Die „Iskra“ und der richtige Weg

iskra_sDie illegal erscheinende marxistische Zeitung „Iskra“ (Funke) war das theoretische Organ der SDAPR. Sie wurde von Lenin im Jahre 1900 gegründet und war „nicht irgendeine Arbeiterzeitung, sondern setzte sich zum Ziel, die bewußtesten Teile der russischen Arbeiterbewegung rund um ein marxistisches Programm zu sammeln“. Eine Mitarbeiterin Lenins, Z.S. Selikson-Bobrowskaja, schreibt:

In der Periode der Zersetzung und der Schwankungen in den Kreisen der russischen Sozialdemokraten haben Lenins „Aufgaben“, die so klar die Wege der praktischen Tätigkeit wiesen, eine große Rolle im Lande gespielt. Charkow bildete damals keine glückliche Ausnahme. Obwohl unsere Arbeit mit ziemlich viel Schwung geleistet wurde, gab es auch so manches Durcheinander bei uns. Darüber hat sich Lenin in seinem bekannten Vorwort zu der Broschüre „Die Maitage in Charkow“ geäußert. Er kritisierte die Mängel der Charkower Parteiorganisation, die am 1. Mai 1900 bei der ersten offenen Demonstration der Charkower Arbeiter zutage traten:

Die Arbeitermasse ist bereits in Bewegung und ist bereit, den sozialistischen Führern zu folgen, dem „Generalstab“ aber ist es noch nicht gelungen, eine starke Kerntruppe zu organisieren, die alle vorhandenen Kräfte der klassenbewußten Arbeiter richtig verteilt und die konspirative (geheime) Organisation der Sache so sichert, daß die vorher aufgestellten Aktionspläne nicht nur den Behörden, sondern auch allen außerhalb der Organisation Stehenden unbekannt bleiben.[1]

Ohne eine starke Führung geht es nicht

Wir Parteifunktionäre waren uns zwar dessen nicht völlig bewußt, fühlten aber doch das Fehlen einer „starken Kerntruppe“, die alle vorhandenen Krafte richtig vertei1te. Das machte sich nicht nur in dieser Organisation bemerkbar; die „Kerntruppe“ feh1te damals in der gesamten Partei. Nicht umsonst schlugen unsere Herzen so freudig, als wir im Sommer 1900 von einem aus Poltawa erschienenen Referenten von dem Plan erfuhren, im Ausland ein führendes Zentrlorgan der Partei zu schaffen. Der Referent machte uns ausführlich mit den Aufgaben der zukünftigen Leninschen „Iskra“ bekannt; ohne Namen zu nennen, teilte er uns mit, daß dieser Plan in der Verbannung ausgearbeitet worden sei, daß der Initiator dieses Planes seine Verbannungszeit abgebüßt habe und schon ins Ausland abgereist sei, wo er die Realisierung dieses Planes in Angriff nehmen werde, und daß sich alles im vollen Einvernehmen mit der Gruppe „Befreiung der Arbeit“, mit der schon eine langjährige Verbindung bestehe, vollziehen werde.

Aber es gab auch Einwände gegen diese Zeitung…

Nicht alle Beratungsteilnehmer begrüßten diese Mitteilung des Referenten. Einige Ökonomisten, die unlängst aus Petersburg gekommen waren, Anhänger der „Rabotschaja Mysl“, äußerten die Befürchtung, daß die neue Zeitung unter den Fittichen der Gruppe „Befreiung der Arbeit“ nur zum politischen Kampf aufrufen und den ökonomischen Kampf dabei völlig ignorieren werde. Nicht ganz billigten diesen Plan auch die von „Lokalpatriotismus“ infizierten Enthusiasten der Zeitung „Jushny Rabotschi“, die befürchteten, das künftige Zentralorgan der Partei könnte den Glorienschein des „Jushny Rabotschi“ verdunkeln. Im allgemeinen aber gab es nicht allzu viele Einwände, und wir versprachen dem Referenten, daß wir die neue Zeitung sowohl durch Artikel und Berichte als auch eventuell mit Geld unterstützen würden.

