Leben in der DDR – Lebensweise und Familie

Oft wird die Frage gestellt: Was war eigentlich so anders im Leben der DDR-Bürger? Wie war der Alltag in der Familie? Und warum erinnern sich die meisten, die die DDR noch erlebt haben, trotz aller Probleme so gerne an dieses Land? Wie frei waren eigentlich die Bürger dieses Landes? Und – konnte man offen seine Meinung sagen?*

Es ist die Frage der neuen Lebensweise unter den Bedingungen des sozialistischen Aufbaus, der grundlegend anderen Beziehungen, die den Umgang der Menschen untereinander prägten. Natürlich gab es – wie überall, wo Menschen miteinander umgehen – auch Egoismus, Neid, Herzlosigkeit und andere menschliche Schwächen. Es gab Bevormundung und es gab Unterdrückung. Aber es gab eben auch unvergleichliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für alle Kinder des Volkes. Es gab soziale Sicherheit und Geborgenheit, ein hervorragendes Bildungswesen und kostenlose medizinische Betreuung. Es gab den Schutz von Mutter und Kind, die Fürsorge im Alter. Und vor allem – es gab das Recht auf einen Arbeitsplatz. Arbeitslosigkeit war in der DDR ein Fremdwort.
Hier also nun etwas über die sozialistische Lebensweise:

Sozialistische Lebensweise und Familie

In der sozialistischen Gesellschaft entstehen neue Bedingungen für die Entwicklung der Persönlichkeit des Menschen, für die Gestaltung seines persönlichen Lebens und der Familie. „Die Ausprägung der sozialistischen Lebensweise bestimmt auch die Gestaltung von Ehe- und Familienbeziehungen, die sich auf Liebe und gegenseitige Achtung, Verständnis und gegenseitige Hilfe im Alltag und die gemeinsame Verantwortung für die Kinder gründen.“ [1]

Diese Orientierung bringt zum Ausdruck, daß die Familie in ihrem Inhalt und ihrer Funktion von den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen geprägt wird. Erst in der sozialistischen Gesellschaft befinden sich die Grundinteressen der Familie mit denen der Gesellschaft in Übereinstimmung. Sicherung des Friedens, umfassende soziale Sicherheit, das Glück der Menschen und die ständige Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Talente sind grundlegende Ziele und Aufgaben der sozialistischen Gesellschaft, die zugleich der Entwicklung und Festigung der Familie voll entsprechen. „Die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Deutschen Demokratischen Republik sind die feste Grundlage für die sozial gesicherte Existenz der Familie. Mit dem Aufbau des Sozialismus entstanden gesellschaftliche Bedingungen, die dazu führen, die Familienbeziehungen von den Entstellungen und Verzerrungen zu befreien, die durch die Ausbeutung des Menschen, die gesellschaftliche und rechtliche Herabsetzung der Frau, durch materielle Unsicherheit und andere Erscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft bedingt waren.“ [2]
Soziale Fürsorge
Im Prozeß der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft sind die Familien maßgeblich an der Festigung des Bildungs- und Kulturniveaus der Familienangehörigen beteiligt; sie tragen große Verantwortung für eine gesunde Lebensführung, für eine sinnvolle Gestaltung der Freizeit. Von dem Milieu in der Familie gehen starke Impulse für die Persönlichkeitsentwicklung aus. Stabile Familien sind für die Verwirklichung sozialer Sicherheit und Geborgenheit unersetzbar, wie die soziale Sicherheit und Geborgenheit im Sozialismus eine wesentliche Grundlage dafür ist, daß sich die Familien dauerhaft und harmonisch entwickeln können. Welche prinzipielle Bedeutung soziale Sicherheit und Geborgenheit für die Entwicklung stabiler Familienbeziehungen besitzt, wird allein an solchen Tatsachen sichtbar, daß die Familie in der sozialistischen Gesellschaft weder den Druck der Arbeitslosigkeit, noch die Angst arbeitslos zu werden, noch Mietwucher, Inflation und die Sorge, für die Kinder eine gesicherte Berufsausbildung zu finden, kennt. Der Sozialismus hat im Verlaufe seiner geschichtlichen Entwicklung die Familienbeziehungen von diesen traditionellen Gebrechen der kapitalistischen Gesellschaft für immer befreit. Das bedeutet allerdings nicht, daß die Herausbildung und Festigung eines neuen Typs der Familie unkompliziert, konfliktlos oder reibungslos verläuft.

