Die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft

Familie1914Die Familie, so lesen wir im Leipziger Brockhaus-Lexikon von 1914, sei die
„natürliche Grundform alles gesellschaftlichen Lebens.“ [1] Stimmt das eigentlich noch?
Im Kapitalismus, in dem wir heute leben, sind gesellschaftliche Strukturen und damit auch die Formen des Zusammenlebens der Menschen ständigen Veränderungen unterworfen. Nicht nur, daß sich der Klassenwiderspruch zwischen Lohnarbeitern und den Kapitalisten weiter zuspitzt, nicht nur, daß Selbständige und Kleinunternehmer in die Abhängigkeit oder in die Arbeitslosigkeit getrieben werden, nicht nur, daß die Verelendung bestimmter Teile der Gesellschaft zunimmt, auch die familiären Verhältnisse verändern sich. Die Gewalt der Tatsachen, so schreibt Karl Marx, zwang dazu, „endlich anzuerkennen, daß die große Industrie mit der ökonomischen Grundlage des alten Familienwesens und der ihr entsprechenden Familienarbeit auch die alten Familienverhältnisse auflöst.“ [2] Oder, anders gesagt: „Die Bourgeoisie hat dem Familienverhältnis seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein reines Geldverhältnis zurückgeführt.“ [3] (In der DDR waren wir da schon mal weiter, aber darauf kommen wir noch zu sprechen.)

Die Familienverhältnisse sind also abhängig von den jeweiligen gesellschaftlichen, den sozialökonomischen Verhältnissen, und diese Verhältnisse haben sich über Generationen, im Laufe der Jahrhunderte erheblich gewandelt. Und es ist auch klar, daß die sozialistische Gesellschaftsordnung, wo das Privateigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln, also die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen abgeschafft wurde – wie eben beispielsweise in der DDR – die besten Möglichkeiten für ein harmonisches und geordnetes Familienleben bietet. Sicherlich gab es auch damals familiäre Streitigkeiten, es gab Ehescheidungen und Konflikte, doch niemals war die Nicht-Aufrechterhaltung einer zerbrochenen Ehe für einen der beiden Partner (heute fast immer für die Frauen) mit existentiellen Nöten verbunden, niemals gab es Scheinehen oder Zweckehen, die lediglich einem der beiden Partner (teils erhebliche) finanzielle Vorteile verschaffen.

I. Die Ehe im Kapitalismus

Eine Umwandlung der patriarchalischen Form der Einzelehe vollzog sich erst im Zeitalter des Kapitalismus, in dem sich Bourgeoisie und Proletariat als Klassen gegenüberstehen. Mit dem Sieg des Kapitalismus und der modernen Technik wurden bei zunehmender Arbeitsteilung viele Dinge des täglichen Bedarfs in Fabriken hergestellt. Die moderne Industrie, die in der Lage war, die Produkte billiger herzustellen als die Hauswirtschaft, entzog der Frau einen Zweig ihrer alten Tätigkeit im Haushalt nach dem anderen. Zugleich aber zwang die Industrie die gesamte Familie des Arbeiters Tag und Nacht in ihren Dienst. Die Löhne waren so gering, die Not in den Arbeiterfamilien, stieg derart, daß Frauen und selbst Kinder gezwungen waren, in harter Fabrikarbeit ihre Gesundheit zu opfern.

Zerrüttete Familienverhältnisse

Da fast alle Mitglieder einer proletarischen Familie genötigt waren, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht – voneinander getrennt – in den Fabriken zu arbeiten, lernten sie ein Familienleben, das jedem einzelnen Mitglied Stütze und Halt gibt, kaum kennen. Übrig blieb im wesentlichen nur die gemeinsame Schlafstätte. Immer geringer wurde in diesen Familien der Einfluß der Frau auf die Erziehung der Kinder. Diese Verhältnisse trugen notwendigerweise dazu bei, die Familienbande bei den Arbeitern immer mehr aufzulösen. Karl Marx sagte darüber im. „Kommunistischen Manifest“: „Die bürgerlichen Redensarten über Familie und Erziehung, über das traute Verhältnis von Eltern und Kindern werden um so ekelhafter, je mehr infolge der großen Industrie alle Familienbande für die Proletarier zerrissen und die Kinder in einfache Handelsartikel und Arbeitsinstrumente verwandelt werden.“

