Karl Liebknecht: Trotz alledem!

LiebknechtKarl Liebknecht spricht,
Holzschnitt von Alfred Frank
(geb. 1884, von den Faschisten
hingerichtet am 12.1.1945)

Generalsturm auf Spartakus! „Nieder mit den Spartakisten!“ heult es durch die Gassen. „Packt sie, peitscht sie, stecht sie, schießt sie, spießt sie, trampelt sie nieder, reißt sie in Fetzen!“ Greuel werden verübt…

„Spartakus niedergerungen!“
Jawohl! Geschlagen wurden die revolutionären Arbeiter Berlins! Jawohl! Niedergemetzelt an die hundert ihrer Besten! Jawohl! In Kerker geworfen viele Hunderte Ihrer Getreuesten … ! Und die Ebert-Scheidemann-Noske haben gesiegt. Sie haben gesiegt, denn die Generalität, die Bürokratie, die Junker von Schlot und Kraut, die Pfaffen und Geldsäcke und alles, was engbrüstig, beschränkt, rückständig ist, stand bei Ihnen. Und siegte für sie mit Kartätschen, Gasbomben und Minenwerfern. Aber es gibt Niederlagen, die Siege sind; und Siege, verhängnisvoller als Niederlagen.

Die Besiegten der blutigen Januarwoche, sie haben ruhmvoll bestanden; sie haben um Großes gestritten, ums edelste Ziel der leidenden Menschheit, um geistige und materielle Erlösung der darbenden Massen; sie haben um Heiliges Blut vergossen, das so geheiligt wurde. Und aus jedem Tropfen dieses Bluts, dieser Drachensaat für die Sieger von heute, werden den Gefallenen Rächer erstehen, aus jeder zerfetzten Fiber neue Kämpfer der hohen Sache, die ewig ist und unvergänglich wie das Firmament.

Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein. Denn die Niederlage ist ihre Lehre. Noch entbehrt ja das deutsche Proletariat der revolutionären Überlieferung und Erfahrung. Und nicht anders als in tastenden Versuchen, in jugendhaften Irrtümern, in schmerzlichen Rückschlägen und Mißerfolgen kann es die Schulung gewinnen, die den künftigen Erfolg gewährleistet …

Die Geschlagenen von heute, sie haben gelernt. Sie sind geheilt vom Wahne, ihr Heil in der Hilfe verworrener Truppenmassen finden zu können; geheilt vom Wahne, sich auf Führer verlassen zu können, die sich kraftlos und unfähig erwiesen; geheilt vom Glauben an die unabhängige Sozialdemokratie, die sie schnöde im Stich ließ.

Nur auf sich selbst gestellt, werden sie ihre künftigen Schlachten schlagen, ihre Siege erfechten. Und das Wort, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das eigene Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann, es hat durch die bittere Lehre dieser Woche eine neue, tiefere Bedeutung für sie gewonnen. Und auch jene irregeleiteten Soldaten werden bald genug erkennen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird, wenn sie die Knute des wiederhergestellten Militarismus von neuem über sich fühlen; auch sie werden erwachen aus dem Rausch, der sie heute umfängt.

„Spartacus ist niedergerungen!“
O gemach! Wir sind nicht geflohen, wir sind nicht geschlagen. Und wenn sie uns in Bande werfen – wir sind da, und wir bleiben da! Und der Sieg wird unser sein … Denn Spartakus – das heißt Feuer und Geist, das heißt Seele und Herz, das heißt Wille und Tat der Revolution des Proletariats. Und Spartakus – das heißt alle Not und Glücks-sehnsucht, alle Kampfentschlossenheit des klassenbewußten Proletariats. Denn Spartakus, das heißt Sozialismus und Weltrevolution.

Noch ist der Golgathaweg der deutschen Arbeiterklasse nicht beendet – aber der Tag der Erlösung naht. Der Tag des Gerichts für die Ebert-Scheidemann-Noske und für die kapitalistischen Machthaber, die sich noch heute hinter ihnen verstecken. Himmelhoch schlagen die Wogen der Ereignisse – wir sind es gewohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen geraden Kurs fest dahin bis zum Ziel. Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird – leben wird unser Programm; es wird die Welt der erlösten Menschheit beherrschen.

Trotz alledem!

Aus: Die Rote Fahne, 15.Januar 1919

Quelle:
Der Sozialismus – deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1975, S.148f.
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Anmerkung:
Es ist nicht einfach, sich in die metaphernreiche Sprache des vergangenen Jahrhundert hineinzuversetzen, deshalb sei hier einmal versucht, diesen Text in die heutige Sprache zu übertragen. Vielleicht ist er dann für manchen etwas verständlicher:

Generalangriff auf den Sozialismus!

„Weg mit allem, was an die DDR erinnert!“ so heult es durch die Medien. „delegitimiert sie, schmäht sie, reißt sie in Fetzen!“ Schandtaten werden verübt, Protestierende niedergeknüppelt…

„Der Kommunismus ist gescheitert?!“
Nein! Er ist nicht gescheitert, er wurde zerschlagen. Geschlagen wurden auch die revolutionären Arbeiter von Berlin und Karl-Marx-Stadt! Jawohl! Vernichtet wurden an die hundert ihrer Besten! Jawohl! Enteignet wurde das ganze Volk der DDR … ! Und die Kohl-Schröder-Merkel haben gesiegt. Sie haben gesiegt, denn die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“, die deutsche Bürokratie, die Konzernherren und Bankmanager, die Pfaffen und Geldsäcke und alles, was engstirnig, beschränkt, reaktionär ist, stand ihnen bei. Und siegte für sie mit Privatisierungen, Rückübertragungen, Hartz4-Gesetzen usw. Aber es gibt Niederlagen, die Siege sind – moralische Siege; und Siege, verhängnisvoller als Niederlagen – und das ist tragisch für meisten Menschen.

Die Besiegten vom Oktober 1989 haben schmachvoll kapituliert; sie hatten einst um Großes gestritten, ums edelste Ziel der Menschheit, um geistige und materielle Befreiung der ausgebeuteten Volksmassen; einige von ihnen hatten sogar geholfen, den Faschismus zu besiegen, hatten für die Zukunft der Menschheit ihr Blut vergossen. Aus jedem Tropfen dieses Bluts, aus dieser Drachensaat für die Sieger von heute, werden den Gefallenen Rächer erstehen, aus jedem zerfetzten Leichnam neue Kämpfer für die Sache des Sozialismus, die ewig ist und unvergänglich.

Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein. Denn die Niederlage wird ihnen eine Lehre sein. Noch fehlt dem deutschen Proletariat die revolutionäre Kampf-erfahrung. Und nicht anders als durch tastende Versuche, durch Irrtümer, schmerzliche Rückschläge und Mißerfolge kann es diese Erfahrungen sammeln, die den künftigen Erfolg gewährleisten. Der Kapitalismus, schöngeredet als „soziale Marktwirtschaft“, ist nicht imstande die Menschheitsprobleme zu lösen. Im Gegenteil: er verschärft sie …

Die Geschlagenen von heute, sie werden es lernen. Sie werden ihren Irrtum begreifen, daß man sich nicht auf Wahlen verlassen kann; daß man sich nicht auf „die Politik“ und auf die Parteien verlassen kann, die sich als kraftlos und unfähig erweisen; geheilt vom Glauben an die unabhängige Sozialdemokratie, die sie schnöde im Stich ließ.

Nur auf sich selbst gestellt, werden sie ihre künftigen Schlachten schlagen, ihre Siege erfechten. Und das Wort, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das eigene Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann, es hat durch die bittere Lehre der letzten Jahrzehnte eine neue, tiefere Bedeutung für sie gewonnen. Und auch jene irregeleiteten „Sicherheitkräfte“ und Soldaten werden bald genug erkennen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird, wenn sie die Knute des wiederhergestellten Militarismus von neuem über sich fühlen; auch sie werden erwachen aus dem Rausch, der sie heute umfängt.

„Der Sozialismus ist überwunden!“
O gemach! Wir sind nicht geflüchtet, wir sind nicht geschlagen. Und wenn sie uns auch juristisch knebeln und mundtot zu machen versuchen – wir sind da, und wir bleiben da! Und der Sieg wird unser sein … Denn Kommunismus – das heißt Feuer und Geist, das heißt Gefühl und Verstand, das heißt Wille und Tat für die Revolution des Proletariats. Und Kommunismus – das beinhaltet alle Glückssehnsucht und alle Kampfentschlossenheit des klassenbewußten Proletariats. Denn nur das verheißt der Menschheit eine Zukunft.

Noch ist die Trägheit und Zerrüttung der deutschen Arbeiterklasse nicht überwunden – aber der Tag der Besinnung wird kommen. Der Tag des Gerichts für die Politiker, Beamten und ihre Lakaien, und für die kapitalistischen Machthaber, die sich noch heute hinter ihnen verstecken. Immer schnellebiger wird die Zeit, immer höher schlagen die Wogen der Ereignisse – wir sind es gewohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen geraden Kurs fest dahin bis zum Ziel. Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird – leben wird unser Programm; es wird die Welt der befreiten Menschheit beherrschen. Trotz alledem!

