Was ist los in Syrien?

Wir kennen es – das Strickmuster ist stets das gleiche: Mal mehr, mal weniger offensichtlich, mal klammheimlich, mal offen provokativ, stets jedoch gerissen und auf den Schultern des Betrugs, inszeniert der Imperialismus den Vorwand für sein militärisches „Eingreifen“, für die Eroberung und Besetzung fremden Territoriums. Darüber schrieb bereits ausführlich Albert Norden in seinem 1952 erschienenen Buch „So werden Kriege gemacht“. Im Vorwort dazu heißt es:
Vorwort

Die Zeitung „Vom Lëtzebuerger Vollek“ vom Sonnabend, den 4. Februar 2012, bringt einen Artikel über Syrien, das gerade jetzt im Visier der USA und der NATO-Banditen steht:

Zeit der Extreme

Die Menschen in Syrien leiden unter Kälte, Sabotage und bewaffneten Banden. Der beschwerliche Alltag der Syrer steht in einem eigentümlichen Widerspruch zu dem bedrohlichen Mediengetrommel, das aus allen Ecken der Welt auf das Mittelmeerland niedergeht. Der diesjährige Winter ist kalt, auf den Bergen liegt Schnee, willkommener Regen hat die ausgetrockneten Wasserläufe und Brunnen gefüllt. Die Kälte zehrt an den Menschen, die inmitten einer dramatischen Wirtschaftskrise mit großer Zähigkeit ihr Leben organisieren.
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Sanktionen und Anschläge auf den Energiesektor haben für einen Mangel an Heizöl gesorgt. Auf den Gehwegen vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen von Kanistern, Masut ist der wichtigste Brennstoff in den kalten Wintermonaten. Die Ausgabe wird rationiert, Krankenhäuser, Hotels, die noch nicht geschlossen haben und öffentliche Einrichtungen werden bevorzugt beliefert. Weil es an Heizöl mangelt, schalten die Leute kleine Heizöfen oder die teureren Klimaanlagen ein. Das wiederum belastet das Stromnetz, Stromabschaltungen bis zu acht Stunden und mehr sind die Folge. Alternativ heizt man mit Gas, dessen Produktion trotz wiederholter Anschläge auf Gaspipelines weitgehend gesichert ist. Bis zu 300.000 Gasflaschen gehen täglich auf den Markt, der Preisanstieg um fast 60 Prozent wurde zähneknirschend zur Kenntnis genommen.

Mehr als über das Gerangel um UNO-Sicherheitsratsresolutionen oder um die Zukunft des syrischen Präsidenten und seiner Familie, sind die Menschen über die zunehmende Gewalt besorgt, die in den letzten Tagen auch rund um die Hauptstadt Damaskus viele Opfer gefordert hat. »Seit zwei Tagen haben wir keinen Strom«, schimpft ein Mann mittleren Alters, der in der Hauptstadt als Techniker arbeitet. Südlich seines Viertels in der Ghota sei die Armee aufgezogen, um bewaffnete Aufständische zu bekämpfen. Einst war Al Ghota eine Oase mit Feldern und Obstplantagen, gut bewässert vom Barada und seinen Nebenflüssen, die aus dem Antilibanon durch Damaskus in die östliche Wüste flossen. Seit Jahren ist das Grün neuen Wohnvierteln gewichen, die Zehntausende aufnehmen, die in der syrischen Hauptstadt ihr Glück suchen. Bei vielen dieser Menschen ist der Zorn auf das herrschende System groß, und ob sie wollen oder nicht, werden sie nun von bewaffneten Aufständischen repräsentiert, die angeben, sich für sie einzusetzen. Vor einer Woche noch hielten hier vermummte Männer stolz ihre Waffen in die Kameras westlicher Fernsehsender und schworen, »mit Allahs Hilfe Präsident Bashar al-Assad aufzuhängen«. Nun schlägt die Armee zurück.

