Die Niederlage der Revolution von 1849

Im Mai und Juni 1849 kämpften in Sachsen, im Rheinland und in Baden die Arbeiter unter kleinbürgerlicher Führung für die Reichsverfassung. Das badisch-pfälzische Revolutionsheer wurde von der Übermacht der preußischen Truppen erdrückt. Marx und Engels studierten daraufhin eingehend die Ergebnisse und Lehren aus der Revolution. Sie kamen zu der Erkennntis, daß die Arbeiterklasse sich vom Kleinbürgertum lösen und selbständig handeln mußte. Die Entwicklung der Arbeiterbewegung zu einer selbständigen Klassenbewegung war die nächste Aufgabe auf dem Wege zu Einheit und Freiheit.

a) Die Kämpfe in Sachsen, im Rheinland und in Baden
Anfang Mai 1849 erhoben sich die Bewohner von Dresden, um die Einführung der Reichsverfassung zu erzwingen. Der sächsiche König floh. Eine provisorische demokratische Regierung für Sachsen wurde gebildet. Aus Städten und Dörfern zogen die Arbeiter und Bauern zur Unterstützung der Freiheitskämpfer herbei. Sie bauten Barrikaden und verteidigten sie gegen die anstürmenden Soldaten. Friedrich Wilhelm IV. sandte preußische Regimenter zur Unterstützung der sächsischen Truppen. Fünf Tage lang kämpften die Arbeiter, unter ihnen auch Frauen und Mädchen, gegen die Übermacht. Aber die Arbeiter erhielten keine Unterstützung. Ihr heldenmütiger Kampf wurde blutig niedergeschlagen.
Julius Scholtz: Barrikadenkampf 1849
Barrikadenkampf im Mai 1849. Gemälde von Julius Scholtz

Im Rheinland und in Westfalen brach als Antwort auf Transporte preußischer Truppen ein allgemeiner Aufstand aus. Zeughäuser wurden gestürmt, und das Volk bewaffnete sich zur Verteidigung der Rreichsverfassung. Bauern zogen in die Städte zur Unterstützung der Patrioten. Aus einigen Städten, so aus Elberfeld, wurde das verhaßte Militär vertrieben. Preußische Truppen unterdrückten die revolutionäre Bewegung auch im Westen Deutschlands. Die „Neue Rheinische Zeitung“ mußte am 19.Mai 1849 ihr Erscheinen einstellen. Ihre letzte Nummer erschien, rot gedruckt, mit dem berühmten Abschiedsgedicht von Ferdinand Freiligrath, in dem er hieß:

Nun ade – doch nicht für immer ade!
Denn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!
Bald richt‘ ich mich rasselnd in die Höh‘!
Bald kehr‘ ich reisiger wieder!

Neue Rheinsche Zeitung 1849
In Baden gelang es den kleinbürgerlichen Mitgliedern der radikalen demokratischen Volksvereine, das Heer für den Kampf um die Reichsverfassung zu gewinnen. Die von Offizieren mißhandelten Soldaten verjagten ihre Peiniger und stellten sich ohne Ausnahme an die Spitze der revolutionären Bewegung. Ein Teil der bayrischen Truppen in der Rheinpfalz schloß sich an. Der badische Großherzog floh ins Elsaß. Eine provisorische republikanische Regierung wurde gebildet. Ganz Baden und die Pfalz standen in hellem Aufruhr.

b) Die Niederlage der Revolution
Marx und Engels begaben sich dorthin. Sie forderten die Aufständischen auf, auch die deutschen Nachbarstaaten zur bewaffneten Erhebung aufzurufen. Doch die kleinbürgerlichen Führer des Aufstandes lehnten ab. Gegen das badisch-pfälzische Revolutionsheer schickte Preußen im Juni 1849 unter dem berüchtigten Prinzen Wilhelm, dem Kartätschenprinzen, ein Heer von 100.000 Soldaten. Er hatte auf die revolutionäre Berliner Bevölkerung im März 1848 mit Kartätschen schießen lassen. Es kam in Baden und in der Rheinpfalz zu einem regelrechten Feldzug. Auf der Seite der Demokraten kämpften auch polnische Patrioten, unter ihnen der General Mieroslawski. Nach hartnäckigen Kämpfen, an denen auch Friedrich Engels in der Pfalz teilnahm, wurde das Revolutionsheer von der Übermacht erdrückt.
Marx und Engels
Karl Marx und Friedrich Engels

