Ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte

Wenn es heute in den Massenmedien der BRD um Rechtsextremismus geht, wird oft von „Killer-Nazis“ gesprochen, von einem „braunen Sumpf“ und von der Verflechtung zwischen Geheimdiensten und Neonazis. Abstruse Geschichten werden erfunden und verbreitet, um abzulenken von den wahren Hintergründen und von der faschistischen deutschen Vergangenheit. Besorgt um das Ansehen der BRD im Ausland zeigt man im Bundestag Betroffenheit, fordert „schonungslose Aufklärung“. Doch die Wurzeln des Nazismus sind damit nicht erklärt und auch nicht beseitigt – im Gegenteil, wie schon Bertolt Brecht sagte: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…“

Ein Rückblick in die Geschichte

„Der 30. Januar 1933“, schreibt der Historiker Kurt Gossweiler, „ist einer der dunkelsten Tage in der Geschichte. Damals begann das bis dahin schlimmste Verbrechen: die Vorbereitung des zweiten Weltkrieges und des Überfalls auf die sozialistische Sowjetunion.“ [1] Der Faschismus ist die „äußerste Konsequenz“ des Imperialismus. Allein schon der Begriff „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ (NSDAP) enthielt eine dreifache Lüge, denn diese Partei war weder national, noch sozialistisch, noch war sie eine Arbeiterpartei – sie wurde ein Werkzeug der reaktionärsten Kräfte des Industrie- und Finanzkapitals, ein Instrument der Bourgeoisie.

Der Kampf der KPD gegen den Faschismus in Deutschland

Die KPD hatte sich zu einer marxistisch-leninistischen Massenpartei entwickelt. Sie verfolgte das Ziel, den Faschismus mit vereinten Kräften aller Arbeiter und anderer Antifaschisten abzuwehren. Schon vor dem Machtantritt der Nazis hatten Ernst Thälmann und die KPD gewarnt: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“. Immer mehr Arbeiter folgten den Aufrufen der KPD, und sie bekämpften die Notverordnungen der Papen-Regierung, die die Sozialleistungen drastisch senkte, das Tarifrecht zerschlug und das in der Verfassung verankerte Streikrecht abschaffte. In zahlreichen Landesteilen gab es Massenproteste gegen anhaltende Arbeitslosigkeit und Unterdrückung und Tausende von Streiks.
Antifaschistische AktionThälmann Leipzig 1930
Aufruf der KPD und Rede Ernst Thälmanns zu Ostern 1930 in Leipzig

Wie war die politische Lage?

Einer der Vertreter des Monopolkapitals, der Bankier Kurt Freiherr von Schröder, schildert die Lage so: „Die allgemeinen Bestrebungen der Männer der Wirtschaft gingen dahin, einen starken Führer in Deutschland an die Macht kommen zu sehen, der eine Regierung bilden würde, die lange an der Macht bleiben würde. Als die NSDAP am 6. November 1932 ihren Höhepunkt überschritten hatte, wurde eine Unterstützung durch die deutsche Wirtschaft besonders dringend.“ [2] Deshalb drängte die Bourgeoisie auf die endgültige Beseitigung der bürgerlich-parlamentarischen Ordnung (Weimarer Republik) und die schnelle Errichtung einer diktatorischen Herrschaft. Mit demagogischen Reden hatte Hitler sich eingeführt, und er erhielt dabei die großzügige Unterstützung durch die Großbourgeoisie. Albert Norden vermerkt hierzu: „Mochte so mancher General und der Marschall Hindenburg selbst den ‚böhmischen Gefreiten’ persönlich verachten, so war Hitlers Ziel doch ihr Ziel, und er brachte ihnen, was sie nicht hatten, aber dringend benötigten: die Massengefolgschaft.“ [3] – Hierzu bemerkt der Jurist Dr. Felix Ecke: „Daß jedoch ein Regime, dessen Gesetze fast ausnahmslos verbrecherischen Charakter trugen, eine solche ‚Massengefolgschaft’ erringen konnte, ist ein in der Geschichte einmaliger Vorgang und ohne Berücksichtigung des Einflusses der faschistischen Propaganda kaum erklärbar.“ [4]
Wahl1933Letzte Absprachen vor der faschistischen Regierungsbildung

Zur Jahreswende 1932/33 hatten die Geldgeber der Nazis noch über einen geeigneten Zeitpunkt zur Errichtung der faschistischen Diktatur beraten. Am 3.Februar 1933 traf sich Hitler dann mit den Kommandeuren der Reichswehr und der Marine. Es sprach dort über seine Ziele; es waren auch deren Ziele. Und es waren die Ziele der deutschen Bourgeoisie. Ihnen ging es um die Eroberung fremder Länder, um das Erdöl von Baku, das Getreide der Ukraine und die Bodenschätze Sibiriens. Ihnen ging es um eine Vormachtstellung in der Welt. Der Faschistenführer versicherte, er werde die Kriegsgegner zum Schweigen bringen, die Arbeiterbewegung vernichten und das deutsche Volk wieder „kriegswillig“ erziehen. Eine entscheidende Geheimsitzung fand am 4.Januar 1933 statt. Beinahe fünf Stunden dauerte dieses Treffen in der Villa des Bankiers Schröder zwischen Hitler und von Papen, dem Wortführer der reaktionärsten Vertreter des Monopolkapitals. Diese Aussprache entschied über die künftige Berufung Hitlers zum Reichskanzler.

