Luthers unheiliger Geist…

Martin LutherMartin Luther (1483-1546) gilt als Begründer der deutschen Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die dieser 1517 angeblich an die Stadtkirche zu Wittenberg genagelt haben soll, protestierte er gegen den kirchlichen Ablaßhandel und löste damit eine breite Volksbewegung aus, welche die frühbürgerliche Revolution einleitete. Luthers Thesen wurden bald überall in Deutschland bekannt.

Später jedoch, im Bauernkrieg, verurteilte er das revolutionäre Vorgehen der Aufständischen aufs Schärfste. Seine 1522 erschienene „Treue Vermahnung zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ hat ihre demagogische Wirkung sogar bis heute nicht verfehlt. Sie zeigt Luther als einen „Gegner der Gewalt, die die Unterdrückten anwenden, um mit den Unterdrückern fertig zu werden“, zugleich aber als einen „Anhänger der Gewalt, welche die Unterdrücker anwenden, um die Unterdrückten niederzuhalten oder niederzuwerfen“ (Alfred Meusel). Sein Einfluß auf die deutsche Schriftsprache ist bedeutend. Und so wird Luther heute als deutscher Nationalheld verehrt. Doch man muß gelesen haben, welche Ansichten er vertrat. Seine Äußerungen sind oft derart menschenverachtend und zynisch, daß man ihn ohne weiteres als geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnen kann. Und nicht selten haben sich die Nazis auch auf ihn berufen.

In abstoßender Weise ließ Luther sich über das „feurige Ende“ der Juden aus, über das Ersäufen behinderter Menschen, und rechtfertigte das Abschlachten der aufständischen Bauern. Martin Luther steht für Klassenhaß gegenüber den Unterdrückten, für Frauen-feindlichkeit und für einen wütenden Antisemitismus. Auch seine Liebedienerei gegenüber den Fronherren und Fürsten ist schließlich bekannt. Doch ungeachtet dessen feiert ihn die evangelische Kirche und mit ihr die ganze frömmelnde und „patriotische“ bürgerliche Öffentlichkeit als wichtigen historischen Gesellschaftsgestalter. Ja, er wird sogar als faszinierende Persönlichkeit beschrieben. Etwas ähnliches äußerte auch schon Hitler. Wann endlich trennt sich die evangelische Kirche von diesem falschen Propheten? Hier nun ein paar Luther-Zitate, die dies belegen:

Luther über den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit

„Ich möchte mich fast rühmen, daß seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, daß meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!“

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“

„Denn freilich streiten die Christen nicht, noch gibt es bei ihnen eine weltliche Obrigkeit. Ihre Herrschaft ist eine geistliche Herrschaft, und dem Geiste nach sind sie niemandem als Christus allein unterworfen. Mit Leib und Besitz aber sind sie dennoch der weltlichen Obrigkeit unterworfen und Gehorsam schuldig. Wenn sie nun von der weltlichen Obrigkeit zum Kriege aufgerufen werden, sollen und müssen sie kämpfen, aus Gehorsam, nicht als Christen, sondern als Glieder und als untertänige, gehorsame Leute, dem Leibe und dem zeitlichen Besitze nach.“

„Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.“

„Das Amt eines Richters ist hoch zu achten. Es ist ein göttliches Amt, ob er nun mit dem Munde Recht spricht oder es als Scharfrichter mit der Faust vollzieht.“

„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, daß sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13,2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so daß sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) …mehr.
WöllfeDer Pöbel braucht eine harte Obrigkeit!

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, daß ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

„Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen“.(Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S.357f.)

„Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als daß das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt.”

Luthers Meinung über Frauen

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz & Gelberg, 1997, S. 111)

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Laß sie nur tot tragen, sie sind darum da.”

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“ (Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)

Luther über behinderte Kinder

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt … so halte ich dafür … daß es wahre Teufel sind.“
Luther und JudenLuther über die Juden

„Wie es unmöglich ist, daß die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen läßt, die Schlange ihr Stechen: so wenig läßt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd.62, S.375)

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, daß sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff.)

„Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, daß Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.182)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.. Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.233-238)

„Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“
(Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd.32. S.244)

„Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler… die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen…es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16)

Anmerkung:
In einem Gespräch sagte Adolf Hitler 1923: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (1923). Die Reichskristallnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition. Hitler sagte: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“

Angesichts der eindeutigen Fakten ist es längst nicht mehr akzeptabel, wenn die protestantische Kirche den üblen Demagogen und Volksverhetzer Martin Luther als Vorbild verkauft, z.B. in einer Unterrichtsbroschüre zum LUTHER-Film für die Klassen 7-13. Doch es werden weiterhin massenhaft Filme und Bücher über diesen Mann auf den Markt geworfen, in den Schulen werden ‚fromme‘ Legenden verbreitet, Museen werden mit lobhudelnden Relikten eines zweifelhaften Luther-Kults bestückt, um diesen als eine „faszinierende Persönlichkeit“ erscheinen lassen.

Hubertus Mynarek, einer der prominentesten Theologen und Kirchenkritiker des 20.Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch „Die neue Inquisition“: „Nach heutigem Rechtsverständnis war Luther ein Krimineller, den der Staatsanwalt sofort verhaften ließe wegen Volksverhetzung (§130 StGB ), Anstiftung zum Mord (§§26,211), […] zum Landfriedensbruch (§§26,125) und […] zu schwerer Brandstiftung (§§26,306).“ Die eindringlichen Teufels-Heimsuchungen im Spielfilm LUTHER lassen den Kirchengründer sogar als Psychopath erscheinen. Wenn die protestantische Kirche einen (Ersatz-)Heiligen benötigt – den Heiligenkult hatte Luther bekanntlich ebenso radikal abgelehnt wie eine „lutherische“ Kirche –, so sollte sie besser den protestantischen Humanisten und Reformator Thomas Müntzer ehren.

***
Quellen:
Der Theologe: So spricht Martin Luther.
Der Theologe: Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche.
Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können
Projektwerkstatt: Martin Luther – ein Vorbild und „deutscher Held“?
Prof.Dr. Uwe Hillebrand: Lehren der christlichen Kirchen550 Jahre Luther sind genug

Siehe auch:
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit

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Werner Lamberz: Über den ideologischen Kampf