Text
Siehe: Die Kommunisten…

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Millionen Hektar russischer Wald vernichtet…

Die Stabilität der Putin-Regierung und die Verhökerung riesiger Wälder an China

Allunions-KP (Bolschewiki) 01.06.2013 – Beinahe unbemerkt blieb die schockierende Nachricht, daß die russische Regierung eine Million Hektar Wald an China zum Abholzen freigegeben hat. Wie in solchen Fällen mittlerweile üblich, hat man einfach „vergessen“, die Öffentlichkeit über diese Entscheidung zu informieren, da man wußte, daß die russische Bevölkerung dies nicht billigen würde. Der Beschluß darüber wurde von der russischen Regierung bereits im Februar 2012 gefällt und ist bis heute jedoch kaum an die Öffentlichkeit gelangt.
Holzfäller1Holzfäller2
Wie berichtet wird, betrachtet Rußland die Volksrepublik China wegen ihres Mangels an Holzressourcen als ihren strategischen Hauptpartner. Unter das Abholzen fällt eine der Regionen Sibiriens. Falls jedoch die Chinesische Seite die vorliegende Variante nicht realisieren sollte, hat das Russische Ministerium für Forstwirtschaft seine Bereitschaft geäußert, beliebige Informationen über die Holzvorräte in Rußland, und ebenso über die Art und Weise ihrer Nutzung zu veröffentlichen.
Holzfäller 3Holzfäller 4
Was ergibt sich daraus? Anstelle Betriebe aufzubauen, für die Bürger Arbeitsplätze zu schaffen, eine eigene Industrie zu entwickeln, bevorzugt es die russische Regierung, seine wirtschaftlichen Ressourcen an benachbarte Länder zu verhökern. Natürlich sehen die Bürger, wie in Rußland üblich. nichts von diesem Geld.
Holzfäller 5Holzfäller 6
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft über den Naturschutz sind bereits über die Hälfte des staatlichen Waldfonds im Amur-Gebiet abgeholzt worden. Nach Einschätzung des Weltnaturschutzfonds wird festgestellt, daß mit dem Abholzen in einem solchen Maßstab die Gefahr droht, daß die Wälder dort völlig verschwinden. Durch das Abholzen wird auch die gesamte Fauna vernichtet. Und das auf barbarischste Weise. Nach Angaben der Grenzverwaltung des FSB wird aus der Forstwirtschaft von ungeheuerlichen Tatsachen festgenommener chinesischer Wilderer berichtet. Bei einem der Verhafteten fand man die Pfoten von 210 getöteten Bären, bei einem anderen 250 kg der Lippen getöteter Elche, bei einem dritten 2500 Zobelfelle usw.
ZobelfelleGetötete Bären
Ein katastrophaler Schaden durch die Entwaldung hat sich im Gebiet Irkutsk zugetragen. Und zwar wurde, nachdem man die Erlaubnis zu Waldpflege erteilt hatte, durch Waldarbeiter (in der Regel in den von den Chinesen bewohnten Ortschaften) im folgenden, nur erstklassiges Sägeholz und dabei nur vom unteren, wertvollsten Teil des Stammes, entnommen und der Rest weggeworfen. Pro Kubikmeter Stammholz werden 40 Dollar bezahlt, wobei die chinesischen Firmen dann auf den internationalen Waldbörsen das Sägeholz schon auf 500 Dollar pro Kubikmeter realisieren. Um diesen Raub zu unterstützen, hat die Regierung Chinas ein Gesetz erlassen, das es untersagt, verarbeitetes Holz aus Rußland zu erwerben. Dadurch erhält dieser Raub, egal in welchem anderem Land, außer in den rückständigsten Kolonien, eine zusätzliche gesetzliche Legitimation.

In einem modernen Lehrbuch für Politikwissenschaft ist zu lesen: „Nachdem sie Inseln des Wohlstandes geschaffen hat, erzeugt die Globalisierung eine riesige vierte Welt, in der niemand etwas zu suchen hat. Und in dieser Welt befindet sich Rußland ….»

M.Ljapina

(nach Materialien aus vsya-russia.ru)

Quelle: kommunisten-online

P.S. Auch in Ostdeutschland kann man Ähnliches beobachten. Auch hier wird massenhaft abgeholzt. Siehe: Raubbau in ostdeutschen Wäldern

Warum protestieren die Menschen?

Wenn Menschen protestieren, auf die Straße gehen, streiken und ihren Widerstand kundtun, dann hat das meist einen sehr einfachen Grund: Sie haben die Nase gestrichen voll, sind mit ihren Arbeitsbedingungen oder ihren Lebensumständen unzufrieden. Sie finden nirgends mehr Gehör und gehen deshalb damit in die Öffentlichkeit: Streiks, Demonstrationen, Protestmeetings. Und wenn es schlimmer wird: Widerstandskampf. Das ruft natürlich erneut den Druck und die Gewalt der herrschenden Klasse hervor: finanzielle und juristische Zwangsmaßnahmen, Polizeiterror, Verhaftungen, Folter usw. Das Arsenal der herrschenden Ausbeuterklasse scheint grenzenlos zu sein. Doch der Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung ist nicht vergeblich, wenn sich die Arbeiterklasse zusammenschließt und das richtige tut. Denn immerhin ist sie zahlenmäßig eine absolute Majorität…

Widerstand im Kapitalismus des 20.Jahrhundert

Meist nimmt die Widerstandsbewegung der unterdrückten Klassen gegen ihre Ausbeuter in den kapitalistischen Ländern infolge von Krisen zu. Nachdem 1917 durch den Sieg der Oktoberrevolution die ungeteilte Herrschaft des Kapitals ein Ende gefunden und dann auch der deutsche Imperialismus mit dem verlorenen ersten Weltkrieg eine empfindliche Niederlage erlitten hatte, richtete sich in den 1920-30er Jahren der Widerstand nun auch gegen den aufkommenden Faschismus. Während der Weltwirtschaftskrise, die im Herbst 1929 von den USA ausging, sämtliche Länder Europas, Japan und die USA erfaßte, und die bis 1932/33 andauerte, gab es massenhafte Proteste gegen die reaktionären Regimes dieser Länder. Der antifaschistische Widerstand erreichte dann im zweiten Weltkrieg seinen Höhepunkt. Er wurde durch eine weitreichende Partisanenbewegung unterstützt, welche im Verlaufe des Krieges immer mehr in den bewaffneten Aufstand bzw. in den regulären Krieg überging, und der mit dem Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus vorerst beendet war. Wer jemals wieder ein Waffe anfaßt, so hörte man die Leute sagen, dem soll die Hand verdorren. Daß das letztere dennoch nicht geschah, hat im Volk wohl eher seine Ursache darin, daß die Erinnerung verblaßt, als darin, daß Lehren aus der Geschichte gezogen worden wären. Jedenfalls nicht im Westteil Deutschlands. Denn dort gelang es den Faschisten erneut, im Staat und in der Wirtschaft Fuß zu fassen, die Remilitarisierung Westdeutschlands voranzutreiben und den „Kalten Krieg“ gegen die sozialistischen Länder zu entfachen. Neue Generationen stellen oft erneut die gleichen alten Fragen…

Gab es auch Proteste gegen die SED oder den Sozialismus?

Die Gründung der DDR war ein absoluter Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Es wurde eine dem Kapitalismus (und allen bisherigen Ausbeuterordnungen) gegenüber fortschrittlichere Gesellschaftsordnung errichtet. Dank der Unterstützung durch die Sowjetunion fand eine antifaschistisch-demokratische Umwälzung statt, sämtliche Nazi- und Kriegsverbrecher wurden enteignet, und die wichtigsten Produktionsmittel wurden Volkseigentum. Die Diktatur des Proletariats wurde errichtet. Es war die Diktatur der werktätigen Mehrheit des Volkes über die bisherige Ausbeuterklasse. Und wer protestierte dagegen? Doch nur diejenigen, die es betraf, und die sich dieser Diktatur zu unterwerfen hatten. Die „Proteste“ von 1953 und 1968 hatten daher einen eindeutig konterrevolutionären Charakter, wie auch die dramatischen Ereignisse im Jahre 1989. Es gab niemals einen „Volksaufstand“ in der DDR! Ich habe diese Leute gesehen, mit ihren wutverzerrten Gesichtern, die am liebsten das ganze Politbüro auf der Stelle gelyncht hätten. Es waren eine Handvoll Leute, gekaufte Subjekte, Feinde der Arbeiterklasse! Der ganze große Rest blieb stumm; sie wollten meist eine ‚bessere‘ DDR, mehr Freiheiten, keine Wartezeiten auf ein Auto, Bananen, Reisen und schließlich das Westgeld, doch — keinen Kapitalismus. Sie hielten das für möglich. Doch das war eine Illusion, die mit der Abschaffung des Sozialismus bezahlt wurde! … Soviel zur angeblichen „friedlichen Revolution“ von 1989!

Was waren die Hintergründe des Aufruhrs?

Lange hatte der Imperialismus vergeblich versucht, seinen Erzfeind, die Sowjetunion, zu zerschlagen, alle Spionage-, Sabotage- und Diversionsakte und der Überfall auf die Sowjetunion 1941 waren gescheitert, ein Atomkrieg hätte unübersehbare Folgen gehabt, bis es ihm schließlich gelang, Stalin ermorden zu lassen und einen Teil der inneren Feinde der Sowjetunion für seine eigenen Ziele zu mißbrauchen. Mit der verbrecherischen Rede Chruschtschows auf dem XX.Parteitag der KPdSU begann unaufhaltsam die Zerstörung dieses ersten sozialistischen Staates der Weltgeschichte. Und mit ihm kamen auch die Proteste der Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter allmählich zum Erliegen. Es dauerte fast 20 Jahre bis nunmehr sich die ohnehin zersplitterte Arbeiterbewegung erneut zu sammeln begann, und bis es fast aus den gleichen Gründen wie hundert Jahre zuvor wieder zu Protesten kommt

Zum Beispiel Türkei:
Hier geht es schon nicht mehr nur um ein paar Bäume am Taksim-Platz von Istanbul. Die bürgerliche Staatsmacht reagiert wie stets mit Polizeiterror und mit Waffengewalt.

