…und der Jugend eine Zukunft

FerienlagerFrohe Ferientage verleben Jugendliche in der DDR an der Mecklenburger Seenplatte

Was gibt es Schöneres, als die Jugend für edle Ziele zu begeistern? Doch der Kapitalismus kann einem Großteil der jungen Menschen keine Perspektive bieten. Wer nicht aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt, der hat zumeist schlechtere Chancen auf Bildung, auf Persönlichkeitsentwicklung, und im Beruf. Denn nicht allein der Fleiß ist ausschlaggebend. Auch hier wirken die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, die unabhängig sind von den persönlichen Träumen oder Wünschen. Kein Wunder also, wenn sich junge Leute mehr oder weniger nur für Gegenwärtiges interessieren, sich bestenfalls über ihr eigenes berufliches Vorwärtskommen, über ihre Karriere Gedanken machen. Allzuoft fehlt jedoch jegliche Motivation, es herrscht eine weitverbreitete „Null-Bock-Mentalität“, und Unkenntnis über die Wirkungsmechanismen der kapitalistischen Gesellschaft, und darüber, wie man sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen und die gesellschaftlichen Verhältnisse zugunsten der Ausgebeuteten und Unterdrückten verändern kann. Nur der Sozialismus bietet eine solche Alternative. Mit der Gründung der DDR wurden erstmals in der Geschichte die Voraussetzungen dafür geschaffen, den Sozialismus auch auf deutschem Boden aufzubauen. Zum ersten Male erhielt die Jugend eine realistische, eine menschenwürdige Perspektive. Doch der Sozialismus benötigt bewußtes und engagiertes Handeln der Menschen. Das war bei weitem nicht allen klar. Deshalb setzte sich die SED Anfang 1956 sehr kritisch mit kleinbürgerlichen Verhaltensweisen auseinander. In einer Stellungnahme des Politbüros heißt es:

Eine realistische Chance

Unsere Jugend ist die erste deutsche Generation, die in einem Arbeiter- und Bauernstaat aufwächst, in dem die Werktätigen erfolgreich die sozialistische Gesellschaft errichten. Von Kindheit an umgibt sie eine freie Atmosphäre, wirkt auf sie die Förderung ihres Staates, der ihnen hilft, ihren Gesichtskreis, alle ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ständig zu erweitern, der ihnen alle Chancen zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit eröffnet. Unsere Partei hat in ihren letzten Beschlüssen, besonders auf dem 25. Plenum des Zentralkomitees, für jeden einzelnen Jugendlichen die große Perspektive, die sich ihm eröffnet, dargelegt. Das ist für die Jugendlichen unseres Landes eine große Sache. Leuchtend hell steht die Entwicklung ihres ganzen Lebens, ihre Berufung und die neuen historischen Aufgaben vor ihnen. Diese Berufung wird unsere Jugend erfüllen, sie wird die höhere Stufe der Bewußtheit und Aktivität erreichen, wenn unsere ganze Partei ihr Herz und ihre Hilfe unserer Jugend gibt, auf neue Weise alle Teile der Jugend für das neue Leben gewinnt und sie im sozialistischen Sinne erzieht. All das fordert, eine Reihe von Fragen der Arbeit mit der Jugend neu zu stellen, eine Anzahl von Schwächen und Fehlern in der Jugendarbeit rasch zu überwinden.

Es gibt Jugendliche, die abseits stehen…

Nicht alle Jugendlichen nehmen bewußt und mit ganzer Energie an der Schaffung der Grundlagen des Sozialismus, an der Stärkung und Festigung der Deutschen Demokratischen Republik teil. Viele Jugendliche lassen sich vom allgemeinen Strom des neuen Lebens mitziehen, ohne daß ihnen die große Sache des Aufbaus des Sozialismus bewußt ist, ohne die großen Möglichkeiten ganz zu erfassen und richtig zu nutzen, die die Existenz des ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaates ihnen eröffnet. Es gibt Jugendliche, die abseits stehen oder dem Einfluß des Gegners unterliegen. Die Initiative und Tatkraft, die Fähigkeiten und Talente der Millionen jungen Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik werden nicht überall gefördert und für den Sieg des Neuen genutzt. Bis zu einem gewissen Grade ist all das in der bisherigen Etappe der demokratischen Umwälzungen verständlich und unvermeidlich.

