DDR: Das Recht auf Arbeit

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So sieht eine von Ausbeutung befreite Arbeiterklasse aus…

Die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit in der DDR ist eine der größten Errungenschaften des Sozialismus. Vielleicht ist es einmal ganz interessant nachzulesen, wie das Recht auf Arbeit in der DDR verwirklicht wurde. Es war ein verfassungsmäßig garantiertes Grundrecht. Zweifellos war das kein leichter Weg, denn auch im Sozialismus führte die fortschreitende Rationalisierung und Automatisierung zum Wegfall bestimmter uneffektiver oder unnötiger Arbeitsplätze. Doch niemals wurde deswegen auch nur ein Mensch in der DDR arbeitslos. In keinem sozialistischen Land gab es Arbeitslosigkeit. Im Gegenteil: der Staat sorgte dafür, daß den Werktätigen die Gelegenheit geboten wurde, sich für eine entsprechende andere Arbeit zu qualifizieren. Und er bezahlte diese Qualifizierung auch. Wenn heute in irgendeinem kapitalistischen Land von einer angestrebten „Vollbeschäftigung“ die Rede ist, so ist das eine heuchlerische Lüge. Das folgende ist ein Ausschnitt aus dem Lexikon Arbeitsrecht der DDR von 1972:

Recht auf Arbeit – durch die sozialistische Gesellschaftsordnung garantiertes verfassungsmäßiges Grundrecht der Bürger, das von besonderer Bedeutung für die Realität aller ihrer Grundrechte, insbesondere auf dem Gebiet der Arbeit ist. Es hat nach dem Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse nicht mehr nur das Recht auf einen Arbeitsplatz und das Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes zum Inhalt, sondern ist das Recht auf schöpferische Arbeit als, Produzent, sozialistischer Eigentümer und Träger der Staatsmacht an diesem Arbeitsplatz. Das Recht auf Arbeit wird im Geltungsbereich des GBA [1] grundsätzlich durch die Begründung eines Arbeitsrechtsverhältnisses wahrgenommen. Das in Art.24 der Verfassung der DDR verankerte Recht auf Arbeit zählt zu den wichtigsten sozialen Errungenschaften der Werktätigen in der DDR.

Eine uralte Forderung der Arbeiterklasse

Das Recht auf Arbeit war und ist eine programmatische Forderung der Arbeiterbewegung in den kapitalistischen Ländern. Jedoch ist unter kapitalistischen Bedingungen seine Verwirklichung nicht möglich, da die fundamentalen Ursachen der Arbeitslosigkeit, die Ausbeutung und speziell das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, zum Wesen des Kapitalismus gehören. So führt die wissenschaftlich-technische Revolution im Kapitalismus zu einer ständigen Gefährdung der Arbeitsplätze. … In das Grundgesetz der BRD wurde das Recht auf Arbeit nicht einmal formell aufgenommen.

In der DDR gab es keine Ausbeutung

In der DDR wurde mit der Entmachtung des Kapitals, der Beseitigung der Ausbeutung und dem Aufbau des Sozialismus die Arbeitslosigkeit ein für allemal überwunden und jedem Bürger das Recht auf einen Arbeitsplatz garantiert. Gleichzeitig erhielt das Recht auf Arbeit einen neuen Inhalt. Es ist heute das, Recht auf ausbeutungsfreie Arbeit unter den Bedingungen der politischen, und ökonomischen Macht der Werktätigen. Die in Verwirklichung des Rechts auf Arbeit entstandenen Beziehungen der Menschen im Arbeitsprozeß sind durch kameradschaftliche Zusammenarbeit, gegenseitige Hilfe und kollektives Zusammenwirken gekennzeichnet. In ihnen wird die, grundlegende Ubereinstimmung der individuellen und kollektiven Interessen mit den gesellschaftlichen Erfordernissen wirksam, und der Werktätige kann sich als Persönlichkeit voll entfalten (→ Pflicht zur Arbeit [2]). Das Recht auf Arbeit ist eng mit dem Recht auf Mitbestimmung, und Mitgestaltung (Art.21), dem Recht auf Bildung (Art.25) und dem Recht auf Lohn nach Qualität und Quantität der Arbeit (Art. 24) sowie dem Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeitsleistung (Art.24) verbunden. Die Bürger der DDR verfügen, abgeleitet von ihrem Recht auf Arbeit, über das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation.

