Von apxwn: Ein Interview mit Bashar Assad

MHM_8696Zum wiederholten Male brechen die US-amerikanischen Militaristen einen Krieg vom Zaun, auch einkalkulierend, daß sie damit nicht nur ein unschuldiges Land in Schutt und Asche legen (wie zuletzt Irak, Libyen), sondern auch einkalkulierend, daß dabei weitere Millionen unschuldiger Menschen ermordet werden. Die USA wollen Krieg! Angesichts der Kriegshetze, die auch in den BRD-Medien verbreitet wird, hier ein Interview mit dem Präsidenten Syriens, Bashar Assad, über die wahren Hintergründe dieses vn den USA und den Westmächten schon seit langem finanzierten und mitt Waffen ausgerüsteten Krieges – kurz vor Beginn einer weiteren Eskalation. Die USA wollen Krieg! (Mit Dank übernommen von http://apxwn.blogspot.de)

weiterlesen

Advertisements

USA wollen Weltkrieg.

„Infolge der Verschärfung der allgemeinen Krise des Kapitalismus gehen die regierenden Kreise der USA in der internationalen Arena zur Politik militärischer Abenteuer und im Inneren des Landes zu faschistischen Methoden der Unterdrückung der fortschrittlichen demokratischen Kräfte über. Die Erfahrungen der Geschichte bestätigen am Beispiel der USA die Hinweise W.I. Lenins und J.W. Stalins, daß die untergehenden Ausbeuterklassen ihre Stellungen niemals ohne Kampf aufgeben.”* (S.M. Wischnew)

WeltkriegMaduroVenezuelas Präsident Nicolas Maduro

MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Venezuelas Präsident Nicolas Maduro wirft den USA vor, eine Zerspaltung Syriens und einen Weltkrieg anzustreben. „Die Vereinigten Staaten wollen offenbar einen großen Weltkrieg entfesseln”, sagte Maduro am Samstag nach Angaben lateinamerikanischer Medien. Nach seinen Worten wollen die USA Syrien „in vier Teile“ aufteilen und setzen dafür die arabische Welt unter Druck. „Syrien ist die wichtigste Stabilitätsinsel der arabischen Welt und wehrt sich gegen Invasion und Expansion“, so Maduro weiter. „Jetzt attackieren die Medien aller Welt Syrien.“ Ein offener Krieg gegen Syrien könnte schon in Kürze beginnen. Am Samstag wurde bekannt, daß die USA ihre Kriegsschiffe im Mittelmeer näher an Syrien verlegen. Laut Pentagon-Chef Chuck Hagel hält die US-Armee alle Optionen bereit.

* Anmerkung:
Der obige Kommentar von S.M. Wischnew wurde kurz nach dem 2.Weltkrieg, also während des ‚Kalten Krieges‘ geschrieben, und er ist leider heute wieder brandaktuell. Nur mit dem Unterschied, daß es damals noch eine starke sozialistische Sowjetunion gab – als wirksames Gegengewicht gegen die imperialistische Machtarroganz der USA in aller Welt. Heute gibt es nur wenige Staaten, die denen Widerstand entgegenzusetzen vermögen. Die militärische Präsenz der USA wurde indessen enorm ausgeweitet und alle bisherigen Kriege in der Welt geschahen unter Führung bzw. Beteiligung der USA und ihrer Geheimdienste.
Quelle: S.M.Wischnew, Der Moderne Militarismus und die Monopole, Dietz Verlag Berlin, 1955,S.32.

Um den USA und den anderen Westmächten einen Vorwand für eine militärische Aggression zu liefern, begannen die syrienfeindlichen Terroristen damit, selbstgebastelte chemische Waffen einzusetzen:
Bombe1Bombe2Bomben3Währenddessen gibt es auch in den USA entschiedene Proteste gegen die Kriegsabsichten des Obama-Regimes:
Proteste USA

Und das sagt dazu der russische Präsident W.Putin:
Putin-Interview (31.August 2013)
http://www.youtube.com/watch?v=WTJ0bjNQIvo

(Man darf natürlich eines nicht vergessen: Auch wenn alles richtig ist, was Putin hier sagt – er ist ein Oligarch, ein Vertreter des brutalsten, russischen Imperialismus!)

Siehe auch:
Warum protestieren die Menschen?
Eine kleine Nachlese zum 1. Mai 2012
Die Wurzeln des Übels
Walter Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag (1939)

SowjetunionEs heißt, Stalin habe Hitler den Weg zum Krieg gebahnt und mit den Nazis zusammen Polen zerstückelt, so eine allbekannte These der Antikommunisten. Betrachten wir diese Behauptung anhand der geschichtlichen Tatsachen, der Dokumente und Zeugenaussagen, die es natürlich gibt, die von den bürgerlichen Apologeten jedoch verschwiegen werden. Dazu ist es jedoch unabdingbar, die Probleme der jeweiligen Zeit und die Entwicklung verschiedener historischer Ereignisse näher zu beleuchten, bevor man einzelne konkrete Fragen behandeln kann.

Die Vorgeschichte

Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger Jahre beutelte eine schwere Wirtschaftskrise alle großen kapitalistischen Länder. Der wachsenden Unruhe der Werktätigen begegneten die Herrschenden mit einem Kurs der verschärften Unterdrückung, der verstärkten Ausbeutung und des Kampfes um die Umverteilung der Einflußgebiete der einzelnen Mächte. Die aggressivsten Kräfte waren die offen faschistischen Diktaturen Deutschland, Italien und Japan, die sich im sogenannten Antikominternpakt, der sich gegen die Sowjetunion richtete*, zusammenschlossen. In anderen Ländern hatten breite Volksbewegungen Erfolge erzielt. In Spanien gab es eine Republik, in Frankreich eine Regierung der Volksfront, in den USA das Reformregime des “New Deal” des Präsidenten Roosevelt. Und es gab die UdSSR, das einzige sozialistische Land der Welt. Anzeichen für einen großen Krieg waren nicht zu übersehen. Italiens Überfall auf Abessinien schon 1935, die Intervention Deutschlands und Italiens gegen die spanische Republik 1936, Japans Überfall auf China im Jahre 1937, die Annexion Österreichs und des Sudetenlandes durch Deutschland 1938.

Stalin: Unsere Außenpolitik ist klar!

Am 26. Januar 1934 hatte J.W. Stalin in seinem Bericht an den XVII. Parteitag der
KPdSU( B ) die Außenpolitik der UdSSR wie folgt dargelegt: “Unsere Außenpolitik ist klar. Sie ist eine Politik der Erhaltung des Friedens und der Verstärkung der Handelsbeziehungen mit allen Ländern. Die UdSSR denkt nicht daran, irgendjemand zu bedrohen, und erst recht nicht, irgendjemand zu überfallen.” (1)
StalinStalin

Entsprechend dieser Politik schloß die UdSSR in den dreißiger Jahren Nichtangriffspakte mit Italien und Frankreich, mit Finnland und Polen, mit der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien und anderen Ländern ab. Die Beziehungen zu den USA wurden wieder aufgenommen. Japan weigerte sich, und Probleme gab es auch mit England, das in jenen Jahren das Zentrum der Politik der Feindschaft gegen die UdSSR war.

Die Machtansprüche Großbritanniens

Der Kurs der Hardliner der Konservativen Partei wurde bestimmt durch Politiker wie Neville Chamberlain und Lord Halifax, die 1937 die Führung der englischen Regierung übernahmen. Der sowjetische Botschafter in London, I.M. Maiski, charakterisierte diese führenden Kräfte der englischen Politik wie folgt: “Aus abgründiger Feindschaft gegen die Sowjetunion war die Cliveden-Clique kategorisch gegen die Schaffung einer Dreierbarriere zum Schutze der britischen Positionen vor den faschistischen Aggressoren und verfiel auf die nach ihrer Ansicht ,glückliche Idee’, Deutschland und die UdSSR aufeinander zu hetzen, um dann, nachdem sich diese beiden Mächte in einem grausamen Krieg verblutet haben, Europa einen für Großbritannien günstigen Frieden zu diktieren.” (2)

Der demagogische Begriff “Hitler-Stalin-Pakt”

Und so, wie der Kriegsdrang Hitlers immer deutlicher wurde, so klarer wurden auch die unterschiedlichen Positionen der UdSSR auf der einen und vor allem Englands, aber auch Frankreichs und der USA auf der anderen Seite. Unter diesen Bedingungen entstand der Nichtangriffspakt zwischen der UdSSR und Deutschland, der stets einer der Hauptpunkte der westlichen Propaganda gegen die Sowjetunion im Allgemeinen und gegen Stalin im Besonderen war. Nicht ohne Grund wählen sie dabei den demagogischen Begriff “Hitler-Stalin-Pakt”, der nach Lesart der Antikommunisten Hitlers Freibrief für den Krieg gewesen sei und zugleich eine Urkunde zur erneuten Aufteilung Polens zwischen zwei “Diktatoren”.

Über die Bedeutung des Nichtangriffsvertrages

Wie kam es zu diesem Nichtangriffspakt, was bedeutete er, was hatte er für Konsequenzen? Zugeständnisse an die faschistischen Staaten von Seiten Englands, Frankreichs und den USA und der Versuch dieser Staaten, Deutschlands Aggressionsdrang in Richtung Osten zu lenken, kennzeichneten die damalige Situation. Das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 ist dafür der eindeutige Beweis. Ohne jemanden zu fragen beschlossen Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier, daß die Tschechoslowakei Gebiete an Deutschland abzutreten habe. Indem die Rechte eines souveränen Staates mit Füßen getreten wurden, sollte – so Chamberlain – der Frieden gesichert werden. “In den Aggressionsplänen des deutschen Imperialismus war die Okkupation der Tschecho-slowakei eines der ersten Etappenziele, Die faschistische Henlein-Bewegung erhielt den Auftrag, die Tschechoslowakei sturmreif zu machen.” (3) Niemand, der bei klarem Verstand war, konnte glauben, daß Hitlers Pläne mit diesem Abkommen ad acta gelegt worden seien. Am 15. März 1939 marschierten Hitlers Truppen in Prag ein und besetzten die restliche Tschechoslowakei einschließlich der Karpatho-Ukraine. Am 23. März marschierte die Wehrmacht in das Memelgebiet in Litauen ein und besetzte es.

Stalin warnte vor einem Weltkrieg

Wenige Tage zuvor, am 10. März 1939, hatte J.W. Stalin in seinem Bericht an den XVIII. Parteitag der KPdSU( B ) folgendes zum bereits stattfindenden Krieg erklärt: “Ein kennzeichnender Zug des neuen imperialistischen Krieges besteht darin, daß er noch nicht zu einem allgemeinen, zu einem Weltkrieg geworden ist. Der Krieg wird von den aggressiven Staaten geführt, die die Interessen der nichtaggressiven Staaten, vor allem Englands, Frankreichs und der USA, in jeder Weise schädigen; die letzteren weichen jedoch zurück, treten den Rückzug an, machen den Aggressoren ein Zugeständnis nach dem anderen.” (4) Von dieser Einschätzung ausgehend gab es 1939 eine lange Reihe von Versuchen der Sowjetunion, einen Beistandspakt mit England, Frankreich und Polen zu erzielen. Vergeblich.

Sie glaubten, daß die Sowjetunion besiegt werden würde

Bezeichnend ist das Eingeständnis des damaligen stellvertretenden Außenminister der USA, Sumner Welles: “In diesen Vorkriegsjahren waren die Finanz- und Handelskreise der westlichen Demokratien einschließlich der Vereinigten Staaten absolut davon überzeugt, daß ein Krieg zwischen Hitlerdeutschland und der Sowjetunion nur ihren eigenen Interessen dienen würde. Sie glaubten, daß Rußland bestimmt besiegt und damit der Kommunismus vernichtet werden würde. Deutschland aber würde dann so geschwächt sein, daß auf viele Jahre hinaus die übrige Welt nicht mehr ernsthaft werde bedrohen können.” (5)

Die Arroganz der Westmächte

Der öffentliche Druck, den die unablässigen Versuche der Sowjetunion erzeugte, führte 1939 endlich zu Dreierverhandlungen zwischen Frankreich, England und der UdSSR. Dort machte die UdSSR klare und konkrete Vorschläge zur Sicherung des Friedens. Schaposchnikow erklärte, “die Sowjetunion sei bereit, gegen den Aggressor 120 Infanteriedivisionen, 16 Kavalleriedivisionen, 5000 Geschütze mittleren und schweren Kalibers, 9000 bis 10.000 Panzer, 5.000 bis 5.500 Bomben- und Jagdflugzeuge bereit zu stellen”, während das Mitglied der britischen Mission, General Heywood, von “fünf Infanteriedivisionen und eine motorisierte Division” sprach. “Allein das zeugte schon davon, daß die Vertreter Englands die Verhandlungen mit der UdSSR nicht ernst nahmen.” (6)

Vorwürfe gegen die Sowjetunion – eine Propagandalüge

Angesichts dieser Tatsachen dürfte klar sein, wer gegen Hitler kämpfen wollte und wer nicht. Angesichts solch konkreter Vorschläge kann man den Vorwurf, die Sowjetunion habe ein Doppelspiel betrieben, nur in das Reich antikommunistischer Propagandalügen verweisen. Das bestätigt auch ein Mann, dem man sicherlich keine Sympathien für den Kommunismus vorwerfen kann: Churchill. “Nicht einmal im Lichte der geschichtlichen Perspektive kann bezweifelt werden, daß England und Frankreich den russischen Vorschlag hätten annehmen müssen …” (7)
ChurchillChurchill

Ein Nichtangriffsvertrag war die einzige und beste Lösung

So war die Lage, in der sich die Regierung der Sowjetunion gezwungen sah, ein Verhandlungsangebot der deutschen Regierung zur Verbesserung der Beziehungen und zum Abschluß eines Nichtangriffsvertrages anzunehmen, aus dem letztendlich der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt entstand. (Eine sehr detaillierte Entstehungsgeschichte dieses Vertrages bietet das Buch “Der Pakt” von Ingeborg Fleischhauer, Ullstein Verlag 1990, ISBN 3-550-07655-X, wobei natürlich berücksichtigt werden muß, daß die “renommierte Bonner Historikerin” die bürgerliche Geschichtsanschauung vertritt. Das kommt besonders in ihrer Schlußbetrachtung zum Ausdruck.)

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffsvertrag

Sehen wir uns den Wortlaut des Vertrages an:
“Die Deutsche Reichsregierung und die Regierung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, geleitet von dem Wunsche, die Sache des Friedens zwischen Deutschland und der UdSSR zu festigen und ausgehend von den grundlegenden Bestimmungen des Neutralitätsvertrags, der im April 1926 zwischen Deutschland und der UdSSR geschlossen wurde, sind zu nachstehenden Vereinbarungen gelangt:
Artikel I: Die beiden vertragsschließenden Teile verpflichten sich, sich jeden Gewaltakts, jeder aggressiven Handlung und jedes Angriffs gegeneinander, und zwar sowohl einzeln als auch gemeinsam mit anderen Mächten, zu enthalten.
Artikel II: Falls einer der vertragsschließenden Teile Gegenstand kriegerischer Handlungen seitens einer dritten Macht werden sollte, wird der andere vertragsschließende Teil in keiner Form diese dritte Macht unterstützen.
Artikel III: Die Regierungen der beiden vertragsschließenden Teile werden künftig fortlaufend zwecks Konsultation in Fühlung miteinander bleiben, um sich gegenseitig über Fragen zu informieren, die ihre gemeinsamen Interessen berühren.
Artikel IV: Keiner der beiden vertragsschließenden Teile wird sich an einer Mächtegruppierung beteiligen, die sich mittelbar oder unmittelbar gegen den anderen Teil richtet.
Artikel V: Falls Streitigkeiten oder Konflikte zwischen den vertragsschließenden Teilen über Fragen dieser oder jener Art entstehen sollten, werden beide Teile diese Streitigkeiten oder Konflikte ausschließlich auf dem Weg freundschaftlichen Meinungsaustausches oder nötigenfalls durch Einsetzung von Schlichtungskommissionen bereinigen.
Artikel VI: Der gegenwärtige Vertrag wird auf Dauer von zehn Jahren abgeschlossen mit der Maßgabe, daß, soweit nicht einer der vertragsschließenden Teile ihn ein Jahr vor Ablauf dieser Frist kündigt, die Dauer der Wirksamkeit dieses Vertrags automatisch für weitere fünf Jahre als verlängert gilt.
Artikel VII: Der gegenwärtige Vertrag soll innerhalb möglichst kurzer Frist ratifiziert werden. Die Ratifikationsurkunden sollen in Berlin ausgetauscht werden. Der Vertrag tritt sofort mit seiner Unterzeichnung in Kraft.