…wir alle wurden verhaftet

Nach der Abreise des Referenten erwarteten wir mit Ungeduld die erste Nummer der vielversprechenden neuen Zeitung. Doch mußte so mancher von uns lange darauf warten, denn in Kürze wurden wir alle verhaftet. Zum Beispiel bekam ich persönlich die ersten Nummern der „Iskra“ etwa anderthalb Jahre nach ihrem Erscheinen zu sehen, erst nach Ablauf meiner Untersuchungshaft. In die Einzelzellen des geheimen Korridors des Charkower Gouvernement-Gefängnisses konnte die „Iskra“ damals auf keine Weise eindringen. Die Leninsche „Iskra“ gelangte damals nicht in meine Zelle, dafür aber Lenins unlängst unter dem Namen Iljin legal erschienenes fundamentales Werk „Die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland“. Lenin schrieb damals im Jahre 1894:

Die sozialistische Gebildetenschicht kann nur dann auf eine fruchtbringende Arbeit rechnen, wenn sie mit diesen Illusionen Schluß macht und darangeht, ihre Stütze in der wirklichen, nicht aber in einer wünschenswerten Entwicklung Rußlands, in den wirklichen, nicht aber in möglichen sozialen und ökonomischen Verhältnissen zu suchen.[2]

Quelle:
Z.S. Selikson-Bobrowskaja: Unvergeßliche Begegnungen, in: Lenin, wie wir ihn kannten, Dietz Verlag Berlin, 1956, S.48-50

Zitate:
[1] W.I. Lenin, Werke, Bd.4, S.180.
[2] W.I. Lenin: Was sind die Volksfreunde und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokratie?, Dietz Verlag, Berlin 1952, S.206.

Die Zeitung „Iskra“ wurde anfangs in einer kleinen Druckerei in Leipzig hergestellt, die über die erforderlichen kyrillischen Lettern für den Drucksatz verfügte. Seit Mai 1956 bestand die Iskra-Gedenkstätte in der Russenstraße 48 in Leipzig-Probstheida. In der Druckerei der Sozialdemokraten Hermann Rau erfolgte im Dezember 1900 in Anwesenheit Lenins der Druck der ersten Nummer der „Iskra“. Anläßlich des 100.Geburtstages von Lenin erhielt die Gedenkstätte 1970 mit dem Arbeitskabinett und der Bibliothek eine Erweiterung. Die historische Stätte wurde 1993 geschlossen und der Bestand vom Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig übernommen.
DDR-Museum ProbstheidaDruckerei Probstheida
Auch wenn man heute bei uns noch nicht davon reden kann, daß die „Arbeitermasse bereits in Bewegung gekommen“ ist, aber vielleicht regt dieser Text ein wenig dazu an, sich wieder einmal mit Marx, Engels und Lenin zu beschäftigen, und darüber nachzudenken, was nötig ist, um das proletarische Bewußtsein der Arbeiterklasse zu wecken. Lenin sagte damals in einem Gespräch:

Wir brauchen junge Kräfte. (…) In Rußland gibt es eine Unmasse von Leuten, man muß nur weitherziger und kühner, kühner und weitherziger und noch einmal weitherziger und noch einmal kühner unter der Jugend werben, ohne sich zu fürchten. (zitiert nach J.D. Stassowa: Lehrer und Freund, in: Lenin, wie wir ihn kannten, Erinerungen alter Kampfgefährten, Dietz Verlag, 1956, S.106.)

Das trifft genauso auch auf uns heute zu.

16 Gedanken zu “Die „Iskra“ und der richtige Weg

  1. Die Arbeitermassen sind noch nicht in Bewegung, zumindest für die BRD trifft dies zu. Und das dies so ist, beschreibt zwar unsere Schwäche aber eben doch auch das noch ausreichende Vermögen an Verführung und Drohung seitens der Ausbeuter.

