Warum man den Anarchismus bekämpfen soll…

Dunkel war’s, der Mond schien helle…
Mond
…doch eine „Erleuchtung“ ist wohl nicht zu erwarten. Oder was soll man dazu sagen, wenn man immer wieder liest, wie ein paar frustrierte Kleinbürger ihrer Unzufriedenheit Luft machen, indem sie über „den vielleicht einzigen Weg“ aus der Katastrophe phantasieren, wo andere, radikalere, anarchistische Zeitgenossen allenorts zur Zerstörung aufrufen? Beides ist gleichermaßen dumm, denn es führt zu nichts (außer vielleicht zur Aufrüstung und zur Verschärfung der Kontrollen und Zwänge gegen die unterdrückte Klasse)…

Doch hören wir, was diese „Weltverbesserer“ zu sagen haben: „Geschichte ist nicht etwas, was mit den Menschen geschieht – es ist die Tätigkeit der Leute. In jedem Moment, mit jeder Entscheidung und jeder Geste gestalten wir unsere Kultur, unsere Lebensgeschichten, unsere Welt, ob wir nun selbst Verantwortung dafür übernehmen oder ob wir diese Macht den Managern, Politikern, Popstars, den Wirtschaftssystemen oder Gottheiten zuschreiben. In einer Gesellschaft, die ihre Macht und unsere Passivität verherrlicht, ist der ganze Gedanke, der diese Passivität herausfordert ein Denkverbrechen. Das Gegenteil davon ist eine Grenzüberschreitung, ohne die Freiheit und Selbstbestimmung unmöglich sind – es ist der Hauptschlüssel, der die Gefängnisse unseres Zeitalters aufschließt.“ Hört sich klug an, nicht wahr? Mit diesen schwülstigen Worten begründet eine kommerziell aufgemachte, amerikanische Anarchisten-Website ihren Aufruf zu zivilem Ungehorsam und freier Entfaltung der Persönlichkeit, wohl wissend, daß damit eine Änderung der gesellschaft-lichen Verhältnisse, die Beseitigung von Ausbeutung und Unterdrückung durch das kapitalistische Herrschaftssystem nicht möglich ist.

Die Blümchen-Revolution

In ähnlicher Weise, nur friedlicher – doch nicht weniger einfältig – argumentiert eine andere Gruppe von „Weltverbesserern“ in einem Blog. Sie schreiben: „Die nicht zukunftsfähige Politik in aller Welt mit der Folge der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen fordert eine sanfte Revolution heraus. Diese ist – jedenfalls in Deutschland – allein anhand der bestehenden Gesetze möglich…“ Ach nee. Und sie haben die Lösung auch schon parat: „Es gibt wohl keine andere Möglichkeit als den Beitritt möglichst vieler Nachdenklicher in die Parteien.“ Na, wunderbar! Endlich findet sich jemand in dem politischen Durcheinander, der den klaren Blick für die Zukunft der Menschheit bewahrt und einen Ausweg aus der Misere gefunden hat!
tralala…mit Ringelreihen, Klatschen und Singen vertreiben wir die Zerstörer unserer Lebensgrundlagen – ein für allemal !!!

Eine „sanfte Revolution“? Hatten wir das nicht schon mal: eine „friedliche Revolution“? Ach nein, das war ja eine Konterrevolution 1989. Das haben einige Spätzünder ja nun auch begriffen. Denn es ging zurück in die kapitalistische Gesellschaft, in den Raubtier-kapitalismus mit Kriegen und Eroberungen, mit Ausbeutung und Hartz4 undsoweiter!
ZukunftDer Weg in die amerikanische Zukunft…

Alle diese Theorien aus Wolkenkuckucksheim entbehren allerdings nicht einer gewissen Komik. „Wo bitte geht’s in die Zukunft?“ – „Geradewegs nach rechts und dann nach links, und da ist irgendwo ein Wahllokal. Sie können sich aber auch gleich im Internet vernetzen und ihre Stimme abgeben!“ (Wer weiß, ob sie die jemals wiederfinden werden.) – So etwa stellt sich Klein-Alfred die Demokratie vor. Nicht zu vergessen, daß sich ja auch schon viel bedeutendere Komiker vor ihm auf der Kabarettbühne dazu geäußert haben…

Über die Ideologien der Gegenwart

Doch kehren wir zurück zur Wirklichkeit. „Die Drehachse des modernen gesellschaftliche Lebens“, so schrieb Stalin, „ist der Klassenkampf. In diesem Kampfe aber läßt sich jede Klasse von ihrer eigenen Ideologie leiten. Die Bourgeoisie hat ihre eigene Ideologie – das ist der sogenannte Liberalismus. Die eigene Ideologie hat auch das Proletariat – das ist bekanntlich der Sozialismus. Man kann den Liberalismus nicht als etwa Geschlossenes und Unteilbares betrachten: er zerfällt in verschiedene Richtungen entsprechend den verschiedenen Sichten der Bourgeoisie. Auch der Sozialismus ist nicht geschlossen und unteilbar: auch in ihm gibt es verschiedene Richtungen. Wir wollen uns hier nicht mit der Untersuchung des Liberalismus befassen – das verschieben wir besser auf ein anderes Mal. Wir wollen den Leser nur mit dem Sozialismus und seinen Strömungen bekannt machen. Unserer Meinung nach wird das für ihn von größerem Interesse sein.“ [1]

Die verschiedenen Weltanschauungen der Arbeiterklasse

Und Stalin schreibt weiter: „Der Sozialismus teilt sich in drei Hauptströmungen: Reformismus, Anarchismus und Marxismus. Der Reformismus (Bernstein u.a.), für den der Sozialismus nur ein fernes Ziel und weiter gar nichts ist, der Reformismus, der faktisch die sozialistische Revolution ablehnt und den Sozialismus auf friedlichem Wege zu errichten sucht, der Reformismus, der nicht den Kampf der Klassen predigt, sondern ihre Zusammenarbeit, – dieser Reformismus zersetzt sich von Tag zu Tag, verliert von Tag zu Tag immer mehr alle sozialistischen Kennzeichen, so daß, unserer Meinung nach, seine Untersuchung hier, in diesen Artikeln, bei Bestimmung des Sozialismus, in keiner Weise vonnöten ist. Ganz anders steht es um den Marxismus und den Anarchismus: beide werden heute als sozialistische Strömungen anerkannt, beide führen einen erbitterten Kampf gegeneinander, beide sind bemüht, sich in den Augen des Proletariats als wirklich sozialistische Lehren hinzustellen, so daß es natürlich für den Leser von bedeutend größerem Interesse ist, diese beiden Strömungen zu untersuchen und einander gegenüberzustellen.“ [2]

Was ist Anarchismus?

Der Anarchismus ist eine kleinbürgerliche pseudorevolutionäre politische und ideologische Strömung, die jede staatliche Organisation und Gewalt prinzipiell ablehnt. … Die soziale Grundlage des Anarchismus ist der durch die kapitalistische Entwicklung verursachte Zerfall des kleinbürgerlichen Privateigentums. Der ökonomische Ruin bringt den Kleineigentümer gegen den kapitalistischen Staat auf; zugleich aber fürchtet er aber auch den sozialisischen Staat, weil er in diesem keine Perspektive für sein Privateigentum sieht. „Der Anarchismus ist ein Produkt der Verzweiflung. Die Mentalität des aus dem Geleise geworfenen Intellektuellen oder des Lumpenproletariers, aber nicht des Proletariats.“ [3]

Marxismus oder Anarchismus???

„Manche sind der Auffassung,“ schreibt Stalin weiter, „der Marxismus und der Anarchismus hätten ein und dieselben Prinzipien, es gäbe zwischen ihnen lediglich taktische Meinungsverschiedenheiten, so daß es ihrer Meinung nach ganz unmöglich sei, diese beiden Strömungen einander gegenüberzustellen. Dies ist jedoch ein großer Irrtum. Wir sind der Auffassung, daß die Anarchisten richtige Feinde des Marxismus sind. Wir erkennen also auch an, daß man gegen richtige Feinde einen richtigen Kampf führen muß.“ [4]

Und was ist dagegen Terrorismus? Wem nützt er und wem schadet er?

Terrorismus ist die Anwendung brutaler Gewalt zur Verbreitung von Furcht und Schrecken. Konkreter Ausdruck sind u.a. Attentate und Brandschatzungen, grausame Verfolgungen, Folterungen, Sprengsoffanschläge und Flugzeugentführungen. Des Terrorismus bedienen sich verschiedene gesellschaftliche Kräfte. Besonders reaktionäre Kreise der herrschenden Klasse imperialistischer Staaten geifen zu terroristischen Methoden, um die Arbeiterklasse und andere demokratische Bewegungen sowie nationale Befreiungsbewegungen niederzuhalten oder rassistische, religiöse und nationale Minderheiten zu drangsalieren. Vielfach versuchen sie, ihre Aktionen damit zu rechtfertigen, daß auch ultralinke, meist anarchistische Gruppen, die sich aus Vertretern kleinbürgerlicher Protestbewegungen gegen den Kapitalismus rekrutieren, terroristische Mittel anwenden. Zur realistischen Einschätzung der Lage außerstande, wollen diese Gruppen die Massen z.B. durch Attentate „wachrütteln“. Ultralinke Terrorgruppen werden häufig von Polizei und Geheimdiensten unterwandert, z.T. auch durch Neofaschisten manipuliert. Mitunter sehen Angehörige unterdrückter Völker nur in terroristischen Aktionen einen Ausweg aus ihrer Lage. Die Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker und der Souveränität ihrer Staaten ist eine wesentliche Bedingung, um den „internationalen Terrorismus“ einzuschränken und auszurotten.[5] So schrieb 1987 das Lexikon für Zeitungsleser.
TerrorUS-amerikanischer Staatsterror

Inzwischen muß man feststellen, daß der Staatsterrorismus durch die USA, die NATO und ihre Geheimorganisationen und Banditenarmeen nahezu ungebremst Einfluß auf andere Staaten und deren Regierungen zu nehmen versuchen. Sie schrecken weder vor faschistischen Überfällen auf fremde Länder und Territorien, Banditenkriegen, Sabotageakten, subversiven Eingriffen, noch vor Attentaten und Morden zurück, um ihren Machtbereich zu erweitern, und versetzen damit alle demokratischen Kräfte in Angst und Schrecken…

Quellen:
[1] J.W. Stalin, Anarchismus oder Sozialismus (1907), in: Werke, Bd.1, Dietz Verlag Berlin (DDR); 1950, S.257f.
[2] J.W. Stalin, a.a.O. S.258
[3] Buhr/Klaus: Kleines Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, Dietz Verlag Brlin (DDR), 1981, S.21.
[4] J.W. Stalin, a.a.O. S.258.
[5] Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1987, S.238f.

