Die Stalinsche Verfassung – und das heutige Rußland…

konstituziaPlakat zur sowjetischen Verfassung von 1936

Heute vor 75 Jahren, am 5. Dezember 1936, wurde vom Obersten Sowjet der UdSSR die „Stalinschen Verfassung“ angenommen. Nie zuvor hatte es in der Welt eine solche demokratische Verfassung gegeben. Unter der Führung Stalins hatte das sowjetische Volk seit der Gründung der UdSSR im Jahre 1922 einen siegreichen Weg beschritten: Die kapitalistische Ausbeutung war abgeschafft, die Industrialisierung der Volkswirtschaft durchgesetzt, die Kollektivierung der Landwirtschaft und die kulturelle Revolution vollzogen, eine fortschrittliche Wissenschaft geschaffen, und die Völker der UdSSR lebten in Frieden und Freundschaft miteinander, sie kannten keine nationale Feindschaft – im wesentlichen hatte der Sozialismus gesiegt.

Die neue Verfassung der Sowjetunion von 1936

Hier nennt Stalin einige Besonderheiten der neuen sowjetischen Verfassung von 1936. Folgende Prinzipien wurden in ihr verwirklicht:
1. Sozialistisches Eigentum an Grund und Boden, Waldungen, Fabriken und Werken und anderen Produktionsmitteln und -instrumenten;
2. Aufhebung der Ausbeutung und der Ausbeuterklassen;
3. Beseitigung des Elends der Mehrheit und der Verschwendung durch eine Minderheit;
4. Abschaffung der Arbeitslosigkeit;
5. die Arbeit wurde zur Obliegenheit und Ehrenpflicht eines jeden arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen“;
6. Gewährleistung des Rechts auf Arbeit, d.h. das Recht jedes Staatsbürgers auf gesicherte Beschäftigung; ebenso des Rechts auf Erholung, auf Bildung usw.

Im Unterschied dazu – bürgerliche Verfassungen

Dazu sagte Stalin: „Die Verfassungen bürgerlicher Länder gehen gewöhnlich von der Überzeugung aus, daß die kapitalistische Gesellschaftsordnung unerschütterlich sei. Die Hauptgrundlage dieser Verfassungen bilden die Prinzipien des Kapitalismus, seine Grundpfeiler: das Privateigentum an Grund und Boden, Waldungen, Fabriken und Werken und anderen Produktionsmitteln und -instrumenten; die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und das Bestehen von Ausbeutern und Ausgebeuteten; Unsicherheit der Existenz der werktätigen Mehrheit auf dem einen Pol der Gesellschaft und Verschwendung der nichtwerktätigen, aber in ihrer Existenz gesicherten Minderheit auf dem andern Pol usw. usf. Sie stützen sich auf diese und ähnliche Grundpfeiler des Kapitalismus. Sie widerspiegeln sie, verankern sie auf gesetzgeberischem Wege.“ [1] und: „Die bürgerlichen Verfassungen gehen stillschweigend von der Voraussetzung aus, daß die Gesellschaft aus antagonistischen Klassen besteht, aus Klassen, die Reichtümer besitzen, und Klassen, die keine besitzen; daß, welche Partei auch an die Macht kommen möge, die staatliche Führung der Gesellschaft (die Diktatur) sich in den Händen der Bourgeoisie befinden müsse, daß die Verfassung dazu notwendig sei, die gesellschaftlichen Zustände zu verankern, die den besitzenden Klassen genehm und vorteilhaft sind.“ [2]

Zusammensetzung des Obersten Sowjets nach den Wahlen 1937

In der neuen Stalinschen Verfassung war die Gleichheit der Rechte der Staatsbürger gesetzlich verankert. Am 12. Dezember 1937 fanden dann die ersten Wahlen nach der neuen Verfassung statt. Im Ergebnis der Wahlen bestand die Zusammensetzung des Obersten Sowjets aus 247 Arbeitern (45,2 %), 130 Bauern (23,8 %), 169 Angestellten und Angehörigen der Intelligenz (31,0 %). Zur Frage der sozialen Struktur der Abgeordneten und zur Rolle der Kommunistischen Partei sagte Stalin: „In der Sowjetunion gibt es schon keine Klassen mehr wie Kapitalisten, Gutsbesitzer, Kulaken usw. In der Sowjetunion gibt es nur zwei Klassen, die Arbeiter und die Bauern, deren Interessen einander nicht feindlich gegenüberstehen. Folglich gibt es in der Sowjetunion keinen Boden für die Existenz mehrerer Parteien … In der Sowjetunion kann es nur eine Partei geben, die Partei der Kommunisten, die kühn und bis zum letzten die Interessen der Arbeiter und Bauern verteidigt.“ [3]

Wie sieht es im heutigen Rußland aus?