Angefertigt in doppelter Urschrift, in deutscher und russischer Sprache.
Moskau, am 23. August 1939
Für die Deutsche Reichsregierung: v. Ribbentrop
In Vollmacht der Regierung der UdSSR: W. Molotow” (8)

Die logische Fortsetzung sowjetischer Friedenspolitik

Dieser Vertrag hinderte Hitler-Deutschland daran, sofort einen Angriff auf die UdSSR vorzunehmen und bedeutete zugleich das Scheitern der Versuche der westlichen Staaten, Deutschland und die UdSSR gegeneinander auszuspielen. Der Vertrag selbst unterscheidet sich nicht von den Texten anderer in diesen Jahren abgeschlossener Pakte, ist in dieser Hinsicht also völlig unspektakulär. Er war die logische Fortsetzung der Friedenspolitik der UdSSR und er war auch darauf zurückzuführen, daß die westlichen bürgerlichen Staaten sich einem gemeinsamen Vorgehen gegen Hitler-Deutschland entgegenstellten. Da Hitlers Kriegspläne bereits offen auf dem Tisch lagen, konnte dieser Vertrag auch keine Ermutigung für diesen sein.

Das geheime Zusatzprotokoll

Spätestens an dieser Stelle bringt die antisowjetische, antikommunistische Propaganda gewöhnlich das sogenannte geheime Zusatzprotokoll ins Spiel. Sehen wir uns auch hier den Wortlaut an:
“Aus Anlaß der Unterzeichnung des Nichtangriffsvertrags zwischen dem Deutschen Reich und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken haben die unterzeichneten Bevollmächtigten der beiden Teile in streng vertraulicher Aussprache die Frage der Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären in Osteuropa erörtert. Diese Aussprache hat zu folgendem Ergebnis geführt:
1. Für den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung in den zu den baltischen Staaten gehörenden Gebieten (Finnland, Estland, Lettland, Litauen) bildet die nördliche Grenze Litauens zugleich die Grenze der Interessensphären Deutschlands und der UdSSR, Hierbei wird das Interesse Litauens an dem Wilnaer Gebiet beiderseits anerkannt.
2. Für den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung der zum polnischen Staate gehörenden Gebiete werden die Interessensphären Deutschlands und der UdSSR ungefähr durch die Linie der Flüsse Narew, Weichsel und San abgegrenzt. Die Frage, ob die beiderseitigen Interessen die Erhaltung eines unabhängigen polnischen Staates erwünscht erscheinen lassen und wie dieser Staat abzugrenzen wäre, kann endgültig erst im Laufe der weiteren politischen Entwicklung geklärt werden. In jedem Falle werden beide Regierungen diese Frage im Wege einer freundschaftlichen Verständigung lösen.
3. Hinsichtlich des Südostens Europas wird von sowjetischer Seite das Interesse an Bessarabien betont. Von deutscher Seite wird das völlige politische Desinteressement an diesen Gebieten erklärt.
4. Dieses Protokoll wird von beiden Seiten streng geheim behandelt werden.

Moskau, den 23. August 1939
Für die Deutsche Reichsregierung: v. Ribbentrop
In Vollmacht der Regierung der UdSSR: W. Molotow” (9)

Wie war das damals mit Polen?

Um auch hier zu einer richtigen Wertung zu kommen, müssen wir uns mit der Stellung Polens in dieser Zeit beschäftigen, war doch die polnische Regierung einer der Hauptgründe für das Scheitern der Verhandlungen der UdSSR mit den westlichen Staaten über ein gemeinsames Vorgehen gegen die faschistischen Staaten. Trotz mehrfachen Drängens der Franzosen, verweigerte die polnische Regierung den sowjetischen Truppen das Durchmarschrecht im Falle eines Krieges gegen Deutschland. “Mit den Deutschen riskieren wir, unsere Freiheit zu verlieren. Mit den Russen verlieren wir unsere Seele.” (10) Das war die Antwort des polnischen Generalstabschef Marschalls Rydz-Śmigły, das war die Haltung der polnischen Regierung, die lieber die Freiheit des eigenen Volkes opfern wollte, als die Sowjetarmee durch ihr Land ziehen zu lassen.
Rydz-SmiglyRydz-Śmigły

Eine historische Feindschaft?

Die feindselige Haltung ist in der Geschichte der beiden Staaten begründet.
Nach der Oktoberrevolution 1917 fielen mit den Armeen aus vierzehn Staaten auch die polnischen Herren 1920 über die Sowjetunion her. Die Rote Armee vertrieb sie und gelangte dabei bis vor die Tore Warschaus. Da den englischen und französischen Monopolen ca. 40 Prozent der Industrieanlagen in Polen gehörten, bekamen die polnischen Pans nun die volle Unterstützung Frankreichs und Englands. Doch die Sowjetunion wollte den Frieden und war daher auch bereit einen Vertrag zu unterzeichnen, auch wenn die Bedingungen dieses Vertrages als schändlich zu bezeichnen waren.

Die Festlegung der polnischen Grenzen

Der Vertrag von Riga 1921 legte die neuen Grenzen zwischen Polen und der UdSSR fest, die Polen bereits 1919 durch die Pariser Friedenskonferenz zugestanden wurden. Zur sogenannten Curzon-Linie wurde in Abwesenheit Rußlands jedoch noch folgender Beschluß gefaßt: “Die Konferenz hat ( … ) ausdrücklich die Frage der Forderungen, die Polen auf die Gebiete östlich dieser Linie anmelden könnte, offen gelassen. Die Konferenzteilnehmer glaubten, nicht in der Lage zu sein, darüber zu entscheiden und überließen die Regelung späteren Verhandlungen zwischen Polen und Rußland.” (11)

Polen und die Spaltung der Ukraiine und Weißrußlands

Um diese Forderungen zu realisieren, begannen die polnischen, englischen und französischen Kapitalisten den neuen Feldzug gegen die Sowjetunion, der mit dem sowjetischen Zugeständnis im Vertrag von Riga endete. Im Vergleich zur Curzon-Linie vom 8. Dezember 1919 bedeutete die Grenze des Vertrages von Riga für Polen einen Gebietszuwachs von 110.000 Quadratkilometern. Zugleich wurden die Ukrainer und die Weißrussen in zwei Staaten gespalten und in Polen zu einer unterdrückten nationalen Minderheit. Vor allem dieses Gebiet, diese 110.000 Quadratkilometer, waren es, die die UdSSR im sogenannten Zusatzprotokoll als ihre Interessensphäre bezeichnete. Hinzu kommt die ganze Westukraine und das westliche Weißrußland. Durch die Grenzziehung von 1939 kam Bialystok im Norden und Przemysl im Süden zur UdSSR. Die Sowjetunion erwarb insbesondere die wichtigen Städte Lemberg, Stanislau, Tarnopol, Luzk, Brest-Litowsk, Grodno und Nowogrodek. Am 10. Oktober 1939 schloß die UdSSR einen gegenseitigen Beistandsvertrag mit Litauen und überließ der Republik Litauen Stadt und Gebiet von Wilna.

Der Beitritt der West-Ukraine und West-Weißrußlands zur UdSSR

Abgeordnetenwahlen für die Volksversammlung der West-Ukraine und für die Volksversammlung des westlichen Weißrußlands fanden am 22. Oktober statt. Die Kandidaten, die von verschiedenen Organisationen wie Bauernkomitees, Arbeitervereinigungen usw. aufgestellt worden waren, erhielten in der West-Ukraine 90,9 Prozent und im westlichen Weißrußland 90,7 Prozent der Stimmen. Die Volksversammlung der West-Ukraine wurde am 26. Oktober im Lemberg einberufen, die des westlichen Weißrußlands am 28. Oktober 1939 in Bialystok, nachdem am 22. Oktober die Abgeordnetenwahlen stattgefunden hatten. Beide Versammlungen proklamierten den Beitritt zu den Sowjetrepubliken Ukraine und Weißrußland. Am 1. November 1939 nahm der in Moskau zusammengetretene Oberste Rat der Sowjetunion ein Gesetz über den Beitritt der West-Ukraine zur UdSSR und ihre Eingliederung in die sozialistische Sowjetrepublik Ukraine an. Am nächsten Tag erließ der Oberste Rat ein entsprechendes Gesetz, welches das westliche Weißrußland mit der sozialistischen Sowjetrepublik Weißrußland vereinigte.

Der Kriegsbeginn

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen. Die polnische Regierung floh am 13. September nach London. Erst am 17. September 1939, als es keinen polnischen Staat mehr gab, rückte die Rote Armee in die bezeichneten Gebiete ein. Alle bisher von Polen beherrschten Westukrainer und Westweißrussen kamen zu ihrer Nation zurück. Sie waren in Polen einer wachsenden nationalen Unterdrückung ausgesetzt. Verlangte noch die Pariser Friedenskonferenz den Schutz dieser nationalen Minderheiten in Polen, so protestierte außer der UdSSR niemand mehr gegen den am 13. September 1934 vom polnischen Außenminister Beck verkündeten Beschluß der polnischen Regierung: “Bis zur Inkraftsetzung eines allgemeinen und einheitlichen Systems zum Schutze der Minderheiten sieht sich meine Regierung gezwungen, ab heute jegliche Mitarbeit mit den internationalen Organen bezüglich der Kontrolle der Anwendung des Minderheitenschutzes durch Polen zu verweigern.” (12)

Es war keine Annexion, sondern eine Wiedervereinigung

Das war das offizielle Signal zu einer verstärkten Verfolgung der ukrainischen und weißrussischen Bevölkerung und zugleich der Grund dafür, daß die Rote Armee in den Gebieten, in denen diese Nationalitäten die übergroße Mehrheit darstellten, lebhaft willkommen geheißen wurde. So verlief die Geschichte der polnisch-sowjetischen Grenze bis 1939. Der Einmarsch der Roten Armee in die Gebiete, die im Zusatzprotokoll “Interessensphäre der Sowjetunion” genannt werden, war keine Annexion polnischer Gebiete, sondern die Wiedervereinigung der Ukrainer und Belorussen in einem Staat. Gleichzeitig war sie der Haltepunkt für den deutschen Vormarsch.

Churchill: “…eine unparteiische Lösung des Problems”

Noch einmal möchte ich eine Äußerung Churchills vom 22. Februar 1944 zitieren. “Wir haben die Besetzung Wilnas im Jahre 1920 nicht gebilligt. Der britische Standpunkt findet seinen Ausdruck in der sogenannten Curzon-Linie, die in jedem Fall eine unparteiische Lösung des Problems darstellt.” (13) Doch als Churchill das sagte, und damit zugab, daß der sowjetische Standpunkt nichts mit Großmachtpolitik zu tun hatte, sondern historisch rechtmäßig und militärisch sinnvoll war, herrschte noch nicht der sogenannte Kalte Krieg.

Die sowjetischen Beistandspakte mit Litauen und Lettland

Zu diesen militärisch sinnvollen Vorsichtsmaßnahmen gehörte auch das Angebot von Beistandspakten gegenüber den baltischen Ländern. Die militärischen Erfolge ermunterten die profaschistischen Elemente in diesen Ländern, so daß die reale Gefahr bestand, daß diese Länder zu Vasallen Deutschlands werden könnten. So unterzeichnete die Sowjet-regierung am 28. September 1939 mit Estland, am 5. Oktober mit Lettland und am 10. Oktober mit Litauen Beistandspakte.

Der “komische Krieg” Frankreich-Deutschland

Infolge des sowjetisch-deutschen Nichtangriffspakts war nun auch Japan bereit, einen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen. Durch ihre konsequente Friedenspolitik hatte die UdSSR zunächst einmal eine gewisse Absicherung erreicht. Zumindest vertraglich waren die Grenzen und Fernost und im Westen gesichert. Polen dagegen war zerstört, trotz und wegen der Garantien Englands. Denn sie waren zugleich der Grund für Hitler, mit der UdSSR einen Vertrag zu schließen, um einen Zweifrontenkrieg zu vermeiden. Doch selbst jetzt änderten die Westmächte ihre starre Haltung nicht. Sie führten den sogenannten “komischen Krieg”, bei dem sich die Truppen Frankreichs und Deutschlands untätig gegenüber standen. Der Grund war Finnland. Die englischen und französischen Politiker dachten damals “weit mehr daran, mit welchen Mitteln man Rußland schlagen könne – sei es durch eine Hilfeleistung an Finnland, sei es durch einen Bombenangriff auf Baku oder durch eine Landung in Konstantinopel – als daran, auf welche Weise man mit dem ‘Reich’ fertig werden könnte.” So Charles de Gaulle. (14)
de Gaullede Gaulle

Finnland – der Schlüssel zum Sieg über die Sowjetunion?

Doch auch die Amerikaner dachten in diese Richtung. Wie die Westmächte, setzten auch die deutschen Faschisten ihre Hoffnungen auf Finnland. Deren Grenze zur Sowjetunion war zu diesem Zeitpunkt der schwache Punkt der Sowjetunion. Und in Finnland, dem Land, das die Oktoberrevolution vom zaristischen Joch befreite, und dem die gleiche Revolution die nationale Unabhängigkeit brachte, herrschte nun die Reaktion. Die finnischen Aktivitäten, der Bau von Befestigungsanlagen, der Ausbau von Straßen und Bahnstrecken bis an die sowjetische Grenze, mußten für die UdSSR mehr als bedrohlich erscheinen. Leningrad lag in Reichweite schwerer finnischer Geschütze.

Auch hier: Sowjetische Friedenspolitik zu Finnland

Auch zu diesem Zeitpunkt und in dieser Situation setzte die Sowjetunion ihre Friedenspolitik fort. Obwohl die finnische Regierung einen Beistandspakt bereits abgelehnt hatte, schlug die UdSSR Grenzverhandlungen vor, die am 12. Oktober 1939 auch begannen. Wie diese Verhandlungen auf finnischer Seite liefen, das beweist der Bericht des US-Botschafters in Finnland, der seinem Außenministerium mitteilte, die Instruktionen für diese Verhandlungsdelegation seien “gerade so hart, wie es die USA wollen”. (15)

Die ferngesteuerte finnische Regierung

Zu den eindeutigen Grenzvorschlägen der sowjetischen Regierung bemerkte der gewiß nicht sowjetfreundliche englische Journalist Alexander Werth: “Die beiden späteren Staatspräsidenten Paasikivi und Kekkonen, die seinerzeit für eine friedliche Schlichtung des Streits eingetreten waren, erzählten mir 1945, ihrer Meinung nach seien die sowjetischen Vorschläge gemäßigt und verständlich gewesen. Der Krieg sei vielleicht zu vermeiden gewesen, wenn sich Paasikivis und Kekkonens Politik durchgesetzt hätte.” (16) Doch die ferngesteuerte finnische Regierung beendete die Verhandlungen und brach Ende November mit einem Artillerieangriff den bestehenden sowjetisch-finnischen Nichtangriffspakt. Seitdem behauptet die westliche Propaganda entweder, der Artillerieüberfall sei erfunden, oder es sei “nur ein ganz kleiner Überfall” gewesen. Doch es bleibt eine Tatsache, daß die finnische Regierung den Krieg provozierte. Das gesteht auch Gustav Mannerheim, General der finnischen Armee, ein. “Ich zweifelte nicht daran, daß die USA und Großbritannien in den Konflikt eingreifen würden.” (17)

Die USA greifen in den Krieg ein

So kam es zum von den Westmächten gewünschten Krieg. Sie stellten die UdSSR als Aggressor dar und betrieben am 14. Dezember 1939 den Ausschluß der UdSSR aus dem Völkerbund. Die USA bewilligte Finnland eine Anleihe von 10 Millionen US-Dollar für den Bezug verbilligter Waffen. (18) Großbritannien und Frankreich bereiteten auf der Grundlage des Beschlusses des Völkerbundes eine direkte Aggression gegen die UdSSR vor. Am 15. März 1940 beschloß der gemeinsame Oberste Kriegsrat der beiden Staaten, vom Nahen Osten aus in Baku und von Finnland aus in Leningrad einzufallen. In einem Brief an den französischen Oberbefehlshaber General Gamelin schrieb der französische Frontkommandeur General Weygand: “Ich meinerseits halte es für das wichtigste, der Sowjetunion den Hals umzudrehen in Finnland ( … ) oder an einem anderen Ort.” (19)

Der Sowjetisch-Finnische Friedensvertrag von 1940

Daß diese Pläne nicht zur Ausführung kamen, lag zum einen daran, daß die Rote Armee militärisch bereits gesiegt hatte, und zum anderen sich die finnische Regierung dem finnischen Volk beugen mußte, das nicht länger als Kanonenfutter für die Interessen der westlichen Imperialisten dienen wollte. So wurde bereits am 12. März 1940 Frieden geschlossen, in dessen Folge die sowjetisch-finnische Grenze nun 120 Kilometer weiter nördlich verlief. Daß es der Sowjetunion nur um die Sicherheit von Leningrad und Murmansk ging, beweist auch die Tatsache, daß die Rote Armee weder von der Möglichkeit der Besetzung Finnlands Gebrauch machte, noch Kontributionen forderte, um ihre Kriegsausgaben zu decken. Mit dem Neutralitätspakt zwischen den beiden Ländern war nun auch die Nordgrenze der UdSSR zunächst einmal gesichert.

