Die Nazis und der Überfall auf die Tschechoslowakei

Rote Fahne 1938
„Die Rote Fahne“ vom Frühjahr 1938, illegal verbreitete Zeitung der KPD, warnt vor der nächsten Aggression Hitlerdeutschlands

Am 12. März 1937 waren die Truppen der faschistischen deutschen Wehrmacht in Österreich einmarschiert, und kaum einen Monat später hatte die britische Regierung die feindliche Annexion dieses Landes bereits offiziell anerkannt. Die Zerschlagung und Annexion der Tschechoslowakei war nun das nächste Ziel der Hitlerbanditen. Auch hier ging es den deutschen Imperialisten in erster Linie um die hochentwickelte Industrie, um landwirtschaftliche Rohstoffe und Nahrungsmittel sowie um günstige militärstrategische Positionen gegenüber Polen, Südosteuropa und der Sowjetunion.

Als Vorwand dazu mußte die vorwiegend in den Grenzgebieten (Sudeten) lebende deutschsprachige Minderheit herhalten. Unter dem Einfluß der faschistisch gesinnten „Sudetendeutschen Partei“ forderte ein bedeutender Teil dieser drei Millionen Menschen den Anschluß an Deutschland. Ein „Sudetendeutsches Freikorps“ provozierte Zusammenstöße mit dem Tschechen und betrieb Diversionsakte an der deutschen Grenze. Daraufhin wandte sich die Regierung der ČSR um Vermittlung an die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs. Diese jedoch lehnten ab und ließen das kleine Land im Stich. Am 1. Oktober 1938 marschierte die Wehrmacht ein. So konnte der faschistische deutsche Imperialismus seinen Machtbereich erneut beträchtlich erweitern.[1]

Von dieser Zeit an konnte die kommunistische Presse nicht mehr offiziell erscheinen. Aber die tschechischen Kommunisten hatten nicht die Absicht zu schweigen, und sie schwiegen auch nicht. Julius Fučik wurde mit der Aufgabe betraut, für die noch erscheinenden Arbeiterblätter und die fortschrittlichen Zeitungen zu schreiben. Seine Artikel erschienen damals unter den verschiedensten Pseudonymen und auch ohne Unterschrift. Darin klärte er seine Landsleute über die Hintergründe des Nazidiktatur auf und rief sie auf zu Einigkeit und zum Handeln. Späterhin konnten seine Beiträge nur noch in der illegalen Zeitung „Rudé právo“ erscheinen. Im November 1941 schrieb Julius Fučik für die Extra-Ausgabe dieser Zeitung den folgenden Aufruf [2]: (anklicken!)
Rude pravo 1941

Quellen:
[1] siehe auch: Geschichte, Lehrbuch für Klasse 9, Verlag Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin (DDR), 1988, S.135f.
[2] Julius Fučik, Wir lieben unser Volk, Letzte Artikel und Betrachtungen, Dietz Verlag Berlin (DDR); 1956, S.199.

siehe auch:
Julius Fučik – Unter dem Banner des Kommunismus
Der 28. Oktober und der 7.November

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