Türkei 1Türkei 2Türkei 3Türkei 4Revolutionäre Forderungen

Keine Frage, daß es auch möglich ist, die Volksmassen aufzuwiegeln. So gelang es bspw. den Nazis 1939, das deutsche Volk erneut in einen Krieg zu führen. Doch zunächst haben die Proteste einen sozialen (manchmal einen ökologischen oder gar religiösen) Hintergrund, bis dann immer mehr politische Fragen in den Vordergrund treten und es bewußt zu Klassenkämpfen kommt. Diese Klassenkämpfe führen gesetzmäßig zu immer größerer Solidarität innerhalb der Arbeiterklasse, ihre Forderungen zielen nicht nur auf soziale Verbesserungen bzw. Reformen ab, sondern nehmen immer mehr revolutionären (d.h. politischen) Charakter an. Von da ab spätestens bedarf es einer klaren Orientierung. Interessant ist auch, daß gleichzeitig in Köln, wo viele türkischstämmige Einwohner leben, etwa 30-40 Tausend Menschen solidarisch auf die Straße gingen. Über die ökonomischen Hintergründe, die in Brasilien zu Protesten führten, informiert der folgende Beitrag:

Zum Beispiel Brasilien:
Deutsche Firmen profitieren mit Milliardenaufträgen von der in Brasilien heftig kritisierten Fußball-WM 2014. Die immensen Ausgaben für das Sport-Event werden von den Demonstranten, die in dem südamerikanischen Land gegen die Vernachlässigung sozialer Belange protestieren, nach wie vor scharf kritisiert. Die Regierung solle die WM absagen und die Mittel stattdessen in das Gesundheits- und Bildungssystem investieren, heißt es in São Paulo, Rio de Janeiro und anderen brasilianischen Großstädten auf Protestkundgebungen. Aus der Fußball-WM und der 2016 folgenden Olympiade zieht – neben deutschen Mittelständlern – beispielsweise der deutsche Siemens-Konzern Gewinne; bis jetzt verzeichnet er Aufträge im Wert von gut einer Milliarde Euro allein aus dem Stadionbau und anderen die WM vorbereitenden Aktivitäten. Zudem profitieren deutsche Unternehmen der Security-Branche: So ist zum Beispiel die Lieferung deutscher Drohnen für die Überwachung der WM-Schauplätze im Gespräch. Deutsche Flugabwehr-Panzer sind bereits geliefert worden – ebenfalls mit dem Argument, man benötige sie, um die WM zu schützen. Allein die Summe, die der brasilianische Staat für die Panzer an Deutschland abführen muß, wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. [1]

Was ist eine Konterrevolution?

Auch die Konterrevolution ist eine Form des Protestes, nämlich: der „Protest“ der vormals herrschenden Ausbeuterklasse gegen ihre Entmachtung, gegen die Zerschlagung ihres Staates und den Entzug ihrer Privilegien. Die Konterrevolution ist der Klassenkampf reaktionärer Klassen und Schichten gegen den revolutionären Fortschritt und den Kampf fortschrittlicher Klassen und Schichten. Ziel der Konterrevolution ist es, die Errungenschaften einer Revolution rückgängig zu machen, revolutionäre Bewegungen, Regierungskoalitionen oder Staaten zu zerschlagen, die alten Besitz- und Machtverhältnisse wiederherzustellen. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg (bis 1990) war sie vor allem darauf gerichtet, eine „Erosion“ des Sozialismus zu erreichen. Die Formen und Methoden waren (bzw. sind) äußerst vielfältig: Organisation von Wirtschaftssabotage, Provozierung von Streiks, Sabotageakte, Auslösung ernster Versorgungsschwierigkeiten, Ausbreitung von Anarchie (wie das in der VR Polen 1980 und 1981 und in Chile 1972 und 1973 betrieben wurde), reaktionäre Verschwörungen, Aufstände, Putsche und Revolten, individueller und Massenterror, Entfesselung von Bürgerkriegen, Ermordung einzelner Führer des Proletariats. Zur Erreichung ihrer Ziele wirken die innere und äußere Reaktion eng zusammen. [2]

Was hätte die Arbeiterklasse gegen die Konterrevolution tun können?

Zu Beginn der 1980er Jahre hatten im Zusammenhang mit dem Konfrontationskurs der Westmächte und der BRD die ideologische Aggressivität vor allem über Diversionssender (wie Radio Free Europe, Deutschlandfunk und RIAS Berlin) und die Einmischung des Imperialismus in die inneren Angelegenheiten anderer Länder beträchlich zugenommen. Deshalb war und ist die stete, konsequente Auseinandersetzung mit antisozialistischen und antikommunistischen Parolen (wie Menschenrechts- und Freiheitsdemagogie), mit Theorien über einen „demokratischen Sozialismus“ oder einen politischen oder iedologischen „Pluralismus“ und andere konterrevolutionäre Bestrebungen sowie der Kampf gegen den revisionistische Theorien und Erscheinungen unabdingbar für die Verteidigung der revolutionären Errungenschaften und der internationalen Sicherheit. [3] Wichtig ist immer die revolutionäre Wachsamkeit! Und die kam nach dem Tode Stalins mehr und mehr abhanden. Überdies hatte die Partei der Arbeiterklasse teilweise die Verbindung zur Arbeiterklasse verloren. Das revolutionäre Bewußtsein schwand. Nicht zuletzt hat sich immer wieder gezeigt: Auch der Friede muß bewaffnet sein!

Quellen:
[1] German Foreign Policy
[2] siehe: Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1988, S.125f.

Siehe auch:
Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
Gab es einen Sozialismus in der DDR?
Der Sozialismus und die SED

Alexander Tscherepanow (RKAP): Über die aktuellen Aufgaben der Kommunisten

A. Tscherepanow

Aus der Rede des Sekretärs des ZK der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei (RKAP-KPdSU) A.K. Tscherepanow auf dem XXII. Internationalen Kommunistischen Seminar in Brüssel am 1. Juni 2013

Im Manifest der Kommunistischen Partei haben K.Marx und F.Engels über die Beziehung der Bourgeoisie zu den Arbeitern geschrieben: „Die wesentliche Bedingung für die Existenz und für die Herrschaft der Bourgeoisklasse ist die Anhäufung des Reichtums in den Händen von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit. Die Lohnarbeit beruht ausschließlich auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich. Der Fortschritt der Industrie … setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation. Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber.“ [1]

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution 1917 in Rußland errichtete die Macht in Form der Diktatur des Proletariats und gewährleistete das Recht auf Arbeit, auf Wohnraum, Sozialfürsorge, kostenlose Bildung und kostenloses Gesundheitswesen. Dank der sozialistischen Errungenschaften in der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern war die Bourgeoisie der kapitalistischen Länder gezwungen, der Arbeiterklasse bei der Gewährung demokratischer Rechte und Freiheiten Zugeständnisse zu machen. Aber mit der Liquidierung der Sowjetunion 1991 begann in vielen Ländern der Welt, darunter auch in Rußland, der Angriff auf die Rechte und die Freiheiten der Werktätigen.

Unsere Partei geht von dem aus, was von F.Engels im Vorwort zur englischen Ausgabe des Manifests der Kommunistischen Partei 1888 geschrieben hat „daß demgemäß die ganze Geschichte der Menschheit … eine Geschichte von Klassenkämpfen gewesen ist, Kämpfen zwischen ausbeutenden und ausgebeuteten, herrschenden und unterdrückten Klassen; daß die Geschichte dieser Klassenkämpfe eine Entwicklungsreihe darstellt, in der gegenwärtig eine Stufe erreicht ist, wo die ausgebeutete und unterdrückte Klasse – das Proletariat – ihre Befreiung vom Joch der ausbeutenden und herrschenden Klasse – der Bourgeoisie – nicht erreichen kann, ohne zugleich die ganze Gesellschaft ein für allemal von aller Ausbeutung und Unterdrückung, von allen Klassenunterschieden und Klassenkämpfen zu befreien.“ [2]

Das nächste Ziel der Kommunisten

Aus dem Manifest der kommunistischen Partei ergibt sich das nächste Ziel der Kommunisten, das ganz allgemein so abgefaßt ist: „Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.“ [3] Deshalb ist die Aufgabe der Organisation des Proletariats zur kämpfende Klasse unsere Mindestaufgabe. Es handelt sich dabei um die Organisation des umfassenden Klassenkampfes in allen seinen Formen: theoretisch, politisch, ökonomisch. Das schließt ein, daß heute unbedingt als nächstes Ziel die Organisation des ökonomischen Kampfes notwendig ist, wobei man sich nicht mit einer angeblichen Neigung zum Ökonomismus, Reformismus und anderem herausreden kann. Diese Aufgabe ist vom Manifest der kommunistischen Partei vorweggenommen, indem gesagt wird, daß die Kommunisten für die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen der Arbeiterklasse kämpfen, in der gegenwärtigen Bewegung zugleich aber die Zukunft der Bewegung vertreten [4] – das heißt den Kommunismus. An den Schluß dieses Satzes erinnern sich die meisten Parteien, wenigstens in Worten sind alle für den Kommunismus oder wenigstens (wie bei Gorbatschow) für kommunistische Wahlen, aber daß man auch den Kampf für die nächsten Ziele organisieren muß, daß man heute den praktischen Kampf organisieren muß, daran erinnern sich bei weitem nicht alle. Wir betonen: die Tagesaufgabe muß die Verschmelzung der Kommunisten mit dem alltäglichen Leben der Arbeitermassen sein, die Heranziehung der Werktätigen selbst zum Klassenkampf. Und wenn wir das nicht selbst lernen, und andere nicht lehren, für die nächsten Ziele zu kämpfen, ist es naiv darauf zu rechnen, daß die Menschen uns im Kampf für den Kommunismus unterstützen werden.

Die Umwandlung der Menschen aus den Bittstellern in Kämpfer – das ist unsere alltägliche Arbeit.