Das Familienverhältnis als Geldverhältnis

In den Kreisen der Bourgeoisie, die im Laufe des 19.Jahrhunderts das Handwerkertum aus seiner bisherigen Stellung verdrängte, wurde die Ehe zunehmend ein Geldgeschäft. Das gleiche traf für die Aristokratie zu, die ebenfalls dazu überging, nach kapitalistischen Grundsätzen zu wirtschaften. Marx schrieb daher im „Kommunistischen Manifest“: „Die Bourgeoisie hat dem Familienverhältnis seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen und es auf ein Geld-Verhältnis zurückgeführt.“ Viele besitzlose Frauen des Bürgertums bekamen diese Wahrheit schmerzlich zu spüren und lehnten sich dagegen auf. Die bürgerliche Frauenbewegung kämpfte um Hebung des sittlichen Niveaus in. der Ehe, sie bekämpfte — jedoch erfolglos — die Prostitution und die verlogene Moral der Bourgeoisie bei außerehelichen Beziehungen. Sie setzte sich für die Kameradschaftsehe ein, die auf der freien Übereinkunft der beiden Partner ohne staatliche Registrierung basieren sollte.

Die Zivilehe

Die Eheschließung wurde seit dem Sieg des Kapitalismus nach und nach in den einzelnen Staaten auf dem Standesamt vollzogen, in Deutschland seit 1875. Ein bestimmtes Mindestalter der Partner blieb die Vorbedingung. Offiziere brauchten noch eine dienstliche Genehmigung; Lehrerinnen und andere weibliche Angestellte mußten bei der Verheiratung den Beruf aufgeben. Die Zivilehe, die nun an die Stelle der kirchlich eingesegneten Ehe trat, trug immer noch patriarchalischen Charakter. Im französischen Code civil (Bürgerliches Gesetzbuch), der 1804 unter Napoleons Herrschaft eingeführt wurde, sind die Vorrechte des Ehemanns der Frau gegenüber eingehend festgelegt. Sie sichern ihm das Recht zu, über Handlungen seiner Frau zu bestimmen. Auch das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch ( BGB ) vom Jahre 1900 hält in seinen Grundzügen am patriarchalischen Charakter der Ehe fest. Das äußert sich im Erbrecht, in Prägen der Erziehung sowie in den Bestimmungen Über die Ehescheidung, die nun zwar möglich wurde, aber durchaus als Entehrung der Frau galt.
Am_Strand…vor 100 Jahren — Familie am Strand

Da aber im Kapitalismus infolge der fortschreitenden Technisierung, Arbeitsteilung und Vereinfachung des Arbeitsprozesses Frauen zu Millionen den Haushalt verließen und einen Beruf ergriffen, wurden zahlreiche Frauen wirtschaftlich selbständig. Auch die Erziehung der Kinder wurde vom 19. Jahrhundert an zum großen Teil von öffentlichen Schulen übernommen. Die bisherige wirtschaftliche Grundlage der Familie hatte sich damit entscheidend gewandelt. Es konnte nicht ausbleiben, daß dadurch auch die bisherige gesellschaftliche Stellung des Mannes als Oberhaupt der Familie erschüttert wurde. Wenn auch das ehemals übliche Familienleben durch die Tätigkeit der Frau in der Fabrik zerstört worden war, so war andererseits der erste Schritt zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frau und zur Umwandlung der Ehe und Familie getan. Marx schrieb darüber im „Kapital“: „So furchtbar und ekelhaft die Auflösung des alten Familienwesens innerhalb des kapitalistischen Systems erscheint, so schafft nichtsdestoweniger die große Industrie mit der entscheidenden Rolle, die sie den Weibern und jungen Personen und Kindern beiderlei Geschlechts in gesellschaftlich organisierten Produktionsprozessen jenseits der Sphäre des Hauswesens zuweist, die neue ökonomische Grundlage für eine höhere Form der Familie und des Verhältnisses der Geschlechter.“

Die sozialistischen Parteien wurden der Boden, auf dem die Proletarierinnen um ihre volle Gleichberechtigung kämpften. In Deutschland hatte ihnen August Bebel durch sein Werk „Die Frau und der Sozialismus“ den Weg in die Zukunft gewiesen. Unter der Führung von Clara Zetkin errangen die Frauen beachtliche Erfolge auf dem Gebiet des Mutterschutzes, der Kindererziehung und der Verkürzung der Arbeitszeit. Die Sozialisten waren sich darüber klar, daß im Kapitalismus eine neue Form der Ehe und Familie, die auf der Gleichberechtigung der Geschlechter, der gegenseitigen Hochachtung und Hilfsbereitschaft beruhen mußte, nicht möglich war. Eine Änderung konnte nur durch den Sturz des Kapitalismus und die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung herbeigeführt werden, wie es durch die Große Sozialistische Oktoberrevolution von 1917 geschah.

