War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

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Was unter SOZIALISMUS zu verstehen ist, darüber gibt es weitverbreitete Unkenntnis.
Mal abgesehen von denen, die wissentlich oder unwissentlich verleumderische Mitteilungen darüber verbreiten, sind auch von jenen, die den Sozialismus selbst erlebt haben oder nur vom Hörensagen her zu kennen glauben, oft recht dumme Bemerkungen zu vernehmen. Der Sozialismus ist die einzige menschliche Alternative, um auf dieser, unserer Welt weiterzuleben. Natürlich werden die damaligen und die heutigen Kapitalisten und ihre Hoftrompeter dem nicht zustimmen, aber das hat ja auch niemand erwartet. Ob es damals in der DDR einen Sozialismus gegeben hat, darüber hatten wir schon geschrieben (siehe: Gab es einen Sozialismus in der DDR?), wie aber war das nun in der Sowjetunion? Was ist eigentlich Sozialismus? Und ist es wirklich so, daß die Sache selbst an und für sich gut ist, die Menschen aber schlecht sind? Oder wurde der Sozialismus von der Partei nur mißbraucht? Auf alle diese Fragen wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben:

Die Grundzüge des Sozialismus?

Im Lehrbuch für die politischen Grundschulen von 1951 lesen wir: „In der Sowjetunion ist der Staat ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, und die gesamte Macht gehört den Werktätigen in Stadt und Land. Die ökonomische Grundlage des Sozialismus bilden das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln. Es gibt zwei Formen des sozialistischen Eigentums: das staatliche (Gemeingut des Volkes) und das genossenschaftlich-kollektivwirtschaftliche Eigentum. In der sozialistischen Gesellschaft gibt es schon keine Ausbeuterklassen mehr, und die Hauptunterschiede zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft sind überwunden, da die Arbeiter und Bauern in der einheitlichen sozialistischen Wirtschaft arbeiten. (…) Das wirtschaftliche Leben der sozialistischen Gesellschaft wird bestimmt und gelenkt durch den staatlichen Volkswirtschaftsplan, im Interesse der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums des Landes, der ununterbrochenen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, der Festigung der Unabhängigkeit der UdSSR und der Stärkung ihrer Verteidigungskraft. Dank dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der planmäßigen Lenkung der Volkswirtschaft sichert die sozialistisehe Gesellschaft sowohl ein hohes Entwicklungstempo der Produktion als auch ein hohes Produktionsniveau. Die Sowjetunion verfügt über eine mächtige sozialistische Industrie und über die am besten mechanisierte sozialistische Landwirtschaft, die die bedeutendste der Welt ist. Die Arbeit ist in der Sowjetunion Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden Bürgers. In der Sowjetunion wird das Prinzip verwirklicht: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.‘ Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, daß jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Gebrauchsgüter nicht nach seinen Bedürfnissen erhält, sondern nach der Arbeit, die er für die Gesellschaft geleistet hat, also nach der Menge und Qualität seiner Arbeit. In Übereinstimmung damit führt der Sowjetstaat eine strenge Kontrolle über das Maß der Arbeit und über das Maß des Verbrauchs der Mitglieder der Gesellschaft, legt die Arbeitsnormen und die Entlohnung der Arbeit fest. Die Art der Bestimmung und Staffelung des Arbeitslohns wird durch die Arbeitsgesetzgebung genauestens geregelt. Das Lohnsystem in den Sowjetbetrieben beruht auf dem Prinzip, das in der Sowjetverfassung in folgenden Worten festgelegt ist: ‚Die Bürger der UdSSR haben das Recht auf Arbeit, d.h. das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Menge und Qualität.‘ “ [1]

Wurde nach dem XX.Parteitag in der Sowjetunion der Kapitalismus eingeführt?

Darüber wurde häufig diskutiert. Die „Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD), eine linke Splittergruppe, behauptet: Ja. – Genosse Dr. Kurt Gossweiler sagt: Nein. Andere hingegen möchten das Thema am liebsten vom Tisch wischen und diskutieren derweil mit der Bourgeoisie über die angeblichen „Verbrechen Stalins“. Doch wenden wir uns den Tatsachen zu. Hier also Genosse Dr.Gossweiler: „Darüber, daß mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX.Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genau so sicher war ich mir auch, daß die Chruschschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.“ [2] Ausführlich legt Kurt Gossweiler dar, wie dies geschah, und welche Rolle die revisionistische Chruschtschow-Clique dabei spielte. Dieser Text ist unbedingt lesenswert. (s.Anhang)

Woran erkennt man einen kapitalistischen Staat?

Die grundlegenden Wesenszüge der kapitalistischen Staaten sind (nach Dr.Kurt Gossweiler:)
(1) Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit.
(2) Die anarchische Produktion. Es gibt keine gesamtstaatliche Planung.
(3) Verwandlung von allem Lebensnotwendigen in Waren. (Auch Arbeitskraft ist eine Ware!)
(4) Kapitalistische Profitmacherei in allen Lebensbereichen
(5) Einigkeit der kap.Länder gegen revolutionäre oder antiimperialistische Bewegungen.
Das alles traf weder auf die Sowjetunion zu, noch auf die anderen sozialistischen Länder.

Ist die Sache selbst gut, und sind die Menschen schlecht?

Es wäre eine sehr kurzsichtige, vereinfachende Schlußfolgerung aus der Zerstörung der Sowjetunion, wollte man die Schuld dafür pauschal „den Menschen“ zuschieben, die einfach „noch nicht reif“ für den Sozialismus seien. Es ist eine typische, undialektische Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft, die Ursachen historischer Ereignisse allein bestimmten Personen zuzuschreiben, soziale Verhaltensweisen oder nationale Besonderheiten zu psychologisieren oder aber das Verhalten der Volksmassen zu mystifizieren. Die marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft geht immer von den konkreten Tatsachen aus, und nicht von irgendeiner Interpretation. „Der Darstellung liegt die marxistisch-leninistische Auffassung von der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge einander ablösender Gesellschaftformationen zugrunde, die von der Urgesellschaft über mehrere Formationen der Klassengesellschaft zum Sozialismus und Kommunismus führt. Den Prinzipien des historischen Materialismus entsprechend wird die geschichtliche Entwicklung als ein objektiv bedingter, durch soziale Interessen – in der antagonistischen Klassengesellschaft durch Klassenkampf – bestimmter Prozeß verstanden.“ [3] Oder wie Friedrich Engels es ausdrückte: „Die Menschen machen ihre Geschichte, wie diese auch immer ausfalle, indem jeder seine eigenen, bewußt gewollten Zwecke verfolgt, und die Resultante dieser vielen in verschiedenen Richtungen agierenden Willen und ihrer mannigfaltigen Einwirkung auf die Außenwelt ist eben die Geschichte.“ [4]

Welche Rolle spielte in der Sowjetunion die Kommunistische Partei?

„Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) entwickelte sich aus marxistischen Zirkeln, besonders aus dem von LENIN 1895 geschaffenen ‚Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse‘. Der II.Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands legte den Grundstein für eine Partei neuen Typus* (Bolschewiki). Unter ihrer Führung siegte die Große Sozialistische Oktoberrevolution, bauten die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft der UdSSR den Sozialismus auf (…) Im Interventionskrieg (1918-1920) und im Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) leitete die KPdSU den Kampf des Sowjetvolkes und verteidigte das sozialistische Vaterland. Die KPdSU ist die lenkende und leitende Kraft der Sowjetgesellschaft. In ihrer gesamten Tätigkeit läßt sie sich vom Marxismus-Leninismus und dem auf seiner Grundlage ausgearbeiteten Programm leiten. Getreu dem Prinzip der proletarischen Internationalismus unterstützt sie die um ihre Freiheit kämpfenden Völker und hilft den Bruderparteien beim Aufbau des Sozialismus. Sie ist die erfahrenste revolutionäre Partei und Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb ist sie den kommunistischen und Arbeiterparteien ein leuchtendes Vorbild.“ [5] – so schrieb man noch 1976 in Meyers Jugendlexikon offenbar in Unkenntnis der vor sich gehenden revisionistischen Veränderungen innerhalb dieser Partei. Viel zu lange hielt man auch in der DDR an diesem Klischee fest. Genosse Dr. Gossweiler schreibt: „Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozeß der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können.“ [6] Und das genau geschah 1990.

Mißbrauchte die Partei ihre Macht?

Kurz gesagt: Nein. Sie mißbrauchte nicht ihre Macht, sondern umgekehrt wurde die Partei von einer kleinen Gruppe revisionistischer Halunken mißbraucht, um nicht nur die Partei, sondern mit ihr auch den Sozialismus zu zerstören… „Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen….“ [7]

Quellen:
[1] Lehrbuch für die politischen Ggrundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.249f.
[2] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (November 1994); vollständiger Text: hier
[3] Autorenkollektiv: Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1982, Bd.1, S.5.
[4] Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888), Berlin 1955, S.47.
[5] Autorenkollektiv: Meyers Jugendlexikon, VEB Biliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 365.
[6] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen…, ebd.
[7] ebd.

* Partei neuen Typus: von Lenin geschaffener neuer Parteityp, der den Anforderungen des Kampfes gegen den Imprialismus gerecht wird.

Anhang:
Dr. Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (Nov.1994).

Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD 1994
(pdf-Datei anklicken!)

Die Frage ist nun: Wie soll der SOZIALISMUS der Zukunft aussehen? Darüber kann es freilich noch keine genauen Aussagen geben. Doch wir können uns an der Geschichte orientieren…
Zukunft – wie bitte?
Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
…und der Jugend eine Zukunft
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

36 Gedanken zu “War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

  1. Hallo Genosse Norbert,
    Mit solche schematische Behauptungen und Vereinfachungen kannst Du deinem Blog besser um nennen in „Enver Hoxha’s Welt“ Leider hat seine Version des Sozialismus die Konterrevolution aber auch nicht überlebt…
    Mit sozialistischem Gruß,
    Nadja

    Danke für den geistreichen Kommentar! N.G.

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    1. Das Richtige auch von Enver Hoxha bleibt richtig wie alles übrige Richtige, da ändert hier wie dort der vorläufige Sieg der Konterrevolution nichts dran.

      Wissenschaftliche Erkenntnisse kann man auch schematisch nennen. Da der Sozialismus die wissenschaftliche Weltanschauung ist, bleibt meine Verwunderung über den Artikel aus. Alles am Platz. Und ein zu viel von solchen Artikeln haben wir nun ja in dieser Zeit wahrlich nicht. – Und wieso messen viele latent eigentlich unsere Darlegungen am Ton und Firlefanz des Feindes?

      Schönen Dank, „Sascha“ für den Anhang des Artikels von Genossen Gossweiler. Die meisten werden den Artikel kennen. Aber es gilt ja vor allem darum jenen Wissen zur Verfügung zu stellen, die dieses Kenntnisse bislang nicht hatten.

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      1. Ist ja nicht gut, wenn ich so ungenau schreibe, wo es auch um Vorwürfe ging.

        Die wissenschaftliche Weltanschauung ist der Marxismus-Leninismus. Die Gesellschaftsordnung, die die Menschheit retten wird, ist der Sozialismus.

        Der Artikel leistet ja gerade, was heute wenig vorkommt; zu sagen, was aus Schulbüchern und Medien verbannt ist.

        Wir sollten da auch vertrauen. M/L braucht nicht mit Mulimedia-Firlefanz aufbereitet werden, um zu überzeugen. Wahrheit überzeugt durch sich selbst. Und die Sachlichkeit hebt sich im Tamtam-Lügenmüll gerade eben ab.

        Wenn wer meinte wir müßten all á Disney überzeugen, dann wäre das eine krude Vorstellung vom Sozialismus. Der Sozialismus hat begeistert und begeistert. Einige haben in dieser Zeit nur zu viel den Ton der Maschinerie des Klassenfeindes in den Ohren. Man kleidet sich aber nicht nach dem Geschmack des Feindes. Und der Marxismus-Leninismus spricht die Wahrheit, die die Menschheit zum atmen braucht …

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    2. Hallo Genosse Norbert,
      Bitte um Entschuldigung, ich bin hier zu scharf, zu ‚geistreich‘ (Lach) gewesen.
      Es ist nur der Titel “War die Sowjetunion nach dem XX. Parteitag der KPdSU noch ein sozialistischer Staat?“ , der erinnert an Enver Hoxhas Vokabular, der mich dazu veranlaßt hat.
      Was aber die Versionen des Sozialismus betrifft: Diese sind oder waren, zwar mit einige gemeinsame Merkmale, von Land zu Land verschieden.
      Die Version Enver Hoxhas war doch nicht dasselbe als dieser Erich Honeckers. Letzterer kennzeichnete einen Teil der sozialistischen Staaten als „Real existierenden Sozialismus“.
      Aber so kann man endlos diskutieren und nichts aufbauendes erreichen. Schon gar nicht mit Leutchen wie ‚Vorfinder‘: von solche Funktionäre wurden wir in der DDR lang genug gepiesackt.
      Mit sozialistischem Gruß,
      Nadja

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      1. Nunja, liebe Nadja, was die Versionen betrifft, da sind wir uns sicher einig, daß es nur einen Marx und einen Lenin gegeben hat, man deren Worte aber verschieden „interpretieren“ kann. Wobei der subjektive Faktor ja nichts überraschendes ist. Die Zeit macht klüger, und wir wissen heute schon, daß mit Chruschtschow auch in der DDR der Revisionismus Einzug gehalten hat. Das ist nachzulesen. Und wir wissen auch, daß die Abweichungen vom Marxismus-Leninismus (und damit meine ich nicht nationale Besonderheiten!) immer Irrwege waren. Wer lernwillig ist, der gesteht das auch ein. Mit wem soll man nun was Aufbauendes leisten? Junge Leute sind unberaten und manche ältere befangen. Was soll man tun? Wir können uns die Menschen nicht backen. Ein Urteil maße ich mir da nicht an.

