Oktoberflamme

SternOKTOBERFLAMME

Als Funke glomm sie in den finstren Nächten,
wenn Schneesturm wild um Schuschenskoje pfiff,
war Flammenschwur im Kreise der Gerechten
und Zornesglut, die heiß sie oft ergriff;
war Fackellicht in Lenins starken Händen,
vom Feuer seines Geistes hell entfacht;
sie flammte rot in immer neuen Bränden
im Grabesdunkel der zaristischen Nacht;
war Flammenblitz, der in Oktoberstürmen
grell aus den Salven der „Aurora“ schlug —
ist heute Leuchtturmlicht auf Kremltürmen
und Feuerschweif bei kühnem Sternenflug;
ist in den Augen aller Unterjochten
der Freiheit weithin leuchtendes Fanal,
ist jedem Volk, das sie noch nicht erfochten,
zum letzten Kampfe rufendes Signal;
ist Bannertuch auf allen Barrikaden.
wo hart das Neue mit dem Alten ringt;
ist Leitstern kommunistischer Brigaden
und Feuerstrom, der jeden Feind verschlingt;
ist Feuerwerk an unsern Feiertagen,
ist unsrer Städte, Dörfer Lichterflut,
ist Feuergeist, der nie uns läßt verzagen,
ist unsrer Heimatliebe hohe Glut.
Oktoberflamme! Nie wird sie verglühen,
solang die Mutter Erde Leben trägt,
wird heller Daseinsfreude Funken sprühen,
solang der Menschheit heißes Weltherz schlägt.

(Rudolf Jacquemien)

Quelle:
Immer in der Furche, Sowjetdeutsche Erzählungen und Gedichte,
Verlag Progreß, Moskau 1967, S.7

Auch wenn die Rußlanddeutschen heute zu jenen Völkergruppen der Erde gehören, die überall umhergestoßen werden, kann das nicht die Tatsache verwischen, daß es unter ihnen wie überall in der Sowjetunion viele Kommunisten und unzählige aufrechte, der Sache des Sozialismus treu verbundene Menschen gab, denen ihr Land zur echten Heimat geworden war. Nach Angaben der Volkszählung von 1959 lebten in der UdSSR etwa 1,6 Millionen Menschen deutscher Nationalität (bei einer Gesamtbevölkerung von 208,8 Millionen Einwohnern). Ungeachtet nationaler oder ethnischer Besonderheiten bestand die Sowjetgesellschaft zu jener Zeit aus zwei freundschaftlich miteinander verbundenen Klassen, der Arbeiterklasse und der Klasse der Genossenschaftsbauern. Die Intelligenz verteilte sich auf beide Klassen. Sie betrug zu Beginn der 1970er Jahre etwa 30 Millionen – also mehr als ein Fünftel der gesamten werktätigen Bevölkerung. Das war vor allem darauf zurückzuführen, daß das Bildungssystem der UdSSR zu den fortschrittlichsten der ganzen Welt gehörte. Jede(r) Jugendliche, egal ob Russe, Jude, Deutscher, ob Arbeiter- oder Professorenkind hatte die Möglichkeit, zu studieren. Und jedem war danach ein Arbeitsplatz sicher. Das vorliegende Bändchen spricht nicht nur von der Liebe zur Sowjetunion, sondern auch von den Problemen des täglichen Lebens, wie es sie auch unter dieser nationalen Minderheit gab. Die Lösung der nationalen Frage in der UdSSR vollzog sich auf der Grundlage der Leninschen Nationalitätenpolitik, deren Ziel es war, das Prinzip der Gleichheit aller Völker und das Recht auf Selbstbestimmung zu verwirklichen. Progrome oder Verfolgungen aufgrund ethnischer Zugehörigkeiten, wie es sie heute in diesen Ländern gibt, waren eher eine Ausnahme und sie wurden gemäß der Verfassung der UdSSR damals hart bestraft. (s.Handbuch UdSSR, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.31-41.

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