Mit der Konterrevolution im Jahre 1990 wurde auch in der UdSSR der Kapitalismus restauriert (über die Ursachen siehe auch: Die Demontage). In Rußland gibt es heute also wieder antagonistische Klassen – die Oligarchen einerseits und das werktätige Volk auf der anderen Seite. Die Zeitschrift „Finance“ gab im Februar 2008 in ihrem Jahresbericht die Namen der reichsten 500 Milliardäre Rußlands bekannt. Die russischen Oligarchen sind damit die ökonomische und politische Elite des Landes. Die Anzahl der Dollarmilliardäre hat sich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt (von 61 auf 101), ihr Kapital wuchs in rasantem Tempo bis auf 715,3 Mrd.Dollar an, und Moskau hat als diejenige Hauptstadt mit den meisten Milliardären New York überholt. Demnach gehören die russischen Milliardäre zu den reichsten Menschen der Welt. Zu ihnen gehören beispielsweise Oleg Deripaska (40 Mrd.$), Roman Abramowitsch (23 Mrd.$), Wladimir Lisin (22,2 Mrd.$), Michael Fridman (22,2 Mrd.$), Alexej Mordaschow (22,1 Mrd.$), Wladimir Potanin (21,5 Mrd.$), Michail Prochorow (21,5 Mrd.$), Suleiman Kerimow (18 Mrd.$), Viktor Wekselberg (15,5 Mrd.$), German Chan (15 Mrd.$).

Der Einfluß der russischen Oligarchie

Aus der Liste dieser 500 gehören 19 Milliardäre als Abgeordnete dem höchsten Gesetzgebungsorgan Rußlands (der Staatsduma) an, und 11 Milliardäre dem Rat der Russischen Föderation. Insgesamt besteht ein Drittel der Abgeordneten der Fraktion „Einheitliches Rußland“ aus Dollarmillionären. Nicht umsonst hat Oleg Deripaska, der unter den russischen Oligarchen den ersten Platz einnimmt und (nach Forbes) an 9. Stelle der reichsten Menschen der Welt gehört, in einem Interview zynisch erklärt, daß man das Märchen der Demokratie endlich kippen müsse, nach dem jemand in einer Wahlkabine irgendetwas entscheiden könne. Die Wirtschaft und große konkurrenzfähige Unternehmen könnten sich ein solches Risiko wie die willkürliche Wahl der Manager im Staatsapparates nicht leisten, wie etwa Gott eine Seele zu sich ruft.

Ist Rußland nun ein demokratisches Land?

Nach Auflösung der Sowjetunion wurde die bis dahin (wenigstens noch formal!) gültige sozialistische Verfassung vollends abgeschafft und im Dezember 1993 durch eine bürgerliche Verfassung (siehe oben) ersetzt. Wenn also im heutigen Rußland Wahlen stattfinden, so darf man sich nicht wundern, wenn genau das zutrifft, was Stalin schon im November 1936 aussprach: „Man spricht von Demokratie. Was aber ist Demokratie? Die Demokratie in den kapitalistischen Ländern, wo es antagonistische Klassen gibt, ist in letzter Instanz eine Demokratie für die Starken, eine Demokratie für die besitzende Minderheit.“ [4]

FAZIT:
Im heutigen (kapitalistischen) Rußland gibt es keine Demokratie, weil Demokratie „Volksherrschaft“ heißt, und in Rußland herrscht nicht das Volk, sondern die Bourgeoisie!

Zitate:
[1] J.Stalin, Fragen des Leninismus, Dietz Verlag, Berlin, 1951, S.623.
[2] ebd. S.624.
[3] ebd. S.633.
[4] ebd. S.633.

Und so haben die Russen am 4. Dezember 2011 abgestimmt:
vybory_11vybory_08vybory_18vybory_06vibori_08vibori_01vybory_17vybory_20vibori_03vybory_26vibori_06vybory_01vibori_12
…der treffendste Spruch: „Man muß nicht denken, daß wir Idioten sind!“

Anmerkung:
Das Wahlergebnis in Rußland ist phänomenal:
Wahlergebnis
Das russisches Fernsehen berichtet: 146,47 % aller Russen haben gewählt !