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      2. „Gepiesackt“, drollig Genossin. Meine Genossen und insbesondere die Jugendlichen damals haben das sehr anders in Erinnerung. – Ich gehörte zu den wenigen, der nicht nur von den ohnehin zustimmenden Jugendlichen gewählt wurde …

        Im heutigen Einerlei ziehe ich vielleicht manche Linien etwas schärfer. „Gepiesackt“ habe ich als ich reif genug war zu erkennen, dass Honecker und die übrigen Revisionisten gegen Walter Ulbricht geputscht hatten. Und mehr als gepiesackt habe ich als Gorbatschow aufkam und den Sozialismus dem Feind auslieferte …

        Im übrigen könnte über „Piesacken“ gut reden, gäbe es die DDR noch. Als es die DDR noch gab, habe ich solche
        Stimmen wie jetzt von Dir, soviel aber nicht gehört.

        Wir alle haben Anlaß, wenn der Sozialismus siegt, es besser zu machen. Und erst mal müssen wir es besser machen dahin zu kommen. Wenn Du Handlungsmodelle hast, dann werde nicht nur ich schauen.

        Mit sozialistischen Grüßen

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      3. Hallo Gen. Vorfinder,
        Danke sehr, Respekt.
        Die Bedeutung von ‚piesacken‘ ist : „jemandem hartnäckig mit etwas zusetzen; jemanden [unaufhörlich] quälen, peinigen“. (Duden)
        Mit sozialistischen Grüßen,
        Nadja

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      4. Hallo Genossin Nadja,
        wir wollen uns hier nicht verstimmen, ich jedenfalls meinte es anders. Gewiß nicht respektlos! (Zumal eher dann Deine Auslegung im Dudensinne, ein – ein aus paar Kommentaren begründeter?? Angriff gegen mich wäre …) „Piesacken“ ist auch sprachumgänglich in Gebrauch und da breiter, eher milder in der Bedeutung. (Eigentlich hast Du mit Deiner Dudenvorhaltung gerade „gepiesackt“ wenn man es so nimmt :))

        Ich wollte schon sagen, dass gerade eben die Jugendlichen, für die ich damals Verantwortlich war – und das Kombinat war groß – sich von meiner Haltung eben nicht gepiesackt fühlten. Gerade ich war Anlaufstelle durchaus (was so verbreitet nicht war) auch für nicht organisierte Jugendliche die mit ihren privaten, betrieblichen wie gesellschaftlichen Fragen und Sorgen vertrauensvoll und wiederholt zu mir kamen, sich also nicht von mir hintergangen oder belogen fühlten und eben Aufrichtigkeit entgegengebracht bekamen von mir. Was sich eben von „piesacken“ sehr unterscheidet. Gerade solche Jugendlichen die unsere Massenorganisationen und andere nicht mehr oder noch nicht erreichten, schauten auf die Einheit von gesagten und gelebten. Und ich versuchte zu leben was ich sagte, weiterzugeben, wofür ich stand und stehe. Gequält wurde da niemand (außer jene die sich gequält fühlen, weil es uns gibt) – tja, und persönlich Beispiel geben gelang durchaus nicht „unaufhörlich“.

        In der Mehrzahl habe ich mich zunehmend auch damals nicht gesehen. Somit kann ich nur sagen, es gab zu wenige mit mir und mit allen die für die DDR standen.

        Ich meine nicht, dass wir wirklich Uneins sind.
        Du kannst Dich zudem eine Weile von mir erholen, ich habe Auswärts zu „piesacken“.

        Mit sozialistischen Grüßen

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      5. Hallo Jugendfreund Vorfinder,
        Vielen Dank für deine glaubwürdige, überzeugende Klarstellung über deine Rolle als Funktionär.
        Ich bitte dann auch um Entschuldigung daß ich dich verdächtigt und schlicht beleidigt habe.
        Ich meine jetzt nicht Dich, aber es gab, gibt unter diejenigen die sich als ‚Kommunist‘, ‚Marxist-Leninist‘ bezeichnen viel RECHTHABEREI; da wird man als Nichtmitglied abgestoßen, und wird gar dazu gebracht zusagen: „Ich bin lieber Zuschauer als Beteiligter“. Ich suche mich nicht zu rechtfertigen, ich schrecke nicht zurück vor ein bißchen Selbstkritik zurück. Konkreter Anlaß war nur Deinen Satz „Das richtige von Enver Hoxha bleibt richtig, wie usw.“ Das pflichte ich schon bei, jedoch mit der Einschränkung das nicht jede Einzelheit seiner Kritik an der SU und Brüderländer berechtigt war. Und eben Enver Hoxha war, meiner Meinung nach, so ein rechthaberischer Typ.
        Aber ich bin, bleibe aber nicht, ausgerutscht.
        Es bleibt mir nur noch übrig Dir und deine Genossen, viele richtige Kampferfolge zu wünschen.
        Mit sozialistische Grüßen, Nadja

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      6. Hallo Genossin Nadja,
        nur kurz von hier zwischendurch.

        „Jugendfreund“ das hat mir schon länger keiner mehr gesagt :)). Danke für die „Verjüngung“ …

        Mit Deiner Anmerkung zu Hoxha hast Du ja recht. Was da vielleicht ein wunder Punkt bei Dir ist, ist mir, wenn, wie heute verbreitet, sozialistische Leistungen weggetan werden. Ich habe Hoxha nicht zu verteidigen. Mir geht heute noch die Frage nach, ob wir diese Teile der Welt verstanden hatten …

        Danke für Deine Munterkeit! Und schön, dass wir ein bisschen klärer sind.
        Danke für die Wünsche es geht heiß zu hier.