Die einfachste und natürlichste Form des Wirtschaftskampfes ist die Organisation der Gewerkschaften. In unserem Land sind wirklich neue, von den Behörden und den Herrschenden unabhängige Gewerkschaften entstanden, die wir als Klassenorganisationen betrachten können, weil sie ausgehend von der bekannten und obligatorischen Forderung der ILO (International Labour Organisation) so aufgebaut sind, daß sie keine Mitgliedschaft an einer Organisation der Lohnarbeiter und der Besitzer (oder ihrer Vertreter aus Administration und Verwaltung) erlauben. Heute gibt es in Rußland genügend solcher Gewerkschaften, mit denen unsere Partei aktiv zusammenarbeitet.
Die wesentlichsten von ihnen sind:
– Die überregionale Vereinigte Arbeitergewerkschaft „Saschtschita“ („Schutz“);
– Die russische Gewerkschaft der Hafenarbeiter;
– Die Gewerkschaft der Fluglotsen;
– Die überregionale Gewerkschaft der Arbeiter der Autoindustrie;
– Neue Gewerkschaften („Nowoprof“).

Was ist der Ausweg aus der Krise?

Die Russische Kommunistische Arbeiterpartei meint, daß es niemals einfache Wege aus der Wirtschaftskrise des Kapitalismus gab und auch nicht geben wird! Immer und überall verwirklicht sich dieser Ausweg durch die Abwälzung aller Lasten der Krise auf die Schultern der arbeitenden Menschen, vor allem – der Vertreter der Arbeiterklasse. Die Ausbeutung nimmt zu, die früher eroberten sozialen Rechte und politischen Freiheiten werden beschnitten und die Macht der Polizeikräfte verschärft sich. Und dabei ist die kapitalistische Welt ununterbrochen von Instabilität und von erneuten wirtschaftlichen Erschütterungen bedroht. Der Kapitalismus gebiert immer wieder neue Krisen – das ist seine Natur, seine natürliche Funktion. Das einzige Medikament gegen die Krise ist die Entwicklung des Kampfes der arbeitenden Klassen bis zur Verwirklichung der sozialistischen Revolution.

Natürlich stoßt dabei die sich entwickelnde Arbeiterbewegung, wie auch die Tätigkeit wahrhaftiger Kommunisten auf den tollwütigen Widerstand der Behörden und der Kapitalisten. Einerseits werden die Gesetze verschärft, es werden die Rechte und die Möglichkeiten des Kampfes gegen die Unternehmen auf jede Weise eingeschränkt. So werden heute 98 % aller Streiks für ungesetzlich erklärt. In vielen Branchen und Berufsgruppen sind die Streiks untersagt. Die Prozeduren zur Anmeldung von Streiks sind äußerst erschwert. Die Verantwortung für jeglichen Extremismus wurde eingeführt und so weiter. Doch einen um ein Vielfaches größeren Schaden fügen der Arbeiterbewegung die Methoden der Provokateure zu, insbesondere die Irreführung der proletarischen Bewegung auf falsche Pfade, wie sie von den Agenten mit bürgerlichem Einfluß vorgezeichnet werden. So haben die Ideologen der KPRF [5] schon zwei Parteitage mit sogenannten Vertretern der Arbeitskollektive durchgeführt, in deren Ergebnis Resolutionen verfaßt wurden zur Unterstützung der KPRF bei den Wahlen und ein Programm für eine „Regierung des Volksvertrauens“, welche nur allein angeblich das Land retten kann. Von einer Entfaltung des eigenen Kampfes der Werktätigen war da nicht die Rede. Wie im übrigen auch nicht über eine Vertretung der Arbeiter in der Staatsduma.

Ebenso aktiv sind verschiedene trotzkistische Gruppierungen, sozialdemokratische und kleinbürgerliche Organisationen, die sich mit allen Mitteln bemühen, die Arbeiterbewegung dem Einfluß der revolutionären Kommunisten zu entziehen und sie auf die parlamentarischen Parteien zu orientieren, auf angeblich neue „Volksfronten“, oder die einfach versuchen, sie von der Teilnahme an der Politik als einer schmutzigen Angelegenheit abzuhalten. Das alles bestärkt uns in der Überzeugung, daß für die Kommunisten die Entfaltung einer breiten Arbeiterbewegung, das Hereintragen von Kenntnissen des wissenschaftlichen Kommunismus in sie einzig und allein die richtige, und einzig und allein eine perspektivische Ausrichtung des Kampfes ist.

Wie soll man den Kampf organisieren?

Um diese Aufgaben zu erfüllen zu können, die im Manifest der Kommunistischen Partei vorgezeichnet ist, organisierte RKAP den Kampf um die nächsten Ziele der Arbeiterklasse, wobei sie aber immer das Hauptziel im Auge behielt – den Kampf um eine Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung, für den Sozialismus. Auf unserer politischen Agenda steht die Taktik der Bildung eines breiten Blocks der Klassenkräfte, wir haben es die Russische Vereinigte Arbeitsfront – ROT FRONT genannt. Schon drei Jahre befassen wir uns mit deren Aufbau, wobei wir Arbeiter und Gewerkschafter, Jugendgruppen und gesellschaftliche Organisationen zur Teilnahme an „ROT FRONT“ mit heranziehen. Die Praxis hat gezeigt, daß wir damit einen Nerv der Bourgeoisie getroffen haben. Wir bekamen bei der Registrierung von „ROT FRONT“ als Partei vom Justizministerium sieben Mal eine Absage, vor allem wegen ihres offensichtlich politischen Charakters (dem Justizministerium gefiel selbst der Titel „ROT FRONT“ nicht, ihm gefiel nicht die Symbolik – eine geballte Faust vor dem Hintergrund eines Sternes, welche sie als ein Symbol des Kampfes gegen den Staat werteten). Typisch ist auch, daß selbst das Wort „FRONT“ Widerspruch auslöste. Das schärfste aber ist, daß sich ausgerechnet die KPRF vehement gegen die Bildung von „ROT FRONT“ aussprach. Sjuganow nannte „ROT FRONT“ – ein „Projekt des Kreml“.

Nichtsdestotrotz haben wir das Ministerium für Justiz überzeugt, und im Dezember 2012 wurde „Russische Vereinigte Arbeitsfront“ nach dem nunmehr achten Anlauf als politische Partei registriert. Derzeit geht der Prozeß der Registrierung der Regionalorganistionen dem Ende zu. Aus der Sicht der bürgerlichen Gesetzgebung ist „ROT FRONT“ nur eine politische Partei, doch für uns besteht – nur als Rechtsperson – die Möglichkeit der Nutzung parlamentarischer Methoden des Kampfes zur Verstärkung des Klassenkampfes. Unsere politische Partei ist natürlich die „Russische Kommunistische Arbeiterpartei“, die den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse vom Joch des Kapitals, für die Verwirklichung einer neuen sozialistischen Revolution fortsetzt.

In erster Linie gegen den Revisionismus und Opportunismus

Bei seiner Tätigkeit mißt die RKAP dem Kampf gegen Revisionismus und Opportunismus eine große Bedeutung bei, da sie ihn für eine wichtige Bedingung erachtet: für den Sieg im Klassenkampf, für die Entwicklung des Klassenbewußtseins der Arbeiter und bei der Schaffung von Massenorganisationen der Werktätigen, welche unter revolutionären Bedingungen zu Sowjets umgebildet werden können. Im übrigen erachtet unsere Partei den Kampf gegen Opportunismus und Revisionismus für eine strategische Hauptaufgabe der internationalen kommunistischen Bewegung. Diese Frage sollte unbedingt in die Resolution des Meetings aufgenommen werden, und wir bieten an, das vorliegende Thema auf dem folgenden Seminar zu erörtern.

Aus der Geschichte ist bekannt, daß der Opportunismus nicht nur einfach eine rechte Abweichung eines Teiles der kommunistischen Bewegung ist, sondern ihn zu einem großen Teil, und manchmal sogar vollständig ergreifen kann. So war es während des Ersten Weltkriegs, als anerkannte marxistische Theoretiker der alten europäischen Sozialdemokratischen Parteien vor dem Krieg in ihren Erklärungen noch völlig marxistische Positionen des proletarischen Internationalismus einnahmen, und nachdem sie das erste Waffengeklirr vernahmen, hoben sie in den Parlamenten einträchtig die Hände für die Kriegskredite ihrer Regierungen, das heißt sie unterstützten den Krieg. Tatsächlich ist auch die Zweite Internationale über diese Frage gestolpert, und sie sank damit auf sozial-patriotische Positionen herab. Eine Ausnahme machten nur die Bolschewiki, und im Endeffekt wurden dafür sechs Abgeordnete der Duma (d.h. die gesamte Fraktion der Bolschewiki vollständig) nach Sibirien verbannt. Auch die bulgarischen Freunde sind nicht „umgekippt“, und ein Kommunist des Deutschen Reichstags – Karl Liebknecht. Das heißt, die Ausmaße einer solchen Erscheinung können wahrlich überwältigend sein, davon zeugt auch das Schicksal der KPdSU.

Ein Charakterzug des heutigen Opportunismus in der kommunistischen Bewegung ist die Anhänglichkeit gegenüber der Theorie des Marktsozialismus auf wirtschaftlichem Gebiet, und die Anerkennung der Parlamente als Form der Volksherrschaft in der Politik. Bei solchen opportunistischen Parteien richtet sich die Strategie ihres Sieges auf Erfolgsversprechungen gegenüber den Werktätigen bei den nächsten Wahlen und auf die Begrenzung ihres Kampfes in einen Kampf um ehrliche Wahlen. Für eine solche parlamentarische Beschränktheit bekommen diese Parteien eine gute Finanzierung aus dem Staatshaushalt. So hat sich in Rußland die Finanzausstattung der Parlamentsparteien seit 2004 um das 100fache vergrößert. Andere außerparlamentarische Formen des Klassenkampfes gegen das bürgerlichen System erkennen die meisten dieser Parteien nicht an, oder nur mit Worten.