Werner LamberzErfolge des Kapitalismus: Das Handwerk erlebt zur Zeit einen neuen Aufschwung, der Geschäftsklimaindex ist so gut wie noch nie in den letzten zwanzig Jahren. 95% der befragten Handwerksbetriebe sehen optimistisch in die Zukunft. (Ist das nicht schön?) Oder: Die Zahl der Schulabbrecher ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurüchgegangen. Oder: Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung führender Forschungsinstitute in den kommenden Jahren deutlich wachsen… usw. usf. Kennen wir das nicht alle? Hat jemals einer Bedenken gehabt, ob alle diese tollen Erfolgsmeldungen überhaupt zutreffen? Die Zeitungen berichten täglich davon, Talkshows und Reportagen scheinen es zu beweisen: Der Kapitalismus strotzt nur so vor Kraft, eine Arbeiterklasse gibt es nicht mehr und die kommunistische Bewegung kränkelt vor sich hin. Doch dieser Eindruck ist falsch! Er ist ganz offensichtlich das Ergebnis der ideologischen Diversion, des sich verschärfenden Klassenkampfes gegen das Proletariat. Wir werden manipuliert. Oft ist uns das nicht einmal mehr bewußt. In einer Rede zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution (1977) wies Genosse Werner Lamberz darauf hin, daß es keine ideologischen Ruhepausen geben kann:

Für manche Leute sieht es nun gelegentlich so aus, als besitze die Bourgeoisie heute mehr „Material“ gegen die Sowjetunion und unsere Länder als früher. Tatsächlich aber haben wir es mit dem wohl organisierten, stabsmäßig geleiteten Apparat und seinen enorm gewachsenen Möglichkeiten zur Multiplikation zu tun.

Mit Rundfunksendern, TV-Stationen und Druckereien auf Propagandakurs

Es ist natürlich kein Zufall, daß die USA-Regierung in jüngster Zeit nicht nur nicht die Bewilligung für die Einstellung der Tätigkeit so berüchtigter Diversionszentralen wie „Stimme Amerikas“, „Radio Liberty“, „Free Europe“, „RIAS“, und wie sie alle heißen, gab, sondern ihren Ausbau anordnete und außerdem die Mittel für die Einrichtung 11 weiterer Rundfunksender gegen den Sozialismus verlangte. Ebenso werden die zahllosen amerikanischen wissenschaftlichen Institute, politologischen Einrichtungen, öffentlichen und geheimen Dienste, die sich alle mit dem Kampf gegen den Sozialismus beschäftigen, nicht für die Forschung um der Forschung willen betrieben, sondern eingesetzt als wissenschaftlich-politisches Potential zum antikommunistischen Kampf.

…dafür ist immer genügend Geld da!

Nirgendwo in den kapitalistischen Ländern sind bei den Kürzungen der Budgets die Etats der Medien, die Mittel für die sogenannte Öffentlichkeitsarbeit, für die zahllosen Einrichtungen zur Massenmanipulation und zur ideologischen Auseinandersetzung mit uns und unserer Weltanschauung auch nur angerührt worden. Nein, sie wurden so behandelt wie die Armee: in den Mitteln aufgestockt, in den technischen Möglichkeiten verbessert und auf dem modernsten Niveau gehalten und im Personalbestand ständig erweitert und qualifiziert. Also, sie haben nicht mehr „Material“ gegen uns, aber mehr Möglichkeiten zur Verbreitung. Sie sind heute in der Lage, aus zehn sogenannten Dissidenten mehr zu machen als in den zwanziger Jahren mit l½ bis 2 Millionen weißgardistischer Emigranten. Sie vergrößern heute eine Mücke so oft, daß sie sie ihrem Publikum dann tatsächlich als sowjetischen Oppositions-Elefanten vorführen können.

Gab es „Willkürakte der DDR im Grenzverkehr“ – oder war das nur eine Lüge?

Wie das funktioniert, möchte ich euch noch an einem uns ebenfalls nahegelegenen Beispiel demonstrieren. Wer regelmäßig die Westberliner Medien verfolgt, weiß, daß seit 5 Jahren, seit jenem Abkommen, das die Einreise von Westberlinern in die DDR und ihre Hauptstadt erlaubt, kaum ein Tag vergangen ist, wo nicht über die „Willkürakte der DDR im Personenverkehr“, „unmenschliche Schikanen gegen Besucher“ oder angebliche „Vertragsbrüche der DDR“ gezetert worden ist. Vor kurzem, nach dem ruhmlosen Abgang von Schütz, ist in Westberlin erstmalig eine einigermaßen exakte Information veröffentlicht worden, und daraus ergibt sich: Mehr als 16 Millionen Mal haben Westberliner in den vergangenen fünf Jahren (bis Anfang Juni 1977) von den Besuchsmöglichkeiten Gebrauch gemacht. Und wieviel Beschwerden gab es da? Der lärmenden Hetze nach müßte man auf wenigstens 10 Prozent tippen, das wären 1.600.000. Nein? Aber doch wenigstens 1 Prozent, das wären 160.000 Fälle. Nein, auch nicht. Ich zitiere jetzt wörtlich den Senatsbericht in der Fassung, wie DPA ihn am 14. Juni 1977 mitteilte: „Insgesamt gab es seit 1972 7.540 Beschwerden.“ Ende des Zitats.

Eine lächerlich geringe Zahl von Beschwerden

7.540 bei 16 Millionen Besuchen in fünf Jahren! Dabei weiß man, daß diese Westberliner von ihrer Obrigkeit geradezu angehalten wurden, sich schon zu beschweren, wenn ihnen bei uns jemand versehentlich auf die Zehen tritt oder ein Uniformierter sie schief anguckt. Aber dennoch waren es in 5 Jahren nur Siebeneinhalbtausend. Und das sind nicht einmal 0,05 Prozent. Eine so niedrige Beschwerdeziffer im millionenfachen grenzüberschreitenden Verkehr gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, noch dazu bei so unterschiedlichen Gesellschafts-ordnungen, noch dazu an diesem neuralgischen Punkt der Weltpolitik. Und das ist allein und nur dem korrekten, umsichtigen, geduldigen und politisch reifen Verhalten der DDR und ihrer Organe zu verdanken! Doch darüber gibt es keine Kommentare im RIAS, im SFB, in keiner Zeitung, auch nicht im Fernsehen. Kein bürgerlicher Politiker sagt ein Wort der Anerkennung, nein, in die Welt wird weiterhin hinausgepustet, was das für bösartige Leute in der DDR sind, diese SED-Kommunisten.

Für mehr Ideenreichtum im ideologischen Kampf

Aber, Genossen, so ist das in allen Fragen, die die Propaganda gegen uns ins Feld führt. Der gewaltige Aufwand steht im direkt umgekehrten Verhältnis zum Wahrheitsgehalt und zur Tatsachentreue. Ich sage nicht, daß dieser Aufwand nicht auch mancherorts Eindruck macht, aber letzten Endes kann Menge nicht Inhalt und Überzeugungskraft ersetzen. Ich möchte auch nicht so verstanden werden, daß unsere Weltanschauung zu ihrer wirkungsvollen Verbreitung solcher Mittel, nicht aller modernen Möglichkeiten, nicht des großen Apparates und nicht der koordinierten, und konzentrierten Tätigkeit bedürfe, nur weil sie gesellschaftlich wahr, richtig und in Übereinstimmung mit den Gesetzmäßigkeiten unserer Epoche ist. Nein, ich glaube wir werden uns – im Gegenteil – da gemeinsam noch einiges mehr einfallen lassen müssen.