II. Ehe und Familie in der sozialistischen Gesellschaftsordnung

Ehe und Familie sind von entscheidendem Einfluß auf des Leben der Menschen, auf ihr Verhalten als Mitglieder der Gesellschaft. Andererseits prägt die Gesellschaft wiederum Inhalt und Form von Ehe und Familie. Die gesellschaftlichen Veränderungen haben sich auch auf die persönlichen Beziehungen der Menschen ausgewirkt. Der Charakter der Ehe- und Familienverhältnisse hat sich im Laufe der historischen Entwicklung gewandelt und wandelt sich noch. Es gilt, die Ehe- und Familienformen so zu gestalten, daß sie den Bedingungen der sozialistischen Gesellschaftsordnung entsprechen. Die Bestrebungen aller sozialistischen Staaten gehen dahin, in Gesetz und Recht die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Aber das allein genügt nicht; es ist auch die Aufgabe jedes einzelnen Mitgliedes der Gesellschaft, selbst an der Gestaltung der neuen Ehe mitzuwirken. In dieser Hinsicht muß aber bei vielen Menschen noch eine Umformung des Bewußtseins stattfinden, überholte Anschauungen und Reste kleinbürgerlicher Einstellung müssen beseitigt werden. Das Verhalten des einzelnen zur Ehe und zur Familie ist nicht nur seine persönliche Angelegenheit; jeder ist zugleich ein Glied der größeren Gemeinschaft, der Gesellschalt und des Staates, auf die sich sein Handeln auswirkt.

Der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus

Kapitalismus: In der Ausbeutergesellschaft werden auch die familiären Verhältnisse von den Gesetzen des Privateigentums bestimmt. Einmal werden Frau und Familie als „Eigentum“ des Mannes betrachtet, da sie wirtschaftlich und rechtlich von ihm abhängig und seinen Entscheidungen unterworfen sind. Zum anderen tritt die Frau, ihre Persönlichkeit, ihr menschlicher Wert vor dem Ökonomischen Nutzen, den sie ihrem Mann einbringt, zurück. Oft „heiratet“ er ein Gut, eine Fabrik, ein Geschäft, ein Handwerksunternehmen. Die Folge davon sind Verfall und Demoralisierung von Ehe und Familie in der bürgerlich-kapitalistischen Welt, die in der katastrophalen Zunahme der Scheidungen, dem erschreckenden Anwachsen der Prostitution und dem auffälligen Rückgang der Geburtenziffern ihren Ausdruck finden.

Sozialismus: In der sozialistischen Gesellschaft sind Ehe und Familie befreit von der Vorherrschaft ökonomischer Prinzipien. Die Ehe hat aufgehört, ein Geschäft zu sein. Im Vordergrund stehen die persönlichen Beziehungen der Familienmitglieder. Mann und Frau treten sich als gleichberechtigte Partner gegenüber. Liebe und Achtung bilden die sittlichen Grundlagen der sozialistischen Ehe. Damit sind die Voraussetzungen dafür gegeben, daß die Ehe ihren eigentlichen Sinn erfüllen kann, eine wirkliche Liebes- und Lebensgemeinschaft zu sein. Gegenseitiges Vertrauen und Verstehen, gegenseitige Hilfe, Unterstützung und Förderung und aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben dienen der gemeinsamen Entwicklung der Ehegatten. Die Angelegenheiten, die in der Ehe früher nur vom Mann entschieden wurden, werden nun in gegenseitigem Einverständnis geregelt. Wahre eheliche Liebe ist auch nicht zu trennen vom gesellschaftlichen Inhalt der Ehe, eine Familie zu gründen und die Kinder zu gesunden, gemeuischaftsfähigen, fortschrittlichen Menschen, zu künftigen Gestaltern der Gesellschaft zu erziehen.