Die KPRF – eine opportunistische Partei

In Rußland spielt die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) die Rolle des Fortsetzers der opportunistischen Gorbatschowschen Ansichten.
Die wesentlichen Merkmale sind:
– Die Behauptung von der Erschöpftheit einer Bereitschaft zur Revolution;
– Die Absage an die Diktatur des Proletariats;
– Die Präferenz des Parlamentarismus für die Volksherrschaft;
– Die Anhänglichkeit gegenüber dem Modell des Marktsozialismus;
– Die Unterstützung der orthodoxen Kirche und ihre Anerkennung einer angeblich positiven Rolle in der Geistigkeit der Gesellschaft usw.
Diese Partei wurde in Form einer parlamentarischen Opposition in das kapitalistische System installiert, die KPRF setzt auf den Sieg durch ehrliche Wahlen, und vermittels der These einer linkszentristischen Regierung des „Volksvertrauens“. Man fragt sich, warum der Kampf gegen den Opportunismus so kompliziert ist, wo doch auf theoretischem Gebiet anscheinend alles klar ist und noch von den Klassikern erklärt wird. Der Haken ist der, daß der Opportunismus nicht direkt ein Verrat ist. Die Opportunisten treten nicht gegen den Kommunismus auf, nicht gegen Marx und Lenin, sondern sie verstecken sich – im Gegenteil – hinter deren Namen. Wladimir Iljitsch betonte, daß der Opportunist die Partei nicht verläßt, sie nicht verrät – doch er meint, daß er ihr richtig dient. Sein ganzes Elend besteht darin, daß er unter dem Druck der Umstände und des momentanen Vorteils die grundlegenden Interessen der Bewegung opfert. Lenin unterstrich, daß die Bourgeoisie immer jene opportunistische Partei unterstützt, die dem Namen und der Phraseologie nach den wahren Revolutionären am ähnlichsten ist. Dabei erlaubt die Bourgeoisie den Opportunisten nicht, sich bis ganz nach rechts zu bewegen, weil in diesem Fall an ihrer Stelle eine echte und für die Bourgeoisie gefährliche Organisation entstehen kann.

Die Tricks der Marx-Verfälscher

Natürlich ist das nicht nur eine russische Erscheinung. Das Projekt der „Eurolinkspartei“ ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, auf die Verdrängung der Kommunisten vom linken Rand des politischen Feldes gerichtet. Meistens haben die Opportunisten – sowohl in der Vergangenheit, als auch heute – vorgeschlagen, sich unter dem Deckmantel der Sorge um die Einheit der Reihen der Partei jeglicher Kritik zu enthalten. So verteidigten sie Gorbatschow, während sie die Waffen der Kritik gegen Jelzin richteten. Heute verteidigen sie Sjuganow und die KPRF, während sie sagen, daß man die Waffen auf Putin richten muß usw. Sie sagen, daß wir ein rotes Banner haben, daß wir doch alle Kommunisten sind, und uns alle für den Sozialismus einsetzen müssen. Lenin hat sich noch in 1914 ausführlich hinsichtlich der Einheit geäußert: „Die Einheit ist eine große Sache und eine große Losung! Doch die Arbeitersache braucht die Einheit unter den Marxisten, nicht aber die Einheit der Marxisten mit den Gegnern und Verfälschern des Marxismus.“ [6]

Und dabei war Lenin gegenüber den Verfälschern des Marxismus nicht einfach nur streng, sondern kalt und hart: „Entweder Diktatur (d.h. die eiserne Macht) der Gutsbesitzer und der Kapitalisten, oder Diktatur der Arbeiterklasse. Ein Mittelding gibt es nicht! Von der Mitte träumen die Schmarotzer, die Intelligenzler, Herrschaften, die schlecht gelernt haben in schlechten Büchern, vergebens. Nirgends in der Welt gibt es ein Mittelding, und wird es nicht geben. Entweder Diktatur der Bourgeoisie (verdeckt unter hochtrabenden sozialrevolutionären und menschewistischen Phrasen wie Volksherrschaft, konstituierende Versammlung, Freiheit und dergleichen), oder Diktatur des Proletariats. Wer das aus nicht der Geschichte des 19.Jahrhunderts gelernt hat, der ist ein hoffnungsloser Idiot. [7] Und er fügte hinzu: „Nur Halunken oder Dummköpfe orakeln, das Proletariat müsse zuerst bei Wahlen, die unter dem Joch der Bourgeoisie, unter dem Joch der Lohnsklaverei stattfinden, die Mehrheit erobern und könne erst danach die Macht erobern. Das ist der Gipfel an Borniertheit oder Heuchelei, das ist der Ersatz des Klassenkampfes und der Revolution durch Wahlrummel unter der bestehenden Ordnung, unter der alten Macht.“ [8] Lenin scheute sich nicht, unmittelbar die Politiker, aber auch die Parteien namentlich auszusprechen: „Das größte Elend und eine Gefahr für Europa besteht darin, daß es in ihm keine revolutionäre Partei gibt. Es gibt Parteien von Verrätern, solcher wie die Scheidemänner, Renaudels, Hendersons, Webbs und Co. oder von Allerweltslakaien wie Kautsky. Es gibt keine revolutionäre Partei.“ [9] Im Jahre 1920 schrieb Lenin, daß „der Bolschewismus die Bourgeoisie in Jahren 1917-1919 nicht besiegt hätte, wenn er nicht zuvor 1903-1917 gelernt hätte, die Menschewiki, d.h. die Opportunisten, Reformisten und Sozial-Chauvinisten, zu besiegen, und sie schonungslos aus der Partei der proletarischen Avantgarde zu vertreiben.“ [10]

Nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution forderte Lenin die entschlossene und endgültige Abgrenzung vom Opportunismus der II. Internationale, und er war selbst der Initiator für die Bildung der III. Kommunistischen Internationale. Unter seiner Führung wurden die theoretischen Prinzipien und die organisatorischen Maßnahmen für die Abgrenzung vom Opportunismus entwickelt, die als Bedingungen für die Aufnahme in die Komintern bekannt wurden. Heute gibt es keine Kommunistische Internationale, aber wir meinen, daß eine solche Notwendigkeit herangereift ist.

Strenge Kriterien für eine kommunistische Partei

Aber man muß dazu gerade für die marxistischen kommunistischen Parteien, die auf klaren Klassenpositionen stehen, strenge Richtlinien für die Teilnahme einführen. Wofür vorgeschlagen wird, bestimmte strenge Aufnahmekriterien zu entwickeln. Zur Unterstützung bei dieser Arbeit ist es nützlich, wenn wir uns an die Leninschen Kriterien der Aufnahme in die Komintern erinnern. Man wirft uns häufig vor, daß wir der Kritik des Opportunismus zu viel Aufmerksamkeit widmen, und rät uns, diese Energie auf die Entlarvung des Imperialismus insgesamt, sowie Putins und seines Regimes zu richten. Jedoch ausgehend vom Hinweis Lenins, daß es, „um von der Partei und der Revolution einen nicht wieder gutzumachenden Schaden abzuwenden, Momente gibt, die uns verpflichten, immer wieder beharrlich die Frage zu stellen und die Dinge beim richtigen Name zu nennen“, [11] betrachten wir die heutige Situation als außergewöhnlich, und wir müssen leider feststellen, daß eine Reihe von Parteien unsere ideologischen Gegner sind, die sich als kommunistisch bezeichnen. Die Beachtung dieser Probleme ist eine vordringliche Angelegenheit.

Man muß die Tatsache beachten, daß Lenin 1919 bemerkte, daß sich viele Opportunisten, sozusagen der Mode folgend, der Komintern anschlossen. Und heute gibt es mehr als genug solche Linken, Pseudolinken und Kommunisten, nur dem Namen nach. Alle diese Erscheinungen werden heute so oder so beobachtet, doch wenn man die Strategie und die Taktik ausarbeitet, natürlich nicht, indem man mechanisch den Bedingungen von 1919 folgt, dann kommt man um die Leninsche Erfahrung nicht herum. Das Gespräch für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale kann nur mit jenen Parteien geführt werden, die die Diktatur des Proletariats anerkennen. Und nicht nur als ein Lippenbekenntnis zu Lenin, sondern durch die tagtägliche Propaganda ihrer Notwendigkeit. Indem sie daran arbeiten, das Proletariats als Klasse für sich zu organisieren. Bei dieser Arbeit ist die Russische Kommunistische Arbeiterpartei bereit, mit wirklichen kommunistischen Parteien brüderlich zusammenzuarbeiten.

Original-Quelle:
http://rkrp-rpk.ru/content/view/9473/1/

Zitate:
[1] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1988, Bd. I, S.429.
[2] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Vorrede [zur englischen Ausgabe von 1888], in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1988, Bd. I, S.397.
[3] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, ebd., S.430.
[4] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, ebd., S.450.
[5] Die sog. „Kommunistische Partei der Russischen Föderation“ – eine pseudokommunistische, revisionistische Partei
[6] W.I. Lenin, Einheit, in LW, Dietz Verlag, Berlin, 1961, Bd.20, S.228.
[7] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.158 (russ.)
[8] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.219 (russ.)
[9] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.37, S.110 (russ.) – ein Artikel Lenins, erschienen in der Prawda № 219, vom 11. Oktober 1918 unter dem Titel: „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“
[10] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.40, S.24 (russ.)
[11] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.25, S.343 (russ.)

Übersetzung:
Max Schmidt, Halle/S.

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-online.