Es ist gelang nicht, den Sozialismus gewaltsam zu beseitigen…

Dennoch darf man sich durch den Aufwand des bürgerlichen Propagandaapparates nicht täuschen lassen. Er soll ausgleichen, was dem Kapitalismus an anderen Fronten nicht gelungen ist, und vortäuschen, was er als Ganzes im Kampf gegen den Sozialismus nicht erreichen konnte, nämlich Erfolge von einigem Belang zu erringen und die historische Initiative zurückzugewinnen. Dabei ist es ja keineswegs so, daß die internationale Bourgeoisie in den vergangenen zehn Jahren etwa leichttertig versäumt hätte, was der Herr von Hassel 1967 von ihr gefordert harte, nämlich „mehr zu tun“, um den Sozialismus zurückzudrängen oder zu denaturieren, zu unterlaufen oder zu übertrumpfen, jedenfalls auf die eine oder andere Weise aus der Welt zu schaffen. Nein, im Gegenteil, die Anstrengungen im politischen, militärischen, wirtschaftlichen, diplomatischen Bereich waren beträchtlich. Doch nicht für den Imperialismus. ging die Rechnung auf, er erlitt zahlreiche politische und militärische Niederlagen. (…)

Die imperialistische Geschichtschreibung basiert auf Lügen

Die imperialistischen Machthaber samt ihren rechtssozialdemokratischen Beihelfern gebärden sich neute als die reinsten Unschuldsengel: Daß sie einen grausamen, verbrecherischen Krieg in Vietnam, Laos und Kambodscha geführt haben, den sie erst beendeten, als sie militärisch besiegt, politisch geschlagen und moralisch völlig diskreditiert waren, davon soll möglichst nicht mehr geredet werden. Daß sie Kuba mit jeder Art von Boykott und Blockade auf die Knie zwingen wollten, daß sie die DDR auf jede Weise geschädigt, ihr die Selbständigkeit und Unabhängigkeit bestritten, ihre völkerrechtliche Anerkennung deshalb hintertrieben haben, weil sie sie annektieren wollten, daß sie die sozialistischen Länder mit der „Politik der Stärke“ erpressen, ihre Einheit aufbrechen und sie einzeln der Konterrevolution in die Arme treiben wollten (wie es 1968 in der CS$R probiert wurde) – auch das mag nach den Reinwaschungsübungen der bürgerlichen Propaganda dem dortigen Publikum bald nur noch wie eine „Legende“ erscheinen oder bestenfalls als eine – natürlich – „völlig verzerrte kommunistische Geschichtsbetrachtung“ angeboten werden.

Das ist psychologische Kriegführung!

Kurz gesagt: Das ideologisch-politische Hauptergebnis der gegenwärtigen Verschärfung der Krise des Kapitalismus ist die immer stärkere Diskreditierung des Kapitalismus als gesellschaftliches System. Das ist eine der wichtigsten Ursachen dafür, daß sich der politisch-ideologische Kampf verschärft hat. Der ideologische Kampf mußte also nicht nur weitergehen, sondern auch noch zunehmen, wie wir stets betont haben. Aber das, was gegenwärtig von bestimmten imperialistischen Kreisen betrieben wird, ist nicht die normale, notwendige und unumgängliche ideologische Auseinandersetzung, die den Gegensatz der Systeme widerspiegelt und zum Wettbewerb zwischen ihnen gehört, der unter den Bedingungen der friedlichen Koexistenz stattfindet. Nein, das ist psychologische Kriegsführung.

Wir sind uns im klaren, doch wir müssen es auch allen anderen klarmachen: Es geht dem Gegner doch nicht um die Meenschenrechte, wie er jetzt ständig lauthals verkündet, sondern um das Recht, zu rüsten, nicht um freie Meinung, sondern um den Mißbrauch der Menschen gegen Frieden und Sozialismus.

Quelle:
Werner Lamberz, Ideologische Aufgaben bei der Vorbereitung des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, Dietz Verlag Berlin, 1977, S.16-22. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Die „Iskra“ und der richtige Weg

iskra_sDie illegal erscheinende marxistische Zeitung „Iskra“ (Funke) war das theoretische Organ der SDAPR. Sie wurde von Lenin im Jahre 1900 gegründet und war „nicht irgendeine Arbeiterzeitung, sondern setzte sich zum Ziel, die bewußtesten Teile der russischen Arbeiterbewegung rund um ein marxistisches Programm zu sammeln“. Eine Mitarbeiterin Lenins, Z.S. Selikson-Bobrowskaja, schreibt:

In der Periode der Zersetzung und der Schwankungen in den Kreisen der russischen Sozialdemokraten haben Lenins „Aufgaben“, die so klar die Wege der praktischen Tätigkeit wiesen, eine große Rolle im Lande gespielt. Charkow bildete damals keine glückliche Ausnahme. Obwohl unsere Arbeit mit ziemlich viel Schwung geleistet wurde, gab es auch so manches Durcheinander bei uns. Darüber hat sich Lenin in seinem bekannten Vorwort zu der Broschüre „Die Maitage in Charkow“ geäußert. Er kritisierte die Mängel der Charkower Parteiorganisation, die am 1. Mai 1900 bei der ersten offenen Demonstration der Charkower Arbeiter zutage traten:

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Die NSA und die Spitze des Eisbergs

NSA

US-Journalist Jeremy Scahill enthüllt im DPA-Interview
NSA SPIELT BEI WELTWEITEN MORDEN DER USA DIE HAUPTROLLE
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke

Havanna, 23. Oktober 2013, Cubadebate. – Der US-amerikanische Journalist Jeremy Scahill forschte jahrelang über die verborgene Seite des „Krieges gegen den Terrorismus“ der USA. Er bestätigt, daß die NSA, die für das Abhören und Speichern von etlichen Millionen telefonischen Gesprächen, E-Mails und sonstigen Mitteilungen sowie persönlichen Angaben von Bürgern bis hin zu hochrangigen Politikern am Pranger steht, weiterhin unterschätzt wird. Eine neue Art des Journalismus ist nach seiner Meinung dringend notwendig. Scahill, der mit dem Edwards Snowden nahestehenden Reporter Glenn Greenwald eine neue journalistische Plattform eröffnen will, wurde bei seinem Besuch in Berlin von DPA interviewt:

DPA: In Ihrem Buch „Dirty Wars“ („Schmutzige Kriege“) sagen Sie, daß eine Kontinuität zwischen der Außenpolitik von George W. Bush und der von Barack Obama existiert. Worin würden sich Ihrer Meinung nach ihre Ansätze unterscheiden?