Der lange Schatten des Joseph Goebbels

Zwar ist der faschistische Schrumpfgermane und Oberlügner längst verblichen, doch sein Schatten ist nicht nur in Westdeutschland, sondern nunmehr wieder auch in der Ukraine und in Rußland nicht zu übersehen. Seine Lügen haben den nazistischen Propagandazwerg überdauert, und sie scheinen den neuen russischen Machthabern, dem ukrainischen Nationalistengesindel und den ehemaligen Nazikollaborateuren in Estland, Lettland und Litauen und deren Gefolge gerade recht gekommen zu sein, um den Raub am Volksvermögen der Sowjetunion und ihre braune Gesinnung zu rechtfertigen. Das wird deutlich bei den Lügen in der Katyner Sache, wo der Nazimord an polnischen Offizieren Stalin und dem sowjetischen Geheimdienst in die Schuhe geschoben werden sollte, um von der Niederlage der faschistischen Wehrmacht in Stalingrad abzulenken. Das wird deutlich beim Wiederaufflammen der nazistischen Nostalgie durch die heutigen Bandera-Faschisten. Und das wird deutlich durch die neuerliche Nazi-Propaganda in den ehemals baltischen Sowjet-Republiken. Der lange Schatten des J.Goebbels ist also nicht zu übersehen. Doch wie man sieht, fassen selbst die Gerichte in Rußland die gefälschten „Dokumente“ und „Beweismittel“ mit sehr spitzen Fingern an. Sie glauben den Fälschungen und Lügen nicht…

Ein Interview mit Stalins Urenkel Jakob Dschugaschwili

„Die Lügen über Stalin sind ein Versuch der jetzigen Eliten, den Raub des sowjetischen Erbes zu rechtfertigen“ (Jakob Dschugaschwili)

Jakob DschugaschwiliJakob Dschugaschwili

Der Urenkel von Josef Stalin, Künstler und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Jakob Dschugaschwili hat in einem Exclusiv-Interview der Internet-Ausgabe „Glagol“ erzählt, warum er auch weiterhin um die Wahrheit über seinen großen Urgroßvater kämpfen wird, und erklärt, warum Stalin gerade heute für uns so wichtig ist. (Mit freundlicher Genehmigng übernommen von Kommunisten-online vom 25.April 2013)

Die Lüge ist wie ein Virus

– Regt Sie die stalinfeindliche Hysterie sehr auf, die heute in den globalen Massenmedien vorherrscht?

– Diese Lügen verletzen mich, ich decke sie mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln auf und versuche, den Menschen die Wahrheit zu vermitteln. Stalinisierung bedeutet eine Aufklärung der Menschen, eine Erklärung, was Josef Stalin machen wollte, was ihm gelang, und wer seine Reformen warum hintertrieb. Ohne Aufdeckung der Lügen über Josef Stalin und die Geschichte der UdSSR in jener Periode ist eine Stalinisierung nicht möglich. Josef Stalin ist heute für all jene wertvoll und teuer, für die solche Begriffe wie Gerechtigkeit, Vaterland und das Volk keine leeren Phrasen sind.

Es geht darum, daß die Lügen über Josef Stalin und die UdSSR entstanden sind, um die Autorität des Staatsoberhauptes unseres Landes zu schädigen, um die Menschen von jeglichem Versuch abzuhalten, die Natur der Ereignisse und die Rolle Stalins in jener Periode zu durchdenken, welche im Verlaufe seines Lebens geschahen. Diese Lügen sind nicht gegen Josef Stalin oder seine Verwandten gerichtet, sondern in erster Linie gegen das Russische Volk. Mit den Lügen darüber wird versucht, die Russen (und zusammen mit ihnen all jene Völker, die zusammen mit dem Russen als erste in der Welt eine Gesellschaft frei von Parasiten aufbauten) der Fähigkeit zu berauben, den äußeren wie auch inneren Bedrohungen zu widerstehen. Die Lügen über Josef Stalin sind ein von den kriminellen Elementen geschaffener Virus, der den Schutzmechanismus eines Volkes zerstört, welcher für das Erkennen von Gefahren verantwortlich ist. Und letzten Endes sind die Lügen darüber auch ein Versuch der jetzigen Eliten, den Raub all des Guten zu rechtfertigen, welches vom sowjetischen Volk hervorgebracht und vermehrt wurde.

Die grusinische Jugend versteht kein Russisch

– Kann man sich In Grusinien an Josef Wissarionowitsch Stalin erinnern, verehrt man ihn?

– Die Beziehung der Menschen zu Josef Stalin in seiner Heimat erklärt sich heute durch die Uninformiertheit über den Führer des Landes und über die UdSSR in jener Periode. Das sind zwei der am meisten verleumdeten Themen, und wenn man sich damit zurechtfinden will, muß man den Zugang zu spezifischer Literatur haben, und diese Literatur ist hauptsächlich in Russisch. Die jetzigen Machthaber in Grusinien haben schon fast zehn Jahre das Russische aus Grusinien verdrängt und nach „befriedigenden“ Ergebnissen in dieser Sache gestrebt: die junge Generation kann tatsächlich kein Russisch. Aber sogar jener Teil der Bevölkerung, der Russisch nicht für die „Sprache der Besatzer“ hält und auch weiterhin versucht, vermittels des Russischen an die Weltkultur anzuknüpfen, interessiert sich nicht besonders für das Thema des Stalinismus. Die Mehrheit der Grusinier hat sogar nicht einmal den Wunsch, sich in diesen Fragen zurechtzufinden, da sie von einer äußerst unerfreulichen materiellen Lage unterdrückt ist, sowie von einer ungeheuer gemeinen antisowjetischen (und eigentlich antirussischen) und stalinfeindlichen Propaganda beeinflußt, welche vom Fernsehen ausgeht, das heute in Grusinien auf vier Millionen Menschen bei zwei von zehn Kanälen einwirkt! Man muß schon eine sehr standfeste Psyche haben, und über eine starke Motivation verfügen, um unter solchen Bedingungen nicht zu verzagen und dem zu widerstehen. Deshalb muß man akzeptieren, daß die Verfechter der Sache Stalins in Grusinien die Stimmung und das Bewußtsein des Volkes nicht zu beeinflussen vermögen. Ungeachtet der so traurigen Sachlage, bohrt sich das positive Wirken Josef Stalins in Artikeln und Kommentaren gleich einem mächtigen Lichtstrahl in den Verstand und in die Herzen der Menschen, und zwingt sie, über diesen Menschen und sein Wirken nachzudenken.
(Kürzung)

Die Katyner Sache

– Sie wenden der Katyner Sache besondere Aufmerksamkeit zu…

– Vor gar nicht allzu langer Zeit hat das Twerer Gericht von Moskau indirekt bestätigt, daß die Deutschen die polnischen Offiziere 1941 erschossen haben. Das Ergebnis des Verfahrens gegen die Staatsduma war sensationell. Nein, die Klage wurde abgewiesen, aber im Ergebnis schrieb die Richterin zweimal schwarz auf weiß, daß die Polen in Katyn im September 1941 erschossen wurden, also von den Deutschen. Das ist ein großer Sieg! Es ist also nicht nur Publizistik, sondern ein Dokument, in dem die Allbekanntheit dieser Tatsache durch einen Gerichtsbeschluß festgestellt wurde. Ich beglückwünsche alle ehrlichen Menschen, und in der Hauptsache die ehrlichen Polen zu diesem Sieg! Und allen Ganoven, einschließlich der polnischen, rate ich, sich mit Validol zu versorgen.

– Wer hilft Ihnen, in dem Prozeß zu kämpfen?

– Im Jahre 2009 hat sich der Publizist Leonid Nikolajewitsch Schura mit mir verbunden und mich gebeten, daß mein Vater Jewgenij Jakowlewitsch ihm erlaubte, eine Klage zum Schutz der Ehre und der Würde Josef Stalins einzureichen. Die eingereichte Klage ist in der „Nowaja Gaseta“ mit einem Artikel von Anatoli Jablokow „Als Täter wurde Berija benannt“ veröffentlicht worden. Nach den Gesetzen Rußlands sind nur Verwandte von Josef Stalin berechtigt, eine solche Klage einzureichen. Mein Vater stimmte zu, und Leonid Schura wurde vor Gericht der offizielle Vertreter meines Vaters in dieser Sache. Mein Vater hat jedoch obligatorisch darauf bestanden, daß sein Vertreter Leonid Nikolajewitsch Schura nur gemeinsam mit Jurij Muchin (www.ymuhin.ru) auftreten sollte, der zu Beginn des Prozesses krank war und im Krankenhaus lag. (Was mit ihm dort geschah, ist eine andere Geschichte, die beinahe tragisch für ihn ausgegangen wäre.) Daher hat sich ihm Sergej Emiljewitsch Strygin, der Autor einer unabhängigen Untersuchung der Katyner Tragödie angeschlossen. Diese Troika wurde nur wenige Jahre später zum Schrecken für die „Kämpfer gegen den Stalinismus“ und für all jene, deren „Traum sich verwirklichen sollte“. Sie fordern doch eine Verurteilung von Josef Stalin, oder nicht? Da ist das Gericht, kommen Sie und beweisen Sie seine „Verbrechen“. Die Gerichtsverfahren haben jedoch die völlige Hilflosigkeit der Kläger gegen Josef Stalin deutlich gemacht. Im Unterschied zum Radiosender „Echo Moskwy“ oder zur Redaktion der „Nowaja Gaseta“, waren unsere Opponenten vor Gericht gezwungen, sich für ihr Geschwätz zu verantworten. Unsere Vertreter halfen aktiv dabei nach, indem sie verschiedene Fragen vorlegten, auf diese verpflichtet waren zu antworten, wie es auch die Gesetzgebung es verlangt. Die Historiker vollbrachten in diesem Sinne eine bemerkenswerte Leistung zur Aufdeckung der Lügen über Josef Stalin und über die Geschichte der UdSSR. Ungeachtet der außergewöhnlichen Belastung, die dieser Prozeß für ihn darstellte (gegen ihn selbst wurden zwei Strafsachen wegen eines „russischen“ Artikels über den Extremismus verhandelt) und der durchgeführten Herzoperation, befaßte sich Jurij Muchin mit der Sache und schrieb am Tag der Verhandlung sofort danach oder eine ausführlichen Reportage über das, was dort geschah. Jetzt sind diese Reportagen in einem Buch unter dem Titel „Das Gericht über Stalin“ zusammengefaßt. Ich muß hinzufügen, daß die Massenmedien, sowohl die offiziellen, als auch die irgendwie oppositionellen, einträchtiges Schweigen über diese Prozesse bewahrten. Sogar das „Echo Moskwy“ und die „Nowaja Gaseta“ haben es vorgezogen zu schweigen, obwohl sie unmittelbar Teilnehmer des Gerichtsverfahrens waren.

