Zukunft — wie bitte?

Wie soll die Zukunft der Menschheit einmal aussehen?
Sowetische Heimat
Schon Ernst Thälmann sagte: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“
Und er meinte damit die Sowjetunion unter Lenin und Stalin…

Wir wissen: Der Kapitalismus erweist sich zunehmend als unfähig, die wachsenden Menschheitsprobleme auch nur ansatzweise zu lösen. Im Gegenteil: er schafft ständig neue, bedrohlichere. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt eilt dem gesellschaftlichen Fortschritt weit voraus, aber auch der ist, wie es scheint, nun nicht mehr aufzuhalten. Auch die Niederlage des Sozialismus wurde analysiert; nicht immer richtig, nicht immer ehrlich. Es gibt Unmengen an verlogener bürgerlicher Propaganda darüber.

Bei den fortschrittlichen Kräften unseres Planeten herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, daß nicht nur der sich verschärfende Klassenkampf, sondern auch der moderne Revisionismus die Schuld am Niedergang des Sozialismus tragen. Es war eine bessere Gesellschaft als die, in der wir heute leben. Und so erstrahlt das Bild des Sozialismus (nicht nur der DDR, sondern auch der Sowjetunion) trotz aller Fehler, die wir kannten, weithin als leuchtendes Beispiel einer besseren, zukunftsfähigen Gesellschaftsform. Die Suche nach einem Ausweg, nach einer Alternative zum Kapitalismus ist also groß. Und so wird es immer wieder Versuche und Anfänge geben, vermittels organisatorischer Gründungen und kommunistischer Initiativen nun endlich in den Gang der Geschichte einzugreifen, und gewissermaßen das Ruder doch noch herumzureißen, um nicht noch weiter in die Barbarei hineingestoßen zu werden, als wir es heute schon sind. Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, der heutige Kapitalismus sei nur ein Koloß auf töneren Füßen, und es bedürfe nur einer Revolution, um ihn zu Fall zu bringen, sei als Gedankenanstoß nochmals zitiert, was Genosse Stalin in den Jahren kurz nach der Oktoberrevolution darüber sagte:

Das erste Stadium:
„Die Entwicklung des Kommunismus in Rußland hat eine lange, mehrere Jahrzehnte währende Geschichte theoretischer Arbeit und theoretischen Kampfes innerhalb des russischen Sozialismus. Aus diesem Kampf ging eine festgefügte Gruppe führender Elemente hervor, die genügend stark in der Theorie und standhaft in prinzipieller Hinsicht waren, um die Parteimassen führen zu können.“ [1]

Die Partei:
„Die Entwicklungsetappen der Partei vor 1917:
a) Schaffung des Grundkerns, insbesondere der Gruppe ‚Iskra‘ usw. Kampf gegen den Ökonomismus, Credo
b) Herausbildung von Parteikadern als Grundlage der zukünftigen Arbeiterpartei im gesamtrussischen Maßstab (1895-1903). II.Parteitag
c) Entwicklung der Kader zur Arbeiterpartei und Auffüllung der Partei mit neu mobiliserten Parteiarbeitern im Verlauf der proletarischen Bewegung (1903-1904). III.Parteitag.
d) Kampf der Menschewiki gegen die Parteikader, für deren Auflösung in einer parteilosen Masse (‚Arbeiterkongreß‘) und Kampf der Bolschewiki für die Erhaltung der Parteikader als Grundlage der Partei. Londoner Parteitag und Niederlage der Anhänger des Arbeiterkongresses.
e) Liquidatoren und Parteianhänger. Niederlage der Liquidatoren (1908-1910)
f) 1908-einschließlich 1916. Periode der Verbindung der illegalen und der legalen Formen der Arbeit und Wachstum der Parteiorganisationen in allen Arbeitsbereichen.“ [2]

Gegen den Opportunismus:
„Hatte Lenin recht, wenn er einen unversöhnlichen Kampf gegen die Versöhnler führte? Jawohl, denn sonst wäre die Partei verwässert worden und wäre nicht ein Organismus, sondern ein Konglomerat verschiedenartiger Elemente, sonst würde die Partei nicht über den inneren Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die beispiellose Disziplin und die unübertroffene Elastizität verfügen, ohne die sie und die von ihr geleiteten Sowjetmacht nicht imstande gewesen wären, sich gegen den Weltimperialismus zu behaupten.“ [3]