Die deutschen Faschisten besetzen Dänemark und Norwegen

Während England, die USA und Frankreich vor allem damit beschäftigt waren, eine Aggression gegen die UdSSR zu organisieren, und zwischendurch immer wieder mal versuchten Friedensverhandlungen mit Hitler-Deutschland auf den Weg zu bringen, hatten die deutschen Faschisten aufgerüstet. Am 9. April besetzten sie Dänemark und deutsche Truppen landeten in allen norwegischen Häfen. Während Dänemark den Westmächten völlig gleichgültig war, protestierte Großbritannien gegen den Einmarsch in Norwegen, da mehr als 50 Prozent der norwegischen Industrie den britischen Kapitalisten gehörten. Die britischen Truppen, die in Nordnorwegen landeten, wurden von der Wehrmacht geschlagen. Der Widerstand der norwegischen Bevölkerung brach schnell zusammen. Zum schnellen Zusammenbruch Norwegens trugen die Aktivitäten des früheren Kriegsministers Major Quisling bei, der eine profaschistische Bewegung organisiert und mehrere tausend deutsche Agenten ins Land geholt hatte.

Der faschistisch-deutsche “Blitzkrieg”

Die Besetzung Norwegens führte zum Umdenken bei den Westmächten. Die Münchner Politik, die Pläne, die deutsche Aggression nach Osten zu lenken, waren gescheitert. Am 10. Mai 1940 marschierte die Wehrmacht in den Beneluxländern und in Frankreich ein. Am selben Tag wurde Chamberlain durch Churchill ersetzt. Der “Blitzkrieg” gegen Frankreich wurde von einem unerwartet schnellen deutschen Sieg gekrönt. Umgehend forderte der französische Oberbefehlshaber, General Weygand, die Kapitulation, obwohl oder weil die Kommunistische Partei Frankreichs entgegen aller anderslautenden Propaganda, als einzige Partei einen Volkskrieg gegen die Naziwehrmacht forderte. Die eindeutig ablehnende Haltung der französischen herrschenden Klasse zu diesem Aufruf war so eindeutig, daß selbst die amerikanische Presse zu dem Schluß kam: “Die französischen Großkapitalisten wollten lieber Hitler als die Volksfront in Paris ( … ). Einen Sieg fürchteten sie wohl noch mehr als eine Niederlage.” (20)

Französisch-Britische Differenzen

Auch den britischen Vorschlag der Gründung einer “Britisch-Französischen Union” in Restfrankreich, mit dem die Briten offensichtlich Frankreich als Großmacht ausschalten wollten, wurde von Marschall Petain und der Mehrheit der Regierung abgelehnt: “Besser eine Naziprovinz als ein britisches Dominion.” (21) All diese Ereignisse zeigen das wahre Gesicht der herrschenden Klasse in England wie in Frankreich. Ihre imperialistischen Ziele unterschieden sich in nichts von denen der Faschisten, auch ihre Handlungen waren bestimmt von Hegemoniestreben, vom Wunsch nach Vergrößerung der eigenen Macht und von tiefer Feindschaft gegenüber dem Sozialismus und besonders der UdSSR.

Die Stalinsche Friedenspolitik bestärkt die Arbeiterbewegung

Die von Stalin geführte Außenpolitik der Sicherung des Friedens, der Sicherung der Staatsgrenzen der UdSSR machte all ihre Ambitionen zunichte. Angesichts der Siege der faschistischen Armeen waren in den baltischen Ländern starke faschistische Organisationen entstanden, deren systematische Hetze gegen die Rote Armee und die UdSSR schließlich dazu führte, daß die Regierung der UdSSR von den Regierungen der baltischen Staaten die Einhaltung der geschlossenen Verträge forderte. Das gab der ohnehin schon starken Arbeiterbewegung in diesen Ländern großen Auftrieb, in dessen Folge es ihr gelang, die profaschistischen Regimes durch demokratische Regierungen zu ersetzen.

Die feindliche Haltung der rumänischen Monarchisten

In den ehemaligen russischen Gebieten Bessarabiens verstärkte sich zu jener Zeit ebenfalls die Tätigkeit faschistischer Organisationen, und die rumänische Regierung unter König Carol intensivierte ihre Beziehungen zu Deutschland. Das zwang die Regierung der UdSSR, sowohl die Rückgabe Bessarabiens, das die herrschenden Kreise Rumäniens 1918 an sich gerissen hatten, wie auch das ukrainische Gebiet der Nordbukowina zu fordern. Die Volksversammlung der Nordbukowina hatte bereits 1918 beschlossen, sich wieder mit der Sowjetukraine zu vereinigen, was die rumänischen Monarchisten jedoch mit militärischen Mitteln verhinderten. Angesichts der feindlichen Haltung Rumäniens dürfte die Forderung der UdSSR, die Ende 1940 erfüllt war, niemanden verwundern.

Es gab keine sowjetischen “Annexionen”

So sieht es mit den von der UdSSR angeblich annektierten Gebiete im Zusammenhang mit dem Nichtangriffsvertrag wirklich aus. Das ist der ganze Umfang, und jeder Mensch, dem die antikommunistische Propaganda nicht gänzlich das Gehirn vernebelt hat, dürfte zu der Ansicht gelangen, daß es keine “Annexionen” gegeben hat. Es gab einen Kampf um die Sicherung der Grenzen. Es gab die Wiederherstellung der Einheit der ukrainischen und weißrussischen Nation, die als nationale Minderheiten in Polen und Rumänien unterdrückt gelebt hatten. Es gab den freiwilligen, selbstgewählten, durch Wahlen verlangten Anschluß der baltischen Staaten an die UdSSR als selbständige Republiken.

Der Nichtangriffsvertrag war ein richtiger Schritt

Die UdSSR führte in einer äußerst komplizierten Lage eine konsequente Politik, die den Menschen den Frieden sichern und den Krieg verhindern sollte. Der Nichtangriffsvertrag wie auch das Zusatzprotokoll waren ein notwendiger Schritt, der die Westukrainer und Westweißrussen vor dem Faschismus rettete und den deutschen Faschisten klar machte, wie weit sie gehen durften. Die UdSSR war aus objektiven Gründen nicht in der Lage, Polen unter einer antisowjetischen, profaschistischen Regierung zu schützen, die ihr Land lieber den Faschisten überließ.

Der heimtückische Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941

Der Bruch des Vertrages durch Hitler-Deutschland im Juni 1941 änderte die Situation erneut. Am 3. Juli 1941 sprach Stalin in einer Rundfunkansprache zu allen Bürger der UdSSR: “Man könnte fragen: wie konnte es geschehen, daß sich die Sowjetregierung auf den Abschluß eines Nichtangriffspakts mit solchen wortbrüchigen Leuten und Ungeheuern wie Hitler und Ribbentrop eingelassen hat? Ist hier nicht von der Sowjetregierung ein Fehler begangen worden? Natürlich nicht! Ein Nichtangriffspakt ist ein Friedenspakt zwischen zwei Staaten. Eben einen solchen Pakt hat Deutschland uns im Jahre 1939 angeboten. Konnte die Sowjetregierung ein solches Angebot ablehnen? Ich denke, kein einziger friedliebender Staat kann ein Friedensabkommen mit einem benachbarten Reich ablehnen, selbst wenn an der Spitze dieses Reichs solche Ungeheuer und Kannibalen stehen wie Hitler und Ribbentrop. Dies aber natürlich unter der einen unerläßlichen Bedingung, daß das Friedensabkommen weder direkt noch indirekt territoriale Integrität, die Unabhängigkeit und die Ehre des friedliebenden Staates berührt. Bekanntlich ist der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR gerade ein solcher Pakt. Was haben wir durch den Abschluß des Nichtangriffspakts mit Deutschland gewonnen? Wir haben unserem Lande für anderhalb Jahre den Frieden gesichert sowie die Möglichkeit, unsere Kräfte zur Abwehr vorzubereiten, falls das faschistische Deutschland es riskieren sollte, unser Land trotz des Paktes zu überfallen. Das ist ein Gewinn für uns und ein Verlust für das faschistische Deutschland. Was hat das faschistische Deutschland durch die wortbrüchige Zerreißung des Pakts und den Überfall auf die UdSSR gewonnen und was hat es verloren? Es hat dadurch für kurze Zeit eine gewisse vorteilhafte Lage für seine Truppen erzielt, hat aber in politischer Hinsicht verloren, da es sich in den Augen der ganzen Welt als blutiger Aggressor entlarvt hat.” (22) Wir wissen wie die Aggression Nazi-Deutschlands endete.

Das ist die ganze Geschichte des (sogenannten) Nichtangriffspakts.

Die Angriffe gegen die Sowjetunion und insbesondere gegen Stalin, oft genug von Leuten, die sich ein “linkes” Mäntelchen umhängen, haben auch den Grund, daß man die negativen Seiten der Westmächte im Kampf gegen Hitler weitestgehend verschleiern möchte. Und erst recht bereitet es den Apologeten und Demagogen des Kapitalismus wenig Behagen, wenn sie die historische Tatsache zugeben müßten, daß die damals noch sozialistische Sowjetunion, geführt von einer kommunistischen Partei, an deren Spitze J.W. Stalin stand, die einzige Macht war, die entschlossen und unbeirrbar für den Frieden und die Zerschlagung des Faschismus eintrat. Daher die Kübel von Schmutz, die bei jeder Gelegenheit über Stalin und die sozialistische Sowjetunion ausgegossen werden.

Klaus Wallmann sen. (29.05.2005)

Quellen:
1) J.W. Stalin, Werke, Bd. 13, S. 174 f., Dietz Verlag Berlin, 1955
2) M. Maiski, Wer half Hitler?, S. 189, Moskau 1960
3) G. Fuchs, Gegen Hitler und Henlein, S. 281, Berlin 1961
4) J.W. Stalin, Werke Band 14, S. 101., Dortmund 1976
5) Sumner Welles, Jetzt oder nie, S. 294f., Stockholm 1944
6) Auswärtiges Amt der UdSSR: Akte der englisch-französisch-sowjetischen Verhandlungen, Band 3, Blatt 138, Moskau 1946
7) Winston Churchill, Der zweite Weltkrieg, Band 1, S. 325, Stuttgart 1954
8) Aus dem Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes, Serie D, Band 8, S. 205f., Baden Baden 1950
9) ebenda
10) Paul Reynaud, La France a sauvé L’Europe, Band 1, S. 587
11) R.H. Lord, US-Mitglied der Kommission für polnische Angelegenheiten bei der Friedenskonferenz, zitiert nach: Alius, Die Curzon-Linie, S. 22, Zürich 1945
12) Offizielles Journal des Völkerbundes, Ausgabe Oktober 1934, Genf 1934
13) zitiert nach G. Deborin, Der zweite Weltkrieg, S. 64
14) C. de Gaulle, Memoires de la guerre, L’appel 1940-1942, S. 26, Paris 1954
15) Langer/Gleason, Challenge to isolation 1937-1940, S. 322, New York 1952
16) Alexander Werth, Rußland im Kriege 1941-1945, S. 70, München 1965
17) G. von Mannerheim, Erinnerungen, S. 339, Freiburg i. Breisgau 1952
18) Documents on American Foreign Relations July 1939 – June 1940, Bd.2, S.391, Boston 1940
19) G. Gamelin, Servir, Bd. 3, S. 199, Paris 1947
20) The New York Post, 03.08.1940
21) K. von Tippelskirch, Geschichte des zweiten Weltkriegs, S. 91, Borin 1956
22) J.W. Stalin, Werke, Bd. 14, S. 133f., Dortmund 1976

Fotos: Stalin, de Gaulle – Copyright: United States Library of Congress

* Anmerkung:
Zur Verwendung des Begriffs ‚Pakt‘ siehe hier und in den Kommentaren.

Quelle: http://www.randzone-online.de/?p=3639
(Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Siehe auch:
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?
Kurt Gossweiler: Der Nichtangriffsvertrag und die Rolle Stalins im 2.Weltkrieg
Kurt Gossweiler: Betrachtungen zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrag (pdf-Datei)

Wahlen 2013

Vote for NobodyWen bitte soll ein seiner Klasseninteressen bewußter Arbeiter denn wählen? Den Finanzjongleur Steinbrück von der SPD bzw. dessen Vorgänger, den einstigen hochkarätigen Beamten und Geheimdienstkoordinator unter Schröder namens Steinmeier? Die aufgedunsenen skurril anmutenden Schwätzergestalten von der einstigen Sonnenblumenpartei? Den scheinheiligen Gysi, der zumindest mal eine Lehre als Rinderzüchter machte und ansonsten den Scharlatan in allen Talkshows abgibt?

In den bürgerlichen Staaten bestimmen die unversöhnlichen Widersprüche zwischen der Ausbeuterklasse und den Klassen der Ausgebeuteten, die Methoden der Ausbeutung sowie der Grad der Organisiertheit der Klassen wesentlich den Inhalt des Wahlsystems. Das bürgerliche Wahlsystem ist darauf gerichtet, die unterdrückten und ausgebeuteten Klassen, d.h. die große Mehrheit des Volkes und der Wähler, von der tatsächlichen staatliche Machtausübung fernzuhalten und ihren wirklichen Willen zu verfälschen. Deshalb gehören zu den bürgerlichen Wahlsytemen untrennbar auch Wahlbetrug und -fälschung, Wahlterror, geheime Wahlabsprachen, gegen die Werktätigen gerichtete Wahlzensen, Wahlrummel.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1967, S.701.

Ein Brief von Jens Bohlke aus Belgien

Liebe Genossen,
bei den letzten Begegnungen zwischen Günter und mir wurde dieses Thema bereits intensiv diskutiert, und ich teile Günters Auffassung völlig:

1. Was ich als Kommunist tun kann
Als Kommunist mit oder ohne Parteizugehörigkeit nutze ich wirklich so gut wie alle meine Kontakte im privaten und Kollegenumfeld dafür, den Menschen die Augen zu öffnen, sie für die Position des Austritts aus den imperialistischen Machtblöcken EU und NATO und IWF und Weltbank usw. zu gewinnen, sie für den sozialistischen Entwicklungsweg zu gewinnen. Sogar die hübschesten Mädchen bei der Bahnfahrt zur Arbeit beeinflusse ich in diesem Sinne, denn sie nehmen zumeist recht aufgeschlossen und interessiert mein DDR-(N)Ostalgie-TShirt zur Kenntnis und dann entspinnt sich ein ca. zehnminütiges Gespräch zwischen dem Bahnhof meines Wohnorts und dem Bahnhof an meiner Arbeitsstelle, wo ich ihnen zur DDR aus meinem Leben berichte und darauf verweise, wie menschenwürdiger und chancenstärker ich dort studieren konnte im Vergleich zur Kostspieligkeit einer soliden Hochschulbildung heutzutage unter kapitalistischen Verhältnissen. Natürlich trage ich hier täglich die Aktionslosung meiner Gewerkschaft, daß wir Arbeiter Besseres verdienen als das, was uns derzeit zugestanden wird … Ich aktualisiere ständig die gewerkschaftlichen Aushänge auf der Arbeit und bringe da auch die Einladung zur Manifiesta http://www.manifiesta.be unserer Partei unter, um Kollegen aufzurütteln und anzusprechen. Ich nutze viel Pausenzeit für Gespräche und habe mittlerweile einen ganzen „Klub” junger männlicher Kollegen um mich geschart, die mich wie einen Ersatzvater verehren … Ich werbe für die Gewerkschaft als Organisationsplattform der Arbeiter, ich werbe für die kommunistische Partei und die kommunistische Weltanschauung.