Wer war eigentlich dieser Hitler?

Joachim Streisand schreibt: „Als Sohn eines Zollinspektors 1889 in Braunau am Inn geboren, in seinem Ehrgeiz, Architekt zu werden, gekränkt, lehnte ihn doch die Kunstakademie in Wien als unfähig ab, trieb sich Hitler vor dem ersten Weltkrieg jahrelang in der österreichischen Hauptstadt umher, bemalte Ansichtskarten und lernte im Zentrum der auseinanderfallenden Habsburger Monarchie Antisemitismus und soziale Demagogie kennen. Er zog 1913 nach München, diente im Krieg als österreichischer Freiwilliger in einem bayrischen Regiment und ergriff nach der Revolution eine Chance, Karriere zu machen: Hitler blieb bei der Reichswehr, lieferte Spitzelmaterial über die Teilnehmer der Münchner Räterepublik…“ [5] Auf Soldatenversammlungen trat Hitler als Propagandaredner auf und wurde im Mai 1919 „V-Mann“ bei der Reichswehr.
Hitler
„Daß Hitler am 27. Januar 1932 im Düsseldorfer Industrieclub einen Vortrag halten konnte, war ein Zeichen dafür, daß die einflußreichsten Gruppen des Finanzkapitals die Zeit gekommen sahen, ihre Sympathie für die NSDAP nun ganz offen zu zeigen. Hitlers Pressechef Otto Dietrich schrieb: ‚Die Wirkung bei den Wirtschaftlern war tief und zeigte sich in den nächsten schweren Kampfmonaten.’ Sie zeigte sich nicht zuletzt darin, daß Friedrich Flick wenige Tage später 100.000 RM an die NSDAP überweisen ließ.“ [6]

Arbeiter gegen die faschistische Gefahr

In einer machtvollen Demonstration hatten die Berliner Arbeit am 25.Januar 1933 den Provokationen der Nazis eine Abfuhr erteilt. So zogen die Kolonnen der schlecht gekleideten und ungenügend ernährten Arbeiter zum Karl-Liebknecht-Haus, wo Ernst Thälmann, John Schehr und Walter Ulbricht mit zum Gruß erhobener Faust auf einer Tribüne standen.
Bülowplatz
Letzte große Kundgebung der KPD am 25.Januar 1933 am Bülowplatz

Was Hitler dem deutschen Volke versprach…

In seiner Regierungserklärung vom 1. Februar 1933 versprach Hitler dem deutschen Volke die soziale Besserstellung der Arbeiter und Bauern und die Erhaltung und Festigung des europäischen Friedens. Hitler und die Vertreter des Regimes sprachen von der „Ankurbelung der Wirtschaft“, der Hilfe für die wirtschaftlich Schwachen, von der „Überwindung der Arbeitslosigkeit“ und von dem aufrichtigen Friedenswillen der Regierung. Doch der 30. Januar 1933 brachte einschneidende Veränderungen für das Leben der Menschen in Deutschland. In Wirklichkeit ging es Hitler und dem mit ihm an die Macht gekommenen Gesindel um die völlige Entrechtung der Werktätigen und die brutale Verfolgung aller Kommunisten und Sozialisten. Es ging ihnen um die Unterdrückung aller Demokraten und Friedensanhänger.
Deutsches Eck
Mit terroristischen Methoden und mit faschistischer Demagogie setzte sich die NSDAP schließlich durch und erreichte eine Massenbasis, insbesondere kleinbürgerliche Kreise. „Gebt mir vier Jahre Zeit“, hatte Hitler verkündet, „und ihr werdet Deutschland nicht wiedererkennen!“ Und tatsächlich war Deutschland, und sogar Europa nach vier Jahren Krieg bis zur Unkenntlichkeit verwüstet.

Wer waren die historisch Verantwortlichen?

Die Hintermänner saßen in den Chefetagen der Banken und der Großkonzerne, in den Villen von Thyssen, Flick und Krupp. Von denen erhielt die Nazi-Bewegung Millionenbeträge zur Finanzierung ihrer Wahlen und zur Unterdrückung der Arbeiterbewegung und der demokratischen Kräfte. Der Nürnberger Prozeß erbrachte dafür den Beweis. In einem Safe des Bankhauses Stein in Köln fand eine amerikanische Spezialeinheit im Mai 1945 den folgenden Brief. Er trug die Unterschriften Dr. Hjalmar Schachts und anderer einflußreicher deutscher Industrieller. Die Monopolisten forderten, daß
Brief
Dieser Brief wurde zu einem Beweisdokument im Nürnberger Prozeß. [7]

War es eine „nationalsozialistische Machtergreifung“?

