Sowjetischer Rubel anstatt Dollar???

UdSSR
Bildüberschrift: „Wem kommt das Nationaleinkommen zugute? – In den kapitalistischen Ländern: der Löwenanteil den Ausbeutern, in der UdSSR: den Werktätigen.“

In den 50er Jahren hätte die Sowjetunion beinahe das USA-Finanzimperium zerstört

Im Jahre 1964 erzählte der französische Finanzminister dem französischen Präsidenten General de Gaulle eine Geschichte, wie sich das Vorkriegs-, und später das internationale Nachkriegsfinanzsystem gebildet hat. Er nannte folgendes Beispiel:
„Stellen Sie sich vor, auf einer Auktion wird ein Bild Raffaels verkauft, und der Streit geht zwischen dem Deutschen Friedrich, dem Araber Abdullah, dem Russen Iwan und Yankee John. Jeder von ihnen bietet für das Bild seine Waren an: der Araber Erdöl, der Deutsche Technik, der Russe Gold, und mit dem lustigen Lächeln bot der Yankee John bot den doppelten Preis, nahm aus seinem Geldbeutel ein Paket neuer 100-Dollar-Noten heraus, zählte sie ab, nahm das Bild und verschwand.“
„Und worin besteht der Trick?“ – fragte de Gaulle.
„Der Trick besteht darin,“ antwortete sein Finanzminister, „daß der Yankee mit hundert Dollarnoten bezahlt hat, tatsächlich hat er aber nur drei Dollar bezahlt, weil der Wert des Papiers für eine Banknote von 100 Dollar 3 Cents beträgt…“ Das heißt, der ganze Reichtum der Welt, das ganze Goldes floß statt dessen in die grünen Papierchen! Früher, vor dem Krieg spielte das englische Pfund Sterling eine solche Rolle.

Anfang der fünfziger Jahre war die UdSSR nahe dran, die amerikanische Wirtschaft zu ruinieren und die Wirtschafts- und Finanzhegemonie in der ganzen Welt zu übernehmen. Fürs erste muß man bemerken, daß nach dem Großen Vaterländischen Krieg die Sowjetunion nicht nur in unglaublich kurzer Frist wieder hergestellt werden konnte, sondern daß sie auch begann, eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung zu nehmen. Die kolossale Wirtschaftsmacht und die riesigen Rohstoffvorräte erlaubten es der UdSSR sich im Wirtschaftskampf gegen die „Hegemoniemächte“ des Westens – den USA und Großbritannien – durchzusetzen.

Der erste Schlag versteckte sich in den Zeilen eines langweiligen Dokuments

Die am 1. März 1950 erschienene „Verordnung der Regierung der UdSSR über die Aufhebung der Feststellung des Rubelkurses“ in Bezug auf ausländische Währungen, die auf der Basis des Dollars beruhen, und seine Übertragung auf die stabilere Goldgrundlage, entsprechend dem Goldwert des Rubels, wurde zu einem Präzedenzfall, der das „Blasen“-System bedrohte, das auf dem Druck von wertlosen Dollarscheinen beruhte:

Der Ministerrat der UdSSR hat beschlossen:
(1) Ab 1. März 1950 ist die Festlegung des Rubelkurses zu ausländischen Währungen auf der Basis des Dollars einzustellen und auf die standfestere Goldgrundlage, entsprechend dem Goldwert des Rubels, zu übertragen.
(2) Der Goldwert des Rubels wird auf 0,222168 Gramm Reingold festgelegt.
(3) Ab 1. März 1950 wird der Kaufpreis der Staatsbank für 1 Gramm Reingold auf 4 Rubeln 45 Kopeken festgelegt.
(4) Ab 1. März 1950 ist der Kurs für ausländische Währungen ausgehend vom Goldwert des Rubels, wie in Punkt (2) festgelegt, wie folgt zu bestimmen: 4 Rubel für einen amerikanischen Dollar anstelle bisheriger 5 Rubel 30 Kopeken, und 11 Rubel 20 Kopeken für ein Pfund Sterling anstelle bisheriger 14 Rubel 84 Kopeken.
Die Staatsbank der UdSSR wird beauftragt, den Kurs Rubels zu anderen ausländischen Währungen entsprechend zu ändern.
Im Falle weiterer Veränderungen des Goldwertes der ausländischen Währungen oder der Veränderungen ihrer Kurse, legt die Staatsbank der UdSSR den Kurs des Rubels zu den ausländischen Währungen unter Berücksichtigung dieser Veränderungen fest.“

Wenn andere Länder dem Beispiel der UdSSR gefolgt wären, wäre die Lage der USA – der weltgrößten „Gelddruckerei“ – äußerst gefährlich geworden.

