Helden der afrikanischen Revolution: Thomas Sankara

Mit dem heroischen Sieg der Sowjetunion über den deutschen Faschismus im Jahre 1945 mußte der Imperialismus seine bisher größte Niederlage einstecken. Infolgedessen veränderte sich auch weltweit das Kräfteverhältnis hin zur Seite der sozialistischen und der antiimperialistischen Länder. Zu letzteren gehörte auch das frühere Obervolta, das heutige Burkina Faso, ein Land etwa von der Größe Großbritanniens. Vier Jahre lange regierte dort der junge afrikanische Revolutionär Thomas Sankara. Am 15. Oktober jährt sich der Tag seiner Ermordung. Er war der letzte legitime Präsident von Burkina Faso.
Ein Verrat, der uns erinnern soll.

Thomas Sankara
Thomas Sankara (21.12.1949 – 15.10.1987)

Ein Blick in die Geschichte zeigt, wie auch Deutschland durch viele Fasern mit dem afrikanischen Kontinent verbunden ist. Der Kapitalismus hatte sich nicht in allen Ländern mit gleicher Schnelligkeit entwickelt. Als nun Deutschland Kolonialpolitik zu treiben begann, war ein großer Teil der Welt schon unter die alten kapitalistischen Mächten aufgeteilt. Die deutschen Kapitalisten forderten daher bereits in den 1880er Jahren mit Nachdruck die Eroberung von Kolonien. Ihre Werke produzierten fast ebensoviel Waren, wie die Fabriken der französischen Bourgeoisie. Jetzt strebten sie nach billigen Rohstoffen und aufnahmefähigen Märkten. Die Ausplünderung von Kolonien sollte ihnen noch höhere Profite sichern. Bismarck scheute sich aber noch, überseeische Gebiete zu erobern. Er befürchtete, daß Deutschland durch den Bau einer Flotte, ohne die es keine Kolonialpolitik treiben konnte, in einen Gegensatz zu England geraten würde. Das hielt Bismarck in dieser Zeit für gefährlich.

Die ersten Kolonien der deutschen Kapitalisten

Zu Beginn der 1880er Jahre verschärften sich jedoch die Gegensätze zwischen England, Rußland, Frankreich und Italien. Frankreich annektierte 1881 Tunis, das sich Italien aneignen wollte. England unterwarf Ägypten; auch die französische Bourgeoisie hatte dieses Land als Kolonie erobern wollen. Das zaristische Rußland besetzte 1884 Turkmenien, für das sich auch England stark interessierte. Jetzt schien Bismarck die Gelegenheit, Kolonien zu erobern günstig. Der Bremer Kaufmann Lüderitz gründete 1883 in Südwestafrika eine Handels-niederlassung. Im April 1884 unterstellte Bismarck diese Gründung mit dem benachbarten Küstenstreifen der Oberhoheit des Deutschen Reiches. So entstand die erste deutsche Kolonie in Südwestafrika. Die deutsche Bourgeoisie trat in den Kolonien genauso räuberisch und grausam auf wie die englischen und französischen Kapitalisten. [1]

Ist Deutschland noch eine Kolonialmacht?

Zur Geschichte der deutschen Kolonialpolitik ließe sich sicherlich noch vieles sagen. Wie steht nun die heutige BRD zu ihrer imperialen und kolonialistischen Vergangenheit? Man kann dies am Beispiel von Burkina Faso nachvollziehen. Um herauszufinden, was Deutschland dem afrikanischen Kontinent schuldig ist, betrachte man sich die folgende Kartenübersicht von 1914. Deutlich (schwarz schraffiert) ist hier zusehen, welche bedeutenden Gebiete das imperialistische Deutsche Reich bis dahin erobert hatte:
Aufteilung Afrikas (1914)
Die Aufteilung Afrikas unter die imperialistischen Mächte (1914)

Und damit nicht jemand, der googlegeschädigt oder sonstwie hirngewaschen ist, auf den Einfall kommt, Deutschland sei niemals eine „richtige“ Kolonialmacht gewesen, wird hier auf die damaligen „deutschen Schutzgebiete“ verwiesen. Auch dafür steht die bis heute fortgesetzte Ausbeuterpolitik und kolonialistische Grundhaltung der BRD. Das ist Beleg und Anklage zugleich. Es ist hier nicht zu diskutieren, ob Burkina Faso als Beispiel für Deutschlands koloniale Untaten zutrifft. Deutschland profitiert seit jeher von der Ausbeutung, Unterwerfung, Entrechtung und Ermordung der Völker Afrikas. Wer sich davon nicht betroffen fühlt, der ist allemal einbezogen in die verschiedensten Verwicklungen dieses imperialistischen Deutschlands in den afrikanischen Kontinent. Und sei es dadurch, daß europäische Schrottautos in Afrika abgeworfen werden.