Das Hineintragen des sozialistischen Bewußtseins in die Arbeiterbewegung:
„Man sagt“, schrieb Genosse Stalin, als er die Leninschen Ideen entwickelte, „daß die Arbeiterklasse in einigen Ländern selbst eine sozialistische Ideologie (den wissenschaftlichen Sozialismus) herausgearbeitet habe und sie auch in den übrigen Ländern herausarbeiten werde, weshalb es ganz überflüssig sei, sozialistisches Bewußtsein in die Arbeiterbewegung von außen hineinzutragen. Das ist jedoch ein schwerer Irrtum. Um den wissenschaftlichen Sozialismus herauszuarbeiten, muß man an der Spitze der Wissenschaft stehen, muß man mit wissenschaftlichen Kenntnissen gewappnet sein und es verstehen, die Gesetze der historischen Entwicklung eingehend zu erforschen. Die Arbeiterklasse aber, solange sie Arbeiterklasse bleibt, ist außerstande, an die Spitze der Wissenschaft zu treten, sie vorwärtszubringen und die historischen Gesetze wissenschaftlich zu erforschen: sie hat hierfür weder Zeit noch Mittel.“ [4]

Die proletarische Revolution:
„Wie ist der Eintritt eines Moments revolutionärer Explosionen zu bestimmen? Wann kann man sagen, daß ‚die Frucht reif geworden‘, daß die Verbereitungsperiode zu Ende sei und daß man zu handeln beginnen könne?
a) Wenn die revolutionäre Stimmung der Massen anschwillt und überschäumt (…)
b) Wenn die Unsicherheit und die Verwirrung, die Zersetzung und der Zerfall im Lager des Gegners ihren Höhepunkt erreicht hat, wenn die Zahl der Überläufer und Abtrünnigen aus dem Lager des Gegners mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde wächst (…)
c) Wenn diese beiden Momente (Punkt a und b) zeitlich zusammenfallen, was auch wirklich der Fall ist.“ [5]

Der Sozialismus:
„Um aber die Organisierung einer richtigen Weltwirtschaft in Angriff nehmen zu können (wenigstens in Angriff zu nehmen), muß das Proletariat wenigstens in einigen fortgeschrittenen Ländern gesiegt haben. Solange das nicht der Fall ist, ist unsere Partei gezwungen, Umwege zu suchen, Umwege einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den kapitalistischen Gruppen. (…) Das sind die durch den Oktober 1917 geschaffenen eigenartigen Bedingungen…“ [6]

Zitate von J.W.Stalin (Werke):
[1] „Rede bei der Eröffnung der Beratung der Kommunisten der Turkvölker“, Bd.5, S.1
[2] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.60f
[3] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.61
[4] „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“, Bd.1, S.86
[5] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.63
[6] „Die Partei vor und nach der Machtergreifung“, Bd.5, S.95

Nachtrag:
Wie Karl Marx schon sagte, wird es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis geben. Es gibt nur diese eine Alternative: Sozialismus oder Barbarei! Die Barbarei haben wir heute: den räuberischen, ausbeuterischen Kapitalismus/Imperialismus mit faschistoider Tendenz. Damit jedoch eine Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft verwirklicht werden kann, muß der ganze geistige Unrat jahrhundertelanger kapitalistischer Herrschaft aus den Köpfen beseitigt werden, und in der Arbeiterklasse muß wieder ein proletarisches Bewußtsein entstehen. Dazu bedarf es einer führenden Kraft, einer marxistisch-leninistischen Partei, die frei von Opportunismus und Revisionismus ist. Wir befinden uns heute also wieder ganz am Anfang…

Siehe auch:
A.G.Grigorenko über Lenin’s Schrift „Was tun?“

3 Gedanken zu “Zukunft — wie bitte?

  1. Als ich Deinen Artikel las, Norbert, dachte ich spontan an die FDJ-Singebewegung. Ich habe die verknappten (wie auch anders) Texte in ihrem oft frischen wie nachdenklichen Optimismus geschätzt. Und noch heute lege ich mir das eine oder andere Lied auf, wenn´s (weltpolitisch) mal wieder Düster steht.

    Auch wenn das Hier sich gewandelt hat, mochte ich heute „Hier, wo ich lebe“ vom Oktoberclub hören. Im Lied heißt es quasi, dass man sein Ziel nicht für Endstationen her gibt.

    Wir sind vorübergehend in diese Endstation Imperialismus geworfen. Wie will man da anders denken, als nach dem Sozialismus zu greifen.