        Mit sozialistischen Grüßen

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  2. Danke, Vorfinder. So hat das Nadja sicher auch nicht gemeint. Aber es ist natürlich falsch, von „Versionen“ des Sozialismus zu reden. Ebenso, wie es wichtig ist, jede Abweichung, jede Art von revisionistischer „Erneuerung“ des Sozialismus als Irrweg zu entlarven. Der Marxismus-Leninismus ist eine Wissenschaft, und duldet keine Schlampigkeit in Begriffen. Wie allerdings auch W.Lamberz sagte: „…Ich möchte auch nicht so verstanden werden, daß unsere Weltanschauung zu ihrer wirkungsvollen Verbreitung solcher Mittel, nicht aller modernen Möglichkeiten, nicht des großen Apparates und nicht der koordinierten, und konzentrierten Tätigkeit bedürfe, nur weil sie gesellschaftlich wahr, richtig und in Übereinstimmung mit den Gesetzmäßigkeiten unserer Epoche ist. Nein, ich glaube wir werden uns – im Gegenteil – da gemeinsam noch einiges mehr einfallen lassen müssen.“

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    1. Schaut man sich das gewalttätige, kriegerische, verbrecherische imperialistische Treiben, seit 1990 im wirklich uneingeschränkten globalen Umfange, an, so ist man bisweilen geneigt, diese ganze schier ewigen Revisionismus-Debatten als weltabgewandten Quark Ewiggestriger, alter Nostalgiker abzutun.
      Gäbe es nicht wirklich „Wichtigers“ zu tun?
      Ich denke, dass das psychologisch auch verständlich ist, wenn man sich die nackten Tatsachen sowohl innerhalb Deutschlands als auch weltweit anschaut.
      Bestärkt wird dieser Ekel, dieser Abscheu auch noch von all diesen konfusen bürgerlichen und kleinbürgerlichen Mist unter „linker“ oder gar hochtönend „marxistischer“ Maske, welcher dieses Treiben neben den weltweit führenden Imperialisten-Medien noch zusätzlich lautstark – und noch ideologisch verwirrend! – begleitet.
      Versucht man nun, auch ehrlich empörte Leute davon zu überzeugen, dass nur durch den Sturz des Imperialismus(d.h. NICHT sofortige Abschaffung des Kapitalismus mit einem Schlage, sondern DANACH peu á peu durch eine soz.Staatsmacht der Werktätigen, siehe dazu etwa Erfahrungen, Praxis in der SBZ/DDR 1946 – 1972)!), bekommt man sofort die Keule des „Scheiterns des Kommunismus 1989“ vor den Kopf gehauen.
      Und DAHER sind eben solche Arbeiten wie die des Genossen Gosssweiler von 1994, gerichtet an einen MLPD-Fritzen, die der russischen Genossin Pribytkova, „Die Demontage“(auf diesem Blog vorgestellt), oder gerade obiger Beitrag totz alledem so wichtig.
      Denn wenn die Menschen keine Alternative sehen, werden sie dieses abscheuliche System trotz aller Kritik auch weiterhin als einzig mögliche Existenzbedingungung ansehen, ansonsten aber den Kopf brav bei allen seinen Ungeheuerlichkeiten in den Sand stecken, schauen, zumindest ganz privat „durchzukommen“.
      Es ist also ganz wichtig, den empörten, den fragenden, den teilweise nur noch fatalistischen, den resignierenden Menschen klar zu machen, dass 1989 nicht „DER“ „Kommunismus“ oder Sozialismus „gescheitert“ ist, sondern nur noch die Reste eines bürgerlich völlig „deformierten“, ausgehehöhlten Sozialismus ziemlich geräuschlos und daher „friedlich“, beiseite geräumt werden konnten, danach einfach der Kapitalismus, in viefacher Form in einer Kompradoren-Gestalt, wiedererrichtet wurde.
      Bert Brecht sagte ja mal, eine Wahrheit muss man eben immer wieder wiederholen, auch wennś einem manchmal zum Halse raushängt…
      Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Revisionismus-Forschungen sollten allerdings allen den Leuten, welche sich dafür wirklich interessieren, in einer möglichst verständlichen und allgemein gebräuchlichen sprachlichen Form vorgetragen werden, ohne jeglichen „akademisienden“ Jargon oder unnötigen ideologischen Stilmitteln.
      Wir müssen uns und alle wirklich Interessierten immer wieder daran erinnern was Lenin schon 1902 in „Was Tun?“ lehrte, dass nämlich der Revisionismus (damals wie heute!) unter der Fahne der „Freiheit der Kritik“ KEINE Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Sozialismus ist, NICHT genuin aus diesem hervorgeht, sondern immer bedeutet, bürgerliche und kleinbürgerliche Weltanschauungen unter „linker“ oder „marxistischer“ Maske in den wissenschaftlichen Sozialismus einzuschleusen, dort zu implantieren, wo diese dann beginnen krebsartig zu wuchern, ganze Körper von einst gesunden Parteien VON INNEN heraus zu zerfressen, und schließlich zu zerstören, zu töten.
      Seit Erscheinen von Lenins „Was Tun“ sind inzwischen 111 Jahre verstrichen, und doch müssen wir uns noch leider immer und immer wieder mit „linken“ und „marxistischen“ Typen, ganz zu schweigen von den Legionen bürgerlicher Tintenkulis und Medienbütteln, herumschlagen, um nur diese Wahrheit zu verteidigen, wieder aufzufrischen, im neuen klaren Glanz erscheinen zu lassen.
      Ja, man muss leider weitermachen, auch wenn’s manchmal zum Halse raushängt….
      In diesem Sinne!

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      1. Wo aber ist denn Kommunismus gescheitert? Bitte nicht diesen Unsinn nachahmen. Weshalb verbrauchen wir unsere Zeit an den Wirrheiten der imperialistischen Propaganda?

        Berichten wir den Menschen von unserer wissenschaftlichen Weltanschauung!

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    2. Wer „Visionen“ hat, sollte einen Arzt aufsuchen, so Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal vor vielen Jahren!

      Weshalb dies nicht auch anwenden auf Leute, welche uns mit höchst subjektiven, verträumten, abgehobenen, idealisierten „Visionen“ eines „demokratischen Sozialismus“, eines „Sozialismus mit menschlich Anlitz“ („Prager Frühling“, etc..!!!…, „EURO-Kommunismus“….!!!..) noch IMMER auf die Nerven gehen? 🙂

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    3. Wenn wir richtig W. Lamberz so verstehen, dass sich „einiges mehr einfallen müssen“ lassen auf dem M/L fußt, das sozialistisch wollende abbildet/entwürft, dann sind wir überein.

      Mit geht es darum, dass ich nicht mit den Schaustellermitteln des Imperialismus den Sozialismus zeigen will, nur weil viel angenommen ist, daß Menschen weitgehend von den Taschenspielertricks der imperialistischen Verführungsmaschinerie („Schwindelsystem“, wie Marx es u.a. nannte) infiziert ist (was als Ausgangswert durchaus aber zu beachten ist).