    Dr. Manfred Banaschak schreibt in dem Buch DIE MACHT DER VERBÄNDE (1964, Staatsverlag, DDR) über Organisation und Methoden staatsmonopolistischer Machtausübung und Massenverführung.

    Als ich kürzlich in dem Buch wieder las war ich erinnert, wie wenig sich seit damaliger Erkenntnis in heutiger Ausführung bei den Kapitalisten geändert hat.

    Auf Seite 198 heißt es unter der Überschrift:

    Der Antikommunismus
    und das „Verhängnis“ der Einheit der Arbeitklasse

    Der Imperialismus ist seinen Wesen nach Reaktion nach innen und Aggression nach außen. „Sowohl in der Außenpolitik wie auch gleicherweise in der Innenpolitik strebt der Imperialismus zur Verletzung der Demokratie, zur Reaktion“, schreibt Lenin. „In diesem Sinne ist unbestreitbar, daß der Imperialismus, ´Negation´der Demokratie überhaupt, der ganzen Demokratie ist.“ (W.I. Lenin, Bd. 23, Berlin 1957, S. 34) In der Periode der allgemeinen Krise des Kapitalismus verstärkt die monopolistische Bourgeoisie ihren Angriff auf die demokratischen Einrichtungen. Die wachsende Unterdrückung, die Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten und imperialistischsten Elemente des Finanzkapitals muß jedoch nicht unbedingt und immer solche Ausdrucksformen finden, wie in der Zeit des Hitlerfaschismus, …“

    Durchaus interessant ist auch der Abschnitt: Die Anwendung terroristischer Methoden (S. 249)

    Und auf Seite 253 gibt es unter Punkt 2 von den Kapitalistenverbänden folgenden Ratschlag für die Ausbeuter: „Einige Charakteristika der dialektischen Methode: Ihre kommunistischen Diskussionsgegner werden versuchen, Ihnen – scheinbar begründete – entstellte ´Sünden´ oder ´Fehler´vorzurechnen. Persönliche oder gesellschaftliche. Ich empfehle Ihnen, sich nicht auf die gleiche Diskussionsebene zu begeben. Ihnen wird das Wort im Munde umgedreht, einzelne Punkte, die Sie nur abschwächen oder in den richtigen Zusammenhang stellen können, werden als von Ihnen zugegeben gewertet und daran eine ganze Skala weiterer ´Sünden´aufgehängt. Greifen Sie vielmehr an! …“

    Hm, die hatten immer schon Angst vor uns!

    Unter Punkt 3 ist zu lesen welche Grundsätze damals die Kapitalisten für Betriebsversammlungen vorgaben. Lohnt im lesen durchaus aufzufrischen, für den der die Techniken des Feindes heute für gar Neuartig hält.

    Und ja, anders als Kühn kann man heutiger Jugend schon gar nicht gegenüber treten. Die Jugend Lenins Zeit kam aus dem Zarenjoch. Diese Jugend wollte endlich wissen, was ihnen zu wissen bis dahin verwehrt wurde. Ein Großteil heutiger Jugend will überhaupt nicht wissen. Die Indoktrination ist dort in Fortsetzung. In Fortsetzung weil eben oft die Elternhäuser schon indoktriniert sind. Und über die Rolle der Schulen in der BRD haben wir schon unter anderen Artikel gesprochen. Auch die Instrumente wie Internet, sog. soziale Netzwerke, beeinflussende Unterhaltungsmedien etc. stehen doch als zusätzliche Blöcke zwischen Jugend und Aufklärung. Lenin hatte es mit unwissender Jugend zu tun. Wir haben es weitgehend mit verblödeter Jugend zu tun.