Fehlende Klarheit und fehlende Motivation

Über viele Fragen der Entwicklung besteht unter der Jugend keine Klarheit. Viele Jugendliche warten ab, „was kommt“, und lassen sich treiben. Heute aber, da die weitere Perspektive der Entwicklung in Deutschland klar ist und neue große Aufgaben vor uns stehen, kann dieser unbefriedigende Zustand nicht länger geduldet werden. Jetzt geht es um die bewußte Teilnahme der gesamten Jugend am großen Aufbauwerk des Arbeiter- und Bauernstaates, darum, den ganzen jugendlichen Schwung, die ganze jugendliche Kraft für die Festigung, Stärkung und Verteidigung der Deutschen Demokratischen Republik einzusetzen. (…)

Es gilt, die Jugend zu befähigen, selbst den Kampf gegen ungesunde Erscheinungen, gegen falsche Auffassungen, gegen nationalistische und chauvinistische Vorurteile zu führen. Das ist um so notwendiger, als der Gegner, der deutsche und amerikanische Imperialismus, von Westdeutschland aus einen erbitterten Kampf führt, um durch alle ihm verbliebenen Kanäle auf unsere Jugend einzuwirken und die giftige Saat seiner imperialistischen Ideologie in ihre Köpfe zu pflanzen. Dieser Kampf verschärft sich und wird sich weiter verschärfen … Durch Schundliteratur und Comics versuchen die imperialistischen Verderber Deutschlands, die Moral unserer Jugend zu untergraben. …

Auch in der DDR gab es noch dieses kleinbürgerliche Denken

In Teilen der Jugend leben kleinbürgerliche, rückständige Stimmungen und pazifistische Tendenzen. Viele junge Menschen, die nie das traurige Los der kapitalistischen Ausbeutung und Arbeitslosigkeit kennenlernen mußten, nehmen die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften der Deutschen Demokratischen Republik als selbstverständlich hin und sind nicht bereit, für ihre Mehrung und Verteidigung Opfer zu bringen und zu kämpfen. Bei solchen Jugendlichen zeigt sich das Bestreben, „die Staatskuh zu melken“, möglichst wenig zu arbeiten und möglichst viel zu verdienen. Sie stellen ungerechtfertigte Forderungen, ohne selbst am Kampf um die Erfüllung ihrer Wünsche teilzunehmen und gleiten auf den Standpunkt von Spießern herab, die Verantwortung scheuen und nur die Sehnsucht nach einem ruhigen einträglichen Posten haben. Von feindlichen Elementen werden solchen Jugendlichen Auffassungen eingegeben, die gegen ihren Staat gerichtet sind. Zum Schaden ihrer eigenen, persönlichen Entwicklung widerspricht ihr Verhalten dem Aufbau der Grundlagen des Sozialismus, der auch ihnen eine glückliche Zukunft sichert. Das Ergebnis zeigt sich, bei ihnen in schlechter Arbeitsmoral, geringer Arbeitsproduktivität und mangelnder Achtung vor dem Volkseigentum, Vernachlässigung der eigenen Bildung und Abgleiten in eine demoralisierende Vergnügungssucht. An alledem zeigt sich, daß die Forderung der Partei nach allseitiger Entwicklung der Jugendarbeit nicht genügend beachtet wird. (…)

Welche Schlußfolgerungen ergeben sich daraus?

Aufgabe der Partei ist es, die Jugend zu führen. Aber die Jugend führen, heißt nicht, die Jugend bevormunden. Die Parteimitglieder helfen der Jugend auf Grund ihrer großen Erfahrungen und mit dem Mittel der geduldigen Überzeugung, des liebevollen Ratschlags, Unklarheiten zu überwinden und den richtigen Platz im Leben zu finden. Sie lehren die Jugend durch ihr Beispiel, wie man in allen Situationen selbstlos und opferbereit für die Sache der Arbeiterklasse, die Sache des Friedens und des Sozialismus kämpft.

Quelle:
Der Jugend unser Herz und unsere Hilfe, Dietz Verlag Berlin, 1956, S.7-14,26f.
(Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
Foto: aus „Vom Sinn unseres Lebens“, Verlag Neues Leben Berlin, 1983, S.239.