      Ich verstehe u.a. W. Lamberz so, dass wir M/L gebildet aus unserer Weltanschauung heraus, kollektiv, munter, emotional, heiter, erfinderisch, kämpferisch, optimistisch … agieren sollen. Eine schöne Aufgabe )))

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  3. Ich fand den Text den Kurt Gossweiler zur MLPD-Position geschrieben hat, hochintelligent, leicht verständlich und sympatisch.
    Frage : 1) Warum sollten reiche Parteibonzen den Sozialismus verraten ? Das macht doch keinen Sinn. Oder erhofften die sich, im Kapitalismus Autogrammstunden für ein paar Mark in der Fussgängerzone zu geben ?
    2) Wieso gab es keine Möglichkeit fürs Volk diese doch so klar erkennbaren, offensichtlichen Revisionisten/Verräter abzusetzen?
    3) Nicht bös gemeint, aber das alles hört sich so an, als ob die Arbeiterklasse bzw. das Volk nichts zu sagen hatte, sondern – genau wie im Westen – nur die Leute wählen darf, die von ganz oben bestimmt werden. Vor allem, wenn es um offene Restauration des Kapitalismus geht, musste dies doch jeder einigermassen geschulte kommunistische Russe durchschaut haben ?
    4) Wie werden überhaupt Meinungsveschiedenheiten zwischen Arbeitern und Berufspolitikern geregelt ?
    5) In Kuba arbeitet man seit über nem Jahr daran, dass die ineffektiven Bürokraten weniger und die Kollektive mehr Wirtschaftsbefugnis erhalen sollen. Ob das revosionistisch oder eher echt sozialistisch ist, hat ich hier schonmal angefragt.

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  4. Fragen regen immer wieder dazu an, über das eben Geschriebene noch einmal nachzudenken. Also:
    1.Gab es diese „reichen Parteibonzen“ wirklich? Und welche Macht hätten sie (so es sie gegeben haben sollte) wirklich? Bekanntlich ergibt sich die „führende Rolle des Proletariats“ aus deren objektiver Stellung zu den Produktionsmitteln (Volkseigentum). Grundbedingung für die Verwirklichung der Hegemonie (Vormachtstellung) des Proletariats ist eben eine revolutionäre Partei (neuen Typs). Und die hatte sich bis dahin ja auch tausendfach bewährt. Über die persönlichen Motive eines Gorbatschow (wie zuvor über die eines Trotzki) kann man nur spekulieren… Daß dieser Verräter nicht gleich vom Proletariat „hingerichtet“ wurde, liegt an dem ganzen vorherigen Prozeß der Unterminierung der Sowjetmacht (s.o.).
    2. Wieso (und das fragen wir uns heute) haben nicht schon die Genossen Kaganowitsch, Malenkow usw. heftig dagegen protestiert, als sie von Chruschtschow derart überrumpelt wurden? Es war mit Sicherheit ein lange vorbereitetes „Spiel“ (u.a. auch ein Racheakt Chruschtschows, Shukows…) Der Inhalt der Rede von Chru. wurde ja dem Sowjetvolk viel später bekannt als den Zeitungslesern in den USA (!!!)
    3. Natürlich gab es heftige Kämpfe der Kommunisten gegen diese revisionistischen Machenschaften (s.o.), flankiert und assistiert von Angriffen des Imperialismus!
    4. Stalin hatte unmittelbar nach dem Krieg eine Wirtschaftkonferenz einberufen, die dieses Verhältnis (Partei-Wirtschaftsführung) ändern sollte. Dieses wurde mit seiner Ermordung 1953 verhindert.

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  5. Nun melde ich mich doch noch mal bevor ich paar Tage, draußen bin. Nadja wird den Schreck verwinden.

    Kuba ist eine gesonderte Frage. Hat denn irgendein Staat all die vergangenen Jahrzehnte unter den besonders erschwerten und teils aberwitzigen, international aufgezwungenen, Bedingungen wie Kuba einen sozialistischen Weg beschritten?!

    War nicht längst geunkt und für Imperialisten ausgemacht, dass Kuba nach dem Entzug der Bruderhilfen aus der Sowjetunion binnen Kürze an die Imperialisten fallen würde? Das kubanische Volk verteidigt den Sozialismus jedoch fortgesetzt. Ja, die Generation, die die Revolution durchgekämpft hat, stirbt. Und es muß sich zeigen ob die Nachgeborenen Generationen zum Sozialismus die Findung haben, die Ihre Mütter und Väter im Kampf und im Aufbau des sozialistischen hatten.
    Wir sollten da auch vertrauen. Der Imperialismus erfüllt was die Klassiker uns aufgezeigt haben. Das im kubanischen Volk diese Wahrheiten ankommen, ist keine Frage. Die Frage wird sein, wie breit das höhere Bewußtsein im Volke trägt. Dies wird zuverlässig erst die Zukunft aufzeigen.

    Wenn wir in die Geschichte schauen, waren „Reformen“ im Sozialismus zu oft aus dem Revisionismus hergeleitet. Aber wie gesagt, die kubanischen Genossen haben einen lebendigen Erfahrungsschatz. – Allerdings nehme ich in Gesprächen mit kubanischen Genossen zunehmend ähnliche Krankheiten war, wie sie uns die DDR gekostet haben.
    Aber ist nicht jeder Tag den Kuba Wiederstand leistet ein Sieg für die Menschheit!!

