern (wie z. B. das LSD), und zu überlegen, wie man sie für Spionagezwecke einsetzen könnte … Man plante auch, Drogen außerhalb der USA bei verschiedenen Operationen einzusetzen … 1953 wurde zum ersten Mal die Möglichkeit ins Auge gefaßt – und auch Interesse gezeigt –, Drogen, die das menschliche Verhalten verändern, an Menschen auszuprobieren. Zu diesem Zeitpunkt zog man auch in Erwägung, Angestellte der Agentur als Versuchskaninchen zu benutzen.»

Der CIA-Mord an Frank R.Olson
Es begann zunächst mit Versuchen an Freiwilligen. Im Jahre 1955 wurden auch Unfreiwillige einbezogen. Im Bericht wird ein Fall detailliert geschildert: «Der Mann hatte, bevor man ihm die Dosis LSD verabreichte, an einer Diskussion teilgenommen, in deren Verlauf das Prinzip, ähnliche chemische Substanzen an Nichtfreiwilligen auszuprobieren, gebilligt worden war. Erst zwanzig Minuten nach der Verabreichung teilte man dem Mann mit, er habe LSD erhalten. Er zeigte starke sekundäre Reaktionen und wurde, von einer Eskorte der CIA begleitet, nach New York gebracht, wo man ihn in psychiatrische Behandlung gab. Einige Tage später sprang er aus dem Fenster seines Zimmers im zehnten Stock und starb.» Es handelte sich dabei um den Biochemiker Frank R. Olson, der sich vertraglich verpflichtet hatte, an einem streng geheimen Projekt in Fort Detrick mitzuarbeiten. Seine Tat wurde als Selbstmord ausgegeben. Seine Familie erfuhr erst nach 22 Jahren die Wahrheit. (siehe: Family-Statement on the Murder of Frank Olson)
OlsonDer ermordete Biochemiker Frank R. Olson

Ein Arzt sagt aus
Weitere Versuche fanden an Universitäten, in Krankenhäusern und in Haftanstalten statt, die meisten jedoch mit Soldaten in Edgewood/Maryland und Fort Bragg/North Carolina. Ein Arzt, der einige Zeit mit dem Edgewood Arsenal zusammengearbeitet hatte und dessen Aussage in den Bericht aufgenommen worden war, teilte mit, «daß diese Experimente über Jahre hindurch geführt wurden. Die amerikanische Armee verlor allmählich das Interesse an LSD und zog ihm andere Derivate vor, das BZ zum Beispiel, das sie für stärker und wirksamer hält.» Von 1967 – in diesem Jahr stellte die Armee die Versuche mit LSD ein – bis 1975 wurde das BZ an 2.100 bis 2.800 Soldaten erprobt.

Die Giftsmischer von Fort Detrick
Weiter heißt es in dem Bericht: «In den fünfziger und sechziger Jahren wurden in Fort Detrick etwa zehn chemische und bakteriologische Waffen von der amerikanischen Armee und den von ihr eingestellten Forschern entwickelt … Unter dem Kodewort (Projekt Naomi) begannen die CIA und die amerikanische Armee, alle Anwendungsmöglichkeiten dieser Waffen zu erforschen und die Herstellung anderer zu erwägen … 1970 befahl Präsident Richard Nixon, die Laboratorien in Fort Detrick zu schließen und das ganze Waffenlager an bakteriologischen und einige chemische Waffen zu vernichten. Die CIA folgte dieser Anordnung nicht.» Sie führte ihre Errungenschaften dem Senat vor und präsentierte verschiedene Apparate zur Anwendung von Giften. So wurde z. B. eine Neonröhre gezeigt, die beim Einschalten ein Gift als Aerosol freisetzt. Verschiedene Wurfpfeilsysteme waren entwickelt worden, die in Regenschirmen, Spazierstöcken oder Füllern eingebaut waren. Außerdem wurden elektrische, völlig geräuschlose Pistolen vorgeführt, die vergiftete Pfeile, die sich beim Einschlagen ohne Spur auflösen, über Entfernungen von mehr als 100 m verschießen.

Mordversuche an Fidel Castro
Daß diese Waffen keineswegs nur für die Vorführung vor Senatoren bestimmt waren, offenbarte ein Bericht der Church-Kommission, die sich ebenfalls mit der Tätigkeit der CIA beschäftigte. Untersucht wurden unter anderem die Versuche der CIA, den kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro zu vergiften. Ein Beamter der Abteilung Technische Dienste der CIA erinnert sich: «Man beabsichtigte, im Rundfunkstudio Castros eine Substanz mit ähnlicher Wirkung wie der des LSD ausströmen zu lassen. Dieser Plan würde aber wieder fallengelassen, da die in Frage kommende Substanz nicht sehr sicher war. Zu gleicher Zeit hatte die Abteilung Technische Dienste eine Schachtel Zigarren mit einer Flüssigkeit präpariert, die eine vorübergehende Desorientierung hervorruft.»
CastroVon der CIA als Opfer eines Giftmordes auserkoren:
Kubas Ministerpräsident Fidel Castro

Im Bericht heißt es weiter: «Aus einer Notiz in den Unterlagen des Büros für Medizinische Dienste der Operationsabteilung erfahren wir, daß man einem Beamten eine Schachtel mit den Lieblingszigarren Castros übergeben hatte mit dem Auftrag, sie mit einem tödlichen Gift zu präparieren, das so stark war, daß jeder, der eine dieser Zigarren in den Mund nahm, sterben würde. Am 7. Oktober (1960) teilte der Beamte mit, die Zigarren seien fertig; aus den Notizen der Abteilung Technische Dienste geht hervor, daß sie am 13. Februar 1961 einer nicht namentlich erwähnten Person weitergegeben wurden.»

Wachsame kubanische Sicherheitsorgane…
Diese Versuche wurden in den folgenden Jahren fortgesetzt. Im Februar 1961 noch erhielt ein Mafia-Gangster von der CIA Pillen mit Botulinustoxin, um Fidel Castro zu ermorden. Im April 1962 gingen erneut 4 Giftpillen in Richtung Kuba. Anfang 1963 wurde ein Versuch mit einem pilzverseuchten Taucheranzug unternommen. Im November 1963 war der Einsatz eines Füllfederhalters mit vergiftetem Pfeil vorgesehen. All diese Versuche scheiterten ebenso an der Wachsamkeit der kubanischen Sicherheitsorgane wie die Absicht, die kubanischen Zuckerarbeiter zum Zeitpunkt der Zafra, der Zuckerrohrernte, mit chemischen Mitteln arbeitsunfähig zu machen.

Quelle:
Ralf Stöhr/Harald Kießlich-Köcher Chemie des Todes, Militärverlag der DDR, 1987, S.82-85.

Siehe auch:
Eine unbekannte Leiche…
Der politische Mord im Auftrag der Bourgeoisie

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