In der sozialistischen Gesellschaft ist die Familie eine auf der Gleichberechtigung von Mann und Frau beruhende Gemeinschaft. Diese Gleichberechtigung der Geschlechter beruht auf der Verwirklichung neuer sozialer Verhältnisse. Natürlich werden auch im Kapitalismus Hunderttausende Familien gegründet mit dem Ziel, die Beziehungen zwischen Mann und Frau nach hohen moralischen Werten zu gestalten, die Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen. Dennoch trifft dieses subjektiv ehrliche Bemühen der Ehepartner immer wieder auf gesellschaftliche Schranken: auf das Privateigentum an den Produktionsmitteln und die darauf beruhenden Klassengegensätze, die die Familienbeziehungen mit sozialer Unsicherheit, Existenzangst vor dem morgigen Tag belasten; Standesvorurteile bewirken vielfach eine Erniedrigung der Ehefrau, und die Ehe wird zu einer „finanziellen Versorgungseinrichtung“. In der sozialistischen Gesellschaft verlieren Eigentums- und Standesinteressen, lebensfremde Tabus und überkommene Vorurteile nach und nach ihre Gültigkeit für die Gründung einer Ehe und Familie. Für die Ehe bleibt dann, wie Engels schrieb, „… kein andres Motiv mehr als die gegenseitige Zuneigung“ [3]. Die Liebe zwischen Mann und Frau kann so zum entscheidenden Motiv für die Gründung einer Ehe und Familie werden.
Hochzeit
Neue Familienbeziehungen entwickeln sich nicht unabhängig von den praktischen gesellschaftlichen Aufgaben. Berufstätigkeit und die berufliche Entwicklung, gesellschaftliche Arbeit und Qualifizierung, die Erziehung der Kinder zu hoher Allgemeinbildung und zu solchen täglichen Verhaltensweisen im Leben wie Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Achtung vor dem Alter stellen große Anforderungen an beide Ehepartner, an ihre gegenseitigen Beziehungen. Verantwortungsbewußte Erfüllung der Erziehungspflicht, das eigene Vorbild, die übereinstimmende Haltung der Eltern gegenüber den Kindern haben für ein harmonisches Familienleben, für die Erziehung der Kinder unersetzbare Bedeutung, Die Familie erfüllt mit der Erziehung der Kinder zu bewußten sozialistischen Staatsbürgern, mit der Herausbildung und Festigung solcher Familienbeziehungen, die die Verbundenheit zwischen sozialistischer Gesellschaft und Familie festigen, mit der Schaffung eines inhaltsreichen und kulturvollen Lebens in der Familie, das sich nachhaltig günstig auf die Haltung der Familienmitglieder in der Arbeit, im Lernprozeß, in der Gesellschaft überhaupt auswirkt, eine bedeutsame staatsbürgerliche Aufgabe und Verantwortung.