Nach der Niederwerfung des Aufstandes verurteilten preußische Standgerichte in Mannheim, Freiburg und Rastatt zahlreiche gefangene Patrioten zum Tode durch Erschießen. Hunderte starben in den feuchten Kellern der Festung Rastatt an Hunger, Mißhandlungen und Typhus. Über die Kämpfer der deutschen Aufstände im Jahre 1849 schrieb Karl Marx, daß es die Arbeiter der Städte waren, die zuerst zu den Waffen griffen und sich mit den Truppen schlugen. Ein Teil der ärmeren Landbevölkerung, Land und Kleinbauern, schloß sich ihnen an. Die Mehrzahl der jungen Männer befand sich wenigstens eine Zeitlang in den Reihen der aufständischen Truppe. Aber dieser ziemlich bunt zusammengewürfelte Haufe junger Leute lichtete sich sehr bald, als die Dinge eine etwas ernstere Wendung nahmen.

c) Das unrühmliche Ende des Frankfurter Parlaments
Die Nationalversammlung in Frankfurt versagte den Kämpfern ihre Unterstützung, obwohl sie sich für die Einführung der Reichsverfassung erhoben hatten. Eine Anzahl preußischer Abgeordneter verließ schon im April 1849 das Parlament. Die preußische Regierung berief schließlich alle preußischen Abgeordneten zurück. Andere Abgeordnete schlossen sich an. Als einziger erhob Wilhelm Wolff, ein Mitarbeiter von Karl Marx, seine warnende und anklagende Stimme gegen die Unentschlossenheit und den Verrat der bürgerlichen Politiker und des „Reichsverwesers“. Aber in dem Restparlament herrschten die unentschlossenen kleinbürgerlichen Demokraten. Sie stellten sich nicht an die Spitze der Volksbewegung zum Kampf für die Reichsverfassung, sondern zogen sich nach Stuttgart zurück. Abordnungen aus dem ganzen Land forderten sie dort zu entschlossenem Handeln auf. Doch die Abgeordneten des Parlaments verfaßten nur Proteste. Widerstandslos ließen sie im Juni 1849 von Truppen des württembergischen Königs auseinanderjagen. Karl Marx stellte fest, daß die Nationalversammlung verschied, ohne daß ihr ehrloser Abgang auch nur die geringste Beachtung fand.

d) Die Ursachen des Scheiterns der Revolution
Die bürgerliche Revolution in Deutschland löste keine der Aufgaben, die vor ihr standen. Sie schuf weder ein einiges noch ein freies Deutschland. Die Hauptursachen der Niederlage waren der Verrat der Revolution durch das kapitalistische Großbürgertum und die schwankende, unentschlossene Haltung des Kleinbürgertums. Das Großbürgertum sah die größere Gefahr für sich in der Arbeiterklasse. Es 1ieß die Bauern im Stich. Ohne zu zögern ging es einen Pakt mit den alten Gewalten, den Fürsten, den Junkern und dem Militär, gegen das Volk ein. Sein Verrat und seine Feigheit stärkten die Reaktion. Die feudalen Kräfte, die in den ersten Tagen der Revolution zurück­gewichen waren, konnten sich so zur Wiederherstellung des alten Regimes sammeln und hielten grausam Abrechnung mit der revolutionären und demokratischen Bewegung des Volkes.
Revolution 1849
Der Sieg der Reaktion 1849 in Europa
(zeitgenöss. satirische Zeichnung von F.Schroeder)

Nicht die Bourgeoisie, sondern die Arbeiter waren die treibende Kraft der Revolution von 1848, obwohl sie ihrer Zielstellung nach eine bürgerliche Revolution war. Die Kleinbürger, die im Jahre 1849 die Aufstände führten, waren uneinig, unentschlossen und schwankend. Einerseits wollten sie durch Teilnahme an der Regierung ihre eigenen politischen Interessen fördern und ihre materielle Lage verbessern; andererseits fürchteten sie, das Mißfallen der herrschenden Klasse hervorzurufen, das ihnen dann die besten Kunden entziehen konnte. Daher rührte die Unentschlossenheit der Kleinbürger. Die Arbeiterklasse wiederum war noch zu schwach und unorganisiert, um in der Bewegung schon die Führung übernehmen zu können. Karl Marx schrieb während der Revolutionstage in der „Neuen Rheinischen Zeitung“:

Das meist waffenlose Volk hat zu kämpfen nicht nur gegen die von der Bourgeoisie übernommene Macht des organisierten Beamten- und Militärstaates, es hat auch zu kämpfen gegen die bewaffnete Bourgeoisie selbst. Dem nicht organisierten und schlecht bewaffneten Volk stehen sämtliche übrigen Klassen der Gesellschaft wohlorganisiert und wohlgerüstet gegenüber.

e) Die Arbeiter gründen eigene Organisationen
Im Krisenjahr 1857 fanden 41 Streikkämpfe statt, gegen die in den meisten Fällen die Polizei mit Waffengewalt einschritt. Es streikten die Textilarbeiter in Schlesien, die Berg- und Hüttenarbeiter im Kreis Dortmund, die Färbergesellen in Elberfeld-Barmen und andere Arbeiter. Die Zahl der gewerkschaftlichen Arbeitervereinigungen erhöhte sich seit 1850 ständig. Die Gewerkschaften entstanden in Deutschland vor der Partei der Arbeiterklasse. Im Jahre 1891 wurde in Leipzig ein neuer Arbeiterbildungsverein gegründet. Der junge Drechslergeselle August Bebel, dessen Wirken von großer Bedeutung für die deutsche Arbeiterbewegung werden sollte, begann in diesem Verein eine Tätigkeit.

Quelle:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht 7.Schuljahr, Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.208-213.

Nachtrag:
Am 28.September 1864 entstand in London unter Federführung von Karl Marx und Friedrich Engels die I.Internationale. Im August 1869 wurde dann in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands gegründet. Sie war die erste deutsche selbständige Arbeiterpartei. In diesen Jahren fand auch das Kommunistische Manifest (erste Auflage im Februar 1848) weite Verbreitung. Es beginnt mit den Worten: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen…“ und endet mit den Worten: „Die Kommunisten verschmähen es nicht, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

Siehe auch:
Was ist Marxismus?
Über das Kommunistische Manifest
Was versteht man unter einer Revolution?
Der Sozialismus war und ist lebensfähig!

11 Gedanken zu “Die Niederlage der Revolution von 1849

  1. In dem folgenden Gedicht zieht Georg Herwegh ein vorläufiges und bitteres Reümee der „Märzrevolution“ an der er selbst in Baden beteiligt war.

    Achtzehnter März

    Achtzehnhundert vierzig und acht,
    Als im Lenze das Eis gekracht.
    Tage des Februar, Tage des Märzen,
    Waren es nicht Proletarierherzen.
    Die voll Hoffnung zuerst erwacht,
    Achtzehnhundert vierzig und acht ?

    Achtzehnhundert vierzig und acht,
    Als du dich lange genug bedacht,
    Mutter Germania, glücklich verpreußte,
    Waren es nicht Proletarierfäuste,
    Die sich ans Werk der Befreiung gemacht
    Achtzehnhundert vierzig und acht ?

    Achtzehnhundert vierzig und acht,
    Als du geruht von der nächtlichen Schlacht,
    Waren es nicht Proletarierleichen,
    Die du, Berlin, vor den zitternden, bleichen
    Barhaupt grüßenden Cäsar gebracht
    Achtzehnhundert vierzig und acht ?

    Achtzehnhundert siebzig und drei,
    Reich der Reichen, da stehst du, juchhei !
    Aber wir Armen, verkauft und verraten,
    Denken der Proletariertaten –
    Noch sind nicht alle Märze vorbei,
    Achtzehnhundert siebzig und drei.

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  2. Dieser Beitrag ist sehr traurig, demütigend und pessimistisch. Viele Politikwissenschaftler (u.a. der pseudolinke, aber faktenreiche Professor Michael Hartmann als Elitenforscher) und mir persönlich bekannte Soziologen haben die gescheiterten Aufstände in Deutschland untersucht. Daraus leiten sie das in der Welt einzigartige deutsche Kuscher- und Arschkriechertum (zB. weltweit fast niedrigste Streikquote in einem Zehnjahreszeitraum 1991 bis 2000) ab. Dies ist nicht antideutsch, da auch sogenannte integrierte Ausländer gern nach oben buckeln und nach unten treten. Kein Wunder, dass sich Erich Honecker persönlich mit Franz Josef Strauss, aber Fidel Castro sich gut mit Jimmy Carter verstand.
    Viele Deutsche auf der Strasse oder an der Aldi-, Lidl-, Pennymarktschlange sagen HEUTE, wenn die faulen Italiener, Franzosen, Griechen, (früher auch die Engländer) nicht soviel streiken würden, hätten die es auch so gut wie wir.