Siehe auch:
Eine verlorene Generation

14 Gedanken zu “…und der Jugend eine Zukunft

  1. Die Jugend von heute hat ja keine Perspektive, deshalb ist es verständlich, dass sie für wenig bis nichts Interesse haben. Ich gebe keinen von denen die Schuld für Saufeskapaden, oder gegenanntes „Rumhängen“. Wer kann ihnen denn heute irgendwelche Werte vermitteln? Die Frau Merkel? Die Frau Von der Leyen?… Wie oben beschrieben, gibt es nur für Jugendliche aus eher Reichen Elternhaus eine gesicherte Existenz in der heutigen Zeit.
    Schulbildung ist heute auch nicht für alle gleich (gabs nur einheitlich in der DDR),Wenn Schüler heutzutage schon von vornherein wissen, dass sie Hartz IV Emfänger werden, weil es ihre Eltern schon sind, oder es eben keine Arbeit für jeden gibt, sie aber dennoch in das Bestrafungssystem Hartz IV reinrutschen werden, wozu also lernen und für was sich anstrengen?
    Zur Stellungsnahme des Politbüros: Da hat man mehere Faktoren damals nicht beachtet: Menschen sind nicht alle gleich, Jugendliche sind auch nicht alle gleich.
    In jeder Jugendphase gibt es mehr oder weniger eine Trotz und Rebellenphase, das ist nunmal so, heute wie damals. Ja klar, unsere Probleme waren eben damals anders weil unsere Existenz gesichert war, das war etwas selbstverständliches, weil es eben so da war, wie wir es kannten. Ein Jugendlicher macht sich darüber eben kaum Gedanken.
    Mit dem Thema Schundliteratur hab ich so meine Probleme,
    Comics zählen für mich z.b. nicht dazu (auch weil es Kunst ist), es ist einfach Unterhaltung (wie auch ein Buch), wenn ich mich mal abschalten will, lass ich mich ins Land der Märchen fallen. Ich hätte damals gern mal Westcomics gelesen, seien sie auch noch so einfältig, aber immerhin hatten wir in der DDR ja auch Comics, das sehr geniale Mosaik zum beispiel! Die Digedags sind unerreicht! Wenn etwas Schundliteratur ist, dann ist das wohl die BILD Zeitung.
    Ebenso mit der Rockmusik: Da hat ja nicht irgendein Kapitalist eine Rockband gemacht, um dann ausgerechnet die Jugend der DDR zu unterwandern. Rockmusik haben Weltweit immer Jugendliche oder junge Erwachsene gemacht, das seh ich International, auch über Grenzen hinweg, da ging es um Frieden, Träume,oder auch um Polizeigewalt (oh ja das gabs auch in der DDR, mal zu recht,meist zu unrecht) usw. Nun, ich mag zb. keinen Hip Hop, oder Rap, ich finde das grauenvoll! aber wenn die Jugendlichen das gut findet, solls sie es dich hören, dafür sind es Jugendliche, lasst sie doch wenigstens heutzutage im Jugendalter ihren spaß ausleben, schwer und hart genug wirds ihnen auch später noch ergehen.
    Jemand der Opern liebt, wird zb. keine Rockmusik gutfinden, ich denke die DDR Obersten waren eben keine Rockfans. Ich finde, da war man etwas zu „besorgt“.
    Ich würde hier gerne noch Romane schreiben, dass würde aber wohl den Rahmen sprengen, nur soviel: Die Jugend in der DDR waren nicht nur die FDJler (da eben nicht alle Menschen/Jugendliche gleich sind) und waren nicht immer nett, provozierten, bauten scheiße usw. aber auch für damalige Jugendliche der DDR gehörte das zu ihrem Leben, oder zum Erwachsenwerden dazu.
    Achja,gerade erinnere ich mich noch ans Ferienlager in Berlin, das kennen die Jugendlichen heutzutage gar nicht.

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    1. Nun, immerhin hat man für die Jugend einen extra Sender ins Leben gerufen, DT 64 u.a. Dort konnten sie ihre Musik hören, natürlich keine die der soz. Moral schadete wie „Panzer stehn vor Moskau“ … Im Westen wurden ja auch keine FDJ Lieder im Radio gespielt.