Allerdings vollziehen sich die Herausbildung und Festigung solcher Familien und Familienbeziehungen nicht losgelöst von den Problemen des Alltags. Gleichgültigkeit und Routine bei der Gestaltung des Familienlebens, überholte Anschauungen und Lebensgewohnheiten und auch oberflächliche Maßstäbe bei der Wahl des Ehepartners erschweren die Entwicklung harmonischer Familienbeziehungen oder führen dazu, daß Ehen geschieden werden müssen. Im Familiengesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik wird deshalb die Forderung erhoben, daß sich die künftigen Ehepartner ernsthaft prüfen, ob sie von ihrem Charakter, Interessen, ihrer Gesinnung sowie den gesamten Lebensumständen her die Voraussetzung haben, eine Ehe und Familie zu gründen. Die Verwirklichung dieser Forderung ist wesentlich davon abhängig, inwieweit vor allem junge Menschen ernsthaft prüfen, ob sie diesen Maßstäben in ihrem täglichen Leben auch entsprechen wollen. In der DDR stehen der Zahl der Eheschließungen eine Zahl von Scheidungen in Höhe von etwa 25 Prozent gegenüber (ca. 40.000). Das ist eine beachtliche Zahl, die widersprüchliche Entwicklungsprobleme widerspiegelt und eine verantwortungsvolle, differenzierte Wertung erfordert. Hier zeigen sich Probleme, die unmittelbar mit dem Zusammenleben der Ehepartner verbunden sind und die von ihnen nicht gemeinsam gelöst werden konnten. Das kann zu große Charakterunterschiede, illusionäre Erwartungen betreffen oder die Pflege und Erziehung der Kinder, das Berufsleben der Ehepartner und die sexuellen Beziehungen. Diese Zahl bringt aber auch zum Ausdruck, daß in der sozialistischen Gesellschaft weder die Frau noch der Mann aus Gründen überholter Vorurteile eine Ehe aufrechterhalten müssen, wenn Liebe, gegenseitige Achtung und Verständnis nicht mehr gegeben sind. Die soziale Sicherheit in der sozialistischen Gesellschaft verhindert weitgehend, daß Mann oder Frau eine sinnlos gewordene Ehe gewissermaßen für ihr ganzes Leben „erdulden“ müssen.

Diese und ähnliche Probleme verdeutlichen, daß der Bestand einer Ehe von vielen Bedingungen abhängig ist. Die bewußte Verwirklichung der Gleichberechtigung der Ehepartner, die gleichberechtigte Wahrnehmung der Pflichten für die Pflege und Erziehung der Kinder, für den Haushalt usw. sind entscheidende Voraussetzungen für stabile und harmonische Familienbeziehungen, für die Lösung von auftretenden Konflikten im Ehe- und Familienleben.

Die Entwicklung und Festigung neuer Familienbeziehungen ist ein historischer Prozeß, der an alle Familienmitglieder hohe Anforderungen stellt. Vielfältige Probleme sind zu losen, besonders dann, wenn Mann und Frau berufstätig sind. Viele Ehepartner erlernen neue Berufe, übernehmen höhere gesellschaftliche Verantwortung, verändern ihre soziale Stellung und sind mitunter aus beruflichen Gründen für längere Zeit nicht zu Hause. Gegenseitiges Verständnis, Taktgefühl sowie die Bereitschaft, solche Probleme auch im Interesse der Familie zu lösen, sind Eigenschaften, die zur Behebung von Konflikten beitragen bzw. sie verhindern. Die im Berufsleben, im Arbeitskollektiv gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Lösung von Widersprüchen sind dabei eine wertvolle Unterstützung, um die Beziehungen in der Familie zu festigen. Gleichzeitig gehen große Einflüsse vom Familienleben auf die Gesellschaft, auf das Verhalten der Familienmitglieder im Arbeitsprozeß, im Kinder- und Lernkollektiv oder in anderen Gemeinschaften aus.
Nationaleinkommen
Nationaleinkommen und Investitionen

Die sozialistische Gesellschaft hat durch die umfassende soziale Sicherheit und Geborgenheit solche Voraussetzungen geschaffen, daß ein inhaltsreiches und harmonisches Familienleben ermöglicht wird. Die soziale Sicherheit und Geborgenheit gibt auch der Ehe und Familie eine sichere Perspektive. Sie zu nutzen, liegt in der Verantwortung jedes einzelnen.

