Gegen die aggressive Handelspolitik der USA!

Protest gegen TTIPSeit Juli 2013 verhandelt die Europäische Union hinter verschlossenen Türen über ein geplantes Transatlantisches Freihandels- und Investitions-abkommen (TTIP), um „Handelshemmnisse“ dies- und jenseits des Atlantik abzubauen. Ein solches Abkommen hätte jedoch katastrophale Auswirkungen auf die Verbraucherschutz- und Gesundheitsstandards, auf die Klima- und Umweltschutzauflagen, die Landwirtschaft sowie auf viele andere Bereiche in der BRD. Aufgrund ihrer desolaten Wirtschaftslage nimmt die Außenhandelspolitik der USA immer aggressivere Züge an. Mit plumpen Tricks und Geheimverhandlungen sucht der US-amerikanische Imperialismus seine „Freunde“ und „Partner“ in Europa zu überrumpeln. Die Völker Europas werden dazu gar nicht erst gefragt. Dieses Abkommen hätte zur Folge, daß mit Chlor desinfizierte Hühnchen, Klon- oder Hormonfleisch, Milch von genmanipulierten Turbokühen oder gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen völlig legal per Import aus den USA exportiert und den Europäer zum Fraß vorgeworfen werden können. Der sogenannte „Koalitionsvertrag“ der schwarz-roten Regierungskoalition zielt ausdrücklich auf ein erfolgreiches Abschließen der transatlantischen Verhandlungen. Dies muß verhindert werden!

Auf der Website des Umweltinstitus München e.V. finden Sie ausführliche Hintergrundinformationen zum geplanten Freihandelsabkommen.

Siehe hier:
Hintergrundinformation I: Das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP)
Hintergrundinformation II: Brisante Schiedsgerichte
Hintergrundinformation III: Freiheit für Chlorhähnchen und Hormonschweine

Eine verlorene Generation…

BildIm Jahre 1979 erschien in der DDR ein kleines Büchlein, das heute – nimmt man seine Aktualität – von Anfang bis Ende neu gedruckt werden könnte, ohne daß grundsätzlich etwas daran geändert werden müßte. Von ein paar Kleinigkeiten mal abgesehen. Es geht um die Jugend im kapitalistischen Europa. Roland Bach: „Eine verlorene Generation?“ Mit einem Fragezeichen? Ja. Doch heute müßte man es mit drei Ausrufezeichen schreiben! Die Jugend im Kapitalismus ist (von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen) eine verlorene Generation. Was natürlich nicht heißen will, daß sie nicht irgendwie doch noch zu retten wäre. Im Vorwort schreibt der Autor:

„Bedeutend verstärkt wurde die antikommunistische Propaganda unter der Jugend. Bei der Durchführung von Wahlen in den kapitalistischen Ländern konzentriert sich ein beträchtlicher Teil der Anstrengungen der bürgerlichen Parteien auf die Beeinflussung der jugendlichen Wähler. Große Bemühungen unternimmt auch die Sozialdemokratie, um die Teile der Jugend, die mit dem kapitalistischen System unzufrieden sind, die nach einer gesellschaftlichen Alternative suchen, vom Übergang auf revolutionäre Positionen abzuhalten.“ [1] Das stimmt noch heute. Doch lesen wir weiter. Roland Bach schreibt:

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Bilder aus der KVDR (2013)

KVDR_18aNach Beendigung des zweiten Weltkriegs im Fernen Osten und der Befreiung Koreas durch die Sowjetunion, errichteten die Werktätigen Koreas unter Führung der Kommunistischen Partei bzw. der Partei der Arbeit Koreas einen sozialistischen Industriestaat mit entwickelter Landwirtschaft: die Koreanische Volksdemokratische Republik (KVDR). Die sozial-ökonomische Basis der KVDR ist durch sozialistische Produktionsverhältnisse in allen Bereichen der Volkswirtschaft gekennzeichnet. Rund 70% des produzierten National-einkommens werden von der Industrie erbracht. Auf die Bereiche Landwirtschaft und Dienstleistungen entfallen 16 bzw. 14%.

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Bertolt Brecht: An die Nachgeborenen

Schallplatte Ernst Busch

I
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

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UdSSR (1953): Karrieristen kamen an die Macht

Wieso wurden solche Leute wie Chruschtschow, Shukow, Gorbatschow und andere zu Verrätern? Waren es persönliche Motive wie Rache, oder war es Egoismus, Geldgier? War es Machtrausch? Über die Motive kann man lange rätseln. Doch das ist ebenso unnütz, wie über die Beweggründe eines Göring, Goebbels oder Hitler nachzudenken.

