Kinderkrippen in der DDR

Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein. Dieser berühmte Satz von Karl Marx gilt insbesondere natürlich auch für die Kindererziehung. Bekanntlich hat das soziale Umfeld einen großen Einfluß auf die Erziehung eines Kindes. So lernen die Kinder, in der Gemeinschaft anderer Kinder und unter dem Einfluß ausgebildeter Erzieherinnen, sich viel schneller und problemloser in der Gesellschaft zurechtzufinden, als das bei Einzelkindern der Fall ist. Und die Erziehung setzt schon im frühesten Kindesalter an. Natürlich spielen dabei die gesellschaftlichen Verhältnisse eine ganz entscheidende Rolle. Und die DDR war ein sehr kinderfreundliches Land. Hier hatte jedes Kind, unabhängig von seiner sozialen Herkunft und den finanziellen Voraussetzungen der Eltern die gleichen Entwicklungs-chancen. Die Kleine Enzyklopädie Das Kind (DDR, 1978) beschreibt die damalige Situation folgendermaßen:

Entwicklung der Krippen
Die Zahl der Krippen und Krippenplätze hat sich seit Bestehen der DDR außerordentlich schnell erhöht. 1972 waren es 4.854 Krippen mit 197.844 Plätzen, 518 Saisonkrippen mit 5722 Plätzen und 151 Dauerheime (für familiengelöste Säuglinge und Kleinkinder) mit über 7.184 Betten. Das bedeutet, daß von 1.000 Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren 304 in einer Kindereinrichtung betreut wurden. 1973 waren es bereits 367 von 1.000.
KinderkrippenplätzeInternationaler Vergleich
In der Versorgung mit Krippenplätzen je Kopf der Kinderbevölkerung dieser Altersgruppe steht die DDR an der Spitze in der Welt. Von den kapitalistischen Ländern haben nur die skandinavischen Länder Krippen in größerer Anzahl geschaffen, aber sie haben höchstens für 1-5% der Säuglinge und Kleinkinder einen Krippenplatz zur Verfügung.

Bedarf an Kinderkrippen
Damit alle Mütter von Kindern dieser Altersgruppen, die einen Beruf ausüben wollen, ihr Kind auch unterbringen können, müßte für etwa 65-70% aller Kinder unter 3 Jahren ein Krippenplatz vorhanden sein; in manchen Orten der DDR ist es bereits gelungen, den Bedarf an Krippenplätzen zu decken. In den Großstädten und industriellen Ballungsgebieten wird dies wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren gelingen.

Harmonische und altersgemäße körperliche und psychische Entwicklung
Die Hauptaufgaben von Pflege und Erziehung in Krippen und Heimen sind: Schaffen von Bedingungen für die Festigung der Gesundheit, für die richtige Entwicklung des gesamten Organismus, vor allem für die normale und rechtzeitige Entwicklung der Hirntätigkeit der Kinder. Dazu gehören
1. richtige, dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes angepaßte Ernährung;
2. richtige Körperpflege;
3. frische Luft, viel Aufenthalt im Freien, Tagesschlaf im Freien;
4. Ausnutzung der Sonnenstrahlen;
5. guter Wärmeaustausch des Organismus, der einerseits durch zweckmäßige Bekleidung, andererseits durch entsprechende Abhärtungsmaßnahmen erzielt werden muß;
6. entwicklungsgerechte Organisation des Tagesablaufs (der Rhythmus von Schlaf und Wachsein, der Mahlzeiten, des Spiels, der Beschäftigungen usw.) ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Gesundheit und die normale Entwicklung der Kinder;
7. Förderung der psychischen Entwicklung durch entsprechende erzieherische Maßnahmen zur Sicherung des Lern- und Aneignungsprozesses des Kindes in vielseitiger angeleiteter wie selbständiger Tätigkeit;
8. individueller Umgang mit den Kindern. Voraussetzung dafür ist ein Arbeitsablauf, der jedem Kind möglichst viel Anregung und viel Freiheit für seinen Betätigungs- und Bewegungsdrang bietet, der ihm ständig Gelegenheit zum selbständigen Spiel gibt und beschäftigungslose Wartezeiten der Kinder vermeidet. Lebhaftigkeit und Freude beim Spiel sind für Gesundheit und Entwicklung der Kinder unentbehrlich; sie sind auch ein Gradmesser für die Qualität der erzieherischen Arbeit. Voraussetzung hierfür sind herzliche Beziehungen der Krippenerzieherinnen zu den ihnen anvertrauten Kindern.
9. Schaffen enger Beziehungen der Kinder zueinander, in der Familie gibt es gewöhnlich keine große Zahl von Kindern der gleichen Altersstufe. Das Kleinkind ist dauernd mit Erwachsenen oder älteren Kindern in Berührung. In der Krippe dagegen ist das gute Verhältnis der vielen gleichaltrigen Kinder untereinander für ihre Lebensfreude und Aktivität ausschlaggebend. Die Art der Beziehungen der Kinder zueinander hängt aber weitgehend von der gesamten Organisation ihres Lebens ab, von der geleisteten Erziehungsarbeit, vor allem vom unmittelbaren erzieherischen Einfluß der Erzieherinnen.
10. Berücksichtigung der individuellen Besonderheiten jedes Kindes.
Kind