Zitate:
[1] Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, S.55.
[2] Familiengesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik mit wichtigen Nebengesetzen, Berlin 1970, S.19.
[3] F.Engels: Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. In: Marx/Engels: Werke, Bd.21, S.82.

Quelle:
Autorenkollektiv, Wissenschaftlicher Kommunismus, VEB Verlag Deutscher Wissenschaften, Berlin 1985, S.410-413.

Lies auch:
Benjamin fragt: „Was denkst du über die DDR? Und was sagst Du zu Stalin?“
Gab es eigentlich einen Sozialismus in der DDR? (hier sind auch ein paar Bilder)
Kinderkrippen in der DDR
Ein kinderfreundliches Land
Die Sozialpolitik der DDR
Das Gesundheitswesen in der DDR
Die beruftätige Frau und Mutter in der DDR
Wohnungspolitik in der DDR
Die Familie in der DDR
Kurt Gossweiler: Über die DDR
Clara Zetkin: Über Frauenarbeit
Die DDR war ein Rechtsstaat.
Und wer Lust hat zum Weiterlesen: http://www.spurensicherung.org

*Ein kleiner Nachtrag zu den Fragen:
Ja, wir waren frei und wir konnten offen unsere Meinung sagen, auch im Staatsbürgerkunde-Unterricht, im Betrieb oder in der Kneipe. Niemand wurde dafür inhaftiert, weil er eine andere Meinung hatte. Auch wer andere Ansichten hatte, durfte bspw. studieren (wie die heutige Kandesbunzlerin). Wer allerdings offen oder versteckt gegen die DDR konspirierte, wer im Betrieb sabotierte, wer klaute oder betrog, der wurde auch in der DDR strafrechtlich verfolgt. Denn es war das Recht des Volkes, das Volkseigentum zu schützen und den Staat zu verteidigen. Auch in den Haftanstalten galten die Gesetze. Es gab keine Folter und keine Rechtsbeugung. Die Richter und Anwälte, Lehrer und Offiziere kamen meist aus der Arbeiterklasse. Allein durch die fleißige Arbeit der Werktätigen in der DDR und durch das wachsende Nationaleinkommen waren diese umfangreichen sozialpolitischen Maßnahmen möglich. (–> Kommentar „puschkin“)

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Und was waren denn nun die Fehler in der DDR?
Wenn Friedrich Wolff mit seinem Beitrag in ossietzky 11/2012 die „wahren Fehler“ der DDR zu erkennen vermeint, so ist ihm doch in einigen Punkten zu widersprechen. Nicht nur, daß er Erscheinungen für das Wesen nimmt („DDR-Politiker hielten nichts von Psychologie“), er fügt seinen Behauptungen auch noch weitere Unsinnigkeiten hinzu („Glaubwürdig war nur der Westen. Dort gab es Meinungsstreit.“) – Diese Art von „Argumentation“ ist wirklich ein bißchen billig. Ganz so einfach kann man es sich doch nicht machen…
Dazu schreibt E.Rasmus:
„Eine Antwort auf Friedrich Wolff“

9 Gedanken zu “Leben in der DDR – Lebensweise und Familie

  1. Hallo Genosse Norbert,

    Es ist den Menschen eigen die eigene Jugendzeit, die eigene Vergangenheit zu idealisieren.
    Trotzdem: unsere selbsterlebte, selbst mitgemachte DDR-Lebensweise, das kann uns keiner, auch keine BRD-Diktatur, wegnehmen.
    Auch wenn ich meine Jugend in Frankfurt (Oder) verbracht habe, möchte ich es mit diesen zwei Links illustrieren:

    http://www.youtube.com/watch?v=-0a22YU-DeQ&feature=related Dresden 60er Jahre

    http://www.youtube.com/watch?v=cW8mvupM470 „Das darf doch nicht wahr sein“ 1968

    Mit sozialistischen Gruß,
    Nadja

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  2. Da hast Du recht, liebe Nadja! Am besten sieht man das natürlich in den Dokumentarfilmen, Spielfilmen oder sowas wie Polizeiruf 110 aus der DDR. Es gibt eine große Nachfrage nach privaten Erlebnissen, weil diejenigen, die den Sozialismus nicht erlebt haben, die Lügen über unsere Heimat nicht mehr glauben wollen…