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  2. Hallo Andy,
    da gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Dem Gesagten (insbes. im letzten Absatz) hätten wir damals viel mehr Beachtung schenken müssen. Da waren viel zu viele DDR-Funktionäre einfach nicht lernbereit. Da wurde einfach festgelegt, und nicht beraten. Und was wurde da oft bevormundet!!! Ich weiß auch nicht, ob das simmt, daß es die Enkel besser ausfechten. Woher sollen sie es denn kennen, wenn sie es nicht gelernt haben. Und solche Makarenkos gab es eben auch nicht überall…
    Dennoch, der Sozialismus ist die einzige Chance!

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    1. Ja Sozialismus ist wünschenswert (aber echten und aufrichtigen), ich finde es gab eben gute ansätze in der DDR, dieses Bevormunden hätte überwunden werden müssen. Das war auch ein Teil an dem die DDR zugrunde ging (nicht nur), bzw. litt.
      Es war eben so, dass die Funktionäre sich in die eigene Tasche logen, der Plan sollte erfüllt werden und wurde dann eben übererfüllt, das wurde dann so geschrieben. Keine Kritik. Die Leute schüttelten die Köpfe, wie heutzutage: Da werden Arbeitslose heruntergerechnet, der Witz, jeder weiss das das unsinn ist. Wohl nur die Bundesregierung glaubt diesen Unsinn, bzw. lässt das so verbreiten.
      Sozialismus ja, aber anständigen, und flexibel müsste alles sein, Kritik müsste er vertragen können. Keine Bevormundung. Wenn dann die Leute erkennen, das etwas sinn und spaß macht, dann würde auch jeder mitmachen, und Freude daran haben, dass liegt in der Natur des Menschen.
      Du hattest letztens in einem Beitrag geschrieben zum Thema Umfairteilen: „Nicht umfairteilen-zerbrechen“,
      in diesem Zusammenhang hatte ich auf einen anderen Blog geschrieben, dass ich die Aktion Umfairteilen zwar gut finde, aber im Endeffekt, den Herrschenden die Proteste wohl wenig interessiert.
      Darauf eine doch ganz gute erklärung auf dem Blog, die ursprünglich vom damaligen Westdeutschen Studenten Rudi Dutschke stammt: „Es gilt erst mal, ein Bewußtsein des Mißstandes zu schaffen“. Das finde ich eigentlich gut, denn die Masse der Bürger ist noch gar nicht soweit, zu sehen was derzeit überall passiert. Viele lassen sich vorm Fernseher, der BILD berieseln, und glauben alles was von „oben“ erzählt wird.
      Vom Sozialismus sind wir aber wohl derzeit (noch?) meilenweit entfernt.

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  3. Richtig. Lenin wies schon auf notwendigen Entlarvungen hin und Stalin erklärte, warum man das Klassenbewußtsein in die Masse der Arbeiter hineintragen muß. Das Unrechtsbewußtsein ist ja nicht nur bei der herrschenden Klasse sehr schwach entwickelt, auch die Lohnempfänger empfinden ihre Lage als normal und merken gar nicht, wie sie selber ausgebeutet werden… da ist das Häuschen und der Garten, da sind die Filzlatschen, die Kneipenkumpels und Kollegen, und da ist der Verein: „eigentlich geht es uns doch (noch!) ganz gut“. Mithin bildet sich ein Bodensatz, eine Schicht von Lumpenproletariern, mit denen man aber auch gar nichts mehr anstellen kann: Kleinbürger, die nur noch nehmen und nichts geben wollen…

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    1. Ich hatte letztens einige andere Hartz IV Empfänger erst einmal über ihre Bürgerrechte aufgeklärt, was man unternehmen und tun kann, was unrechtens ist, was gegen das Grundgesetz verstößt usw. überraschender weise waren viel interessiert. Es gibt aber auch viele Kranke und ältere Leute die aber nichts machen können, und dann gibt es einige, die diese typische (von Dir beschriebene) Haltung haben: „Man kann ja sowieso nichts ändern“, oder die, die man mit der aufklärung regelrecht erschreckt-das passt nicht in deren Weltbild, das geht nicht-als ob man vom Mars kommt.
      Das muss man sich mal vorstellen, von Leuten die ganz unten stehen, solche Gleichgültigkeit gegenüber ihrer eigenen Lage.
      Diese sind dann auch in der Bevölkerung die noch Arbeit hat oft zu finden, die wollen gar nicht hören, was wir hier Unrecht vor der eigenen Haustür haben.
      Ja, ich denke, die leben in ihrer eigenen kleinen heilen Welt.