– Sie hatten einen schrillen Prozeß gegen Journalisten Vladimir Pozner.

– Ich konnte bei diesem Prozeß anwesend sein, und hatte das seltene „Glück“, den obersten „Guru der Fernsehverleumdungen“ aus unmittelbarer Nähe zu beobachten. Wie es die Ironie des Schicksals wollte, fand der Prozeß am 21. Dezember statt, dem Geburtstag von Josef Stalin. Das Kern der Sache war folgender: Vladimir Pozner hatte in einem seiner üblichen Kommentare gegen Ende einer Sendung Josef Stalin der Erschießung der polnischen Offiziere in Katyn beschuldigt. Als er von der Klage erfuhr, erklärte er in einer Sendung von „Echo Moskwy“, daß er bereit sei, vor Gericht die Mitwirkung Josef Stalins an der Erschießung der Polen dokumentarisch zu beweisen. Zur Gerichtsverhandlung erschien er dann in Begleitung zweier Juristen (der eine von beiden stand offenbar mit der Richterin auf freundschaftlichem Fuße), und legte zwei der vier Dokumente aus der berühmten Mappe der Fälschungen über die Katyner Sache auf den Tisch. Die Richterin reagierte sofort, und gab zu verstehen, daß sie dieses Dokument irgendwohin weiter verborgt und vergessen habe. So vergas auch Vladimir Pozner dieses „Dokument“, ebenso wie sein schreckliches Versprechen, die Mitwirkung Josef Stalins an der Erschießung der Polen dokumentarisch beweisen zu wollen. Statt dessen ließ er sich aus über das Verfassungsrecht auf Geschwätz, d.h. über das Recht auf seine persönliche Meinung. Ich muß bemerken, daß alle diese „Kämpfer gegen den Stalinismus“, die sich auf Gerichtsverfahren, anstatt auf konkrete Beweisgründe für ihre Behauptungen stützen, sich vor allem damit beschäftigten, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu erklären. Während einer der Pausen gab es einen Streit mit Vladimir Pozner bezüglich der von ihm ins Gericht mitgebrachten „Dokumente“. Dabei wurde klar, daß er diese Papierchen zum ersten Mal im Leben sah. Außerdem hatte er noch nie etwas davon gehört, daß diese Papierchen Fälschungen sind. Was bedeutet das? Es bedeutet auch, daß Vladimir Pozner, als er vom Thema des bevorstehenden gerichtlichen Streites erfuhr und bis zum Beginn der Verhandlung, wo er also mindestens zwei Wochen zur Verfügung hatte, sich noch nicht einmal die Zeit genommen hatte, um über dieses Thema im Internet zu „googeln“. Beispielsweise: auf meine Bemerkung hinsichtlich eines der „Dokumente“, und zwar der angeblichen „Briefe Berijas“: „Konnte Lawrenti Berija der Trojka 1940 etwas befehlen, wo doch die Trojka schon 1938 aufgelöst worden war?“ erwiderte Wladimir Pozner lässig: „Er konnte!“ – Mit einem Wort: ein Guru!

– Wie stehen Sie zu dem Westernfilm über Josef Stalin, den Aleksej Balabanow gerade dreht?

– Er hat erklärt, einen Film über meinen Urgroßvater drehen zu wollen und äußerte, daß einer der Helden des Filmes Josef Stalin sei, der als das nun endgültig entthronte Idol seiner Jugendjahre erscheint – ein Bandit, ein Straftäter. Stalin war tatsächlich ein Straftäter – doch es ist nicht bewiesen, daß er persönlich an den Raubüberfällen teilnahm. Ebensowenig wie es bewiesen ist, daß nicht teilnahm. Deshalb kann man es so oder so machen. Ich würde unterstreichen, daß die Lügen über Josef Stalin nicht eine Beleidigung von uns, der Verwandten, darstellen. Sie verletzen nicht mich persönlich. Sie sind eine Herabsetzung des russischen Volkes, das in kürzester Zeit ein mächtiges Industrieland aufbaute, das den Krieg gegen die Armeen von ganz Europa gewann (wobei auf Seiten Deutschlands nicht nur die Deutschen kämpften). Und schließlich eines Volkes, das den Kosmos eroberte.

Die Legende vom „Massensterben“* während der Hungersnot

– In der Ukraine liegt das Hauptaugenmerk der stalinfeindlichen Politik auf der Hungersnot der 1932-1933 Jahre …

– Hier ist, was Professor Grover Furr, der Autor des Buches „61 Unwahrheiten Chruschtschows“ sagt: „Im Jahre 1930 haben die ukrainischen Nationalisten mit Hilfe der Nazis mit der Fabrikation der Legende vom sogenannten ‚Massensterben’ während der Hungersnot begonnen. Der kürzlich verstorbene kanadische Forscher Douglas Tottle erbringt mit seinem 1987 erschienenen Buch: ‚Die Lüge, der Hunger und der Faschismus – Mythen über das ukrainische Genozid von Hitler bis zu Harvard’ (Fraud, Famine and Fascism – The Ukrainian Genocide Myth from Hitler to Harvard) den Beweis. Ich habe den Artikel schon 1987 gelesen, in dem er die Lüge der ukrainischen Nationalisten entlarvte. Ich war betroffen von dem, was Douglas Tottle schrieb und bin nach Toronto (Kanada) gefahren, um mich mit ihm zu treffen. 1988 machte dann der amerikanische Journalist Jeff Coplon mit ihm und anderen Interviews für einen Artikel ‚Auf der Suche nach dem sowjetischen Holocaust: Ein 55-jähriger Hungernder füttert das Recht’ (In Search of a Soviet Holocaust: A 55-Year-Old Famine Feeds the Right).

Die Lüge über das sogenannte ‚Massensterben’ während der Hungersnot wird von den ukrainischen Nationalisten benötigt, um die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den Nazis und den Mord von Millionen ihrer Landsleute, einschließlich der Juden, zu rechtfertigen. Sie ermordeten während des sogenannten Wolynsker Massakers bis zu 100.000 polnische Bürger. Die polnischen Forscher Władisław und Ewa Siemaszko, der ukrainisch-kanadische Forscher Wiktor Polischtschuk und der russische Historiker Alexander Djukow dokumentieren dieses Massaker. Selbst wenn man nur einen kleinen Teil dieser Verbrechen rechtfertigen wollte, dann müßten die Nationalisten darauf bestehen, daß die UdSSR schlechter war als die Nazis und die ukrainischen Nationalisten, und daß es nichts schlechteres gegeben hätte, als den Kommunismus, und daß „alles übrige besser“ gewesen wäre. Ähnliche Lügengeschichten über sowjetische Greueltaten werden auch von den rechten Nationalisten Estlands, Lettlands, und Litauens propagiert. Gewöhnlich basieren sie auf Quellen der Nazipropaganda, die meistens einfach nachgedruckt wurden. Der Fond „Historisches Gedächtnis“ von Alexander Djukow veröffentlicht Arbeiten zum Thema dieser Fälschungen.

Der Urenkel von Josef Stalin ist überzeugt, daß die Aufdeckung der stalinfeindlichen Lügen nicht nur für die Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit notwendig ist, sondern auch, um unseren Völkern den Schutzmechanismus zurückzugeben, der uns vor gefährlichen ideologischen Aggressionen bewahrt, wobei doch das Wissen der Geschichte, die Fähigkeit, Lüge von Wahrheit, das Original von der Fälschung zu unterscheiden, eine der Grundlagen für den Schutzmechanismus eines jeden Volkes ist.

Das Gespräch führte Dmitri Fakowski, speziell für die Internet-Ausgabe von „Glagol“

Quelle: glagol

(Übersetzt und leicht gekürzt von U. Weiser)

* Im Sprachgebrauch der westlichen, imperialistischen Massenmedien wird hier die verlogene Bezeichnung „Hunger-Holocaust“ verwendet, die in bewußter Assoziation zum faschistischen Massenmord der Nazis an den Juden steht.

Siehe auch:
Die Goebbelssche Mendazinie
Über die Nazimorde im Wald von Katyn
Katyn: Waren die Dokumente gefälscht?
Alexej Bragin: Fälscher im Russischen Staatsarchiv
Die Ukraine: Geschichtliche Hintergründe
Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden
Kommunisten-Online (Archive): Der Bluff von Goebbels

Was versteht man unter einer Revolution?