Wer beherrscht die Welt?

banca-mundialSeit langer Zeit geistert im allgemeinen Massenbewußtsein die Vorstellung herum, daß die Bankiers in ihrer kleinen Anzahl die Herren über die weltweite Wirtschaftsmacht sind. Über dieses Thema sind vielerlei Verschwörungsideen verfaßt worden. Viele davon gründen sich auf jenen Ausspruch von Baron Edmund von Rothschild (1845-1934), dessen Abdruck auf den 500-Schekel-Scheinen des Staates Israel zu sehen ist und lautet: „Erlauben Sie mir, die Währung einer Nation zu beherrschen. Und ich kümmere mich nicht mehr darum, für wen die Gesetze gemacht werden.“

Die stärksten Finanzkonzerne

Heutzutage läßt uns eine Gruppe von Wissenschaftlern aus der Schweiz mit einem langen, im New Scientist vom 19.10.2011 veröffentlichten Aufsatz wissen, daß 147 Konzerne, insbesondere die Banken an der Wall Street, die Wirtschaft des Planeten Erde beherrschen. Diese empirische Arbeit ist in einem Moment, wo „die Empörten“ der ganzen Welt das weltweite Finanzsystem in den Blickwinkel rücken, kein Detail, welches wir übersehen können. Ihre Kenntnisnahme wird uns ermöglichen, über einige Angaben derer zu verfügen, die unsere Völker zermalmen. Die Arbeit konzentriert sich auf die Verflechtungen von 43.000 transnationalen Unternehmen. Von da aus leitet sie die Zahl der 147 am stärksten miteinander verflochtenen Konzerne ab, von denen wiederum 88% Finanzkonzerne sind. Unter diesen Finanzkonzernen befinden sich die 25 mächtigsten Konzerne wie die Barclays Bank, JP Morgan Chase, Merill Lynch, Deutsche Bank, Credit Suisse, Goldman Sachs, Morgan Stanley, Mitsubishi Group, Société Générale, Bank of America und Lloyds. Sie sind die scheinbar unsichtbaren Herren über die Weltwirtschaft. Sie sind die Manager der „Finanzmärkte“. Sie ziehen den Vorteil aus den „Höhen“ und „Tiefen“. Nach ihrer Nationalität und staatlicher Herkunft betrachtet, finden wir da weitere Angaben von Bedeutung.

Die USA und Großbritannien stehen im Mittelpunkt

In diesem Kernbereich nehmen die Nordamerikaner und die Engländer den wichtigsten Platz ein. Dies zeigt auf, daß der Mittelpunkt des weltweiten Finanzsystems in Angelsachsen liegt. Mit der gegenwärtigen Krise sind die Staaten immer abhängiger von den Finanzmärkten. Ein Großteil der Politik der Staaten richtet sich darauf, „Vertrauen bei den Finanzmärkten zu generieren“, welche von den Banken beherrscht sind, die die Gläubiger dieser Staaten sind. Je größer die Schulden der Staaten sind, um so höher sind die für besagte „Anleihen“ zu zahlenden Zinsen. Ohne starke und klare gegen Monopole gerichtete Regelwerke bemächtigen sich diese „unsichtbaren Herren“ der Welt der kollektiven Arbeit durch die umfassende Verflechtung ihrer Finanznetzwerke.

Ein Vorschlag des Vatikans

In diesem Rahmen erscheint ein markanter Vorschlag der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden des Vatikans, der die Notwendigkeit einer Weltzentralbank unterstützt. Sie soll darauf abzielen, den Finanzmärkten ein Ende zu bereiten, welche von den Grundlagen her spekulativ und schädlich für die reale Wirtschaft und insbesondere die der schwachen Länder ist. Die vatikanische Politik stützt die These, daß der Internationale Währungsfonds (IWF) „seine Fähigkeit verloren hat, die weltweite finanzielle Stabilität zu gewährleisten“. Weshalb die Schaffung einer Weltzentralbank notwendig sei, die eine gleichermaßen Verteilung des weltweiten Reichtums und unveröffentlichte Formen der weltweiten finanziellen Verbundenheit fördert, was eine Steuer auf Finanztransaktionen (Tobin-Steuer) einschließen soll, die zur Stärkung der realen Wirtschaft beitragen soll. Im Schlußteil wird unterstrichen: „Die Wirtschaftskrise ist durch den Utilitarismus, den Individualismus und die Technokratie verursacht worden. Das sind drei Ideologien, die eine zerstörerische Auswirkung haben.“ *

Quelle:
SurySur / Question http://www.tribuna-popular.org/ (mit freundlicher Genehmigung übernommen von kommunisten-online; Übersetzung: Jens-Torsten Bohlke)

* Anmerkung:
Auch wenn letzteres hier als Begründung herhalten muß, so ist eine hinreichend wissenschaftliche Erklärung der Wirtschaftskrise erst dann möglich, wenn man auch (und zu allererst!) die sozialökonomischen Verhältnisse im Imperialismus in Betracht zieht.

Dazu Hugo Chávez:
„Wir müssen ein allumfassendes soziales Sicherheitssystem entwickeln, welches die gesamte Bevölkerung umfaßt und nach sozialistischem Grundsatz jedem seine Grundbedürfnisse befriedigt; dabei denjenigen am meisten unterstützt, der dies am meisten benötigt; jenen weniger unterstützt, der dies weniger braucht; und berücksichtigt, daß jeder nach seinen Fähigkeiten leistet.“