    Luis Corvalán bemerkte in einer Rede über verschiedene Kampfformen der Kommunistischen Partei: „Wir Kommunisten stehen den neuen Problemen und Erscheinungen offen gegenüber. Aber nicht alles, was sich als neu darstellt, ist es auch wirklich. Heute wiederholen sich mit anderen Worten und Verbrämungen die alten Angriffe auf den Marxismus-Leninismus und auf die Rolle der Partei, und gleichzeitig will man das Prestige des Kapitalismus in den Ländern mit hoher Technologie und hohen Einkommen aufbessern. Unsere Pflicht ist es auch, diesen Unwahrheiten ideologisch entgegenzutreten.“

    Eine „Iskra“ haben wir heute noch nicht. Die Genossen die solches könnten, haben sich noch nicht gesammelt. Die vorläufigen Tageszeitungen die sich links nennen sind eher hoffnungslose Zeichen. Das ND ist mir ungenießbar geworden, lange schon. Die jW müht sich in Teilen. Immerhin. Allerdings bei so manchen der Autoren auch dort auf den Seiten, wünsche ich schon, das die mal wer fesselt, als Beispiel. Ich muß ja nicht über alles nachdenken.

    Was eine heutige „Iskra“ anbelangt wüßte ich nicht ob wir schon verstanden haben, da dann nicht nur von UNS für UNS zu schreiben. Siehe Problematik der Jugend.
    Ich bin nicht überzeugt, Harry 56 hatte in einigen Kommentaren z.B. da Fürsprache gehalten, Feindsprache zu gebrauchen, um in die geschädigten Köpfe vorzudringen. Die Aufgabe jedoch steht. Lenin hatte eine Sprache, einen Stil, der auch heute noch zündet, auch bei Jugendlichen, wenn es begleitenden Duktus gibt. In einer Zeitschrift (neue literatur. Zeitschrift für Querverbindungen, 1993 Bukarest) las ich neulich die Einleitung: „Legen Sie diese Zeitschrift sofort aus der Hand! Darin nämlich werden Sie informiert; und dadurch könnte Ihre Urteilsfähigkeit Schaden nehmen!“

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  2. Bezeichnenderweise fallen „Vorfinder“ weder die UZ der DKP noch Die Rote Fahne der KPD ein. Nicht, dass sie mit der Iskra zu vergleichen wären. Aber das scheint mir schon ein Symptom dafür zu sein, wie manche Kommunisten von heute ihre „Grundsatzdiskussionen“ führen – nämlich mit grossem Abstand von der heutigen Realität.Es gibt heute in Deutschland eine kommunistische Bewegung, wie sie es zu Lenins Zeiten in Russland gab, auch wenn sie klein ist. Kommunisten sollten sich ihr anschliessen. Wer das nicht tut, bleibt politisch unwirksam und HANDELT nicht als Kommunist.

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    1. Herr Aigner,
      dort wo u.a. Genosse Stalin verunglimpft wird, Antikommunisten Unterschlupf finden, Revisionismus Breite hat, möchte ich nicht zur Verbreitung solcher Verirrung beitragen. Ihre Kritik hat einen schmalen Blick. Ich sehe, dass ich mich als Kommunist höchstmöglich Solidarisch verhalte, in dem ich, wenn ich Themen behandle, die Ihre Beispiele streifen, mich nicht explizit kritisch dazu äußere. Ich habe durchaus Respekt vor den Genossen, die unsere Kommunistische Sache auch in von Ihnen genannten Reihen vertreten. Alles weitere hat gerade „sascha“ mit seinem Kommentar vorweg genommen, ich lasse Wiederholungen aus.

      Es kommt aufs HANDELN an. Darin stimmen wir überein. Ob Handeln sich trifft, liegt sicher sehr an der Frage ob oben genannte Blockaden ausgeräumt werden.