Wie wurde das Recht auf Arbeit in der DDR verwirklicht?

Der sozialistische Staat gewährleistet das Recht auf Arbeit u.a. durch das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln; durch die Leitung und Planung des gesellschaftlichen Reproduktionsprozesses; durch das stetige und planmäßige Wachstum der Produktivkräfte und der Arbeitsproduktivität; durch die Vervollkommnung der Bildung und Weiterbildung der Bürger und durch das einheitliche sozialistische Arbeitsrecht. Will der Bürger ein Arbeitsrechtsverhältnis in Verwirklichung seines Rechts auf Arbeit begründen, dann ist das arbeitsrechtliche Mittel hierzu der Arbeitsvertrag, von der Berufung oder Wahl für besonders verantwortungsvolle Funktionen abgesehen (§§ 2, 20f., 37 GBA). Das Recht auf Arbeit kann auch durch den Beitritt zu einer sozialistischen Produktionßgenossenschaft oder durch Aufnahme eines Dienstverhältnisses in den bewaffneten Organen realisiert werden, wofür dann besondere Rechtsvorschriften gelten. Die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit nach dem Grundsatz der freien Wahl des Arbeitsplatzes (Art.24 Abs.I der Verfassung der DDR) stellt die grundlegende Übereinstimmung der gesellschaftlichen Erfordernisse, der Interessen der Betriebe und der Bürger unter den jeweils konkreten Bedingungen durch eigenverantwortliches Handeln und übereinstimmende Willenserklärungen her.

Wie funktionierte der Schutz der Arbeitskraft im Sozialismus?

Für bestimmte Gruppen von Werktätigen sichert unsere sozialistische Staats- und Rechtsordnung das Recht auf Arbeit durch besondere Maßnahmen. Das trifft für Bürger zu, die bei der Aufnahme einer Arbeit besondere familiäre, gesundheitliche und andere Probleme zu lösen haben. Zur Sicherung des Rechts auf Arbeit für diese Bürger sind den staatlichen Organen und Betrieben besondere Pflichten auferlegt worden. Es handelt sich hier insbesondere um Frauen und Mütter (§§ 123ff. GBA); um Jugendliche (§§ 134ff. GBA), um Schwerbeschädigte, Tuberkulosekranke, Tuberkuloserekonvaleszenten, Absolventen der Universitäten, Hoch- und Fachschulen, aus dem aktiven Wehrdienst entlassene Werktätige usw. Das Recht auf Arbeit schließt den Schutz des in seiner Verwirklichung entstandenen Arbeitsrechtsverhältnisses ein. Dem dienen z.B. die gesetzlichen Bestimmungen über den Kündigungsschutz.

Anmerkungen:
[1] Gesetzbuch der Arbeit (GBA) der DDR war nach der Verfassung der DDR die wichtigste gesetzliche Bestimmung zur Regelung der Arbeitsverhältnisse der Arbeiter und Angestellten und der als Angestellte tätigen Angehörigen der Intellligenz. Das GBA beruhte auf den sozialistischen Produktionsverhältnissen und trug wesentlich dazu bei, diese auch herauszubilden und zu festigen und den Werktätigen ihre Stellung als sozialistische Eigentümer, Produzenten und Ausübende der Staatsmacht bewußtzumachen.
[2] Unter sozialistischen Verhältnissen erhielt die Arbeit einen neuen, sozialen Zweck. Sie war nicht mehr nur in erster Linie Mittel zum Gelderwerb, zur Erfüllung fundamentaler Lebensbedürfnisse, sondern wurde eine Ehrenpflicht. „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“, so stand es in Abwandlung eines Bibelwortes erstmals in der Stalinschen Verfassung von 1936. Diese Pflicht zur Arbeit ergab sich aus der Abschaffung der Ausbeutung fremder Arbeitskraft und der Beseitigung des Schmarotzertums, und sie ermöglichte die allseitige Entwicklung der Persönlichkeit. In der Verfassung der DDR (6.April 1968): „Gesellschaftliche nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.“