Die Familie in der DDR

Der sozialistische Staat hat das größte Interesse an gesunden Familienverhältnissen, die dem einzelnen festen inneren Halt geben und eine Quelle der Kraft und der Schaffensfreude sind. Vor allen steht die Aufgabe, das Ehe- und Familienleben so zu gestalten, daß es — getragen von den Grundsätzen der sozialistischen Moral — nicht nur die individuellen Bedürfnisse der Menschen befriedigt, sondern mit den gesellschaftlichen Interessen und Aufgaben in Einklang steht.

Die berufstätige Ehefrau

Die sozialistische Gesellschaftsordnung gibt jeder Frau die Möglichkeit zur Mitarbeit in Staat, Wirtschaft und auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens. Das bedeutet die Befreiung der Frau aus der engen Welt des Haushaltes mit der ausschließlichen Sorge um Wirtschaft, Kinder und Ehe. Über die Enge des „Kochtopfhorizontes“ hinaus wird sie die gleichberechtigte, selbständige, wirtschaftlich unabhängige Partnerin des Mannes, die auch seiner Arbeit aufgeschlossener gegenübersteht. Sie kann sich aktiv am Aufbau des neuen Lebens beteiligen. Nur eine Frau, die sich ständig entwickelt, den Kreis ihrer Interessen erweitert, ihr Wissen vergrößert und somit ihr geistiges und kulturelles Niveau ständig erhöht, wird sich auf die Dauer Reiz und Anziehungskraft bewahren können und immer aufs neue das Gefühl der Liebe erwecken, das durch die monotone Einförmigkeit des Familienlebens leicht erlischt. Erst so wird sie dem Manne auf allen Gebieten des Lebens wirkliche, verständnisvolle Gefährtin sein können.

Gegen die Haussklaverei der Frau

Es genügt aber nicht, der Frau diese Rechte gesetzmäßig zu sichern; sie muß auch davon Gebrauch machen können. Das Hauptproblem für die berufstätige Frau besteht darin, ihr Recht auf Berufsausbildung und Berufsausübung mit ihren Pflichten als Hausfrau und Mutter in Übereinstimmung zu bringen. Für die meisten Frauen ist es heute schon selbstverständliches Bedürfnis geworden, einen Beruf auszuüben, auch wenn sie verheiratet sind. Jedoch ist es zur Zeit noch häufig der Fall, daß die Frau durch die Doppelbelastung mit Beruf und Haushalt ihre Kräfte übermäßig erschöpft. Treffend hat Lenin die Lage der Frau und die sich daraus ergebenden Forderungen geschildert: „Die Frau bleibt nach wie vor Haussklavin, trotz aller Befreiungsgesetze, denn sie wird unterdrückt, erstickt, abgestumpft, erniedrigt von der Kleinarbeit der Hauswirtschaft, die sie an die Küche und an das Kinderzimmer fesselt und ihre Spannkraft durch eine geradezu barbarisch unproduktive, kleinliche, entnervende, abstumpfende, niederdrückende Arbeit vergeuden läßt. Die wahre Befreiung der Frauen … wird erst dort und dann beginnen, wo und wann der Massenkampf gegen diese Kleinlichkeit der Hauswirtschaft oder richtiger ihre massenhafte Umgestaltung zur sozialistischen Großwirtschaft beginnt.“

Eine der vordringlichsten Aufgaben beim Aufbau des Sozialismus wird es deshalb sein, alle nur möglichen wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, um die Frau von den häuslichen Arbeiten wirksam zu entlasten. [4]

In den Jahren 1964 bzw. 1976 konnte man in der DDR bereits feststellen:
„In der DDR sind auf diesem Gebiet schon viele staatliche und betriebliche Einrichtungen geschaffen worden, die eine wesentliche Erleichterung für die berufstätige Hausfrau und Mutter bedeuten. Kinderheime und Kindertagesstätten, Horte und Krippen nehmen ihr einen Teil der Sorge um die Kinder ab. Betriebsessen und Schulspeisung sichern die Mittagsmahlzeiten der Familienmitglieder, die Verkaufsstelle im Betrieb erleichtert das Einkaufen.“ [5] und: „Wirtschaftliche Gesichtspunkte, die in der bürgerlichen Gesellschaft für die meisten Familiengründungen ausschlaggebend sind, treten in der sozialistischen Gesellschaft völlig zurück, da der Staat Familie und Ehe durch großzügige Maßnahmen schützt und fördert, z.B. durch die Maßnahmen zur Unterstützung junger Ehen, wie sie im 5.Plenum des ZK der SED 1972 beschlossen wurden.“ [6]

Quellen:
[1] Karl Marx, Das Kapital, Dietz Verlag, Berlin 1983, Bd.I, S.513.
[2] Brockhaus, Kleines Konversationslexikon (2 Bd.), F.A. Brockhaus, Leipzig, 1914, Erster Band, S.557.
[3] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der kommunsitischen Partei, in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1988, Bd.I, S.419.
[4] Irene Uhlmann (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie Die Frau, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1961, S.50ff.
[5] ebd. S.62.
[6] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.222.