Der zweite Schlag war noch ernster

Im Herbst 1951 erklärten die Mitgliedsländer des RGW (Rat der Gegenseitigen Wirtschaftshilfe) und China gemeinsam die Unvermeidlichkeit einer engen Zusammenarbeit aller der Länder, die nicht geneigt sind, sich der Dollarisierung und dem Diktat der proamerikanischen Handels- und Finanzstrukturen zu unterwerfen. Entsprechend dieser Erklärung würden „die neuen Kolonisatoren andernfalls alle, die damit nicht einverstanden sind, erstens gegeneinander aufhetzen, und zweitens beliebigen Formen der Aggression und Diskriminierung unterwerfen…“. Im Dokument wurde auch über die Notwendigkeit der Einberufung eines internationalen Forums zu diesen Fragen gesprochen.

Vom 3.-12. April 1952 fand in Moskau eine internationale Wirtschaftsberatung statt, auf der die UdSSR und der RGW vorschlugen, als Gegengewicht zur politisch-ökonomischen Expansion der USA für die sozialistischen und die Entwicklungsländer einen allgemeinen Markt für Waren, Dienstleistungen und Kapitalanlagen zu schaffen.

Unter den ersten Mitorganisatoren der Moskauer Beratung waren die Volksrepublik China, Indien, Argentinien, Indonesien, Äthiopien, Mexiko, Uruguay, Iran, Jemen, Afghanistan, Syrien und Jugoslawien. Es ist bemerkenswert, daß der Vorschlag auch von einigen westlichen Länder, die den „Marschallplan“ abgelehnt hatten, wie Schweden, Österreich, Finnland, Irland, Island, unterstützt wurde – sie sandten ihre Minister für Außenhandel oder für auswärtige Angelegenheiten zu der Beratung.

Insgesamt nahmen 680 Beamte und Fachleute aus 49 Ländern an der Arbeit der Moskauer Beratung teil. Charakteristisch ist auch, daß auch viele Verbündete der USA (Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Kanada, die Türkei, die BRD, Japan, Brasilien, Saudi-Arabien, Australien, Liberia u.a.), die hauptsächlich von Geschäftsleuten, Analytikern und mittleren Beamten vertreten waren, an diesem Forum teilnahmen. Doch auch sie waren bevollmächtigt, Dokumente über Handel und Zusammenarbeit mit anderen Ländern zu unterschreiben.

Bis Ende April 1952 wurden in Moskau über 60 Handels-, Anlage- und wissenschaftlich-technische Abkommen, über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, abgeschlossen – darunter 19 solche Dokumente mit Beteiligung der UdSSR. Die übrigen Teilnehmer kamen „kreuz und quer“ aus Entwicklungsländern, aus sich entwickelnden, aus sozialistischen Ländern und mit Teilnahme einiger westlicher Länder, Banken u.ä.

Schelikow und Mikojan, die die UdSSR vertraten, schlugen in ihren Reden auf der Beratung die stufenweise Herausbildung eines allgemeinen Marktes der sozialistischen und der Entwicklungsländer vor: zuerst bilaterale und multilaterale Abkommen mit ähnlichen Bedingungen (über Preis-, Zoll-, Kreditermäßigungen, über Warenquoten u.ä.), dann die allmähliche Vereinheitlichung der Prinzipien der außenwirtschaftlichen Politik und die Entwicklung eines blockfreien Handels. Und im abschließenden Stadium – die Schaffung einer zwischenstaatlichen Rechenwährung mit einem obligatorischen Goldwert, die zweifelsfrei der Rubel werden würde.

EINIGE BEMERKENSWERTE EINSCHÄTZUNGEN:

Die Vorteile gleichberechtigter weltwirtschaftlicher Beziehungen wurden auf dem Moskauer Forum als sehr positiv eingeschätzt. Hier nur einige Beispiele:
Der Bundessekretär für Außenhandel Jugoslawiens Stane Dolanz: „Echte Wirtschaftsgleichberechtigung führt zu einem neuen Typ der internationalen Beziehungen und festigt die nationale Souveränität…“
Der Präsident der Argentinischen Außenhandelskammer Felipe Freire: „Der Handel und andere Zusammenarbeit mit den nicht-marschallisierten“ Ländern haben eine strategische Bedeutung für Argentinien – sie festigen unsere Positionen in der Weltwirtschaft und schwächen unsere Abhängigkeit von den amerikanischen Trusts und Banken…“
Der Minister für Außenhandel Indiens Gjan Tschand: „Eine echte Erneuerung der indischen Wirtschaft wird kaum möglich sein ohne enge Kooperation mit den sozialistischen Ländern. Das Plus dabei ist, daß ihre Hilfe und ihre Vorschläge nicht mit ungenierten politischen Forderungen oder neokolonialistischen Finanzbedingungen verbunden sind…“
Der Botschafter Jemens in der UdSSR Achmed al-Jufis: „Mein Land hält eine internationale ökonomische Gleichberechtigung, wie auch die Entwicklung der Wirtschaft, ohne eine enge Wechselwirkung aller Staaten, die die Unabhängigkeit verteidigen, für unmöglich…“
Der Außenminister und Minister für Außenhandel Schwedens Esten Unden: „Die Entwicklung einer gleichberechtigten wirtschaftlichen Zusammenarbeit verhindert die Beherrschung der Weltwirtschaft und des Handels durch einige supergroße Gesellschaften, die beabsichtigen, ihre Regeln zu diktieren und sogar die potentiellen Konkurrenten zu unterdrücken…“

Doch nach dem Tode Stalins im Jahre 1953 gingen die Behörden der UdSSR und somit auch die Mehrheit der anderen Länder des RGW allmählich von der außenwirtschaftlichen Idee von 1952 ab, und zogen eine bilaterale politische und ökonomische Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern vor. Außerdem verschlechterten sich die Beziehungen zwischen der UdSSR und der Volksrepublik China heftig, was im Endeffekt sogar zu offenen militärischen Konfrontationen führte.

Im übrigen meinen viele Forscher, daß hinter dem Tod Stalins und den anderen Ereignissen, die schließlich die Initiative der UdSSR zunichte machten, die westlichen Länder stehen, für die mit einem neuen Wirtschaftssystem der Bankrott gedroht hätte.

Es wurden Materialien der Historiker A.Martirossjan, A.Tschitschkin, J.Muchin verwendet.

Zeitschrift „Moderne Finanzen“
Juni 2010

Quelle:
kommunisten-online

Siehe auch:
Chruschtschow – der Mörder Stalins und der UdSSR
L.Pribytkowa: Die Demontage
Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?

15 Gedanken zu “Sowjetischer Rubel anstatt Dollar???

  1. Hallo Sascha!
    Ein sehr guter Artikel. Ich bin davon überzeugt, wäre es nach Stalins Tod so weiter gegangen wie unter Stalin, hätte sie SU die USA ökonomisch überhohlt. Dann hätte auch das Proletariat in den USA erkannt, dass es sich im Sozialismus besser leben lässt als im Kapitalismus.

    Daher finde ich es absolut notwendig sich mit dem Stalinschen Wirtschaftssystem zu beschäftigen und die Unterschiede zur Nachstalinschen Zeit exakt heraus zuarbeiten. Es gibt immer noch Leute (auch Kommunisten!) die denken, dass Stalin schuld habe an der „Mangelwirtschaft“, obwohl das Wirtschaftssystem ein anderes gewesen ist. Als Wissenschaftler (und als Marxisten verstehen wir uns als Wissentschaftler) sollten wir das oberflächliche Arbeiten sein lassen und lernen exakt zu arbeiten.

    Nach der Analyse der sozialistischen Ökonomie müssen wir ein wirtschaftliches Modell entwickeln, dass auf Stalins Wirtschaftssystem basiert. Ohne dem ist eine Verteidigung der (zukünftigen) proletarischen Revolution nicht möglich.

    Rote Grüße

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  2. Du hast absolut recht, prawda1, genau das ist der springende Punkt. Stalin war sehr klar und weitsichtig. Er hatte erkannt, daß mit dieser Entscheidung das blasenhafte, verbrecherische USA-Wirtschaftssystem zusammenbrechen würde… Um so deutlicher wird dadurch, daß die betroffenen Wirtschaftsbosse zum Handeln gezwungen waren. Ihnen war jedes Mittel recht, um diese Entwicklung aufzuhalten; und willige Vollstrecker fanden auch damals schon überall… damit erklärt sich auch die Chruschtschow-Geschichte!

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  3. Ein wichtiger Artikel, „Sascha“. Weshalb sprechen die Unseren so selten über die Überlegenheit des Stalinschen Wirtschaftssystems??

