Lernen macht klug!

Aber was soll man lernen? Was ist wichtig im Leben und was nicht? Viel zu oft werden heute die Köpfe junger Menschen in der Schule und beim Studium mit unnötigem Wissen vernebelt. Und in der Freizeit flimmern täglich sinnlose Figuren wie Sponge Bob und Shrek, Unterhaltungsformate wie DSDS oder bedeutungslose Talk-Sendungen über die Bildschirme, plärren irgendwelche Songs aus amerikanischen Hitparaden aus den Radios, geistern wertlose Unterhaltungsfilme aus Hollywood á la Starwars über die Leinwand, werden auf Mobiltelefonen und im Internet massenhaft zeitvergeudende Spielchen gespielt – eine schier endlose Liste, die nur ablenkt von den wesentlichen Dingen des Lebens. Vor allem vom Klassenkampf! Einen nicht geringen Anteil daran hat auch die Religion. Bertolt Brecht gab darauf die folgende Antwort [1]:

LOB DES LERNENS
Lernen
(Bertolt Brecht, Lob des Lernens,
in: Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin, S.205)

In einem pädagogischen Lehrbuch steht dazu folgendes:
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hat W.I.Lenin darauf hingewiesen, welche Bedeutung das Wissen (знание) für die Arbeiter hat. Er entlarvte die Selbstherrschaft, welche fürchtete, daß die Arbeitermassen zu viel Wissen erwerben, als den ärgsten Feind der Bildung. „Arbeiter! Ihr seht, wie sehr sich unsere Minister vor der Verbindung des Wissens mit mit den arbeitenden Menschen fürchten! Zeigt doch allen, daß es keine Macht vermag, den Arbeitern ihr Bewußtsein zu nehmen! Ohne Wissen sind die Arbeiter wehrlos, mit Wissen sind sie eine Macht!“ (Lenin, Werke, Band II, 4.Auflage, S.76, russ.) Der Kampf um das Wissen, der Kampf um Bildung sind ein wesentlicher Bestandteil des allgemeinen Kampfes, den die Arbeiterklasse gegen die Ausbeuter führt…

Die großen Führer der Werktätigen, W.I.Lenin und J.W.Stalin, lehren, daß es die Trennung der Bildung und Kultur von der Politik und dem politischen Kampf unmöglich macht, durch einzelne kulturelle Maßnahmen den in der Ausbeutergesellschaft bestehenden Zustand zu ändern, weil die Rückständigkeit und Unkultur eine Folge der Unterdrückung durch Gutsbesitzer und Kapitalisten sind. Um eine neue Gesellschaft aufzubauen, die auf der bewußten Tätigkeit der Menschen beruht, ist eine hohe Kultur notwendig, die durch eine kulturelle Revolution erreicht werden muß. Um aber die kulturelle Revolution entfalten zu können, um eine neue Kultur aufzubauen, muß die Arbeiterklasse die politsche Macht ergreifen. Ohne die Eroberung der politischen Macht ist die Durchführung der Kulturrevolution unmöglich. Sie ist das Ergebnis des Sieges der proletarischen sozialistischen Revolution und kann ihr nicht vorausgehen.

Quelle:
B.P.Jessipow/K.G.Gontscharow, Pädagogik – Lehrbuch für pädagogische Lehranstalten,
Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1953, S.6-7.

Anmerkung:
Im Jahre 1899 schrieb Lenin einen Artikel über „Die rückwärtsgewandte Ausrichtung der russischen Sozialdemokratie“, der erstmals 1924 in der Zeitschrift „Proletarische Revolution“ (№ 8-9) veröffentlicht wurde:

„Während die gebildete Gesellschaft das Interesse für die ehrliche, die nicht-offizielle Literatur verliert, wächst unter den Arbeitern das leidenschaftliche Streben nach Wissen und zum Sozialismus, unter den Arbeitern heben sich jene wirklichen Helden heraus, die — ungeachtet ihrer häßlichen Lebenslage, ungeachtet der verblödenden Zwangsarbeit in der Fabrik — in sich soviel Charakter und Willenskraft finden, um zu lernen, zu lernen und zu lernen – und sich zu bewußten Sozialdemokraten, zu einer ‚Arbeiterintelligenz’ zu entwickeln.“ (W.I.Lenin, Gesamtausgabe, 5.Aufl., Moskau, 1970, Bd.IV, S.269, russ.)

Siehe auch:
Wohin mit der Informationsflut?
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit
oder auch dies hier: Wissen ist Macht – sagt Lenin?

3 Gedanken zu “Lernen macht klug!

  1. Lieber Norbert,
    erneut großen Dank für Deinen Denkanstoß mit Deinem Beitrag!
    Mir selbst sind zeitlebens die Worte – Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, sobald du aufhörst, treibst du zurück. – Motivation und Begleiter geblieben!
    Ich konnte die schulische Entwicklung meiner Kinder und Enkelkinder in diesem heutigen Staate hautnah miterleben und kann aufgrund dieser Erfahrungen nur eindeutig festellen: Ich bin froh und glücklich, daß ich meinen Wissensdurst, mein Bildungsbestreben unter anderen gesellschaftlichen Vorzeichen stillen konnte!!!
    Das Gedicht von Brecht finde ich an dieser Stelle großartig – man müßte es in die Herzen und Hirne der Menschen einhämmern, damit es auch der Letzte kapiert!!!

    Dir noch einen schönen Tag und herzliche Grüße!

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  2. Vielen Dank für das Lob! Jetzt habe ich auch das Leninzitat noch gefunden: W.I.Lenin, Werke, Bd.4, Dietz Verlag Berlin, 1955, S.275. Stimmt! Das Einfachste wird oft nicht begriffen! Herzliche Grüße! Norbert.

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