15 Gedanken zu “Die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft

  1. „Vorwärts im Kampf zur kollektiven Umsetzung des Beschlusses des 5. Plenums des ZK der SED von 1972!“ ~ auf ihr Kommunarden!

    Wie ist das eigentlich mit „Die Menschwerdung des Affen – des Ursprunges der Familie, des Privateigentumes und des Staaates“?

    Ich denke das ´die Familie´ eigentlich nur auf der Sexualpartnerschaft beruht. Eine der idS. Fragen aus diesem wäre die psychologisch/religiöse Bedeutung dessen, welche sich aber mithin auf ´Sex´ reduziert. Die Kinderfolge dessen ist denn wiederum ´die Fortpflanzung der Menschheit´, sogenannt, was denn freilich auch ein ´leiblicher Akt´ ist. Aus solchem folgt das ´gesellschaftliche Interesse´ an einer allgemeinen Kenntnisvermittlung für die Kinder. Die Spezialisierung ist nicht nur Folge der modernen Industrie, sondern auch Notwendigkeit der Fachlichkeit. Dies hat sich aber auch längst gewandelt.
    Es ist eben durchaus eine kulturpolitologische Frage wie sich die idealistischen Verhältnisse in den Ehen darstellen. Auf beider Seiten, von Mann und Frau, gibt es Miststücke, Trötidoten und Trötidiotinnen, die jeweils nur ihre ´fianziellen Vorteile´ suchen. Und ich würde meinen da sind die ´kapitalistischen Frauen´ die größten Mistviecher. Ich meine hier ´im Westen´ sozusagen. Im sog. Islam ist es nämlich noch viel archaischer, indem sich die Männer ihre Sippschaft zusammenficken wollen – welche diese freilich auch versorgen müssen – und einen auf ´Stammeshäupling´ machen. Und um ihre Bruties zu versorgen müssen diese ´Futter an die Burg schaffen´. Das Fazit dessen ist das ´Jäger :: Beute´ Verhältnis, und die Ausbeutung von dazu klassifizierten ´Niederen´. Und dieses ´kulturell-artifizielle Verhältnis´ bestimmt die Gesellschaftspragmatiken. Das Amtsweib denkt sich ihre ´Überweiblichkeit´, was ja auch gewisser Maßen objektivistisch zutrifft, der Amtsmann denkt sich die objektivierte Weiblichkeit. Das Weib tritt in Widerspruch zur objektivierten Verallgemeinerung, die Kerle in Widerspruch zur objektvierten Weiblichkeit (der Natur und Natur der Sache). Die Ehe, die persönliche Vertrautheit, ist aber im eigentlichen nur die objektive Fassung der Fickerei, welches mithin die Weiber umso objektivistisch biologistischer re’präsentieren. So kommt aber das Tussengetue in Kontext zu dem Sexual-Appart Stücken, und aber auch eine gewisse deterministische Verhangenheit, ´Abhängigkeit´, zu der weiblichen Referenz.

    Scheißdreck ist ´die Familie Keimzelle des Staates´, weder unendlich wertvoll noch unantastbar, sondern dies sind alles nur blöd-dumpfgeile Sprüche von dem Viehgesocks. Die Wahrheiten des geistig Gedanklichen und auch die Realitäten des weltlichen sind ganz anders. Das diese(s) seit ehedem auf der sexuellen Fortpflanzung basiert ist nur die biologische Ursache.

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  2. Es ist eben durchaus eine kulturpolitologische-ästhetische und deterministisch-kontemplative Frage wie sich die idealistischen Verhältnisse in den Ehen und in der Keimzelle der Familie in ihrer notwendigen Fachlichkeit bezogen auf die objektivierte, biologistische Verallgemeinerung darstellen. Klar, was ich meine?