2. Was ich von der Partei „Die Linke” halte
Günter und ich haben Erfahrung auch innerhalb der PDS/PDL gesammelt, was uns prägt. Wir kennen Dinge wie den dortigen BAK „Shalom”, die dortigen korrupten und reaktionären Schwulen-Netzwerke und die Verräterclique an der Spitze dieser opportunistischen Partei, deren jetzige Vorsitzende gerade zur Einführung eines Vorkasse-Modells für die Energieversorgung bei den Hartz-4-Sozialfällen in Deutschland wirbt, womit sie die CDU/CSU/FDP und SPD/Grünen noch weit rechts überholt und Anleihen bei Lady Thatcher aufgenommen hat. Wir kennen Brie, Gysi, zahlreiche Trotzkisten und das einst marxistisch-leninistisch zu DDR-Zeiten forschende und lehrende aber heutzutage sich opportunistisch andienende Feigenblatt namens Kommunistische Plattform in und bei der PDL sowie deren ominös anmutenden Ältestenrat aus einstigen DDR-Koryphäen, die sich vor lauter Alters-Demenz mit offenbar „Augen zu und durch” in dieser Partei ebenfalls nur höchst bereitwillig als rotes Feigenblatt für eine reaktionäre demagogische Politik zur Stabilisierung und Erhaltung der imperialistischen Machtverhältnisse in Deutschland mißbrauchen lassen. Von diesen Elementen, anders kann sie ein Genosse nicht mehr bezeichnen, haben wir uns gelöst und sind da auch zu keinerlei taktischen oder sonstigen Kompromissen und Bündnissen mehr bereit, weil dies keine zuverlässigen Partner sind. Die SED-PDS/PDS/PDL verrottet seit fast 24 Jahren vor sich hin, was Zeitlänge genug ist, daß wir Kommunisten uns über ihr Wesen klar werden mußten.

3. … und was sonst noch die deutschen Kommunisten betrifft
Was sich in Deutschland derzeit kommunistisch nennt (Parteien mit „kommunistisch” oder „marxistisch-leninistisch” im Namen), sind vom Klassengegner geschaffene oder beherrschte sowie wohlwollendst geduldete Auffangbecken für alle sich dort sammelnden Unzufriedenen, die irrezuleiten und zu beschäftigen sind, allerdings in einer Art und Weise, dass sie der bestehenden Gesellschaftsordnung nicht gefährlich werden können. Die einstigen politischen Kommandohöhen der Arbeiter- und Volksbewegung in Deutschland bzw. jenen beiden deutschen Staaten beim Anschluß der DDR an die BRD sind von dem Finanzkapital und dessen Geheimdiensten bestens besetzt worden. Jede kommunistische Zelle wie beispielsweise K-Online, wie bestimmte Berliner Genossen, wie eine kommunistische Zelle in Hamburg usw. (um mal die zu nennen, bei denen ich diesen Status gelten lassen würde), werden überwacht und mit Zersetzungsmaßnahmen unterdrückt, was von gerichtlichen Drohkulissen bis hin zu Intrigen und zuweilen auch gewaltsamen Drohkulissen reicht und zumindest im Bereich der wirtschaftlichen Beeinträchtigung (Arbeitsplatzverlust, Einkommensverlust, Wohnungsverlust usw.) für uns Kommunisten schwer zu verkraftende Verluste und Situationen zur Folge hat. Wir sind Ziel gezielter Angriffe und verspüren dies auch, wissen dies auch richtig zu bewerten und einzuordnen. Jene pseudokommunistischen Organisationen hingegen haben ihren Deal mit dem Klassengegner!

4. Was ist denn nun eine kommunistische Partei?
Die KKE steht an der Spitze der westeuropäischen kommunistischen Bewegung marxistisch-leninistischer Prägung – „Eurokommunisten” oder Revisionisten sind für uns ja keine Kommunisten. Daher unterstützen wir nach besten Kräften die KKE und sorgen für die Verbreitung ihrer Position. Die Reaktion des Klassengegners erkennen wir bereits. Die DKP schmeißt sich an die KKE ran und ist bestrebt, den Platz des Partners der KKE in Deutschland für sich allein zu sichern. Dasselbe betreibt die DKP gegenüber der Belgischen Arbeiterpartei (PTB/PVDA). Zugleich ist die DKP Wahlhelfer und Steigbügelhalter der PDL. In der DKP gibt es noch wenige aufrechte Kommunisten, wie z.B. um die Zeitschrift „Theorie & Praxis“. Sonst haben Trotzkisten und Revisionisten das Sagen. Es gibt auch ähnlich der PDL innerhalb der DKP zersetzende Netzwerke wie „DKP queer”. Von einer kommunistischen Partei, erst recht nach den Prinzipien Lenins für die Partei neuen Typs, ist die DKP meilenweit entfernt. Von den einstigen Mitgliedern der Thälmannschen KPD ging nur eine Minderheit Ende der 1960er Jahre in die DKP. Leider existiert der politische Untergrund der einstigen Thälmannschen KPD in Deutschland nicht mehr in organisierter Form, so daß wir Kommunisten darauf nicht aufbauen können. Dennoch gibt es uns, auch in Deutschland, und muß eine Organisation dringend her! Dies wird nicht nur durch manche politischen Differenzen, sondern vor allem durch persönliche Antipathien sehr erschwert, was höchst bedauerlich ist und der Sache jedes Kommunisten schwer schadet.

5. Wen sollten wir denn nun wählen???
Nichtwählen hilft den faschistischen Parteien! Dies machte auch ich mir noch vor 20 Jahren zum Leitsatz und wählte PDS. Was sich schon damals mit meinem Gewissen und Wissen über Brie und Konsorten nicht vereinbaren ließ und schizophren war. Warum soll ich mich heute verbiegen? Die faschistische Gefahr ist bei den derzeit anstehenden Wahlen in Deutschland nicht akut vorhanden, vor 20 Jahren hatten wir hingegen eine Zeit faschistischer Pogrome! Kein sonderlicher Grund heutzutage, die bürgerlich-demokratischen Kräfte angesichts faschistischer Gefahr stärken zu müssen, denn die faschistischen Splitterparteien sind im Niedergang … wir unterschätzen sie nicht, bekämpfen sie wo immer möglich und beobachten ständig ihre Entwicklung und ihre Stärke als Machtfaktor. Optional läßt sich aus der Position des Nichtwählers (mangels wählbarer Partei!) bestens im Lager vor allem auch dieser Nichtwähler sammeln! Wen bitte soll ein seiner Klasseninteressen bewußter Arbeiter denn wählen? Den Finanzjongleur Steinbrück von der SPD bzw. dessen Vorgänger, den einstigen hochkarätigen Beamten und Geheimdienstkoordinator unter Schröder namens Steinmeier? Die aufgedunsenen skurril anmutenden Schwätzergestalten von der einstigen Sonnenblumenpartei? Den scheinheiligen Gysi, der zumindest mal eine Lehre als Rinderzüchter machte und ansonsten den Scharlatan in allen Talkshows abgibt? Bei der Merkel wissen die Leute zumindest, was sie zu erwarten haben, weshalb das Bundesengelchen sicherlich die Wahlen mit der Stimmenmehrheit der Abstimmenden gewinnen wird. Für Veränderung stehende fortschrittliche Kräfte stehen nicht zur Wahl. Und warum all die Schmarotzer wählen, die beim Sozialabbau noch über Merkel und ihr Team hinausgehen? Nichtwählen ist heutzutage eine gangbar gewordene Option für uns Kommunisten unter diesen Verhältnissen.

6. Ändern wir etwas durch Nichtwählen?
Wir vergrößern den Anteil der Nichtwähler. Dieser tendenziell zunehmende Nichtwähler-Anteil zeigt die Unfähigkeit der Bourgeoisie und ihrer Lakaien, das Volk an die bestehenden Verhältnisse zu binden. Immer mehr Menschen haben kein Vertrauen in diejenigen, die ihnen da als Kandidaten bei den Wahlen vorgesetzt werden. Die von einem Beamten aus dem Kriegsministerium gegründete und geführte Piratenpartei geriet zum absoluten Flop. Aber es ist damit zu rechnen, daß kurz vor der Wahl auch diese tote Hose wieder vom Scheiterhaufen der Geschichte geholt wird und mediale Aufmerksamkeit bekommt. Alles wird eingesetzt werden, um diese Wahlen durch die Beteiligung daran vor der Weltöffentlichkeit möglichst gut zu legitimieren. Unsere Aufgabe als Kommunisten besteht darin, die wahrheitsgemäßen absoluten Zahlen zu veröffentlichen und unter das Volk zu bringen. Dem Volk klarzumachen, daß es von einer absoluten Minderheit einer bestimmten Söldnergruppe des Kapitals politisch verwaltet wird. Wir müssen das Volk aufklären, daß Deutschland nicht mal eine Verfassung hat. Und wenn die stinkbürgerliche Schweiz in diesem Herbst eine Volksabstimmung zum Thema 1:12 – Begrenzung der Managergehälter per Gesetz (Firmenchefs und Manager dürfen nicht mehr als 12 mal soviel wie der schlecht bezahlteste Arbeiter in der Firma verdienen), dann ist dies doch immerhin Ausdruck bürgerlich-demokratischer Verhältnisse, wie es sie im kapitalistischen Deutschland seit 1933 nicht gegeben hat … und wo die PDL mal gerade bei der sehr leise vorgebrachten Forderung von 1:20 angelangt ist, hahaha! Dies ist dem Volk mitzuteilen. Und auch, daß kein deutscher Richter im Namen des Volkes überhaupt ein Urteil sprechen kann, wenn wir mal traditionell und international anerkannte Rechtsnormen zugrunden legen, wonach Recht im Namen des Volkes vom Volk per Volksabstimmung über zumindest eine Verfassung legitimiert sein muss. Was ja in Deutschland heute nicht der Fall ist. Auch wenn wir es zumindest in der DDR hatten, die aber leider zerschlagen wurde, was für uns und die Völker der Welt keinesfalls das Ende der Geschichte bedeutet.

7. Sind wir mit unserer Option zufrieden?
Keinesfalls. Lieber wäre uns die Stimmabgabe für eine Partei wie die KKE, allerdings mit Kandidaten in Deutschland. Weshalb wir daran arbeiten müssen, diese Option zu schaffen. Das tun wir hiermit.

Allerbeste kommunistische Grüße,
Jens

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von kommunisten-online.de

Anmerkung:
Friedrich Engels schrieb (1884):

Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende | 167 | Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. … | 168 | Und endlich herrscht die besitzende Klasse direkt mittelst des allgemeinen Stimmrechts. Solange die unterdrückte Klasse, also in unserm Fall das Proletariat, noch nicht reif ist zu seiner Selbstbefreiung, solange wird sie, der Mehrzahl nach, die bestehende Gesellschaftsordnung als die einzig mögliche erkennen und politisch der Schwanz der Kapitalistenklasse, ihr äußerster linker Flügel sein. In dem Maß aber, worin sie ihrer Selbstemanzipation entgegenreift, in dem Maß konstituiert sie sich als eigne Partei, wählt ihre eignen Vertreter, nicht die der Kapitalisten. Das allgemeine Stimmrecht ist so der Gradmesser der Reife der Arbeiterklasse. Mehr kann und wird es nie sein im heutigen Staat; aber das genügt auch. An dem Tage, wo das Thermometer des allgemeinen Stimmrechts den Siedepunkt bei den Arbeitern anzeigt, wissen sie sowohl wie die Kapitalisten, woran sie sind.

Friedrich Engels – „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats” in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke. Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1975, Bd. 21, S.152-173.

Bedarf es dazu weiterer Erklärungen? Ich glaube, nein. Solange das Proletariat, also die werktätigen Menschen, noch nicht reif sind für eine Veränderung der Gesellschaft, wird es eine solche auch nicht geben. Eine Wahl ist immer ein politischer Willensbildungsprozeß. Er legimtimiert die gewählten Vertreter im Namen ihrer Wähler verbindliche politische Entscheidungen zu treffen. Wenn aber, wie in der BRD, die „schweigende” Mehrheit des Volkes darauf verzichtet, an diesem Willensbildungsprozeß teilzunehmen (Wahlmüdigkeit, Wahlboykott), so liegt das vor allem an folgendem:
1. das Trommelfeuer liberaler und antikommunistischer Propaganda,
2. die ständige Verketzerung linker Kräfte und fortschrittlicher Ideen,
3. der Einsatz eines umfassenden Apparates der Meinungsbeeinflussung,
4. die Erziehungsinhalte in den Schulen,
5. die massive Einschüchterung fortschrittlicher Kräfte,
6. die versch. pseudolinken und trotzkistischen Organisationen,
7. das Überangebot an Informationen und Veranstaltungen und
8. nicht zuletzt die berufliche Überforderung der Werktätigen.
(Im übrigen sind nach Schätzugen etwa 80% aller Abgeordneten durch sog. Beraterverträge in die Wirtschaft eingebunden und vollziehen so deren Interessen.)

Siehe auch:
In Hessisch-Sibirien ist die Welt noch in Ordnung

USA-Waffen: Die Chemie des Todes

In einer brisanten und sehr ausführlichen Dokumentation schilderten 1987 die DDR-Militärwissenschaftler Ralf Stöhr und Harald Kießlich-Köcher die Entwicklung der Produktion chemischer Waffen. Mit einem Streifzug durch die Geschichte begründeten sie die Doppelbödigkeit und Verlogenheit von Moral und Recht in der Klassengesellschaft, erforschten den Ersteinsatz chemischer Waffen von deutscher Seite im 1.Weltkrieg und belegten schließlich die heute führende Rolle der USA beim Einsatz chemischer Waffen in aller Welt. Um so zynischer erscheint es, wenn ausgerechnet die aggressivsten Kreise des USA-Imperialismus immer wieder andere des Besitzes und Einsatzes chemischer Waffen beschuldigen, während in den USA-Versuchslabors und auf den Testgeländen immer neue Waffen ausprobiert, und in den Kampfstofflagern in der BRD und in anderen Ländern in aller Welt die gefährlichsten, tödlichen Waffen aufbewahrt werden. Diese Gefahr ist keineswegs gebannt, sie verschwand nur zeitweise aus unserem Blickfeld…

Die Führungsrolle der USA bei der chemischen Kriegsvorbereitung

In den Vereinigten Staaten konzentrierte sich die chemische Rüstungsindustrie nach dem zweiten Weltkrieg zunächst auf die Produktion von Sarin, das in Granaten und Bomben verfüllt wurde. Das Testgelände Dugway Proving Ground im Staate Utah wurde 1950 wiedereröffnet und erheblich erweitert.
Dugway KampfstofftestgeländeUS-amerikanisches Kampfstofftestgelände
Dugway Proving Ground /Utah

Weitere Testgelände für die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen waren Fort Clayton in der Panamakanalzone, Fort Greeley in Alaska und Camp Tuto auf Grönland. Da für die Sarinproduktion nicht genügend Vorprodukte zur Verfügung standen, wurde 1953 in Alabama ein neues Werk, das Muscle Shoals Development, errichtet, das die Belieferung des Rocky Mountain Arsenal bei Denver/Colorado übernahm. Dort wurde Sarin zu einem Preis von 3 Dollar je Kilogramm produziert. In den 50er Jahren stellte dieses Werk 15.000 bis 20.000 t Sarin her.