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  3. Bezeichnenderweise erwähnt Herr Aigner hier nicht die antikommunistische Rolle, die die DKP mit ihrer Website im Falle Stalins gespielt hat („Stalin, der Verräter bist du!“), und er erwähnt auch nicht die Uneinigkeit der verschiedenen Gruppierungen untereinander, dazu gehören solche „linken“ Gründungen wie die RLS, die MLPD, die PDL ebenso, wie trotzkistische Gruppierungen. Soll man die „junge Welt“ nun auch dazuzählen, wo sie doch auch Trotzkisten ein Podium bietet? Und er fragt auch nicht danach, worin diese Uneinigkeit besteht. Wir wissen seit langem, daß nicht überall Marmelade drin ist, wo auch Marmelade draufsteht. Wie soll sich ein Kommunist also entscheiden, wenn die Partei, welche er bevorzugt, sich nicht mit revisionistischen Auffassungen auseinandersetzt? Oder wenn sie selbst opportunistische Züge trägt, wie „Die Linke“? Wenn es in dieser Partei Antikommunisten gibt, die man nicht ausschließt? Wie soll er also handeln?

    Ein Kommunist handelt, das ist wahr. Aber er handelt nicht kopflos und in Vereinstreue nach dem Motto „Einigkeit geht über alles“. Auch das ist eine Lehre aus der Geschichte der „Iskra“. Das braucht man nur mal nachzulesen! Am Ende hat Lenin recht behalten, als er und die Bolschewiki sich gegen Plechanow und Michailowski durchsetzten. Und sie setzten sich durch! Es geht hier um einen marxistisch-leninistischen Klassenstandpunkt und um nichts anderes. Auch in der Stalin-Frage. Das ist die Realität! Es gibt nicht d i e Kommunistische Partei, der man sich nur anzuschließen bräuchte. Die kommunistische Bewegung ist nach wie vor gespalten!

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  4. Über das Referat von Georg Fülberth gäbe es kontrovers zu diskutieren. Haben die infrage kommenden Zeitungen solches Thema behandelt? Eher nur in der Behauptung. Und Peter Hacks kann Fülberth aktuell nicht mehr antworten – obwohl ein paar Antworten Hacks vorweggenommen hat …

    http://kommunisten.de/index.php?option=com_content&view=article&id=4678:georg-fuelberth-revolutionaere-theorie-in-nichtrevolutionaerer-zeit&catid=104:meinungen&Itemid=249

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  5. Eine Antwort gibt die „One-Man-Show Stephan Seins“ in der ihm gehörenden „Zeitung“ mit dem traditionsreichen Namen selbst:

    http://rotefahne.eu/2012/12/liebknecht-luxemburg-ehrung-weder-stalin-noch-imperiale-nato/

    Wo der „Stalinismus“ der Hauptfeind ist, wird der Kampf gegen die „imperiale Nato“ zweitrangig!

    Fülberths Nachdenken über die Langlebigkeit des Kapitalismus hat genau wie das Nachdenken der sowjetischen Kommunisten nach Stalin über die Möglichkeit den Weltfrieden unter allen Umständen zu erhalten, kontraproduktive Folgen. Die einen kapitulierten und beendeten so die drohende Konfrontation und die Anhänger Fülberths beschäftigen sich weiter mit sich selbst und richten sich in einer „nichtrevolutionären Situation“ ein.

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    1. Über die „Langlebigkeit“ des Kapitalismus, sein reibungsloses „Surren“ und Laufen dachte der Herr Fülbert schon vor Jahrzehnten, z.B. in der Hamburger Zeitschrift KONKRET des Herrm Gremliza, oft und viel nach.
      Und er denkt noch immer nach, denkt und denkt über „nichtrevolutionäre“ Zeiten nach, und wie man sich wohl diese wenigstens verbal ein weniger „revolutionärer“ und „peppiger“ gestalten könnte…
      Ach, dieser ewig-alte DKP-Barde Fülbert, er schadet eigentlich keinen, er nutzt auch keinen, produziert halt Texte ohne Ende….! 🙂

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      1. Richtig. Und deshalb in die Tonne damit und nicht aufhalten lassen oder reagieren! Klar? Es gibt Wichtigeres auf der Welt als solche kleinkarierten Geister…!

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      2. Dieser Fülbert, klar eigentlich nur für die Tonne!