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      1. Tja, traurig ist das. Aber solange jemand noch empfänglich ist für Ratschläge, sollte man ihm (oder ihr) zureden. Die anderen, die sich aufgegeben haben, werden wir wohl nicht mehr retten können…
        (und dann gibt es ja noch welche, die schicken andere ins Feuer, um sich selbst das Fell nicht zu verbrennen. Vorsicht vor solchen Leuten!)

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    2. Nun, das empfinde ich auch so. Dennoch sollte man nicht außer acht lassen, daß die Menschen heute mit Problemen belastet sind und überbelastet werden, was vom Staat gewollt ist, um die Leute zu beschäftigen, daß sie keine Zeit finden über die Ursachen nachzudenken (neben der täglichen Manipulation und Gehirnwäsche). Diese Probleme führen meineserachtens dazu, daß sie aufgeben, resignieren und ihre Zufriedenheit im Konsum und ihrer kleinen Welt finden wollen.

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  4. Nun, ich fand an Westcomics kein Gefallen. Ein Freund hatte genügend davon. Jene Familie wurde übrigens nicht in ein Gulag geschickt, hihi, und seine Mutter verlor auch nicht ihren Lehrerberuf deswegen. Die Oma durfte auch weiterhin in den „Goldenen Westen“ fahren. Ich laß lieber Fix und Fax oder Ritter Runkel. Da lernte man noch was dabei. Auf den Westmißt konnte ich verzichten. Das gefährliche daran war, auch wenn man es immer leugnet, daß der Weg zu den Gehirnen gefunden wurde, um sie zu manipulieren. Also von daher hat man nichts verpaßt.

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    1. Nun, da müssten wir wohl einen eigenen Blog aufmachen, um uns über Comics zu unterhalten, haha. Ja es gab Leute, die Westcomics hatten, meine Eltern hatten aber damals etwas dagegen, das unsere Westverwandten Comics (heimlich verpackt) mitschickten, da sie keine Lust auf irgendwelchen Ärger hatten.
      Gefährliches an Westcomics?,mmmm, man muss sich vor Augen führen, dass es sich zumeist um übersetzte Ausgaben von US Comics (oder Franzhösische=Asterix) handelte, früher waren sicherlich die Geschichten einfacher, heute ausgefeilt. Gemacht wurden und werden diese von Zeichnern, also Künstlern (ok, bei einigen seh ich das anders, aber Kunst ist immer geschmackssache), und zwar von unabhängigen, ebenso denken sich andere Künstler die Geschichten aus, es geht um Unterhaltung (Da steckt kein Team dahinter,das sagt, so jetzt machen wir Geschichten um die Jugend besonders in der DDR zu manipulieren).Es sind Märchen, wenn ich ein Märchenbuch lese werde ich auch nicht irgendwie politisch unterwandert,oder manipuliert.
      Ok, wie mit der Rockmusik, eben ansichtssache.
      Ritter Runkel, bzw. die Digedags waren ja von Hannes Hegen und seinem Zeichner Kollektiv, leider gab er seine Arbeit auf, da er (hier auch wieder) bevormundet wurde, er sollte mehr sozialistische Lebensweise usw. einbauen-und eben nicht immer was mit Rittern und Römern. Deswegen, wenn man die ganze Serie kennt, kommt es zu ungereimtheiten im Geschichtlichen Verlauf, wenn die Digedags von ihren früheren Abenteuern erzählten, die ja im Zeitalter der Römerzeit spielten (die Raumschiffgeschichten, da wurden sie ja von Menschenähnlichen Ausserirdische mitgenommen, auch dieser Planet mit 2 Gesellschaftssystemen), war es sehr merkwürdig wenn sie ein Abenteuer zb. mit Ziolkowskie erzählen konnten…der lebte bekannterweise Jahrhunderte später. Aber das nur, weil das Zentralkomitee dort mit rumpfuschte. Aber mich stört es nicht, die Digedags (erste Mosaik Serien) sind schon genial, es gab auch Auflagen die sogar ins Kapitalistische Ausland (extra zb. für Finnland) gingen.
      Übrigens die Geschichte der Comics geht bis ins Mittelalter zurück.
      Komisch,jetzt unterhalten wir uns hier über Comics, aber ich finde es passt, da es ja um Jugend der DDR geht.