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    1. Geehrter Vorfinder, alle diese revisionistischen Krankheiten fallen nicht vom Himmel, sind nur auf Denkfehler, charakterliche Mängel oder gar bewussten oder auch nur unbewussten Verrat zurückzuführen.
      Wie Opportunismus und Revisionismus schon lange vor 1914 ihre Ursachen in bestimmten materiellen Bedingungen der damaligen bürgerlich-imperialistischen Gegebenheiten hatten, so wirkten diese auch weiter nach der Oktoberrevolution in Russland 1917, nach 1945 in vielen weiteren Ländern, welchen den Weg des Sozialismus einschlugen.
      Ob Chrusschtschow, Breschnew, Kadar, Gierek oder Honecker, deren Parteien, sie alle waren gezwungen in einer Welt zu handeln, Politik zu machen mit einem ökonomisch weit überlegenen imperialistischen Gegner im Weltmaßstab, welcher nun wirklich an ALLEN Fronten einen teils verdeckten, manchmal auch offenen verbissenen Krieg gegen alle diese Länder führte.
      Und dieser kalte und manchmal heiße Krieg des seit 1945 ziemlich stramm von den USA angeführten Weltimperialismus, seine permanten Kriegsdrohungen, selbst mit Atomwaffen, bürdete den sozialistischen Ländern gewaltige Verteidigungsanstrengungen auf.
      Ist es daher nicht verständlich, nachvollziehbar, dass da auch ein Chruschtschow und sicherlich auch viele Kommunisten in der KPDSU danach trachteten, diesen gewaltigen militärischen und ökonomischen Druck insbesondere auf die UDSSR, diesem im zweiten Weltkrieg so ausgebluteten Lande, im Interesse des materiellen Wohlergehens der breiten Masse der sowj.Bevölkerung, durch bestimmte Vereinbarungen mit diesem Weltimperialismus, ein wenig zu entgehen, „Entspannungspolitik“ zu treiben?
      1970/71 ging es auch in der DDR keinesfalls um einen „Machtkampf“ zwischen Walter Ulbricht und seinem „Kronprinzen“ Honecker wie uns die bürgerlichen Medien immer wieder versichern, auch nicht um die „reine Lehre“ oder Revisionismus, sondern schlichtweg um Ökonomie, die Akkumulationsrate der DDR-Wirtschaft, um die Frage, jetzt mehr Konsum, „erlebbaren Sozialismus“(Honecker), oder um weiter hohe Akkumulationsraten, aber eben immer auch zu Lasten des Konsums, des Lebensniveaus der Bevölkerung insgesamt.
      Wollten die Bürger der DDR um 1970/71 wirklich nur immer neue wissenschaftlich-technische Höchstleistungen wie in den 60er Jahren teilweise beeindruckend erbracht, geleistet, oder wollten sie nicht auch mehr neue moderne Wohnungen, mehr gute Gebrauchsgüter, mehr neue moderne Schulen und Altersheime, mehr Importwaren einschließlich Autos?
      Hatte die SED mit den Beschlüssen des 8.Parteitages nicht auch „das Ohr an den Massen“, deren Wünschen, deren Erwartungen(Lenin!, Stalin!)?
      Und gehörte zu dieser neuen Politik nicht auch eine „Entspannung“ zum TODFEIND der DDR, der BRD, ganz logisch dazu?
      Und verlief es nicht ähnlich in Ungarn, Rumänien, Polen?
      Hatten es nicht alle diese „Revisionisten“ auch mit ihren Völkern zu tun, welche schnelle Erfolge im Erringen eines hohen Lebensniveaus erwarteten, und zwar noch zu ihren LEBZEITEN?
      Die ganze „Schuldfrage“ ist eben keinesfalls so einfach, wie sie sich vielleicht nach einem Blick in ein paar alte Bücher darstellen mag.
      Es ist wirklich wichtig, immer auch die konkreten materiellen, ökonomischen Gegebenheiten im Auge zu behalten, auch seine internationalen Positionen, die internationalen ökonomischen und militärischen Machtverhältnisse im Auge behält, wenn man über konkrete Politik im Sozialismus spricht, insbesondere des damaligen.

      Daher: Wirklich dialektisch-materialistisch denken!

      (Mein Kommentar soll keinesfalls hochmütig oder rechthaberisch eine „endgültige“ Erklärung, Wahrheit über die vorläufige Niederlage des Sozialismus darstellen, sondern will nur Anregung sein, auch das Materielle nicht aus den Augen zu verlieren, eben ganz besonders auch in dieser Richtung emsig weiter zu forschen!)

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      1. Hallo Harry (Geehrter lasse ich weg, ich hab´s mit dem bürgerlichen nicht so).

        Ich kann Dir nicht im Einzelnen antworten. In der Pause hier nur gerade soviel.

        Bei Deinem Vortrag dachte ich, viel anders hätte das in einem Springer Blatt auch nicht gestanden. Na, „dialektisch-materialistisch“ hätte die da wohl weg gelassen, es gilt da ja nicht die Leser auf Ideen zu bringen.

        Es ist Dir vielleicht entfallen, ich bin DDR Bürger und habe in der DDR gelebt, bis der Klassenfeind kam und mir die Staatsheimat raubte…

        Bei Dir liest es sich so, als sei z.B. das Wohnungsbauprogramm eine Erfindung von Honecker gewesen. Ein Tip: Wir hatten in der DDR 5-Jahrespläne und die wurden nicht per spontanen Einfällen vorbereitet …

        Da ich in der DDR gelebt habe, würde ich andere Mängel benennen, als Du welche aufzählst.

        An welchen Teil der Massen hatte da bitte wer das „Ohr“?

        Beispiel neue Schulen. Erbärmlich wie HEUTE der Zustand ein Großteil der Schulen ist. (Ich habe gerade nochmal nach draußen geschaut, keine Revolution im Gange, keine Massen unterwegs die neue Schulen fordern). Offenbar reicht einer großen Zahl von Menschen (vermeintlicher) Konsum. Vielleicht hast Du da recht -hier nehme ich gerade einen Rat von „Sascha“ auf 🙂

        Du nennst Defizite in der Entwicklung des Bewußtseins der Massen in der DDR. Was ist aber die Schlußfolgerung? Soll man deshalb die Konterrevolution akzeptieren oder ihr gar den Teppich ausrollen?

        Verräter des Sozialismus sind Verräter, sind Revisionisten selbst wenn sie im Mantel modischer Parolen (des Klassenfeindes) daher kommen.

        Abschließend für jetzt. Zu den Folgen der sog. Entspannungspolitik hat Peter Hacks etwas erhellendes gesagt: „Die Abschaffung der Kunst gelang in jenem Geschichtsabschnitt des verschärften Klassenkampfes, den man Entspannung nennt.“

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    2. Jugendfreund Vorfinder,
      Nichts ist mit der Alte zu schrecken mit Kuba( Lach).
      Das war so’ne Macke in der DDR um fürs kubanische zu schwärmen. Andreas Holm sang „Sie war aus Varadero“.
      Der Großmaul Castro wurde schnell ein ganzer Chruschtschowist. Er ist ein Stalin-Verleumder, Held der ultralinke Phrase. Das hat Enver Hoxha übergesehen….
      Viel Erfolg Auswärts!

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  6. Lieber Harry, alles in Ordnung. Mir schrieb gerade jemand: „Wenn du jemanden überzeugen willst, so äußere deinen Standpunkt mit Mäßigung und Sorgfalt. Dann kratze dich am Kopf, schüttle ihn ein wenig und sage, du glaubst zwar, daß es so sei, aber natürlich könntest du dich diesbezüglich auch täuschen.“ – So nimmt dein Zuhörer das, was du zu sagen hast, auf, und fast sicher wird er, da du im Zweifel bist, versuchen, dich davon zu überzeugen, daß du recht hast. Wenn du aber in einem behauptenden und arroganten Ton sprichst, machst du ihn dir zum Gegner. Rede nur dann, wenn du etwas wichtiges beizutragen hast. Das ist doch nicht schlecht, oder?