Lenin-Werbung
Lenin-Werbung in Rußland: „Nun, wie lebt es sich im Kapitalismus?“

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Vermutlich aber ist es die Dummheit, die überlebt – wenn sie nicht durch die Bildung beseitigt wird. Immer wieder erleben wir es in der Welt, daß kommunistische Bewegungen von der Dummheit, genauer gesagt: vom Gift des modernen Revisionismus geschwächt oder ganz und gar zerfressen werden. Und immer wieder tun sich einige halbgebildete WELTVERBESSERER damit hervor, daß sie glauben und behaupten, man könne den Kapitalismus ganz einfach abwählen. So als ob man sagt: Geh weg, du gefällst mir nicht mehr! Mögen sich diese Erneuerer nun als „Linke“, als „Kommunisten“ als „Revolutionäre Demokraten“ oder als „alternative Oberfuzzis“ bezeichnen. Das ist sozusagen „Wurscht“, wie der Berliner sagt! Daher ist es an der Zeit, wieder zurückzufinden zu Marx, Engels und Lenin. Einmal über die REVOLUTION nachzudenken und von Thälmann und Stalin zu lernen: Was ist eine Revolution und wie verläuft sie? Wer führt sie an? Und was kommt danach?

Natürlich muß man nachlesen. Das folgende steht in Meyers Jugendlexikon (DDR):
Die Revolution (lat.) ist eine grundlegende qualitative Veränderung in der menschlichen Gesellschaft. Als soziale Revolution vollzieht sie die entscheidende Wendung im Leben der Gesellschaft und ds Staates durch den Sturz der überlebten, und die Errichtung einer neuen, fortschrittlichen Gesllschaftsordnung.

Die bürgerliche Revolution ist eine gegen den Feudalismus gerichtete Revolution, durch die die Staatsmacht in die Hände der Bourgeoisie übergeht. Sie führt zur Schaffung bürgerlicher Zentralstaaten und beseitigt die Hindernisse, die der Entwicklung des Kapitalismus entgegenstehen. – Die bürgerlich-demokratische Revolution ist eine bürgerliche Revolution, in der die überwiegende Mehrheit des Volkes, die werktätigen Massen, ihre ökonomischen und politischen Forderungen erhebt und als vorwärtstreibende Kraft für den Sieg der Revolution kämpft und in der dann die Voraussetzung für die sozialistische Revolution gegeben sind, wenn das Proletariat unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei und im Bündnis mit den werktätigen Bauern die Massen führt.

Die sozialistische (proletarische) Revolution führt zur Errichtung der Diktatur des Proletariats, hebt das Privateigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln auf und vollzieht damit den Übergang zu einer Gesellschaft, in der erstmals die Menschen ihre Geschichte bewußt, mit Einsicht in die Bewegungsgesetze der Gesellschaft gestalten. Die sozialistische Revolution verläuft ihrem Grundinhalt nach überall gleich. Das Grundbeispiel hierfür bildet die Sowjetunion. Zugleich gilt es, in der sozialisischen Revolution bestimmt nationale Besonderheiten und Traditionen zu berücksichtigen. Eine Überbetonung dieser nationalen Bsonderheiten führt in Theorie und Praxis zu Fehlern. Die sozialistische Revolution, die die größte Umwälzung in der Menschheitsgeschichte darstellt, hatte bereits (bis 1989) ein Drittel des Erdballs erobert. [1]

Und wer ist nun ein Revolutionär?

War Che Guevara einer? Vielleicht Spinoza? Oder Leo Mayer* gar? Letzterer ganz gewiß nicht. Trotzki war zum Beispiel ein Konterrevolutionär – wie auch Gorbatschow und Gysi. Auch hier kann man nachlesen, und zwar im Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik (DDR):
Ein Revolutionär ist ein unbeugsamer Verfechter der Ziele der Revolution, der seine ganze Persönlichkeit uneigennützig in den Dienst der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft und des gesllschaftlichen Fortschritts stellt. Er tritt leidenschaftlich für die sich aus der gesetzmäßigen Entwicklung der Gesellschaft ergebenden revolutionären Ziele in der jeweiligen Epoche ein und handelt in Übereinstimmung mit dem sich objektiv vollziehenden historischen Prozeß. Jede historische Entwicklungsetappe bringt Revolutionäre hervor und stellt objektive neue Anforderungen an sie. In der Klassen-gesellschaft (also heute! N.G.) ist erfolgreiches revolutionäres Wirken nur durch einen festen Klassenstandpunkt und durch leidenschaftliches Eintreten für die Ziele und Interessen der revolutionären Klasse möglich. Die Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, weil sie mit einer wissenschaftlichen Gesellschafts- und Revolutionstheorie ausgerüstet sind, damit Einblick in die Gesetzmäßgkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung haben und die Massen zu führen in der Lage sind. Als der revolutionärste Teil der Arbeiterklasse vertreten sie zugleich die Interessen aller Werktätigen des eigenen Landes und als proletarische Internationalisten treiben sie den revolutionären Weltprozeß voran. [2]

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muß es so nützen, daß ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und daß er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt – dem Kampf für die Befreiung der Menschheit – geweiht. [3]
(Nikolai Ostrowski)

Quelle:
[1] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.548f.
(leicht aktualisiert im letzten Satz, N.G.)
[2] Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag Berlin, 1975, S.223.
[3] Nikolai Ostrowski, Wie der Stahl gehärtet wurde, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1967, S.289.

Siehe auch:
M.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution
Was ist ein Revolutionär?
Was ist Diktatur des Proletariats?
Gab es einen Sozialismus in der DDR?
Gibt es eine revolutionäre Weltanschauung?
Das Kommunistische Manifest auf dem Prüfstand
Wie ist das mit der „Freiheit der Andersdenkenden“?
Was war eigentlich die Oktoberrevolution?
…und was ist Revisionismus?
Gibt es noch eine Arbeiterklasse?
Neue Website: Kommunisten-Online

Einige berühmte Kommunisten:
Oskar Niemeyer, Pablo Picasso, Juri Gagarin, Alexander Saburow, Kurt Gossweiler, Erich Honecker, Wiktor Iljuchin, Ernst Thälmann

* Anmerkung:
Wer ist Leo Mayer? Er ist der Inhaber einer Website der DKP.
Siehe dazu: Antikommunistische Hetze auf DKP-Website

Sind die Amerikaner bessere Menschen?

Es ist anzunehmen, daß am Ende weder die Kriegsdrohungen der USA, noch die Vorbereitungen auf den Häuserkampf, noch der verstärkte Ausbau von Kampfdrohnen, noch die Ermordung unliebsamer Politiker, noch die Verblödung der Fernsehzuschauer und Zeitungsleser, noch das Einschwören der künftigen Führungselite auf ihr Glück die Imperialisten und die Kriegsverbrecher vor dem Galgen retten werden. Man wird sie finden und bestrafen. Die Rache der geschundenen Völker dieser Erde wird gewaltig sein. Und der Zorn ist es heute schon. Noch sind es wenige, ein paar Millionen vielleicht, die begreifen, daß der Kapitalismus am Ende ist und weg muß. Noch sind es wenige, die im Sozialismus ihre Zukunft erkennen. Aber es werden mehr und mehr…

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In ihrem Blog vergleicht Cathrin den Bombenanschlag in Boston mit den Verbrechen der US-Soldaten in Vietnam. Und sie hat ein gutes Recht, es zu vergleichen:

Sind Amerikaner eigentlich bessere und wichtigere Menschen als andere? Bei der Berichterstattung über den Bombenanschlag von Boston wird dieser Eindruck jedenfalls von fast allen Medien vermittelt. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Auch ich halte diesen Bombenanschlag für ein grausames Verbrechen, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Zumal ja wohl auch ein achtjähriger Junge unter den Opfern ist. Aber dieses Riesentheater, das um die „armen und bedauernswerten Amerikaner“ in den Medien gemacht wird, zeigt einmal mehr sehr deutlich die elende Doppelmoral der westlichen Gesellschaft. [1]

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Und um die Frage zu beantworten: Sind die Amerikaner nun bessere Menschen? Nein. Sie sind es nicht. Sie sind auch keine schlechteren Menschen. Es hängt nicht ab von der Nationalität, von der Herkunft eines Menschen, ob er gut oder schlecht ist. Wohl aber hängt es davon ab, auf welcher Seite er steht. Steht er auf der Seite der einfachen, der arbeitenden Menschen oder steht er auf der Seite der Bourgeoisie, der Vollstrecker, der Nutznießer des Kapitals. Sind seine Hände sauber oder sind sie blutbefleckt? Man kann sehr wohl unterscheiden zwischen GUT und BÖSE. Aber nicht wie der Mörder George W. Bush es tat, sondern wie Karl Marx, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Lenin, Stalin oder Ernst Thälmann es taten. Sie standen konsequent auf der Seite des Proletariats. Sie kämpften gegen das Unrecht und die kriminelle Gewalt. Sie kämpften gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution war ein Fanal. Er war der Beginn einer neuen Epoche der Menschheit. In der DDR konnten wir den Sozialismus noch miterleben. Beim nächsten Mal werden wir ihn zu verteidigen verstehen…

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Im Russischen gibt es einen Spruch: NIEMAND ist vergessen, und NICHTS ist vergessen! Das gilt sowohl für die Schandtaten, die Verbrechen der westlichen Welt an der Menschheit, als auch für die Helden des Widerstandes, für Millionen aufrechter und standhafter Kommunisten in aller Welt. Man kann sie zwar verfolgen, man kann sie bekämpfen oder ermorden lassen, doch eine Idee laßt sich niemals töten. Der Marxismus-Leninismus ist unsterblich, weil er wahr ist! Und wie sagte doch Soja Kosmodemjanskaja angesichts ihrer bevorstehenden Ermordung durch die faschistischen Henker:
«Was steht ihr hier herum und laßt die Köpfe hängen! Ich habe keine Angst für mein Volk und für meine Heimat zu sterben. Wir sind viele, sie werden uns nicht alle überwinden. Zündet sie an, erschlagt sie, vergiftet diese faschistischen Lumpen. Stalin ist mit uns, und er wird kommen und sich rächen. Der Sieg wird unser sein!». [2]

Quelle:
[1] CathrinKa: Sind alle Menschen gleich?
[2] Wer war Soja Kosmodemjanskaja?

Siehe auch:
Woher kommt die kriminelle Gewalt?
Der Nürnberger Prozeß (Verurteilung der Naziverbrechen)
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Michael Moore warnt vor Amerikanisierung
Warum gerade Marxismus-Leninismus?