Scahill: Die Unterschiede sind nuanciell. Obama will vom Einsatz militärischer Gewalt in großem Maßstab abrücken. Er will stattdessen Strukturen schaffen, die Mord als einen zentralen Bestandteil der Politik der USA etablieren. In gewisser Weise meine ich, daß seine Präsidentschaft das Potential hat, auf diesem Gebiet langfristig einen sogar noch weitaus größeren Schaden anzurichten, weil er dafür eintritt, daß dies so ganz richtig ist, man das tun müsse.

DPA: Die „Washington Post“ offenbarte, daß die NSA der CIA die Informationen liefert, um Drohnenangriffe zu starten. Überrascht Sie dies?

Scahill: Ich weiß viel mehr als das, was die „Washington Post“ sagt. Aber wir haben das noch nicht veröffentlicht, so daß ich diesbezüglich nicht viel sagen kann. Für jetzt bestätige ich, daß das nur die Spitze des Eisbergs ist. Die NSA spielt eine absolut zentrale Rolle in einem weltweiten Programm des Mordens durch die Vereinigten Staaten. Wir werden diesbezüglich mehr Informationen in den nächsten Monaten veröffentlichen.

DPA: Aber die NSA ist doch mit der Auswertung der telefonischen Daten und der Internetinformationen befaßt?

Scahill: Die NSA wird nicht aus einem Haufen von Computerfreaks gebildet, die Anrufe belauschen. Die NSA als Organisation ist eine schlimme Bestie, deren wesentlicher Auftrag militärisch ist. Wer naiv glaubt, daß sie aus ein paar wenigen Verrückten besteht, die da mit Kopfhörern herumsitzen und sich Telefonate anhören, kapiert nicht, wie die Geheimdienste der USA funktionieren.*

DPA: Denken Sie, daß es Möglichkeiten gibt, daß diese Programme reduziert werden?

Scahill: Nein. In den Vereinigten Staaten ist es sehr schwierig, von einem Gesetz abzurücken, wenn es erst einmal verkündet worden ist. Hätte Edward Snowden nicht diese Dokumente bei sich gehabt, dann gäbe es diese ganze Debatte in den Vereinigten Staaten überhaupt nicht.

DPA: Sie wollen eine neue Medienorganisation mit Glenn Greenwald und Laura Poitras, die als Journalisten ebenfalls derzeit an Berichten über die NSA arbeiten, eröffnen. Wie kam es zu dieser Idee?

Scahill: Glenn und ich sind Freunde seit etlichen Jahren. Bevor Glenn nach Hongkong flog, um sich mit Edward Snowden zu treffen, sagte er mir, was er gerade macht. Ich wußte nicht genau, mit wem er sich treffen wird. Das war eine wirklich riskante Situation. Ich begann mit Glenn als Kollege zu arbeiten, um ihm zu helfen. Die Publizistin Laura Poitras kenne ich seit gewisser Zeit und bewundere wirklich ihre Arbeit als Dokumentaristin. Wir haben zu dritt darüber diskutiert, eine Art gemeinsames Projekt zu starten. Als wir noch am Beginn der Idee standen, fragten wir uns: Sollen wir eine Website mit einer Finanzkampagne machen? Sollen wir Spenden einsammeln?

DPA: Das Thema der Finanzierung ist gelöst worden. Der Mitgründer von Ebay, Pierre Omidyar, versicherte, daß er das Vorhaben unterstützen wird. Aber warum entschlossen Sie sich, ein neues Medium zu schaffen?

Scahill: Wir alle waren über das Tempo der Veröffentlichungen diesbezüglich enttäuscht. Die herkömmlichen Modelle des Journalismus sind sehr bürokratisch. Die Idee ist, eine Einrichtung zu gestalten, in welcher der Journalismus den Vorrang hat (…) seriösen Investigativjournalismus zu machen. Das ist kostspielig und braucht viel Zeit. Und fast kein Medium hat viel Geld und ausreichend Personal, um Investigativjournalismus zu machen, seriös, langfristig. Natürlich würden Snowdens Dokumente Bestandteil dieser Organisation werden. Es gibt Hunderte Geschichten bezüglich Snowdens Taten, die noch nicht geschrieben worden sind. Dies wird der erste Ansatz unseres Teams sein.

DPA: Macht Ihnen keine Sorgen, daß die Öffentlichkeit das Interesse an den Enthüllungen über die NSA verlieren könnte?

Scahill: Ich meine, daß wir einen Journalismus schaffen werden, der die Menschen daran interessiert, zu lesen. Ich weiß von Hunderten Geschichten, die von enormem Interesse für die Menschen in den USA und in der Welt sein würden. Man kann nicht davon ausgehen, daß es die Menschen nicht interessieren würde. Man muß das tun, weil es sie interessiert.

DPA: Angesichts des Drucks, welcher auf Glenn Greenwald und Euer Pärchen David Miranda und Laura Poitras ausgeübt wird, haben sie keinerlei Sorge um sich selbst?

Scahill: Das ist ein Kampf, den ich austragen will. Ich meine, daß wir uns der Herausforderung stellen müssen. Journalistisch sehe ich in diesem Moment nichts Wichtigeres. Wir müssen die Politik der völligen Verheimlichung der Regierung der Vereinigten Staaten herausfordern. Wir müssen Maßnahmen einleiten, um zu vermeiden, daß unsere Daten verdichtet, geraubt und beschlagnahmt werden.

(Gestützt auf Meldungen von DPA)

Quelle:
http://www.cubadebate.cu/noticias/2013/10/23/la-nsa-juega-un-papel-en-programa-global-de-asesinatos-ejecutados-por-eeuu-afirma-experto/
* hier wurde der Text leicht geändert um Irritationen zu vermeiden: die faschistoiden Geheimdienste der USA erlauben keine gedankliche Nähe zu dem als „Stasi“ (Staatsssicherheit) bezeichneten Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-online.de

Bemerkung: Immerhin erstaunlich ist es, daß sich diejenigen, die bisher im Solde der imperialistischen Bourgeoisie und ihrer Geheimdienste standen, nunmehr Gedanken machen um die moralische Seite ihres Handelns. Noch ahnen sie kaum, daß ihre Dienstherren und sie selbst Handlanger eines der verbecherischsten Regimes in der Weltgeschichte wurden: sie wurden zu Akteuren des amerikanischen Imperialismus.
Noch unterliegen sie vermutlich der trügerischen Hoffnung, man könne durch eine Offenlegung dieser mörderischen Aktivitäten der NSA die „freie Markwirtschaft“ und „das schöne Leben im Kapitalismus“ irgendwie retten und sich selbst von der moralischen Verantwortung entbinden. Dennoch müssen wir ihnen dankbar sein, denn: hätte es einen Bradley Mannings und Edward Snowden und andere „Whistleblower“ nicht gegegeben, wären alle diese Verbrechen nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

Der Verräter ist schlimmer als der Feind

Blicken wir in unser großes Nachbarland, in die ehemalige Sowjetunion, so beobachten wir eine ähnliche Entwicklung, wie in Ostdeutschland … nein, eigentlich eine viel schlimmere!
Verräter schlimmer als Feind
Und hier die Gegenüberstellung:

Vier der furchtbarsten Kriegsjahre – zwanzig Jahre „friedlicher“ Zeiten

Verluste an der Bevölkerung: 25 Millionen Menschen – 28,9 Millionen Menschen
Volkswirtschaftliche Verluste: 43 Prozent – 55 Prozent
Verluste an Produktionsmitteln: 41 Prozent – 70 Prozent
Verlust an Kapitalanlagen: 49 Prozent – 80 Prozent

Bis zur Ermordung Stalins (1953) war die Sowjetunion das stärkste und erfolgreichste sozialistische Land der Welt. Das sozial gerechteste Land überhaupt. Es gab keine Arbeitslosigkeit und keine Armut, kostenlose medizinische Betreuung und zahnärztiche Versorgung für alle. Und das Bildungssystem war das beste der Welt. Heute gibt es dort eine Handvoll superreicher Multimilliardäre (Oligarchen), die sich das gesamte Volkseigentum unter den Nagel gerissen haben. Hier kann sich jeder ausrechnen, wozu dieses riesige Land noch imstande ist. Es wurde und wird von einheimischen und ausländischen Oligarchen bis auf die letzte Kopeke ausgeplündert, die noch vorhandenen Naturreichtümer, wie Wälder, Bodenschätze, Land und Wasser werden verhökert an imperialistische Ganoven und die Arbeitskräfte gelangen in die Frondienste der neuen Herren des Landes.
DANKE, MISTER GORBATSCHOW !

Verlassener BetriebArmut33Armut287127_188654_54Danke, lieber Genosse Gorbatschow!

Und was geschieht mit den Feiglingen und den Verrätern, die aus Angst oder Eigennutz ihre Brüder, ihre Heimat, ihre Klasse preisgeben und ihre Genossen dem Feind ausliefern? Nicht immer ist diese Entscheidung leicht, doch sie ist unvermeidlich!
Beispiel 1) Alexander Bek: Barambajew wird erschossen!
Beispiel 2) M.Sayers/A.Kahn: Der sowjetfeindliche Verschwörer Trotzki
Beispiel 3) Das Ende einer konterrevolutionären Verschwörung (1936)
Beispiel 4) A.Golik: Der sowjetfeindliche Marschall Tuchatschewski

Zukunft — wie bitte?

Wie soll die Zukunft der Menschheit einmal aussehen?
Sowetische Heimat
Schon Ernst Thälmann sagte: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“
Und er meinte damit die Sowjetunion unter Lenin und Stalin…

Wir wissen: Der Kapitalismus erweist sich zunehmend als unfähig, die wachsenden Menschheitsprobleme auch nur ansatzweise zu lösen. Im Gegenteil: er schafft ständig neue, bedrohlichere. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt eilt dem gesellschaftlichen Fortschritt weit voraus, aber auch der ist, wie es scheint, nun nicht mehr aufzuhalten. Auch die Niederlage des Sozialismus wurde analysiert; nicht immer richtig, nicht immer ehrlich. Es gibt Unmengen an verlogener bürgerlicher Propaganda darüber.

Bei den fortschrittlichen Kräften unseres Planeten herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, daß nicht nur der sich verschärfende Klassenkampf, sondern auch der moderne Revisionismus die Schuld am Niedergang des Sozialismus tragen. Es war eine bessere Gesellschaft als die, in der wir heute leben. Und so erstrahlt das Bild des Sozialismus (nicht nur der DDR, sondern auch der Sowjetunion) trotz aller Fehler, die wir kannten, weithin als leuchtendes Beispiel einer besseren, zukunftsfähigen Gesellschaftsform. Die Suche nach einem Ausweg, nach einer Alternative zum Kapitalismus ist also groß. Und so wird es immer wieder Versuche und Anfänge geben, vermittels organisatorischer Gründungen und kommunistischer Initiativen nun endlich in den Gang der Geschichte einzugreifen, und gewissermaßen das Ruder doch noch herumzureißen, um nicht noch weiter in die Barbarei hineingestoßen zu werden, als wir es heute schon sind. Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, der heutige Kapitalismus sei nur ein Koloß auf töneren Füßen, und es bedürfe nur einer Revolution, um ihn zu Fall zu bringen, sei als Gedankenanstoß nochmals zitiert, was Genosse Stalin in den Jahren kurz nach der Oktoberrevolution darüber sagte:

Das erste Stadium:
„Die Entwicklung des Kommunismus in Rußland hat eine lange, mehrere Jahrzehnte währende Geschichte theoretischer Arbeit und theoretischen Kampfes innerhalb des russischen Sozialismus. Aus diesem Kampf ging eine festgefügte Gruppe führender Elemente hervor, die genügend stark in der Theorie und standhaft in prinzipieller Hinsicht waren, um die Parteimassen führen zu können.“ [1]

Die Partei:
„Die Entwicklungsetappen der Partei vor 1917:
a) Schaffung des Grundkerns, insbesondere der Gruppe ‚Iskra‘ usw. Kampf gegen den Ökonomismus, Credo
b) Herausbildung von Parteikadern als Grundlage der zukünftigen Arbeiterpartei im gesamtrussischen Maßstab (1895-1903). II.Parteitag
c) Entwicklung der Kader zur Arbeiterpartei und Auffüllung der Partei mit neu mobiliserten Parteiarbeitern im Verlauf der proletarischen Bewegung (1903-1904). III.Parteitag.
d) Kampf der Menschewiki gegen die Parteikader, für deren Auflösung in einer parteilosen Masse (‚Arbeiterkongreß‘) und Kampf der Bolschewiki für die Erhaltung der Parteikader als Grundlage der Partei. Londoner Parteitag und Niederlage der Anhänger des Arbeiterkongresses.
e) Liquidatoren und Parteianhänger. Niederlage der Liquidatoren (1908-1910)
f) 1908-einschließlich 1916. Periode der Verbindung der illegalen und der legalen Formen der Arbeit und Wachstum der Parteiorganisationen in allen Arbeitsbereichen.“ [2]

Gegen den Opportunismus:
„Hatte Lenin recht, wenn er einen unversöhnlichen Kampf gegen die Versöhnler führte? Jawohl, denn sonst wäre die Partei verwässert worden und wäre nicht ein Organismus, sondern ein Konglomerat verschiedenartiger Elemente, sonst würde die Partei nicht über den inneren Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die beispiellose Disziplin und die unübertroffene Elastizität verfügen, ohne die sie und die von ihr geleiteten Sowjetmacht nicht imstande gewesen wären, sich gegen den Weltimperialismus zu behaupten.“ [3]