Quelle:
Autorenkollektiv, Lexikon Arbeitsrecht der DDR, Staatsverlag der DDR, Berlin 1979, S.308f. (Recht auf Arbeit), S.184 (Gesetzbuch der Arbeit), S.281f. (Pflicht zur Arbeit)
Foto: Arbeiter im VEB Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann“ (Archiv Dewag)

Lexikon Arbeitsrecht DDR

Siehe auch:
Was ist eigentlich Ausbeutung?
Was verstehen wir unter Volkseigentum?
Stalin: Was ist besser – Kapitalismus oder Sozialismus?
Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
Das Gerede von der schwindenden Arbeitslosigkeit (in der BRD)

16 Gedanken zu “DDR: Das Recht auf Arbeit

  1. Sascha auch wenn ungern, jedoch das „Recht auf Arbeit“ wandelte sich mit neuer Gesetzgebung 1978. Somit entfielen die §§ die vordem eine Bestrafung nach sich zogen, wenn man seine Arbeitskraft der sozialistischen Wirtschaft entzog(sogenannte Assi – Paragraphen)
    Aus eigenem Erleben hatte ich ab 1979 „Berufsverbot“ für alle Berufsausübungen. Statements seitens z. B. Abteilung Inneres, „Stellen sie einen Antrag, dann sind sie die Probleme los!“ Staatsratseingabe brachte nur eine Aufforderung ich solle mich mit dem Antwortschreiben an die örtliche Abteilung Inneres wenden! Erst ein Sitzstreik vor der SED Bezirksleitung Leipzig brachte zumindest vorübergehenden Erfolg einer Arbeitsausübung in einer Staatlichen Pflegeeinrichtung als Pfleger. Aber der Sitzstreik berief sich nicht auf die Forderung „Recht auf Arbeit“, dann wäre sofort inhaftiert worden, sondern ich verlangte als Bürger der DDR mein Recht auf ein persönliches Gespräch mit dem Vorsitzenden der SED Bezirksleitung, da ich um eine lebensbedrohliche Situation fürchte! Der ganze Aktionismus währte fast 2 Jahre. Klar konnte ständig Saisonarbeiten oder „Schwarzarbeiten“ tätigen, nur da stand das Problem, man durfte max 1280 DDR Mark verdienen pro Monat steuerfrei als Erwerbsloser, musste sich selber versichern(50 Pfennig war natürlich kein Akt). Wollte man mehr verdienen, musste man beim Finanzamt einen Steuer-Antrag stellen, der jedoch wurde nur gewährt für Honorarkräfte und Freiberufler, wenn man mindestens einen Meisterbrief vorweisen konnte.
    Also ganz so „sicher“ mit Recht auf Arbeit war eine DDR ab 1978 auch nicht mehr. Aber klar keiner musste betteln oder hungern, oder wurde wohnungslos(wobei es auch hier Probleme gab, gerade in Ballungsräumen)ich wurde so 1987 kurzzeitig in ein privates eigentlich Abrisshaus zwangseingewiesen(der einzige Bewohner neben einem Alkoholiker auf 3 Etagen in Eilenburg, nachdem ich meine Partnerschaft aufkündigte(sie war MfS- Mitarbeiterin, wie ich erfahren musste und hatte mich im Auftrag 1980 kennengelernt).
    Man sollte gleichwohl die Schwachpunkte benennen, die aber nur einen winzigen Bruchteil verkörpern, was eine BRD seinen Bürgern zumutet. Nur Objektivität
    dient der Wahrheitsfindung und baut Feindbilder ab und lässt vor Allem Demagogie keinen Spielraum.
    MfG

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    1. Danke für den Kommentar. Das ist schon möglich – naja: 1.280,- Mark war ja schon ein ganz ordentliches Einkommen. Unsere Sekretärin hat 1986 nur 680,- Mark verdient….

      (Naja – und Feindbilder?! Der Klassenantagonismus ist ja kein ‚Feindbild‘, sondern eine Tatsache. Und diese Tatsache läßt sich nicht ‚abbauen‘, sondern nur überwinden, indem die alte, überlebte kapitalistische Ordnung abgeschafft wird. Doch das nur am Rande.)

