Die Wahrheit und der erhabene Traum

J.W.DshugaschwiliJ.W. Dshugaschwili (1879-1953)

Стихотворение молодого И.В.Джугашвили

Ходил он от дома к дому,
Стучась у чужих дверей,
Со старым дубовым пандури,
С нехитрой песней своей.

А в песне его, а в песне,
Как солнечный блеск чиста,
Звучала великая правда,
Возвышенная мечта.

Сердца, превращённые в камень,
Заставить биться сумел,
У многих будил он разум,
Дремавший в глубокой тьме.

Но вместо величья славы
Люди его земли
Отверженному отраву
В чаше преподнесли.

Сказали ему: «Проклятый,
Пей, осуши до дна…
И песня твоя чужда нам,
И правда твоя не нужна»

— * * * —

Ein Gedicht des jungen J.W.Dschugaschwili

Er ging von Haus zu Hause,
An fremde Türen klopfend,
Mit seiner alten, eichenen Pandura*
Und einem schlichten Lied.

Und wie der Glanz der Sonne,
So klang in seinem Lied
Die klare, große Wahrheit,
Und der erhabne Traum –

Versteinerte Herzen bezwingend,
Und zu beleben sie erneut.
Bei vielen weckte er die Einsicht,
Die da schlummerte in tiefer Nacht.

Doch statt des höheren Ruhmes
Brachten die Menschen in seinem Lande
Dem Verstoßenen das Gift
In einer Schale dar.

«So trinke, Verfluchter», sie riefen
«Trink bis zum trockenen Grund.
Das Lied, das du singst, ist uns fremd
Und deine Wahrheit, die brauchen wir nicht.»

(1895)

*Pandura: ein dreisaitiges Streich- und Zupfinstrument

Quelle:
http://grachev62.narod.ru/stalin/t17/t17_001.htm

Übersetzung: K.Naum

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis
Philosophisches: Was ist Wahrheit?
Die junge Sowjetmacht und ihre Feinde

4 Gedanken zu “Die Wahrheit und der erhabene Traum

  1. Sehr gut, lieber Norbert – hab` ich noch gar nicht gekannt, also Dank Deiner wieder eine Bildungslücke geschlossen!!! Man erlebt halt immer wieder noch Überraschungen und dies ist eine sehr, sehr gute!

    Ich dank` Dir dafür und grüße herzlichst – Marita.

    Liken

  2. Ups. Ich kann ja noch Russisch lesen, merk ich gerade. Und wer ist nun der Verstoßene?

    Dshugaschwili hab ich schon mal gehört. Und noch von Tschingis Aitmatow (Djamila),das war mein Thema bei der Deutschprüfung. Maxim Gorki, die Mutter. Haben wir auch in der Schule gelesen. Natürlich Leo Tolstoi, Krieg und Frieden.

    Und als Kind habe ich von einer Tante zum Geburtstag bekommen: Der Zauberer der Smaragdenstadt von A. Wolkow (eine Nacherzählung: Der Zauberer von Oz von Frank Baum) und Lustige Geschichten von W. Sutejew.

    Ich kann mich auch an einen Reisebericht erinnern, den ich verschlungen habe. Der war fantastisch bebildert.

    Schön, wenn du uns lyrische Beiträge schenkst. Danke Luise

    P.S. Wie kannst du kyrillisch schreiben? Hast du eine russische Tastatur?

    Liken

  3. Liebe Luise,
    freut mich, wenn Dir das Spaß macht. Der junge Dschugaschwili wurde sogar verglichen mit dem berühmten russischen Dichter Lermontow. Und der war kein geringerer als der Goethe für die Deutschen. Lermontow starb allerdings bereits mit 26 Jahren bei einem durch einen Adligen provozierten Duell. Er war wie Dschugaschwili auch ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Leibeigenschaft und die zaristische Selbstherrschaft. Dschugaschwili ist kein anderer als Stalin. Soso oder Stalin waren seine Pseudonyme.
    Viele Grüße
    Norbert

    Für die russ.Tastatuerbelegung:
    http://www.uni-leipzig.de/russisch/key2000.htm

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s