Chemische Waffen der USA im Koreakrieg

Der Aggressionskrieg gegen die KDVR war den USA willkommene Gelegenheit, chemische Kampfstoffe auszuprobieren. Aus diesem Krieg sind zahlreiche Fälle der Anwendung chemischer Kampfstoffe durch US-amerikanische Truppen bekannt geworden. Eine Dokumentation der Internationalen Vereinigung Demokratischer Juristen verzeichnete folgende Einsätze:
23. Februar 1951: 2 US-amerikanische Flugzeuge setzen chemische Kampfstoffe gegen nordkoreanische Stellungen am Han-Fluß südlich von Soul ein.
6. Mai 1951: 3 B-29 vergiften eine Fläche von 30 ha in der Stadt Nampo, nachdem zuvor 3 Angriffe mit Sprengbomben die Häuser zerstört hatten. Es gab 1379 Kampfstoffgeschädigte, von denen 480 starben.
6. Juli 1951: Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen das Dorf Poong Po Ri, südlich von Wonsan.
1. August 1951: Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen die Dörfer Yen Seng Ri und Won Chol Ri in der Provinz Hvanghe.
9. Januar 1952: In dem Bergdorf Hak Seng, nördlich von Wonsan, werden nach einem US-amerikanischen Bombenangriff 83 kampfstoffvergiftete Personen festgestellt.

USA: Der «humane Charakter» des chemischen Massenmords

Ende der 50er Jahre kam es in den USA zu einer neuen Kampagne der Propagierung des chemischen Krieges. Sie erhielt die Bezeichnung «Operation Blue Skies» und hatte die Aufgabe, den «humanen Charakter» des chemischen Krieges nachzuweisen. So wurde z.B. damit argumentiert, daß es bei der Eroberung der japanischen Insel Iwo-Jima nicht zu 6.000 Toten und 19.000 Verwundeten gekommen wäre, hätte man damals chemische Kampfstoffe eingesetzt. Das neue Schlagwort hieß psychotoxische bzw. – noch harmloser – psychoaktive Stoffe. Es handelte sich dabei um Substanzen, die für einige Zeit kampfunfähig machen sollten und deren Entwicklung mit dem LSD begann, das 1943 von dem Schweizer Chemiker Albert Hoffmann entdeckt worden war. Zur Veranschaulichung wurde ein Film gezeigt, in dem eine mit LSD vergiftete Katze Angst vor einer Maus hatte. Einer der Reklamesprüche des Pentagon lautete: «Der Mensch wird nun mit der Möglichkeit konfrontiert, den Tod aus dem Krieg zu verbannen.»

Der dubiose ‚Selbstmord‘ des Biochemikers Frank R. Olsen

Neben der Armee gab es für diese neuen Kampfstoffe noch einen weiteren Interessenten – den Geheimdienst CIA. In dem 1975 vorgelegten Bericht der Rockefeller-Kommission, die im Auftrag des USA-Präsidenten die Tätigkeit der CIA untersucht hatte, heißt es: «Ende der 40er Jahre begann die ClA, die Eigenschaften gewisser Drogen zu untersuchen, die das menschliche Verhalten ändern (wie z.B. das LSD), und zu überlegen, wie man sie für Spionagezwecke einsetzen könnte … Man plante auch, Drogen außerhalb der USA bei verschiedenen Operationen einzusetzen … 1953 wurde zum ersten Mal die Möglichkeit ins Auge gefaßt – und auch Interesse gezeigt –, Drogen, die das menschliche Verhalten verändern, an Menschen auszuprobieren. Zu diesem Zeitpunkt zog man auch in Erwägung, Angestellte der Agentur als Versuchskaninchen zu benutzen.» Es begann zunächst mit Versuchen an Freiwilligen. Im Jahre 1955 wurden auch Unfreiwillige einbezogen. Im Bericht wird ein Fall detailliert geschildert: «Der Mann hatte, bevor man ihm die Dosis LSD verabreichte, an einer Diskussion teilgenommen, in deren Verlauf das Prinzip, ähnliche chemische Substanzen an Nichtfreiwilligen auszuprobieren, gebilligt worden war. Erst zwanzig Minuten nach der Verabreichung teilte man dem Mann mit, er habe LSD erhalten. Er zeigte starke sekundäre Reaktionen und wurde, von einer Eskorte der CIA begleitet, nach New York gebracht, wo man ihn in psychiatrische Behandlung gab. Einige Tage später sprang er aus dem Fenster seines Zimmers im zehnten Stock und starb.» Es handelte sich dabei um den Biochemiker Frank R. Olson, der sich vertraglich verpflichtet hatte, an einem streng geheimen Projekt in Fort Detrick mitzuarbeiten. Seine Tat wurde als Selbstmord ausgegeben. Seine Familie erfuhr erst nach 22 Jahren die Wahrheit.

Tödliche Experimente in Krankenhäusern und Haftanstalten

Weitere Versuche fanden an Universitäten, in Krankenhäusern und in Haftanstalten statt, die meisten jedoch mit Soldaten in Edgewood/Maryland und Fort Bragg/North Carolina. Ein Arzt, der einige Zeit mit dem Edgewood Arsenal zusammengearbeitet hatte und dessen Aussage in den Bericht aufgenommen worden war, teilte mit, «daß diese Experimente über Jahre hindurch geführt wurden. Die amerikanische Armee verlor allmählich das Interesse an LSD und zog ihm andere Derivate vor, das BZ zum Beispiel, das sie für stärker und wirksamer hält.» Von 1967 – in diesem Jahr stellte die Armee die Versuche mit LSD ein – bis 1975 wurde das BZ an 2.100 bis 2.800 Soldaten erprobt.

Weiter heißt es in dem Bericht: «In den fünfziger und sechziger Jahren wurden in Fort Detrick etwa zehn chemische und bakteriologische Waffen von der amerikanischen Armee und den von ihr eingestellten Forschern entwickelt … Unter dem Kodewort ‚Projekt Naomi‘ begannen die CIA und die amerikanische Armee, alle Anwendungsmöglichkeiten dieser Waffen zu erforschen und die Herstellung anderer zu erwägen … 1970 befahl Präsident Richard Nixon, die Laboratorien in Fort Detrick zu schließen und das ganze Waffenlager an bakteriologischen und einige chemische Waffen zu vernichten. Die CIA folgte dieser Anordnung nicht.» Sie führte ihre Errungenschaften dem Senat vor und präsentierte verschiedene Apparate zur Anwendung von Giften. So wurde z.B. eine Neonröhre gezeigt, die beim Einschalten ein Gift als Aerosol freisetzt. Verschiedene Wurfpfeilsysteme waren entwickelt worden, die in Regenschirmen, Spazierstöcken oder Füller eingebaut waren. Außerdem wurden elektrische, völlig geräuschlose Pistolen vorgeführt. die vergiftete Pfeile, die sich beim Einschlagen ohne Spur auflösen, über Entfernungen von mehr als 100 m verschießen.

Die mehrfachen Mordversuche an Fidel Castro

Daß diese Waffen keineswegs nur für die Vorführung vor Senatoren bestimmt waren, offenbarte ein Bericht der Church-Kommission, die sich ebenfalls mit der Tätigkeit der CIA beschäftigte. Untersucht wurden unter anderem die Versuche der CIA, den kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro ZU vergiften. Ein Beamter der Abteilung Technische Dienste der CIA erinnert sich: «Man beabsichtigte, im Rundfunkstudio Castros eine Substanz mit ähnlicher Wirkung wie der des LSD ausströmen zu lassen. Dieser Plan wurde aber wieder fallengelassen, da die in Frage kommende Substanz nicht sehr sicher war. Zu gleicher Zeit hatte die Abteilung Technische Dienste eine Schachtel Zigarren mit einer Flüssigkeit präpariert, die eine vorübergehende Desorientierung hervorruft.» Im Bericht heißt es weiter: «Aus einer Notiz in den Unterlagen des Büros für Medizinische Dienste der Operationsabteilung erfahren wir, daß man einem Beamten eine Schachtel mit den Lieblingszigarren Castros übergeben hatte mit dem Auftrag, sie mit einem tödlichen Gift zu präparieren. daß so stark war, daß jeder, der eine dieser Zigarren in den Mund nahm, sterben würde. Am 7. Oktober (1960) teilte der Beamte mit, die Zigarren seien fertig; aus den Notizen der Abteilung Technische Dienste geht hervor, daß sie am 13. Februar 1961 einer nicht namentlich erwähnten Person weitergegeben wurden.»
Fidel Castro
Von der CIA als Opfer eines Giftmordes auserkoren:
Kubas Ministerpräsident Fidel Castro

Diese Versuche wurden in den folgenden Jahren fortgesetzt. Im Februar 1961 noch erhielt ein Mafia-Gangster von der CIA Pillen mit Botulinustoxin, um Fidel Castro zu ermorden. Im April 1962 gingen erneut 4 Giftpillen in Richtung Kuba. Anfang 1963 wurde ein Versuch mit einem pilzverseuchten Taucheranzug unternommen. Im November 1963 war der Einsatz eines Füllfederhalters mit vergiftetem Pfeil vorgesehen. All diese Versuche scheiterten ebenso an der Wachsamkeit der kubanischen Sicherheitsorgane wie die Absicht, die kubanischen Zuckerarbeiter zum Zeitpunkt der Zafra, der Zuckerrohrernte, mit chemischen Mitteln Arbeitsunfähig zu machen.

Tödliche Gifte in den Händen der CIA

Aber nicht nur der kubanische Regierungschef stand in der Mordkartei der CIA. Im Church-Bericht heißt es: «Anfang 1961 gab Bissel Harvey, der damals Chef der Abteilung ausländische Nachrichten der CIA war, den Auftrag, ein Mordpotential zu schaffen, das eine Untersuchung der verfügbaren Mittel beinhalten sollte, die es gab, um fremde Staatsmänner zu ermorden.» Einer seiner wissenschaftlichen Berater «gab an, Bissel habe sich an ihn gewandt, weil er alle Substanzen, über die die Laboratorien der CIA verfügen, kannte und weil Bissel glauben mußte, daß eine derartige Studie zu seinen Aufgaben als technischer Berater gehörte. Vorher hatte es schon eine interne Kommission der CIA gegeben, die Vorschläge zum operativen Gebrauch von Drogen oder chemischen und biologischen Mitteln unterbreitete.»

Die Armee hatte sich inzwischen dem Kampfstoff BZ zugewendet, der den Gegner kampfunfähig machen sollte. Im Jahre 1962 wurde für 2 Mill. Dollar im Pine Bluff Arsenal eine Anlage zur Herstellung von BZ gebaut. Dieser Stoff wurde dann im Dugway Proving Ground und auf einem Übungsplatz auf Hawaii getestet.

Nachdem die USA unter Nutzung britischer Unterlagen den neuen Kampfstoff VX entwickelt hatten, wurde er in kurzer Zeit in die Produktion überführt. Produktionsstätte war die für 13,5 Mill. Dollar erbaute Anlage in Newport/lndiana. Charakteristisches Merkmal dieses Betriebes waren ein 10stöckiger Turmbau, in dem 65 km Rohrleitungen für die Synthese von VX verlegt waren, und eine Gebäudegruppe, in der der Kampfstoff in Raketen, Granaten und andere Munition verfüllt wurde. Ein weiteres Werk, das neben Sarinmunition für den Werfer M-91 auch VX-Granaten und -Bomben zu fertigen begann, war das Rocky Mountain Arsenal in der Nähe von Denver/Colorado.

Ein qualvoller Tod durch Kampfstoffunfälle

Auf dem Dugway Proving Ground kam es bei der Erprobung eines Flugzeugabsprühgeräts mit VX zu einem Unfall, der Schlagzeilen machte. Am 13. März 1968 sprühte ein Jagdbombenflugzeug des Typs F-4 Kampfstoff über dem Testgelände ab. Wegen eines defekten Ventils verblieben etwa 10 kg VX im Behälter und strömten erst später aus, 30 km außerhalb des Testgeländes in der Nähe einer Kleinstadt. Ein günstiger Wind bewahrte die ahnungslosen Bürger der Stadt vor qualvollem Tod. Dafür kamen 6.400 Schafe um, die über eine große Fläche verteilt gewesen waren. Etwa 1 Jahr später, im Sommer 1969, lief auf dem USA- Stützpunkt Okinawa in Japan ein VX-Behälter aus. 24 Soldaten wurden schwer vergiftet. Dabei stellte sich heraus, daß die japanische Regierung nicht über die Lagerung chemischer Kampfstoffe in ihrem Lande informiert gewesen war. Am 22. Juli 1969 verlangte sie von der USA-Regierung den Abzug sämtlicher chemischer Kampfstoffe von japanischem Hoheitsgebiet. Daraufhin sahen sich die USA gezwungen, diese Kampfstoffvorräte auf Johnston Island im Pazifik zurückzunehmen.
Kampfstofflager Newport
VX-Kampfstofflager in Newport/Indiana

Zu weiteren Unfällen kam es im Army’s Arctic Test Center bei Fort Greeley/Alaska und im Rockv Mountain Arsenal. In zahlreichen Fällen traten Probleme bei der Lagerung älterer Kampfstoffmunition auf, da die Hüllen der Munition im Laufe der Zeit von Rost zerstört worden waren. Da die Vernichtung nach Ansicht maßgeblicher Stellen in den USA zu hohe Kosten verursachte, wurde gegen die Proteste zahlreicher USA-Bürger und der empörten WeItöffentlichkeit beschlossen, die Granaten in Betonblöcken einzulagern und im Meer 450 km vor der Küste von Florida zu versenken.

Ende der 60er Jahre verkündeten die USA mit großem Propagandaaufwand die Einschränkung der Produktion einiger Kampfstofftypen und die Stillegung mehrerer Werke. In Wirklichkeit wurden diese Werke jedoch konserviert und waren in der Lage, binnen kurzem die Produktion wiederaufzunehmen. Die Reduzierung der Produktion resultierte einmal daraus, daß bereits große Vorräte an chemischer Munition die Lager füllten, und zum anderen aus der Tatsache, daß sich eine neue Entwicklung auf dem Gebiet der chemischen Waffen abzuzeichnen begann – zu den binären chemischen Waffen.

Neue Chemiewaffen der USA

An dieser Art von Waffen arbeitete man in den USA schon seit Mitte der 50er Jahre. Damals verlangte die Marine nach chemischer Munition, die bei gegnerischen Treffern auf dem Schiff nicht die gesamte Besatzung gefährdete. Im Jahre 1962 wurde ein Sonderprogramm zur Entwicklung binärer chemischer Munition beschlossen, dem große Priorität eingeräumt wurde. Erst 1969 tauchten binäre chemische Waffen zum erstenmal in offenen Dokumenten auf. 4 Jahre später wurde der Bau des Binärwaffenwerkes in Pine Bluff/Arkansas verkündet. Es gab jedoch Schwierigkeiten mit dem USA-Kongreß, der es ablehnte, die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zustellen.
binary projectile
Darstellung des Binärgeschosses M 687E1

Bei binären chemischen Waffen wird die Munition mit 2 voneinander getrennten Komponenten gefüllt, von denen die eine flüs­ sig und die andere fest oder beide flüssig sind. Diese beiden Komponenten, jede für sich genommen relativ ungiftig, vermischen sich bei Raketen oder Granaten erst nach dem Abschuß und bei Bomben erst nach dem Abwurf und bilden dann die Kampfstoffe VX oder Sarin. Die entstehenden Kampfstoffe tragen die Bezeichnungen VX-2 und GB-2, entsprechen in ihrer Wir­ kung aber dem normalen VX bzw. Sarin.

Inzwischen wurden eine binäre chemische Granate für die 155-mm-Haubitze und eine binäre chemische Bombe mit der Bezeichnung «Bigeye» hergestellt. Eine entsprechende Granate für die 203,2-mm-Haubitze befindet sich in der Erprobung. Bei den Haubitzgranaten handelt es sich um Kaliber, die in nahezu allen NATO-Armeen, darunter auch bei der Bundeswehr, im Einsatz sind. Die Kosten für dieses «Modernisierungsprogramm» schätzte die «Washington Post» bereits am 28. April 1974 auf mindestens 1 bis 2 Mrd. Dollar.

Quelle:
Ralf Stöhr/Harald Kießlich-Köcher: Chemie des Todes, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1987, S.82-88

(Der Text ist in Kurzfassung hier schon mal vorhanden.)

(Das genannte Buch kann man hier nachlesen bzw. hier antiquarisch erwerben.)