Beziehung Krippe-Familie
In der Familie findet das Kind die innige, gefühlsmäßige Beziehung, das individuelle Eingehen auf das Kind, die Stetigkeit der Beziehungen, die für die Entwicklung seiner Gefühle, seines Gemüts, seines Charakters die entscheidende Grundlage bilden. Die Krippe kann und muß die Aufgaben der Familie durch gezielte, planmäßige Pflege und Erziehung ergänzen. In der Tageskrippe ist die Bindung des Kindes an seine Familie durch die tägliche Rückkehr ins Elternhaus voll erhalten. Die Krippe kann sehr wirkungsvoll mit der Familie zusammenarbeiten. (…)

Gesundheitszustand und Entwicklung der Krippenkinder
Beim Aufbau der Krippen in der DDR standen Ärzte und Schwestern daher vor ganz neuen Aufgaben. Die Erkrankungshäufigkeit der Kinder in Kinderkrippen ist, vor allem im 1. Lebensjahr, im Durchschnitt noch deutlich höher als bei den zu Hause aufwachsenden Kindern. Die hauptsächliche Ursache für die Erkrankungen sind die Infekte der oberen Atemwege, darunter vor allem fieberhafte Infekte, Bronchitis, Erkrankungen des Ohres. Nur ein Teil der Kinder erkrankt sehr häufig (etwa 10-15% mehr als 5mal im Jahr); etwa ein Viertel bleibt gesund und fehlt das ganze Jahr nicht wegen Krankheit. Die anfälligen Kinder erkranken meist bereits in der Eingewöhnungszeit nach Aufnahme in die Krippe. Deshalb sollte der ärztlichen Untersuchung der Kinder vor der Aufnahme und ihrer allmählichen Anpassung an das Krippenleben große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Besonders empfindlich gegen Umweltwechsel sind Kinder im Alter von etwa 9 bis 18 Lebensmonaten. Deshalb sollte die Aufnahme in eine Krippe am besten im 1. Lebenshalbjahr oder erst in der 2. Hälfte des 2. Lebensjahres erfolgen. Entwicklungsunterschiede in Abhängigkeit vom Typ der Einrichtung. Untersucht man heute die Entwicklung von Kindern in Krippen und Heimen, so zeigen sich Unterschiede in Abhängigkeit von dem Typ der Einrichtung. Am günstigsten entwickeln sich die Kinder, die in Tageskrippen betreut werden. Die hier betreuten Kinderzeigen in ihrem Wachstum im allgemeinen keinen Unterschied zu den in der Familie aufwachsenden. Lediglich bei Kindern in Wochenkrippen findet man einen geringfügigen Rückstand von Größe und Gewicht; dabei spielt eine Vielzahl von Faktoren aus dem Familienmilieu offenbar mit eine Rolle.

Die pädagogische Arbeit der Kinderkrippen
Seit einigen Jahren haben die Kinderkrippen der DDR ihre Arbeit qualifiziert und die pflegerische Arbeit planmäßig mit der pädagogischen Arbeit verbunden. Die Erzieherinnen stützen sich dabei auf die Prinzipien und Materialien, die im Buch „Die pädagogischen Aufgaben und die Arbeitsweise der Krippen“ (Herausgeber E.Schmidt-Kolmer) niedergelegt sind. Als erste Stufe des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems haben die Krippen die Aufgabe, die Selbständigkeit der Kinder unter 3 Jahren zu entwickeln und sie zum Leben in der Kindergemeinschaft zu befähigen. Dabei gilt es vor allem, das Spiel des Kindes zu entwickeln, weil es sich im Spiel die menschlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verfahrensweisen im Umgang mit den Gebrauchsgegenständen aneignet und im Spiel nachgestaltet, was es in der sozialen Kommunikation mit den Erwachsenen erlebt.