Teil 1:
http://kommunisten-online.de/dank-der-sozialistischen-errungenschaften-in-der-sowjetunion-und-den-anderen-sozialistischen-landern-war-die-bourgeoisie-der-kapitalistischen-lander-gezwungen-der-arbeiterklasse-bei-der-gewahrung-dem/

Teil 2:
http://kommunisten-online.de/entweder-diktatur-d-h-die-eiserne-macht-der-gutsbesitzer-und-der-kapitalisten-oder-diktatur-der-arbeiterklasse-w-i-lenin/

Siehe auch:
…wie zu Lenins Zeiten
Was ist Vergesellschaftung?
M.W.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution

Der US-amerikanische Zynismus…

Was ist das? (linkes Bild anklicken)
US-Kriegs-Denkmal 2US-Kriegs-Denkmal 1Eine verrückte Kunst-Ausstellung? Nein. In diesem Raum des National-Museums von Chicago hängen 58.000 Erkennungsmarken von im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten. Man erinnert damit an die eigenen Toten, mehr nicht. Muß man sie deshalb beweinen. Nein, das muß man nicht! 1965 überfielen die USA das kleine asiatische Land, mordeten die Einwohner, vergifteten deren Lebensgrundlagen und bombardierten Felder, Schulen, Betriebe, Krankenhäuser, Städte und Dörfer. Doch das vietnamesische Volk wehrte sich heldenhaft – besiegte und vertrieb die Aggressoren!

Ende November 1967 schrieb die westdeutsche Wochenzeitung „Die Zeit“:

„Die Amerikaner warfen über ganz Vietnam an Bomben ab im Jahre 1965: 315.000 Tonnen; 1966: 512.000 Tonnen; und in den ersten neune Minaten dieses Jahres: 681.000 Tonnen; zusammen über 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff. Mindestens die Hälfte davon oder 750.000 Tonnen wurden auf Ziele im Norden abgeladen, wahrscheinlich warfen die amerikanischen Maschinen auf Deutschland 641.000 Tonnen Bomben. Legt man die Flächen des Deutschen Reiches von 1941 und die Nordvietnams zugrunde, so ergibt sich eine mindestens fünfmal höhere Intensität des Luftkrieges der Amerikaner gegen Nordvietnam als seinerzeit gegen Deutschland.“ (S.361)

Was also trafen die US-Piloten bei ihren Terrorflügen? In Vietnam praktizierte die US-Air-Force planmäßigen Massenmord. „Der US-Soldat mit seinem Spezialgewehr, der auf Menschenjagd geht,“ so schrieben Heynowski & Scheumann 1967 in ihrem Dokumentarbericht, „ist ein Sonntagsjäger gegenüber einem US-Bomberpiloten.“ (S.362) Ein Vergleich zwischen dem bundesdeutschen Massenmörder Müller (genannt „Kongo-Müller“) und den US-Bomberpiloten ist daher allemal sehr aufschlußreich: „Nicht selten mußten wir während unserer Gespräche mit den Luftpiraten an unsere Begegnung mit dem Kongo-Müller denken. Gewiß – dieser Mann war ein blutbefleckter Söldner. Aber verglichen mit der Mehrzahl der amerikanischen Piloten, die wir kennengelernt haben, entdeckten wir an Kongo-Müller im nachhinein sogar akzeptable Züge. Denn er verhehlt wenigstens nicht, daß er ein Söldner ist! Er bekennt sich doch offen dazu! … Anders die Piloten der USA. Diese Inhaber hochbezahlter Jobs dürfen sich in der Sicherheit staatsoffiziellen Wohlwollens wiegen; ihr Mordhandwerk, das sie ohne erkennbares Engagement verrichten, wird von der offizellen Propagandamaschine mit ‚vaterländischen‘ und anderen ‚ethischen‘ Floskeln verziert. Etwaige Gewissenbisse, die sich gelegentlich vielleicht bemerkbar machen könnten, werden durch dieses Verfahren wieder besänftigt, eingelullt.“ (S.359)

„Vor die Frage gestellt, welcher Typ der schlimmere ist – Kongo-Müller oder der Air-Force-Jobber –, müssen wir bekennen: Der ’staatsoffizielle‘ Söldner ist der gefährlichere von beiden. Nicht nur, weil er massenweise auftritt und die modernsten Kampfmittel zur Verfügung hat, sondern vor allem weil sein sozialer Status sich in der imperialistischen Gesellschaft offizieller Wertschätzung erfreut. Jeder Kleinbürger hat hier die Chance, sich in der Anonymität eines offiziellen Apparats zu einem ‚Donnergott‘ aufzuschwingen. … Keiner stellt sich neben einen zerstörten Kindergarten, vor ein geborstenes Kirchenschiff oder auf die rauchenden Trümmer eines Krankenhauses…“ (S.360)

Quelle:
Heynowski & Scheumann, Piloten im Pyjama, Verlag der Nation, Berlin (DDR), 1968.

Bomber über VietnamAgent OrangeZerstörte Stadtvietnamesische KriegsgefangeneZerstörtes DorfVerhörmethodenUS-Söldner in VietnamUS-Söldner und Gefangener...ermordetFamilie auf der FluchtKinder auf der FluchtWieder zu Hause
Die zwei Gesichter eines US-Söldners: im Vietnamkrieg … und endlich wieder daheim!

Damit ist an dieser Stelle noch nichts gesagt zu all den anderen Kriegsverbrechen der USA in Vietnam. Nicht genannt ist hier der Giftstoff Agent Orange, mit dem die US-Air-Force ganze Landstriche verseuchte, was massenhaft unheilbare Krankheiten, Fehlgeburten und Todesfälle zur Folge hatte. Nicht einen einzigen Cent erhielten die Opfer von den US-amerikanischen Kriegsverbrechern. Nicht genannt sind die durch US-Bombardement verwüsteten vietnamesischen Reisfelder. Nicht erwähnt sind die Folterungen und Massenerschießungen. Die Kette der Schandtaten ist lang. Die Täter bleiben im Dunkeln. Niemand wurde verurteilt, und keiner kam ins Gefängnis. Im Gegenteil: sie erhielten Orden und Medaillen, Auszeichnungen und sogar „Entschädigungen“.

Nein, die Amerikaner sind keine besseren Menschen. Vielleicht sind einige von ihnen nur etwas unempfindlicher gegenüber fremdem Leid. Es ist ein beispielloser Zynismus, wenn sie ihren Kriegsverbrechern und Söldnern ein Denkmal setzen, dafür daß sie Vietnam wieder „in die Steinzeit zurück“ zu bombardieren suchten…

„Obama reihte sich würdig ein in die Liste seiner Vorgänger als US-Päsidenten, zu denen der von mir hochgeschätzte Noam Chomsky schon vor vielen Jahre bemerkte:
‚Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen,
hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.‘

Obama setzte nicht nur die verbrecherische Außenpolitk seines Vorgängers Bush nahtlos fort, er führte sie mit den Drohnenmorden auch auf eine neue Stufe.“ (Cathrin)
(siehe: Ein Kriegsverbrecher in Berlin)

Siehe auch:
Amerikanisierung – ein ernstes Warnungszeichen
Ein Kriegsverbrecher in Berlin
Die Siege Vietnams
Sind die Amerikaner bessere Menschen?
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Der Nürnberger Prozeß: Epilog

Ein Kriegsverbrecher in Berlin

Kriegsverbrecher Obama
Der angeblich mächtigste Mann der Welt hat Angst vor dem Volk. Während ein großer Teil von Berlins Mitte hermetisch abgeriegelt war, hielt Obama seine Rede am Brandenburger Tor vor 5.000 handverlesenen Claqueuren. Eine Praxis, die aus diversen Diktaturen bekannt ist. Dank des Livestreams von Deutschlandradio drang diese Rede auch bis nach Vietnam. Im Vorfeld wurde sie oft zu einer „historischen“ Rede hochstilisiert. Eine historische Rede wäre es gewesen, hätte Obama die Beendigung aller Kriege der USA einschließlich der Drohnenmorde, die Verschrottung aller Atomwaffen, die Einstellung der weltweilten Überwachungen und die Akzeptanz anderer Kulturen und Lebensweisen verkündet, um das damit eingesparte Geld in Bildung, Gesundheit, bezahlbaren Wohnraum und Kultur zu investieren. Denn immerhin leben 44 Millionen Amerikaner unterhalb der Armutsgrenze.

Doch niohts von alledem war zu hören. Die Rede erwies sich als äußerst substanzlos und wiederholte im Prinzip fast nur fünf Jahre alte Versprechungen, die Obama bis heute nicht eingelöst hat. Also Populismus pur. In diesem Zusammenhang kommen auch immer wieder Diskussionen über die großen Erwartungen auf, die Obama zur allgemeinen Enttäuschung nicht erfüllt hat. Ich kann mich dem nicht anschließen. Ich bin nicht enttäuscht von Obama. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich nämlich keinerlei Erwartungen an ihn.

Obama reihte sich würdig ein in die Liste seiner Vorgänger als US-Päsidenten, zu denen der von mir hochgeschätzte Noam Chomsky schon vor vielen Jahre bemerkte:

„Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen, hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.“

Obama setzte nicht nur die verbrecherische Außenpolitk seines Vorgängers Bush nahtlos fort, er führte sie mit den Drohnenmorden auch auf eine neue Stufe. Auch die angekündigte Bewaffnung der sogenannten syrischen Opposition, die bekanntlich zu 70 oder 80 Prozent aus Söldnern und Banditen aus dem Ausland besteht, fügt sich in dieses Bild. So bleibt mir nur das ernüchternde Fazit, akustisch an einer unsäglichen Jubelorgie und abstoßenden Propaganda-Show für einen skrupellosen Kriegsverbrecher teilgenommen zu haben.

Viele Grüße
Cathrin

Danke, Cathrin!