Das Hineintragen des sozialistischen Bewußtseins in die Arbeiterbewegung:
„Man sagt“, schrieb Genosse Stalin, als er die Leninschen Ideen entwickelte, „daß die Arbeiterklasse in einigen Ländern selbst eine sozialistische Ideologie (den wissenschaftlichen Sozialismus) herausgearbeitet habe und sie auch in den übrigen Ländern herausarbeiten werde, weshalb es ganz überflüssig sei, sozialistisches Bewußtsein in die Arbeiterbewegung von außen hineinzutragen. Das ist jedoch ein schwerer Irrtum. Um den wissenschaftlichen Sozialismus herauszuarbeiten, muß man an der Spitze der Wissenschaft stehen, muß man mit wissenschaftlichen Kenntnissen gewappnet sein und es verstehen, die Gesetze der historischen Entwicklung eingehend zu erforschen. Die Arbeiterklasse aber, solange sie Arbeiterklasse bleibt, ist außerstande, an die Spitze der Wissenschaft zu treten, sie vorwärtszubringen und die historischen Gesetze wissenschaftlich zu erforschen: sie hat hierfür weder Zeit noch Mittel.“ [4]

Die proletarische Revolution:
„Wie ist der Eintritt eines Moments revolutionärer Explosionen zu bestimmen? Wann kann man sagen, daß ‚die Frucht reif geworden‘, daß die Verbereitungsperiode zu Ende sei und daß man zu handeln beginnen könne?
a) Wenn die revolutionäre Stimmung der Massen anschwillt und überschäumt (…)
b) Wenn die Unsicherheit und die Verwirrung, die Zersetzung und der Zerfall im Lager des Gegners ihren Höhepunkt erreicht hat, wenn die Zahl der Überläufer und Abtrünnigen aus dem Lager des Gegners mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde wächst (…)
c) Wenn diese beiden Momente (Punkt a und b) zeitlich zusammenfallen, was auch wirklich der Fall ist.“ [5]

Der Sozialismus:
„Um aber die Organisierung einer richtigen Weltwirtschaft in Angriff nehmen zu können (wenigstens in Angriff zu nehmen), muß das Proletariat wenigstens in einigen fortgeschrittenen Ländern gesiegt haben. Solange das nicht der Fall ist, ist unsere Partei gezwungen, Umwege zu suchen, Umwege einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den kapitalistischen Gruppen. (…) Das sind die durch den Oktober 1917 geschaffenen eigenartigen Bedingungen…“ [6]

Zitate von J.W.Stalin (Werke):
[1] „Rede bei der Eröffnung der Beratung der Kommunisten der Turkvölker“, Bd.5, S.1
[2] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.60f
[3] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.61
[4] „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“, Bd.1, S.86
[5] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.63
[6] „Die Partei vor und nach der Machtergreifung“, Bd.5, S.95

Nachtrag:
Wie Karl Marx schon sagte, wird es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis geben. Es gibt nur diese eine Alternative: Sozialismus oder Barbarei! Die Barbarei haben wir heute: den räuberischen, ausbeuterischen Kapitalismus/Imperialismus mit faschistoider Tendenz. Damit jedoch eine Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft verwirklicht werden kann, muß der ganze geistige Unrat jahrhundertelanger kapitalistischer Herrschaft aus den Köpfen beseitigt werden, und in der Arbeiterklasse muß wieder ein proletarisches Bewußtsein entstehen. Dazu bedarf es einer führenden Kraft, einer marxistisch-leninistischen Partei, die frei von Opportunismus und Revisionismus ist. Wir befinden uns heute also wieder ganz am Anfang…

Siehe auch:
A.G.Grigorenko über Lenin’s Schrift „Was tun?“

Die österreichische PdA – eine revisionistische Partei?

pda-klein
In einer Erklärung schreibt die aus der österreichischen „Kommunistischen Initiative“ hervorgegangene Partei der Arbeit (PdA):

„…wir gründen diese Partei in dem Bewußtsein, daß es noch ein langer Weg sein wird, bis sie eine starke und einflußreiche Rolle in der österreichischen Gesellschaft spielen kann, es besteht aber auch kein Grund, kleinmütig zu sein, denn wir haben ja zusammen schon einiges erreicht. Die einen von uns haben vor acht Jahren die Kommunistische Initiative gegründet und aufgebaut, die viel zur Gründung der PdA beitragen konnte; die anderen haben…“ usw.

Und am Schluß heißt es:
„Sie soll die Partei des ganzen Volkes sein, die Partei, deren Namen die Arbeiter voller Stolz aussprechen können: Die Partei der Arbeit!“
[1]

Eine „Partei des ganzen Volkes“? Da muß man doch glatt hellhörig werden. Hat nicht mit ebendiesen Worten der Verräter und Antikommunist Chruschtschow, der 1956 den Niedergang der einst so starken und siegreichen kommunistischen Weltbewegung einleitete, auf dem XXII. Parteitag der KPdSU ebenfalls verkünden lassen, aufgrund des völligen und endgültigen Sieges des Sozialismus in der UdSSR habe sich die Partei der Arbeiterklasse in eine „Partei des ganzen Volkes“ verwandelt? Es zählen also keine Klassenunterschiede mehr? Also auch: Weg mit der Diktatur des Proletariats???
Das ist reinster Revisionismus! Die Verworrenheit der Argumentation von Bruckner/Zenker nähert sich an das, was wir bereits von der sog. „Marxistischen Gruppe“ (namentlich von dem ’seligen‘ Dr. Karl Held) her kennen. Diese Gruppierung war ausgesprochen begabt darin, ihre Zuhörer oder Leser mit verschachtelten Sprüchen zu verwirren, von denen sie wohl selbst nicht immer verstand , was sie eigentlich sagen wollte. Lenin hat sich zur Klassenfrage und zur Bündnispolitik der Arbeiterklasse sehr eindeutig geäußert. Er schrieb:

Es gilt hier zu verstehen, welche K l a s s e n die Triebkräfte der Revolution sind. Es gilt, nüchtern die verschiedenen Bestrebungen dieser Klassen in Rechnung zu stellen. Der Kapitalist kann nicht denselben Weg gehen, wie der Arbeiter. Die Kleinbesitzer können sich weder den Kapitalisten ganz anvertrauen, noch können sie sich alle sofort zu einem brüderlich engen Bündnis mit den Arbeitern entschließen. Nur wenn man den Unterschied zwischen diesen Klassen erkannt hat, kann man den richtigen Weg für die Revolution finden. (Lenin) [2]

Diese Parteigründung in Österreich blieb indes nicht ohne Reaktion. Es gab viele kritische Anmerkungen und auch klare Worte. So schreibt z.B. Genosse Ulrich Sch. aus N.:

Also doch kein Ausrutscher des Genossen Bruckner? Eines der wesentlichen Ergebnisse der Meinungsmanipulation ist, die Menschen dazu zu bringen, Quantität höher als Qualität einzuschätzen. Wenn ich einen Hühnerzüchterverein habe und die Mitglieder um der Vielfalt wegen, mit Entenzüchtern vermehre, nur weil wir dann mehr sind, dann habe ich halt keinen Hühnerzüchterverein mehr.