Und hier noch etwas, weil es dazupaßt:
„Holodomor“ auf amerikanische Weise

Venezuela – und die Gefahr des Faschismus

Daß uns die Auseinandersetzung mit dem FASCHISMUS noch lange nicht loslassen würde, war in den Nachkriegsjahren nach 1945, spätestens seit der Remilitarisierung der imperialistisch besetzten Westzonen Deutschlands, klar geworden. Nach schweren Kämpfen hatte die Sowjetunion (im späten Bündnis mit den Alliierten) das faschistische Hitlerdeutschland besiegt. Doch die alten Nazis, die einer Verurteilung durch das Nürnberger Gericht entgangen waren, die untergetaucht oder in den Westen geflüchtet waren, spielten dabei erneut eine wichtige Rolle. Sie wurden in der BRD nie zur Verantwortung gezogen, sondern gelangten – ganz im Gegenteil zu der antifaschistischen DDR – in Westdeutschland sehr schnell wieder in wichtige Führungspositionen von Staat, Wirtschaft und Geheimdienst. Und erst recht trat der wiederaufkommende Faschismus erneut zutage, als allmählich die bis zum heutigen Tage existierenden Verflechtungen der Geheimdienste der BRD mit den nazistischen Gruppierungen (wie NSU und NPD) bekannt geworden waren. Alle Vertuschungsmanöver halfen nichts. Ein Verbot der faschistischen NPD ist von staatlicher Seite weder gewollt noch wurde es jemals angestrebt. Und ausgerechnet die sich als antikapitalistisch gebärdende Linkspartei steht mit ihrer zwiespältigen, ja mitunter sogar ausgesprochen demagogischen Haltung zu Karl Liebnecht, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann, und erst recht mit ihrer feindlichen Haltung gegenüber J.W. Stalin einem wirksamen antifaschistischem Kampf im Wege. Nun erleben wir in Venezuela etwas ähnliches wie zu Zeiten des faschistischen Putsches in Chile. Eigentlich sollte das den Völkern eine Lehre sein…

Im Jahre 1985 schrieb das Politisch-ökonomische Handbuch der DDR: „Venezuela hat ein mittleres kapitalistisches Produktionsniveau erreicht und entwickelt sich zu einem Industrie-Agrarstaat. Grundlage der venezolanischen Ökonomie ist die 1976 verstaatlichte Erdölwirtschaft.“ – Spätestens an dieser Stelle sollten wir hellhörig werden: verstaatlicht? War nicht gerade die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher und die Verstaatlichung der Privatbetriebe in der DDR ein wichtiger Schritt bei der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung? War nicht gerade die Einführung des Volkseigentums an den wichtigsten Produktionsmitteln ein entscheidender Schritt auf dem Wege zum Sozialismus? Ja, das ist richtig. Ohne eine Beseitigung seiner sozial-ökonomischen Wurzeln wird die Überwindung des Kapitalismus und das Ende der kapitalistischen Ausbeutung niemals möglich sein. Dennoch ist Venezuela kein sozialistisches Land. Denn ohne eine proletarische Revolution, bzw. ohne die Einführung sozialistischer Produktionsverhältnisse, ohne Führung durch eine Kommunistische Partei der Arbeiterklasse und ohne Diktatur des Proletariats wird es keinen Sozialismus geben. Eine Revolution ist eben nur dann etwas wert, wenn sie sich auch zu verteidigen versteht. Und die Erdölwirtschaft? Gerade die imperialistische Gier nach immer neuen Erdölvorräten führte zum Überfall der USA, der NATO und anderer faschistischer Banditen auf den Irak, auf Libyen und auf Syrien.

Weiter schreibt das Handbuch: „Die Nationalisierung der Förderung sowie Verarbeitung von Eisenerz (1975) und der Erdölwirtschaft (1976) sowie der Aufbau einer staatlichen Schwer- und Verarbeitungsindustrie führten zur Herausbildung eines staatlichen Sektors, der 1982 ca.72% der venezolanischen Wirtschaft konrollierte.“ [1] – Damit hatte sich Venezuela der Kontrolle durch den britischen, den deutschen und den USA-Imperialismus entzogen. Genau das war den imperialistischen Staaten schon immer ein Dorn im Auge, für die Arbeiterklasse Venezuelas jedoch war es ein historischer Fortschritt! Die Gefahr des Faschismus in Venezuela ist nach wie vor latent vorhanden. Nach der Ermordung von Hugo Chávez gab es nun eine erneute faschistische Kampagne, dirigiert vom US-Imperialismus und ausgeführt vom unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Capriles und seinen faschistischen Anhängern.
Nicols MaduroDer neugewählte Präsident Nicols Maduro

Der am 14. April 2013 mit 50.8 % der Stimmen neugewählte Präsident Maduro versuchte, ein „Massaker zu verhindern, ähnlich dem, das am 11. April 2002 durchgeführt wurde. Als Vorspiel zum Staatsstreich gegen Chávez hatte die Rechte einen ähnlichen Marsch in das Zentrum geführt und elf Anhänger von Chávez getötet als Vorwand für den Staatsstreich“. Der Präsident der Nationalversammlung Diosdado Cabello schrieb: „Es war reiner Faschismus, sie griffen CDIs an und zerstörten sie, verfolgten die Ärzte und steckten Häuser in Brand. Es ist unverantwortlich von Capriles, all dies hervorgerufen zu haben.“ In seinem Blog schreibt einartysken: daß nun „klar wird, daß das Zurückdrehen der Uhr, was jetzt noch einmal verhindert worden ist, bedeutet, daß das Volk in den Dreck zurückgeschleudert werden soll, es seiner Rechte beraubt werden soll, freie Erziehung und Gesundheitsdienste als erstes abgeschafft werden sollen und die Landreform, bei der Millionen Land zugeteilt bekommen haben, rückgängig gemacht wird. Und vor allem, daß der nationale Reichtum an Erdöl und Gas in die USA verschwinden wird.“ [2]

Quellen:
[1] Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch, Verlag Die Wirtschaft Berlin (DDR), 1985, S.642.
[2] einartysken-Blog: Faschistische Gewalt stößt auf revolutionäre Verteidigung

Siehe auch:
Wer beherrscht die Welt?
Auftragsmord (Made by CIA)
Die Machenschaften der Erdölmafia
Ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte
Deutschland (1933): Der Weg in die faschistische Diktatur

Braucht Nordkorea Atomwaffen?

Von Ljubow Pribytkowa (7. April 2013)

Übersetzung u. Zwischenüberschriften: Michael Bauer

Kommunisten-online 16. April 2013 – Vor fünfzig Jahren hat der Gründer der Koreanischen Volksdemokratischen Republik Kim Ir Sen, als er das Land wieder herstellte, das von der vieljährigen japanischen Besatzungszeit und der amerikanischen Intervention von 1950-1953 zerstört worden war, das Volk zum Aufbau eines neuen sozialistischen Staates geführt und die Losung – „In einer Hand das Gewehr, in der anderen Hammer und Sichel“ hervorgebracht. Die Weisheit dieser Losung ist offensichtlich: Eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn sie sich zu verteidigen versteht.

Aber in einem halben Jahrhundert hat sich vieles geändert. Als gegen Ende des 20.Jahrhundert in der UdSSR und den Ländern Osteuropas die bürgerliche Konterrevolution geschah, hat sich das politische Kräfteverhältnis in der Weltarena auf gründliche Weise verändert. Das sozialistische Weltsystem hörte auf zu existieren, die gut eingestellten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den sozialistischen Ländern wurden zerstört, es vollzog sich ein heftiger Absturz ihrer Wirtschaften und die materielle Lage der Menschen verschlimmerte sich. Die KVDR war da keine Ausnahme.
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Der soziale Fortschritt der menschlichen Gesellschaft kam zum Stillstand. Die Revanche erfaßte den globalen Imperialismus, der heute von den USA angeführt wird – als ein pro-faschistischer Staat, der auf dem Planeten über ein Netz von mehr Tausend Militärstützpunkten mit modernen, einschließlich nuklearer, Waffen verfügt.

Gerade deshalb sind die Stimmen der Politiker, der progressiven Denker aus Kanada und Rußland, Belgien und Israel, Deutschland und Frankreich, die die Frage positiv beantworten ob Nordkorea Kernwaffen braucht, ein Lichtstrahl. in einer sich verdunkelnden Welt

Der psychologische Krieg gegen die KVDR

Die westlichen Massenmedien können mit ihren Lügen von einer angeblich „aggressiven“ Einstellung der nordkoreanischen Politiker, ihren „provokatorischen“ Entscheidungen, von einem drohenden Krieg nicht alle verdummen … Der Psychologische Krieg gegen Nordkorea hat sich bis ans Limit verschärft. Informationen über die Ereignisse in der KVDR werden meistens verzerrt, die Kommentare sind abfällig, und sie werden größtenteils mit Ironie oder Verhöhnung, die Realitäten feindselig interpretierend, wiedergegeben. Das offizielle Rußland hat eine unverhohlen speichelleckerische Haltung gegenüber den amerikanischen Neofaschisten eingenommen. Deshalb ist vom Fernsehen und vom Rundfunk die Wahrheit über die Ereignisse in Korea nicht zu erwarten.
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In März 2013 trat das Staatsoberhaupt der KVDR Kim Tschen Yn auf einem Plenum des ZK der Partei der Arbeit Koreas auf und sagte: „Die Notwendigkeit eines parallelen wirtschaftlichen Aufbaus und des Aufbaus nuklearer Streitkräfte wird diktiert von der entstandenen Situation.“

Wenn man einen aufmerksamen und unvoreingenommenen Blick auf die moderne Welt wirft, über die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung nachdenkt und die komplizierter werdenden internationalen Beziehungen analysiert, so ist die Aktualität und Weisheit dieser Entscheidung der Führung der KVDR offensichtlich.