Die Wahrheit und der erhabene Traum

J.W.DshugaschwiliJ.W. Dshugaschwili (1879-1953)

Стихотворение молодого И.В.Джугашвили

Ходил он от дома к дому,
Стучась у чужих дверей,
Со старым дубовым пандури,
С нехитрой песней своей.

А в песне его, а в песне,
Как солнечный блеск чиста,
Звучала великая правда,
Возвышенная мечта.

Сердца, превращённые в камень,
Заставить биться сумел,
У многих будил он разум,
Дремавший в глубокой тьме.

Но вместо величья славы
Люди его земли
Отверженному отраву
В чаше преподнесли.

Сказали ему: «Проклятый,
Пей, осуши до дна…
И песня твоя чужда нам,
И правда твоя не нужна»

— * * * —

Ein Gedicht des jungen J.W.Dschugaschwili

Er ging von Haus zu Hause,
An fremde Türen klopfend,
Mit seiner alten, eichenen Pandura*
Und einem schlichten Lied.

Und wie der Glanz der Sonne,
So klang in seinem Lied
Die klare, große Wahrheit,
Und der erhabne Traum –

Versteinerte Herzen bezwingend,
Und zu beleben sie erneut.
Bei vielen weckte er die Einsicht,
Die da schlummerte in tiefer Nacht.

Doch statt des höheren Ruhmes
Brachten die Menschen in seinem Lande
Dem Verstoßenen das Gift
In einer Schale dar.

«So trinke, Verfluchter», sie riefen
«Trink bis zum trockenen Grund.
Das Lied, das du singst, ist uns fremd
Und deine Wahrheit, die brauchen wir nicht.»

(1895)

*Pandura: ein dreisaitiges Streich- und Zupfinstrument

Quelle:
http://grachev62.narod.ru/stalin/t17/t17_001.htm

Übersetzung: K.Naum

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis
Philosophisches: Was ist Wahrheit?
Die junge Sowjetmacht und ihre Feinde

Antikommunistische Lektüre in hohen Auflagen

Man kann heute in jede beliebige Buchhandlung gehen, da findet man überwiegend seichte Unterhaltungslektüre. Im Fach Politik/Geschichte gibt es reihenweise Bücher voller Einseitigkeiten und Lügen – zum Beispiel über die DDR, über den 2.Weltkrieg, ruhmrediges Geschreibsel über irgendwelche bürgerlichen Politiker, sowie „Neuigkeiten“ und „Enthüllungen“ über Stalin, Lenin, Ulbricht oder andere kommunistische Persönlichkeiten. Man mag es schon nicht mehr hören. Und man muß sich danach die Hände waschen. Die Perspektive der Bourgeoisie ist verzerrt. Das ist auch nicht verwunderlich, geht es der herrschenden Ausbeuterklasse doch darum, die bestehenden Verhältnisse so lange wie nur möglich aufrechtzuerhalten. Und dazu ist jedes Mittel recht, wenn es nur ins eigne Weltbild paßt. Hier nun ein paar Beispiele:

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war es „Die Gartenlaube“, die einfache Leute lasen – von der Haushälterin bis zum Dienstboten. Später kamen Romanheftchen hinzu, Adelsgeschichtchen, dann die Landserheftchen und dergleichen. Billige, verdummende und wirklichkeitsfremde Geschichten, die man während einer Zugfahrt lesen und dann im Abteil liegenlassen konnte. Nach der schockierenden deutschen Niederlage im ersten Weltkrieg versuchte die Bourgeoisie dieses Erlebnis literarisch zu verarbeiten. Kriegsberichte und Memoiren, Sammelheftchen von Zigaretten und Kakaopackungen hielten Einzug in fast jedem Haushalt. Dann verlegte man sich auf Unterhaltungslektüre. Man rechnete mit der Neugier und der Sensationslust der Leserschaft. Die perfekte Ablenkung von der Wirklichkeit, vom Elend des Alltags im Kapitalismus. Das eigene Denken war dabei nicht erforderlich…
Die GartenlaubeHurrahZigarettenbildRomanheftKrimiheftLandserheftWarum eigentlich „antikommunistisch“?

Es ist ein Wesenszug der imperialistischen Ideologie und Politik, den Leser von den alltäglichen Sorgen abzulenken und ihn in eine Scheinwelt zu entführen. Spannung, Abenteuer und rührselige Geschichten eignen sich hervorragend dazu. Der Büchertisch ist voll von derartigem Dreck. Ljubow Pribytkowa schrieb: „Die wahren Bücher hat man aus den Bibliotheken hinausgeworfen, und andere wurden einfach verbrannt. Ihren Platz nimmt heute übersetzter und gedruckter westlicher Abfall ein, minderwertige Massenschmöker und Unterhaltungslektüre. Für die Jugend wurde es mit jedem Jahr schwieriger an wahrhafte Kultur zu gelangen und zur Wahrheit über Geschichte unseres Vaterlandes vorzudringen.“ [1] Der Antikommunismus besteht also nicht nur in der bloßen Ablehnung oder in der sachlichen Gegnerschaft zum Sozialismus bzw. Kommunismus, sondern er hat zum Ziel, die von Marx, Engels und Lenin begründete wissenschaftliche Weltanschauung mit allen Mitteln zu vernichten. Das äußert sich sowohl in einer Ablenkung von den wirklichen Verhältnissen, als auch in der plumpen oder eben raffinierten Verfälschung oder Verunglimpfung jeglichen revolutionären Gedankens und jeglicher fortschrittlicher proletarischer Bewegung. Das ist das Ziel. (P.S. Auch die antikommunistische Linkspartei trägt ihr Scherflein dazu bei, indem sie auf ihren neuesten Wahlplakaten hinter das Wort ‚Revolution‘ ein Fragezeichen setzt.) Fazit: „Der Antikommunismus ist kein einheitliches theoretisches System, sondern eine eklektische Mischung aller reaktionären Elemente der bürgerlichen Philosophie, Ethik, Ökonomie, Staatslehre, Geschichtsschreibung, Ästhetik und anderer Disziplinen.“[2]

Rührselige Kriegerverehrung

1932 erschien in Erinnerung an Hunderttausende in ersten Weltkrieg sinnlos gefallener Studenten das 30tausendste Exemplar des Büchleins „Langemarck“[3], ein rührend-tragisches ‚Vermächtnis‘, bestehend aus Dutzenden Briefen Gefallener. Ein Beispiel: Walter Gottwald, stud.theol, Berlin, gef.25. Juli 1915 schrieb: „Und gerade im Donner der Artillerie redet Gott so eine fürchterlich ernste Sprache von der absoluten Nichtigkeit des Menschen, der nur in sich selbst den Halt seiner Persönlichkeit sucht. Man muß ihn nur heraus-hören.“ (S.48), oder: Kurt Peterson, stud.phil., Berlin, gef. 3. Aug. 1915 schrieb: „O fürchterliche Minuten. Man fürchtet den Tod und könnte in solchen Stunden den Tod herbeisehnen aus Entsetzen vor dieser Art des Todes.“ Und zwei Tage später schrieb er: „Man glaubt nie wieder das Lachen erlernen zu können, nachdem man derartiges durchgemacht hat.“ (S.52f.) Ein dreiviertel Jahr später war Peterson tot. …Was ist das anderes als Kriegspropaganda, was ist das anderes als die Vorbereitung auf einen neuen Krieg. Eine Methode, die heute ihre Fortsetzung findet in der ‚Heldenverehrung‘ durch die massenhafte Erneuerung deutscher Kriegsgräber, durch die massenhafte Verbreitung kriegerischer Videospiele und Bücher. Je höher die Auflage, desto billiger das einzelne Exemplar. Und je einfacher gestrickt, desto besser. Der ‚Krieger‘ hat eben mehrere Leben, da kommt es auf eines nicht mehr so an.

Bürgerliches Kampfziel: Vernichtung des Marxismus!

1950 wurde in der Schweiz ein Taschenbuch verlegt mit dem langweiligen Titel: „Der Marxismus“[4]. Der Verkauf muß wohl sehr schleppend vor sich gegangen sein. Immerhin kam nach dreizehn Jahren bereits die vierte Auflage heraus. Doch trotz lobender Kritiken in bürgerlichen Zeitungen schien die Masche nicht zu ziehen. Das Machwerk war offenbar ‚zu theoretisch‘. Und – es war verleumderisch. Da schreibt der Autor beispielsweise: „Zu Lenins Prinzipien gehörte die absolute Ablehnung der Moral in der Politik. Im Dienste der komunistischen Ziele ist alles erlaubt. Allgemeinmenschliches gibt es nicht, es gibt nur Klassenmäßiges, Politisches…“(S.146). Einfach lächerlich! Wer wirklich etwas vom Marxismus wissen will, der begnügt sich nicht mit derart zweitklassigen Erklärungen und Textauslegungen, sondern liest lieber im Original.

Doch dann versuchte es man mit anderen Mitteln. 1964 erschien in sehr hohen Auflagen und in mehreren Sprachen ein Buch eines gewissen Klaus Mehnert mit dem Titel „Der Sowjetmensch“[5]. Sehr detailliert, sehr kenntnisreich und doch – eine antikommunistische Hetzschrift. Man merkt das an solchen Passagen wie: „Lenin freilich und die Seinen hielten von diesem individuellen Terror wenig; sie gingen aufs Ganze, und ihre Opfer zählten nach Millionen.“ (S.360) oder „Die stärkste Belastung des deutsch-sowjetischen Verhältnisses ist uns allen gegenwärtig: sie heißt Pankow“ (S.430) – gemeint ist damit die Partei- und Staatsführung der DDR unter Walter Ulbricht, die ihren Sitz in Berlin-Pankow hatte. Der Autor sieht nur, was er sehen will, und jeder der es liest, hat das Gefühl soeben auch dabeigewesen zu sein. Hinzu kommt, daß das Buch in einer Zeit entstand, als man in in der Sowjetunion mit dem Marxismus-Leninismus von offizieller Seite aus nicht mehr allzu genau nahm. Es war die Zeit des Chruschtschowschen Revisionismus. Eine bessere Unterstützung von Seiten der Revisionisten des Marxismus/Leninismus hätte sich der Autor gar nicht wünschen können.

Und wieder eine Neuauflage der altbekannten Lügen

Diesmal etwas raffinierter gemacht. 1977 wurde im Rohwohlt Taschenbuch Verlag als „Einführung und Argumentationshilfe“ das handliche Buch „Marxismus für Manager“ [6] gedruckt. Ein ‚wissenschaftlich‘ aufgemachtes Buch, das gewissermaßen als Neuauflage eines bereits zuvor erschienenes Machwerks (s.o.) nun endlich den Marxismus widerlegen sollte. Ein recht sinnloses Unterfangen. Es lohnt sich hier im einzelnen nicht, auf die Auslassungen des Verfassers einzugehen, da seine ‚Interpretationen‘ des Marxismus nur selten die Schwelle der Normalintelligenz eines Zehntklässlers übersteigen. Mit einer Fülle von ‚Einwänden‘, die ebenso falsch sind, wie die zuvor aufgestellten ‚Thesen‘, versucht der Autor Marx, Engels und Lenin zu widerlegen. Ein Beispiel: „Immer dann wenn versucht wurde, die Theorie Marxens in die Praxis zu übersetzen, und sie will in die Praxis übersetzt sein, will doch die Welt humanisieren, war das Ergebnis ein Abfall von der Theorie. Die Marxsche Theorie, defizient realisiert, führt doch zu unglaublichen Eruptionen der Inhumanität. Also scheint die Theorie kaum realisierbar, oder aber ihre Realisation führt zu inhumaner Praxis.“ (S.20) Eine Behauptung, die durch nichts bewiesen ist, oder sich auf andere, ebenso lügenhafte Behauptungen stützt.

Die antikommunistische Propaganda bedient sich dabei mit Vorliebe revisionistischer und sozialdemokratischer Theorien (vom „freiheitlichen“, „demokratischen“, „menschlichen“ Sozialismus u.a.). … Die Formen des Antikommunismus ändern sich, aber sein konterrevolutionäres Wesen bleibt unverändert. [7]

Quelle:
[1] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1967, S.39.
[2] Ljubow Pribytkowa: Sieben Millionen für einen Fälscher…
[3] Die kleine Bücherei: Langemarck. Ein Vermächtnis, München 1932.
[4] Walter Theimer: Der Marxismus, Francke Verlag Bern und München, 1963.
[5] Klaus Mehnert: Der Sowjetmensch, Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, 1964.
[6] Rupert Lay: Marxismus für Manager, Rohwohlt Verlag, 1977.
[7] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1973, S.44.

Siehe auch:
Mr. Kerry und das Recht auf Dummheit
Mißbrauch der Gefühle
…unterschwellige Beeinflussung
Gab es einen Sozialismus in der DDR?

Die Wurzeln des Übels

privatIm gebildeten Bürgertum gibt es gar viele, recht unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die künftige Gesellschaft einmal aussehen sollte, was sich ändern müßte und wo man ganz und gar nicht hinkommen will. Am besten natürlich im Rahmen der bestehenden Gesetze. Beibehalten werden sollte unbedingt die deutsche Gemütlichkeit, jedenfalls für diejenigen, die sie heute schon haben. Denn wir haben ja mit der ’sozialen Marktwirtschaft‘ das beste Wirtschaftssytem der Welt. Wirklich??? Nein, denn die rauhe Wirklichkeit sieht anders aus. Der Kapitalismus ist am Ende, sein Sterben zögert sich nur noch etwas hinaus, da die Palliativmedizin ja doch sehr weit entwickelt ist. Reden wir hier einmal über die Ursachen der sozialen Misere. Reden wir darüber, was wirklich in unserer Gesellschaft geschieht! Und danach reden wir über die Zukunft…

weiterlesen

Woher kommt der deutsche Opportunismus?

irgendwo…irgendwo in Deutschland

Wieder einmal stehen in der BRD Wahlen bevor. Um es kurz zu machen: auch wenn die Wahllosungen noch so griffig sind und überzeugend scheinen, keine einzige von all den bürgerlichen Parteien vertritt die Interessen des Proletariats*. Keine einzige ist bereit, dafür an den Grundfesten der Ausbeuterordnung zu rütteln. Weder die CDU, noch die SPD, FDP, die Linke oder die Grünen sind dafür geeignet! Wir sehen zwar, daß der Kapitalismus als alte, überlebte Gesellschaftsordnung abgewirtschaftet hat und zu keinerlei menschen-würdigen Lösungen mehr imstande ist, wir sehen, daß die Verbrechen der Imperialisten auf der Welt rapide zunehmen, doch wir wundern uns darüber, daß die deutsche Arbeiterklasse so wenig revolutionär ist, daß sie so gespalten ist und daß sie ein so schwach entwickeltes Klassenbewußtsein besitzt. Und dabei ist es doch aus historischer Sicht sehr leicht erklärlich, wie es dazu kam.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es den Opportunismus (die prinzipienlose Anpassung an die herrschende kapitalistische Ordnung) und den Reformismus (nach dem Motto: Besser Leben im Kapitalismus!). Mit dem aufkommenden Imperialismus begannen die Kapitalisten, eine Arbeiteraristokratie heranzuzüchten, die sich aufgrund ihres relativen Wohlstandes mit dem Kapitalismus ausgesöhnt hatte, desweiteren predigten Verräter der Arbeiterklasse unter Preisgabe der marxistischen Lehre einen Weg des friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus. In der damaligen Sowjetunion hingegen verlief die Sache wesentlich anders. Dort hatte man mit Erfolg damit begonnen, den Zarismus zu beseitigen und die kapitalistische Ordnung abzuschaffen. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution wurde zu einem Fanal für die gesamte Menschheit. Die Partei der Bolschewiki führte einen unversöhnlichen Kampf gegen die Opportunisten und Reformisten. Und der ist auch notwendig, wenn sich die gesellschaftlichen Verhältnisse eines Tages wieder zugunsten der arbeitenden Menschen ändern sollen.