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      1. Eben. Genau das ist der Punkt: „…die Jugend führen, heißt (eben) nicht, die Jugend bevormunden.“ (!) Nichts gegen Unterhaltung, aber pädagogisch bzw. ethisch anspruchsvolle Geschichten oder Texte sind allemal besser für die Persönlichkeitsentwicklung. Doch wer kann daran heute ein Interesse haben? Es geht doch nur noch um’s Geschäft, und was sich eben besser verkauft und was den meisten Profit abwirft.

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  5. Die Auszüge aus diesem DDR-Buch von 1956 zeigen immerhin einen großen Realismus bei der Beurteilung der damaligen Jugend in der DDR.
    In den späteren Jahren wurde ja wohl auch in dieser Frage sicherlich viel schöngeredet oder vertuscht, Filme, welche sich eben auch mit dieser Problematik befassten, in Archiven verbannt, der breiten Öffentlichkeit vorenthalten.
    Das war natürlich ein großer Fehler.
    Tatsachen sind ein hartnäckiges Ding, sagen die Enländer schon sehr lange im Volksmund.
    Ob persönliche oder gesellschaftliche Krankheiten, unangenehme Dinge aller Art, auf Dauer lassen sie sich nicht wegleugnen.
    Diese Wahrheit predigte schon Lenin sehr oft seinen Mitstreitern, warb für unbestechliche Offenheit und Wahrheit.
    Man darf jedoch bei der Beurteilung der damaligen konkreten Situation in der DDR der 50er Jahre und selbst später niemals vergessen, dass der Sozialismus eine Übergangsgesellschaft ist, mit noch vielen bürgerlichen Merkmalen, Muttermalen, wie Marx ja völlig zutreffend z.B. in der Kritik des Gothaer Programm sagte.
    Niemand sollte nun erwarten, dass dies für die DDR (und überhaupt natürlich jede andere neue sozialistische Übergangsgesellschaft) in den kurzen 40 Jahren ihrer Existenz keine Gültigkeit hatte und auch zukünftig haben wird.
    Die Menschen in der SBZ und späteren DDR waren ebenso in großer Masse Abkömmlinge, Produkte, Charaktermasken des deutschen Imperialismus und Faschismus wie auch in den Westzonen, ebenso die Völker aller anderen kapitalistischen oder vor-kapitalistischen Nationen.
    In den Westzonen änderte sich nun nach dem Krieg und trotz ausländischer Besatzung gesellschaftlich nur wenig, da ja nur das politische Spitzenpersonal ausgetauscht wurde, oft nur die Parteiabzeichen der NSDAP gegen die von nun CDU, CSU, FDP und selbst „Sozialdemokraten“.
    Groß-und Finanzkapital, das ganze Besitzbürgertum herrschten wie seit eh und je.
    Alles ging weiter wie gehabt, bürgerlich, kapitalistisch, nun eben, nach der militärischen Niederlage, ohne Hitler, politisch brav US-hörig, wieder bürgerliche parlamentarische Demokratie spielend.
    Was für Fehler hätten in diesem erneut imperialistischen westlichen Nachkriegsdeutschland im Gegensatz zur völlig neuen DDR die herrschenden Eliten denn machen können?
    In der SBZ und späteren DDR dagegen wurden zunächst die alten imperialistischen Mächte und deren Lakaien und sonstigen Handlanger unter dem Schutz einer sozialistischen Besatzungsmacht entmachtet, Grundlagen geschaffen, später, so ab 1952, energisch der Versuch unternommen, eine neue, bessere, gerechtere, eben sozialistische Gesellschaft aufzubauen, und zwar eben mit mehrheitlich jenen Menschen, welche der faschistische deutsche Imperialismus halt so 1945 übriggelassen hatte.
    Andere gab es ja nicht.
    Ist es denn nicht völlig klar, was für eine wahrhaftige gesellschaftliche Titanenaufgabe von jenen wirklich fortschrittlichen Menschen jener schweren Zeit in fast jeder gesellschaftlichen Beziehung in Angriff genommen wurde?
    Ist es nicht geradezu dumm, ignorant, lächerlich, den damaligen Errichtern eines neuen sozialistischen Deutschlands ständig ihre damalige Fehler vorzurechnen, und zugleich alles, wirklich alles zu verschweigen, was unter diesen ungünstigen, beinahe schon katastrophalen imneren und nicht zuletzt auch extremen äußeren Bedingungen alles an gesellschaftlichen Fortschritt dennoch erreicht wurde?
    Geht man an diese ganze Problematik völlig marxististisch, wissenschaftlich-sozialistisch heran, ohne jeglichen revisionistischen Mumpitz aller Schattierungen, so kann man auch ganz entspannt über vermeidbare als auch über leider unter den damaligen Umständen jedenfalls erklärbare Fehler völlig entspannt sprechen, diskutieren.
    Wirkliche Anhänger des wissenschaftlichen Sozialismus müssen sich vor keiner Wahrheit fürchten, denn ihr letztliches Ziel ist immer die Befreiung der Menschen von Unterdrückung, Verdummung und Ausbeutung!
    Und mit Leuten, welche sich beständig heute mal als Kritiker des Kapitalismus, morgen wieder als Kritiker des realen Sozialismus aufpielen, sich aber in Wahrheit in diesem Imperialismus, wenigstens in einem seiner Zentren, im Grunde doch ganz wohlfühlen, mit diesen Heuchlern, Schwätzern, Zynikern, Egoisten, kurzum: durch und durch bürgerlichen Individuen, lohnt sich ohnehin keine ernstgemeinte Diskussion, ist reine Zeitverschwendung.
    Es ist heute Zeitverschwendung, und wäre zum Teil ebenso Zeitverschwendung in einer neuen sozialistischen Republik.
    Nicht wenige wären auch dann wieder mal offene, mal sich tarnende Konterrevolutionäre, schrien erneut nach einem Sozialismus mit menschlichen Anlitz, bis wieder hin zu einer Konterrevolution.
    Für alle anderen ehrlichen Leute, welche gern (z.T. wieder) in einem zunächst Sozialismus, einer neuen sozialistischen Republik, gern möglichst schnell europaweit verbunden mit mit vielen anderen sozialistischen Republiken, leben möchten, müsste alle Kritik an der einstigen DDR und ähnlichen Staaten, Gesellschaften unbedingt konstruktiv sein, auf die Zukunft ausgerichtet, das einstige Gute und Fortschrittliche bewahrend, das Schlechte, Untaugliche, die Irrtümer wegwerfend, dem Kehrrichthaufen der Geschichte überlassend.

