Warum hat die Sowjetunion den deutschen Faschismus besiegt?

Sieg
„Stalin bricht Hitler das Genick!“ Diesen Ausspruch schleuderte Ernst Thälmann seinen faschistischen Peinigern ist Gesicht. Und er sollte damit Recht behalten. Am 8. Mai 1945 endete mit dem Sieg der ruhmreichen Sowjetunion der bisher verheerendste Krieg in der Geschichte der Menschheit. Die Sowjetunion besiegte ihren stärksten Gegner, das bis ins letzte bestausgerüstete und modern bewaffnete faschistische Deutschland. Die Verluste waren unermeßlich. Die Hauptlast dieses Krieges hatte die Sowjetunion zu tragen. Seither wurden Hunderte von Büchern darüber geschrieben. Ehrliche, heuchlerische und verlogene. Auch die heutige sowjetfeindliche und reaktionäre Regierung Rußlands und deren Auftragsschreiber trugen nicht wenig zur Legendenbildung bei, welche die heroische Rolle der Roten Armee und insbesondere die hervorragende Bedeutung Stalins für diesen Sieg ins Zwielicht zu rücken versuchen. Westdeutsche Geschichtsschreiber haben versucht, diesen sowjetischen Sieg herunterzuspielen und die Verantwortung des deutschen Monopolkapitals und die Mitverantwortung des deutschen Volkes für diesen Krieg zu verschleiern. Doch die Tatsachen sprechen eine deutliche Sprache. Die Errungenschaften der Sowjetunion beim Aufbau des Sozialismus waren bis dahin einmalig in der Welt und ein leuchtendes Beispiel für alle Völker der Erde. Was waren nun die Hintergründe für den Sieg der Sowjetunion? Im Jahre 1945 veröffentlichte die KPD dazu eine Informationsschrift:

Die Kraftquellen der Sowjetunion

Das Sowjetvolk schöpfte die Kraft zu seinem heroischen Widerstand und seiner siegreichen Offensive aus Quellen, die nur dem Sowjetstaate eigen waren. Diese Kraftquellen waren politischer, wirtschaftlicher und moralischer Natur.

1. Politische Kraftquellen

In der Sowjetunion bestand das fortschrittlichste politische System der Welt.
a) Rätestaat: „Schaffung eines neuen Staatstypus, des Rätestaates, der den werktätigen und unterdrückten Massen die Möglichkeit gibt an dem selbständigen Aufbau der neuen Gesellschaft tätig Anteil zu nehmen.“ (Lenin: Die nächsten Aufgaben der Sowjetmacht, Sämtl. Werke, Bd.22, S.495.)
b) Demokratie: für die breiten Massen Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit
„Diese Rechte des Bürgers werden dadurch gewährleistet, daß den Werktätigen und ihren Organisationen die Druckereien, Papiervorräte, öffentlichen Gebäude, Straßen, das Post- und Fernmeldewesen und andere materielle Bedingungen, die zu ihrer Ausübung notwendig sind, zur Verfügung gestellt werden.“ (Verfassung der SU, Art 125.)

2. Wirtschaftliche Kraftquellen

In der Sowjetunion bestand das fortschrittlichste wirtschaftliche System der Welt.
a) Sozialistische Wirtschaft: Die Produktionsmittel, Grund und Boden, Fabriken, Bergwerke, Eisenbahnen usw. befanden sich in Händen des Staates, d.h. des ganzen Volkes. Die landwirtschaftlichen Produktionsmittel waren Kollektiveigentum der Bauern. Demzufolge war die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen in der Sowjetunion aufgehoben. Es gab keine parasitären Klassen, und die ganze Volkswirtschaft konnte in den Dienst des Krieges gestellt werden.
b) Planwirtschaft: Auf der Grundlage des sozialistischen Eigentums an den Produktionsmitteln bestand Planwirtschaft. Darum gab es in der Sowjetunion keine Krisen und keine Arbeitslosigkeit. Die Stalinschen Fünf Jahrespläne sicherten den raschen Aufstieg der Volkswirtschaft der SU. Die Industrieproduktion stieg:
1928-1932 um 202%
1932-1937 um 221%
1937-Krieg um 190%