Quelle:
http://cathrinka.blog.de/2013/06/19/kriegsverbrecher-berlin-16144476/

Sowjetunion: Der Große Vaterländische Krieg

Es ist absolut unmöglich, in wenigen Sätzen den Verlauf und Ausgang der Großen Vaterländischen Krieges (1941-1945) zu beschreiben. Nicht einmal ansatzweise läßt sich hier das Grauen dieses Krieges darstellen, den das faschistische Deutschland über die Völker Europas und insbesondere über die Sowjetunion gebracht hatte, als es diesen Krieg vom Zaune brach. Ja, die DEUTSCHEN MASSENMÖRDER – und ihre willfährigen Soldaten!
Und nicht einmal ansatzweise läßt sich auch der bisher in der Welt einmalige Heroismus der Völker der Sowjetunion bei der Verteidigung ihrer sozialistischen Heimat und der Befreiung Europas von der braunen Pest des Faschismus wiedergeben. Hunderte Bücher wurden darüber geschrieben, ehrliche und verfälschende. Und wohl niemand von denen, die unter diesem Krieg zu leiden hatten, wünschte damals, einen solches Inferno erneut erleben zu müssen. Denoch gab es bereits 1945 auf Seiten der westlichen Siegermächte – also auf Seiten derjenigen, die vom Sieg der Sowjetunion oder von diesem Krieg profitiert hatten – erneute Überlegungen, wie man den Sozialismus auf der Welt für immer beseitigen könne. Auch daran sieht man die Pervertiertheit der von Imperialismus zerfressenen Hirne!

Der Große Vaterländische Krieg war – nach einem Lexikon aus dem Jahre 1953 – ein Verteidigungskrieg der Völker der UdSSR 1941/45 gegen die Aggression Hitler-Deutschlands und seiner faschistischen Verbündeten.
Entscheidungsschlachten:
• Dezember 1941 vor Moskau
• Januar 1943 Stalingrad
• Januar 1944 Leningrad
Heldenmut der Sowjetmenschen und Stärke der sozialistischen Wirtschaft erzwangen 1945 die bedingungslose Kapitulation der Okkupanten.
Der Große Vaterländische Krieg
Deutlich sichtbar sind hier die Frontlinien und die eingekesselten faschistischen Truppenteile (schwarz gekennzeichnet). Anklicken zum Vergrößern!

Die 10 Stalin-Offensiven befreiten 1944:
1. das Leningrader Gebiet
2. die Ukraine westlich des Dnepr
3. die Krim
4. die karelische Landenge und Karelien
5. Belorußland und Litauen
6. die Westukraine
7. Rumänien und Bulgarien
8. das Baltikum
9. Ungarn
10. Petsamo-Gebiet

Quelle:
Lexikon A-Z in einem Band; VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1953, S.383f.

Eine kurze Darstellung der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges aus der Großen Sowjet-Enzyklopadie von 1952 kann man hier herunterladen (pdf-Datei):
gvk-text

Siehe auch:
22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion (Bilder)
Warum hat die Sowjetunion den deutschen Faschismus besiegt?
Soja Kosmodemjanskaja – die unvergessene Heldin der Sowjetunion
Sie werden es nicht verstehen, diese bürgerliche „Historiker“…
Zum Tag der Befreiung vom Faschismus
Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes
Wofür führte Hitler Krieg?
…oder auch das: Warum wurde Dresden zerstört?

Zerbrochene Kinderfreuden…

Es war einmal in den 1980er Jahren in der Sowjetunion…
Irgendwo in der Nähe von Moskau gab es mal ein Kinderferienlager:

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…das heute verlassen dasteht und dem Vandalismus überlassen bleibt:
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Moskau hatte damals über 8 Millionen Einwohner. Es gab also Hunderte solcher Kinderferienlager. Sie sind heute alle in einem ähnlichen Zustand. Man kann sich sicher vorstellen, was es bedeutet, wenn es heute für die Kinder Moskaus keine solche kostenlosen Ferienfreuden mehr gibt. Nur wer die Straßenkinder dort gesehen hat und die Armut in Rußland kennt, der kann den Verlust ermessen. In der Bibliothek dieses Kinderferienlagers sind zum Beispiel noch bedeutende Werke der Weltliteratur zu finden (N.Leskow, M.Lermontow, W.Majakowski) und in der Großküche wurde das Essen für 200 Kinder täglich frisch zubereitet, sogar die Stühle wurden beim Verlassen sorgsam hochgestellt…

Quelle:
ulter1for

Banditen in Syrien

Nur um es immer wieder in Erinnerung zu rufen. In Syrien herrscht Krieg! Feindliche Banditen drangen in die Städte und Dörfer ein, legten ganze Wohnsiedlungen in Schutt und Asche, folterten und ermordeten die Einwohner und versuchten, das Land im Auftrag ihrer westlichen und arabischen Geldgeber mit Gewalt unter ihre Kontrolle zu bekommen. Daß dies bisher nicht gelang, ist allein der mutigen Kriegführung der syrischen Volksarmee zu verdanken. Das Volk von Syrien steht indessen hinter seinem Präsidenten Bashar al-Assad. Heute ist dieses einst so schöne und friedliche Land teilweise nicht mehr wiederzuerkennen. Hier sind einige Bilder:
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Das Gerede einiger Bürgerkriegstouristen über einen drohenden Zerfall Syriens ist nicht weit entfernt vom Geschwätz der Wehrmachtsführung 1942 über einen bevorstehenden Sieg über die Sowjetunion. Es ist das hinterhältige Bestreben der USA, Israels und einiger anderer westeuropäischer Mächte, Syrien weiter zu schwächen, das Volk zu spalten und die vom Volk gewählte Regierung Syriens militärisch zu entmachten. Wenn nicht gleichzeitig die massive und verbrecherische Einmischung der Westmächte und gewisser arabischer Kräfte durch geheime Waffenlieferungen und zusätzliche Söldnertruppen in aller Öffentlichkeit aufgedeckt und angeprangert wird, wenn nicht die terroristischen Aktionen und die Massenmorde an der syrischen Bevölkerung durch gekaufte Banditen und vom Westen angeheuerter Söldner, wenn nicht deren Hintermänner in aller Öffentlichkeit bekannt-gemacht werden, bleiben alle noch so wohlgemeinten, aber naiven „Schlichtungsversuche“ nutzlos, dann verkommen Hilfsaktionen zur Farce, während das Land weiter im Chaos versinkt. Dann hätten die imperialistischen Mächte wiederum ihr Ziel erreicht – wie im Irak und in Libyen. Ähnlich wie im Irak dient auch heute wieder der lügenhafte Vorwurf, die Syrische Volksarmee habe angeblich Giftgas eingesetzt, als Vorwand für das Eingreifen US-amerikanischer Truppen in den Bürgerkrieg. Beweise bleiben aus (wie sollte es auch anders sein: es gibt sie nicht!) und wiederum sind die westlichen Medien voller Lügen…

Siehe auch:
Was ist los in Syrien?
Anastasia Popowa: Syrisches Tagebuch
Der imperialsitische Krieg gegen Syrien
Massaker der FSA-Terroristen
Bashar al-Assad: Es geht um den Frieden, es geht um unser syrisches Vaterland!

Das Verbrechen von Tschernobyl

AKW TschernobylKiew, 03.Juni 2013 (Neue Region, Sergej Dmitrijew) – Die Tragödie im Atomkraftwerk von Tschernobyl wurde absichtlich provoziert, um Unruhen in der UdSSR auszulösen und die Ukraine von Russland abzutrennen.

Das sind die Ergebnisse einer unabhängigen physikalisch-technischen Untersuchung, die der Kernphysiker Nikolaj Krawtschuk durchgeführt hat. (Er war zuvor am Lehrstuhl für Theorie des Atomkerns der Physikalischen Fakultät der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität) Die Ergebnisse seiner Forschung wurden von ihm in dem Buch „Das Rätsel der Katastrophe von Tschernobyl“ dargelegt, das in 2011 in Moskau veröffentlicht wurde, wo es eine gewisse Resonanz fand. Noch vor dem Erscheinen des Buches, nach den ersten Veröffentlichungen in der ukrainischen Presse, wurde Krawtschuk sofort von seiner Arbeit im Institut für Theoretische Physik an der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine entlassen. In einer Rezension zu dem Buch unterstützten die Professoren Dr. I.A. Krawez und Dr. W.A. Wyschinski die Schlußfolgerungen Krawtschuks. Die Ergebnisse der Arbeit des Wissenschaftlers wurden jedoch dem breiten ukrainischen Publikum vorenthalten. Daraufhin wandte sich Krawtschuk an die Vertreter des Kiewer Russischen Klubs um Unterstützung. Der Kiewer Russische Klub hält es für erforderlich, diese Ergebnisse der Öffentlichkeit in der Ukraine zugänglich zu machen.