    Deine Artikel bilden einen Komplex. Der Artikel über Chru. als Mörder Stalins sowie weitere des Themas gehören zusammen betrachtet.

    Wir werden Zeugen des Mordes an Stalin nicht vorladen können, kein Geständnis erhalten. Vielleicht liegen noch Dokumente verborgen. Jedoch gibt auch die Geschichte Hinweise, die in Antworten müden.

    Die Interventionskriege gegen die SU konnte der Feind nicht zum Sieg bringen. Genosse Stalin machte die Sowjetunion stärker sogar, mit jedem Jahr seiner Führung der Revolution und des sozialistischen Aufbaus.

    In der Analyse sind die Imperialisten eben gut. Sie sahen, dass mit Stalin der Sozialismus weiter erstarken, an weltweiter Anziehungskraft zulegen würde.
    Der Feind mußte eine Konvergenz der heterogenen Interessen in seinem Lager herbeiführen. Und dies gelang, indem die Kräfte gegen Stalin als Person gebündelt wurden.

    Die Energie und Ausstrahlung Stalins, sein Vermögen ein so volkreiches Land wie die Sowjetunion zu führen und sozialistisch zu entwickeln, schuf Interessen im Proletariat der kapitalistischen Länder.

    Erinnern wir uns an den großen Aufruf von Genossen Dimitroff an die Revolutionäre zwei Jahre nach dem die Faschisten in Deutschland zu wüten begannen. Dimitroff stand ebenso wie Stalin gegen den nationalen Nihilismus. Und darin das Stalin für den Internationalismus einstand, liegt auch die Antwort, weshalb soz. Staaten die später mehr dem „Kosmopolitismus“ entgegenschritten, sich so zügig von dem an sich überlegenen stalinschen Wirtschaftssystem selbst abschnitten. Sie gingen in die imperialistische Falle, aus der die Länder nicht mehr entkamen.

    Und vergessen wir nicht, Genosse Stalin brachte zuvor das Prinzip der friedlichen Koexistenz zwischen Ländern mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung ein. Wäre dieser Weg beschritten worden im friedlichen Wettbewerb der Systeme, die Imperialisten wären schon da verloren gewesen.

    Zudem ging der sozialistische Siegeszug, Stalins Siegeszug gegen den Kolonialismus. Da ging es ans Eingemachte, ans Blutsaugen der Kapitalisten. Das Todesurteil für Stalin war von den Imperialisten dick beschrieben …

    Wer auf dokumentierte, stichhaltige Beweise für den Mord der Imperialisten in Einheit mit den Revisionisten an Genosse Stalin wartet, ist auch etwas Opfer der Indoktrination des Feindes.

    Was wir noch wissenschaftlich tiefer auswerten müssen, ist, wie es dem Feind gelingen konnte, so viele soz. Länder schon kurz nach Stalins Tod von dem revolutionären Weg abzubringen und nahezu überall dem Revisionismus die Oberhand zu lassen.

    Sicher, Stalins persönliche Kräfte waren sehr gebunden in der Organisierung und Führung der Niederwerfung des Faschismus, doch es wurde wohl auch in der Partei an sich unterschätzt welche Gefahr der Revisionismus darstellte – und bis heute darstellt.

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  4. Richtig. Diese beiden Artikel gehören zusammen. Sie entziehen den Geschichtsfälschern und den Revisionisten den Boden. Fakt ist: der Sozialismus ist nicht gescheitert – er wurde zerstört! Man darf allerdings auch nicht unterschätzen, daß heute bei einigen Kommunisten die Tendenz zu erkennen ist, alle Schuld von sich zu weisen und auf den Imperialismus zu schieben. Dazu schreibt L.Pribytkowa:
    http://sascha313.blog.de/2010/10/16/demontage-9633604/

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  5. Viele Kommunisten machen sich „Asche auf´s Haupt“. Sie führen den antikommunistischen Kampfbegriff „Stalinismus“ im Munde. Ich bin mit Stalins Methoden zwar nicht einverstanden, doch man muss bedenken, dass Krise und Krieg war und das Land industrialisiert und nach dem Krieg wieder aufgebaut werden musste. Da wurden die Methoden der Zaren übernommen. Denn z. B. die Straflager sind nicht Stalins Erfindung. Sie wurden aus der Zarenzeit übernommen. Es war nicht die Zeit, um notwendige Umstrukturierungen vorzunehmen, die einem sozialistischen Staat würdig gewesen wären.
    Chruschtschow setzte sich das unrealistische Zeil die USA überholen zu wollen. „Überholen ohne einzuholen“, wurde gespottet. Von da an schlich sich der Revisionismus in die kommunistischen Parteien ein. Der Anfang vom Ende.