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      1. Na ja, hätte diese Situation nicht er- und durchlebt, hätte ich es sicher auch nicht gewusst. Dazu musste ich ungezählte Wege der Informationsfindung gehen inklusive Rechtsauskünfte, um nicht gegen geltendes Recht als „Unbequemer“ zu verstoßen, denn meine Heimat war die DDR und nicht der goldene Westen. Die 1280 DDR Mark galten aber nur für Honorarkräfte und Nicht Festangestellte/Freiberufler für das Finanzamt ab 1978. Notgedrungen machte ich ja Saisonarbeiten wie z. Beispiel Kreis Suhl (Kartoffeleinkellerung ein Knochenjob 50 Kilosäcke in die oft nicht einmal mannshohen Keller kriechend zu transportieren 30 Pfennig pro Sack war kein Lohn[am Tag 300-700 Säcke], aber das Trinkgelt betrug das 10 fache aufwärts von den Bürgern- so verdiente man bei dem Knochenjob der nur mit Alkoholbegleitung fast schadlos überstanden wurde in 1 1/2 Monaten soviel, wie ein 4 Schichtarbeiterdurchschnitt im Jahr, oder eben Zuckerkampagne) Ein Bürger in Festanstellung durfte monatlich nur 250 DDR Mark unversteuert nebenbei verdienen. Das war übrigens auch ein Druckmittel, Unbequeme zu kriminalisieren. Irgendwann hatte eben die Lutherische Kirche Sachsen Anhalt ein Interesse an einer Festanstellung(da bekam übrigens ein Teil in DM als Gehalt, konnte sofort eine Fahrerlaubnis machen ohne Wartezeit, wo die meisten Unbequemen irgendwie landeten in den einzelnen Landeskirchen(was aber auch andere Hintergründe hatte.
        Aber letztend stellt auch dies nur ein winziges Übel auf deutschen Boden dar. Das größere erlebten und erleben wir aktuell noch krasser, wie noch vor dem Mauerfall, wo man notgedrungen Jahrzehnte den Schafspelz tragen musste und sich als Samariter und Paulus darstellte, was eben viele DDR Bürger lechzend, gierend aufnahmen und zu spät die Gefahr sahen und aufnehmen mussten, was sich hinter der Glitzerfassade wirklich verbarg. Nicht umsonst hab dann freiberuflich im „Goldenen Westen“ mich um diese Geblendeten gekümmert als Sozialarbeiter, wobei es einem Gesamtdeutschen Institut, sowie innerdeutschen Ministerium mehr um Infs aus erster Hand ging für Kalte Kriegshetze und nicht um wirklich menschliche Hilfe, die ich natürlich nicht bezahlt bekam, aber Grundlage gefestigter moralischer Werte darstellte und gelebt wurde. Ich überlegte 3 mal, ehe ich wirklich eine Inf weitergab, aus dem Ansinnen Kalter Kriegshetze einen Riegel vorzuschieben und den Dialog zu fördern.
        MfG

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  2. Hallo Genosse Norbert,
    Meines Erachtens ist es nachwievor propagandistisch völlig verfehlt um das Recht auf Arbeit in der DDR zu illustrieren mit ein sowjetisches Bild! Mit sowas hat man das einfache Volk nur abgestoßen statt gewonnen! Das Bild hast Du inzwischen selbst ausgewechselt, wofür Dank!
    Desweiteren gab es in der DDR nicht nur ein Recht sondern allerdings auch eine Pflicht zur Arbeit…
    Als Sekretärin verdiente ich alle Jahre weniger als 500 Mark pro Monat.
    Nach meine staatlich genehmigte Heirat mit einen Ausländer aus einem Nato-Staat war meine Kaderakte versaut, würde mich nahegelegt selbst zu kündigen von meine bescheidene Funktion beim FDGB.
    Hatte das Privileg um mal ein Jahr zu Hause bleiben zu dürfen, völlig UNBEZAHLT, versteht sich. Einige ahnungslose Nachbarn und Bekannten hatten kein Verständnis dafür: „Sie sind jung, sie MÜSSEN arbeiten!“
    Da mein damaliger Ehemann Schichtarbeiter war (rund 750 Mark pro Monat, plus Jahresendprämie) hatten wir ein besseres Einkommen.
    Zuletzt bildeten Honeckers Delikatismus und Exquisit den Übergang von Sozialismus zum Wildwestkapitalismus!
    Mit sozialistischem Gruß,
    Nadja