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  3. Dieser Beitrag ist nicht demütigend, sondern wahr. Und – es ist eine Verleumdung, Honecker bzw. Castro zu unterstellen, sie hätten sich gut mit Strauß bzw. Carter verstanden. Beiden war sehr wohl bewußt, daß sie es da mit dem Klassenfeind zu tun hatten. Tja – das „einzigartige deutsche… Arschkriechertum“ und die „faulen Italiener…“ – solche Pauschalisierungen gebrauchen Kommunisten nicht.

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  4. Das lehrreiche an den Kommentaren von rheinlaender finde ich , dass zu sehen ist, wie viel wir eben noch zu vermitteln, zu tun haben, bzw. wie viel uns an Vermitteln von Wahrheit und unserer wissenschaftlichen Weltanschauung eben noch nicht gelungen ist, selbst in sympathisierenden Kreisen. Und es ist daran zu vernehmen, wie stark die Indoktrination des Klassenfeindes nachwirkt – und die Nachwirkungen und fortgesetzten Wirkungen dort in den Bundesländern, die der Indoktrination ohne Filter ausgesetzt waren offenbar, teils subtil, wirken und wirken.

    Nee, rheinlander der Artikel hier ist nicht demütigend. Geschichte demütigt nicht, Geschichte hilft zu lernen so man draus lernt. Und das Repräsentanten soz. Länder die Kapitalisten Vertreter als Freunde gesehen hätten, ist doch Quark. War es nicht die Leistung der soz. Länder, dass der Klassenfeind doch mit unseren Genossen reden mußte! Was zuvor vom Klassenfeind strikt abgelehnt war ..

    Eine, selbstverständlich historisch nicht gerade korrekte, Betrachtung der Folgen der gescheiterten Revolution von 1849 gibt es nachzuhören bei Gerhard Gunderman, in einem seiner sg. Zwischentexten. Auf der CD TORERO gibt es da den kleinen Text DIE INTERNATIONALEN BRIGADEN. Ich bringe dieses Beispiel, weil es eine andere, eine sehr optimistische Perspektive zeigt. Gunderman spricht im Text davon, dass die Emigrierten der gescheiterten Revolution quasi die ersten Interbrigaden im amerikanischen Bürgerkrieg stellten …

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  5. Ist es Quark, dass ein überzeugter Kapitalist (BDI Chef Olaf Henkel), und ein Kommunist (Fidel Castro) gemeinsam Silvester feiern, Freunde oder sogar Ehepartner sein können ?
    KLAR demütigt Geschichte! (in Wirklichkeit negative Erfahrungen, vgl. Pawlowscher Reflex). Geschichte ist für mich keine Wissenschaft, sondern besteht aus einseitigen Stories, die meist der Sieger mit mäßiger Intelligenz verbreitet. Bei Soziologie sieht es oft besser aus, da es auch schonmal durch Experimente belegt werden muss. Geschichten sind also Erfahrungen. Wenn deutsche Protesterfahrungen nur mit VERLIEREN (nichtmal Teilerfolgen) verbunden sind, möchte eigentlich KEINER zu den Loosern gehören und man hat Angst vor Protest. Der Verfassungsschutz machte ganz sachlich, ohne Propagandatöne einen Rückgang der Jugend zum sogenannten Linksextremismus (glaub Anfang der 90ger), am Looserimage der Kommunisten bzw. revolutionären Bewegungen fest. Da hat der in der PRAXIS (auch meine Erfahrung) einfach Recht.
    Zu Sascha : Ich hab doch auf vielen Arbeitsstellen, aber auch im Freizeitbereich leider (sonst wäre ich kein verarmter Frührentner) seit Ende der 60ger erfahren müssen, dass in Deutschland das Arschkriechertum herrscht. Die Hetze über angeblich faule, streikende Südländer ist doch NICHT von mir. Mir gehts darum, wie man in so nem Land PRÄZISE/KURZ/LOGISCH Überzeugungsarbeit leisten kann.

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    1. Geschichte und GeschitsSCHREIBUNG sollten wir auseinanderhalten.

      Z.B. Veröffentlichungen des Verfassungsschutzes als „ganz sachlich“ anzusehen, ist schon mal ein verfangen in der Indoktrination, die da vom Verfassungsschutz als Element des herrschenden Systems geleistet wird.

      Du, „rheinlaender“ betrachtest die Dinge oft für sich stehend. Die stehen aber eben nicht für sich, sie stehen in Bezug auf den Imperialismus.