Die Planwirtschaft ermöglichte es, alle wirtschaftlichen Kräfte zu einer Kraft zusammenzuballen und für die Niederschlagung des räuberischen Feindes zu mobilisieren.
c) Wachsender Wohlstand der Massen: Der Durchschnittslohn des Arbeiters stieg von 1513 Rubel im Jahre 1933 auf 3447 Rubel 1938. Diese Steigerung bei gleichzeitiger Senkung der Arbeitszeit. Die durchschnittliche Arbeitszeit senkte sich von 9,9 Stunden 1913 täglich auf 6,8 Stunden 1936. Der Lohnfonds der Arbeiter und Angestellten wuchs 1940 auf 123,7 Milliarden Rubel gegenüber 116,5 Milliarden Rubel im Jahre 1939.
Das Geldeinkommen der Kollektivwirtschaften stieg von 5 Milliarden 661,9 Millionen Rubel im Jahre 1933 auf 14 Milliarden 180,1 Millionen Rubel im Jahre 1937.
Den Sowjetbürgern wurde in der Verfassung das Recht auf Arbeit, Erholung und Versorgung garantiert. Diese Errungenschaften hat das Sowjetvolk im Großen Vaterländischen Krieg gegen Hitlerdeutschland verteidigt.

3. Moralische Kraftquellen

a) Klassenlose Gesellschaft: Während des sozialistischen Aufbaues hatte die Arbeiterklasse aufgehört, eine ausgebeutete Klasse zu sein. Aus dem Proletariat im Kapitalismus war die Arbeiterklasse der Sowjetunion entstanden. Ein neuer, von jeder Ausbeutung freier Bauer, der Kollektivbauer, hatte sich entwickelt. Eine neue Sowjetintelligenz war entstanden, die gleichberechtigtes Mitglied der sozialistischen Gesellschaft war.
„Auf diese Weise verwischen sich die Klassenscheidungen unter den Werktätigen der Sowjetunion, verschwindet die alte Klassenabgeschlossenheit. 0ie ökonomischen und politischen Gegensätze zwischen Arbeitern, Bauern und der Intelligenz fallen weg und verwischen sich. Es ist die Grundlage der moralischpolitischen Einheit der Gesellschaft geschaffen worden.“ (Geschichte der KP der UdSSR (Bolschewiki), S.416.)
Diese neue Klassenstruktur der Sowjetunion gab die Grundlage für den festen Zusammenhalt des Sowjetvolkes im Vaterländischen Kriege.
b) Freundschaft der Völker: An Stelle des unter dem Zarismus herrschenden Hasses und Zwistes zwischen den Völkern trat die Freundschaft der Völker der SU, die wie ein Mann ihr sozialistisches Vaterland verteidigten.
„Die Freundschaft zwischen den Völkern unseres Landes hat allen Schwierigkeiten und Prüfungen des Krieges standgehalten und ist im gemeinsamen Kampf aller Sowjetmenschen gegen die faschistischen Okkupanten noch mehr gestählt worden. Darin liegt eine Kraftquelle der Sowjetunion.“ (Stalin, Vaterländischer Krieg, 6.11.1943, S. 101.)
c) Der Sowjetpatriotismus: Eine wichtige Kraftquelle war der Sowjetpatriotismus.
„Die Kraft des Sowjetpatriotismus liegt darin, daß ihm nicht rassenmäßige oder nationalistische Vorurteile zugrundeliegen, sondern die tiefe Hingabe des Volkes an seine Sowjetheimat und seine Treue zu ihr, die brüderliche Gemeinschaft der Werktätigen aller Nationen unseres Landes.“ (Stalin, Vaterländischer Krieg, 6.11.1944, S.133.)
d) Wachsender Einfluß der bolschewistischen Partei: Der Einfluß der bolschewistischen Partei auf die Massen des Sowjetvolkes war während des Krieges noch gewachsen und wurde eine bedeutende Kraftquelle für den Sieg des Sowjetvolkes.
In seiner Rede am 6. November 1945 sagte Stalin: „Unter der Führung der Partei der Bolschewiki haben die Arbeiter, die Bauern und die Intellektuellen unseres Landes die Freiheit errungen und die sozialistische Gesellschaft errichtet. In den Tagen des Vaterländischen Krieges steht die Partei vor uns als der Inspirator und Organisator des allgemeinen Volkskampfes gegen die faschistischen Okkupanten. Durch die Organisationsarbeit der Partei wurden alle Anstrengungen der Sowjetmenschen in eins zusammengefaßt und auf das gemeinsame Ziel gelenkt, alle unsere Kräfte und Mittel der Zerschmetterung des Feindes dienstbar gemacht. Während des Krieges ist die Partei noch mehr mit dem Volk verwachsen, hat sich noch fester mit den breiten Massen der Werktätigen verbunden.“ (Stalin, Moskau, Vaterländischer Krieg, 6.11.45, S.101.)