dam2Viele Syrer seien der Armee sogar »dankbar dafür«, sagt Sawsan Zakzak, Frauenrechtlerin und Vertreterin der innersyrischen Opposition, deren Stimme weder in Kairo, noch in Brüssel oder New York zählt. Strikt lehnen sie und ihre Gefährten jede Gewalt ab, »egal ob vom Regime oder von der ‚Freien Syrischen Armee’«. Die Gewalt habe die politisch motivierten und friedlichen Proteste verdrängt und gleichzeitig vielen Kriminellen Raum verschafft, was nichts mit den Forderungen der Opposition für politischen Wandel zu tun habe. »Es ist die Zeit der Extreme auf beiden Seiten, niemand hört auf die Stimmen der Vernunft«. In ihrem Handeln seien das herrschende Regime und der im Ausland agierende »Syrische Nationalrat« gleich, der sich Anfang des Jahres mit der »Freien Syrischen Armee« zusammengeschlossen hat, sagt die Aktivistin: »Zwei Seiten einer Medaille«. Unbeirrt wirbt sie weiter für eine Verhandlungslösung, »die einzige Lösung, die es für Syrien gibt«.

Karin Leukefeld, Damaskus

Nachbemerkung:
Schon seit langem haben die USA in Syrien ihre Geheimdienstleute stationiert. Sie sind getarnt als wissenschaftliche Berater, Landwirtschaftsexperten und Lehrer. Und es ist kein Problem, etwa nach Syrien Waffen einzuschleusen. Die Szenarien des imperialistischen Überfalls auf fremde Länder und Territorien gleichen sich. Nun hängt es davon ab, wie das Volk zu seiner Regierung steht. Hier sind ein paar Bilder von Syrien aus friedlicheren Tagen:
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(Fotos: Saleh)

Quelle:
„Vom Lëtzebuerger Vollek“, 04.02.2012

Siehe auch:
Die Lügen über Syrien
Syrian communists about the situation in Syria
Syrisches Tagebuch vom Dez.2012 (+Video)
Baschar al-Assad: „Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!“

Heimlich in Homs – Analyse einer ARD-Reportage:
http://heimlich-in-homs.blogspot.de/

12 Gedanken zu “Was ist los in Syrien?

  1. Die Masche des göbbelschen Glaiwitz ist heute angewandte Methode der Imperialisten. Was damals funktionierte funktionierte im Irak, Libyen und zuvor in Korea, Vietnam u.u.u. Dies kann man auch als Versagen der internationalen Weltfriedensbewegung bezeichnen, die stets den Lügen der Kriegstreiber ihr Ohr geschenkt hat. Heute sind es auch die Grünen und Teile der Linken die diesen Lügen ihre Aufmerksamkeit schenken und sich an dem Kriegsgeschrei beteiligen. Dies zeigt deutlich, inwieweit die göbbelsche Propaganda auch in Deutschland wieder fußgefaßt hat.

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  2. Diese Leute hier kriegen dann die Macht:
    Syrien: ZDF verfälscht Videos!
    http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=pbdZR-GzWZ4

    Terroristen In Hama Syria youtube.com/watch?NR=1&v=pbdZR-GzWZ4

    Al qaida-Armee in Syrien „Syrian free army“
    http://www.youtube.com/watch?v=n-gGJW4YHRw

    ** (Vorsicht absolut brutale Al Qaeda -Islamisten ! Nichts für Kinder ! ->**
    http://www.youtube.com/watch?v=ES_Rs5ljRK4
    http://www.youtube.com/watch?v=RQz8hGq4Jlo

    Hama, attack at a Assad supporter (köpfen) http://www.youtube.com/watch?v=952o1DJhcbQ

    Waffenliefern für Frieden und Demkratie? http://www.youtube.com/watch?v=6oLXJDyGHLE

    Assad hat zwar die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hinter sich:
    viel und riesige Pro-Assad-Demos in allen Städten:
    http://www.youtube.com/watch?v=jYlgDXP411w

    http://www.youtube.com/watch?v=W1CRpGlaPsU the people of Homs speak !
    http://www.youtube.com/watch?v=AiyDUzJZumM Syrian welfare state – Der syrische Wohlfahrtsstaat

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  3. Danke für die Links (sie wurden aber leider zum Teil vom US-Provider youtube gelöscht!)