Eine perfide Wortschöpfung: „Scheinasylant“

Gerne wird heute von deutschen Politikern die Floskel vom „Mißbrauch des deutschen Asylgesetzes“ benutzt, um Gewalttaten gegen Asylsuchende zu rechtfertigen. Zynisch ist dabei die Rede von angeblichen „Wirtschaftsflüchtlingen“, die man hier nicht „gebrauchen“ könne und nicht haben wolle. Doch selbst wenn jeder afrikanische Asylsuchende auch nur einen Bruchteil von dem in Anspruch nähme, was den afrikanischen Ländern durch die imperialistischen Länder Europas geraubt wurde, so ist damit die Schuld noch längst nicht abgetragen. Wahrscheinlich wird man hierzulande erst dann über die wahren und hauptsächlichen Ursachen der wachsenden Asylantenströme nach Europa nachzudenken beginnen, wenn nicht nur Tausende, sondern Abermillionen Afrikaner ihre Rechte einfordern und die Europäer für allen Raub verantwortlich machen.
AusbeutungWo liegt nun Burkina Faso?

Die ehemalige französiche Kolonie Obervolta (jetzt: Burkina Faso) befindet sich in Westafrika. Das Land erlangte am 5. August 1960 unter diesem Namen seine Unabhängigkeit. Lange Zeit herrschte dort ein Militärregime. Nach erfolglosen Versuchen, zu einer Zivilregierung zurückzukehren, und mehrfachem Machtwechsel unter den rivalisierenden Gruppierungen des Militärs kam es 1983 zur Revolution. Am 4.August 1983 übernahm ein Nationalrat der Revolution die Macht. Sein Vorsitzender und zugleich Staatsoberhaupt und Regierungschef wurde Hauptmann Thomas Sankara, der als Ziel die Errichtung einer sozial gerechten, den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung entsprechenden, gesellschaftlichen Ordnung proklamierte. Am ersten Jahrestag der Übernahme der Macht durch die neue Regierung wurde Obervolta dann in Burkina Faso (Land der aufrichtigen Menschen) umbenannt. [2]
Burkina FasoBurkina Faso

Und das ist Afrika heute:
Goldsuchersklaven 1Goldsuchersklaven 2
Arbeitssklaven auf Goldsuche

Ich, als in der DDR Geborener, habe in meinem Staat, der DDR, die Solidarität mit Afrika erlebt und gelebt. Vorläufig lebe ich nun in einer mir aufgezwungenen Bundesrepublik Deutschland. Die Vorstellungen von Sozialismus sind hier gegenwärtig im Volk auf „Pause“ eingestellt. Die Menschen sind zwar verblödet vom herrschenden System, jedoch ist die Menschheit nicht per se blöd. Sie werden den Sozialismus wieder ergreifen. Und dann gibt es auch für Helden wie Thomas Sankara Gerechtigkeit. – Vorläufig sage ich jedem Afrikaner: Thomas Sankara ist auch bei uns nicht vergessen. Er stand für die gerechteste Sache der Welt, den Sozialismus. Und er wird weiterleben in den Herzen der Menschen, in meinem wie auch in den Euren! (N.N.) [3]

Quellen:
[1] Lehrbuch für den Geschichtsunterricht, 7.Schuljahr (DDR), Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.282f.
[2] Autorenkollektiv: Länder der Erde, Politisch-ökonomisches Handbuch, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1985, S.115f.
[3] Text von ‚Vorfinder‘ (leicht bearbeitet)

Siehe auch:
Oyunga Pala: The Upright Man (engl.)

20 Gedanken zu “Helden der afrikanischen Revolution: Thomas Sankara

  1. Lieber Norbert, ein treffender, kluger und notwendiger Artikel! Danke für Deine Arbeit! Prima das Du das Thema fundiert aufgegriffen hast. Ich wollte, obzwar in Eile und deshalb eher flüchtig, nicht aber eben ohne anhaltende Relevanz, an Thomas Sankara erinnern, an dessen Ermordung, durch Knechte der Herren, deren Namen wechseln, deren Ursprung heute jedoch der Gleiche ist wie damals, als der Verrat am Revolutionär Sankara und mit ihm der Verrat am sozialistischen Aufbau in Burkina Faso begannen wurde.