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    1. Hallo Nadja, danke. Klar, ich hatte erst kein anderes Bild, fand dann aber eines. Die Pflicht zur Arbeit war notwendig. Bei uns gab es keine solchen Schmarotzer und Playboys, die von der Arbeit anderer lebten und Kinder, die „von Beruf Sohn“ sind, weil deren Eltern sich genügend bereichern konnten wie in der BRD. Wer da (wie sloslite schreibt) über 1.200 Mark verdient hatte, war in der DDR schon bessergestellt. Ich kannte welche, die hatten mit Berlinzuschlag, Auslösung usw. um die zweitausend. Das waren natürlich besonders raffgierige „Spezialisten“. Dazu kamen noch die Schiebereien mit Heizkörpern, Computern und Baumaterialien. Das war der Ekel der letzten Jahre …

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      1. Von der Arbeit Anderer leben heute all Jene, deren Vermögen groß genug dafür ist. Die Mehrzahl von denen nennt man auch Arbeit-Geber.D as hört sich immer noch besser an als Kapitalist oder Ausbeuter,das klingt auch so unsagbar großzügig.
        Denn Geben ist seliger denn Nehmen.

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    2. Natürlich gab es in der DDR auch jede menge Schmarotzer, die auf Kosten der Bevölkerung als Funktionäre von SED,FDJ,FDGB,DSF usw.usw. Ihr Berufsleben mit dem Dreschen von Phrasen und Parolen verbrachten und die keinerlei produktive Tätigkeiten ausübten. Volkswirtschaftlich ein gewaltiger Kostenfaktor. Diese Leute lassen sich ( ebenso wie heutige sogenannte Volksvertreter ) in Ihrer Mehrzahl ( also keineswegs Alle ) mit 2 simplen Charaltereigenschaften beschreiben, intellektuell unterbelichtet, moralisch verkommen. Das Eine bedingt ja häufig das Andere.Nicht das ich mir einbilde, heute in einer demokratie zu leben, aber die DDR war zu keiner Zeit eine ernsthafte Alternative zur BRD.

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      1. Das ist eine billige Verallgemeinerung, die so nicht zu akzeptieren ist. Die Bereicherungssucht war vor nach meiner Kenntnis vor allem in der Privatwirtschaft zu suchen und bei den sogenannten „Spezialisten“, also jenen Kadern, die z.B. hohe Berlinzuschläge kassierten und nebenher DDR-weit „Geschäfte“ mit Heizkörpern und Computern realisierten. Bekannt sind auch die Beispiele, wo für privat aufgekaufte Lebensmittel doppelt kassiert wurde, indem die billigen Endverbraucherpreise in betrügerischer Manier genutzt wurden, um das Verkaufte zurückzukaufen und dem Handel erneut zu verkaufen. Die DDR war sehr wohl eine Alternative zur kapitalistischen BRD, zumal sehr viele soziale Zugeständnisse an die Arbeiterklasse in der BRD erst aufgrund der sozialpolitischen Maßnahmen in der DDR möglich wurden. Daß es allerdings auch Funktionäre gab, die ein „gestörtes Verhältnis“ zur praktischen Arbeit hatten, ist ferner nicht von der Hand zu weisen.