Selbstverständlich müssen wir uns um Mittelschichten, Bauern, etc. bemühen, und das immer im Wissen um ihre Unbeständigkeit. Das kann man ja tun ohne gleich die eigene Substanz zum Fenster hinauszuwerfen – mit Bündnissen, Volksfront etc. dafür sind die nämlich da. Aber da ist ja die Crux bei ganz vielen Menschen und auch bei Genossen. Sie haben nicht den Schneid und die Standfestigkeit, mal als Minderheit oder alleine für die Wahrheit geradezustehen. Und dann wird da halt mal ein bißchen geschummelt. Man nennt das Opportunismus.

Ein weiterer Aspekt ist der materielle. Die Klasse ist eben nicht nur ein abgehobener, soziologischer Begriff, sondern sie wird objektiv durch das Verhältnis zu den Produktionsmitten bestimmt: Ausbeuter oder Ausgebeuteter, Eigentümer oder nur der seiner Arbeitskraft. Subjektiv wird er bestimmt durch die materielle Erfahrung im Produktionsprozeß. Das ist ganz konkret. Vielleicht fehlt einigen das Verständnis dafür. Wenn wir also anfangen, die Klassen zu vermischen, dann ist das so, als ob man Wölfe und Schafe in den selben Kraal sperrt und versucht eine Herde daraus zu machen. Das haben wir nämlich schon in der bürgerlichen ‚Demokratie‘.

Durch die Phase, in der wir sind, die Phase der Konfusion, des geistigen Niedergangs und auch zuweilen der ideologischen Einsamkeit, die ganz schnell eine soziale werden kann, durch das müssen wir als Kommunisten durch. Wir müssen gerade in dieser Phase unsere kommunistische Substanz hüten, wie den eigenen Augapfel, und nichts wird dabei vergeben. Wenn wir das überstehen, erst dann werden wir die Hefe sein, die aus dem Fladen ein Brot macht. Das ist viel wichtiger als auf Vielfalt oder Mehrheit zu spekulieren. Das ist manchmal ein hartes Brot. Trotz alledem, ich möchte es gegen nichts tauschen.
Der Kommunismus hat mir alles gegeben. [3]

Aber es gibt auch andere Stimmen: Pünktlich jubelt dagegen zu dieser Parteigründung die Münchner Zeitschrift „Theorie & Praxis“: „Wir wünschen der PdA nur das Beste für die Zukunft und sind uns sicher, daß heute eine neue Bruderpartei aus der Taufe gehoben wurde.“ Ganz so sicher wäre ich mir da nicht, zumal es bei der PdA noch erhebliche Unklarheiten gibt. Hinzugefügt sei noch: Eine revolutionäre Partei muß ihre Reihen festigen und sicherstellen, daß sie ihre Grundsätze weder verwässert noch aufgibt. Sie muß Wert legen auf die marxistische Bildung, sowie eine umfassende ideologische Festigkeit aller ihrer Funktionäre.

Quelle:
[1] Partei der Arbeit, Österreich
[2] W.I. Lenin, Einleitung zu den Resolutionen der Siebenten Gesamtrussischen Konferenz der SDAPR( B ), (Aprilkonferenz), Werke Bd.24, S.308.
[3] Kommunisten-online

Siehe auch:
Das Wesen des Revisionismus
Der Bruch in der Komunistischen Bewegung
L.Pribytkowa: Die Demontage
Laßt uns den Marxismus verteidigen!

Helden der afrikanischen Revolution: Thomas Sankara

Mit dem heroischen Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus im Jahre 1945 mußte der Imperialismus seine bisher größte Niederlage einstecken. Infolgedessen veränderte sich auch weltweit das Kräfteverhältnis hin zur Seite der sozialistischen und der antiimperialistischen Länder. Zu letzteren gehörte auch das frühere Obervolta, das heutige Burkina Faso, ein Land etwa von der Größe Großbritanniens. Vier Jahre lange regierte dort der junge afrikanische Revolutionär Thomas Sankara. Am 15. Oktober jährt sich der Tag seiner Ermordung. Er war der letzte legitime Präsident von Burkina Faso.
Ein Verrat, der uns erinnern soll.

Thomas Sankara
Thomas Sankara (21.12.1949 – 15.10.1987)

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie auch Deutschland durch viele Fasern mit dem afrikanischen Kontinent verbunden ist. Der Kapitalismus hatte sich nicht in allen Ländern mit gleicher Schnelligkeit entwickelt. Als nun Deutschland Kolonialpolitik zu treiben begann, war ein großer Teil der Welt schon unter die alten kapitalistischen Mächten aufgeteilt. Die deutschen Kapitalisten forderten daher bereits in den 1880er Jahren mit Nachdruck die Eroberung von Kolonien. Ihre Werke produzierten fast ebensoviel Waren, wie die Fabriken der französischen Bourgeoisie. Jetzt strebten sie nach billigen Rohstoffen und aufnahmefähigen Märkten. Die Ausplünderung von Kolonien sollte ihnen noch höhere Profite sichern. Bismarck scheute sich aber noch, überseeische Gebiete zu erobern. Er befürchtete, daß Deutschland durch den Bau einer Flotte, ohne die es keine Kolonialpolitik treiben konnte, in einen Gegensatz zu England geraten würde. Das hielt Bismarck in dieser Zeit für gefährlich.

Die ersten Kolonien der deutschen Kapitalisten

Zu Beginn der 1880er Jahre verschärften sich jedoch die Gegensätze zwischen England, Rußland, Frankreich und Italien. Frankreich annektierte 1881 Tunis, das sich Italien aneignen wollte. England unterwarf Ägypten; auch die französische Bourgeoisie hatte dieses Land als Kolonie erobern wollen. Das zaristische Rußland besetzte 1884 Turkmenien, für das sich auch England stark interessierte. Jetzt schien Bismarck die Gelegenheit, Kolonien zu erobern günstig. Der Bremer Kaufmann Lüderitz gründete 1883 in Südwestafrika eine Handels-niederlassung. Im April 1884 unterstellte Bismarck diese Gründung mit dem benachbarten Küstenstreifen der Oberhoheit des Deutschen Reiches. So entstand die erste deutsche Kolonie in Südwestafrika. Die deutsche Bourgeoisie trat in den Kolonien genauso räuberisch und grausam auf wie die englischen und französischen Kapitalisten. [1]

Ist Deutschland noch eine Kolonialmacht?