Im Jahre 1964 sprach es Mao Tse-tung unmißverständlich aus:

Mao 1964

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Lenin: Eine neue, eine bessere Gesellschaft…

Lange genug haben die Arbeiter Tag für Tag ihren Rücken gekrümmt, sind oft mehrere Kilometer gefahren, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Lange genug haben sie sich von Leiharbeiterfirmen wie die Sklaven ausbeuten lassen. Lange genug haben sich die Arbeiter um ihre geleisteten Überstunden betrügen lassen. Lange genug mußten sich die Arbeiter von ihren Chefs wie dumme Kinder behandeln lassen. Wer aufmuckt, der fliegt raus! Und reiht sich ein in das Heer der Arbeitslosen und Hartz4-Empfänger. Und lange genug haben sich die Arbeitslosen von der sogenannten Agentur für Arbeit verschaukeln lassen. Lange genug mußten die Millionen des Arbeitsvolkes mit ansehen, wie von ihrem Geld Paläste, Villen, Autobahnen und Bankgebäude gebaut wurden. Wieviele Milliarden wurden da oft versenkt! Lange genug wurde das Volk von den Medien an der Nase herumgeführt. Lange genug wurde das Volk schon in der Schule verdummt. Lange genug mußten die Arbeiter Beschimpfungen und Verdächtigungen über sich ergehen lassen. Und lange genug hat man ihnen Honig ums Maul geschmiert und kleine Zugeständnisse gewährt, damit sie ruhig blieben. Und lange genug wurde jeder Protest schon im Keime erstickt. Lange genug…

Es ist an der Zeit, daß sich hier etwas ändert! Doch bevor man sich diesem Gedanken Lenins anschließen kann, muß man zunächst verstehen, warum es nicht möglich ist, dieses ökonomische System, diese Marktwirtschaft, diese ach so freiheitliche Ordnung zu reformieren. Es ist nicht möglich, nur ein bißchen umzuverteilen. Arbeiter, glaubt diesen Lügen nicht, die euch die Kapitalisten, die Politbürokraten und ihre Speichellecker von der Linkspartei erzählen!

Marx sagte: Wir wollen das Privateigentum abschaffen; die Produktionsmittel gehören in die Hände des Volkes. Man muß den Reichen ihre Macht entreißen. Und Lenin sagte: Wir wollen eine neue, eine bessere Gesellschaft!

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Lenin: Eine neue GesellschaftQuelle:
W.I.Lenin: An die Dorfarmut, in: W.I.Lenin, Werke Bd.6, Dietz Verlag Berlin, 1956, S.362.

Glanz und Elend der bürgerlichen Welt

Glanz und privater Reichtum…

‚Wissen ist Macht‘ sagt ein altbekanntes Sprichwort. Wir sehen die schönen Fassaden, wir sehen, wieviel Neues jeden Tag entsteht, wir sehen die vielen tätigen, sich erholenden, ihre Freizeit gestaltenden Menschen. Doch können wir wirklich wissen, was um uns herum geschieht? Oder sind das alles nur Vermutungen? Es ist nicht nur eine philosophische Frage: Wie können wir erkennen, worin das Wesen unserer Gesellschaft besteht?  Und wenn wir heute nun wirklich im Kapitalismus leben, woher kommt dann diese Gleichgültigkeit? Woher kommt die so scheinbar überall zu spürende Zufriedenheit mit einer der schlimmsten Ausbeuterordnungen der Weltgeschichte? In der BRD haben sich im Verlaufe der Jahrzehnte schon sehr viele Menschen erfolgreich mit dem Kapitalismus arrangiert.

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Willi Fehse: Lied der Jugend (1948)

Träumt ihr in den Ruinen?
Öffnet der Zukunft das Tor!
Wollt ihr sie wieder verdienen.
reißt eure Herzen empor!

Blüht nicht der Regenbogen
nach dem Gewitter herauf?
Jugend, in Knechtschaft erzogen,
wache zur Freiheit auf!

Nun winkt schon aus der Ferne
eine gerechtere Zeit.
Über uns glühen die Sterne –
Jugend halt dich bereit!

Träumt nicht in den Ruinen!
Bauet der Zukunft ein Haus!
Wollt ihr sie wieder vedienen,
werft eure Herzen voraus!

(Willi Fehse)

Quelle:
Das Tor, Gedichte für die Grundschule, Volk und Wissen Volkeigener Verlag Berlin/Leipzig, 1949, S.13.