    Die anhaltende kolonialistische Geisteshaltung der BRD würde vermutlich von einer (tauben) Mehrheit im Volke bestritten werden, bzw. gar nicht bedacht sein. Eher geht so machen hier Indoktrinierten ein: ´selber Schuld´ über die Lippen, wenn dieser auf das Elend (auch von und für Europa) ausgebeuteter, verelendeter Afrikaner schaut – wenn er überhaupt schaut.

    Da das Beispiel von Thomas Sankara hier in den offiziellen Medien ebenso totgeschwiegen wird wie in den alternativen Medien (letzteres sagt viel, zumal Afrika gerade durch die Schlagzeilen gejagt wird), und noch vehementer totgeschwiegen wird, welche SCHULD Deutschland gegenüber Afrika geschichtlich auf sich geladen hat und seine Schuld in FORTGESETZTER Ausbeutung und Teilhabe am Sterben/Töten (Unterernährung/Waffengewalt)in Afrika weiter verantwortet, ist Dein Artikel ein Stück Aufklärung fürs deutsche Volk und eine Handreichung den afrikanischen Völkern.

    Thomas Sankara wird in der Geschichte als einer der klugen, stolzen, tapferen afrikanischen Helden stehen bleiben, der erkannt hat, das der Sozialismus die Befreiung für Afrika bringen wird.

    Ich meine, es ist nicht für uns allein wichtig eine Gegenstimme zur herrschenden Ideologie vital zu halten, sondern auch Afrikanern, die auf uns schauen, ein Zeichen zu geben, dass es in Deutschland Menschen gibt, die nicht vergessen, das Menschen überall auf der Welt ein schließliches Ziel verbindet: den Sozialismus zu ergreifen!

    Liken

  2. Wo war die afrikanische Solidarität als das grosszügige, schwarzafrikafreundliche Libyen vom Westen in Schutt und Asche gebommt wurde und Ghadaffi abgeschlachtet wurde ? Wo ist der Dank an Kubas Bevölkerung für den Angola Einsatz ? Wo der Dank für den fairen Handel mit den ehemals sozialistischen Ländern ? Wo ist die Kritik gegen USA-Israel für den Aufbau und der bedingungslosen Unterstützung des blutigen Rassistenregimes in Südafrika ? Wo die gemeinsame Stimme gegen westliche Ausplünderung ? Wir konnten damals viele Nationalitäten in der BRD für antirassistische Aktivitäten gewinnen, aber fast keine SchwarzAfrikaner. Persönlich (aus freizeit-, sport- und beruflichen Begegnungen) mag ich diese Menschen zwar. Aber politisch ist es da wohl EHER so, dass jedes Volk die Herrscher bekommt, die es verdient hat.

