Einige Lehren aus der deutschen Geschichte

Berlin 1945Nach dem Ende des verheerenden Zweiten Weltkrieges, den der deutsche Faschismus vom Zaune gebrochen hatte, und der 50 Millionen Toten kostete, gab es viele Versuche, die Ursachen und die Tragik dieses Geschehens zu ergründen. Einer davon ist das Buch „Irrweg einer Nation“ von Alexander Abusch. Doch die unheilvolle Kette der imperialistischen Verbrechen nahm indes kein Ende: Durch die spalterische Rolle der Westmächte kamen in deren Besatzungszonen bald wieder die alten Nazis an die Macht und die deutsche Bundesrepublik wurde gegründet. Der Westen begann mit einer zügellosen Aufrüstung. Bereits im Juli 1945 führten die USA den ersten Atombombenversuch durch und bombardierten kurz darauf ohne jegliche militärische Notwendigkeit einen ihrer stärksten Konkurrenten. In Hiroshima und Nagasaki starben dadurch weit über 100.000 Menschen.

Da sich nun aber das internationale Kräfteverhältnis in der Welt weiter zugunsten des Sozialismus zu verändern begann, gingen die imperialistischen Kräfte zur offenen Konfrontation über. Der damalige US-Präsident Truman, der auch den Abwurf der ersten Atombombe veranlaßt hatte, bezichtigte die Sowjetunion einer „Bedrohung von Demokratie und Freiheit“ und gab damit den Anstoß zum „Kalten Krieg“ gegen die neu entstandenen sozialistischen Länder. Insbesondere geriet nach dem plötzlichen Tod Stalins auch die KPdSU ins Visier US-amerikanischer Geheimdienste. Nachdem mit Chruschtschow ein Freund der USA und krimineller Agent der US-Geheimdienste an die Spitze der UdSSR gelangt war, begann von innen heraus die Zersetzung der kommunistischen Bewegung. Zwar erstarkten unter Führung ihrer kommunistischen Parteien die sozialistischen Länder und hatten auch bis zur Konterrevolution im Jahre 1989 Bestand, doch der Imperialismus setzte seine blutige Spur fort. Und er wird es weiter tun, solange, bis die Völker ihre Geschicke in die eigenen Hände nehmen und die Handvoll Konzernherren und Kriegsverbrecher zum Teufel jagen. Über die Irrwege und Fehler in der deutschen Geschichte berichtet Alexander Abusch:

Was wäre gewesen, wenn…

Wäre die deutsche Demokratie im Jahre 1933 kämpfend untergegangen, der Ruhm wäre ihr bei allen künftigen Geschlechtern sicher gewesen. Die Opfer hätten gewiß nicht zahlreicher sein können als jene, die dann doch einen unbekannten grausameren Tod in den Händen der Gestapo von 1933 bis 1945 erleiden mußten. Aber selbst die nüchternste Prüfung aller Versäumnisse und negativen Erscheinungen in der Republik von Weimar zeigt, daß es trotz allem im Kräfteverhältnis zwischen Reaktion und Fortschritt außerordentlich große Chancen für einen Sieg der vereinigt handelnden Kräfte der Demokratie in den Jahren von 1930 bis 1933 gegeben hätte.

Eine starke Arbeiterklasse

Die deutschen Arbeiter besaßen ihre Parteien, Gewerkschaften und Kulturorganisationen, die jedem direkten Ansturm der Trustherren und Junker zur Vernichtung der Demokratie gewachsen sein konnten. Die Voraussetzung war ihre Einigkeit. Die Einheit der beiden Arbeiterparteien hätte sie mit 15 Millionen Wählerstimmen zum stärksten politischen Faktor gemacht. Zum Unterschied von der stimmungsmäßig aufgeblähten Nazipartei hatten die Arbeiterparteien ihren soliden Rückhalt in einer wissenschaftlich begründeten Ideenwelt und in festgefügten Organisationen mit Millionen geschulter Anhänger. Die Arbeiterparteien konnten in dem demokratischen Flügel der katholischen Zentrumspartei ihren natürlichen Kampfgefährten sehen. Die Deutsche Demokratische Partei hätte einen solchen Block zur Verteidigung der deutschen Demokratie unterstützen müssen. Schon ein Auftreten mit Entschlossenheit und einem Arbeitsbeschaffungsprogramm, das das Volk wenigstens vor den ärgsten Folgen der Wirtschaftskrise beschützte, hätte Millionen verzweifelter Nachläufer der Nazis auf die Seite der Demokratie gerissen.

Die Niederwerfung des Kapp-Putsches

Es ist keine leere Vermutung, daß der fortschrittlich gesinnte Teil des deutschen Volkes, bei einer einheitlichen Politik und einer zielbewußten Führung, in den Stunden des entscheidenden Messens seiner Kräfte mit denen der deutschen Reaktion hohen Mut und große Energie gezeigt hätte. Eine Vorstellung davon geben: Der einheitliche Generalstreik von 1920, der den Kapp-Putsch niederwarf; die Gewalt der spontanen Arbeiterdemonstrationen nach der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau in den letzten Junitagen 1922; die große Einheitsbewegung gegen die Abfindung der ehemaligen Fürsten im Jahre 1926; die Streiks ganzer Industrien zwischen 1918 und 1930 und selbst die aufflammenden antinazistischen Widerstandsbewegungen in den großen Städten wenige Monate vor Hitlers Machtantritt. Die Sozialdemokratische Partei verfügte dazu noch bis 1932/33 über einen starken Einfluß in den meisten Länderregierungen und hatte in vielen die Leitung der Polizei in den Händen.

Generalstreik

Es gab allerdings nur einen Weg, um die antidemokratisch handelnde Reaktion zu schlagen: den Generalstreik der Arbeiter und seine Unterstützung durch die sozialdemokratisch geführten Polizeitruppen, Das Feld dieser Schlacht lag außerhalb des Parlaments. Der stimmungsmäßig günstigste Zeitpunkt im Volke war der 20. Juli 1932, als Franz von Papen seinen Staatsstreich gegen die Preußenregierung durchführte. Da die Trustherren und Junker den Weg des Rechtsbruches und der Gewalt beschritten, da es um Tod oder Leben ging, konnte nur noch mit dem Appell an die Kraft des Volkes selbst die Demokratie vor ihren Vergewaltigern gerettet werden. Sie wäre sicher gerettet worden, da das Haus Hindenburg, die Generale der Reichswehr und auch ein Teil der Großindustriellen vor einem Spiel mit solch großem Risiko zurückgewichen wären. Hitler und Goebbels zitterten im Jahre 1932 vor dieser Möglichkeit. Sie wußten (und Goebbels gestand es in seiner Schilderung „Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei“): die Nazipartei war damals nur ein Koloß auf tönernen Füßen.

Schnell wurde Hitler an die Macht gebracht

Es kam nicht so. Die Kraft der fortschrittlichen Parteien wurde nicht rechtzeitig zum Antinazibündnis vereinigt und eingesetzt. Mehr als durch eigene Kraft siegte das braune Verhängnis durch die Gespaltenheit und das tatenlose Abwarten seiner Gegner. Es kam schleichend, scheinbar legal, verfassungsmäßig zur Macht. Es kam auf eine Weise, die den fortschrittlichen Teil des deutschen Volkes entwaffnet fand.

Das Tragische an diesem Sieg Hitlers war, daß er bei starken Arbeiterparteien möglich wurde. Die Fehler der beiden Parteien lagen natürlich auf ganz verschiedenen Ebenen. Die Sozialdemokratische Partei war ihrer Suche nach dem „kleineren Übel“ in jeder Lage so hingegeben, daß sie sich keine volle Rechenschaft über das Bevorstehende gab, trotz der blutrünstigen Propaganda der Nazis. Die Führer dieser Partei verstanden nicht die einfachste Lehre der deutschen Geschichte, daß nicht irgendein reaktionäres parlamentarisches Regime mit Hitler als Reichskanzler kommen konnte, sondern nur eine bestialische faschistische Diktatur als Grundlage für den zweiten Versuch des deutschen Imperialismus, blutiger und totaler den Kampf um die Kolonisierung Europas und die Beherrschung der Welt zu führen. So fiel die Sozialdemokratie kampflos in die Ketten Hitlers. Geführt von Irrtum und Verrat, blieb sie selbst hinter der Demokratischen Partei der kleinen Bürger zurück, die 1849 noch in einer letzten Stunde zu kämpfen verstanden hatte: In der Abstimmung des „Reichstages“ vom 17. Mai 1933 stellten sich die verbliebenen 60 sozialdemokratischen Abgeordneten (gemeinsam mit ihren Kollegen aus den bürgerlichen Parteien) hinter Hitler. In solcher Schmach endete die Partei, deren mutige Sprecher einst Liebknecht und Bebel waren.

Deutscher Untertanengeist und die abwartende Haltung der Volksmassen

Deutschlands ganze trübe Geschichte erheischte eine Erziehung der Volksmassen zu demokratischer Selbsttätigkeit, zu einem kämpferischen Demokratismus. Aber die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei hatten unter ihren Anhängern einen Organisationsfetischismus gezüchtet; der Glaube an die Macht der großen Organisation an und für sich war an die Stelle der Erkenntnis getreten, daß nur der lebendige Kampfgeist der in ihnen vereinigten Menschen solchen Organisationen Kraft verleiht. Dadurch wurde jener Teil des deutschen Volkes, der sich seit 1848 und seit dem Kampf gegen Bismarck in steigendem Maße von den geistigen Fesseln des Untertanentums befreit hatte, in eine neue Art von Passivität hineingedrängt: in das gewohnheitsmäßige Abwarten auf den Kampfruf „von oben“, von Führern, die nicht mehr kampfbereit waren. So war ein altes Übel aus der despotischen deutschen Vergangenheit, die politische Passivität im Volke, unter veränderten Umständen und in neuer Art wieder auferstanden. Es hinderte den fortschrittlichen Teil des deutschen Volkes, aus eigenem Entschluß zu handeln. Dieses irrtümliche Verhalten der Mehrheit der deutschen sozialistischen Arbeiter – so verhängnisvoll es sich auswirkte – besagt aber in keiner Weise, daß die deutsche organisierte Arbeiterschaft in ihrer politischen Gesinnung aus preußischen Strammstehern bestand.