Die pädagogische Arbeit in den Krippen wird während des ganzen Tagesablaufs der Kinder mit pflegerischen Aufgaben der Krippenerzieherinnen verbunden. In systematisch aufgebauten und vorgeplanten Beschäftigungen werden die Kinder in neuen Aufgaben unterwiesen. Die pädagogische Arbeit ist untergliedert nach Sachgebieten – Erziehung zur Selbstbedienung (selbständiges Essen, Trinken, Körperpflege, An- und Ausziehen usw.), Körpererziehung, Bekanntmachen mit der Umwelt, Spracherziehung, Befähigung zum Spiel, musische Erziehung (Musikerziehung und bildnerische Tätigkeit}. Für jedes Sachgebiet wurden Aufgabenfolgen ausgearbeitet, die es der Krippenerzieherin ermöglichen, die zu erreichenden Teilziele und Teilschritte in entsprechender Aufeinanderfolge aufzubauen und zu lösen.
Kinderkrippe
Die Einführung der systematischen ganztägigen pflege-erzieherischen Arbeit hat sehr günstige Auswirkungen auf die durchschnittliche Entwicklung der Krippenkinder gehabt. Untersuchungen von Zwiener und Mitarbeitern seit 1971 haben gezeigt, daß die zehn oder fünfzehn Jahre früher festgestellten mittleren Rückstände der Kinder aus Krippen im Vergleich zu den zu Hause aufwachsenden heute fast gar verschwunden sind. Es gibt im Gegenteil eine Reihe von Entwicklungsmerkmaien, in denen die Kinder aus Krippen beim Übergang in den Kindergarten den aus dem Elternhaus kommenden voraus sind.

Nur bei den Kindern, die in Wochenkrippen betreut werden, gibt es noch Entwicklungsrückstände. Hier muß man aber berücksichtigen, daß gerade in die Wochenkrippen bevorzugt Kinder alleinstehender oder kinderreicher Mütter aufgenommen werden. In diesen Familien kann das Kind oft nicht so gefördert werden, wie das Kind in der vollständigen Familie, das mit 1-2 Geschwistern oder als Einzelkind aufwachsen. Deshalb müssen noch Mittel und Wege gefunden werden, um die Förderung der Kinder in den Wochenkrippen und in ihren Familien wirkungsvoller zu gestalten.

Der Arzt in der Kindereinrichtung muß dafür sorgen, daß der pflegerisch-erzieherische Prozeß den entwicklungsspezifischen Bedürfnissen der Kinder entspricht. Er muß die Wirksamkeit der pädagogischen Maßnahmen an ihrem Ergebnis anhand der durchschnittlichen körperlichen und psychischen Entwicklung, kontrollieren.
Kindergarten
Ein moderner Kindergarten in Berlin (DDR)

Quelle:
Kleine Enzyklopädie Das Kind, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig, 1978, S.103-106.

Nachtrag:
Die Bereitstellung eines Kindergarten- bzw. Kinderkrippenplatzes war in der DDR generell kostenfrei. Alleinstehende werktätige Mütter, die nach dem Wochenurlaub von der Arbeit freigestellt wurden, weil für ihrem Kind kein Krippenplatz zur Verfügung gestellt werden konnte, erhielten für die Dauer dieser Freistellung von der Sozialversicherung eine monatliche Unterstützung in Höhe des Krankengeldes, auf das sie bei eigener Arbeitsunfähigkeit ab 7.Woche der Arbeitsunfähigkeit im Kalenderjahr Anspruch hatten. Sie betrug bei bisheriger Vollbeschäftigung für Mütter mit 1 Kind mindestens 250 Mark, mit 2 Kindern mindestens 300 Mark, mit 3 und mehr Kindern mindestens 350 Mark. Bei Teilbeschäftigung galten die Mindestbeträge anteilig. Dazu muß man sagen, daß das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters bzw. einer Arbeiterin in der DDR etwa zwischen 450 und 1300 M im Monat betrug. (Das ist natürlich nicht mit heutigen Zahlen vergleichbar, da die Lebenshaltungskosten wesentlich niedriger lagen als heute.) Es gab gleichen Lohn für gleiche Arbeit – für Mann und Frau. Und es herrschte Vollbeschäftigung, d.h. in der DDR hatte jeder eine Arbeit. Arbeitslosigkeit gab es nicht. So waren Kinder niemals ein soziales Risiko für die Familie. Im Jahre 1989 gab es allein in der Hauptstadt der DDR, Berlin, 697 Kindergärten (davon 119 betriebliche), und über 95% aller Kinder besuchten damals einen Kindergarten bzw. eine Kinderkrippe.