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  3. Naja, mal einfach gesprochen: In unserer heutigen kapitalistischen Gesellschaft werden auch die familiären Verhältnisse von den Gesetzen des Kapitalismus diktiert. In der DDR spielten wirtschaftliche Gesichtspunkte, wie etwa das Einkommen des Mannes, keine Rolle mehr. Die Familie hatte eine sozial gesicherte Existenz. Und das nicht nur „theoretisch“, sondern praktisch und erlebbar! (Familiengesetzbuch der DDR, 20.Dez.1965)

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    1. Werden bzw. wurden die familiären Verhältnisse im Sozialismus denn vom Sozialismus diktiert? Die Frage das Problem ist eben vielschichtiger (im Sinne der ersten Antwort).
      Familie ist nämlich einer der Urbegriffe des sog. Sozialismus/Kommunismus. Es ist ja ablern bis blödsinnig über das Wohnzimmersofa „Hoch die internationale Solidarität!“, „Vorwärts im Parteiaufbau!“ und solches zu hängen. Als jeweilige Einzelperson ist das was anderes, bedeutet sich als ´Gedanken und Beschäftigung´ ob ernst gemeint oder nicht.
      Wenn ich auch noch einmal in „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ (Marx/Engels) nachlese, dann finde ich kaum etwas zu jenem hier gemeinten. Und da knüpft praktisch jenes ´Verbot der Kritik von Karl Marx´ an, welches ja vermeintlich ´stoisch´ auch so verhalten hatte. Bittschön, da hätte man aber auf jenes des sog. ´wissenschaftlichen´ dessen dort auch abgrenzend eingehen müssen, gewisser Maßen ´Empirie´ von ´Historie´ trennen. Darin liegt ja ein großer Teil jener wiederum ´conlcusionalen Schlüsse´~ denn eben solcher. Mithin fragt sich inwiefern nicht ein (schizotymer bzw. stereotyp-introjezierter) Widerspruch zum z.B. ´Anti-Dühring´ gelegen ist. diese Frage der idS. ´Interpretation der Wissenschaft(en)´ ist aber eine einerseits conlcusional wiss.theo. Frage, als auch von der eigentlichen Sachfrage der Familie als ´persönliche´ beiderlei, nämlich getrennt und auch sinnliche.
      Insofern sollte man wohlmöglich die Familie als ´Keimzelle des Staates´ hinsichtlich der Gesellschaftstheorie als das verstehen was es ist, nämlich (nur) die Sexualgemeinschaft von Personen. Die Frage aus diesem wäre, inwiefern ´der Staat´, der ja eben auch nur aus solchen ´Keimzellen des Staates´ besteht ~eben so~, inwiefern dies(er/~er) überhaupt deduktiv in jenes hineinreicht, bzw. vielmehr ´von Bedeutung´ ist. Offenbar war ja jener Schluß ´Familie (Kommunismus) = Staat(Kommunismus) ergo Kommunismus, durchaus, sagen wir, gelinde gesagt ´trivial´ bzw. ´infantil´, tautologisch. Mithin ist die ´Lebenserhaltung´ eben der eigenen Brut natur-invariant (Jäger::Beute, Population). Das zum einen.

      Sie zitierten: „… Sozialismus: In der sozialistischen Gesellschaft sind Ehe und Familie befreit von der Vorherrschaft ökonomischer Prinzipien. Die Ehe hat aufgehört, ein Geschäft zu sein. …“. Hierin bedeutet sich aber jenes ´logisches Eigentor´ bzw. verquerter Schluß, nämlich „befreit von der Vorherrschaft …“, welchem auf dem Fuße als vermeintliche Gesellschaftserkenntnis folgt: „Die Ehe …, ein Gschäft zu sein“. Wo bitte ist die Ehe ein Geschäft? Doch nur da wo man ein Geschäft draus macht(!) ~ Das ist aber der Witz der Sache des Themas hier.

      Soweit aber nur in Kürze hier zu jener ´Links-Verkorksten´ Morbidität, welches den ´Sieg des dialektischen Materialismus´ erbracht ~ eben jener bzw. jenes ´Versagen´.