Die Kommunisten erwiesen sich als zu schwach

Die Kommunistische Partei erkannte die drohende Gefahr und appellierte gegen sie ständig an die Selbsttätigkeit des Volkes. Doch auch diese Partei zog in ihrem Kampf gegen den deutschen Imperialismus und seine nazistischen Kampfverbände zu wenig die Lehren aus der Geschichte des eigenen Volkes seit 1848 und 1918, die die Zu-Ende-Führung der demokratischen Revolution und das Bündnis aller Antinaziparteien zur Rettung der demokratischen Republik geboten. Dieses Bündnis, das kein Aufgeben, aber ein Zurückstellen ihrer sozialistischen Ziele bedeutete, war spätestens Ende 1930 notwendig. Die Kommunistische Partei kam erst im Frühjahr 1932 zu der Erkenntnis, sich ohne Vorbehalte und Bedingungen dafür einzusetzen. Ob ein frühzeitigerer Übergang der Kommunisten zu einer unmißverständlichen Politik des weitest gespannten demokratischen Bündnisses die damaligen Führer der Sozialdemokratie hätte bewegen können, endlich und gemeinsam Front gegen die Nazigefahr zu machen, ist nach der ganzen Politik von Wels, Noske, Severing und Stampfer seit 1918 schwer zu bejahen. So brachte die Entschlossenheit und Aufopferung des linken Flügels der Arbeiterbewegung wenig Nutzen. Die Kommunistische Partei blieb in den letzten Monaten vor Hitlers Machtergreifung isoliert, zu schwach zur eigenen, die Mehrheit des Volkes mitreißenden Tat.

… wie die Schafe zur Schlachtbank?

Es ist nach der Schilderung aller verpaßten Möglichkeiten dennoch die gröbste aller Geschichtslügen, zu behaupten, die Deutschen seien schnurstracks und unterschiedslos ideologisch vorbelastet aus dem altpreußischen Staat – über eine zufällig nicht verhinderte Republik – in den totalen Staat Hitlers gerutscht. Dagegen ist es eine Tatsache: Nicht weil es an sozialistisch-demokratischen Kräften mangelte, sondern weil es ihren sich zunehmend verschärfenden Kampf in Deutschland seit siebzig Jahren gegeben hatte, nützten die Monopolherren von Stahl, Chemie und Kohle die Gespaltenheit der proletarischen Bewegung und die politischen Fehler ihrer Führung aus, um in einer heillos verwirrten Lage während der Wirtschaftskrise von 1932/33 die Hitlerdiktatur zu errichten. Sie war die Vollendung der deutschen Konterrevolution*. Begünstigt wurde diese Monopolisten-Verschwörung durch das schwach entwickelte demokratische Bewußtsein im Bürgertum und in der Bauernschaft.

Ohne diese Klarstellung wird die Mechanik der modernen Konterrevolution* und ihre besondere soziale Funktion nicht verständlich. Es wird auch weder die Verantwortung des deutschen Volkes in ihren historischen Rahmen gebracht noch unter den Deutschen richtig verteilt.

Quelle:
Alexander Abusch: Der Irrweg einer Nation, Ein Beitrag zum Verständnis deutscher Geschichte, Aufbau-Verlag, Berlin (DDR), 1950, S.234-238. (Zwischenüberschriften von mir und * zum besseren Verständnis geändert, vorher: Gegenrevolution, N.G.)

siehe auch:
Stalin: Einige Fragen der Theorie
Der ideologische Kampf der KPD
Otto Grotewohl: Die Fehler der Kommunisten
Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
Ljubow Pribytkowa: Die Demontage
Kurt Gossweiler: Der moderne Revisionismus
Genosse Kaganowitsch erinnert sich an Stalin
Wofür führte Hitler Krieg?

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Die Sprache der Macht

Das steht er nun, blickt trotzig in die Wiese, und es scheint Gras über die Sache gewachsen zu sein, die einstmals Sozialismus hieß…

Marx in der Wiese„Die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens ist die Sprache.“ (Karl Marx) [1]

Da die ökonomisch herrschende Klasse hierzulande über alle Mittel und Möglichkeiten verfügt, ihre Ideen und Ansichten zu verbreiten, entspricht die unter den heutigen kapitalistischen Machtverhältnissen vorherrschende öffentliche Meinung auch der Auffassung dieser herrschenden Klasse, und sie vertritt deren Ziele. Man braucht sich also nicht zu wundern, wenn heute viele Menschen einfach das nachquatschen, was ihnen die Zeitungen, die Nachrichten und die Massenmedien eingeflüstert haben. Die Menschen sind sozusagen Opfer der bürgerlichen Demagogie. Ganz gezielt wird die sogenannte öffentliche Meinung beeinflußt. Keine Lüge, kein Betrug und keine Intrige ist dick genug, um nicht als Mittel der Manipulierung der Massen nutzbar zu sein. Das widerspiegelt sich auch in der Sprache und in der Terminologie.

Warum sind die Massen so träge?

Das ist nicht einfach zu beantworten. Man könnte zwar sagen: Wohlstand macht träge. Doch so einfach ist das nicht. Unter den heutigen Bedingungen der Herrschaft des Imperialismus ist der Arbeiterklasse weitgehend der Zugang zu Massenmedien versperrt. Die Bildungsträger, Tageszeitungen und die Fernsehanstalten unterliegen fast vollständig dem Meinungsmonopol und Diktat der herrschenden Klasse. Zwar gibt es in den Tageszeitungen eine kleine „Meckerecke“, nämlich die Leserbriefseite, und auch das Internet entzieht sich bisher der Zensur. Doch es ist schwer, ja fast sogar unmöglich, gegen diese mediale Übermacht anzukommen. Und so behalten die Menschen in der Regel ihre Meinung für sich, wem sollten sie sie auch verkünden?

Wie werden Meinungen gemacht? Wie funktioniert die Sprache der Macht?

Da die herrschende Klasse nicht in der Lage ist, ihre gegen die objektiven Erfordernisse der Gesellschaft gerichtete Politik ohne Zustimmung breiter Teile der Bevölkerung durchzusetzen, wird den Massen mit Hilfe der von der Bourgeoisie gesteuerten öffentlichen Meinung eine Interessengleichheit aller Klassen und Schichten der Bevölkerung vorgegauckelt, um so die Werktätigen für die Interessen der Bourgeoisie in diesem Lande einspannen zu können. Die Sprache, die Terminologie und die Denkweise der Bourgeoisie fließt dann ein in die sogenannte öffentliche Meinung. Das ist die wirksamste Methode, um bei den Massen die Illusion einer Meinungsfreiheit zu erzeugen.

Und wie ist das bei historischen Wendungen?

„Die Geschichte lehrt uns,“ schreibt Georg Klaus, „daß jede Ablösung einer alten Gesellschaftsordnung durch eine neue im Zeichen erbitterter Klassenkämpfe vor sich geht. Diese Klassenkämpfe spiegeln sich im gesellschaftlichen Bewußtsein wider und nehmen dort den Charakter eines Kampfes der Ideen und der Ideologien an, und sie spiegeln sich auch in der Terminologie wider, in der die verschiedenen Klassen ihre Auffassungen formulieren, sowie überhaupt in der Art und Weise, in der die verschiedenen Klassen sprachliche Mittel einsetzen, um ihre Auffassungen zu verbreiten.“ [2] …wie war das nun 1989? Hat Georg Klaus sich hier geirrt? Ist der Marxismus überholt?

Was geschah eigentlich 1989 in der DDR?

Die bestehende Gesellschaftsordnung wurde abgelöst und ein Staat verschwand. Doch warum gab es diese Klassenkämpfe damals nicht? – Die bundesdeutschen Massenmedien vernebeln uns den Blick. Man spricht von einer „friedlichen Revolution“, wo eine Konterrevolution stattfand, und spricht von „Bürgerrechtlern“, die eigentlich nur die Handlanger der Bourgeoisie waren. Zunächst ein klares NEIN. Weder ist der Klassenkampf verschwunden, noch hat Karl Marx (oder haben die Marxisten) sich geirrt. Der Marxismus-Leninismus ist weder überholt noch veraltet. Und es gibt nicht den geringsten Grund, die Hände in den Schoß zu legen und auf die Verheißungen einer glücklicheren, marktwirtschaftlichen (d.h. kapitalistischen) Zukunft zu hoffen. Denn es war keine „neue“ Gesellschaftsordnung, sondern die „alte“ kam wieder zurück. Noch gibt es diese Klassenkämpfe bei uns nicht…

Was wollte das Volk?

Das Volk wollte die „Freiheit“, und es hat die „Freiheit“ gekriegt. Aber nicht die gewünschte, sondern eine andere. Nicht die Reisefreiheit, die Freiheit der Bananen, die Freiheit der Wahl des eigenen Pkw’s, die freie Wahl der Jeansmarke oder die „Freiheit der Andersdenkenden“ war es! Das war nicht entscheidend. Nicht die Freiheit von Ausbeutung hat das Volk sich gewünscht (denn die hatte es!), sondern es bekam eine neue Freiheit: die freie Gewalt des kapitalistischen Marktes. Und das haben die meisten gewußt, weil es nämlich im Stabü-Unterricht der 9.Klasse dran war (gemeint ist: der obligatorische Staatsbürgerkunde-Unterricht in der DDR). Heute dagegen gibt es das Schulfach „Religion“…
Stabü 9Der Ton der bürgerlichen Medien hat sich verschärft

Die ideologische Propaganda der Bourgeoisie unterwirft sogar schon ganze Schulklassen unschuldiger Kinder ihrer demagogischen Indoktrination. Und die allgemeine Unwissenheit hat ein neues, niederes Niveau erreicht. Schon damals blieb der Einfluß der bürgerlichen Massenmedien auf die sozialistischen Staaten nicht ohne Folgen. Nicht nur die Bevölkerung, sondern sogar Teile der Parteiführungen in den sozialistischen Ländern (angefangen bei der Sowjetunion) unterlagen dem verführerischen Einfluß der Ideologie des Imperialismus. Doch allmählich werden die Menschen aufwachen, das Proletariat erkennt seine Macht und die Klassenkämpfe werden wieder stärker. Auch bei uns.