War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

sowjetische ArbeiterklasseSowjetische Arbeiterklasse

Was unter SOZIALISMUS zu verstehen ist, darüber gibt es weitverbreitete Unkenntnis.
Mal abgesehen von denen, die wissentlich oder unwissentlich verleumderische Mitteilungen darüber verbreiten, sind auch von jenen, die den Sozialismus selbst erlebt haben oder nur vom Hörensagen her zu kennen glauben, oft recht dumme Bemerkungen zu vernehmen. Der Sozialismus ist die einzige menschliche Alternative, um auf dieser, unserer Welt weiterzuleben. Natürlich werden die damaligen und die heutigen Kapitalisten und ihre Hoftrompeter dem nicht zustimmen, aber das hat ja auch niemand erwartet. Ob es damals in der DDR einen Sozialismus gegeben hat, darüber hatten wir schon geschrieben (siehe: Gab es einen Sozialismus in der DDR?), wie aber war das nun in der Sowjetunion? Was ist eigentlich Sozialismus? Und ist es wirklich so, daß die Sache selbst an und für sich gut ist, die Menschen aber schlecht sind? Oder wurde der Sozialismus von der Partei nur mißbraucht? Auf alle diese Fragen wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben:

Die Grundzüge des Sozialismus?

Im Lehrbuch für die politischen Grundschulen von 1951 lesen wir: „In der Sowjetunion ist der Staat ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, und die gesamte Macht gehört den Werktätigen in Stadt und Land. Die ökonomische Grundlage des Sozialismus bilden das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln. Es gibt zwei Formen des sozialistischen Eigentums: das staatliche (Gemeingut des Volkes) und das genossenschaftlich-kollektivwirtschaftliche Eigentum. In der sozialistischen Gesellschaft gibt es schon keine Ausbeuterklassen mehr, und die Hauptunterschiede zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft sind überwunden, da die Arbeiter und Bauern in der einheitlichen sozialistischen Wirtschaft arbeiten. (…) Das wirtschaftliche Leben der sozialistischen Gesellschaft wird bestimmt und gelenkt durch den staatlichen Volkswirtschaftsplan, im Interesse der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums des Landes, der ununterbrochenen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, der Festigung der Unabhängigkeit der UdSSR und der Stärkung ihrer Verteidigungskraft. Dank dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der planmäßigen Lenkung der Volkswirtschaft sichert die sozialistisehe Gesellschaft sowohl ein hohes Entwicklungstempo der Produktion als auch ein hohes Produktionsniveau. Die Sowjetunion verfügt über eine mächtige sozialistische Industrie und über die am besten mechanisierte sozialistische Landwirtschaft, die die bedeutendste der Welt ist. Die Arbeit ist in der Sowjetunion Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden Bürgers. In der Sowjetunion wird das Prinzip verwirklicht: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.‘ Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, daß jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Gebrauchsgüter nicht nach seinen Bedürfnissen erhält, sondern nach der Arbeit, die er für die Gesellschaft geleistet hat, also nach der Menge und Qualität seiner Arbeit. In Übereinstimmung damit führt der Sowjetstaat eine strenge Kontrolle über das Maß der Arbeit und über das Maß des Verbrauchs der Mitglieder der Gesellschaft, legt die Arbeitsnormen und die Entlohnung der Arbeit fest. Die Art der Bestimmung und Staffelung des Arbeitslohns wird durch die Arbeitsgesetzgebung genauestens geregelt. Das Lohnsystem in den Sowjetbetrieben beruht auf dem Prinzip, das in der Sowjetverfassung in folgenden Worten festgelegt ist: ‚Die Bürger der UdSSR haben das Recht auf Arbeit, d.h. das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Menge und Qualität.‘ “ [1]

Wurde nach dem XX.Parteitag in der Sowjetunion der Kapitalismus eingeführt?

Darüber wurde häufig diskutiert. Die „Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD), eine linke Splittergruppe, behauptet: Ja. – Genosse Dr. Kurt Gossweiler sagt: Nein. Andere hingegen möchten das Thema am liebsten vom Tisch wischen und diskutieren derweil mit der Bourgeoisie über die angeblichen „Verbrechen Stalins“. Doch wenden wir uns den Tatsachen zu. Hier also Genosse Dr.Gossweiler: „Darüber, daß mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX.Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genau so sicher war ich mir auch, daß die Chruschschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.“ [2] Ausführlich legt Kurt Gossweiler dar, wie dies geschah, und welche Rolle die revisionistische Chruschtschow-Clique dabei spielte. Dieser Text ist unbedingt lesenswert. (s.Anhang)

Woran erkennt man einen kapitalistischen Staat?