Die Wahrheit über die Lage in Korea

Wenn Sie, liebe Leser, die Wahrheit über die Lage auf der koreanischen Halbinsel erfahren wollen, wenn Sie bis zu den Wurzeln vordringen und verstehen wollen, von wem die Gefährdung des Friedens auf der Erde ausgeht, und wer das koreanische Volk mit Krieg bedroht, so lesen Sie die Artikel des bekannten kanadischen Politologen und talentierten Publizisten Stephen Gowans. Während der letzten Jahre hat er zehn gute Artikel über das schwierige Schicksal des koreanischen Volkes und über seine gegenwärtigen Feinde geschrieben, die sein Leben und die Sicherheit ihres Landes bedrohen. Auch die russischsprachige Webseite Juche Songun[1] wird Ihnen helfen, zur Wahrheit zu gelangen.
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Die explosive Situation auf der Koreanischen Halbinsel ist heute nicht die emotionale Frucht der koreanischen Marschälle, die angeblich aufgehört haben „mit dem Kopf zu denken“, sind nicht die Intrigen irgendwelcher in die Führung der KVDR eingedrungener Provokateure, wie es einige in Rußland nennen, die sich als „Bolschewiken“ bezeichnen. Heute sind die Beschlüsse des ZK der Partei der Arbeit Koreas und der Führung der Koreanischen Volksarmee von der objektiven Notwendigkeit diktiert.

Schon vor 65 Jahren haben die blutigen Schuhe der amerikanischen „Friedensstifter“ die koreanische Heimat zertreten. Außer unendlichem Leid hat diese Zeit der USA dem koreanischen Volk nichts gebracht, wie im Übrigen auch den anderen Völkern der Erde. Noch lebt im Gedächtnis der Koreaner der furchtbare Krieg, den die verfluchten Yankees auf koreanischem Boden geführt haben. Von 1950 an bis zum Jahre 1953 wüteten die Amerikaner buchstäblich in Korea. Sie zerstörten 80 Städte und Tausende Dörfer, 600.000 Wohnhäuser und etwa 9.000 Industriebetriebe. 3 Millionen Menschen wurden Opfer der amerikanischen Intervention. Auf Korea haben die USA mehr Bomben abgeworfen, als auf Deutschland in den Jähren des Zweiten Weltkriegs.

Eine moderne Form der Blockade

Heute gibt es auf koreanischem Boden keinen Krieg. Aber es gibt auch keinen Frieden. Die USA haben auf die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verzichtet. Sie haben die kämpfenden Seiten gezwungen, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen, das tatsächlich eine leere Formalität darstellt. Erstens, weil die Truppen der USA vom Territorium Koreas nicht abgezogen wurden. Zweitens, weil sich die USA seit Jahrzehnten ständig einmischen, weil sie zusammen mit südkoreanischen Satelliten subversive Tätigkeit, Spionage und Wirtschaftskrieg führten und mehrfach mit einem militärischen Überfall und einem nuklearen Angriff drohten. Keinesfalls soll das kommunistische Korea ein Beispiel für andere Länder werden.
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In einem analytischen Artikel „Warum braucht Nordkorea Kernwaffen?“[2], der auf vielen Webseiten veröffentlicht wurde, betont Stephen Gowans, daß das Land unter ständiger Belagerung, unter dem Regime einer modernen Form von Blockade lebt. Sein Leben wird reglementiert von Dutzenden kommerzieller, finanzieller, militärischer und außenpolitischer Sanktionen, die tatsächlich auf die Vernichtung des unnachgiebigen, sich den Amerikanern nicht ergebenden Staates gerichtet sind.

Die Sanktionen beinhalten Beschränkungen auf den Warenexport und auf Dienstleistungen, das Verbot des größten Teils der ausländischen Hilfe, das Verbot der Finanzierung von Exporten und Importen, das Verbot von Importen aus Nordkorea, die Blockierung jedweder Kredite bzw. der Finanzierung durch internationale Finanzinstitute, das Verbot der staatlichen Subventionierung von Lebensmitteln und Medikamenten für den Export nach Nordkorea, das Verbot von Import- und Exportoperationen, die mit Transport verbunden sind …

Die KVDR auf der „Achse des Bösen“

Im Jahre 2003 bezeichnete George W. Bush die KVDR als der Teil der „Achse des Bösen“. Der Irak wurde angegriffen und zerstört – das zeigte, was andere Länder erwartet, die zu dieser „Achse“ gezählt werden.
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Der UNO-Sicherheitsrat, der vom Diktat Washingtons geführt wird, erfindet eine Resolution nach der anderen, um der KVDR faktisch das Recht auf Selbstverteidigung, auf Herstellung ballistischer Raketen, das Recht auf den Austritt aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen, das Recht auf Herstellung und Nutzung von Satelliten, das Recht auf Waffenkäufe in anderen Ländern und die Übertragungsrechte von nuklearen Technologien anderer Ländern streitig zu machen. Obwohl die Mitglieder des Sicherheitsrats und auch eine Menge anderer Länder frei über diese Rechte verfügen.

Ständig werden die militärischen Kräfte Südkoreas von den USA buchstäblich mit der neuesten amerikanischen Ausrüstung ausgestattet. 1958 wurden sogar Atomwaffen eingeführt.

Am 28. März 2013 haben die USA aus dem Bundesstaat Missouri strategische Tarnkappenbomber W-2A und andere Angriffswaffen nach Südkorea gebracht. Die 7. Flotte steht bereit, zu deren Bestand drei atomare Unterwasserkreuzer gehören, die jeweils 25 Tomahawk-Raketen tragen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dort 30.000 amerikanische Soldaten stationiert.

Die südkoreanische Armee führt jährlich unter dem Kommando amerikanischer Militärs sogenannte „Militärübungen“ durch, die nicht weniger zwei Monate dauern, und die als „defensiv“ bezeichnet werden, obwohl sie die koreanische Halbinsel ständig an den Rand des Krieges bringen.

Die USA – eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit

Jahrzehnt um Jahrzehnt verübten die USA gegen den kleinen sozialistischen Staat Boykotte und Sanktionen, Provokationen und Blockaden, Drohungen und Erpressung … In der asiatisch-pazifischen Region gibt es Dutzende von Militärstützpunkten der USA. Sie sind ein sicheres Instrument für die Dominanz dieser imperialistischen Räuberbanden in der Welt und eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit …

Die Manöver mit den nuklearen Angriffswaffen schüren die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und zwingen Nordkorea, seine militärischen Kräfte zu mobilisieren, die Militärausgaben zu erhöhen und auf seinem Territorium ebensolche Militärmanöver durchzuführen. Die Antwort auf die Atomwaffen der Führers der imperialistischen Gesellschaft konnte nur sein: die Herstellung und Erprobung von Atomwaffen. Dabei darf man auch die Stunden der tragischen Ereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf unserem Planeten nicht unberücksichtigt lassen! – So wurde die Koreanische Volksdemokratische Republik zu einer Atommacht!

Ein fataler Fehler…

Stephen Gowans erinnert uns daran, daß die Amerikaner den Irak erst überfallen haben, nachdem Saddam Hussein die Forderung der USA erfüllt hatte, die Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Und die Absage des Führers Libyschen Volksjamahirija, Muhammar Ghaddafi, zur weiteren Entwicklung eines eigenen Programms von Massenvernichtungswaffen wurde sein schicksalhafter strategischer Fehler, der das libyschen Volk teuer zu stehen kam.

„Wer hätte gewagt, sich mit Ghaddafi oder Saddam Hussein anzulegen, wenn sie über ein nukleares Potential verfügt hätten?“ – diese Frage stellt Amir Eshel, der ehemalige Planungsleiter und heutige Luftwaffenchef der israelischen Armee. Und er antwortet selbst: „Niemand hätte es gewagt.“

Das wiederholt auch General Kevin P. Chilton, das Chef des Strategischen Kommandos der USA: „Während der 65jährigen Geschichte der Atomwaffen ist keine Atommacht jemals erobert worden und trug auch nicht das Risiko von Eroberungen.“

Stephen Gowans bringt Zitate aus der amerikanischen Presse, aus „The New York Times“ und „The Washington Post“. Es ist angenehm zu wissen, daß man auch im Lager der Feinde Vernunft antrifft.

Die Zerstörung Libyens, des am höchsten entwickelten Staates in Afrika, durch die neofaschistischen Truppen der NATO, hat bei den Koreanern die Überzeugung von der Richtigkeit der Songun-Politik bestärkt, daß es notwendig ist, die Militärmacht mit Hilfe der nuklearen Komponente zu befestigen.

Speichellecker…

Der 12. Dezember 2012 war in der KVDR ein Feiertag – es wurde der erste koreanische Satellit in den Kosmos gestartet. Der Westen ist vor antikommunistischer Hysterie wieder schier geplatzt, um zu beweisen, daß die KVDR kein Recht darauf hat, Satelliten in den Kosmos zu starten. Und erneut gibt es vor Washington speichelleckerische Resolutionen des Sicherheitsrats gegen die KVDR …

Der UNO-Sicherheitsrat, wie auch die UNO selbst, haben bei den progressiven Kräften der Erde ihre Autorität verloren. Wer es sehen will, der kann feststellen, daß diese Organisation seit langem mit zweierlei Maßstab mißt. Internationale Gerechtigkeit und Unvoreingenommenheit sind ihr fremd. „Die internationale Gesetzlichkeit“ und „allgemeinmenschliche Werte“ sind für sie nicht mehr als ein heuchlerischer Vorwand. Von Objektivität der Betrachtung internationaler Fragen kann auch in den Sitzungen der UNO keine Rede sein. Diese Organisation wurde zu einem Hilfsorgan der Washingtoner Administration, die seit langem selbst nur ein Instrument transnationaler Gesellschaften ist.

Während der Existenz der UNO wurden auf der Erde mehr als 9.000 mal Satelliten gestartet und über 2.000 Atomtests durchgeführt. Aber es gab keine Resolution der Sicherheitsrat der UNO über das Verbot nuklearer Tests und des Starts von Sputniks. Am meisten übten sich die Amerikaner bei der Vervollkommnung ihrer Atomwaffen, sie erprobten sie erstmals im Mai 1945 an friedlichen Japanern, wobei mehr als 200.000 unschuldige Einwohner der Städte Hiroshima und Nagasaki getötet wurden.

Was ist das Ziel der USA in Korea?