        Er könnte im Grunde „das Schreiben“ auch ganz sein lassen, einfach seine alten Texte aus dem – sagen wir – Jahre 1975 hervorkramen und mit aktuellen Datum versehen neu herausbringen, täte vielen Leuten von Inhalt und Stil, Duktus her kaum auffallen.
        Mir jedenfalls fallen bei seinem Texten immer wieder schnell die Augenlider schwer nach unten…. 🙂

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      3. Richtig. Und damit wir Klarheit untereinander haben, ich meinte das dies hätten die infrage kommenden Zeitungen sagen müssen. Und da sie es nicht taten, ist beschrieben, dass wir auf uns gestellt bleiben. – Ich meinte, dass dies durchaus in Bezug auf den Artikel und der an sich Notwendigkeit einer „Iskra“ steht …

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  6. Wäre mehr als TOLL SUPER, wenn ein erfahrener Mann wie Herr Aigner, hier kommentiert. Die praktische DKP war mir seit Ende 70 die sympathischte der K/M/L-Gruppen mit teils echten Verbindungen zum Normalo. Die UZ war klasse, hätte aber viel besser verbreitet werden müssen. Aber sie und DKP hat sich sehr im Feminismus, AntiAKW, ElSalvador Freunschaft, antikommunistischer Westernhagen, tote Hosen, Lindenberg, BAPMusik, Fluglärmschutz für Reiche, Protesten, Friedensbewegung, BafögDemos, Hausbesetzer-, Hippieszene, mit Mammies Scheckkarte ausgestattete weltreisende Rucksacktouristen verloren. Die DKP WUSSTE, dass sie eigentlich nur wohlhabende, verklemmte, spätpubertierende Bürgerkinder anspricht, die Ihre paar Pflichtjahre abreissen, um ihre Eltern zu ärgern und zu sich selbst oder ihrem FranchiseGuru zu finden OMMMMHH. Ein wirklich klassenbewusster Arbeiter – das war fast jeder Grossbetriebsarbeiter – (ja damals galt ein moderner BWL Erfolgsprotz/Turnschuhjuppie noch als widerwärtiger, hinterhältiger Schmarotzer, dem man auch mal gern die Grinsefresse polierte), war bei der DKP nicht willkommen. Der galt als Reaktionär, weil er den südländischen Lohndrückern, den gutbürgerlichen Hippies oder schwulen Modepäpsten kritisch gegenüberstand oder einfach nur kurze Haare hatte und auf Familie Wert gelegt hatte. Da hat die DKP leider nur auf die rechte Fassade (ERSCHEINUNG) und nicht auf den roten Inhalt (WESEN) gekuckt.
    Anmerkung: Mit etwas Knete/Geld, kann man sowas wie die UZ locker über sogenannte Obdachloseninitiativen (fiftyfifty usw) vertreiben. Hab im Ruhrgebiet genug Verteiler angesprochen, die dies tun würden.

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  7. Na ja Sascha,

    nicht nur die DKP hat paar gute Sachen gemacht, auch Herr Fülbert. Hab grad leider keiner besseren Link http://www.sabine-wils.eu/georg-fuelberth.php. Als ich – durch Fühlberts Aussagen inspiriert – auf kleinbürgerlichen, oft gutgemeinten Blogs (ASR, Andreas Popp, Elsässer) äusserte, dass es keine echte/ursprüngliche Finanz-/Euro-/ZinsesZins,Währungskrise gibt. Sondern, dass es nur einfach eine kapitalistische Krise ist, die durch Marx/Engels schon vor 150 Jahren auf wissenschaftlich entwickelter Gestzmässig beruht, wurden die BLOGS echt wütend. Diese Blogs gehen wie BÜSO, religiöse Finanzsekten (Popp mit ökonomisch guter Ausbildung und evtl. edlen Absichten, Elsässer, ASR usw) von einem elitegesteuerten, oft satanistischen, ZinsesZinsesZins Verschwörungsbund aus. Da hat Fühlberths Argumentation super mit einfacher Erklärung klar gepunktet. Ich selber auch, als ich schrieb, dass es in der DDR keine nennenswerte Nettoverschuldung gab und der echte Wohlstand höher als in den meisten Westländern war.
    Ich bin weder geschulter noch gefestigter Leninist. Aber auf der Strasse/Kneipe/Sportverein – meine Erfahrung -ist der Germanistikprofessor wie die Putzfrau mit wirtschaftlichen Argumenten am Besten zu überzeugen.