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  3. Lieber Norbert,
    großen Dank für Deinen Beitrag!
    Ja, was war anders in unserem Leben in der DDR???
    Gänzlich anders war:
    * Für jeden jungen Menschen hatte das Wort Zukunft tatsächlich noch Inhalt und Gesicht!
    * Bildung, Freizeitaktivitäten, Feriengestaltung hingen nicht vom Geldbeutel der Eltern ab!
    * Es gab keine Obdachlosen und keine Bettler!
    * Jeder hatte einen gesicherten Arbeitsplatz!
    * Keiner brauchte überlegen, ob er noch das nötige Geld für einen erforderlichen Arztbesuch hat!
    * Ich mußte mich nicht in der Ungewißheit wiegen, ob meine Kinder noch gesund und munter aus der Schule heimkehren – ich mußte keinen anderen Menschen einbeziehen, der meine Kinder sicher zur Schule bringt!
    * Ich konnte noch zu später Stunde völlig unbedarft und quietschvergnügt durch die Straßen spazieren, ohne irgendeinen Schaden zu erleiden!
    * Als Frau war ich von keinem Manne finanziell abhängig!
    * Ich konnte mich frei entfalten, konnte mich einmischen, konnte etwas bewegen!
    * Ich konnte ganz ich sein und mein Leben sinnerfüllt leben und gestalten!
    * Das Leben der Menschen war vom Miteinander geprägt – im Bereich der Arbeit, im Wohngebiet – im Grunde überall!
    * Ich konnte meinen Kindern eine sorgenfreie Kindheit und Jugendzeit garantieren und bieten!
    * Das Leben insgesamt war nicht von dieser Ichbezogenheit geprägt – es hielt an wertvollen moralischen und sozialen Grundsätzen fest!
    Sicher habe ich noch Vieles vergessen, aber diese Momente des Rückblickens entspringen keiner bloßen Euphorie – sie sind und bleiben für mich Aspekte der absoluten Wahrheit, die mir niemand nehmen kann! Ich habe sie selbst gelebt und erlebt – an jedem einzelnen Tag! Und ich möchte nichts davon hergeben!!!

    Herzliche Grüße zu Dir!

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    1. Hallo – finde das alles ganz nett, wie ihr die DDR so erlebt habt. Es war wirklich ein Paradies aus dem die DDR-Bevölkerung vertrieben wurde. Es gab wirklich nichts auszusetzen, nicht wahr ? Aber mal ehrlich, glaubt ihr wirklich, was ihr da so schreibt ?
      Ich habe ebenfalls, zumindest für 27 Jahre in der DDR gelebt und werde heute immer noch oft gefragt, wie ich die „Wende“ und so weiter erlebt habe. Ich sage meistens, dass ich immer für ein Ende der DDR war, aber ein Vergleich vorher-nachher besser oder nicht, nicht richtig zulässig ist und ich sage aber auch, dass nicht alle 18 Mio Einwohner über das Ende der DDR glücklich waren, einmal schon aus dem Grunde, weil bei 18 Mio Menschen durchaus andere Meinungen existieren müssen und zweitens, dass es auch Menschen gibt, die prinzipiell den Sozialismus für das bessere System gehalten haben und es auch weiter tun. Nur ich bin halt anderer Meinung als ihr in diesem Blog mit den durchweg positiven, heißt, zustimmenden Kommentaren. Ich weiß nicht, ob ihr jemals eine Rentenabrechnung nach 40 Jahren Arbeit gesehen habt, also in der DDR ? Das von euch gelobte Gesundheitssystem mit 60 Mark Beitrag pro Arbeitendem – keine Ahnung, wo ihr gelebt habt und was ihr so toll daran gefunden habt. Ja, heute muss man dafür bezahlen. Und ? Und wie kommt ihr darauf, dass in der DDR der Geldbeutel keine Rolle gespielt hat ? Welche Jobs, oh sorry, Arbeit, hattet ihr denn ? Kennt ihr Leute, die mit 600 Mark nach Haus gegangen sind ? Ihr solltet euch mal fragen, ob ihr hier nicht einfach mal übertreibt .
      „Ich konnte mich frei entfalten, konnte mich einmischen, konnte etwas bewegen!“ – ja, aber nur solange wie ihr mit dem System und der Partei einverstanden gewesen seid. Ja, ihr konntet vielleicht etwas bewegen – was denn eigentlich? Aber frei bewegen durften wir uns nicht !
      “ Jeder hatte einen gesicherten Arbeitsplatz!“ – habt ihr euch mal gefragt warum das so war ?
      Nun hoffe ich mal, ihr seid mir nicht böse, dass ich etwas darüber denke. Und nebenbei, meine 27 Jahre gebe ich auch nicht her , einmal geht es nicht, zweitens war es auch eine Erfahrung und ich habe auch schöne Erinnerungen – aber nicht an SED und an FDJ.
      Euer Ronald