Die grundlegenden Wesenszüge der kapitalistischen Staaten sind (nach Dr.Kurt Gossweiler:)
(1) Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit.
(2) Die anarchische Produktion. Es gibt keine gesamtstaatliche Planung.
(3) Verwandlung von allem Lebensnotwendigen in Waren. (Auch Arbeitskraft ist eine Ware!)
(4) Kapitalistische Profitmacherei in allen Lebensbereichen
(5) Einigkeit der kap.Länder gegen revolutionäre oder antiimperialistische Bewegungen.
Das alles traf weder auf die Sowjetunion zu, noch auf die anderen sozialistischen Länder.

Ist die Sache selbst gut, und sind die Menschen schlecht?

Es wäre eine sehr kurzsichtige, vereinfachende Schlußfolgerung aus der Zerstörung der Sowjetunion, wollte man die Schuld dafür pauschal „den Menschen“ zuschieben, die einfach „noch nicht reif“ für den Sozialismus seien. Es ist eine typische, undialektische Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft, die Ursachen historischer Ereignisse allein bestimmten Personen zuzuschreiben, soziale Verhaltensweisen oder nationale Besonderheiten zu psychologisieren oder aber das Verhalten der Volksmassen zu mystifizieren. Die marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft geht immer von den konkreten Tatsachen aus, und nicht von irgendeiner Interpretation. „Der Darstellung liegt die marxistisch-leninistische Auffassung von der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge einander ablösender Gesellschaftformationen zugrunde, die von der Urgesellschaft über mehrere Formationen der Klassengesellschaft zum Sozialismus und Kommunismus führt. Den Prinzipien des historischen Materialismus entsprechend wird die geschichtliche Entwicklung als ein objektiv bedingter, durch soziale Interessen – in der antagonistischen Klassengesellschaft durch Klassenkampf – bestimmter Prozeß verstanden.“ [3] Oder wie Friedrich Engels es ausdrückte: „Die Menschen machen ihre Geschichte, wie diese auch immer ausfalle, indem jeder seine eigenen, bewußt gewollten Zwecke verfolgt, und die Resultante dieser vielen in verschiedenen Richtungen agierenden Willen und ihrer mannigfaltigen Einwirkung auf die Außenwelt ist eben die Geschichte.“ [4]

Welche Rolle spielte in der Sowjetunion die Kommunistische Partei?

„Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) entwickelte sich aus marxistischen Zirkeln, besonders aus dem von LENIN 1895 geschaffenen ‚Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse‘. Der II.Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands legte den Grundstein für eine Partei neuen Typus* (Bolschewiki). Unter ihrer Führung siegte die Große Sozialistische Oktoberrevolution, bauten die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft der UdSSR den Sozialismus auf (…) Im Interventionskrieg (1918-1920) und im Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) leitete die KPdSU den Kampf des Sowjetvolkes und verteidigte das sozialistische Vaterland. Die KPdSU ist die lenkende und leitende Kraft der Sowjetgesellschaft. In ihrer gesamten Tätigkeit läßt sie sich vom Marxismus-Leninismus und dem auf seiner Grundlage ausgearbeiteten Programm leiten. Getreu dem Prinzip der proletarischen Internationalismus unterstützt sie die um ihre Freiheit kämpfenden Völker und hilft den Bruderparteien beim Aufbau des Sozialismus. Sie ist die erfahrenste revolutionäre Partei und Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb ist sie den kommunistischen und Arbeiterparteien ein leuchtendes Vorbild.“ [5] – so schrieb man noch 1976 in Meyers Jugendlexikon offenbar in Unkenntnis der vor sich gehenden revisionistischen Veränderungen innerhalb dieser Partei. Viel zu lange hielt man auch in der DDR an diesem Klischee fest. Genosse Dr. Gossweiler schreibt: „Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozeß der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können.“ [6] Und das genau geschah 1990.

Mißbrauchte die Partei ihre Macht?

Kurz gesagt: Nein. Sie mißbrauchte nicht ihre Macht, sondern umgekehrt wurde die Partei von einer kleinen Gruppe revisionistischer Halunken mißbraucht, um nicht nur die Partei, sondern mit ihr auch den Sozialismus zu zerstören… „Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen….“ [7]

Quellen:
[1] Lehrbuch für die politischen Ggrundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.249f.
[2] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (November 1994); vollständiger Text: hier
[3] Autorenkollektiv: Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1982, Bd.1, S.5.
[4] Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888), Berlin 1955, S.47.
[5] Autorenkollektiv: Meyers Jugendlexikon, VEB Biliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 365.
[6] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen…, ebd.
[7] ebd.