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  3. Das Recht und die Pflicht auf Arbeit können in einer wirklich sozialistischen Gesellschaft mit einer sozialistischen, d.h. auf allgemeinen Volkseigentum beruhenden Produktionsweise nicht auseinanderfallen, müssen eine logische Einheit bilden.
    Nur wenn alle erwerbsfähigen Menschen eine ihrer Qualifikation, ihrem Können, ihren sonstigen Neigungen oder Wünschen entsprechende Tätigkeit ausüben, können längerfristig für alle Erwerbstätigen durch die Bank auch die Arbeitszeiten reduziert, kann mehr Zeit auf Bildung und Fortbildung verwendet werden, können alle Werktätigen neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch noch staatliche oder gesellschaftliche Aufgaben übernehmen.
    Wurde in der DDR nicht gesellschaftliche Tätigkeiten hoch geschätzt und gefördert?
    Und da gab es ja diesen freien Tag pro Monat für Frauen mit Kindern.
    Und dazu muss eben die Personaldecke auch eines sozialistischen volkseigenen Betriebes ausreichend sein, so dass es zu keinen Störungen des Produktionsablaufes kommt.
    Eigentlich alles Binsenwahrheiten.
    Und doch für viele bürgerlich tickende Menschen Zeichen von „Unfreiheit“, von – natürlich „stalinistischen“! – „Zwang“, Zwang, für den eigenen Lebensunterhalt auch selbst den Allerwertesten bewegen zu „müssen“.
    Und das mögen nicht gerade wenige Bürgersöhnchen, Bürgertöchterchen gar nicht, denn Papi oder sonstwer aus der Sippschaft haben ja Geld, um „sich selbst zu verwirklichen“, sich möglichst lange plan- und ziellos an Unis herumzudrücken, dazwischen endlose „Globetrottereien“…
    Und für die miesesten übelsten niedrigst bezahltesten Jobs hat man ja schon seit Jahrzehnten unter allen möglichen Begründungen (angeblicher „Arbeitskräftemangel“ etc…) billige Kulis aus allen Weltgegenden ins Land geschleppt, heuchlerisch mit „Migration“ betitelt.(Nicht nur in der BRD)
    Und wenn das in den späteren Jahren der DDR alles nicht mehr so hinhaute, nun, dann konnte es nur daran liegen, dass man sich bei der „bewussten Anwendung des Wertgesetzes“ mehr und mehr von einer sozialistischen Ökonomie entfernte, so dass dann logischerweise auch in sozialistischen Betrieben Leute mehr und mehr zu „Kostenfaktoren“ werden, also möglichst eingespart werden müssen.(Gewinne erzielen auf sozialistisch)
    Und so kann es dann auch im Sozialismus zu zeitweilig erwerbslosen Menschen kommen.
    Aber ist DAS dann überhaupt noch ein Sozialismus im eigentlichen Umfang?
    Ich denke nicht.

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  4. „(Naja – und Feindbilder?! Der Klassenantagonismus ist ja kein ‚Feindbild‘,“

    Hat nicht nach offizieller Anschauung der EX-Adelige Karl-Eduard von Schnitzler in der vielleicht berühmtesten Fernsehsendung des DDR TV,s fast 30 Jahre lang unablässig „Feindbilder“ verbreitet, den „Goldenen Westen“ „besudelt“?

    Ich kratze mir nun angestrengt den Kopf und überlege, und überlege nochmals, die Berichterstattung über „Nord-Korea“ (Niemals: KVDR!), die dortigen beinahe schon „menschenfressenden“ Kims, wie bloß sollen wir diese „Berichterstattung“ nennen? Wie nur? „Freie Berichterstattung“? „Pressefreiheit“ 🙂
    Jegliche Feindbilder sind tatsächlich nur mehr oder weniger bewusste Wiederspiegelungen objektiver Interessensgegensätze, ob zwischen einzelnen Menschen, Gruppen, Schichten, Klassen, letztlich bis hin zu den bürgerlichen „Nationalstaaten“ in erhitzten Vorkriegszuständen, emsigen Kriegsvorbereitungen.
    Und wer mag da schon freiwillig auf „Feindbilder“ verzichten?
    Wer voreilig gegen „Feindbilder“ polemisiert, versucht objektiv, jenseits aller sonstigen subjektiven Befindlichkeiten, die Leute zu verdummen, schadet vor allen jenen Menschen, welche sehr wohl klare „Feindbilder“ brauchen um für ihre Interessen erfolgreich kämpfen zu können.
    Die tatsächlichen Feinde, Gegner, Ausbeuter, Unterdrücker, die hatten schon zu allen Zeiten ihre klaren Feindbilder, ganz naturwüchsig, spontan, intinktesicher.