      Die von Dir zitierten Personen kommen oft aus, wenn überhaupt, dem linksbürgerlichen Spektrum. Da setzt sich dann eine Betrachtung und Ableitung fest, die Du für Dich als Basis erkennst. Von da aus jedoch geht es, milde gesagt, auf die Bahn der Irrungen.

      Ich erwähnte schon, ich meine nicht, das es fruchtet, überhaupt zum Ziel paßt, wenn man Überzeugungsarbeit für den Sozialismus macht, da die Sprache der Imperialisten zu verwenden.

      „Sascha“ hat es auf den Punkt gebracht, es gibt alles was wir brauchen bei den Klassikern, es gibt sozialistische Literatur.

      Allerdings verstehe ich Deine Wahrnehmung. Du warst/bist von der Sprache der Imperialisten umgeben. Da deren Kraft zu durchbrechen kann nur mit einem ausgebauten Klassenstandpunkt gelingen.

      Das Du da suchst finde ich sympathisch. Das Du noch nicht bündig gefunden hast, stellt mich vor Fragen.

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  6. Die Kommunisten unterscheiden sich von anderen durch einen klaren, proletarischen Klassenstandpunkt. Und den vertreten sie auch. Siehe Manifest. Was anderes müssen wir hier nicht diskutieren. Mal konstruktiv: es gibt genügend auch im Westen von (nicht über!) Marx, Engels und Lenin usw. erschienene Bücher, darüber sollten wir reden, und die sollten wir diskutieren. Und antiquarisch gibt es auch massenhaft (sozialistische) DDR-Literatur, die war bis kurz nach 1956 auch genügend antirevisionistisch. Auch das gehört zum proletarischen Grundwissen. Und auch daraus bildet sich ein proletarischer Klassenstandpunkt. Es gibt massenhaft junge Leute, die danach suchen…

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  7. Hier noch, falls man mal zugreifen will. Der Peter Sodan ist so ganz klar nicht immer in seinen Standpunkten, jedoch sehe ich es als ehrenhaft, dass er zu jenen gehört, die DDR Bücher nicht einfach verschwinden lassen. Immerhin schafft er einen Ort, der wahrnehmen läßt daß es gab, was jetzt, nach herrschender Vorgabe, nicht mehr gesehen werden soll.

    Dort mal in der Bibliothek zu stöbern paßt. All die revisionistisch geprägten Titel läßt unser einer ja beiseite. Aber es gibt so viel DDR Schatz, den wir auch ergreifen und weitergeben sollten, dort und insgesamt …

    http://psb-staucha.de/index.php

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  8. Richtig. Peter Sodann ist kein Kommunist, aber ein ehrenwerter DDR-Bürger, der bestrebt ist, die Werte unseres sozialistischen Staates (und dazu gehörte auch die Literatur) zu erhalten. Und so findet sich am Ort der neuerrichteten Bibliothek auch ein illustres Publikum ein, das oft ganz und gar nicht mit dem Sozialismus in der DDR einverstanden war, ihn aber damit dennoch verteidigt. Welch ein Widersinn! Aus der Geschichte zu lernen, bedeutet aber auch, derartige Widersprüche als Triebkraft zu begreifen, um daraus die richtigen Schlußfolgerungen für den Kampf gegen den Imperialismus zu ziehen, solange es nicht zu spät ist. Während er eine Biliothek gründet, werden anderswo (und wurden!) in der BRD massenhaft Bibliotheken geschlossen und deren Bücher verramscht oder auf den Müll geworfen. Nein nicht verbrannt, das hat man sich dann doch nicht getraut zu tun…

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  9. Wobei das auch etwas Dialektisches hat. Der Imperialismus schließt Bibliotheken (in denen antirevisionistische Titel aus der DDR nur am Rande vorkommen, wenn überhaupt) und Bibliotheken mit DDR Veröffentlichungen werden eröffnet. Durchaus folgerichtig. Die DDR Veröffentlichungen, die sozialistisch genannt werden können, haben gerade heute ihre Wirkung.

    Das herrschende Ausbeutersystem braucht verblödete Menschen, Verblödete lassen sich leichter unterdrücken. Bibliotheken stören da. Wie schön, wenn gerade DDR Bücher zu stören helfen. Und das ehrenwerte DDR Bürger sich verpflichtet fühlen, ist nicht nur Hoffnung sondern verändert das herrschende System. – Alle Wege führen zum Sozialismus )))

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