* Partei neuen Typus: von Lenin geschaffener neuer Parteityp, der den Anforderungen des Kampfes gegen den Imprialismus gerecht wird.

Anhang:
Dr. Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (Nov.1994).

Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD 1994
(pdf-Datei anklicken!)

Die Frage ist nun: Wie soll der SOZIALISMUS der Zukunft aussehen? Darüber kann es freilich noch keine genauen Aussagen geben. Doch wir können uns an der Geschichte orientieren…
Zukunft – wie bitte?
Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
…und der Jugend eine Zukunft
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

Einem aufrechten deutschen Kommunisten zum 96. Geburtstag: Dr.Kurt Gossweiler

Kurt GossweilerDr.sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler (* 5.11.1917)

Lieber Kurt,

es ist schon etwas außergewöhnliches, wenn man auf so ein langes, kämpferisches Leben zurückblicken kann. Geboren im Jahr der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und aufgewachsen in einem kommunistischen Elternhaus, hast Du Dich schon seit frühester Jugend für Politik interessiert. Auf der Karl-Marx-Schule lerntest Du Edith kennen, die seitdem Deine langjährige Lebensgefährtin ist. Gemeinsam mit Deinem Freund Werner Steinbrink, den die Nazis 1942 ermordeten, tratest Du 1931 in die kommunistische Schülerorganisation „Sozialistischer Schüler-Bund“ ein. Als Du, wie viele andere auch, von den Nazis in den Krieg eingezogen wurdest, flüchtetest Du bei erstbester Gelegenheit nach einer Verwundung im März 1943 in die Sowjetunion.

Deine Erlebnisse auf sowjetischer Seite festigten Deine kommunistische Einstellung und die Überzeugung, daß sich die Sowjetunion auf dem richtigen, von Lenin gewiesenen Wege befindet. Du wurdest dort von Deiner Kriegsverwundung ausgeheilt, lerntest Russisch und besuchtest ab Oktober 1943 die Antifa-Schule № 2041 in Taliza, an der Du bis zu Deiner Entlassung im Juli 1947 auch als Lehrer tätig warst. Das befähigte Dich, schon sehr früh zu erkennen, daß mit Chruschtschow ein Antikommunist an die Spitze der KPdSU gelangt war. Unter dem Vorwand des Bruchs mit dem so genannten „Personenkult“ wurde 1956 dort in Wahrheit der Bruch mit dem Marxismus-Leninismus vollzogen und eine Wendung hin zur Restauration des Kapitalismus eingeleitet. Allerdings waren bis 1988 fast alle davon überzeugt, daß das nie gelingen würde. Wie es dennoch dazu kommen konnte – diese Frage zu beantworten, ist vordringlich, weil das die Voraussetzung ist für einen neuen, endgültig erfolgreichen Sieg über den Imperialismus, dessen fortdauernde Herrschaft das Überleben der Menschheit in Frage stellt. Davon hast Du nach der Zerstörung der Sowjetunion durch die Ganovenclique um Gorbatschow in Deiner „Taubenfußchronik“ ausführlich Zeugnis abgelegt.

Unermüdlich und streitbar hast Du Dich von Anfang an für eine richtige Bewertung der Sowjetunion, und insbesondere der weisen Führung unter J.W.Stalin eingesetzt. Das ist nachzulesen in Deinen zahlreichen Büchern und Schriften (wie z.B. im Briefwechsel mit Peter Hacks: „Am Ende verstehen sie es“, Eulenspiegel Verlag, 2005) und natürlich in Deinem politischen Archiv. (www.kurt-gossweiler.de) Deine kluge Entscheidung, sich nach 1989 von Deinem eigentlichen Forschungsgegenstand als Historiker, dem deutschen Faschismus, zurückzuziehen und nun die Ursachen der Konterrevolution aufzudecken, hat in aller Welt dazu beigetragen, den Marxismus-Leninismus als Weltanschauung der Arbeiterklasse, vom dem Krebsschaden des modernen Revisionismus zu reinigen. Und es wird auch künftig die Grundlage dafür sein, daß Kommunisten sich neu besinnen und sich erneut ihrer Aufgabe als Revolutionäre bewußt werden.

Dafür, lieber Kurt, danken wir Dir und umarmen Dich in kommunistischer Verbundenheit herzlich!

Siehe auch:
kommunisten-online v.5.11.2013