Die Gedanken sind frei…

„Die Gedanken“, so schreibt Georg Klaus, „sind das wichtigste Instrument zur Abbildung der Wirklichkeit durch den Menschen. Die sprachlichen Zeichen sind die materielle Existenzform der Gedanken“ [3]. Und wie Karl Marx es ausdrückte: „Für die Philosophen ist es eine der schwierigsten Aufgaben, aus der Welt des Gedankens in die wirkliche Welt herabzusteigen. Die unmittelbare Wirklichkeit des Gedankens ist die Sprache. Wie die Philosophen das Denken verselbständigt haben, so mußten sie die Sprache zu einem eignen Reich verselbständigen. Dies ist das Geheimnis der philosophischen Sprache, worin die Gedanken als Worte einen eignen Inhalt haben. Das Problem, aus der Welt der Gedanken in die wirkliche Welt herabzusteigen, verwandelt sich in das Problem, aus der Sprache ins Leben herabzusteigen.“ [4]

Agitiert nur, agitiert nur, sprachen die Bauern! – Genosse, müssen etwas volkstümlicher reden, damit die Masse Sie auch versteht… [5]

Quellen:
[1] Karl Marx: Die deutsche Ideologie, 2.Apologetischer Kommentar, MEW, Bd.3, S.432.
[2] Georg Klaus: Die Macht des Wortes, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1969, S.39.
[3] ebd., S.28
[4] Karl Marx/Friedrich Engels: Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd.3, S.432.
[5] Michail Soschtschenko: Die Kuh im Propeller, siehe: Text oder auf youtube: Manfred Krug

Fazit:
Die Lehren von Karl Marx und Friedrich Engels werden niemals überholt sein, denn der Marxismus-Leninismus ist Wissenschaft! (Siehe: Diese Ideen kann man nicht besiegen…)

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis

Die Verflechtungen der Macht

Durch die denkwürdigen Siege der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, die zur Zerschlagung des Hitlerstaates führten, wurde 1945 das deutsche Volk von der faschistischen Diktatur befreit. Die Sowjetunion trug die Hauptlast dieses mörderischsten aller bisherigen Kriege. Buchstäblich in letzter Minute, als der Untergang des Naziregimes schon absehbar war, hatten auch die Westmächte in den Krieg eingegriffen und eine zweite Front errichtet. Am 8.Mai 1945 erfolgte dann die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschland. Das faschistische Deutschland war besiegt.

Jedoch begannen die Westmächte systematisch, alle Vereinbarungen mit der Sowjetunion zu hintertreiben. Schließlich wurde unter Verletzung des Potsdamer Abkommens auf Befehl der westlichen Besatzungsmächte am 20. Sept.1949 in Bonn eine separate westdeutsche Regierung gebildet. Diese Regierungsbildung war das Ergebnis der Spaltungspolitik der anglo-amerikanischen Imperialisten, deren Ziel es von Anfang an war, sich einen Großteil der Reichtümer und Bodenschätze des besiegten faschistischen Deutschland unter den Nagel zu reißen. In seiner Dokumentation über die Politik der imperialistischen Westmächte gelangte der Historiker Dr. Karl Bittel zu folgender Feststellung [1]:
BittelWie die Verflechtungen der Macht in Deutschland zu jener Zeit beschaffen waren, darüber gibt uns das Buch von G.Baumann aus dem Jahre 1953 einen interessanten Aufschluß:

„Die Schrittmacher der Versklavung des deutschen Volkes, die Initiatoren zur Unterdrückung der patriotischen deutschen Volksbewegung für nationale Einheit und Abschluß eines Friedensvertrages, die Befürworter eines antisowjetischen Kreuzzuges sind eine Handvoll Monopolkapitalisten, die ihre Profitinteressen über die Interessen ihres Volkes stellen. Die Partnerschaft zwischen dem deutschen und amerikanischen Monopolkapitalismus hat andererseits die Gegensätze im imperialistischen Lager ungemein verschärft. Die wiedererstärkten deutschen Monopole machen heftige Vorstöße auf die Weltmärkte und bedrohen bereits empfindlich die französischen und britischen Positionen. Die Exportoffensive des deutschen Imperialismus in die lateinamerikanischen Länder und nach Asien zeitigt bereits deutsch-amerikanische Gegensätze. Sie sind ein unverkennbares Zeichen dafür, daß die Monopolherren an Rhein und Ruhr die Umklammerung durch, die Wallstreet nicht für alle Zeiten dulden wollen. Mit der Expansion des wiedererstandenen deutschen Imperialismus in die Interessensphären der kapitalistischen Mächte ist der Kampf um die verengten Weltmärkte in eine neue Phase eingetreten. Ein Kennzeichen des imperialistischen Stadiums des Kapitalismus ist die ständig fortschreitende Konzentration der Produktion in immer größer werdenden Betrieben und das Entstehen monopolistischer Verbände und Unternehmungen.“ [2]

Einer der Hauptakteure der internationalen Finanzoligarchie war der deutsche Bankier Hermann Josef Abs:
Abs Bild Seite 19
„Einige Giganten wissen die Dienste des Herrn Abs zu schätzen: Merton von der Frankfurter Metallgesellschaft, der Siemens-Konzern, RWE-Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk – das größte Elektrizitätsunternehmen Westdeutschlands – und Zeiss-Ikon AG in Stuttgart. Dazu kommen noch relativ kleinere Unternehmungen wie die Bauunternehmung Ph.Holzmann AG und die Portlandzement-Werk AG in Heidelberg, beide Großverdiener an der Wiederaufrüstung. Das gleiche gilt für die Industrie-Werke AG, Karlsruhe, hinter der sich die berüchtigte Deutsche Waffen- und Munitions-Fabrik (Quandt-Gruppe) verbirgt, sowie für die zur gleichen Gruppe gehörende Accumulatorenfabrik AG Hagen.

In den letzten Monaten ist die Zahl seiner Funktionen weiter gestiegen. Abs ist Vorsitzender der Aufsichtsräte der Süddeutschen Zucker-AG – des größten Unternehmens dieser Art in Westdeutschland – und der Norddeutschen Lederwerke, sowie stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Erft Bergbau AG geworden. Ferner hielt er Einzug in die Aufsichtsräte der Dortmund-Hoerder Union (Vereinigte Stahlwerke), der Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie (Hamel-Konzern) und der Harburger Gummiwaren Fabrik ‚Phoenix’, die eng mit dem USA-Konzern Firestone verbunden ist. Sein 1952 erfolgter Eintritt in die mächtige Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation in Köln (Werhahn- und RWE-Gruppe) zeigt, daß Abs seine Interessen in diesem Wirtschaftszweig stark erweitert hat.

In der Schlesischen AG für Bergbau und Zinkhüttenbetrieb, früher in Lipine und Beuthen, heute in Braunschweig, bekleidete er den Posten des Vorsitzenden des Aufsichtsrates, bis er 1952 durch den Bankier F. Ernst ersetzt wurde. Dieser Konzern gehört den Gruppen Merton und Henckel von Donnersmarck und zählte zu den mächtigsten kapitalistischen Bastionen in Schlesien. Er spielt heute eine bedeutende Rolle in der chauvinistischen Hetzkampagne gegen die Oder-Neiße-Grenze.“ [3]

„1946, als er durch die Amerikaner als Kriegsverbrecher gesucht wurde, befand er sich bereits als Finanzberater bei dem britischen Oberkommandierenden, Sir Sholto Douglas, der seine Auslieferung verweigerte. 1948 trat er zum erstenmal in den Verwaltungsräten der Siemens- und Shell-Konzerne auf. (…) Seit September 1952 steht er wieder an der Spitze des Vorstandes der Deutschen Bank.“ [4]

Soweit ein Auszug aus diesem Buch. Und hier noch eine Übersicht über die Verflechtungen des H.J.Abs im Netz der deutschen Wirtschaft [5]:
Abs
Quellen:
[1] Dr.Karl Bittel: Die Feinde der deutschen Nation, Berlin, 1952, S.42.
[2] G.Baumann: Eine Handvoll Konzernherren, Verlag Volk und Welt, Berlin, 1953, S.11.
[3] ebd. S.22f.
[4] ebd. S.24
[5] ebd. S.25

Der politische Klerikalismus

KlerikalismusDie Ausbeuterklassen haben die Religion immer dazu benutzt, die unterdrückten Klassen geistig niederzuhalten. Und daher erscheinen den Menschen in ihrem religiösen Bewußtsein die spontan wirkenden Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus als ewig und unabänderlich. „Denjenigen, der sein Leben lang arbeitet und Not leidet,“ so beschreibt es Lenin, „lehrt die Religion Demut und Langmut hienieden und vertröstet ihn mit der Hoffnung auf himmlischen Lohn. Diejenigen aber, die von fremder Arbeit leben, lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden, womit sie ihnen eine recht billige Rechtfertigung ihres ganzen Ausbeuterdaseins anbietet und Eintrittskarten für die himmlische Seligkeit zu erschwinglichen Preisen verkauft.“ [1]

Tatenlosigkeit und Resignation sind die Folge. Je mehr sich nun die Auseinandersetzungen in der Gesellschaft zuspitzen, desto aggressiver tritt der Klerus in Erscheinung. Auch heute findet man ehemalige Pfarrer und Pfarrerstöchter in verschiedenen Positionen des herrschenden kapitalistischen Regimes, und man kann davon ausgehen, daß dies kein Zufall ist. Schon 1960 befaßten sich die marxistischen Wissenschaftler Karl A. Mollnau und Helmut Wolle mit der demagogischen Rolle des Klerus in der BRD:

„Der Imperialismus kann ohne skrupellose Irreführung der Massen seine Politik nicht betreiben; er ist darauf angewiesen, das Volk für seine Ziele auf irgendeine Weise zu mißbrauchen. Da aber der Imperialismus seinem Wesen nach ein gesellschaftliches System ist, das lediglich den Interessen einer dünnen finanzkapitalistischen Oberschicht dient, vor allem, durch Ausbeutung, koloniale Völkerausplünderung und Krieg, befindet er sich in einem antagonistischen Widerspruch zu den Volksmassen. Die Arbeiterklasse und alle friedliebenden Kräfte stehen deshalb der imperialistischen Politik teils bewußt, teils spontan ablehnend gegenüber; auch Teile der Bourgeoisie stehen zu ihr in bestimmten Interessengegensätzen. Will der Imperialismus das Volk für seine Ziele aktivieren, so kann er dies also nur, indem er es gegen dessen eigene Interessen mobil macht. Dieses Unterfangen – in letzter Hinsicht ist es perspektivlos – versucht der Imperialismus durch geschickte Demagogie zuwege zu bringen. Die Ideologen des Imperialismus haben allesamt objektiv den Auftrag, ein völlig verkehrtes gesellschaftliches Bewußtsein zu erzeugen. Unfreiheit wird in Freiheit, Ausbeutung in soziale Gerechtigkeit verfälscht, und die Kriegspolitik wird als Friedenssicherung ausgegeben.