Zur Geschichte der deutschen Kolonialpolitik ließe sich sicherlich noch vieles sagen. Wie steht nun die heutige BRD zu ihrer imperialen und kolonialistischen Vergangenheit? Man kann dies am Beispiel von Burkina Faso nachvollziehen. Um herauszufinden, was Deutschland dem afrikanischen Kontinent schuldig ist, betrachte man sich die folgende Kartenübersicht von 1914. Deutlich (schwarz schraffiert) ist hier zusehen, welche bedeutenden Gebiete das imperialistische Deutsche Reich bis dahin erobert hatte:
Aufteilung Afrikas (1914)
Die Aufteilung Afrikas unter die imperialistischen Mächte (1914)

Und damit nicht jemand, der googlegeschädigt oder sonstwie hirngewaschen ist, auf den Einfall kommt, Deutschland sei niemals eine „richtige“ Kolonialmacht gewesen, wird hier auf die damaligen „deutschen Schutzgebiete“ verwiesen. Auch dafür steht die bis heute fortgesetzte Ausbeuterpolitik und kolonialistische Grundhaltung der BRD. Das ist Beleg und Anklage zugleich. Es ist hier nicht zu diskutieren, ob Burkina Faso als Beispiel für Deutschlands koloniale Untaten zutrifft. Deutschland profitiert seit jeher von der Ausbeutung, Unterwerfung, Entrechtung und Ermordung der Völker Afrikas. Wer sich davon nicht betroffen fühlt, der ist allemal einbezogen in die verschiedensten Verwicklungen dieses imperialistischen Deutschlands in den afrikanischen Kontinent. Und sei es dadurch, daß europäische Schrottautos in Afrika abgeworfen werden.

Eine perfide Wortschöpfung: „Scheinasylant“

Gerne wird heute von deutschen Politikern die Floskel vom „Mißbrauch des deutschen Asylgesetzes“ benutzt, um Gewalttaten gegen Asylsuchende zu rechtfertigen. Zynisch ist dabei die Rede von angeblichen „Wirtschaftsflüchtlingen“, die man hier nicht „gebrauchen“ könne und nicht haben wolle. Doch selbst wenn jeder afrikanische Asylsuchende auch nur einen Bruchteil von dem in Anspruch nähme, was den afrikanischen Ländern durch die imperialistischen Länder Europas geraubt wurde, so ist damit die Schuld noch längst nicht abgetragen. Wahrscheinlich wird man hierzulande erst dann über die wahren und hauptsächlichen Ursachen der wachsenden Asylantenströme nach Europa nachzudenken beginnen, wenn nicht nur Tausende, sondern Abermillionen Afrikaner ihre Rechte einfordern und die Europäer für allen Raub verantwortlich machen.
AusbeutungWo liegt nun Burkina Faso?

Die ehemalige französiche Kolonie Obervolta (jetzt: Burkina Faso) befindet sich in Westafrika. Das Land erlangte am 5. August 1960 unter diesem Namen seine Unabhängigkeit. Lange Zeit herrschte dort ein Militärregime. Nach erfolglosen Versuchen, zu einer Zivilregierung zurückzukehren, und mehrfachem Machtwechsel unter den rivalisierenden Gruppierungen des Militärs kam es 1983 zur Revolution. Am 4.August 1983 übernahm ein Nationalrat der Revolution die Macht. Sein Vorsitzender und zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef wurde Hauptmann Thomas Sankara, der als Ziel die Errichtung einer sozial gerechten, den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung entsprechenden, gesellschaftlichen Ordnung proklamierte. Am ersten Jahrestag der Übernahme der Macht durch die neue Regierung wurde Obervolta dann in Burkina Faso (Land der aufrichtigen Menschen) umbenannt. [2]
Burkina FasoBurkina Faso

Und das ist Afrika heute:
Goldsuchersklaven 1Goldsuchersklaven 2
Arbeitssklaven auf Goldsuche

Ich, als in der DDR Geborener, habe in meinem Staat, der DDR, die Solidarität mit Afrika erlebt und gelebt. Vorläufig lebe ich nun in einer mir aufgezwungenen Bundesrepublik Deutschland. Die Vorstellungen von Sozialismus sind hier gegenwärtig im Volk auf „Pause“ eingestellt. Die Menschen sind zwar verblödet vom herrschenden System, jedoch ist die Menschheit nicht per se blöd. Sie werden den Sozialismus wieder ergreifen. Und dann gibt es auch für Helden wie Thomas Sankara Gerechtigkeit. – Vorläufig sage ich jedem Afrikaner: Thomas Sankara ist auch bei uns nicht vergessen. Er stand für die gerechteste Sache der Welt, den Sozialismus. Und er wird weiterleben in den Herzen der Menschen, in meinem wie auch in den Euren! (N.N.) [3]

Quellen:
[1] Lehrbuch für den Geschichtsunterricht, 7.Schuljahr (DDR), Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.282f.
[2] Autorenkollektiv: Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1985, S.115f.
[3] Text von ‚Vorfinder‘ (leicht bearbeitet)

Siehe auch:
Oyunga Pala: The Upright Man (engl.)

Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse

Deutsche FilmkunstEin heute fast vergessener Film ist der 1950 entstandene DEFA-Film: „Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse“. Einer der beiden Autoren des literarischen Szenariums, Michael Tschesno-Hell, schrieb darüber:

Ernst Thälmann, hochgeschätzt von Lenin und Stalin, war nicht nur eine der markantesten und populärsten Persönlichkeiten der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung, er war, wie Romain Rolland sich plastisch ausdrückte, „das Symbol des großen Friedens unter den befreiten Völkern“, er „verkörperte wie wohl selten jemand sowohl das kommende Deutschland wie die kommende Welt überhaupt“ (Martin Andersen Nexö).

Der Thälmann-Film soll die revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse in unseren Werktätigen wieder lebendig machen, das Bewußtsein ihrer eigenen Kraft, das Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Umwandlung der Welt stärken und festigen. „Unermeßlich sind die Kräfte, die uns aus der Erinnerung an stolze und gehobene Momente und Tatsachen unserer Vergangenheit zuströmen“ (Thälmann). Der Film soll auch die Bedeutung der Rolle der Werktätigen als der Befreier der Menschen von Ausbeutung und Krieg, als treibende Kraft der Geschichte, als Vollstrecker des Willens des Volkes, der Nation, veranschaulichen.

Quelle:
Deutsche Filmkunst, Henschelverlag, Kunst und Gesellschaft, Heft 1, 1954, S.13f.

Teil 1:

Teil 2:

К 130-летию Эрнста Тельмана Коммунистическая Партия представляет впервые озвученный на русский язык снятый в 1954 году в ГДР фильм „Эрнст Тельман: герой своего класса“. Предлагаем нашему читателю посмотреть этот фильм.

Этот фильм демонстрировался в 50-е годы советскому зрителю, но русско-язычной версии перевода, демонстрировавшейся на широком экране в настоящее время не существует для широкого пользователя.

Закадровый текст читает Игорь Герасимов.

Первая часть:

https://youtu.be/ZcPwnaNnV2M?t=13s

Вторая часть:

https://youtu.be/G6dUcudY0Ek