Und noch etwas: die DDR war deswegen nicht pleite, wie verlogene bürgerliche Autoren behaupten. (siehe hier: Der Sozialismus war und ist lebensfähig!)

Siehe auch:
Leben in der DDR – Lebensweise und Familie
Sozialpolitik in der DDR
Die berufstätige Frau und Mutter in der DDR
Familie in der DDR

Ein Postskriptum:
Der Sozialismus war ein fortschrittliches Gesellschaftssystem. Nicht nur in puncto Kindererziehung. Das mußte sogar die Zeit konstatieren, die schrieb: „Von klein auf sollten die Kinder sich für die Gesellschaft engagieren. Lebensfroh waren sie trotzdem.“ (Zeit-online, 28.07.2006) siehe: http://www.zeit.de/online/2006/31/kindergarten-konzepte-ddr
…auch wenn die sozialistische Erziehung keine „Doktrin“ war, sondern ein wissenschaftlich durchdachtes, kindgerechtes System zur Entwicklung gebildeter, sozialistischer Persönlichkeiten. Und damit hier nicht der Eindruck der Schönfärberei entsteht: man schaue sich nur die Videos aus den endachtziger Jahren an – der Verfall ist mehr als tragisch! Bei allem historischen Fortschritt, den wir damals erreicht hatten…

11 Gedanken zu “Kinderkrippen in der DDR

  1. Lieber Norbert –
    danke für diesen Beitrag – ich kann ihn aufgrund eigener Erfahrungen nur bekräftigen.
    Meine beiden Kinder haben den Kindergarten sehr gern besucht und es war nicht nur eine bloße Unterbringungsstätte!
    Die Kinder wurden auf das Leben in der Gemeinschaft (was aus meiner Sicht sehr wichtig ist) vorbereitet, ihnen wurden bereits hier soziale und moralische Werte vermittelt und sie wurden auch sehr erfolgreich für den bevorstehenden Schulbesuch befähigt.
    Mir war es unter diesen so hervorragenden Umständen möglich, mich jederzeit und frei von Sorgen um meine Kinder auf meine Berufstätigkeit und das Studium zu konzentrieren.
    Ich habe das mal während meiner letzten Tätigkeit jungen Frauen von Heute im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme geschildert: Sie haben mich angestaunt, als wenn ich von einem anderen Stern komme!!!
    Ja, diese Vorzüge konnte jede Frau in der DDR genießen und jede Mutter konnte unter diesen Vorzeichen ihren beruflichen und bildungsmäßigen Weg erfolgreich bestreiten.

    Herzliche Grüße und noch einen schönen Abend!

    Gefällt mir

  2. Vor knapp 10 Jahren hatte Zsuzsanna Clark einen leicht nostalgischen aber sehr interessanten Kommentar im Guardian, in dem sie über ihre Kindheit und Jugend im Ungarn der 60er und 70er Jahre berichtete …

    Goulash and solidarity:
    http://www.guardian.co.uk/comment/story/0,,824560,00.html

    … der Text hat zwar nichts mit den Kinderkrippen in der DDR zu tun, gehört aber sicher in den weiteren Zusammenhang, denn er geht auf die grundlegenden Unterschiede der Jugendpolitik zwischen Ost und West ein. Mir gefällt besonders, wie sie ihre persönlichen Erfahrungen bei den Jungen Pionieren schildert und diese mit ihren Beobachtungen im heutigen England vergleicht. Deprimierend ist ihre Aufzählung all der Errungenschaften, auf die die Ungarn seit 1989 verzichten müssen. Weniger gefällt mir allerdings, daß sie alle diese Errungenschaften der Abweichung „Gulasch Kommunismus“ zuschreibt, ohne zu erwähnen, daß es den ohne die Befreiung durch die Rote Armee nie gegeben hätte. Insgesamt ist der Artikel aber eine sehr lesenswerte Lektüre (leider in Englisch).