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  4. hallöchen sascha…
    will dich ja nicht ärgern oder kränken…

    wenn ich mir die tabellen 43 und 44 ansehe…
    dann werde ich an unseren geliebten führer A.H erinnert

    warum ?
    weil D E R bei eheschließung – ä h n l i c h – wie in der tabelle 43 jedem heiratswütigem dann 1.ooo.–RM als „“ ehestandsdarlehn „“ gab, was dann
    „“abgekindert „“ werden konnte…
    d. h.
    für jede lebendgeburt wurden 25o.- RM erlassen..
    du
    siehst…. mit dem tun in der kiste machten also auch die vorgänger „“ DRÜBEN „“ihre politischen geschäfte..

    dir ein FROHES PFINGSTEN
    und
    bitte ein büschen m e h r bringen..
    weils doch inhaltlich spass macht

    gruß jens -hugo von der ostsee

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  5. Mal als kommentar an Herrn Schierer (2ter über mir, und Monate später), betreffs Geldbeutel, na logisch hatten alle einen schmalen Geldbeutel, denn vieles war ja auch preiswert, damals konnte eine 4 Raum Wohnung 99 Ostmark kosten, ein Brötchen 5 pfennig…nun mal umrechnen auf den wucher von überall heute.
    Na egal. Ich bin kein Kommunist, bin aber auch in der DDR aufgewachsen. Achso, ein kritikpunkt: das meiste was auf diesem Blog geschrieben wird, wirkt sehr trocken und spielt meist in der vergangenheit (meist soweit zurück, das ich es zu DDR Zeiten in der Schule schon als alt und langweilig empfand).Ein paar sachen zur DDR. Im Nachhinein war der Grundgedanke sehr gut. Die Planwirtschaft hatte nicht ganz so funktioniert, die Fabriken waren später überall ziemlich runtergewirtschaftet und kaputt, ich war auf dem Bau und hab es überall gesehen. Ob das mit der Planwirtschaft zu tun hatte, wie es heute überall dargestellt wird, glaube ich weniger, es war nur alles nicht flexibel, sondern zu starr.
    In der Schule machten wir eher witze über Erich (keine Bösen), und am ende der DDR tat er mir schon etwas leid.
    Ich finde, er hatte aber schon lange vorher den kontakt zum Volk verloren,und seine Funktionäre hatten ihn zb. betreffs der Planwirtschaft sowieso Jahrelang belogen, denn alles wurde schöngeredet (übrigens wie heutzutage wieder). Irgendwo auf diesem Blog wird von „bösen kräften“ geschrieben, die in der DDR am Werk waren, dann war ich wohl einer davon: Ich war damals einer der sogenannten „Negativ Dekadenten (was für ein wort)Jugendlichen“. Von Erich Mielke wurden wir tatsächlich zu Staatsfeinden erklärt, was für ein Witz, denn wir waren Kinder der DDR und wollten zumindestens in Jugendjahren unsere persönliche Freiheit und spaß. Die Gängelei, bespitzelung,bei einigen Berlin verbote, überwachung wenn man sich anders kleidete nervte mich (nebenbei gesagt, ist es heute viel schlimmer!!). Wir bauten mal scheiße, taten aber niemanden etwas, bekamen aber den Hass der Normalbürger zu spüren. Mich ärgert heutzutage, das die heutigen Medien dieses Thema für sich ausschlachten, schließlich haben sie zur selben Zeit selber Oppositionelle Jugendliche usw. gehabt.Bitte an die eigene Nase fassen.