    Liken

  3. Hi rheinländer, du legst deinen Finger in eine Wunde, welche viele bürgerlichen „Linken“, schwer-moraltriefende quasi Berufs- „Antirassisten“, Pseudo – „Anti-Imperialisten“ umgehen wie Katzen heißen Brei.
    Du hättest z.B. noch weiter fragen können, wo die Proteste jener Hundertausender Gastarbeiter aus Ägypten, Tunesien, vieler Palästinenser etc… waren, welche sich einst in Lybien ihren eigenen und den noch vieler weiterer Familienangehörigen verdienten, als dieses Land von den NATO-Imperialisten in eine neue „islamische“ Barbarei zurückgebomt wurde, ganz zu schweigen von vielen unseren ach so „fortschrittlichen“ Schwätzern aller „linker“ oder „grüner“ Schattierungen.
    Nach Moral in dieser Welt fragen war schon immer pure bürgerliche Heuchelei, was in dieser inzwischen kapitalistischen Einheits-Welt allein zählt, sind Interessen, ob von einzelnen Individuen, Klassen oder Staaten.
    Wir brauchen daher nach keinerlei „Dank“ zu fragen, es gibt ihn nicht, wird ihn nicht geben in einer Welt, wo nicht das WIR, sondern immer nur das ICH, auch im engsten Umkreis, zählt!
    Dass der ganze afrikanische Kontinent heutzutage nur noch von gekauften Puppen und Cliquen beherrscht wird als qausi Franchise-Nehmer mächtiger auswärtiger imperialistischer Interessen (auch chinesischer!), sollte sich allmählich herumgesprochen haben, wir haben es dort inzwischen nicht mehr nur mit dem alten „klassischen“ Neokolonialismus zu tun, sondern mit einer Art „höheren“ bürgerlich-modernen Form einer Rekolonialisierung.
    Und den auf diesen auf alte und neue Art von jeher unterworfenen Massen, den bleibt ohnehin nur wenig Luft für Danksagungen für erwiesene solidarische Hilfen einstiger Tage, sie müssen wie seit eh und je ums nackte Überleben kämpfen, zur Not gar auf wackeligen alten Kähnen auf offener See.
    Es war schon immer ein Fehler so vieler dieser „Linken“, oft wohl auch Verzagtheit, Hoffnungslosigkeit, sicher auch Feigheit, sich in dem angenehmen Irrglauben zu sulen, den Imperialismus könnte man ausgerechnet durch die Hintertür, in seinen kolonialen, neokolonialen, nun bald rekolonialisierten Hinterhöfen zum Einsturz bringen, und uns in den „Industrieländern“, den eigentlichen Zentren des Imperialismus, würden diese Siege dann so nebenbei mit in den Schoß fallen, wir könnten uns sozusagen von der „Dritten Welt“ so ganz locker und „nebenbei“ „mitbefreien“ lassen….
    Was für ein jämmerlicher erbärmlicher Glaube aller dieser bürgerlichen „Linken“, „Anti-Imperialisten“, „Anti-Rassisten“, allen diesen Schwätzern.
    (Natürlich gab es auch bei uns immer wieder einige wenige vernünftige Marxisten, die diesen Unfug schon vor langen langen Zeiten ablehnten, widersprachen, klarstellten, WO der Imperialismus tatsächlich gestürzt und endgültig besiegt werden kann und – MUSS!)

    Liken

    1. @rheinländer
      @Harry56
      Und da unter den bürgerlichen „Linken“ und Sonstigen im imperialistischen Sattel, kolonialistische Geisteshaltung tieft eingeprägt ist, ohne dass die meisten dies bestätigen würden, und gegenwärtig auch nicht könnten, da ihnen in der Indoktrination der Geschichte dieser BRD, Geschichtsbewusstsein jeher genommen wurde, wird sich an dem Beschriebenen auch solange wenig ändern, bis die Unseren zu einer neuen Organisiertheit kommen und eine Bildung aus dem Volk heraus bewerkstelligen. – Bei allen Bündnisgedanken, wir dürfen nicht verkennen, dass die Irrgläubigen nicht mit uns sind.

      Liken

  4. …srimmt, Harry. Diese scheinheilige „Solidarität“ spiegelt sich auch in all diesen „Hilfsprojekten“ wider, wie beispielsweise Spendenaktionen (wo sowieso nur ein Teil davon dort ankommt), Missionsarbeit m. Schulgründungen usw.(die dann enden, wenn die honorablen Gründer wieder abreisen) oder solchen verlogenen Sachen, die Alibifunktion haben (wie „Weihnachten im Schuhkarton“). Das ist oft nur „Gewissenberuhigung“ aber keine wirkliche Hilfe! (ehrliche Absichten mal ausgenommen) @rheinlaender, die richtige Hilfe hast Du schon genannt: kubanische Ärzte in Angola, DDR-Freundschaftbrigaden usw. Und Du hast sicher recht, was die Regierungen betrifft, die das Volk „verdient“ hat. Ist bei uns ja auch so! Hauptproblem ist eben immer wieder der Imperialismus!!!

    Liken

  5. (2)Ich wollte mit obigen Beitrag keinesfalls den Mut und die Bedeutung von Freiheitskämpern und Anti-Imperialisten, ihren Kampf gegen den westlichen Imperialismus herabsetzen in allen diesen Ländern, ihre Bedeutung auch für den anti-imperialistischen und anti-kapitalistischen Kampf in den imperialistischen Hauptländern schmälern.
    Doch so lange in den Hauptzentren des Imperialismus Friedhofsruhe herrscht, unterbrochen von bestenfalls eher karnevalistischen Unmutbekundungen, werden alle diese Freiheitskämpfer wie eben ein Thomas Sankara am Ende immer auf verlorenen Posten stehen, früher oder später scheitern, gestürzt, beseitigt, oft ermordet werden.
    Einer Schlange muss eben der Kopf abgeschlagen werden (und nicht bloß der Schwanz, das Ende), uralte Weisheit vieler Völker.