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    1. Ob ASR oder andere dieser kleinbürgerlichen Blogger und zumeist leider auch gefühlten 98% aller Kommentatoren-Schwätzer,trotz gelegentlich auch mal guter Beiträge, eine wirkliche Analyse der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse, Machtverhältnisse, findest du dort nur selten, es herrscht rohester Subjektivismus, das typisch bürgerliche „Männer machen Geschichte“- Geschwätz.
      Daher auch diese abstrusen Verschwörungstheorien, geradezu faschistoide „Kritik“ an den pösen pösen „Bankstern“, der „Rothschild“-FED, pöse pöse Spekulanten gegen liebe brave „Arbeitgeber“, liebliche nette „Mittelständler“* dem „Zinzeszins“, dem endlosen öden blöden „Schulden“-Gejaule etc….
      Man verschwendet dort, als einigermaßen aufgeklärter Mensch mit einer gewissen wissenschaftlich-sozialistischen Grundbildung, einem marxistischen Verständnis der kapitalistischen Ökonomie, im Grunde nur seine kostbare Zeit.
      Es bringt 1000 Male mehr, „gewöhnliche“ und normale Menschen in klaren Worten ohne Fachjargon oder Parteichinesisch, ohne eine ideologisch aufgeblasene abstruse Sprache, zu informieren, aufzuklären.
      Ein verblödetes bürgerliches Intellektuellen-Hirn ist da kaum noch zu erreichen, es sind oft schon halbe Irre, deren Synapsen an den Enden ihrer Neuronen ganz einfach ideologisch und vorurteilsbeladen ohne Ende völlig verkleistert sind.
      Es ist vergebliche Müh bei denen.
      Wie schon Lenin mal sagte, an den bürgerlichen Unis wird der Nachwuchs der besitzenden Klassen von den bürgerlichen Professoren sytematisch verdummt, wird so zu braven Systemlingen, Dienern und Mitmachern dieses Systems herangezüchtet.
      Und das überstehen die meisten dieser Typen geistig-intellektuell einfach nicht, diese bürgerliche Verblödung, Synapsenverkleisterung.

      * Dass diese lieben braven „Mittelständler“ und manchmal gar „Weltmarktführer“ OHNE die pösen pösen „Bankster“ niemals in der Lage wären, mit hochmoderner Technik und hochausgebildeten Proletariern Weltmarkt fähige Produkte zu entwickeln und herszustellen, allein schon aus Kapitalmangel, dass ohne Kredit und ohne selbst „Kreditblasen“ zwecks Kapitalisierung vieler Unternehmen und Herstellung der Kauffähigkeit der großen Masse der Konsumenten(Konsumentenkredite), einschließlich der pösen pösen „Staatsverschuldung“, die heutige kapitalistische Weltwirtschaft nicht mal eine Woche mehr richtig funktionieren könnte, das sehen, wissen und begreifen solche Leute wie ein J.Asmussen oder der „Irre im Rollstuhl“ noch alle Male besser(Blogger-Jargon!), und handeln auch politisch-wirtschaftlich entsprechend, begreifen jedoch alle diese pseudo-intellektuellen Narren nicht, denn die wirkliche Wirtschaft, das wirkliche Geschäftsleben, ob in kleinen, mittleren und Großunternehmen, ist fast allen denen doch ein Buch mit 7 Siegeln, interessiert sie wohl auch gar nicht wirklich, ihnen reicht ihr lautes selbstbefriedigendes Gequake, „Käpsele“-Getue vollkommen aus!

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