Die Ideologie der imperialistischen Bourgeoisie spiegelt also die gesellschaftliche Wirklichkeit nicht wissenschaftlich wider, sie legt nicht die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung bloß, sondern hat ganz im Gegenteil gerade die Funktion, die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung zu negieren und zu verschleiern, denn schon die Anerkennung der Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung käme einer ideellen Verneinung der Herrschaft des Imperialismus gleich. Ein verkehrtes gesellschaftliches Bewußtsein hervorzubringen zur demagogischen Irreleitung der Volksmassen – das ist Ziel und Inhalt aller imperialistischen Ideologie.“ [2]
„Heute ist der politische Klerikalismus seinem Klasseninhalt nach ein Instrument der Monopolbourgeoisie. Das internationale Finanzkapital benutzt den politischen Klerikalismus, um seine Positionen zu erhalten.“ [3]

Merkmale des politischen Klerikalismus

„Die Ideologie des politischen Klerikalismus propagiert die Ohnmacht der Vernunft und die Machtlosigkeit des wissenschaftlichen Denkens. Sie will das menschliche Denkvermögen durch mystische Intuition ersetzen. Nach Ansicht der klerikalen Ideologen entwickelt sich die Welt nicht nach objektiven Gesetzmäßigkeiten, sondern nach dem ewigen Ratschluß Gottes. Die angebliche Unergründlichkeit des gesellschaftlichen Geschehens ist aber nichts weiter als der Ausdruck des spontanen Wirkens der von den Menschen nicht erkannten und nicht beherrschten Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung in den Ausbeuterordnungen.“

„Das sind die allgemeinen Merkmale des politischen Klerikalismus als einer internationalen imperialistischen Erscheinung. Diese allgemeinen Merkmale erfahren aber entsprechend den konkreten vom Finanzkapital gestellten Aufgaben in den verschiedenen imperialistischen Ländern eine entsprechende Modifikation. Gestalt und Gehalt erhält also der politische Klerikalismus jeweils von den Klasseninteressen der Finanzoligarchie eines bestimmten Landes unter den gegebenen politischen und ideologischen Bedingungen. Daraus resultiert, daß der politische Klerikalismus an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit oft mit völlig unterschiedlichen Forderungen und Zielen auftritt und unterschiedliche Erscheinungsformen aufweist.“ [4]

Die Restauration des westdeutschen Imperialismus nach 1945

„Als unter den Fittichen des USA-Imperialismus die reaktionären Kräfte Westdeutschlands den Weg der Restauration des deutschen Imperialismus und Militarismus einschlugen, brauchten sie ein neues ideologisches Gewand, denn diese Restauration mußte unter den Bedingungen einer erheblichen Schwächung des imperialistischen Weitsystems durchgeführt werden, die vor allem dm unaufhaltsamen Vormarsch des Sozialismus und in einer erhöhten Bewußtheit der Volksmassen ihre Ursachen hatte. Es war nicht möglich, den deutschen Imperialismus erneut im Braunhemd auftreten zu lassen. Der Nazi-Faschismus war in den Augen aller Völker und nicht zuletzt auch des deutschen Volkes zu sehr diskreditiert. In dieser Situation wurde in Westdeutschland der politische Klerikalismus zur Hauptstütze des deutschen Imperialismus auserkoren; die CDU/CSU schickte sich an, die Funktion der Nazipartei zu übernehmen. Der politische Klerikalismus wurde das wichtigste Instrument, mit dessen Hilfe der deutsche Imperialismus hochgepäppelt wurde. In dieser Zeit sahen es die Vertreter des politischen Klerikalismus als ihre wichtigste Aufgabe an, gemeinsam mit den rechten SPD-Führern die antiimperialistischen Forderungen der westdeutschen Arbeiter nach Enteignung der Monopolisten und Junker durch betrügerische Machenschaften abzufangen. Hier mag nur an das Ahlener Programm* erinnert werden.“ [5]

Und so präsentiert man der bundesdeutschen Öffentlichkeit den Vertreter einer klerikalfaschistischen Ideologie als einen „Kandidaten der Herzen“. Welche Herzen sind da wohl gemeint? Diejenigen, die dieser Kandidat auf dem Gewissen hat?

Siehe:
Kommunisten-online:Gauck ist ein evangelischer Klerikalfaschist
Randzone: Gauck – Der Prediger der verrohenden Mittelschicht
Tlaxcala: Die seltsame Biografie des Herrn Gauck
Gießener Zeitung: Dr. h.c. Joachim Gauck, ein Saubermann mit Dreck am Stecken
German Foreign Policy: Der Konsenspräsident
und noch eins: http://juergenmeyer.blogger.de/stories/2004089/

Quelle:
[1] W.I Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd.10, S.70f.
[2] Karl A. Mollnau/Helmut Wolle, Der politische Klerikalismus,Dietz Verlag Berlin, 1960, S.4f.
[3] ebd. S.7.
[4] ebd. S.11f.
[5] abd. S.12f.

* Auf ihrer Tagung im Februar 1947 in Ahlen beschloß die westdeutsche CDU ein Programm, in dem unter anderem gefordert wurde: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem fürchterlichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Umordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Umordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volks sein. Durch eine gemeinwirtschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“ (…und das Wahlvolk der BRD glaubte diesen betrügerischen Worten!)

..arm, aber glücklich? Eine Dorfhochzeit in Rußland.

Die Sowjetunion war (trotz aller Entartung durch den volksverräterischen Kurs der Chruschtschowisten und der Gorbi-Anhänger) bis zu ihrer Auflösung 1990 durch eine kriminelle Bande von Parteifunktionären immer noch ein sozialistisches Land, wo bis zuletzt allen Bürgern dieses Landes der Arbeitsplatz, und damit ihr familiäres Auskommen, gesichert war. Meist gab es im Dorf einen Laden, eine Schule, ein kleines Kulturhaus und oft sogar eine Bibliothek. Und es gab Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder. Trotz der Weite dieses Landes war eine kostenlose medizinische Betreuung überall gewährleistet, auch wenn das Niveau dieser sozialen Leistungen oft erschreckend niedrig war.

Doch mit der Konterrevolution hielt wieder bitterste Armut Einzug, währenddem die oberste Schicht der Oligarchen und Sozialschmarotzer in Saus‘ und Braus‘ leben, neue Villen, Banken, Straßen entstehen, und der Luxus gar nicht exklusiv genug sein kann. In den Städten versteckt sich die Armut in den Plattenbauten, im Dorf in den traditionellen Holzhäusern, die oft schon drei Generationen überlebten. Die Menschen ernähren sich von dem, was der Acker bietet. Längst sind die Traktoren aus Sowjetzeiten verrostet, die Kleidung zerrissen und wird notdürftig geflickt. Arm, aber glücklich? Entscheiden Sie selbst. Die folgenden Bilder zeigen ein Dorf, das ironischerweise auch noch „Freude“ heißt. Der Anlaß der Freude ist hier eine Dorfhochzeit:
Dorf 1Dorf 2Dorf 6Dorf 22Dorf 24Dorf 3Dorf 4Dorf 18Dorf 7Dorf 11Dorf 13Dorf 8Dorf 10Dorf 9
Fotos: Gennadi Michejew

Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis…

Wir stellen heute fest, daß die Massenmedien fast alle „gleichgeschaltet“ sind. [1]
Ob es um „Kriegsberichterstattung“ aus dem Irak, aus Libyen, Syrien oder sonstwo geht oder um einen Bundespräsidenten geht. Einschießen auf ein Ziel, und dann ablenken von Erklärungen und Hintergründen. Ein Thema mit Variationen, wie die ausführliche Wettervorhersage von gestern! So werden die Massen manipuliert…

Nach dem Sieg der Sowjetarmee über den deutschen Faschismus waren die Nachwirkungen der Nazipropaganda auf den deutschen Sprachgebrauch und auf das Denken der Menschen so erheblich, daß es dringend angebracht war, diesen geistigen Unrat aus den Köpfen zu verbannen. An der Martin-Luther-Universität Halle befaßte sich der Sprachwissenschaftler Professor Eduard Kurka mit Fragen der Überzeugungs- und Meinungsbildung. Seine Einführungen in die Rhetorik und seine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirkung der Propaganda sind auch heute (nach über 40 Jahren) noch hochaktuell.