    Übrigens noch zur Illustration:

    Einer dieser typischen „Franchise-Unternehmer“ so vieler „Dritte Welt“ Länder, der nette liebreizende Herr Mobuto und sein Clan, „verdienten“ auf diese Art mit ihrem „Unternehmen Kongo/Zaire“ – Sparte: wertvolle Rohstoffgewinnung und Abtransport – auf diese Weise satte 5 Mrd. US-Dollar, gebunkert allerdings nicht in Kinshasa, sondern der Schweiz.

    Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent soll es inzwischen über 800 000 Millionäre geben, das entspricht in etwa der Zahl der Millionäre in Deutschland.
    Ob wenigstens DIESE feinen Leute unseren Imperialisten immer wieder mal „Danke“ sagen? 🙂

    Liken

  6. Von der WSWS Website abgesehen, man ist halt umzingelt …
    Drollig ist ja, das die den Hiphip-Hura Schäfer als ehemaligen „Stalinisten“ und ehemaliges DKP Mitglied
    anpinkeln.

    Was von der Partei zu halten ist, die sich auf dem Imperialistenkarussell das Pferd „Linkspartei“ ausgesucht hat, kann nicht neu sein. Was inzwischen seitens der „Linken“ an Einreihungsschriften dort so zusammengeschrieben ist und Handlungscode wurde, macht aber deutlich, die meinen es erst, sich (auch) international gegen die Interessen der Arbeiterklasse zu stellen.

    http://www.wsws.org/de/articles/2013/10/18/link-o18.html

    Liken

  7. …auch WSWS ist keine normale (d.h. kommunistische) Website, sondern vertritt ebenso auch antikommunistische Positionen. Nur, nicht jeder merkt das gleich: bürgerliche Ideologen haben ja im Laufe der Jahre ganz abgefeimte Methoden entwickelt, um (echte) kommunistische Organisationen, Websites und Initiativen zu unterwandern und fremde, trotzkistische, stalinfeindliche, antimarxistische Positionen einzuschleusen, um sie in innere Streitigkeiten zu verwickeln, ihre Kampfmoral zu untergraben und schließlich in die Selbstauflösung zu treiben. Weniger standhafte Menschen verfallen dann in Resignation oder werden zu Verrätern.

    Deshalb ist es so wichtig, klare marxistisch-leninistische Standpunkte zu vertreten, aufrechte Menschen (wie Th.Sankara) zu würdigen und sich mit der bürgerlichen Ideologie auseinanderzusetzen. Der Begriff „Stalinismus“ ist ja bspw. so ein antikommunistischer Kampfbegriff…

    Liken

    1. Hallo Norbert, WSWS, oder hier die „Linke Zeitung“(mit ihr politisch verbandelt)….., du sagtest es ja schon….

      Wie im Grunde heimelig-wohlig-wohl mögen sich wohl viele, sicher die meisten dieser „Linken“ in Wahrheit im Imperialismus fühlen, wenn man solche „Solidariatätsbekundungen“ verfasst mit solchen wirklich schon Bände sprechenden Sätzen wie diesen:

      „Wir als (radikale) Linke, Menschen die meist das Privileg genießen dort zu wohnen, wo wir wollen, falls wir es uns leisten können, Menschen mit Pässen und zumindest einem einigermaßen sicheren rechtlichen Status, haben die Pflicht unserer, auf tausenden Plena, in hunderten Szene-Kneipen, in Texten in Zeitschriften, auf Internetplatformen usw., proklamierten Solidarität Taten folgen zu lassen!“

      Hier noch der Link hierzu:

      http://www.linkezeitung.de/index.php?option=com_content&view=article&id=17029:wenn-nicht-jetzt-wann-dann-fuer-eine-aktive-solidaritaet-mit-den-gefluechteten&catid=21&Itemid=58