Quelle:
Zentralkomiteee der KPD, Vortragsdisposition Nr.8, 1945, S.6-8.
(Text geringfügig aktualisiert, N.G.)

KriegsgefangeneReinigung
Mehrere Stunden lang zog sich die Kolonne der deutschen Kriegsgefangenen hin, die am Tag des Sieges, am 9. Mai 1945, über den Roten Platz in Moskau geführt wurden. Anschließend wurde der Platz von den Wasserwagen vom Dreck der Faschisten gereinigt.

Siehe auch:
Der Sieg der Sowjetunion im Mai 1945
22. Juni 1941: Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Sozialismus unmoralisch?

6 Gedanken zu “Warum hat die Sowjetunion den deutschen Faschismus besiegt?

  1. Hallo Genosse Norbert,
    Vielen Dank besonders für die herrliche Illustration. Ich hoffe daß diese Vortragsdisposition für internem Gebrauch war denn für den Außenstehenden ist es (und 1945 war es vor allem), wie richtig inhaltlich auch, es eine „Fachsprache“ die keiner überzeugt.
    Genosse G. Dimitrow kritisierte diesen Mangel der KPD schon in seinem Bericht auf den VII. Weltkongreß der Komintern (1935!).
    Mit sozialistischen Gruß,
    Nadja

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  2. Es ist ein dünnes Heftchen (11 Seiten), wohl für die Argumentation gedacht. Denn die Hirne der meisten Menschen waren verkleistert vom nazistischen Ungeist. Eine schwere Aufgabe, die Menschen zu überzeugen! Dimitroff hatte freilich recht. Doch einfacher kann man es nun wirklich nicht sagen. Danke, Nadja!

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  3. Man könnte es auch so, einfacher, volkstümlicher sagen:

    Im Gegensatz zu allen anderen Ländern Europas mit herrschenden ausbeutenden bürgerlichen Klassen, Herrschaft des Kapitals, also Kapitalismus, welche entweder von Deutschlands als Faschisten- „Antibolschewisten“ maskierten Imperialisten unterworfen oder sich freiwillig als Verbündete oder Vasallen in Hoffnung auf Beute und Hilfe bei der Niederhaltung des eigenen Proletarier, sonstiger kleinen Leute als Verbündete und Vasallen unterwarfen, gab es so eine Klasse in der UDSSR zur Zeit Stalins nicht mehr.
    Hinzu kam, dass die Unterworfenen der UDSSR nach einem Siege der deutschen faschistischen Imperialisten zu einem großen Teil ewige Sklaverei drohten, nicht wenigen gar ein organisierter Hungertod.
    Dass viele zunächst die ankommenden Deutschen und deren Verbündete Ungarn, Finnen, Rumänen etc.. bejubelnden Ukrainer bald eines besseren belehrt wurden, und später selbst sowjetfeindliche ukrainische Nationalisten zum Kampf gegen die „Befreier“ von „Stalins Joch“ übergingen ist doch Beweis hierfür genug.
    Die Masse der Sowjetbürger, ob nun Kommunisten, Neutrale oder gar Gegener des damaligen Systems hatte also genügend gute Gründe, sich nicht so schnell und feige zu unterwerfen, zu ergeben, wie es den deutschen Invasoren in fast allen anderen kapitalistischen Ländern zu Hitlers und seiner Auftragsgebers Glück widerfuhr.
    Und doch sollten wir dabei nicht übersehen, dass das Schicksal der UDSSR sowohl 1941 und nochmals im Sommer 1942 an einem sehr seidenen Faden, hing, ein Sieg der Invasoren keinesfalls außerhalb jeglicher Reichweite lag.
    Japan und die Türkei spielten 1942 sehr ernsthaft mit dem Gedanken, ebenfalls an der Seite Deutschlands in den Krieg gegen die UDSSR einzutreten, doch erst nach einem klaren deutschen Sieg, sozusagen als Aasgeier, Hyänen, ähnlich den US-Imperialisten 1917 und 1943/44 in Europa.
    Zum Glück kam es doch anders, die UDSSR überlebte trotz schwerster Wunden, Verluste.