    Gefällt mir

  3. Danke, Lumpy Gravy, für den Kommentar!
    Am unverfälschtesten sind wohl die Erinnerungen der Kinder und Jugendlichen. Sie wußten, daß im Sozialismus ein besseres Leben möglich ist. Was die Entartungen und Abweichungen vom Marxismus-Leninismus betrifft, so muß man die Ursachen wiederum im XX.Parteitag der KPdSU suchen, in dessen Gefolge sich auch in Ungarn die Konterrevolution ausbreitete. „Immer noch schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. – Dem Erschlagenen entstellt der Schläger die Züge. – Aus der Welt geht der Schwächere – Und zurück bleibt die Lüge.“ (Bertolt Brecht: Verhör des Lukullus)

    P.S. Zu den Hintergründe des konterrevolutionären Putsches in Ungarn schreibt Kurt Gossweiler: „Die Bemerkung über die Notwendigkeit der Ergänzung der militärischen Aktion (CSSR, Ungarn usw., N.G.) durch die volle Aufdeckung der Machenschaften der Dubcek und Co. war mir besonders wichtig, weil die Liquidierung der konterrevolutionären Vorstöße in der DDR 1953, vor allem aber in Ungarn 1958 und Polen, der Bevölkerung, weil es bei der militärischen Aktion blieb, lediglich als militärische Niederschlagung eine Volksbewegung erschien und erscheinen mußte, solange nicht die Hintergründe und die Hintermänner dieser Versuche zur Restauration des Kapitalismus in aller Öffentlichkeit und Gründlichkeit bloßgelegt und beim Namen genannt wurden. Das hat 1956 Chruschtschow verhindert, indem er die Initiatoren dieser Verstöße, Kádár in Ungarn und Gomulka in Polen, auch nach der militärischen Liquidierung der Konterrevolution in Ungarn gegen die Forderungen, sie zur Rechenschaft zu ziehen, in Schutz nahm und ihnen das Überleben an der Parteispitze ermöglichte.“ (Gossweiler, Taubenfußchronik, Bd.2, S. 481)

    Gefällt mir

  4. Prinzipiell möchte ich den Vorzug der damaligen Kinderbetreuung nicht schlechtreden. Jedoch stehen die Erziehungsziele im krassen Widerspruch zu allen , mir aus der Erziehungswissenschaft bekannten Grundsätze. Ich wünschte mir die Betreuungsmöglichkeiten der DDR , jedoch mit einem Leitbild welches beispielsweise Immanuel Kants Thesen stärker berücksichtigt. LG Uta

    Gefällt mir

  5. Hallo Glückskind71, den zweiten Satz verstehe ich nicht so richtig: wann? heute oder damals? Die DDR-Erziehungswissenschaft hatte erstmals in der Geschichte auf wissenschaftliche Weise all die Erfahrungen fortschrittlicher Pädagogen in Pädagogik und Didaktik eingearbeitet. Und natürlich ist I.Kant (Aufklärung… „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigket“) vor allem in die marxist.-leninist. Philosphie eingeflossen. Aber nehmen wir z.B Diensterwegs religiös geprägte Ansichten, so ist das ja nur teilweise von Nutzen…

    Gefällt mir

  6. ich muss viel zeit und energie in eine psychotherapie investieren weil der anpassungsdruck im kinderkollektiv und die fruehe trennung von den eltern in krippen sich bei mir in traumata manifestiert. die apathie meiner altersgenossen in meiner heimatstadt im osten, pol. desinteresse und kulturelle verarmung fuehre ich auf die entinidividualisierende krippen – und kindergartenerziehung zurueck. ich hatte und habe kein interesse an einer sozialistischen persoenlichkeit.

    Gefällt mir

  7. Das ist zwar sehr traurig für Sie. Aber ich glaube Ihnen das nicht, was Sie uns hier erzählen wollen! Wenn ich nicht die DDR kennen würde, dann würde ich auch nicht behaupten, daß Sie lügen! Aber da ich in der DDR aufgewachsen bin, behaupte ich das…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s