      Nichts gegen Solidarität mit Unterdrückten, Ausgebeuteten, Flüchtlingen, doch sollte da nicht auch mal nach den Ursachen gefragt werden, nach den Taten aller jener „Demokraten“ auch bei „uns“, welche „uns“ sogar „privilegieren“(!) sollen, welche mit ihrer Politik wie Gatt, Freihandelsabkommen aller Art, NATO und NATO- „Missionen“, angezettelten und geschürten, organisierten „Bürgerkriegen“, „Regime changes“, „Stammeskriegen“, „Tribalismus“, mörderischen „Islamismus“, hemmungsloser Ausplünderei in engster organisierter Zusammenarbeit mit einheimischen „schwarzen“ gekauften Subjekten und Verbrechern, barbarischsten widerlichsten Schlächtern diese Zustände schufen und weiter aufrechterhalten?
      Man mag sich manchmal schon fragen, ob diese „Linken“ mit dieser ihrer verlogenen heuchlerischen „Solidarität“ – zumindest objektiv(!) – nichts anderes bezwecken, als alle diese für sie wohl herrlichen „privilegierten“ Zustände zumindest bei „uns“ durch legalisierte massenhafte Flüchtlingsströme zu „uns“, nach „Europa“, möglichst noch lange so aufrechterhalten zu wollen?
      Die maßgeblichen Imperialisten hier und ihre mörderischen blutbefleckten (etwas stärker pigmentierten)Helfershelfer und Werkzeuge „dort unten“ können jedenfalls mit solchen („radikalen“!?…) „Linken“ höchst zufrieden sein! Bravo, ihr „Linken“!

      Liken

  8. Ganz richtig, Sascha. WSWS halte ich nicht bloß für keine „normale“ Webside, sondern für eine gefährliche. Eben aus den von Dir benannten Gründen. Ich hatte ja auch klargemacht, dass ich die zu den uns umzingelden Feinden zähle.

    Das üble am Kampfbegriff „Stalinist“ ist, dass wir darüber doch auch viele Genossen verloren haben an der imperialistischen Indoktrination. Solche Genossen waren nicht gefestigt in ihrer Bewusstseinsentwicklung, sonst wäre es nicht zum (vielleicht ungewollten) Überlaufen zum Feind gekommen.

    Und wie sagt Peter Hacks in einem Brief an Gossweiler so klarsichtig: „Man geht nicht vom Stalinbild des Feindes aus.“

    Und jeder der sich als, wie vom Feind gewünscht, Antistalinist bezeichnet, kann nicht als Marxist-Leninist gesehen werden. Ein sog. Antistalinist ist schlichtweg ein Antikommunist. Punkt! Über mache Sachverhalte will ich, auch (und gerade!) mit sogenannten Linken nicht mehr (schein-)diskutieren – ich meine Deinem Block zu entnehmen, dass wir darin einig sind.

    Das Buch von Domenico Losurdo, STALIN fand ich differenzierter als den Feindschmutz der bislang gehandelt wird. Nur Feindpropaganda bleibt Feindpropaganda, selbst wenn die Techniken weniger Grobschlächtig daher kommen.

    Der Verrat den die Partei die LINKE uns zufügt, kann nicht überraschen, da wird der Verrat an der DDR fortgesetzt. Dennoch müssen wir erkenne, dass es nicht gelungen ist, eine Mehrheit in dieser Partei, zu unseren Gunsten zu erlangen. Und der Feind hat die KPD so tief geschädigt, dass die Arbeiterklasse gegenwärtig ohne kampffähige Partei dasteht.

    Ich stimme Dir zu, unsere Aufgabe ist, einen unumstößlichen marxistisch-leninistischen Standpunkt zu vertreten, daran richtet sich die Arbeiterklasse aus und darin nimmt der Sieg seinen Lauf …

    Liken

  9. Danke, Vorfinder, für den Kommentar. So sehe ich das auch. Kurt Gossweiler hatte sich mal mit Losurdo befaßt, den ich sogleich verworfen hatte, aber das war/ist freilich mein Vorurteil. Am Beispiel von Sankara (aber auch Chavez u.a.) sehen wir, wie wichtig eine marxistisch-leninistische Grundbildung ist. Man braucht sich nur Lenin, Stalin, Thälmann, Swerdlow, Frunse… anzusehen, um zu erkennen, wie wichtig das ML-Studium ist.

    Liken

  10. Vorfinder (Besucher)
    18. Okt 2013 @ 19:24:23

    „Ganz richtig, Sascha. WSWS halte ich nicht bloß für keine „normale“ Webside, sondern für eine gefährliche.“

    Das ist unzweifelhaft auch für mich richtig!