Und was wollen nun die USA von Nordkorea? Das gleiche, wonach sie in allen Ländern der Erde streben. Das sozialistische Korea ist unzugänglich für die imperialistische Ausbeutung, und soll für den offenen Markt zugänglich sein. Es soll sich dem kapitalistischen System unterordnen, sich seinen ökonomischen Gesetzen unterwerfen, es soll das Ergebnis seines Landes, der Betriebe, der Bergwerke und Minen in privaten Hände legen. Es soll das Privateigentum und das private Unternehmertum zur Grundlage der Wirtschaftswirtschaftsführung machen, die Zentralbank vom Staat unabhängig machen und dem ausländischen Kapital gestatten, sich in die Wirtschaft des Landes einzumischen. Es soll dem weltweiten Kapital die Freiheit geben, aus den koreanischen Naturreichtümern ihren Profit herauszuziehen.

Nordkorea ist die einzige verbliebene Oase des Kommunismus auf der Erde. Die USA haben das Ziel gesetzt, es zu zerstören.

Gerade deshalb ist es die Verantwortung aller Kommunisten unseres Planeten, die Stimme zum Schutz des Volkes von Nordkorea gegen die faschistischen Bestrebungen der USA zu erheben.

Aus der Erklärung des Außenministers der KVDR:

„Unser Land ist zur endgültigen Schlußfolgerung gekommen, und unsere Überzeugung hat sich darin bestätigt, daß die Demontage des nuklearen Potentials auf der koreanischen Halbinsel unmöglich ist, solange die Welt nicht darin überein gekommen ist, daß eine weltweite nukleare Abrüstung notwendig ist, und solange die USA ihre unverändert feindselige Politik gegenüber der Koreanischen Volksdemokratischen Republik fortsetzen.“

Ljubow Pribytkowa, 7. April 2013

(Übersetzung u. Zwischenüberschriften: Michael Bauer)

Hinweise:
[1] http://juche-songun.ru/
[2] http://gowans.wordpress.com/2013/02/16/why-north-korea-needs-nuclear-weapons/

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-Online:
http://kommunisten-online.de/eine-revolution-ist-nur-dann-etwas-wert-wenn-sie-sich-zu-verteidigen-versteht/

Siehe auch:
Nordkorea im Blickpunkt
Hintergründe des Koreakrieges (1950-53)
Korea: Der Westen lügt – wie immer!

Der imperialistische Krieg gegen Syrien

Seit dem Beginn der blutigen Invasion der vom Westen finanzierten Banditen in Syrien vor nunmehr zwei Jahren sind die Städte Aleppo, Dejr al-Sor, Homs, Deraa, Idlib und Damaskus nicht mehr wiederzuerkennen. Seit dieser Zeit wurden mehr als eine Million Menschen zu Flüchtlingen, und deren Zahl nimmt täglich zu. Der Monat März 2013 war bisher einer der blutigsten während der Kriegsoperationen. Tausende Männer, Frauen, Kinder und Greise kamen bisher ums Leben. Unzählige wurden von den Banditen gefoltert und ermordet. Gezielt werden von feindlichen Scharfschützen sogar Krankenhäuser, Schulbusse und Feuerwehrleute beschossen und Wohnsiedlungen und Kirchen bombardiert…
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Worum geht es und wem nützen all diese Verbrechen?
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein friedliches Land mit fleißigen, freundlichen Bewohnern. Die Kinder gingen zur Schule, die Menschen arbeiteten, lernten, studierten – der Alltag war lebendig und turbulent. Das traditionsreiche Land war wie ein moderner Traum aus tausendundeiner Nacht. Die gastfreundlichen Syrer in Aleppo, Damaskus und überall im Land kamen gut miteinander und mit den eingewanderten Armeniern, Russen und anderen Nationen aus, und sie waren stolz auf das Erreichte: kostenlose Schulbildung und medizinische Betreuung, günstige Mieten und kaum Arbeitslosigkeit. Als jedoch die Strategen im Weißen Haus, im Pentagon, in Brüssel, Tel Aviv und in den Palästen einiger arabischer Ölscheichs in ihrer unendlichen Gier nach fremdem Reichtum ihr strategisches Interesse an diesem friedliebenden Land entdeckten, wurde alles anders…

„Schlag gegen Syrien – Ziel Rußland“:
Ein Gespräch mit Prof. Andrej Fursow (Moskau)

„Meine Feinde sind der Terrorismus und die Instabilität in Syrien“:
Ein Interview mit Bashar al-Assad vom November 2012

Siehe auch:
Bashar al-Assad: Es geht um den Frieden! Es geht um unser syrisches Vaterland!
Syrisches Tagebuch (Ein Film von Anastasia Popowa)

Gab es einen Sozialismus in der DDR?

StadtzentrumBoulevardStraßenbahnErfurtBerlin WeltzeituhrBerlin Hauptstadt der DDRPalast der RepublikSpreeufer bei Nacht
Ein paar Bilder aus der DDR (auf den beiden letzten Bildern ist unser schöner ‚Palast der Republik‘, der dem westdeutschen Vandalismus zum Opfer fiel)

Die Frage ist von grundlegender Art. Deshalb halten wir es für angebracht, hier einiges klarzustellen. Die DDR war unser sozialistisches Vaterland. Die sozialistischen Produktionsverhältnisse hatten gesiegt. Es gab keine Ausbeutung mehr und keine Arbeitslosigkeit, erst recht keine Armut und keine Obdachlosigkeit. Wir hatten niemals irgendwelche existentiellen Ängste oder etwa die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. Die soziale Sicherheit in der DDR war garantiert durch die fleißige Arbeit der Werktätigen, der Ingenieure und technischen und wissenschaftlichen Intelligenz, durch den Fleiß der Bauern und natürlich der Lehrer, die die Kinder zu ordentlichen Menschen erzogen. Folglich brauchten sich junge Leute auch keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Jeder bekam eine Lehrstelle und hatte danach das Recht auf einen Arbeitsplatz. Lehrlinge und Studenten erhielten Lehrlingsentgelt bzw. Stipendium, das nicht zurückzuzahlen war, und die Meisterausbildung wurde vom Staat finanziert. Es gab auskömmliche Renten, stabile Einzelhandelspreise, eine kostenlose medizinische Versorgung und ein hervorragendes Bildungssystem. Für 20 Pfennige konnte man mit der S-Bahn durch ganz Berlin fahren (natürlich nur durch die Hauptstadt der DDR), ein halber Liter Milch kostete überall 0,56 Mark und das Monatseinkommen eines Arbeiters reichte locker aus, um damit die Wohnungsmiete für ein ganzes Jahr zu bezahlen. Ob das nun immer richtig war, sei dahingestellt. Aber so war es eben. Die Kinder fuhren im Sommer fast kostenlos ins Ferienlager an die Ostsee, und das Geld der Familie reichte dann sogar oft noch für einen gemeinsamen Urlaub. Die DDR verfügte über zahlreiche schöne Ferienheime, aber auch die anderen sozialistischen Länder waren ein beliebtes Reiseziel. Die Frauen waren in der DDR sehr hoch geachtet. Selbstverständlich erhielten sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und selbstverständlich gab es für alle Kinder einen kostenlosen Kindergartenplatz. Wer übrigens in der DDR straffällig wurde, weil er z.B. was größeres geklaut hatte, der wurde nach Absitzen seiner Haftstrafe wieder in ein Kollektiv eingegliedert, so daß es nur wenige Rückfalltäter gab (nicht wie heute 73%). Überhaupt war die Quote der Straftaten in der DDR auffällig niedrig. Das nur mal ganz nebenbei. Und wer jetzt hier was von Stasi lesen möchte und von Bespitzelung, der wird enttäuscht sein, denn das spielte im Alltag der DDR so gut wie keine Rolle. Wer sich allerdings staatsfeindlicher Handlungen strafbar machte, durch kriminelle Gewalt, Betrug zum Nachteil des Volkseigentums oder Sabotage, der wurde in der DDR zurecht dafür bestraft. Angesichts der ständigen Einmischung in die inneren Angelegenheiten unseres Landes und der ungeminderten Sabotage- und Diversionsakte von Seiten der BRD war auch die strenge Abgrenzung zu diesem uns feindlich gesinnten Nachbarland eine existentielle Notwendigkeit. Was aber diese „Brüder und Schwestern“ aus dem Westen von uns hielten, das hat man nach 1990 gemerkt, als die okkupierte DDR ausgeplündert wurde…

Nun denn: Was ist Sozialismus?

Sozialismus und Kommunismus sind, wie MARX nachwies, zwei Phasen der einheitlichen sozialökonomischen Gesellschaftsformation, die den Kapitalismus ablöst. Der Sozialismus ist die erste Phase dieser Gesellschaftsformation. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln, das in zwei Formen existiert: als Volkseigentum und als genossenschaftliches Eigentum. Der gemeinsame Inhalt des sozialistischen Eigentums bildet die Grundlage für das Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der sozialistischen Intelligenz und den anderen Werktätigen.

Der Aufbau des Sozialismus

Die materiellen Voraussetzungen für den Aufbau des Sozialismus werden im Kapitalismus vorbereitet. Durch die proletarische Revolution wird die Bourgeoisie gestürzt, die Diktatur des Proletariats errichtet, und die Produktionsmittel werden vergesellschaftet. Der Aufbau des Sozialismus vollzieht sich etappenweise. Unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei werden in der ersten Etappe durch die Schaffung der volkseigenen Industrie, durch die Planung und Organisation der Volkswirtschaft, durch den allmählichen Übergang der Bauern und Handwerker zur genossenschaftlichen Produktion sowie durch grundlegende Veränderungen im Bildungswesen und in der Kultur die Grundlagen des Sozialismus aufgebaut. Mit dem Abschluß dieser Etappe haben die sozialistischen Produktionsverhältnisse gesiegt. Die Bedeutung dieser Etappe ist gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
1. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird beseitigt.
2. der Klassenantagonismus wird überwunden,
3. eine Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse ist damit unmöglich geworden.
(Der letzte Punkt ist ein Irrtum, denn eine Konterrevolution – und die hatten wir 1989 – kann diese positive Entwicklung jederzeit wieder rückgängig machen, jedenfalls solange es auf der Welt noch Klassengegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat gibt.)