    Wir haben es geahnt: Die illegalen Waffenlieferungen kommen aus dem Westen. Söldner und ihre Berater kommen aus den USA, Frankreich und Großbritannien. Provokatorische Schießereien in Wohngebieten und Massaker an unbeteiligten Menschen führen zur Eskalation der Gewalt. Westliche Massenmedien verbreiten (wie schon im Falle Libyens) haarsträubende Lügen über das Land und rufen indirekt zum Mord an Präsident Assad auf. Das ist das Szenario der militärischen Intervention de durch die CIA und andere Geheimdienste gesteuert wird!

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  4. Leider sehr aktuell, obiger Artikel zu Syrien und eure vorherigen Kommentare dazu.
    Heute morgen haben die mörderischen Handlanger des westlichen Nato-Imperialismus und seiner schmutzigen nahöstlichen Vasallen erneut in Damaskus offenbar über 50 friedliche Menschen verschiedenster Religion und Volkszugehörigkeit mit Bombenanschlägen feige und hinterhältig hingemordet.
    Und wo bleiben nun die Proteste der westlichen Nato- „Menschenrechtler“, „Friedensbewegten“ und sonstiger Gutmenschen und Pazifisten, Freunde eines Sozialismus mit „menschlichen Anlitz“ und natürlich diese Dauer-Zombis von selbsternannten „Antistalinisten“ sowie DDR- „Verurteilern“ und „Mauerspechten“?
    Was sagt wohl Herr Gauck?
    Es wird bei allem diesen verlogenen Gelichter sicher wie bisher bei eisiger Ignoranz und eisigen Schweigen bleiben,
    garantiert.
    Es wird ja gegen das „Assad-Regime“ gebombt und gemordet, was zählen da schon Menschenleben, wenn keine US- oder EU-Bürger?
    Natürlich mischt dort auch der demokratische BND kräftig mit, alles zum Schutz der „Menschenrechte“ natürlich, kennen wir schon ja hinlänglich.
    Inzwischen sind diesen Nato-„Menschenrechten“ schon über 40 000 Menschen allein in Syrien zum Opfer gefallen, doch der US-geführte Nato-Imperialismus will noch mehr Blut in Syrien als auch anderswo sehen.
    Wie lange nur will die Menschheit so ein barbarisches abscheuliches System noch ertragen?
    Woher nur die so große Gleichgültigkeit so vieler Menschen in Anbetracht aller dieser Verbrechen, permanenten, ganz offenen Kriegsvorbereitungen der Imperialisten, ob gegen Iran oder sonst einem weiteren „Schurkenstaat“?
    Es kommt mir oft so vor als lebten die meisten Menschen in einer Art Imperialismus-Matrix, verblendet, gefangen, abgestumpft, egoistisch, so die Welt nur aus ihrer kleinen bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Froschperspektive betrachtend, dackelhaft ein Leben lang nach „Schnäppchen“ haschend.
    Ich empfinde nicht nur Zorn gegenüber den Anstiftern und Handlangern solcher Verbrechen, sondern immer öfter auch Zorn gegenüber allen „kleinen Leuten“, die solche Greuel seelenruhig und achselzuckend abhacken.
    Tut mir leid, aber muss auch mal gesagt werden.