    Doch dürfen wir bei dieser Festsetellung nicht stehenbleiben, sondern müssen uns selbst und gegenüber anderen darüber Rechenschaft ablegen, WORIN die Gefählichkeit solcher „linker“ Vereine/Parteien,“Plattformen“ besteht.
    Es ist deren raffinierte Demagogie, nämlich unzweifelhafte Wahrheiten über den Kapitalismus und Imperialismus immer wieder zu KOMBINIEREN mit bürgerlicher Weltanschauung, Herumfuchteleien mit rein bürgerlichen Begrifflichkeiten, welche in ihrer Abstraktheit gesellschaftliche Zusammenhänge vernebeln, statt sie zu erhellen.
    Jeder, der sich mal die Mühe machte, Reden Adolf Hitlers anzuhören, welche er insbesondere vor Arbeitern und sonstigen kleinen Leuten, „Parteigenossen“ hielt, erkennt sehr schnell, was für eine mächtige Waffe geschickte Demagogie darstellt für Menschen, welche über keine nenneswerten wissenschaftlichen Kenntnisse, über kein klares Klassenbewusstsein verfügen.
    Der damalige „Führer“, viele der heutigen „Linken“, sie alle benutzen raffinierteste bürgerliche Demagogie, Mißbrauch der Psychologie etc…, als ideologisches BÜRGERLICHES Kampfmittel, um die bestehenden gesellschaftlichen Zustände zumindest in den Köpfen der Unterworfenen, Ausgebeuteten, Verdummten, Unwissenden noch möglichst lange zu zementieren, und eben, bei aller angeblichen „Kritik“!

    Liken

  11. LINKE/WSWS
    Hallo Sascha, Harry, Vorfinder
    Wer gegen die DDR und Kuba hetzt, sich für humanitäre Nato Schlachtfeste oder eine zentral kapitalistisch geführte EU einsetzt, ist für mich antikommunistisch. Das gilt für die extrem nach links und rechts schwankenden, zersplitterten Trotzki Fans, aber auch für die Linke. Hab letztere als realistische Reformpartei gewählt, wegen 1050 Euro Mindestrente, 10 EuroMindestlohn oder 150 Euro Hartz4Erhöhung. Der Unterschied zu heute ist für Betroffene vergleichbar mit Lungenkrebs im Endstadium oder einem leichten Durchfall. Die Linke will sich bei privilegierten Akademikern einschleimen, während Arbeiter für die ein Fremdwort ist. Find es aber ermüdend KOMPLIZIERT und verwirrend, die als Verräter zu bezeichnen. LINKS hiess in der BRD NIE kommunistisch, sondern bischen mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Bunt, mehr Emanzen, und individuelle Freiheiten, auch wenn dies oft nur von der Eigentumsfrage ablenken sollte. KOMPLIZIERT find ich aktuell auch den Begriff trotzkistische Agenten. Gibt, gab es denn Gehaltslisten auf denen diese stehen, oder können die einfach aus Ideologie, Dummheit nichts dafür ? Trotzki Fans verleumden die hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der DDR. BSP, zitiert WIKI: Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht. Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) (2013 also heute ca. unvorstellbare 800MRD Euro http://de.wikipedia.org/wiki/Durchschnittsentgelt)– die der BRD demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97-98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130fache.
    ABER !!! Wieso hat Stalin die reiche Schwer-, Industrienation BRD so ungeschoren davonkommen lassen, aber die kleine DDR alles bezahlen lassen ?
    Wieso hatte Stalin so wenig Kontakte mit Mao/China ?
    Was TrotzkiFans unter Sozialismus in einem Land bei wswsorg behaupten, sorgt für Kopfschmerzen. Wenn ich Sätze wie „… die kapitalistischen,.. wirtschaftlichen .. Produktivitätskräfte sprengen unweigerlich ihre nationalen Fesseln..“ von Leuten lese, die noch nichtmal ihre eigene Lohn- oder Heizkostenabrechnung lesen können, ist da was faul. Da hat jemand von Ökonomie NULL Ahnung, sondern brav Parteikauderwelsch auswendig gelernt. Solche Aussagen muss man mit Zahlen, Fakten, Leben füllen. Aber was Stalinfans über das haarspaltende HickHack beim ZickZackkurs Lenins, Stalins betreffend der prokapitalistischen/proGrossbauern NEP Zugeständnisse behaupten, find ich auch nicht besser.
    Hat jemand das Buch vom Trotzkifan peter schwarz (Marxismus gegen Maoismus) gelesen ? Find die Schwerpunkte des Arbeiterkampfes 1987/1988 in Duisburg sehr gut, super verständlich ausgerarbeitet. Auch heute für OpelBochum wegweisend. ERNSTgemeinte Frage: Auch wenn dort gegen Stalin/Mao gehetzt wird, ist dieses Buch wirklich konterrevolutionär oder im Interesse des Kapitals, oder sogar von diesem finanziert ????