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  4. ..um so höher ist der Sieg von Stalingrad zu bewerten!!!
    Und – so viele waren es gar nicht, die den Nazis zujubelten oder sich ihnen als Kollaborateure zur Verfügung stellten. Größtenteils waren die Sowjetbürger stolz auf ihre Heimat!

    N.B. auch heute sollte man sich die Kollaborateure genau merken!

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  5. Einen schönen guten Morgen!
    Das Thema Kollaboration in seiner ganze Breite und Tiefe gehört seit Ende des 2. Weltkriegs zu den unbeliebtesten und deshalb auch verschwiegensten Aspekten sowohl der Masse der bürgerlichen als auch der ihnen oft sehr nahe stehenden revisionistischen Historiker oder sonstiger rein ideologischer Geschichten-Erzähler.
    Meines Wissens war dieses Thema auch in der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung ein ziemliches Tabu.(oder?)
    Tasache ist, dass allein auf dem Boden der zeitweilig besetzten UDSSR über eine Million Leute allein in den bewaffneten Formationen der Wehrmacht mitdienten, insbesondere bei der Partisanenbekämpfung, bei der Aufspürung und Vernichtung Menschen jüdischer Herkunft, ebenso bei der Verfogung und „Unschädlichmachung“ zurückgebliebener Kommunisten, patriotischer Sowjetbürger.
    Eine weitere gewisse Menge an ansonsten sicherlich harmlosen kleinen Leuten diente auch als Spitzel, oft gegen kleine Vergünstigungen der Besatzer.
    Zum Glück stand aber die Mehrheit der Menschen in der UDSSR doch hinter ihrem Land, sonst wäre es wohl in der Tat schon nach 2 Monaten, wie Hitler und seine Super-Generäle ja felsenfest zu Beginn des „Feldzuges“ glaubten, wie ein morsches Gebäude „beim Türe eintreten“(O-Ton Hitler) zusammengebrochen.
    In Stalingrad selbst kämpften bekanntlich auch italienische, rumänische und ungarischen Armeen, darüber hinaus zahlreiche Freiwillige aus vielen Ländern Europas, selbst neutralen Staaten.
    Es ist den wenigsten bekannt, dass die deutschen Landstreitkräfte um 1943 europaweit fast zur Hälfte aus angeheuerten Ausländern bestand.
    Als die deutschen Imperialisten 1941 in die UDSSR einfielen taten sie es im wahrsten Sinne des Wortes mit einer gigantischen Europa-Armee, um Dimensionen größer als Napoleons berühmte einstige „Große Armee“, welche bekanntlich nur etwa zur Hälfte aus abstämmigen Franzosen bestand.
    Über die Massen an Kollaborateuren und Helfershelfern des „Führers“ in den vielen anderen besetzten oder verbündeten Staaten Europas müssen wir erst gar nicht reden.
    Natürlich wurden nach dem Kriege eine Menge dieser Gestalten ihrer gerechten Strafe zugeführt, ob in der UDSSR oder auch anderswo.
    Andere fanden leider sehr schnell Schutz durch die USA und den „Heiligen Stuhl“, südamerikanische Fascho-Despoten.
    Dein Hinweis auf die heutigen Kollaborateure, darunter auch und gerade in den „Argen“(siehe diese Sanktionswut, niederträchtige Leihrarbeit-Zuhälterei, Erpressungen aller Art..), ebenso in Medien und Politik ist gerade auch vor diesen grausigen geschichtlichen Hintergründen von größter Wichtigkeit und Aktuallität.
    Halten wir ruhig die Augen offen, merken wir uns gut Namen und Visagen!

    Ich wünsche dir und allen fortschrittlichen und unbestechlichen Lesern und Kommentatoren hier noch einen schönen Tag!

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  6. Guten Morgen, Harry! Die „angeheuerten Ausländer“ waren von den Nazis m.E. nur an die Front geschickt worden, um die eigenen Kräfte zu schonen. Die Kollaborateure aber waren meist Russen, Ukrainer (Bandera-Leute) usw. – also Leute, die schon zuvor Feinde des „Sowjetregimes“ gewesen waren (5. Kolonne), vorteilssüchtige Kleinbürger und schwankende Elemente. Sie waren unter der Sowjetmacht sehr „angepaßt“, hatten mitunter vorher sogar wichtige Funktionen inne. Manche von ihnen waren sog. 150%ige (sogar KPdSU-Mitglieder!) – Man kennt das ja aus jüngster DDR-Vergangenheit…
    Einen schönen Tag!
    Norbert.

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