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  6. Tasächliches Unrechtsbewusstsein einer herrschenden Klasse käme letztlich einem gesellschaftlichen Selbstmord dieser Klasse gleich.
    Nicht als herrschende Klasse, sondern nur als vereinzelte Individuen vermögen manchmal Mitglieder einer herrschenden Klasse ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln und mitunter diese gar veranlassen, die Klassenfronten zu wechseln.
    Eine größere Differnzierung, die Trennung der Spreu vom Weizen innerhalb bisher herrschender Klassen kann erst nach dem Sturz der Herrschaft dieser Klasse stattfinden, erst dann outen sich innerhalb dieser Klasse, vor allem jüngere Leute, welche durchaus für den Sozialismus zu gewinnen sind.
    Manche dann allmählich aus wachsender Überzeugung, andere wiederum aus reinem Opportunismus.
    Doch mitgenommen in eine neue Gesellschaft können dann nicht wenige von ihnen.
    Auch dazu gibt es aus der Geschichte der DDR eine Reihe guter Beispiele!

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  7. Stimmt, und wahrscheinlich kommen bei jeder größeren Umwälzung (wie auch bei der Konterrevolution 1989) auch die Ratten ans Licht!

    (Das hier Zitierte ist übrigens nur aus einer dünnen, unauffälligen Broschüre.)

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