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  5. 1) Vielen Dank Harry. Super Beitrag. Wie immer humorvoll, logisch, knapp,präzise und faktenreich. Du solltest mal in anderen Foren Deine Kommentare abgeben.
    Der Kapitalismus zeigt im Westen seine blutige Mörderfratze ABER verzweifelte, labile, feige BLÖDZEITUNGSLESENDE Forentrolle dürfen dort ihre antikommunistische Hetze und ihren seelischen Müll verbreiten. Teils werden solche Hetzen/Kommentare – wenn sie überzeugend wirken – von der neoliberalen Bertelsmannstiftung oder rechtsextremen Konrad Adenauerstiftung finanziert. Der Blödsinn gehört eigentlich gelöscht. Sammel aber bitte die gängigsten LÜGEN und wiederleg sie mit Deiner Art. Die Forentrolle sind zwar kaputte, ängstliche Menschen (Lumpenproleteriat / absteigende Kleinbürger / Pseudointellektuelle) also verkrachte Existenzen, aber lassen sich gern – meine Erfahrung – überzeugen und für das Gute gewinnen. Je gemeiner der Forentroll, desto grösser seine Sehnsucht nach einer überzeugenden Antwort.
    2) Ich hab seit Mitte der 70 ger fast alle westlichen ML-Bewegungen kennengelernt. Ökonomie wie das Kapital von Marx scheint von denen keiner gelesen zu haben; noch nicht mal Interesse an Wirtschaft. Die zanken sich lieber über Dialektik, Feminismus oder Religionskritik.
    3) Frage : In Kuba wird zur Zeit der Gegensatz zwischen Verstaatlichung (ineffektiv,schlecht) und Vergesellschaftung (gerecht,gut) thematisiert. Ich verstehe nicht die Praxis der Umsetzung, oder geht es um eine Rückkehr zum Kapitalismus ?
    Ich hab das Kapital vor zwei Jahren gelesen (mit viel Vorwissen über Bilanzen, Finanzmathe, Berechnungen von Firmenfusionen/auch international) aber Marx ist ja eher Analytiker und Wissenschaftler als praktischer Umsetzer von Volks-, Staats-, Genossenschafts-, Kleinbetrieben.
    Wo ist der Unterschied zwischen Verstaatlichung und Vergesellschaftung ?
    4) Ich bin nicht reformistisch, aber wenn im Suppenküchenland BRD Menschen im Müll nach Kleidung, Pfandflaschen, Möbeln suchen, oder finanziell nicht mal ihre armseelige Behausung verlassen können ist das AKTUELL nicht Kapitalismus, sondern in „unserem“ schadenfreudigem Land gewollt. Skandinavier, Beneluxer, Franzosen, Schweizer, Österreicher, Japaner schütteln da den Kopf.
    Höhere Progressivsteuern wie im kommunistischen Manifest gefordert, und es gäbe dieses menschenverachtende Elend (erstmal) nicht.

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  6. rheinlaender (Besucher)
    http://among ndesgre
    18. Jul 2013 @ 23:06:11

    „Du solltest mal in anderen Foren Deine Kommentare abgeben.“

    Das habe ich schon öfters in verschiedenen Foren unter verschiedensten Nicknamen versucht.
    Es ist in den meisten Fällen verlorene Liebesmüh.
    Die meisten dort wollen überhaupt nicht aus ihren subjektiven ideologischen bürgerlichen Schneckenhäusern heraus, die wirklichen Realitäten dieser Welt zur Kenntnis nehmen.
    Du kannst ihnen noch so viele Fakten um die Ohren hauen, sie schwadronieren darüber einfach hinweg, sich so endlos weiter sulend in ihren zumeist kleinbürgerlichen politischen Vorstellungswelten.
    Wenn ich dennoch manchmal dort den einen oder anderen Kommentar ablasse, dann nur, um diese „Gebildeten“ ein wenig auf die Schippe zu nehmen zu ärgern, ihnen ein Spiegelbild ihrer Ignoranz und Unwissenheit vorzuhalten.
    Hoffnung auf Besserung habe ich da kaum, denn, wie gesagt, sie wollen ja gar nicht anders, im Grunde fühlen sie sich doch alle recht wohl in dieser Gesellschaft, meckern blos vornehmlich zur eigenen Erbauung scheinbar „geistvoll“ herum….
    Und natürlich dürften sich in diesen Foren auch eine Menge Trolle tummeln, mit dem Auftrag, möglichst jegliche relevante Zunahme von Erkenntnissen und Wissen zu verhindern, wenigstens aber so zu relativieren, dass alle am Ende so schlau sind wie vorher, also bloß Verwirrung,Hoffnungslosigkeit, Passivität stiften.
    So sind leider meine überwiegenden Erfahrungen in den verschiedensten Blogs.

    „Trotz alledem“ einen schönen Sonntag!

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