Der Antikommunismus – Grundzug imperialistischer Propaganda

Die für unsere Epoche charakteristischen Umwälzungen im gesamten System der internationalen Beziehungen haben den ideologischen Kampf zu einem wichtigen Instrument der Politik und besonders der Außenpolitik gemacht. Der scharfe ideologische Kampf ist … auf allen Schauplätzen der internationalen Beziehungen und der Beziehungen der Klassen zueinander entbrannt. Wesentlicher Grundzug der imperialistischen Massenpropaganda ist der Antikommunismus. Die Manipulierung der Menschen im staatsmonopolistischen System des Spätkapitalismus ist die Ausschaltung der Persönlichkeit, ihres eigenen Denkens und Handelns im Interesse der herrschenden Klasse. Sie hat die Funktion, die ideologische Integration in das imperialistische System und die geistige Formierung der Menschen zu erreichen. Sie ist antikommunistisch orientiert. Aus Gründen der Selbsterhaltung brauchte die imperialistische Bourgeoisie dringender denn je eine wirksame Massenbeeinflussung, die ihre apologetische Funktion zur Erhaltung ihrer Klassenherrschaft erfüllt… All das führte zu den Versuchen, alle propagandistischen Bemühungen wissenschaftlich zu untermauern. Führend darin sind die USA, wo ein immenser Ausbau der Forschungen in der angewandten Psychologie betrieben wurde. Wesen der imperialistischen Propagandadoktrin ist es, nicht auf den Verstand, sondern ausschließlich auf die Gefühle einzuwirken. Hierbei nutzt man „tiefenpsychologische“ Erkenntnisse aus. …

Über die Gefühle manipuliert…

Verschiedene bürgerliche Propagandatheoretiker ziehen zwar die Einwirkung auf eine besondere Art von Gefühlen vor. Dazu gehören negative Gefühle wie Angst und Haß, Niedergeschlagenheit, Ergebenheit in das Schicksal als Ausdruck der Einschüchterung und Lähmung der Aktivität. Verschiedene Aktivitäten werden in andere Richtung gelenkt, zum Beispiel Haltungen wie Lebensgier und Vergnügungssucht. Aber auch an sich positive Gefühle werden angesprochen, wie zum Beispiel Familiensinn und Heimattreue, um sie für aggressive politische Zwecke zu mißbrauchen. Dabei werden gezielt bestimmte Einstellungen herausgebildet wie Besitzstreben oder Prestigesucht. Diese Theoretiker hüten sich aber, völlig zu bestreiten, daß das menschliche Denken mit der objektiven Wirklichkeit zusammenhängt, daß es nicht nur vom Unbewußten, sondern auch von ökonomischen, sozialen und politischen Faktoren des gesellschaftlichen Lebens abhängt.
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Gerade deshalb empfehlen maßgebliche Propagandatheoretiker, so zu verfahren, daß der Mensch nicht in erster Linie von den Informationen abhängt, die er aus unmittelbarer Erfahrung gewinnt, sondern von den Informationen, die er – in Auswahl – erhält. Die beste Effektivität in ihrem Interesse erreiche eine Propagandadoktrin, die über besonders raffinierte Methoden der Auswahl, des Kommentierens, der Schaffung sogenannter Fakten verfügt. Ablenkung durch Amüsierbetrieb und ähnliches, Krieg wider die Vernunft ist das Wesen einer solchen Konzeption.

Das „präparierte“ Denken…

Um einige Methoden zu erwähnen, die in der sogenannten gewöhnlichen Propaganda und auch, der rhetorischen Argumentation verwendet werden, sei an das „Auswählen“ und „Präparieren“ der Information (d.h. ihre Verfälschung), diverse Methoden der Ablenkung und das sogenannte „konkrete“ und „sachliche“ Herangehen an die Propaganda erinnert. „Sachliches Herangehen“ bedeutet die Analyse der Stärken und Schwächen der Argumentationsmethoden, um den Praktikern zu zeigen, welche menschlichen Gefühle, Stimmungen, Stärken und Schwächen am besten angesprochen werden. So appelliert man unter anderem an das Besitzstreben, das durch Aufpeitschung von Bedürfnissen bis zur Besitzgier gesteigert wird, und stellt dagegen das Schreckgespenst des Kommunismus, bei dem jedes „Privateigentum Diebstahl“ sei!

Nicht die Wahrheit erkennen, sondern GLAUBEN…

Es geht den Propagandisten der imperialistischen Ideologie nicht um die Wahrheit, sondern um die Glaubwürdigkeit, die sie mit allen Mitteln erreichen wollen. Der britische Publizist Lindley Fräser verwirft in seinem Buch „Propaganda“ zwar das Goebbelssche Rezept der „großen Lüge“, empfiehlt aber, so zu lügen, daß keine Entlarvung droht. In der psychologischen Kriegführung wurde die Methode entwickelt, zunächst durch genaue, detaillierte Meldungen, die als wahr sofort nachgeprüft werden konnten und oft verblüffend wirkten, eine große Glaubwürdigkeit zu erreichen, um dann durch eine große Lüge diese Glaubwürdigkeit auszunutzen. Die Menschen fielen darauf herein, und die Propaganda erfüllte ihren Zweck.

Falsche Behauptungen werden öfter wiederholt

Die Mittel der antikommunistischen Massenpropaganda sind – um nur die wichtigsten zu nennen – Lügen, Verleumdungen (so wird eine Wesensverwandtschaft von Faschismus und Kommunismus behauptet, dagegen der gesetzmäßige Zusammenhang von Imperialismus und Faschismus vertuscht), die ständige Wiederholung von Behauptungen ohne Beweis und Beleg, die Verdrehung der Tatsachen und die Umkehrung der Werte. Diese Methoden gilt es zu erkennen. Man muß sie ständig aufdecken, analysieren und bekämpfen. Wir müssen unterscheiden, ob es sich um eine zielstrebige, organisierte und systematische Tätigkeit handelt oder um vereinzelte antikommunistische Ausfälle oder Vorurteile.

Le Bon: „Psychologie der Massen“

Eng damit hangt die massenpsychologische Orientierung der imperialistischen Massenmanipulation zusammen, die auch die Lehrbücher der Rhetorik bestimmt. Es gibt auch bürgerliche Rhetoriker, die sich von der Massenpsychologie distanzieren und eine demokratische Grundorientierung vertreten. Sehr zwiespältig und nicht ohne Unbehagen ist das Kapitel über massenpsychologische Grundlagen der Rede bei Weiler („Das Buch der Redekunst“, Düsseldorf 1955) abgefaßt. Die Massenpsychologie ist bei Frank-Böhringer („Rhetorische Kommunikation“, Quickborn bei Hamburg 1963) nicht erwähnt, dafür jedoch im Anhang durch die „Eristik“ Schopenhauers ersetzt, also die Kniffe und Taktiken der „Kunst, recht zu behalten“.
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Die „schwierige Kunst der Täuschung“, die sich als verbale Diversion in der psychologischen Kriegführung äußert, hat vor allem Auswirkungen auf die Sprachpolitik des Klassengegners. Die raffinierten Methoden dieser Beeinflussung gehen letztlich auf die Begründer der bürgerlichen Massenpsychologie Sighele und Le Bon zurück. Nach Le Bons Buch „Psychologie der Massen“, das in Westdeutschland und den USA immer wieder neu aufgelegt worden ist und in Lehrbücher über Menschenführung und Rhetorik vielfach eingeflossen ist, sind der „Massenseele“ folgende Eigenschaften zugeordnet [2]:

1. Die Masse sei intellektuell gehemmt und durch die völlige Entpersönlichung des einzelnen ganz und gar unkritisch. Hier setzt Le Bon eine Masse voraus, die durch die kapitalistische Manipulation so geformt wurde. Als Massenerscheinung ist heute die schrankenlose Hemmungslosigkeit eine typische Erscheinung für den Kapitalismus.

2. Nach Le Bon ist das „Unbewußte (Irrationale) das Geheimnis der Massenkräfte. Soziale Organismen könnten keinen tiefgehenden Wandlungen unterworfen sein (hier zeigt sich der reaktionäre Pferdefuß!), und das Unwirkliche sei in gewissen Fällen wahrer als das Wirkliche. Der einzelne sei nicht mehr er selbst, sondern ein Automat geworden. Auch wenn Le Bon den Massen in bestimmten Fällen heroische Eigenschaften zubilligt, so ist seine Grundkonzeption die Massenverachtung. Der Anteil des Unbewußten sei bei der Masse ungeheuer, der Anteil der Vernunft sehr klein. Nichts Beständigeres gebe es in der Masse als das Erbgut der Gefühle. Die Massen seien „weibisch“, das heißt triebhaft, beweglich, erregbar und „knetbar“.

Die zwei verführerischen Tricks

Dementsprechend fallen auch die Rezepte Le Bons aus, die er für die Massenführung gibt. Sie erinnern uns sehr an die Propagandakonzeption und -praxis Hitlers und Goebbels‘. Dazu gehört vor allem die Ächtung der logischen, sachlichen Beweisführung. Der Redner muß schreien, beteuern, wiederholen und darf niemals den Versuch machen, einen Beweis zu erbringen. Die „Masse“ erkenne nur die Macht an, denn sie sei herrschsüchtig und unduldsam. Welche Bedeutung die Gedankengänge Le Bons für die Manipulation mit sprachlichen Mitteln haben, zeigen folgende Anweisungen:

1. Wirkung der Begriffe: Über Bilder, Worte und Redewendungen heißt es: „Werden sie kunstgerecht angewandt, so besitzen sie wirklich die geheimnisvolle Macht, die ihnen einst die Adepten der Magie zuschrieben … Worte, deren Sinn schwer zu erklären ist, sind oft am wirkungsvollsten,“ Als Beispiele sind „Demokratie“, „Sozialismus“, „Freiheit“, „Gleichheit“ und andere genannt. Bewußt wird also gefordert, daß mit diesen Begriffen bei den Massen keine klaren Vorstellungen verbunden sein dürfen. Hingegen ist die Wirksamkeit und Eigengesetzlichkeit sprachlicher Prägungen, die mit einem – sozialpsychologisch gesehen – fest eingeschliffenen Assoziations- und Bewertungsstereotyp verbunden sind, im Prinzip richtig erkannt, aber mißbraucht, „Mit bestimmten Worten verbinden sich zeitweilig bestimmte Bilder: Das Wort ist der Klingelknopf, der sie hervorruft.“

2. Die Kunst der Täuschung: Die Regierungskunst besteht nach Le Bon nicht zuletzt darin, daß man die Worte „meistern“ lernt, vor allem die „schwierige Kunst“ der Täuschung. Denn ohne Illusionen kann die Masse nicht leben. Nach Le Bons richtiger Bemerkung übernahm zeitweise auch die Wissenschaft diese Funktion, geriet aber in Mißkredit, weil sie nicht mehr genug zu versprechen wagte! Wie sehr erinnert uns das an gewisse „Futurologen“ in Westdeutschland und ihre ideologische Funktion im staatsmonopolistischen Kapitalismus. Weiter lesen wir bei Le Bon: „Triebkraft der Völkerentwicklung war niemals die Wahrheit, sondern der Irrtum.“ Wer die Masse „zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer“.