    Liken

  12. Hallo rheinlaender, da stellst Du den Linken in der BRD aber kein gutes Zeugnis aus, aber Du hast wohl nicht ganz unrecht. Die Trotzkisten und andere Lenin/Stalin/DDR-Feinde sind eben ganz brauchbar für gewisse „Dienste“, wenn es gegen die Kommunisten geht. Und da findet sich auch immer irgendwo ein gewisses Sümmchen, um die hintenrum zu unterstützen. Das gilt übrigens auch für jedes antikommunistische Buch. Wer zahlt da das Honorar? Also den Begriff des „Agenten“ würde ich lieber nicht so schnell beiseitelegen. Naja, und ein Zickzackkurs (der NEP) war das sicher nicht, sondern gezwungenermaßen ein „kontrollierter Rückzug“. Ob’s richtig war? Hinterher weiß man’s immer besser!

    Liken

  13. Diese so genannten „Trotzkisten“ kann man schon deshalb als recht verdächtige Schaumschläger abtun, weil sie entweder zu unwissend sind oder aber zu unehrlich zu erwähnen, klar auszusprechen, dass es vor allem ihr geliebtes Idol war, welches die Anwendung von administrativer, einschließlich militärischer Gewalt zur Lösung politischer und ökonomischer Fragen ganz im Gegensatz zu den Genossen Lenin und Stalin nicht nur immer wieder öffentlich vetrat, sondern diese auch häufig exekutierte.
    Lenin höchstpersönlich lobte zwar Trotzkis unbestreitbares Organisationstalent, kritisierte aber gleichzeitig dessen „Hang zum Administrieren“.
    Sie unterschlagen auch, dass Trotzki ein ewig Schwankender war, vor, während und nach der Oktoberrevolution, permanent Positionen, von diesen politischen Mitstreitern zu jenen wechselte, und wieder zurück…
    Wie der Genosse Lenin nicht nur einmal sagte, Trotzki war nie ein richtiger Kommunist, Bolschewik.
    Müssen wir uns da noch wirklich wundern, dass dieser Trotzki gerade auf sich „links“, „marxistisch“ kostümierende bürgerliche Intellektuelle zu eine faszinierende Anziehungskraft besitzt?
    Sie sins Fleisch von seinem Fleische, bzw. umgekehrt.
    Wir können diese Trotzkisten wirklich beiseite legen, vergessen, weitgehend unbrauchbar.

    Noch ein Wort zu den Agenten.
    Ob es sich bei all diesen Personen, die so viele revolutionäre Arbeiterorganisationen und Arbeiterparteien bürgerlich, revisionistisch zersetzten, um Agenten im herkömmlichen Wortgebrauch oder aber um Agenten im metaphorischen Sinne handelte, bleibt am Ende ziemlich gleich, nur die Resultate zählen!

    Liken

  14. Lieber Harry, wir kommen hier etwas vom Thema ab. Vielleicht können wir das woanders noch ausdiskutieren. (Übrigens die Aussage Lenins, nachdem er Trotzki ein „unbestreitbares Organisationstalent“ bescheinigt habe, stammt m.W. aus dem sog. „Lenins Testament“, von dem ziemlich klar ist, daß es eine Fälschung ist.)

    Liken

  15. @all
    Ich seh die Fortsetzung erst jetzt. Will nun nicht ausweiten, was angetipt wurde, und wohl doch in andere Bereiche führt.

    Aber auch hier denke ich gerade; es ist schon ein Ding, dass die Indoktrination des Klassengegners in der Gesellschaft so tief sitzt, dass Stichworte reichen und quasi der Feind „Beschäftigung“ schafft. Das es gelingt uns immer noch, immer wieder z.B. mit Trotzki zu beschäftigen, ist durchaus eine Leistung des Klassenfeindes.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s