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  5. Die offensichtliche Gleichgültigkeit der Menschen in der BRD hat ihre Ursachen. Sie wird verschwinden, sobald es ans „Eingemachte“, ans eigene Fell geht, und mit den zunehmenden Klassenkämpfen. Was werden die Schmarotzer in unserem Land (BRD) mit ihren dicken Gehältern wohl dazu sagen? Sie werden so reden, wie man es ihnen beigebracht hat – in der Schule, bei Studium und mit der Lektüre der einschlägigen Zeitungen, wie Bild und Spiegel etc.: „Das Assad-Regime muß weg!“ – Doch würde man die Syrer fragen, so könnte man das glatte Gegenteil erfahren: Syrien war bisher ein friedliebendes Land, hatte ein nicht gerade wohlhabendes, aber doch auch nicht unzufriedenes Volk. Nunja. Hätten die syrische Sicherheitsorgane doch schon eher mit den eingedrungenen CIA-Agenten kurzen Prozeß gemacht, und sie des Landes verwiesen…

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  6. „Die offensichtliche Gleichgültigkeit der Menschen in der BRD hat ihre Ursachen.“

    Dazu fällt mir gerade noch eine interessante Episode aus der Zeit der ruhmreichen Nato- „Air Strikes“ gegen Jugoslawien 1999 ein.

    Während dieser Zeit gab es Meinungsumfragen zu diesem Bombenkrieg in Deutschland, Polen, Tschechien, Frankreich und den Benelux-Ländern.
    Interessant war das Ergebnis.
    In den „NBL“, in Polen und Tschechien waren ungefähr 70% der befragten Bürger gegen diesen Bombenkrieg, dagegen in den übrigen alten Nato-Ländern einschließlich „Alt-Bundesländern“ etwa 70% dafür!
    Mir war natürlich schon damals klar, dass dieses klare unterschiedliche Ergebnis kein Zufall sein konnte, sondern offenbar mit der ganzen vormaligen unterschiedlichen gesellschaftlichen Prägung der Befragten zu tun haben musste.

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  7. Wie exakt auch die damaligen Umfrageergebnisse gewesen sein mögen, die augenscheinliche Tendenz dieser Ergebnisse müsste eigentlich selbst noch heute jeden Anti-DDR Hetzer, jeden sonstigen „Ostblock“- Hetzer die Schamesröte in die Augen treiben.
    Im „freien (NATO)Westen“ eine deutliche Masse von Befürwortern eines verbrecherischen Bombenkrieges gegen ein kleines, beinahe wehrloses Land, dessen politische und militärische Vergewaltigung, im ehemaligen „Ostblock“, den „Opfern des Stalinismus“ quasi per se eine Mehrheit dagegen, hier (Westen) Gleichgültigkeit bis Zustimmung für Verbrechen gegen Menschen „weit ab“ („Ich bin ja nicht betroffen“…), dort (Osten), bei den „Stalin-Opfern“ immerhin ein wenigstens diffuses Gefühl von Ungerechtigkeit, Machtmißbrauch der Herrschenden, Widerspruch gegen imp.Gewaltpolitik.
    Was lehrt uns das?
    Meiner Meinung nach, dass der reale Sozialismus selbst bei allen Widersprüchen, Fehlern, Unzulänglichkeiten, Mißgeschicken allmählich vermochte, zum Teil doch schon neue, anders tickende Menschen hervorzubringen, Menschen, für welche Kriege, Angriffe, Überfälle, wie verlogen auch immer begründet, doch keine „Selbstverständlichkeiten“ mehr waren, sondern zu Widerspruch reizen, empören.
    Wie anders dagegen nun so viele „freie“ NATO- Untertanen, NATO- und ganz allgemein Imperialismus- Mitmacher, ob selbst „gewerkschaftlich gebunden“, oder sozialdemokratisch, „grün“ oder sonstwie pseudo- „fortschrittlich“ organisiert, mehr oder weniger bewusst so dem Imperialismus Lakaiendienste anbietend, leistend.
    Zwei Welten, zwei zum Teil wenigsten doch unterschiedlich „tickende“ Menschenschläge.
    Ja, ich meine, Sozialismus lohnt sich immer, selbst als zunächst kleiner Anfang, unfertig, unvollkommen, doch als Anfang, Tor aufstoßend in eine neue, bessere Welt!
    Womit wir eigentlich auch schon bei Johannes R. Becher seiner Menschen-DDR angelangt wären, einschließlich seines schönen Gedichtes hierzu.

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