    Ich sehe nicht, dass der Kapitalismus mit einem großen Kladderadatsch vergeht. Vielleicht mit den Geräuschen eines Kladderadatsch, aber einen Zusammenbruch Dienstag im März und dann ist er weg, wird es nicht geben. – Mann würde ihn ja lassen, aber so wird es doch wohl nicht sein.

    Zwar durchläuft der Kapitalismus nun eine Epoche seiner inneren Auflösung. An einem Vormittag ist es mit einer Epoche aber nicht durch. Die historische Zeit des Kapitalismus ist abgelaufen. Die Kapitalisten und deren Eliten haben da schon eine Ahnung. Nur die Linke hat sich (mehrheitlich?)eingerichtet und an den Kapitalismus gewöhnt und bildet flux Reparaturtrupps um dem Kapitalismus unter die Arme zu greifen. Dort träumt es, dass man den Kapitalismus dem Volke munden lassen könnte.

    So scheint mir das Verquere ja nicht der Kapitalismus/Imperialismus zu sein. Eher kommt das Gift der Lähmung der Arbeiterklasse aus kampflosen Linken.
    Jedenfalls ist nicht zu sehen, dass die Linke dem Kapitalismus adäquat Sterbehilfe zu leisten bereit wäre.

    Im Gegensatz zur vielseitig missbrauchten „Zusammenbruchstheorie“ halte ich den von Marx gesetzten Begriff der „inneren Schranke“ für treffender. Die wert-abspaltungskritische Krisentheorie scheint mir von der heutigen Linken noch nicht eingängig durchgearbeitet.

    Es hat sich erwiesen, dass die Bourgeois nicht durch den Citoyen zu bändigen ist. Die Linke ist bockig und will´s nicht einsehen. Ein Großteil der Linken träumt den Markt durch den Staat regulieren zu wollen und unterschlägt dabei, auch vor sich selbst, wessen der imperialistische Staat ist.

    Die Formeln einer gerechten Verteilung des Werts gehen von der selben irrigen Warte aus. Wie sollte eine gerechte Verteilung des Werts, bei Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse Tatsächlich werden? Die irrationale Form eines destruktiven, abstrakten Reichtums muß abgeschafft werden. Marx hat uns dies aufgezeigt. Die Linke feilscht mit den Kapitalisten aber lieber über den Wert der ausgebeuteten Arbeit.

    Für alle Welt sichtbar ist es nicht der Imperialismus der seinen Niedergang verfehlt, es ist die Linke, die nicht bereit ist, ihn den Stoß zu geben.

    Marx warnte uns, es könne ebenso den Weg in die Barbarei und in den gemeinsamen Untergang geben. Entschieden scheint mir die Wegnahme nicht, aber Vorsprung haben die Linken sich auch nicht erarbeitet. Der Imperialismus spuckt Blut und das Volk reicht staunend das vorletzte Hemd.

    Die revolutionäre Verantwortung ist nicht erfüllt. Vielleicht war die „Welt“Linke und eben auch die DDR doch eben überrascht über den historisch(!) relativ schnellen Niedergang des Kapitalismus/Imperialismus. An sich gab es keinen Grund zur Verblüffung, die Klassiker haben ja nichts versäumt. Vielleicht aber kam der Sozialismus als „Belohnung“ einfach zu früh für das kapitalismusverschleimte Bewußtsein der Völker.

    Da Marx es an eindeutiger Warnung nicht fehlen ließ: Barbarei und gemeinsamer Untergang oder Sozialismus, sollten wir der Menschheit zutrauen zu verstehen. Die Frage ist ja wohl, braucht der Mensch Kanonendonner, Feuer, Rauch, Hungertod um zu verstehen oder geht es auch mit lesen, denken, sich selbst erkennen?

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  2. http://www.stalinwerke.de/band07/b07-008.html

    Solcher Brief könnte (im wesentlichen) auch heute geschrieben sein. Schreibt von den linken Funktionären aber keiner. (Naja, ein Stalin ist nirgends drunter, die Nachsicht muss man mit den Leutchen schon haben). – Da dies aber so ist, was wundern sich da einige, dass wir z.B. Stalin lesen. Auf die Klassiker ist Jahre zu viel verzichtet worden. Wäre dies nicht zugelassen worden, wir könnten weiter sein!

    Sagt solche (grundsätzliche) Aktualität, solcher weit zurückliegender Schriften unser Klassiker, dass zwar der Imperialismus bei seinem Niedergang in der Epoche seiner (blutigen?) Auflösung angelangt ist, wir jedoch, also die Arbeiterklasse, die Linke allgemein, den Stand des Heute noch nicht begriffen haben?

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