Die Veränderung der menschlichen Umgangsformen

In der zweiten Etappe wird umfassend und allseitig die entwickelte sozialistische Gesellschaft gestaltet. Die bewußten und planmäßigen Anstrengungen der Werktätigen unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei richten sich auf die weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität. Die allseitig entwickelte Persönlichkeit ist eines der edelsten Ziele und eine der größten Errungenschaften der sozialistischen Gesellschaft. Sozialistische Persönlichkeiten entwickeln sich in ihren Arbeitskollektiven, im Ringen um höchste Ergebnisse im sozialistischen Wettbewerb, beim Lernen, im Sport und bei der Aneignung der Schätze der Kultur, bei der Teilnahme an der Leitung und Planung unserer Gesellschaft und durch die ideologische Arbeit auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus. Durch die ständige Weiterentwicklung der sozialistischen Demokratie prägen sich die Lebensweise und das sozialistische Bewußtsein der Werktätigen. Das findet seinen Ausdruck in der immer umfassenderen und verantwortungsbewußteren Teilnahme an der Staatsmacht der Diktatur des Proletariats bzw. des Staates des ganzen Volkes.
(Das letztere, der ‚Staat des ganzen Volkes‘, ist eine falsche Orientierung, eine folgenschwere Abweichung von Marxismus-Leninismus, die entstanden ist durch den modernen Revisionismus. Es bleibt bis zum endgültigen Sieg des Sozialismus eine ‚Diktatur des Proletariats‘. Die herrschende Klasse ist und bleibt also die Arbeiterklasse!)

Und was ist nun Kommunismus?

Zwischen Sozialismus und Kommunismus gibt es keine starre Grenzlinie. Auf der Grundlage der Entwicklung der sozialistischen Produktionsverhältnisse und ihrer materiell-technischen Basis wächst der Sozialismus allmählich in den Kommunismus. Der Kommunismus ist als zweite Phase der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation die höchste Stufe in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln, das nun umfassend als einheitliches Volkseigentum, als gesamtgesellschaftliches Eigentum, existiert und damit die Voraussetzung dafür wurde, daß allmählich sämtliche sozialen Unterschiede beseitigt wurden. Das Dorf erreicht das Niveau der Stadt, und körperliche und geistige Arbeit verschmelzen organisch miteinander. Auf der Grundlage der materiell-technischen Basis des Kommunismus erfolgt eine außerordentlich rasche Steigerung der Arbeitsproduktivität, so daß der Grundsatz „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verwirklicht werden kann. Der Kommunismus ist eine hochorganisierte Gemeinschaft freier Menschen mit hochentwickeltem Bewußtsein sowie gesunden, vernünftigen und kulturvollen Bedürfnissen. Der objektive Gang der gesellschaftlichen Entwicklung im Weltmaßstab führt gesetzmäßig zum Kommunismus, dessen planmäßiger Aufbau in der Sowjetunion begonnen hat.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.597f.
Zwischenüberschriften und Anmerkungen von mir, N.G.)

Anmerkung:
Zugegeben, das klingt heute alles ein bißchen unrealistisch. Doch dies ist die einzige Perspektive, wenn nicht die Menschheit eines Tages im Chaos versinken will. Die einzige realistische Chance für ein Überleben der Menschheit besteht in der Entmachtung der Bourgeoisie und dem absoluten Bruch mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, d.h. in der umfassenden Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln, welches der Ausgangspunkt für die immer mörderischer werdende Ausbeutung und Unterdrückung des werktätigen Volkes, die rücksichtslose Ausplünderung der Bodenschätze, die Verarmung und Verwüstung ganzer Landstriche und die ökologische Zerstörung unseres Planeten ist. Einen anderen Weg gibt es nicht. Inwieweit das nun alles in der DDR realisiert wurde oder auch nicht, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Lange Zeit blieb die Sowjetunion unser großes Vorbild, obwohl die konterrevolutionäre Entwicklung und die Demontage des Sozialismus nach 1956 ausgerechnet in der Sowjetunion ihren Anfang nahm. Einer der wenigen, die dies sehr bald erkannten, war der Historiker, Genosse Dr. Kurt Gossweiler. Er berichtet davon in seiner Taubenfußchronik. Tatsache ist, daß Abweichungen vom Marxismus-Leninismus, fehlende Wachsamkeit gegenüber konterrevolutionären Bestrebungen und nicht zuletzt folgenschwere Irrtümer den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus beeinträchtigt haben bzw. verhinderten. Dennoch hatten wir in der DDR trotz aller Fehler und Widrigkeiten eine sozialistische Gesellschaftordnung. Und es ist die historische Mission der Arbeiterklasse, den Aufbau des Sozialismus erneut in Angriff zunehmen.

Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Inge Viett: Was war die DDR?
Die DDR – ein kinderfreundliches Land
Der Sozialismus war und ist lebensfähig
Benjamin fragt: Was denkst Du eigentlich über die DDR,
und was sagst Du zu Stalin?

Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger
DDR-Staatsgenze: Der Feind ist zynisch und schlau
Das verzerrte DDR-Bild

Zetkin: Ich will dort kämpfen, wo das Leben ist.

Minibuch Clara ZetkinIm Leseland DDR gab es eine gute Tradition der Buchkunst. Nicht nur der Dietz Verlag Berlin, auch viele andere Verlage gaben berühmte Bucher heraus, die oft nicht größer waren als eine Streichholzschachtel, eine Bibliothek im Hosentaschenformat sozusagen. Aber sie waren fadengeheftet, in Kunstleder gebunden – kurzum: eine wertvolle Edition. Nicht selten wurden sie als Auszeichnung an verdienstvolle Werktätige überreicht oder sie wanderten stillschweigend in die Bibliophilensammlung irgendeines lesebeflissenen Parteisekretärs. So erschien aus Anlaß des Weltkongresses im Internationalen Jahr der Frau 1975 in Berlin eine solche bibliophile Ausgabe mit Texten von Clara Zetkin (1857-1933). Die berühmte Führerin der deutschen und internationalen Arbeiter- und Frauenbewegung (heute würde man sagen: Frauenrechtlerin), geboren im sächsischen Wiederau, wurde nicht zuletzt bekannt durch ihre mutige und anklagende Rede bei der Eröffnung des deutschen Reichstages am 30. August 1932, wo sie sich als dessen kommunistische Abgeordnete und Alterspräsidentin mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen den aufkommenden Faschismus, die Kriegsgefahr und die Versklavung des deutschen Volkes wandte.

Im Vorwort zu diesem Büchlein lesen wir: Clara Zetkin war eine „leidenschaftliche Kämpferin gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg, eine sozialistische Patriotin, eine treue Freundin der Sowjetunion, eine Revolutionärin, deren ganzes Leben dem Ringen um eine neue, glückliche Welt gehörte. … Millionen von Frauen auf allen Kontinenten aber verehren in ihr zudem die große Vorkämpferin für die Befeiung ihres Geschlechtes, die bis zum Ende ihres Lebens bemüht war, die Masse der Frauen in den Kampf um den Sozialismus einzubeziehen.“ [1] Und an anderer Stelle: „Die Hände und Hirne der Proletarier, der Werktätigen dürfen keinen Anteil an dem Verbrechen der Imperialisten aller Länder haben, der Vernichtung des Imperialismus, des Kapitalismus gehört ihre Betätigung.
Die Forderung erscheint hart in der Zeit der Arbeitslosigkeit von Millionenheeren. Allein, sie kann, sie muß erzwungen, Brot kann durch Friedens- und Freiheitskampf errungen werden, wenn die Millionen wollen, handeln, Macht gegen Macht. Gegen die Kommandogewalt der kriegsbegeisterten Kapitalisten die reale Macht der Leistungen der freiheitsverlangenden Millionen in den Betrieben, die reale Macht ihrer erdrückenden Überzahl in der Straße. Imperialistische Kriege geben winzige, trockene Brotkrusten und nehmen Brotlaibe. Die Steuerlasten aller Völker unter kapitalistischem Joch erhärten es, Kanonen, Tränengas und Kavallerie gegen die hungernden Kriegsopfer in Washington beweisen den Dank des Vaterlandes der Reichen und Sehrreichen, wie ihn die Notverordnungen der Regierungen Brüning und Papen bestätigen. … Die unüberwindliche Kraft von Millionen ist die zusammengeballte Kraft aller einzelnen, der Frauen wie der Männer.“ [2]

Quelle:
[1] Clara Zetkin, Ich will dort kämpfen, wo das Leben ist, Dietz Verlag, Berlin, 1976, S.3-5.
[2] ebd. Zum Internationalen Kongreß gegen den Krieg, August 1932, S.288-298.

Und hier sind die Millionenmassen der Werktätigen, die Ausgebeuteten und Unterdrückten…
DemonstrationBrüsselLondonGriechenlandLeninMoskau
Machtvolle Demonstrationen in aller Welt beweisen: Lenin ist alles andere als ein „Dinosaurier“ der Geschichte, wie das ein paar intellektuelle Idioten an der Universität Uljanowsk gerne gesehen hätten…

P.S. Und KÄMPFEN, liebe Leute, WO DAS LEBEN IST, das heißt nicht, die ganze Zeit am iPhone, iPad oder wie die Dinger alle heißen, herumzuspielen, sondern die Augen aufzumachen und sich aktiv und klug mit dem wahren Leben zu befassen. Kämpfen heißt, Partei zu ergreifen für die Entrechteten und Unterdrückten, für die Sache des Proletariats. Kämpfen heißt, etwas zu tun gegen die politische Verblödung. Es heißt, sich an den Klassenkämpfen zu beteiligen und sich zu widersetzen gegen Ausbeutung und Unterdrückung. DAS ist die Wirklichkeit und das Leben, und nicht das elektronische Spielzeug, das immer mehr von den so dringend notwendigen Klassenkämpfen ablenkt. Feigheit und Faulheit waren schon immer die schlimmsten Ursachen für die politische Unmündigkeit des schaffenden Volkes: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ (sagte schon Kant) … und quatsche nicht diesen hirnverbrannten Mist nach, den Dir die Massenmedien jeden Tag einzuhämmern versuchen!

Siehe auch:
Clara Zetkin: Über die Frauenarbeit
Aufklärung – unsere Hauptaufgabe
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis
Die Herrschaft der Souffleure
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Warum der Sozialismus siegen wird