Die raffinierteste „Kunst“, die im Imperialismus entwickelt wurde, ist die Taktik, die Menschen glauben zu machen, daß sie sich selbst ihre Meinung bilden, sie in Wirklichkeit jedoch geschickt dahin zu lenken, wo man sie haben will. Die skizzierten Gedankengänge Le Bons machen deutlich, daß solche Praktiken schon gänzlich jenseits jeder vertretbaren Taktik von Propaganda und Agitation liegen und als Massenbetrug bezeichnet werden müssen. Auch die ethischen Maßstäbe und Normen sind klassenmäßig ausgehöhlt.
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Solche Auffassungen sind in der amerikanischen Propagandatheorie und Meinungsforschung weitergeführt worden. Als Beispiel führen wir das Buch von Edward L. Bernays „Wie macht man Meinungen?“ an, in dem empfohlen wird: „Man muß die Menschen durch Manipulieren ihrer Instinkte beherrschen.“ [3] Wehe dem Journalisten, Redner oder Publizisten, der die Ratschläge und Rezepte der einschlägigen Handbücher imperialistischer Meinungsfabriken nicht beachtet und seine Zuhörer oder Zuschauer informieren will! So ging es Fred Friendly bei der amerikanischen Fernsehgesellschaft „Columbia Broadcasting System“, als er zurücktreten mußte, weil er Filmberichte und Professorendiskussionen über Vietnam gesendet hatte.

Nicht die Lüge – nur die Wahrheit führt zur Erkenntnis

Massenverachtung und Elitestandpunkt sind dem sozialistischen Volksführer und Redner fremd. Die Massen führen heißt, sie aufzuklären, sich über Verstand und Gefühl an ihre Aktionsbereitschaft zu wenden, die Einsicht in die Notwendigkeit gesetzmäßiger Entwicklungen und Handlungen zu vermitteln. Das heißt – und dafür können August Bebel, Lenin, Walter Ulbricht und andere Führer der Arbeiterbewegung als Kronzeugen in ihrer rednerischen Wirksamkeit gelten –, von den Massen zu lernen und sie zu vertreten, sie jedoch nicht der Spontaneität zu überlassen. Dazu gehört auch die Aufgabe, auf der Grundlage von Einsicht in die Notwendigkeit Anforderungen zu stellen, an ihre Opferbereitschaft und ihren Heroismus zu appellieren, für die Erreichung hoher Menschheitsziele ihre schöpferische Aktivität zu wecken, wobei auch der einzelne denkt, mitplant und handelt. Dafür setzt auch der Redner alle seine Kräfte und Fähigkeiten ein, zur weiteren Entwicklung der sozialistischen Demokratie.

[1] Victor Klemperer schrieb darüber: „Es gibt in der LTI keinen anderen Übergriff technischer Wörter, der die Tendenz des Mechanisierens und Automatisierens so nackt zutage treten ließe, wie dieses ‚gleichschalten’.“ (Victor Klemperer, LTI, Notizbuch eines Philologen, Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig, 1978, S.165)
[2] Gustave Le Bon: Psychologie der Massen, Leipzig, 1932, S.83-92.
[3] Zit. nach Harald Wessel: Woher kommen richtige Meinungen? Aus dem Kopf oder aus der Konfektion. In: Neues Deutschland ( B ), 5. Juni 1966.

Quelle:
Eduard Kurka, Wirksam reden – besser überzeugen, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1970, S.68-74. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

„Die Sprache ist die unmittelbare Wirklichkeit des Denkens.“ (Karl Marx)

Siehe auch:
Die Sprache verrät den Feind
…unterschwellige Beeinflussung
Meinungsmanipulation im „Dritten Reich“
Die Sprache der Macht

Psychologische Kriegsvorbereitung

Die psychologische Kriegsvorbereitung war nicht erst seit Goebbels ein Hauptinstrument zur Verwirklichung imperialistischer Angriffspläne. Die sowjetischen Autoren unter Leitung von Oberst Dr.sc.psych. M.P. Korobejnikow beschreiben detailiert, wie dies auch heute noch gehandhabt wird:

Der Kampf um die »Soldatenseelen«

Die Politiker und die Militärs der imperialistischen Länder sind sich bewußt, daß man unter den gegenwärtigen Bedingungen keinen Krieg beginnen, geschweige denn erfolgreich führen kann, ohne die Truppen und die Bevölkerung entsprechend ideologisch und psychologisch zu beeinflussen. In den letzten Jahren hat diese Beeinflussung oder, wie es noch genannt wird, der Kampf um die Soldatenseelen, die Schlacht um den Verstand, gewaltige Ausmaße angenommen.
SoldatenUS-Soldaten…

Woraus erklärt sich die wachsende Aufmerksamkeit für dieses Problem? Vor allem aus der Verschärfung des politischen und ideologischen Klassenkampfes im internationalen Maßstab, aus der sich vertiefenden Krise der bürgerlichen Ideologie. Die Imperialisten berücksichtigen auf ihre Art die komplizierteren Bedingungen, die Besonderheiten und den Charakter eines modernen Krieges, der eine große Prüfung der Weltanschauung, der moralischen und psychischen Qualitäten der Gegner ist, indem sie unter anderem die ideologische Beeinflussung der Truppen verstärken. Die Aggressoren können sich auch ungefähr vorstellen, daß in einem Krieg nur der Soldat bestehen und die Aufgaben erfüllen kann, der sowohl militärisch gut vorbereitet als auch von der Notwendigkeit des Kampfes überzeugt ist und an den Sieg glaubt.

Ideologische Beeinflussung der imperialistischen Söldner

In einer Instruktion der amerikanischen Armee heißt es sinngemäß: Unter den Bedingungen eines modernen Krieges muß ein echter Soldat nicht nur seine Muskeln beherrschen, sondern auch über Moral verfügen. Die Seele ist genauso wichtig wie die Waffe. Mit ihrer ideologischen und psychologischen Beeinflussung verfolgen die Imperialisten ein klares Ziel: Die Armee und die Bevölkerung sollen gehorsame Vollstrecker des Willens der herrschenden Klasse werden. Sich der Massen zu versichern, scheut die Bourgeoisie keine Mittel, greift sie zur Lüge, zu Betrug und Erpressung. Das ist verständlich. Lenin hat treffend festgestellt: »Wenn der ideologische Einfluß der Bourgeoisie auf die Arbeiter zurückgeht, untergraben wird, schwächer wird, nahm und nimmt die Bourgeoisie überall und immer Zuflucht zur verzweifeltsten Lüge und Verleumdung.« [1]
Soldaten…bereit zur Intervention

Diese Tatsache unterstreicht den reaktionären Charakter der ideologischen und psychologischen Beeinflussung in den imperialistischen Armeen. Die gesamte Vorbereitung der Soldaten dient voll und ganz den Interessen der Imperialisten, ihren menschenfeindlichen Absichten. Die ideologische Einwirkung auf die Soldaten der bürgerlichen Armee ist jedoch nicht leicht. Wenn die Imperialisten ihre Armeen auch von progressiven Einflüssen und von zuverlässigen Informationen zu isolieren suchen, so erkennen doch alle mehr oder weniger objektiv urteilenden Menschen, daß in den friedliebenden sozialistischen Staaten die Produktionserfolge und der Wohlstand des Volkes unaufhörlich wachsen, während die Fäulnis der kapitalistischen Ordnung um sich greift, neue Raubkriege angezettelt werden, dabei das Elend der Menschen wächst und sich das Gift des Chauvinismus, des Nationalismus und des offenen Faschismus weiter ausbreitet. Die Völker der kapitalistischen Länder begreifen immer besser die wahren, den Interessen der werktätigen Menschen entschieden widersprechenden Ziele der imperialistischen Kriege. Diesen offensichtlichen Kontrast fürchten die Imperialisten aufs äußerste. Genosse Breshnew sagte: »Der Imperialismus kann nicht auf Erfolg rechnen, wenn er seine wirklichen Ziele offen verkündet. Er ist genötigt, ein ganzes System ideologischer Mythen zu schaffen, die den wahren Sinn seiner Absichten verschleiern, die Wachsamkeit der Völker einlullen. Dazu hat er eine gigantische Propagandamaschine geschaffen, die alle modernen Mittel der ideologischen Beeinflussung ausnutzt.« [2]

Geht es um die Verteidigung westlicher Werte?

Die Imperialisten schonen nicht Mittel noch Kräfte, das bankrotte Gebäude des Kapitalismus schönzufärben und es als beste Form gesellschaftlichen Lebens anzupreisen. Alle Mittel der modernen bürgerlichen Propaganda sind darauf gerichtet, die Herrschaft der Monopole, der Ausbeuter, des Militarismus zu rechtfertigen, das gesellschaftliche Eigentum und den Kollektivgeist in Verruf zu bringen und Feindschaft und Haß zwischen den Völkern zu schüren. Dem dienen auch alle Spielarten politischer und ökonomischer Theorien, die bürgerliche Philosophie und die Soziologie, die Ethik und die Ästhetik. Sie sind zur Maskierung des Ausbeutungscharakters der bürgerlichen Gesellschaft bestimmt. Sie behaupten, daß der moderne Kapitalismus sein Wesen verändert hätte, daß er zum »Volkskapitalismus« geworden wäre, in dem gewissermaßen eine »Umverteilung« des Eigentums, eine »Demokratisierung« des Kapitals vor sich ginge, die Klassen und Klassenwidersprüche verschwinden, sich die »Einkommen ausgleichen« und die Wirtschaftskrisen ausstürben. »Theorien« solcher Art vernebeln das Bewußtsein der Soldaten, schaffen auf diese oder jene Weise falsche Vorstellungen vom tatsächlichen Inhalt der Soldatenpflicht in den bürgerlichen Armeen und von der Funktion dieser Armeen.