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  7. 1)Meine Frage zu Chrustschow war mehr, ob es sich für so hohe Leute lohnt, sich vom Westen bestechen zu lassen ? Mit den paar Mark als Autogrammgeber im neueröffneten Möbelhaus meinte ich konkret Gorbatschow.
    1b) Kann mann als kleiner Mann im Sozialismus durch Wahlen Einfluss auf ganz oben nehmen??? Oder wählt man die, die von oben bestimmte werden ? Im Westen bei Parteien, Gewerkschaften, selbst bei Wonhnungsbaugenossenschaften.
    2) Anmerkungen zur BRD Wirtschaftskraft
    2a) Es gab Industriezweige in denen der Akkord dreimal so hoch war, wie in den Niederlanden. Wenn Du 30 warst, hattest Du da meist Gliedmassenverlust, Augenlichteinbussen oder andere Knochen kaputt. In unsere Verzinkereiabteilung warst Du nach 15 Jahren kaputt, aber spätestens mit Anfang 40 (meist primäre Lungenerkrankungen. Leber Niere, Herz kamen zügig aber später).
    2b) Die tollen Südfrüchte, Kakau, Kaffee in der BRD waren mit Kinderblut beklebt (in den 70gern wurde dies genaustens recherchiert). Toller Wohlstand, der darauf basiert, dass faschistische Killerkommandos (besonders für Süd-, Latainamerika untersucht) für die Arbeitsbereitschaft verarmter Bauern und ihren Kindern sorgten.
    2c) Wenn man Öl praktisch für umsonst – mit ein bischen Gewalt- bekam, hat man natürlich mehr finanziellen Spielraum. Jeder überlege mal was er jetzt an Strom Heizung, Benzin bezahlt und indirekt an Transportkosten die in Waren wie Lebensmitteln drinstecken.
    2d) Wenn die BRD DDRAkademiker (die mehr als 25 Jahre nur auf Allgemeinkosten leben und studieren), oder qualifizierte Fachkräfte aufsaugt (Braindraining), spart man locker (300Monate mal 600 Euro Lebensunterhalt plus 60Monate mal 500 Euro Uni/Ausbildungskosten). Pro Person also über 200Tausend Euro.

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    1. Danke, rheinlaender, für Deine Fragen. Das erste habe ich mich auch oft gefragt. Aber ich nehme an, denen ist einfach der Verstand abhanden gekommen; sieh Dir die verbohrten Imperialisten an, die bekehrt auch keiner. Sie werden immer auf die niederen Klassen spucken. Sie verachten das gemeine Volk. Und das war mindestens bei Chru. und Gor. genauso. Und eine gewisse Macht (die die ja hatten) korrumpiert. Und was Du zur BRD-Wirtschaft sagst, stimmt exakt. Ich hab in der eignen Familie solche Ganoven, die in der DDR noch schnell studiert haben und dann abgehauen sind. Aber – deren Vater war in Nazi! Hätten wir die besser nicht studieren lassen sollen? War die DDR da nicht oft viel zu human???

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  8. Hallo Leute, ich sag jetzt mal gar nix und stelle nur diesen Link rein, dessen Inhalt ich sehr bemwerkenswert finde.

    http://de.ria.ru/world/20131120/267316389.html

    Was denkt ihr so darüber?

    (Interessante und informative Beiträge, Rheinlaender! Sehr gut! 🙂 )

    Der Link:
    „Chinas Albtraum – Zerfall nach UdSSR-Vorbild“
    Also, erstens war es kein „Zerfall“ – wie dort beschrieben – sondern eine mutwillige Zerstörung der UdSSR, ein krimineller Komplott dreier Politgangster: Jelzin, Schuschkewitsch und Krawtschuk im Wald von Belowesch. Und zweitens hat die KP Chinas anfänglich zwar heftig gegen Chruschtoschows Revisionismus protestiert … eine Teilung Chinas wäre aber absolut im Interesse des westlichen Imperialismus.
    (Anmerkung – N.G.)

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  9. sascha313
    20. Nov 2013 @ 07:31:22

    …fragt: „Hätten wir die besser nicht studieren lassen sollen? War die DDR da nicht oft viel zu human???“

    Hm… schwierige Frage, selbst heute noch nicht mit einem klaren Ja oder Nein so leicht zu beantworten!

    Machen wir uns doch nichts vor, JEDER Sozialismus hat es nach dem Sturz des Imperialismus oder eines vorimperialistischen feudalen Regimes(siehe Situation vieler arabischer Länder seit 1945, dortige hoffnungsvollen Aufbrüche und Niederlagen!) eben mit jenem Menschenmaterial zu tun, welches derartige vorangegangene Ausbeuterordnungen dem Sozialismus so als „Erbschaft“ hinterlassen.
    Und mit solchen Problemen, mit vom Imperialismus völlig verunstalteten, betrügerischen Menschen, echten Ganoven, Heuchlern und Lügnern, großen und kleinen Abzockern aller Art werden sich auch die kommenden Generationen, welche hoffentlich einen neuen Sozialismus aufbauen werden, ebenso noch lange herumschlagen müssen.
    Zusätzlich wird alles noch verschlimmert und erschwert, wenn es jenseits der Grenzen sozialistischer Staaten noch einen mächtigen Weltimperialismus gibt, welcher allen noch vorhandenen Schmutz alter Zeiten, „Ratten“(inzwischen lybischer Jargon für die gemeinen niederträchtigen Verräter und schäbigen NATO-Büttel – „Rebellen“ – Lybiens 2011!) unterstützt, fördert, mästet.
    Wenn man diese harten Tatsachen ohne jegliche Sentimentalität oder gar Weinerlichkeit sieht, begreift, dann kann es auch dämmern, wie wichtig eben doch die so oft verpönte „Diktatur des Proletariats“ ist, ebenso revolutionäre Wachsamkeit an allen Ecken und Fronten.
    Selbst dem Genossen(?) Xi in Peking scheinen diese Dinge einzuleuchten.(siehe obiger Link)

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  10. Hallo Harry. Die Frage nach profit(s)(fl)üchtigen Akademikern haben selbst kleinere Firmen einfach gelöst. Wer abhaut, bezahlt nicht nur Arbeitsausfallzeit plus Lehrgangsgebühren, sondern noch ein Zusatzentgelt (bürgerlich Schadensersatz) für Projekte, die nicht realisiert werden können. Persönlich hab ich dies in der EDV/IT bei überteuerten Lehrgängen von IBM, SAP, ORACLE- Datenbanken kennengelernt. Wenn ein vom Volk alimentierter kubanischer Arzt eigene schwerkranke Landsleute im Stich lässt, um in New York/LA als Schönheitsexperte die schiefen Zähne oder Gesichtfältchen von Hollywoodstars zu beheben, kann er dazu verpflichtet werden entsprechend ne halbe Milionen Dollar als Kompensation zu leisten.

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  11. …und wer verpflichtet die aus Rumänien, Griechenland und der Ukraine abgeworbenen Ärzte zu Kompensationszahlungen, wenn sie in der BRD für Niedriglöhne eingestellt werden??? Das ist kapitalistische „Marktwirtschaft“ – Betrug an anderen Völkern!