      Grüße Mithrahee

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    2. Das geht ja nun total an der erlebten Realität vorbei. Wenn meine Mutter nicht mitgearbeitet hätte, hätte es „hinten wie vorne“ nicht gereicht trotzdem mein Vater im Dreischichtsystem gearbeitet hat. Das gleiche kannte ich aus meinem gesamten Umfeld, außer bei Schulkameraden dessen Väter bei Stasi, Partei oder als hoher Militär überdurchschnittlich bezahlt wurden. Die notwendige Mitarbeit der Frauen der Arbeiterschaft wurde folgerichtig auch als Befreiung und Emanzipation der Frau in der sozialistischen Gesellschaft verkauft, welch ein Hohn.

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      1. Wenn Sie damit den letzten Absatz und die DDR meinen, dann haben Sie garantiert was falsch gemacht. Im Westen wäre Ihnen das nicht passiert. Dort hatten die kleinen Arbeiter nach dem Krieg gleich ein Auto, ein Eigenheim und jedes Jahr einen Urlaubsplatz auf Mallorca, Nylonstrümpfe für die Damen und eine Putzfrau für’s Grobe. Und die Stasi- und Parteifunktionäre waren bei uns sowieso alles heimliche Millionäre… die haben jetzt alle ein Konto in der Schweiz (außer dem Herrn Krenz vielleicht). Noch ein Märchen?

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  4. Wo bitte ist die Ehe ein Geschäft? Immer noch nicht klar? „Die moderne Einzelfamilie“, so schreibt Engels, „ist gegründet auf die offene oder verhüllte Haussklaverei der Frau … Der Mann muß heutzutage in der großen Mehrzahl der Fälle der Erwerber, der Ernährer der Familie sein, wenigstens in den besitzenden Klassen, und das gibt ihm eine Herrscherstellung, die keiner juristischen Extrabevorrechtung bedarf.“ Das war in der DDR kein Thema, stimmt aber heute nach wie vor. (Quelle: Engels: Ursprung der Familie…, MEAW6, Bd.VI, S.88)

    P.S. der Widerspruch liegt im Denken, nämlich bei den´conlcusionalen Schlüssen´ und den schizotymen bzw. stereotyp-introjezierten Verwirrungen.

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    1. Es wird doch in dem zitierten Satz von der Annahme das es im Kapitalismus so wäre ausgegangen. All jene Gentile Argumentation bei Marx/Engels steht ja in diesem kritischen Interpretationszusammenhang (z.B. Heiratsaussteuer, aber auch Sklavenhandel, ´Magd und Knecht´). Als politische Herr’schaftsform wird in der idealistischen Gesellschaftsform das Naturrecht idealisiert. Dessen Nicht-Erkenntnis ist das größte Elend bzw. Versagen (der nachklassischen) Weltgeschichte der politischen Gesellschaftsformen. Es fragt sich aber in welcher Hinsicht wir hier diesen Empirischen Aspekt auf der Welt wirklich berücksichtigen. In vieler Hinsicht ist Marx-Engels eben (hier in Europa zumindest) längst vergangene Klassik. Die Theorien des Profites aus der Ausbeutung (auch MEW ´Das Kapital B. III´) sind heute sog. ´Milchmädchen oder Schlachterrechnungen´ der Wirtschaftstheorien. Auch hat sich die ´allgemeine politische Lage´ sehr geändert.

      Wie sehen Sie das bezügl. des ´Anti-Dührung und der Ausgang der klassischen deutschen Philosphie´? und ´Thesen über Feuerbach´? Sicherlich wie Marx-Engels. Aber wie in Hinsicht Dührings bzw. derer Beziehungen? Wie stehen zu Bakubin und Trotzki? Wenn Sie mir bitte darauf anworten würden?
      Was denken Sie über einen Cornelius Castoriadis? http://de.wikipedia.org/wiki/Cornelius_Castoriadis#Zentrales_Werk

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  5. Eigentlich ist die Sache gar nicht so kompliziert. Auch wenn sich die allgemeine poitische Lage geändert hat – der Marxismus-Leninismus ist kein Dogma, das ein für allemal so bleibt. Er ist eine Wissenschaft, und im Klassenkampf des Proletariats eine Anleitung zum Handeln. Und was die Familie betifft, so haben eben die ökonomischen Gesetze des Kapitalismus einen großen Einfluß auf die bürgerliche Ehe. Und darum ging es hier.

    Mit dem Satz: „Als politische Herr’schaftsform wird in der idealistischen Gesellschaftsform das Naturrecht idealisiert.“ kann ich nichts anfangen. Die Begriffe kenne ich nicht. Ebensowenig ist mir Cornelius Castoriadis bekannt.