Der Antikommunismus

Die Grundlage aller ideologischen und psychologischen Beeinflussung in den imperialistischen Armeen bildet der Antikommunismus, die reaktionärste ideologische Waffe des Imperialismus in seinem Kampf gegen den sozialökonomischen, politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt der Völker. In der amerikanischen Armee ist das gesamte Ausbildungsprogramm, das ganze Dasein des Soldaten mit antikommunistischem Gift verseucht. Die Imperialisten benutzen den Antikommunismus dazu, Massenaufgebote an Mördern und Würgern nationaler Freiheit vorzubereiten.
AntikommunistencommunismAntikommunistische Propaganda

Der bekannte amerikanische Journalist Besten schreibt, daß die ideologische Bearbeitung großen Einfluß auf den Verstand der Menschen ausübe. Nicht zufällig zeigten die amerikanischen Soldaten in Vietnam eine solche Grausamkeit. Denn man erziehe sie ständig zum Haß gegen den Kommunismus und zu kriegerischem Chauvinismus. Der Kampf gegen die sowjetische Gesellschafts- und Staatsordnung ist zum Beruf einer ganzen Armee von Fälschern geworden, die sich Sowjetologen nennen. Das Hauptziel der Verfechter des Antikommunismus besteht darin, das Bewußtsein der Menschen mit Unglauben an die Kraft des Kommunismus irrezuleiten, sie geistig zur Aggression, zum Eroberungskrieg gegen die Länder des Sozialismus bereit zu machen.
comicsFeindbilder in US-Comics

Die Hauptrichtungen der antikommunistischen Beeinflussung der Soldatenmassen sind: die Fälschung historischer Fakten (z. B. über den Aufbau des Kommunismus in der Sowjetunion*), die Entstellung der marxistisch-leninistischen Theorie, die Verleumdung der Politik der sozialistischen Staaten, Gerüchte über die angeblich vom Kommunismus ausgehende Kriegsgefahr. In zahlreichen Schriften bürgerlicher Ideologen wird hämisch über Mängel geschrieben, werden Unzulänglichkeilen aufgebläht, die von unserer Partei und der Regierung kritisiert wurden, damit sie überwunden werden.

So werden Killer gemacht

Bei der ideologischen Einwirkung auf die Armeeangehörigen nimmt die Verherrlichung des Krieges breiten Raum ein. Man bedient sich des Rundfunks und des Films, des Fernsehens und der Presse sowie der mündlichen Propaganda. Der Vorsitzende der Bundeskommission für das Nachrichtenwesen N. Meanow sagte zum Beispiel Über den Inhalt typischer Sendungen des amerikanischen Fernsehens: »Sie sind eine unaufhörliche Szenenfolge von Brutalität, Blutvergießen und Schießerei, Sadismus, Mord und wieder Brutalität und Beschimpfungen.« Viel Aufmerksamkeit schenkt man in den USA der Propagierung von Karrierismus, Brutalität und Raub. Den Menschen wird der Gedanke eingehämmert, sich auf Kosten anderer Völker zu bereichern. Die Soldaten werden zu Mord und Unmenschlichkeit erzogen. Jeder Rekrut bekommt eine Broschüre ausgehändigt mit dem Titel »Die Armee der Vereinigten Staaten grüßt dich.« Sie zeigt, daß der Soldat zu einem gnadenlosen qualifizierten Killer ausgebildet und erzogen wird.
VietnamOpfer der US-Killer im Vietnamkrieg

In der amerikanischen Armee sind bürgerlicher Nationalismus, Rassismus und Völkerhaß voll entfaltet. Die Meinungsmacher verbreiten eine angebliche Überlegenheit der amerikanischen Soldaten über andere Völker und das Recht, ihren Willen den Schwachen aufzuzwingen, die ihre Probleme selbst zu lösen nicht imstande wären. Von früher Kindheit an wird die Jugend der USA in militaristischem Geist, im Geist der Feindschaft und des Mißtrauens zu den Menschen erzogen. Schule, Kirche, Bildungseinrichtungen, Klubs und Jugendorganisationen, alles richtet sich letztlich darauf, junge Menschen aufs Killen vorzubereiten. Der amerikanische Publizist Fred Cook schreibt in dem Buch »Die amerikanische Nation«: »Wir erziehen eine erbarmungslose Kaste, fähig, Millionen Menschen auf der Erde skrupellos zu vernichten.«

»Liebe Gott und den militärischen Dienst.«

Bei der ideologischen und psychologischen Beeinflussung der Armee und der Bevölkerung wird in den USA und den anderen imperialistischen Ländern der Religion immer größere Bedeutung beigemessen. Die Imperialisten sind bestrebt, einen Raketenkernwaffenkrieg religiös zu bemänteln, ihn als Fügung Gottes hinzustellen, als einen Kreuzzug gegen den Kommunismus. Das religiöse Betäubungsmittel vergiftet das Bewußtsein der Soldaten und der Matrosen, es macht sie zu fanatischen Killern und Räubern. Die Kaplane (Feldgeistliche) in den Truppen der USA beschränken ihre Anstrengungen nicht auf den Gottesdienst. Sie beeinflussen die Soldaten und Matrosen auch individuell. Die Neueinberufenen bekommen zugleich mit der Uniform eine Bibel, die mit den Worten beginnt: »Liebe Gott und den militärischen Dienst.«

Militärpsychologie und ideologische Propaganda

Die imperialistische Propaganda sucht sich dem Charakter der Menschen anzupassen, um sie besser im imperialistischen Sinne beeinflussen zu können. Dazu wird die moderne bürgerliche Psychologie immer stärker bemüht. Die Militärpsychologie als ihr Bestandteil dient unmittelbar der Vorbereitung auf einen Kernwaffenkrieg. In einem in der BRD veröffentlichten Artikel der die Überschrift »Die psychologische Kriegsvorbereitung, als Leitaufgabe und Bereich der Erziehung in der Bundeswehr« trägt, sind die Ziele der Vorbereitung folgendermaßen bestimmt: den Soldaten eine ständige und verständliche Information über die bürgerliche Ordnung zu vermitteln, so daß sie verteidigungswürdig erscheint; den Soldaten den Inhalt, die Methoden und die Mittel der gegnerischen Einwirkung auf das Bewußtsein der Soldaten in Friedens- und in Kriegszeiten zu erklären; ihnen die möglichen Strapazen eines modernen Gefechts zu demonstrieren, um Panik und Hysterie vorzubeugen.
psychologyofwar»Psychologie des Krieges«

Die Psychologen der USA und anderer imperialistischer Staaten suchen krampfhaft nach neuen Formen und Mitteln der Einwirkung auf die Streitkräfte. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Auswirkungen des Klassenkampfes auf die Armeeangehörigen, der immer größere Ausmaße in diesen Staaten annimmt, abzuschwächen. Auch deshalb werden in diesen Staaten in die bewaffneten Kräfte keine vom Standpunkt der Bourgeoisie unzuverlässigen Elemente einberufen. Die Unzuverlässigkeit wird mit Hilfe eines militärpsychologischen Testsystems festgestellt.

Gezielte Desinformation

Um die ideologische und psychologische Beeinflussung abzusichern, sucht man die Armeeangehörigen ständig unter Kontrolle zu halten und sie von sozialen Problemen und fortschrittlichen Ideen und Stimmungen abzulenken. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein gigantischer Propagandaapparat aufgeboten. In den USA beispielsweise leitet die ideologische Bearbeitung der Armee der Gehilfe des Kriegsministers für Fragen der Bildung und Menschenressourcen. Zu seiner Verfügung stehen spezielle Verwaltungen, Abteilungen und Dienste. Das grundlegende Organ dabei ist die Verwaltung für Information und Bildung, von der Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen geleitet werden. In den Stäben der Teile der Streitkräfte sind ebenfalls spezielle Verwaltungen für Information eingerichtet.

Propagandazentrale Pentagon

Das Pentagon benutzt zur ideologischen und psychologischen Beeinflussung der Soldaten über 300 Rundfunk- und Fernsehstationen, es veröffentlicht jährlich propagandistische Broschüren, Bücher, Zeitschriften und Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 8 Millionen Exemplaren. Außerdem werden in den für die Teilstreitkräfte zuständigen Ministerien, in den Verbänden, Militärhochschulen, Stützpunkten, Basen usw. 1500 verschiedene Militärzeitungen herausgegeben.
jakowlewGeschichtsfälscher und Berufslügner Jakowlew

Das Kriegsministerium der USA veröffentlicht jährlich zahlreiche Filme, die in allen militärischen Klubs gezeigt werden. Im Pentagon und in der Zentralen Verwaltung für Aufklärung bestehen spezielle Dienste für Fragen der Desinformation. Ein umfangreicher Apparat dieser Organe erarbeitet die Thematik tendenziöser Informationen, die der Irreführung der Öffentlichen Meinung in den USA und in anderen Ländern dienen.

[1] W.I. Lenin, Bd.20, Berlin 1961, S.494.
[2] L.I. Breshnew, Auf dem Wege Lenins, Bd.2, Berlin 1971, S.419.

* (in den letzten Jahren wird verstärkt über die angeblichen »Opfer des Stalinismus«, über den angeblichen »Unrechtsstaat« DDR, über die angeblichen »Verbrechen der Stasi« berichtet, es werden Lügen über Katyn verbreitet, sogenannte »Zeitzeugen« dürfen ihre größtenteils erfundenen »Geschichten« verbreiten usw. usf.)

Quelle:
Autorenkollektiv, Soldat und Krieg, Militärverlag der DDR, Berlin, 1972, S.32-37
(Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
siehe auch hier: US-Information (russ.)

Auf dem Weg zum Sozialismus…

Daß es mit dem Kapitalismus so nicht weitergehen kann, haben ja nun einige mittlerweile begriffen; auch wenn andere (insbesondere die Vertreter der Monopolbourgeoisie) sich vehement gegen diese Erkenntis sträuben. Doch was ist die Alternative?
…und wenn schon Sozialismus, welches ist dann der richtige Weg zum Sozialismus?