Die Sprengung des AKW Tschernobyl war geplant

Der Wissenschaftler stellt fest, daß die Explosion des Reaktors unter der Führung des Gorbatschowschen ZK der KPdSU im Voraus geplant und verwirklicht worden war und die Schuld auf das Personal des Kraftwerks geschoben wurde, das als „Sündenbock“ dafür herhalten mußte. Danach waren die Atomwissenschaftler unter gegenseitigen Schuldzuweisungen und unter dem Druck „Perestrojka-Anhänger“ gezwungen, sich zu rechtfertigen. Das wurde auch durch die Gorbatschowsche Führung, zu der alle Fäden führten, gegenüber der Weltöffentlichkeit indirekt so bestätigt.
menschenleerEine tote Stadt: Pripjat

Im August 1986 war auf der Tagung der IAEA die offizielle Version des Herganges der Ereignisse im Atomkraftwerk Tschernobyl und deren Hauptschlußfolgerung vorgestellt worden: „Hauptursache der Katastrophe war die sehr wenig wahrscheinliche Kombination von Verstößen gegen die Ordnung und die Betriebsvorschriften, die vom Personal des Energieblocks nicht eingehalten wurden”, stellt Nikolaj Krawtschuk fest. Das bedeutet: das Personal des Kraftwerks wäre also ohne eine im Voraus durchdachte äußere Einmischung einfach nicht imstande gewesen, Tschernobyl zu sprengen. Weder das Energieministerium der UdSSR, noch das Atomministerium Rußlands, noch das Atomministerium der Ukraine waren, da sie sich nach einer gemeinsamen Absprache innerhalb des äußerst abgeschlossenen Industriezweiges der Atomenergie richteten, an einer objektiven Untersuchung interessiert. Und sie unternahmen alles, daß diese nicht zustande kam, insbesondere manipulierten sie die Betriebsprotokolle des AKW. Demzufolge gelang es bisher nicht, eine fundierte offizielle Version zu verfassen.

Wie es geschah…

Vom 01. bis zum 23. April 1986 „hatte sich der Zustand der aktiven Zone des Reaktors wesentlich verändert. Diese Veränderungen waren kein Zufall, sondern sie geschahen im Ergebnis gut geplanter, vorab realisierter Handlungen“, schreibt Krawtschuk. Im vierten Energieblock war ein Maximum an radioaktivem Material in der Größenordnung von 1.500 mCi [1] vorhanden. Während der Tests befand sich der Reaktor mit fallender Leistung in einem äußerst labilen Zustand. Außerdem befand sich in einigen Kammern des Reaktors hochangereicherter Brennstoff von atomaren Unterseebooten (Plutonium-239), was einen heftigen Anstieg der Leistung und der Temperatur in der aktiven Zone zur Folge hatte. Gleichzeitig war der Vorrat an Graphitkernen, die den Reaktor abbremsen, erschöpft. Qualifizierte Fachkräfte des AKW Tschernobyl (A.Tschernyschow) waren am Tag der Tests zur Arbeit nicht zugelassen worden, und diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren, „baten darum, den Leiter der Tests, A.Djatlow, davon zu überzeugen, die Tests SOFORT einzustellen und den Reaktor anzuhalten“. Leider vergeblich, da er gerade entgegengesetzte Anweisungen erhalten hatte.
radioaktiver SchrottEin folgenschwerer Testlauf führte zur Katastrophe

Außerdem waren die Mehrzahl der Notschutzaggregate des Reaktors abgeschaltet. „Sie führten das Experiment ausgerechnet mit dem Turbogenerator (TG-8) durch, bei dem das Lager gebrochen war, und nicht mit dem intakten TG-7.“ Die Vibrationstests mit verstärkter Vibration wurden gleichzeitig mit der unbelasteten Turbine bei abgesenkter Frequenz, vergrößerter Amplitude und verstärkter Schwingung durchgeführt . Nach einer Dampfexplosion, die wegen eines Defektes der technischen Systeme (des Lagers) geschah, die im Verlaufe der Tests aufgrund der Überlastung durch die Resonanz nicht standgehalten hatten, erfolgte eine „Reaktion des umgewandelten Wasserdampfes in eine explosive Wasserstoff-Sauerstoffmischung (das war die zweite Etappe des Explosionsprozesses)“, stellt der Wissenschaftler fest.

Mehrere Explosionen im Atomkraftwerk Tschernobyl

Nach der gewaltigen Wasserstoffexplosion im abgeschlossenen Reaktorraum drang aus irgendeinem Grunde aus den Dichtungen zu den Wänden aus „zwei oder mehreren Polyzellen“ Kernbrennstoff aus, es wurde eine lokale kritische Masse erreicht, die eine „quasiatomare“ Explosion zur Folge hatte. Und erst sie konnte „den oberen Deckel“ der „Kochtöpfe“ mit einem Gewicht mehr 2.000 Tonnen, die über der aktiven Zone liegen, um 90 Grad verschieben, so daß sich innerhalb des Blocks eine Plasmawolke mit einer Temperatur von 40.000 Grad bildete, was auch von den Augenzeugen der Havarie von außen bemerkt wurde. Das Vorhandensein des dem Personal verborgenen, hochangereicherten Urans U-238 kam in den ersten Tagen „nach dem Überlaufen der Brennkammer an der Ergebnissen der Havarie zum Vorschein“, stellt Nikolaj Krawtschuk fest, „und gerade das erzeugte eine 17-prozentige Gamma-Aktivität, bei der es sich wieder in Plutonium-239 verwandelte (mit einer Halbwertszeit von etwas mehr als 2 Tagen – was für das folgende wesentlich war)! Man muß hinzufügen, daß die seismische Einwirkung der Explosion von einer solchen Wucht war, einem solchen Ausmaß, daß sie das Gebäude des Blocks mit einer Masse von Zehntausenden Tonnen erschütterte, – sie konnte zweifellos das lokale Erdbeben induzieren, welches auch registriert worden war.“ Doch ungeachtet dieser offensichtlichen Beweise bemüht man sich, die Tatsache einer nuklearen Explosion, so wie auch deren Symptome, nicht anzuerkennen.
Eine tote Stadt: Pripjat
Im Grunde hat diese Explosion nicht unmittelbar zu einer breiten radioaktiven Verseuchung geführt. Das heftige Anwachsen der Strahlung in den folgenden Tagen geschah durch die allmähliche Zunahme der Reaktion des Plutoniums und infolge einer Reihe von Explosionen, die durch das falsche Löschen mit Hilfe der Wasser und Sand wesentlich verstärkt wurden, in der Annahme, daß der Inhalt des Reaktors unversehrt sei.

Es wurde nicht rechtzeitig evakuiert

„Wenn man das Wesen der Vorgänge sofort verstanden hätte, wäre klar gewesen, was zu tun ist – und es hätte keine solchen Verschüttungen gegeben, außer vielleicht den Abwurf einiger Säcke mit Borsäure!“ „Gerade in diesen Tagen, ab 27. April, wuchs die radioaktive Verseuchung der Umgebung aufs heftigste – um das dutzendfache –, so daß das, was am Abend zuvor geschehen war, unabwendbar wurde, und daß von da an auch keine Borsäure mehr geholfen hätte… Und wenn das sofort klar gewesen wäre, dann ist offensichtlich, daß es die vordringlichste Aufgabe sein muß, sich auf die unverzügliche Evakuierung der Bevölkerung aus der 50-km-Zone zu konzentrieren.“ Das wurde jedoch nicht getan.

Die kriminelle Karriere des A.Djatlow

Bemerkenswert ist das Schicksal eines der unmittelbar Schuldigen an der Katastrophe, des Anatolij Djatlow, der die verbrecherischen Befehle gab, und der auch über die anderen Tests am Block informiert war, die entsprechend der Absicht der hinter ihm stehenden Leiter gewährleisteten, Tschernobyl den „Todesstoߓ zu geben, selbst wenn es in der vorhergehenden Etappe mißlingen sollte (leider gelang es). Was würde es, nach Meinung Krawtschuks, „rechtfertigen, seine Handlung, als auch sein Verhalten nach der Katastrophe zu verstehen – so als ob er garantiert eine viel zu schwere Strafe erhalten hätte?“ 4 Jahre später, im Oktober 1990, nach mehreren offiziellen Briefen mit der Unterschrift des Akademiemitglieds Sacharow, von Jelena Bonner, und anderen offensichtlich liberalen Totengräbern der UdSSR, wurde er aufgrund seiner Erkrankung vorfristig entlassen. Er wurde in der Strahlenklinik München behandelt und starb 1995 an einem Herzinfarkt. Und Georgij Koptschinski, also derjenige, der Djatlow den Befehl dazu gab, wurde dann Abteilungsleiter für Atomenergie beim ZK der KPdSU in der Abteilung für Schwerindustrie und Energetik beim ZK der KPdSU. Nachdem er zuvor im AKW Tschernobyl gearbeitet hatte, wurde der ehemalige Abteilungsleiter für Atomenergie und Industrie beim Ministerrat der UdSSR und ehemalige Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatlichen Komitees für nukleare und Strahlungssicherheit der Ukraine im Jahre 2000 endlich Generaldirektor der Staatlichen Atomenergiebehörde der Ukraine, und – heutzutage erteilt er Ratschläge auf dem Gebiet der atomaren Sicherheit!

Möglicherweise ist er einer der Initiatoren der Hetze und des Verschweigens von Nikolaj Krawtschuk. Sowohl Djatlow als auch Koptschinski gaben ihre eigenen Darstellungen der Tschernobylkatastrophe heraus, in denen keinerlei klare Version für ihre Gründe enthalten ist.

Tschernobyl-Buch
Н.В. Кравчук, Загадка Чернобыльской катастрофы. (Опыт независимого исследования). – М.: АИРО–XXI, 2011. 104 с. (N.W.Krawtschuk: Das Rätsel der Katastrophe von Tschernobyl (Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung), Moskau, AIRO-XXI, 2011, 104 S.) – ISBN 978-5-91022–153-0
Das Buch ist hier zu finden (russ.):
http://www.airo-xxi.ru/2009-12-27-19-12-47/doc_details/28—-
(Übersetzung: Marina Koch)

Als Leitmotiv des Autors steht dem Buch übrigens folgender Bibelspruch voran:
… und Jesus sprach: „So fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts ist heimlich, das man nicht wissen werde“ (Matthäus 10,24)

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-online:
http://kommunisten-online.de/um-die-udssr-zu-zerstoren-und-die-ukraine-von-russland-abzutrennen-wurde-tschernobyl-gesprengt/

Siehe auch:
Die Atomlobby lügt
Über die Radioaktivität
Umweltinstitut München: Tschernobyl