Das lähmende Übergewicht der Passiven…

Massen„Das Übergewicht der Passiven lähmt auf die Dauer auch die Aktiven.“ So lautet ein Wahlspruch einer der neueren politischen Parteien. Man muß ja wirklich nicht lange überlegen, wenn man diesen Satz liest. Daß damit diese „Passiven“ – wie hier im Bild – nicht gemeint sein dürften, sollte klar sein. Sie sind nur deshalb so „passiv“, weil sie ihre Lage erkannt haben: Sie wollen sich nicht länger unterdrücken und ausbeuten lassen – sie STREIKEN ! Doch es kommt noch schärfer! Alternative „Denker“ haben festgestellt:
Wer auch ohne den Willen zur Arbeit gut leben will, der braucht nur Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen und – schwupps! – schon ist er reich im Schlafe. Schön, nicht wahr? Und die andere, aktive, aber schrumpfende Minderheit des Volkes schuftet sich ab. Vergeblich, denn die unproduktive Mehrheit nimmt ständig zu, wird immer fetter, ist arbeitsunlustig wie nie eine Generation vor ihr. Und wenn da nicht endlich der Staat Schluß macht mit der Faulheit, wenn der Staat nicht endlich wieder einen Zwang zur Arbeit einführt – in Form von Arbeits- oder Schutzhaftlagern, wo alle dienjenigen, die sich vor der Arbeit drücken wollen, endlich auch mal früh aufstehen müssen und etwas tun für ihr Geld, das sie vom Steuerzahler (also von der ständig schrumpfenden aktiven Minderheit) erhalten –, dann sieht es finster aus für die Zukunft Deutschlands. Arbeitszwang – das ist doch das Mindeste was man verlangen kann, damit dieses faule, arbeitsscheue Gesindel von Hartz-Vierern endlich mal von der Matratze hochkommt, nicht wahr, Herr Adam?

Man muß wirklich nicht lange überlegen, wohin diese Polemik führt. Da nimmt doch der Verfasser dieser geistigen Sumpfblüten reichlich Anleihe bei der Denkweise der äußersten Rechten. Einmal ausformuliert, was da an Inhalten dahintersteckt, stößt man auf tiefbraunes Gedankengut. Daß diese „Alternative“ keine Alternative ist, dürfte offenkundig sein. Doch wohin soll der Wähler sich wenden, wem soll er Glauben schenken, wen soll er wählen bei all diesen wohlklingenden Versprechungen und Forderungen? Die Linken vielleicht? Oder lieber doch nicht? Aber, wen denn dann…?

Die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung

Es ist an der Zeit, hier endlich einmal nachzudenken über die Ursachen und Hintergründe dieser Situation. Einerseits gibt es Branchen, Industriebetriebe und Insitutionen, die sich über einen Auftragsmangel nicht zu beklagen brauchen, ja – die sich teilweise sogar vor Arbeit nicht retten können, in denen Überstunden schon zur Normaliät gehören. (Eine andere Frage ist natürlich die der Entlohnung, und die ist oft jämmerlich schlecht!) Andererseits gibt es eine zunehmend große Anzahl von Menschen, die in der Hauptsache oder in Ergänzung zu ihrem Lohn von sozialer Unterstützung abhängig sind. Nirgendwo sind diese Zahlen genau erfaßt, denn eine Veröffentlichung würde schlagartig den ganzen Konkurs des kapitalistischen Wirtschaftens bloßstellen. Doch immerhin sind ja die Gewinne einer kleinen, aber herrschenden Minderheit so unvorstellbar hoch, daß damit nicht nur großartige Prestigeprojekte, die Löhne der „Besserverdienenden“, sowie unzählige kulturelle und nicht zuletzt auch wahnsinnige militärische Maßnahmen gefördert und finanziert werden, sondern auch umfangreiche soziale Maßnahmen. Letztere dienen allein den Zweck, soziale Unruhen zu vermeiden. Es ist also an der Zeit nachzudenken. Denn das ist KAPITALISMUS. Es ist an der Zeit, sich die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftliche Entwicklung in Erinnerung zu rufen. Sie sind seit Karl Marx und Friedrich Engels bestens bekannt. Das Manifest der Kommunistischen Partei hat grundsätzlich nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Die Lage der Arbeiterklasse im Kapitalismus ist ökonomisch dadurch gekennzeichnet, daß sie als eine Klasse von Lohnarbeitern, die kein Eigentum an den Produktionsmitteln hat, gezwungen ist, ihre Arbeitskraft an die Kpaitalistenklasse zu verlaufen. Politisch ist sie dadurch gekennzeichnet, daß sie von der Macht ausgeschlossen ist und die Kapitalistenklasse ihre Staatsmacht einsetzt, um die Arbeiterklasse zu unterdrücken und sie daran zu hindern, sich und die ganze Gesellschaft von der Ausbeutung zu befreien. Der unversöhnliche Klassengegensatz zwischen der Arbeiterklasse und der Kapitalistenklasse ist GRUNDLAGE DES KLASSENKAMPFES.

Die Arbeiterklasse durchläuft im Verlaufe ihres historischen Kampfes verschiedene Entwicklungsstufen. Als ausgebeutete und unterdrückte, sich jedoch zunehmend politisch formierende Klasse im Kapitalismus verändert sie in der proletarischen Revolution mit der ENTMACHTUNG der Kapitalistenklasse und der Errichtung ihrer eigenen Herrschaft sowie beim Aufbau der neuen gesellschaft ihre eigene Lage und die der anderen Klassen und Schichten. Mit der Errichtung der Diktatur des Proletariats erhebt sie sich zur herrschenden Klasse, die, geführt von der marxistisch-leninistischen Partei, im festen Bündnis mit den werktäitgen Bauern und den anderen werktätigen Schichten die politische Macht übernimmt, von den Produktionsmitteln Besitz ergreift, den Aufbau und die Weiterentwicklung der sozialistischen Wirtschaft organisiert und die gesamtgesellschaftliche Leitung und Planung entwickelt.

(Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag Berlin 1975, S.21)

Das mag bis hierhin alles sehr theoretisch klingen, ist aber in der Praxis unumgänglich, wenn man die Abschaffung des Kapitalismus und die Errichtung einer neueren, fortschrittlicheren Gesellschaft in Erwägung ziehen will. Diese Gesellschaftsform kann nur der SOZIALISMUS sein. Und damit erledigt sich auch „das lähmende Überwicht der Passiven…“, welches (mit anderen Worten) nur einem wachsenden passiven Widerstand gegen die zunehmende Ausbeutung und Unterdrückung der Volksmassen im Kapitalismus entspricht.

Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein? (Brecht)

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