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    1. Zu diesen „flüchtenden Ärzten“ folgende Linkes:

      1. ganz akuell: http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2013/11/57165/
      2. „Freiheit für DDR-Bürger“ 1989: http://www.youtube.com/watch?v=BIrJ0z4kinM
      (Akuelle Kamera vom 08.11.1989, siehe ab Min 15:16…)

      7000 „Flüchtlinge“ des Gesundheitswesens der DDR, darunter 1500 Ärzte…., ja, da hob die „Freiheit“ echt an…..

      Und – hat sich der Kapitalismus seither gebessert?
      Vergessen wir nicht, auch in Deutschland gibt es inzwischen Regionen, in denen Ärzte noch weit über ihr Rentenalter weiter praktizieren, wegen sonstiger Schließung der Praxen, Ausfall der medizinischen Versorgung vieler zumeist älterer Patienten vor Ort. Dagegen Massenansammlungen von deutschen Ärzten in den lukrativen Ballungsräumen, aber auch in der Schweiz wegen besserer Kohle dort. (Ok, dort werden auch Krankenschwestern, Pflegekräfte in Hospitälern und Altenheimen meist deutlich besser entlohnt als in Deutschland, sollte man anerkennen)

      P.S. habe den Link korrigiert, N.G.

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  12. Ja, „Flucht“ in die BRD wegen „fehlender Gummihandschuhe“, da kann nur jedem normalen Menschen der Kamm anschwellen!
    Ob diese Typen auch nur ahnten, unter welchen unsäglichen materiellen Bedingungen damals und selbst heute noch in vielen Hinterhöfen und Kriegsgebieten des Imperialismus Mediziner und medizinisches Personal große Arbeit leisteten, leisten, etwa auch viele kubanische Ärzte nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti vor vielen Jahren?
    Rannten Ärzte und medizinisches Personal etwa in Lybien 2011 einfach davon, flüchteten, als auch viele ihrer Hospitäler Opfer der Massenbombardements der NATO-Verbrecher wurden?
    Hätten die auch alle in die BRD „flüchten“ sollen?
    Ich denke, es reicht, so etwas weiter zu kommentieren, es würgt einem einfach nur!

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  13. Ja Harry,
    Es war ein paar Monate super trendy für Haiti zu spenden. Durch Ihre Arbeitsbedingungen eigentlich menschenverachtendende Unternehmen konnten mit ein paar hundert Euro Gutsherrenspende (bezahlt von Mitarbeitern oder ärmeren Einzelhandelskunden) ihr Schlechtes Image aufpolieren und zehntausende Euro Werbekosten sparen. Nach dem Motto : Spende wenig, und rede viel darüber. Dagegen hab ich in den Mainstreammedien nichts gelesen von der Aktion helft Kuba um Haiti zu helfen. Kuba ist heut noch dort. Die GrosstadtSituation (selber permanent erfahren und durch bekannte Patienten bestätigt) ist, dass der Orthopäde für nen Kassenpatient ca. 40 Sekunden Zeit nimmt. Hast Du aber nicht nur Rücken, sondern auch Knie, Schulter, Handgelenk, verweist das Schmarotzerarschloch Dich aufs nächste Quartal. Dabei wartest Du drei Stunden, damit der Dir ein Schmerzmittel gibt, dass Du für zwei Euro in der Apotheke selber kaufen kannst. Dabei tragen die gesetzlichen 80 Prozent und die privaten Kassen nur 20 Prozent zum Ärzteeinkommen in Deutschland bei. Bei Berücksichtigung individueller Gesundheitsleistungen. trägt der Kassenpatient noch mehr. Lass die Kassenpatienten weg, und der Arzt verhungert. Lass die Privatpatienten weg, und der Arzt muss bei seinem Porsche den goldenen Aschenbecher gegen den Standardascher tauschen. KLAR ist auch die gesetzliche übel, wenn sie schmarotzenden Vorständen (nur offiziell BARMER) über 200.000 Euro pro Jahr schenkt. Na ja, was ich immer – leider oft ganz reformistisch sage – es gibt hier so viele MADEN im Speck, während andere ab der letzten Kalenderwoche Nudeln mit Billigketchup fressen dürfen.

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  14. Nehmt mir’s nicht übel, Ihr habt ja völlig recht – aber was hat das alles mit dem XX.Parteitag zu tun????

    Geht raus und erzählt das mal jungen Leuten. Die werden das nur für Alte-Leute-Geschwätz halten, weil sie sich nicht mal über ein paar neue Winterreifen Gedanken machen müssen: sponsored by OMA! Da liegt der Hase im Pfeffer!

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  15. „sascha“ hatte, weiter oben, die passende Frage gestellt: Hätten wir jene studieren lassen sollen?

    Zur Bildung der Welt, alle mal. Für die DDR aber war es zu unüberlegt, da zu oft Rücksicht zu nehmen, auf persönliche Bedürfnisse, Drohungen …

    Mit solchen Verrätern, von uns ausgebildet, hat der Klassenfeind dann zu uns herübergeblendet – und damit weitere hinübergezogen, deren Charakter wir nicht ausreichend gefestigt hatten oder deren Charakter wir nicht richtig erkannt hatten.

    Wir hatten vernachlässigt, daß spezialisierte Bildung zusammen gehen MUSS mit politischer Bildung, sonst formt sich kein höheres Bewustsein. (Und geschickt und passend war unsere Form der politischen Bildung zudem auch nicht immer).

    Da wo wir ideologisch kämpften hinkten wir oft den moderneren Techniken des Feindes hinterher. (Damit meine ich nicht Tam-Tam, sondern fortschreitende Erkenntnisse in Soziologie und Psychologie u.a.). Lügen lassen sich laxer und ohne Rücksichten schillernder vermitteln, als die Wahrheit deren Vermittlung nicht ohne Anstrengung und Bildung beim Gegenüber aufgeht. Für die Lüge genügt Blödheit als Voraussetzung oder eben nicht gefestigter Charakter. Waren wir im ideologischen Kampf nicht zu einfallslos?! Hatten wir diesen nicht zunehmend zur ökonomischen Auseinandersetzung hin vernachlässigt, wenn nicht fast aufgegeben?

    Ich handle mir wieder Ärger ein. Dennoch: wir hätten solche schiefen Charakter ziehen lassen sollen BEVOR diese im Sozialismus alles selbstverständlich in Anspruch nahmen, ihre spezialisierte Bildung mitnahmen, um sie und sich den Imperialisten zu verkaufen. (Im übrigen sind solche Vorgänge Belege dafür, dass das Ministerium für Staatssicherheit eben das Wesentliche kaum wußte bzw. da Kräfte drunter waren, die willentlich den Sozialismus, dem eigenen Staat schadeten …)

    Gerhard Gundermann sang einst: alle die gehen wollen, sollen gehen können, alle die kommen wollen, sollen kommen können …

    Haben wir zu spät erkannt.

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