Das Eindringen opportunistischer und imperialistischer Ideen in die Arbeiterbewegung

a) Handwerker werden zu Proletariern
Immer größere Massen selbständiger Handwerker wurden zu Lohnarbeitern; ihre kleinen Werkstätten unterlagen im Konkurrenzkampf kapitalistischen Unternehmen. Ein Meister oder Geselle nach dem anderen mußte in die Fabrik gehen. Ähnlich erging es manchem kleinen Ladeninhaber, der sich gegenüber den großen Handelsfirmen nicht behaupten konnte und ruiniert wurde. Massenweise wurden Angehörige des Mittelstandes zu Proletariern. Diese neuen Arbeiter sahen nicht, daß ihr wirtschaftlicher Ruin eine Folge der kapitalistischen Entwicklung war. Sie wollten daher auch nicht die kapitalistische Gesellschaftsordnung beseitigen, sondern sie forderten nur Reformen, um ihre augenblickliche Lage zu verbessern. Das nutzten die Kapitalisten aus, um mit ihrer Hilfe einen Teil der Arbeiter irrezuführen und für sich zu gewinnen. Das Anwachsen der Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften und Genossenschaften wirkte auch auf bürgerliche und kleinbürgerliche Intellektuelle anziehend. Sie erstrebten und erhielten eine sichere Existenz in der Arbeiterbewegung als Redakteure, Abgeordnete, Sekretäre usw. Ihre bürgerliche Weltanschauung legten nur wenige von ihnen restlos ab. Sie wurden gleichfalls Stützen des Reformismus.

b) Ablehnung der sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats
Das Eindringen kleinbürgerlicher Elemente, die so leicht durch die kapitalistische Denkweise zu beeinflussen waren, führte dazu, daß in der Sozialdemokratischen Partei eine opportunistische Richtung entstand, die besonders stark in . den Parlamentsfraktionen des Reiches, der Länder und Gemeinden war. Man nennt sie opportunistisch, weil sie um kleiner Alltagserfolge willen auf die Durchsetzung der großen revolutionären Befreiungsideen der Arbeiterklasse verzichtete und sie damit verriet. Die Opportunisten bestimmten immer mehr die Politik der Sozialdemokratischen Partei. Ihr Führer, Eduard Bernstein, forderte in den neunziger Jahren eine umfassende Überprüfung und Abänderung (Revision) der Lehren von Marx und Engels. Die Revisionisten lehrten, daß es den Arbeitern schon im Kapitalismus allmählich immer besser gehen würde, wenn von einer Wahl zur anderen die sozialdemokratischen Stimmen zunähmen, wurden die Arbeiter bald die Mehrheit erreichen, und man würde auf diesem Wege friedlich in den Sozialismus hineinwachsen. Eine sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats seien nicht nötig. Es genüge, im Rahmen des bestehenden kapitalistischen Staates Reformen durchzusetzen. Ähnliche Ansichten entstanden auch in den Arbeiterparteien anderer Länder. Das war eine ernste Gefahr sowohl für die deutsche als auch für die internationale Arbeiterbewegung. Auf den Parteitagen der SPD wies August Bebel mit Unterstützung der großen Mehrheit der Mitglieder die Forderung auf Revision der Marxschen Lehre scharf zurück. Aber in der Praxis setzte sich die Politik der Anhänger Bernsteins immer mehr durch. Diese bereits unter dem Sozialistengesetz einsetzende und nach 1890 offen auftretende opportunistische Beeinflussung der Arbeiterbewegung erhielt ihren besonderen Auftrieb im Imperialismus.

Entstehung einer Arbeiteraristokratie

Die Kapitalisten benutzten einen Teil ihrer hohen Monopolgewinne, um eine kleine Gruppe ihrer Arbeiter besserzustellen und damit über die anderen Mitglieder der Belegschaften hinauszuheben. Diese erhielten höhere Löhne als die Masse der Arbeiter. In manchen Fällen gewährte ihnen der Unternehmer Werkwohnungen oder einen unbedeutenden Anteil am Gewinn des Betriebes. Damit wollte man eine kleine Schicht schaffen, die mit der Erhaltung des Kapitalismus einverstanden war. Man bezeichnet diese Schicht als Arbeiteraristokratie. Die Unternehmer wandten die Methode der Bestechung an, um einen Keil in die Arbeitermassen zu treiben. Die Arbeiteraristokratie wurde zu einem ausgesprochenen Träger imperialistischer Gedankengänge. So kauften die englischen Imperialisten mit Hilfe ihrer Kolonialgewinne eine große Anzahl von Arbeiterfunktionären und machten sie zu festen Stützen ihrer imperialistischen Politik im Innern und nach außen, worauf bereits Engels in seinen Briefen an Karl Marx aufmerksam gemacht hat.

Drei Richtungen in der SPD

In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entstanden mit der Entwicklung des Imperialismus drei Richtungen:
1. Die „Rechten“, die jede Revolution ablehnten; mit ihrem starken Anhang von Partei-und Gewerkschaftsangestellten;
2. die zahlenmäßig schwachen „Linken“ um Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Franz Mehring, Clara Zetkin und Wilhelm Pieck. Sie kämpften entschlossen für die konsequente Anwendung des Marxismus auf allen Gebieten und für seine Reinhaltung von jedem Opportunismus;
3. die Zentristen, die beide Richtungen versöhnen wollten, dabei aber in Wirklichkeit den Opportunisten die Durchführung ihrer Politik ermöglichten.
Bebel setzte sich für die Reinhaltung der marxistischen Lehre ein, wollte aber die Einheit der Partei um jeden Preis erhalten und vermied es, mit den Opportunisten zu brechen. Selbst die Linken wichen vor diesem Schritt zurück. Die Opportunisten blieben in der Partei. Zwar war die Mehrzahl der Arbeiter und vor allem der Arbeiterjugend nicht mit ihrer Haltung einverstanden, aber die Zahl der „Rechten“ nahm unter den Partei- und Gewerkschafts-führern weiterhin zu. Sie werden als rechte sozialdemokratische Führer bezeichnet. Sie dienen den Interessen der Monopolkapitalisten.

Der Kampf der Bolschewiki gegen die Opportunisten

Im Gegensatz zur deutschen Sozialdemokratie hatte die Partei der Bolschewiki die organisatorische Trennung von den Opportunisten durchgeführt. vertrat eine klare, marxistisch-revolutionäre Politik. Ihre Führer, Lenin Stalin, kritisierten scharf die Opportunisten in Rußland und den rechten Flügel in der deutschen Partei und in der II. Internationale. Sie vertraten die Meinung, daß die Rechten aus der sozialistischen Arbeiterbewegung geschlossen werden müßten. Damit zeigten sie auch der deutschen Arbeiterklasse den richtigen Weg. Er wurde aber nicht beschritten. Die deutsche Sozialdemokratie war die zahlenmäßig stärkste Partei in der II. Internationale Ihre rechten Führer sahen in nationalistischer Überheblichkeit mit Geringschätzung auf die Partei der Bolschewiki herab. Sie unterdrückten auch in der sozialdemokratischen Presse die Stellungnahme der Bolschewiki zu den Grundsätzen des Marxismus. Die Partei der Bolschewiki forderte auf allen internationalen Kongressen einen unversöhnlichen Kampf gegen den Kapitalismus und gegen seine Anhänger und Verteidiger in der Arbeiterklasse, nämlich gegen Opportunisten und Zentristen. Sie verlangten schärfsten Kampf gegen die imperialistischen Kriegstreiber.

Zusammenfassung:
Unausgesetzt strömten kleinbürgerliche Elemente in die Arbeiterklasse und auch in die Sozialdemokratie. Sie verlangten Flickreformen anstatt des konsequenten Kampfes gegen die kapitalistische Ausbeutung. In der Sozialdemokratie entstand eine opportunistische Richtung. Verräter an der Sache der Arbeiterklasse verlangten eine Abänderung, in Wirklichkeit die Preisgabe der marxistischen Lehre. Sie predigten das friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus; sie verwarfen die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats. Die Kapitalisten züchteten systematisch eine Arbeiteraristokratie, eine Minderheit von Arbeitern, die durch materielle Besserstellung mit dem Kapitalismus ausgesöhnt wurden. In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entstanden drei Richtungen: die Rechten, die Zentristen und der von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wilhelm Pieck geführte linke Flügel. Es kam nicht wie in Rußland zu einem klaren Bruch mit den Opportunisten. Die Partei der Bolschewiki führte einen unversöhnlichen Kampf gegen den Opportunismus und zeigte damit der deutschen Arbeiterbewegung den richtigen Weg. Zum Nachteil für die deutschen Arbeiter wurde er nicht beschritten.

Quelle:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht, 7.Schuljahr, Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.322-324

*Anmerkung:
Zum Proletariat gehören alle diejenigen Lohnarbeiter, die – weil sie kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzen – gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt dadurch zu bestreiten, indem sie ihre Arbeitskraft an die Kapitalistenklasse verkaufen, wobei sie für diese Klasse die Existenzmittel und den Reichtum schaffen, und so – unabhängig von der Höhe ihres Lohnes – ausgebeutet werden. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Lohnempfängern. Kleine und mittlere Unternehmer, sowie deren mithelfende Ehefrauen, arbeiten indessen für den Profit und den Erhalt der eigenen Firma. Sie zählen nicht zu den Lohnempfängern. Der unversöhnliche Interessengegensatz zwischen dem Proletariat und der Kapitalistenklasse ist die Grundlage des Klassenkampfes. Darin besteht der unlösbare Hauptwiderspruch des Kapitalismus, es ist der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privatkapitalistischer Aneigung.

Siehe auch:
Was versteht man unter Ausbeutung?
Wer gehört eigentlich zur Arbeiterklasse?
Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?
Laßt uns den Marxismus verteidigen!

Sieben Millionen für einen Fälscher…

Viele werden es kennen: „Der Hase im Rausch” – ein beliebtes und gern rezitiertes Gedicht von Sergej Michalkow. Wußte Eberhard Esche nicht, als er diese Strophen vortrug, wer der Autor war? Wußte er nicht, daß der Verfasser ein ebenso witziger, wie wendiger und anpassungsfähiger Poet war, der auf Wunsch seiner jeweils neuen Herren die Nationalhymne dreimal umgedichtet hatte: erst ein untertänigstes Lob auf Stalin, dann ‚Stalin raus und Chruschtschow rein‘, schließlich ein Hoch auf die russische Nation und dafür einen Orden aus der Hand des Oligarchen Putin. Seine adlige Natur machte es ihm möglich. Nicht weit vom Stamme fiel der Apfel: auch der künstlerische Sohn wußte, was er den Oligarchen schuldig ist…

Ljubow Pribytkowa

WARUM DER RUSSISCHE REGISSEUR NIKITA MICHALKOW
DIE LEIBEIGENSCHAFT SO IN DEN HIMMEL HEBT…

Im Juli 2013 teilte der bekannte russische Schauspieler und Regisseur Nikita Michalkow seinen Lesern hocherfreut mit, daß die russische Regierung seinem geplanten Historienfilm über die Leibeigenschaft in Rußland einen Zuschuß von 300 Millionen Rubeln (fast sieben Millonen Euro) gewährt hat. „Die Bolschewiki haben eine furchtbare Sache gemacht“, sagte er, „sie haben unser kulturelles Erbe aus dem Bewußtsein des Volkes gelöscht, die Erinnerung an alles Gute und Helle, das es im russischen Volk gab, einschließlich der Erinnerung an die Leibeigenschaft. Es ist unsere Aufgabe, die historische Wahrheit wiederherzustellen.”

Und den Begriffsstutzigen erklärt er: „Was war eigentlich Leibeigenschaft? Leibeigenschaft – das ist dokumentierter Patriotismus. Der Mensch war mit Mütterchen Heimat nicht nur durch sein Pflichtgefühl, sondern auch dokumentarisch verbunden. Die Leibeigenschaft ist eine Volksweisheit, es sind vierhundert Jahre unserer Geschichte. Und wenn mir jetzt jemand vorschlägt, diese 400 Jahre aus unserer Geschichte zu streichen, so ich sage, Brüder, denkt ihr etwa, daß unsere Vorfahren Dummköpfe waren?”
Leibeigenschaft
Michalkow träumt davon, im Film zu zeigen, welche „wertvollste“ Eigenschaft es in der Geisteswelt der russischen Bauern war: seine Liebe „zur festen Hand”. „Seit dem Abtritt der Bolschewiki denkt man in Rußland jetzt, daß die Leibeigenschaft so etwas ähnliches war wie die nordamerikanische Sklaverei. Aber es war durchaus nicht die Beziehung eines Sklaven zu seinem Gutsherrn, sondern vielmehr die eines Sohnes zu seinem Vater. Viele Bauern wollten keine ‚Freiheit‘. Ja, manchmal prügelte der Gutsbesitzer den Bauern; wie auch ein Vater sein ungehorsames Kind prügelt.“

Ist Michalkow nur ein armer Irrer?

Über das Gelesene sprach ich mit einem bekannten Irkutsker Kunstwissenschaftler. Erstaunt bemerkte er: „Na, bei dem Nikita ist wohl einfach das Dach weggeflogen.“ Damit war ich nicht einverstanden. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß bei Michalkow in Zusammenhang mit seiner umfangreichen gesellschaftlichen Tätigkeit (er ist Leiter irgendeines Bündnisses und Vorsitzender irgendwelcher Fonds, Mitglied irgendeines Präsidiums und sogar der Präsident von irgendsoeinem Gremium usw.) und im Zusammenhang mit seinen regelmäßigen Streitereien im Verband der Filmschaffenden irgendwelche psychischen Anomalien begonnen haben. Und es ist auch kaum anzunehmen, daß er über die Geschichte unseres Vaterlandes in der Schule nichts gelernt hat, und daß er im vorgerückten Alter unsere gesamte klassische Literatur vergessen hat… Unwissenheit kann man ihm nicht vorwerfen. Er erinnert sich an alles. Er weiß alles.
Sklaverei in Rußland
Gab es im vorrevolutionären Rußland Sklaverei? – Ja, es gab sie!

Und am besten weiß er natürlich darüber Bescheid, daß die wahrheitsgemäße Interpretation der realen Geschichte unseres Landes heute nicht gerade in Mode ist. Auch weil man mit einer forcierten Fälschung der historischen Tatsachen angefangen hat. Und auch, weil man aus den Schulprogrammen die Werke der Klassiker der Literatur hinausgeworfen hat. Heute werden sie nicht mehr verehrt, jene bedeutenden Persönlichkeiten der russischen Kultur, die russischen Schriftsteller Radischtschew, Gribojedow und Ostrowski, Lermontow und Turgenew, Herzen und Tschernyschewski, Belinski und Dobroljubow. Im Kino, auf den Theaterbühnen und im Fernsehen sind Werke des kritischen und sozialistischen Realismus nur noch äußerst selten zu sehen.

Und Michalkow, der von Kindheit an im Lichte der Autorität seines berühmten Vaters glänzte, der selber von der Sowjetmacht verwöhnt wurde, kann sich vom Ruhm des bekannten Schauspielers, des produktiven Regisseurs, einer an die Macht gelangten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens nicht lösen oder aus seiner Haut klettern, wenn er seinen Status quo nicht verlieren will. Er hat sehr gut begriffen, was man jetzt von ihm verlangt. Und er ist zu vielem bereit, um die neuen Herren des Lebens zufriedenzustellen. Er braute einen lästerlichen Film nach dem anderen über den Großen Vaterländischen Krieg zusammen, und nun kriecht er mit seinen schmutzigen Gedanken in die Geschichte unseres Vaterlandes hinein. Er hat seine vorhandene Begabung wunschgemäß einer speichelleckerischen Leidenschaft untergeordnet und wurde, wie ein kluger Mensch sagte, zum keineswegs unbekannten „Flaggschiff der Entsowjetisierung“.