    Marx, Engels und Lenin (aber auch von Stalin) gehören zu den Klassikern des dialektischen und historischen Materialismus, der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse. Trotzki und seine Anhänger gehörten zu den Feinden der jungen Sowjetmacht. Der Trotzkismus ist auch heute noch eine antikommunistische Ideologie. (siehe hier: http://sascha313.blog.de/2011/03/04/antikommunist-sowjetfeind-trotzki-10760156/ )

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  6. Ende der 60ger bis Ende der 70ger versuchte man in der BRD(bunte Linke) schon öfter unter dem feministischen Vorwand der Gleichberechtigung, Mädchen zu Jungs und Jungs zu Mädchen zu erziehen. Heute erlebt dieses Erziehungsmodell eine etwas modifizierte Renaissance. Hat biologisch nicht geklappt, da bei Männer das Testosteron dominiert und der Muskelanteil nicht nur absolut höher ist, sondern auch im Verhältnis zum Gesamtgewicht um mehr als 20 Prozent. Kulturell hats auch nicht geklappt. Frauen mit einem optischen Marktwert zogen/ziehen es weiter vor, materiell nach oben zu heiraten. Einfache Büroangestellte heiratet Fachhochschulabsolvent (Schmalspurakademiker), Assistenzärztin den Chefarzt.In Fitness-/Wellnessanlagen bestehen Frauen weiterhin auf eine separate Sauna und auf grösseren Parties bilden sich schnell nach Geschlecht getrennte Grüppchen.
    So weit ich weiss, war es in der DDR gar nicht selten, dass eine Ingenieurin einen Arbeiter heiratete, weil der zB. gut tanzen konnte (ernsthaft). Man paarte sich nicht nach Marktwert (Der reichste Bauer heiratet das schönste Mädel), sondern nach der persönlichen Chemie. Also ECHTE INDIVIDUELLE Übereinstimmung. In der BRD hat eine linksalternativ angehauchte Hobbykünstlerin kein Problem einen rechtskonservativen Abteilungsleiter oder Kleinunternehmer zu heiraten (wir ergänzen uns ja so prima säuselt sie dann). Auch war die FKK Kultur viel ausgeprägter. Durch persönliche Erfahrung kann ich bestätigen, dass die DDR Frauen sexuell besser und ungehemmter sind, als ihre verklemmten BRD Schwestern. Die damals hohe Scheidungsrate in der DDR ist vielleicht eher positiv zu sehen. Obwohl für die Kinder wohl eher schrecklich. Hatte im Internet Websites für Väterrechte gelesen, dass der Mann in der DDR (genau wie damals/heute in der BRD) sehr ungerecht benachteiligt war, was Umgangs- und Sorgerecht angeht. Ist dies wahr, oder nur der typische Anti DDR Reflex von Selbshilfegruppen, um sich beim herrschenden Mainstream einzuschleimen ??? Die Antipsychiatriebewegung haut leider auch schon mal auf die DDR.
    Eher belustigend ist, dass das idyllische Familienbild heute von Finanzdeinstleistern geprägt wird. Ein Bausparkredit für das Haus mit Garten, der Schnellkredit für den Familienurlaub, den zinsgünstigen Kredit fürs Auto in Form von Familienvan oder Kombi, die Lebens-/Todesfallversicherung für Hinterbliebene und die Ausbildungsversicherung für den Nachwuchs. Fehlt nur noch eine Versicherung, um den ganzen Blödsinn zu bezahlen. Na ja, Kreditausfallversicherungen gibts ja schon.

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    1. In meinem Sprachkurs: Russisch, gibt es die Familie Kraßnow, so als Musterbeispiel. Da lernt man die Vokabeln über den Haushalt/Schule der Kinder/Arbeit der Eltern/Privates usw.

      Vater: Taxifahrer. Mutter: Ingenieurin

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  7. Um Deine Frage zu beantworten, was die Gleichberechtigung betrifft: rechtlich gesehen waren Frauen und Männer sowieso gleichberechtigt, was aber auch in der Praxis so war. Sympathie und Parteinahme für (vermeintlich) Benachteiligte ist freilich nicht auszuschließen. Was aber z.B. heutige Behauptungen über eine angebliche Beschränkung der Väterrechte in der DDR betrifft, so ist das natürlich Quatsch. Das ist eher dem machohaften westlichen Weltbild zuzuschreiben oder einem krankhaften DDR-Haß.

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