    Zeitsprung. Letztens hatte ich mich mit jemanden von damals unterhalten, wir waren derselben meinung, dass das was wir in der Schule über den Kapitalismus („freie Marktwirtschaft“) lernten, uns damals wenig bis gar nicht interessierte, es nervte (schließlich hatten wir soziale sicherheit, und kein Elend, allerdings etwas zuviel alles vorgeplant eben).Aber kurioserweise bestätigte es sich heute, das alles gestimmt hat, was man uns über über den Kapitalismus erzählte.Damals war es uns egal, das war weit weg, eine andere Welt. Im „Alter“ wird man sentimental,das mag sein, aber wenn ich mich heute mit vielen Leuten unterhalte, hört man heute immer öfter dass das Leben in der DDR zwar einfacher war,aber besser als dieses ganze Schlamassel was wir heute haben (gängelei in der DDR und Unrecht dort sollten allerdings trotzdem nicht vergessen werden)da wären u.a.: ESM Vertag, künstlich gemachte „Krisen“, das Grundgesetzverletzende Hartz IV system, eine endlode Kette des Elends.Übrigens war von Herrn Gauk als „Oppositioneller“ und anführer der kirchlichen Friedensbewegung nix zu sehen, er sprang erst am ende auf den fahrenden Zug auf, da war das Schiff schon so gut wie gesunken.
    Ich hoffe das sind auch einige geistige Bereicherungen für diesen Blog.In diesem sinne: „Seid bereit! immer bereit!“

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  6. Danke, Andy, für Deinen ausführlichen Kommentar. Hab‘ mich darüber gefreut, zumal Du genau das schreibst, was heute viele denken, die die DDR noch bewußt erlebt haben. Und es ist wichtig, darüber zu reden!

    Mag sein, daß uns damals der ganze Marxismus-Leninsmus etwas trocken vorkam. Das lag sicher auch daran, daß diejenigen, die die offiziellen Texte verfaßten, sich vom Volk entfernt hatten. Sie sprachen nicht mehr die einfache Sprache der Arbeiter (für die sie eigentlich hätten schreiben sollen). Sie saßen in ihren Instituten und Bezirksleitungen und hielten ab und zu Vorträge, die bald keinen mehr interessierten.

    Darauf hatte übrigens Stalin schon 1924 hingewiesen: „…wir können nur dann regieren, wenn wir das Bewußtsein des Volkes richtig zum Ausdruck bringen. Andernfalls wird die Kommunistische Partei nicht das Proletariat führen und das Proletariat nicht die Massen führen und die ganze Maschinerie wird zerfallen.“ (J. Stalin, Werke, Bd.6, S.279) So geschah es dann auch 1989. Natürlich nicht nur deswegen.

    Du hast in allem völlig recht. So sehe ich das auch. Die Lügengeschichten, die heute erfunden werden, sind sowieso nur billige „second-hand-Ware“ (die allerdings gut bezahlt wird!)

    Vorwärts, Pionier!

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