In zahlreichen westlichen Publikationen und im Sprachgebrauch der Nazis werden die Ereignisse des 30.Januar 1933 oft als „nationalsozialistische Machtergreifung“ bezeichnet. Doch das entspricht nicht den Tatsachen. Denn die Übernahme der Macht durch die Nazis war kein Zufall und auch keine „freie Wahl“. Vielmehr wurden die Nazis ganz bewußt und mit erheblicher finanzieller Unterstützung der Bourgeoisie an die Macht gebracht. Auch der englische Historiker Alan Bullock hatte sich gegen eine solche begriffliche Verzerrung der Tatsachen gewandt, indem er schrieb: „Hitler hat die Macht nicht ergriffen; er ist durch Hintertreppenintrigen in sein Amt geschoben worden.“ [8] Man muß deshalb von einer „Machtübertragung an den Faschismus“ sprechen, oder noch treffender von einer „Errichtung der faschistischen Diktatur“, da mit der Berufung der Hitlerregierung gemäß Dimitroffs bekannter Definition „die offene, terroristische Gewaltherrschaft der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, aggressivsten Kräfte des deutschen Finanzkapitals“ [9] aufgerichtet wurde.

Wie der Begriff des „Faschismus“ in bürgerlichen Medien verwässert wird…

„In der BRD, auch in anderen imperialistischen Staaten“, schreibt Genosse Kurt Gossweiler, „geben Tausende von Publizisten und staatlich besoldeten Historikern, Philosophen, Soziologen falsche Interpretationen, um die Ursachen und Triebkräfte des Faschismus zu verhüllen. Deshalb ist es eine politische und historische Pflicht, auf die genannten Fragen eine wahrheitsgetreue Antwort zu geben. Die wissenschaftliche Erkenntnis über Ursprünge und Wesen des Faschismus kräftigt den antiimperialistischen Kampf in der Gegenwart.“ [10]

„Seit einigen Jahren schon werden die Versuche immer deutlicher und offener, den Begriff des Faschismus zu ‚neutralisieren’. Der Faschismus soll nicht mehr länger als hassenswerte monströse politische Erscheinung gewertet und bekämpft werden, er soll vielmehr als eine ‚allgemein-menschliche’ Erscheinung, der man sogar Sympathie entgegenbringen müsse, [11] deren Führern sogar eine gewisse historische Größe und auch positive Wirksamkeit nicht abgesprochen werden dürfe, [12] aus dem politischen Tageskampf herausgenommen und nur noch zum Gegenstand ‚wissenschaftlicher’, um ‚Verständnis’ bemühter Untersuchungen werden. Kurz gesagt handelt es sich also darum, daß die Diskussion um den Faschismus einen neuen Impuls erhalten hat durch zwar noch verdeckte und vorsichtige, aber in der Tendenz ganz eindeutige Versuche zur zumindest teilweisen Rehabilitierung des Faschismus und seiner Führer. Diese außerhalb der offen faschistischen oder neofaschistischen Kreise neue Tendenz korrespondiert mit Anzeichen verstärkten Unbehagens bestimmter Kreise der herrschenden Klasse in den imperialistischen Ländern mit der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie und ihrer Suche nach einer ‚strafferen’ Form der Herrschaftsbehauptung.“ [13]

Quelle:
[1] Kurt Gossweiler, Aufsätze zum Faschismus, Akademie-Verlag, Berlin, 1988, S.316f.
[2]Dokumente zur deutschen Geschichte 1929-1933, Berlin (DDR), 1975, S.89f.
[3] Albert Norden, in: Lehren deutscher Geschichte, Berlin 1950, S. 99.
[4] Felix Ecke, Die braunen Gesetze – Über das Recht im Unrechtsstaat, Staatsverlag der DDR, Berlin, 1990, S.178.
[5] Joachim Streisand, Deutsche Geschichte in einem Band, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin (DDR), 1979, S.280.
[6] Joachim Streisand, a.a.O. S.290.
[7] Joachim Hellwig/Wolfgang Weiss, So macht man Kanzler, Verlag der Nation, Berlin (DDR), S. 79. (Siehe auch: Translation of Document 3901-PS)
[8] A. Bullock, Hitler. Eine Studie über Tyrannei, Düsseldorf 1961, S. 251.
[9] W.Pieck/G.Dimitroff/P.Togliatti, Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus. Referate auf dem VII. Kongreß der Kommunistischen Internationale (1935), Berlin 1960, S.87.
[10] Kurt Gossweiler, a.a.O., S.316f.
[11] Nahe, Ernst, Der Faschismus in seiner Epoche, München 1963, S. 34f.
[12] Fest, Joachim C., Hitler. Eine Biographie, Frankfurt/M.-Berlin (West)-Wien 1973, S.17ff.
[13] Kurt Gossweiler, a.a.O., S.350.

Siehe auch:
Kurt Gossweiler: 1933 war keine „Machtergreifung“ !

2 Gedanken zu “Ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte

  1. Ihr seid nur einfache Verjudete-Holokau$tisierte-Weicheier-Hosenscheiser! Ihre Ärsche zietern aus angst von die judische Holokau$t-Ra$$i$ten!

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