Disposition Nr. 5
Unmittelbar nach dem Sieg der Sowjetarmee über den deutschen Faschismus 1946 begann die KPD mit dem geistigen Unrat aufzuräumen, den die Nazis in den Köpfen der Menschen hinterlassen hatten. Nicht nur, daß von 1933-39 im sogenannten Dritten Reich mehr als 90 Milliarden Reichsmark für die Aufrüstung ausgegeben wurden, der Propagandafeldzug der NSDAP hatte diesen Krieg erst ermöglicht. Die Naziideologie hatte tiefe Spuren hinterlassen. Der Hitlerregierung war es gelungen, nahezu das ganze deutsche Volk vor den Karren der imperialistischen Raubpolitik zu spannen. Um dieses Ziel zu erreichen, war das Volk in beispielloser Weise manipuliert und betrogen worden. Grundzug dieser Propaganda war die Lüge. Mit den Mitteln der wildesten Volksverhetzung hatte man den Volksmassen die Ideologie des Krieges, des Raubes und Mordes eingetrichtert. Doch nun, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, galt es, den Weg zum Sozialismus vorzubereiten.

In einer Vortragsdisposition der KPD lesen wir dazu folgendes:
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Quelle:
Vortragsdisposition der KPD Nr.5, Verlag Neuer Weg, Berlin, 1946.

HINWEIS: Weitere Vortragsdispositionen der KPD finden Sie hier.

Die Nazis und der Überfall auf die Tschechoslowakei

Rote Fahne 1938
„Die Rote Fahne“ vom Frühjahr 1938, illegal verbreitete Zeitung der KPD, warnt vor der nächsten Aggression Hitlerdeutschlands

Am 12. März 1937 waren die Truppen der faschistischen deutschen Wehrmacht in Österreich einmarschiert, und kaum einen Monat später hatte die britische Regierung die feindliche Annexion dieses Landes bereits offiziell anerkannt. Die Zerschlagung und Annexion der Tschechoslowakei war nun das nächste Ziel der Hitlerbanditen. Auch hier ging es den deutschen Imperialisten in erster Linie um die hochentwickelte Industrie, um landwirtschaftliche Rohstoffe und Nahrungsmittel sowie um günstige militärstrategische Positionen gegenüber Polen, Südosteuropa und der Sowjetunion.

Als Vorwand dazu mußte die vorwiegend in den Grenzgebieten (Sudeten) lebende deutschsprachige Minderheit herhalten. Unter dem Einfluß der faschistisch gesinnten „Sudetendeutschen Partei“ forderte ein bedeutender Teil dieser drei Millionen Menschen den Anschluß an Deutschland. Ein „Sudetendeutsches Freikorps“ provozierte Zusammenstöße mit dem Tschechen und betrieb Diversionsakte an der deutschen Grenze. Daraufhin wandte sich die Regierung der ČSR um Vermittlung an die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs. Diese jedoch lehnten ab und ließen das kleine Land im Stich. Am 1. Oktober 1938 marschierte die Wehrmacht ein. So konnte der faschistische deutsche Imperialismus seinen Machtbereich erneut beträchtlich erweitern.[1]

Von dieser Zeit an konnte die kommunistische Presse nicht mehr offiziell erscheinen. Aber die tschechischen Kommunisten hatten nicht die Absicht zu schweigen, und sie schwiegen auch nicht. Julius Fučik wurde mit der Aufgabe betraut, für die noch erscheinenden Arbeiterblätter und die fortschrittlichen Zeitungen zu schreiben. Seine Artikel erschienen damals unter den verschiedensten Pseudonymen und auch ohne Unterschrift. Darin klärte er seine Landsleute über die Hintergründe des Nazidiktatur auf und rief sie auf zu Einigkeit und zum Handeln. Späterhin konnten seine Beiträge nur noch in der illegalen Zeitung „Rudé právo“ erscheinen. Im November 1941 schrieb Julius Fučik für die Extra-Ausgabe dieser Zeitung den folgenden Aufruf [2]: (anklicken!)
Rude pravo 1941

Quellen:
[1] siehe auch: Geschichte, Lehrbuch für Klasse 9, Verlag Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin (DDR), 1988, S.135f.
[2] Julius Fučik, Wir lieben unser Volk, Letzte Artikel und Betrachtungen, Dietz Verlag Berlin (DDR); 1956, S.199.

siehe auch:
Julius Fučik – Unter dem Banner des Kommunismus
Der 28. Oktober und der 7.November

Was ist los in Syrien?

Wir kennen es – das Strickmuster ist stets das gleiche: Mal mehr, mal weniger offensichtlich, mal klammheimlich, mal offen provokativ, stets jedoch gerissen und auf den Schultern des Betrugs, inszeniert der Imperialismus den Vorwand für sein militärisches „Eingreifen“, für die Eroberung und Besetzung fremden Territoriums. Darüber schrieb bereits ausführlich Albert Norden in seinem 1952 erschienenen Buch „So werden Kriege gemacht“. Im Vorwort dazu heißt es:
Vorwort

Die Zeitung „Vom Lëtzebuerger Vollek“ vom Sonnabend, den 4. Februar 2012, bringt einen Artikel über Syrien, das gerade jetzt im Visier der USA und der NATO-Banditen steht:

Zeit der Extreme

Die Menschen in Syrien leiden unter Kälte, Sabotage und bewaffneten Banden. Der beschwerliche Alltag der Syrer steht in einem eigentümlichen Widerspruch zu dem bedrohlichen Mediengetrommel, das aus allen Ecken der Welt auf das Mittelmeerland niedergeht. Der diesjährige Winter ist kalt, auf den Bergen liegt Schnee, willkommener Regen hat die ausgetrockneten Wasserläufe und Brunnen gefüllt. Die Kälte zehrt an den Menschen, die inmitten einer dramatischen Wirtschaftskrise mit großer Zähigkeit ihr Leben organisieren.
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Sanktionen und Anschläge auf den Energiesektor haben für einen Mangel an Heizöl gesorgt. Auf den Gehwegen vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen von Kanistern, Masut ist der wichtigste Brennstoff in den kalten Wintermonaten. Die Ausgabe wird rationiert, Krankenhäuser, Hotels, die noch nicht geschlossen haben und öffentliche Einrichtungen werden bevorzugt beliefert. Weil es an Heizöl mangelt, schalten die Leute kleine Heizöfen oder die teureren Klimaanlagen ein. Das wiederum belastet das Stromnetz, Stromabschaltungen bis zu acht Stunden und mehr sind die Folge. Alternativ heizt man mit Gas, dessen Produktion trotz wiederholter Anschläge auf Gaspipelines weitgehend gesichert ist. Bis zu 300.000 Gasflaschen gehen täglich auf den Markt, der Preisanstieg um fast 60 Prozent wurde zähneknirschend zur Kenntnis genommen.

Mehr als über das Gerangel um UNO-Sicherheitsratsresolutionen oder um die Zukunft des syrischen Präsidenten und seiner Familie, sind die Menschen über die zunehmende Gewalt besorgt, die in den letzten Tagen auch rund um die Hauptstadt Damaskus viele Opfer gefordert hat. »Seit zwei Tagen haben wir keinen Strom«, schimpft ein Mann mittleren Alters, der in der Hauptstadt als Techniker arbeitet. Südlich seines Viertels in der Ghota sei die Armee aufgezogen, um bewaffnete Aufständische zu bekämpfen. Einst war Al Ghota eine Oase mit Feldern und Obstplantagen, gut bewässert vom Barada und seinen Nebenflüssen, die aus dem Antilibanon durch Damaskus in die östliche Wüste flossen. Seit Jahren ist das Grün neuen Wohnvierteln gewichen, die Zehntausende aufnehmen, die in der syrischen Hauptstadt ihr Glück suchen. Bei vielen dieser Menschen ist der Zorn auf das herrschende System groß, und ob sie wollen oder nicht, werden sie nun von bewaffneten Aufständischen repräsentiert, die angeben, sich für sie einzusetzen. Vor einer Woche noch hielten hier vermummte Männer stolz ihre Waffen in die Kameras westlicher Fernsehsender und schworen, »mit Allahs Hilfe Präsident Bashar al-Assad aufzuhängen«. Nun schlägt die Armee zurück.

dam2Viele Syrer seien der Armee sogar »dankbar dafür«, sagt Sawsan Zakzak, Frauenrechtlerin und Vertreterin der innersyrischen Opposition, deren Stimme weder in Kairo, noch in Brüssel oder New York zählt. Strikt lehnen sie und ihre Gefährten jede Gewalt ab, »egal ob vom Regime oder von der ‚Freien Syrischen Armee’«. Die Gewalt habe die politisch motivierten und friedlichen Proteste verdrängt und gleichzeitig vielen Kriminellen Raum verschafft, was nichts mit den Forderungen der Opposition für politischen Wandel zu tun habe. »Es ist die Zeit der Extreme auf beiden Seiten, niemand hört auf die Stimmen der Vernunft«. In ihrem Handeln seien das herrschende Regime und der im Ausland agierende »Syrische Nationalrat« gleich, der sich Anfang des Jahres mit der »Freien Syrischen Armee« zusammengeschlossen hat, sagt die Aktivistin: »Zwei Seiten einer Medaille«. Unbeirrt wirbt sie weiter für eine Verhandlungslösung, »die einzige Lösung, die es für Syrien gibt«.

Karin Leukefeld, Damaskus

Nachbemerkung:
Schon seit langem haben die USA in Syrien ihre Geheimdienstleute stationiert. Sie sind getarnt als wissenschaftliche Berater, Landwirtschaftsexperten und Lehrer. Und es ist kein Problem, etwa nach Syrien Waffen einzuschleusen. Die Szenarien des imperialistischen Überfalls auf fremde Länder und Territorien gleichen sich. Nun hängt es davon ab, wie das Volk zu seiner Regierung steht. Hier sind ein paar Bilder von Syrien aus friedlicheren Tagen:
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(Fotos: Saleh)

Quelle:
„Vom Lëtzebuerger Vollek“, 04.02.2012

Siehe auch:
Die Lügen über Syrien
Syrian communists about the situation in Syria
Syrisches Tagebuch vom Dez.2012 (+Video)
Baschar al-Assad: „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“

Heimlich in Homs – Analyse einer ARD-Reportage:
http://heimlich-in-homs.blogspot.de/