Die Bourgeoisie und ihre intellektuellen Lakaien

Die heutigen Schüler und Studenten lernen schon nach Lehrbüchern, in denen die echten historischen Tatsachen verzerrt dargestellt und die realen Ereignisse verfälscht und gefälscht wurden. Meinungsfreiheit besitzen jetzt die Dunkelmänner der Russisch-Orthodoxen Kirche und solche Typen mit einer Pseudokultur wie Michalkow und Schwydki, Swanidse, Weller und Hunderte ihnen ähnlicher Leute. Sie sind bezahlte Agenten der Bourgeoisie. Man hat sie gemietet, um junge menschliche Seelen zu verbilden. Die wahren Bücher hat man aus den Bibliotheken hinausgeworfen, und andere wurden einfach verbrannt. Ihren Platz nimmt heute übersetzter und gedruckter westlicher Abfall ein, minderwertige Massenschmöker und Unterhaltungslektüre. Für die Jugend wurde es mit jedem Jahr schwieriger an wahrhafte Kultur zu gelangen und zur Wahrheit über Geschichte unseres Vaterlandes vorzudringen.
Russische ArbeitssklavenWolgatreidler
Rußland um 1870: leibeigene Arbeitssklaven an der Wolga

Doch es wird der Bourgeoisie und ihren intellektuellen Dienern wohl kaum gelingen, die Wahrheit durch die Lüge zu töten. Selbst unter den Bedingungen der grausamsten Reaktion, der staatlichen Verfolgung von Atheismus und marxistischer Weltanschauung, selbst bei Bildung eines superperfekten Systems der totalen Bespitzelung und Massenspionage, werden sich in der menschlichen Gesellschaft immer wieder Menschen finden, für die der Kampf für die Wahrheit höher steht als das Wohlwollen ihrer Herren. Und die Wahrheit ist doch folgende: Die vierhundertjährige Existenz der Leibeigenschaft in Rußland gehört zu den schwärzesten Kapiteln der russischen Geschichte.

Leibeigenschaft in Rußland: Es herrschte finsterste Sklaverei

Nicht zufällig schrieb der bedeutende russische Dichter Michail Lermontow 1841, als er sich in den Kaukasus begab: „Lebe wohl, du schmutziges Rußland – Land der Sklaven und der Herren…” Und viel früher, im Jahre 1790, schrieb der hervorragende russische Schriftsteller Alexander Radischtschew das unsterbliche Buch „Eine Reise von St. Petersburg nach Moskau“, das er anonym verlegte. Darin berichtete er als erster über das schwere Leben und die Rechtlosigkeit der Leibeigenen, über die Willkür und das politische Joch der in Rußland herrschenden Gutsbesitzer. „Ich blickte umher“, schrieb er, „und meine Seele war bedrückt von all dem menschlichen Leid.“ Ringsumher herrschte finsterste Sklaverei. Das war das Wesen der adeligen, auf der Leibeigenschaft beruhenden, zaristischen Monarchie. Die Mehrheit der Bauern war versklavt. Und dieses öffentliche Übel – die adelige Selbstherrschaft und die Leibeigenschaft – konnten erst durch die Volksrevolution ausgerottet werden. Der Thron mußte erst zerstört, und die Zaren hingerichtet werden.

Bitterer Frondienst unter zaristischer Herrschaft

Nachdem die zu dieser Zeit herrschende Zarin Katharina das Buch Radischtschews gelesen hatte, war sie empört. Eigenhändig bereitete sie die Anklage vor. Und ohne Zögern verurteilte die Strafkammer des Petersburger Gerichtes den Schriftsteller zum Tode. Man rief: „Hinrichten … den Kopf ab!” Aber die Zarin galt in Europa als „gebildete Herrscherin”, und so ließ sie sich zur Begnadigung herab, „schlug ihn in Ketten und verwies ihn zur Zwangsarbeit nach Nertschinsk“.

1902 erschien dann, zuerst in London und später auch in Rußland, von Pjotr Kropotkin das bemerkenswerte Buch „Aufzeichnungen eines Revolutionärs“. Aufgewachsen in der Familie eines Großgrundbesitzers, beschrieb er mit enzyklopädischer Wahrheitstreue das Leben des russischen Adels und die Leibeigenschaft der Bauern. Bei der Leibeigenschaft besaß der Gutsbesitzer den Boden, und die darauf wohnenden Bauern waren faktisch vom Gutsbesitzer abhängig. Es herrschte Frondienst – kostenlose Zwangsarbeit in der Wirtschaft der Gutsherrn an einigen Wochentagen. Der Gutsbesitzer war berechtigt, die Bauern zu verkaufen, zu kaufen und einzutauschen.
Moskauer NachrichtenLeibeigene zu verkaufen
Moskau um 1800: „drei Mädchen zu verkaufen“ – „Witwe, 33 Jahre, zu verkaufen“

Kaum eine Ausgabe der Moskauer „Wedomosti“ erschien, ohne daß nicht Anzeigen veröffentlicht wurden wie: „Zwei Knechte zu verkaufen, von den einer ein Hundeknecht, der andere ein Musikant ist” oder „Weber zu verkaufen, 35 Jahr alt, mit Frau und Tochter, sowie ein tüchtiger Hengst, 6 Jahr alt“. Der Gutsbesitzer konnte die ihm zwangsweise untertanen Bauern gegen ein Paar Windhundwelpen eintauschen. In einem der Museen Moskaus, wird das Gemälde eines der bekanntesten Maler um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20.Jahrhundert, von N.A. Kassatkin, aufbewahrt. Es trägt den Titel „Eine in Ungnade gefallene leibeigene Schauspielerin nährt an ihrer Brust die herrschaftlichen Welpen”. Beim Blick auf diese Leinwand füllt sich die Seele mit Haß auf die Unterdrücker.

Spießrutenlauf – eine furchtbare Strafe

Unter Katharina II. verschärfte sich das Joch der Leibeigenschaft. Es war sogar verboten, gegen den Fronherren Klage zu erheben. Der Gutsbesitzer konnte nach eigenem Ermessen heiraten und verkuppeln, für das geringste Vergehen mit Ruten auspeitschen lassen und zu den Soldaten geben, wen immer er wollte. Kropotkin schreibt: „Der Soldatendienst damals war schrecklich: Er dauerte 25 Jahre … und Prügel, Ruten- oder Stockhiebe gab es jeden Tag. Die Grausamkeit übertraf dabei alles, was man sich vorstellen kann. Wer unter das Militärgericht geriet, wurde fast immer zum Spießrutenlaufen verurteilt. Dabei wurden tausend Soldaten in zwei Reihen aufgestellt, die mit Stocken von der Dicke des kleinen Fingers (man gab ihnen die deutsche Bezeichnung „Schlitzruten”) ausgerüstet waren. Die Delinquenten jagte man drei, vier, fünf und mehrere Male durch diese Aufstellung, wobei jeder Soldat jedesmal einen Schlag auszuführen hatte. Die Unteroffiziere achteten darauf, daß die Soldaten nach Leibeskräften schlugen. Nach ein- oder mehreren tausend Stockhieben trug man das bluttriefende Opfer ins Spital, wo es nur behandelt wurde, damit die Strafe zu Ende gebracht werden konnte, kaum daß der Soldat sich ein wenig erholt hatte. … Nikolaj I. und sein Bruder Michail waren unbarmherzig.”

Unzählige Bauernaufstände gegen die zaristische Macht

Jedes Jahr gab es an einem oder dem anderen Ort in Rußland Bauernunruhen. Im 17. und 18. Jahrhundert fanden in Rußland vier Bauernaufstände statt. Im September 1603 flammte bei Moskau ein Aufstand der Bauern und Leibeigenen auf, der von Chlopok angeführt wurde. Zu seiner Niederschlagung schickte Zar Boris Godunow seine Truppen in einige der vom Aufstand erfaßten Städte. Im Jahre 1606 führte der flüchtige Leibeigene des Fürsten Teljatjewski, Iwan Bolotnikow, einen Aufstand an. Er verfügte über das Talent eines hervorragenden Feldherren und Organisatoren. Doch die zaristischen Truppen ertränkten auch diesen Volksaufstand im Blut.

Im Frühjahr 1670 begann am Don ein noch mächtigerer Volkskrieg, der von dem talentierten Anführer Stepan Timofejewitsch Rasin geleitet wurde. Die Aufständischen eroberten Zarizyn, Saratow und Samara … „Die anmutigen Briefe” Stepan Rasins fanden in ganz Rußland Verbreitung. Die Bauern, welche sie erhielten, töteten die Wojwoden, die Gutsbesitzer und ihre Verwalter und erhoben sich zum Kampf. Panikartig verließen die Gutsbesitzer ihre Landsitze. Fürst Juri Dolgoruki unterdrückte daraufhin den Aufstand mit unerhörter Grausamkeit. Doch Stepan Rasin blieb für immer im Gedächtnis des Volkes, das seine Heldentaten in Liedern und Legenden besang.

Im Jahre 1773 nahm die Bewegung Jemeljan Pugatschows gegen Adel und Leibeigenschaft riesige Ausmaße an. In seinen „Manifesten“ versprach er dem Volk „Land, Wasser, Wald, Wohnung, Güter, Flüsse, Fisch und Brot, Gesetze, Ackerland und Lohn, Blei und Pulver…“ „Euren Kindern und Kindeskindern gebe ich Freiheit für ewig.“

Hungerepidemien, Gewalt und Unterjochung der russischen Bauern

Im Volk waren die Unterdrücker verhaßt. Die Aufständischen brannten die Adelsgüter nieder und töteten die Gutsbesitzer. Allein 1820 waren 13 russische Gouvernements von Unruhen erfaßt. Der Hunger in den Jahren 1820-1821 verschärfte sich die Situation. Ganze Dörfer ernährten sich von Spreu, Gänsefuß und Baumrinde. Hungerepidemien mähten die Menschen dahin. Und die Gutsbesitzer erhöhten die Preise für Brot.

Der Vaterländische Krieg von 1812 hat allen denkenden Menschen von Rußland gezeigt, daß die Selbstherrschaft und die feudale Leibeigenschaft eine Bremse für die Entwicklung Rußlands darstellte. Die Soldaten der Armee, die für einige Zeit in Europa waren, sahen die Möglichkeit des Lebens ohne Leibeigenschaft. Und sie sagten: „Wir haben unser Blut vergossen, und sie zwingen uns wieder, im Frondienst zu schwitzen. Wir haben die Heimat vom Tyrannen befreit, und dafür tyrannisieren die Herrn uns wieder.“

Der Dekabristenaufstand

Am 14. Dezember 1825 fand auf dem Senatsplatz von Sankt Petersburg der Dekabristenaufstand statt. Die Allerbesten aus der Adelsklasse traten öffentlich auf „gegen Gewalt, Unterjochung und Verhöhnung über das rechtlose Volk durch die Anhänger der Leibeigenschaft“. Leidenschaftlich und mutig deckte der Dekabrist Wladimir Rajewski das Hauptübel Rußlands auf: „Wer hat dem Menschen das Recht gegeben, einen Menschen als sein Eigentum zu betrachten? Mit welchem Recht kann der Körper, das Vermögen und sogar der Geist des einen jemandem anderen gehören? Woher ist dieses Gesetz genommen, daß man einem selbst ähnliche Menschen verkaufen, tauschen, verlieren, verschenken und tyrannisieren kann? Entspringt es nicht aus Quellen der groben, tollen Unwissenheit des Verbrecherischen, viehischer Affekte und aus der Unmenschlichkeit?” Einer der geistigen und politischen Führer des Aufstands, Pawel Iwanowitsch Pestel, sagte einmal: „Die Sklaverei muß entschlossen vernichtet werden, und der Adel muß sich unbedingt für immer von dem schändlichen Vorteil lossagen, über andere Menschen zu verfügen.”
Kolman: Dekabristenaufstand 1825
Petersburg 1825: Junge, talentierte und mutige Männer erheben sich gegen Unterdrückung und Unmenschlichkeit und werden dafür von der zaristischen Regierung einfach niedergeschossen (Aquarell Kolman)

An diesem Tag, dem 14. Dezember, wurde mit der Heldentat der adeligen Revolutionäre gegen den Zarismus ein für allemal abgerechnet. Zar Nikolai I. machte schonungslos Schluß mit ihnen. Die Kanonen donnerten, und 1271 Teilnehmer des Aufstands blieben auf dem Platz liegen. Viele kamen ums Leben, versanken im Fluß beim Versuch, die Newa schwimmend zu durchqueren. Oberst Pestel, Leutnant Rylejew, Oberstleutnant Sergej Murawjew-Apostol, Leutnant Bestuschew-Rjumin und Oberleutnant Kachowski wurden aufgehängt. 121 Dekabristen wurden auf Beschluß des Obersten Gerichtes zu lebenslanger Zwangsarbeit geschickt. Und Nikolai I. versetzte ganz Europa aufgrund seiner „Barmherzigkeit“ in Erstaunen.

Das Banner der Revolution ging niemals unter

Die besten Menschen Rußlands wußten, daß in den Kerker geworfen würden, daß ihnen alle Titel und Anerkennungen entzogen würden, daß sie aufs Schafott gehen würden oder Dutzende Jahre zur Zwangsarbeit geschickt würden, aber sie sagten die Wahrheit über die Selbstherrschaft, sie brandmarkten die Schande der Leibeigenschaft, um die junge Generation „zu neuem Leben zu erwecken“. Die Dekabristen waren gefallen, doch ihr Kampfbanner nahm der große russische, revolutionäre Demokrat Alexander Herzen auf, und er entfaltete eine revolutionäre Agitation. Anläßlich des hundertjährigen Geburtstages dieses Denkers sagte der Führer des russischen Proletariats Lenin: „Herzen hat die freie russische Presse im Ausland geschaffen – darin besteht sein großes Verdienst.“ Die Zeitung „Nordstern“ hob die Tradition der Dekabristen auf. Die Zeitung „Kolokol“ (1857-1867) nahm entschlossen Partei für die Befreiung der Bauern. Das Schweigen der Sklaven war gebrochen. Herzen hatte die revolutionäre Agitation entfaltet. Sie wurde von den verschiedensten Revolutionären aufgegriffen, weiterverbreitet, bestärkt und gefestigt, angefangen von Tschernyschewski bis hin zu den Helden „Narodnaja Wolja“.

Der Regisseur Michalkow – ein erbärmlicher Speichellecker der russischen Bourgeoisie

Und der kleine Nikita Michalkow wird nun für 300 Millionen Rubel aus dem Volksvermögens mit großem Aufwand über unsere nationale Geschichte seine Lügen verbreiten. Er wird zeigen, welche freundschaftlichen Beziehungen die Gutsbesitzer zu ihren Leibeigenen hatten, fast wie die Beziehungen von Vätern zu ihren Söhnen. Den Schauspieler kann man verstehen – was tut er nicht alles in seinem lakaienhaften Eifer. Doch die in die UdSSR geschehene Konterrevolution ist kein Theaterstück. Es ist die grausame Realität. Die an die Macht gekommene Bourgeoisie mag es nicht, wenn man ihr widerspricht. Wenn man etwas sagt, was ihr nicht angenehm ist. Wenn sie dich schon nicht zum Schreiben der Wahrheit an einen fernen Ort schickt, dann wird sie aufhören, deine unzähligen kleinen filmischen Werkchen zu sponsern. Und man will ja oben bleiben, man will ja auf den kostenlosen Futtertrog nicht verzichten…

25. Juli 2013

Übersetzung: Jana Griebling

Quelle: Kommunisten-online
http://www.og.com.ua/Pribytkova_Mihalkov.php

Anmerkung:
Fälschungen der Geschichte gehören ja nicht erst seit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution zum Handwerkszeug der untergehenden Bourgeoisie. Und wie man sieht: Die Fälscher werden reichlich honoriert. Daß sich da auch leicht derartiges Gesindel findet, die Geschichte zum eigenen Vorteil und zu Gunsten ihrer bourgeoisen Auftraggeber umzuschreiben und fortschrittliche Entwicklungen zu diskreditieren, ist ebenfalls nicht neu. Albert Norden schrieb 1958 über den Tscherwonzenfälscherprozeß. Und Professor Wiktor Iljuchin deckte 2010 die Fälschungen der Katyner Sache auf. Die Zahl der verlogenen Bücher, Filmchen und Zeitzeugendarstellungen ist schier endlos. Oft mischt sich Wahrheit mit Erfindung, Erlebtes mit Vermutungen, Unterstellungen und dreisten Lügen. Doch die historische Wahrheit läßt sich auf Dauer nicht unterbinden, weil es immer wieder Menschen gibt, die sich gegen Ausbeutung, Unterdrückung, und gegen die Lügen der Apologeten des Kapitalismus zur Wehr setzen. Hier sind dazu einige bisherige Beiträge:

Siehe auch:
Albert Norden: Fälscher…
Das Jucken der Umbennungen
L.Pribytkowa: Ein Lump der sich mit linken Phrasen schmückt
Fälscher im Russischen Staatsarchiv
Die Story der Fälscher