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    1. Der Begriff „Stalinismus“ ist ein ideologisch-propagandistischer Kampfbegriff der imperialistischen Meinungsmacher.
      Er ist von seinem Inhalt her völlig hohl, gehaltslos, sinnlos.
      Daher wird er auch immer gleich im Zusammenhang mit weiteren negativen Begriffen, Begriffspaaren verwendet wie Diktatur, Diktator, Tyrann, grausamer Diktator, grausamer Tyrann, Alleinherrscher…., Schlächter, Millionenopfer…., also einem verbalen Panoptikum des Gruselns und Grauens.
      Jeder Linke, Marxist, Sozialist, Kommunist, der diesen antikommunistischen Kampfbegriff in den Mund nimmt beweist, dass er objektiv ein Falsschmünzer ist, wie „ehrlich“ seine sonstigen subjektiven Motive auch immer beschaffen sein mögen.
      Und ebenso verhält es sich mit der häufigen devoten Aussage insbesondere von Linksparteilern(Gisy, Wagenknecht & Co.), die DDR oder UDSSR „nicht wiederhaben“ zu wollen.
      Man kann einen verblichenen Staat ebensowenig „wiederhaben wollen“ wie bereits verstorbene liebe Angehörige.
      Die Errichtung eines neuen Sozialismus auf der Grundlage bereits gemachter Erfahrungen ist die Aufgabe, und NICHT die Wiedererweckung von Toten!

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  6. Danke für Deinen Kommentar, Petra. Nun müßte man allerdings klären, was mit „Stalins Methoden“ gemeint ist. Denn erstens war Stalin kein „Diktator“ oder Alleinherrscher, wie so oft behauptet wird, und zweitens hatten die Strafkolonien unter der Sowjetmacht immer einen erzieherischen Zweck. (Man denke an die Dzierżyński-Arbeitskommune unter Makarenko, wo jugendliche Straftäter zur Arbeit und zur Kollektivität erzogen wurden. Das war mustergültig!)

    Selbstverständlich muß man – Du sagst es – auch die historische Situation berücksichtigen, wo Bürgerkrieg, ausländische Intervention und innere Konterrevolution der entmachteten Bourgeoisie und der Weißgardisten mit Sabotage, Diversionsakten und gezielten Ermordungen führender Kommunisten immensen Schaden anrichteten. Deshalb war die unbedingte Macht des Proletariats eine Überlebensnotwendigkeit. Was bis 1939 in der Sowjetunion geschaffen wurde, und auch der heroische Sieg der Sowjetunion über den Faschismus, ist der Beweis für die Überlegenheit des Sozialismus in aller Welt!!!

    Nach dem Mord an Stalin begann die Chruschtschow-Clique, mit widersinnigen „Maßnahmen“ dieses großartige Aufbauwerk zu zerstören. Die Abweichungen vom Marxismus-Leninismus zersetzten die KPdSU, störten die Einheit von Partei und Volk, und allmählich ging auch das Vertrauen in die führende Rolle der Partei verloren. Das kam den Imperialisten gerade recht; und es entsprach auch deren „Fahrplan“….

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    1. Ich kritisiere, dass es bei Stalin auch Unschuldige getroffen hat. Dass es keine ordentlichen kriminalistische Untersuchungen gab. Viele KPD-Mitglieder, die während der Nazi-Zeit in der Sowjetunion im Exil waren, wurden verhaftet und in die Lager gesperrt.Manche gar an Nazi-Deutschland ausgeliefert.

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  7. Aha? Und wievielen Unschuldigen hat der faschistischen Überfall das Leben gekostet? Wieviele Sowjetbürger wurden von der Konterrevolution ermordet??? Oder haben vielleicht Ejsche und Chruschtschow nach Menschenschicksalen gefragt, wenn sie ihre Zahlen gemeldet haben? Sollen wir uns jetzt vielleicht an Herrn Leonhard halten? Oder an Herrn Solzhenizyn. Nein – man kann das nicht aufrechnen. Jeder unschuldig Verurteilte ist einer zuviel. Da gibt es nichts zu kritisieren, Petra. Schon gar nicht im Chor jener Leute, die der Sowjetunion schon immer feindlich gegenüberstanden.

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    1. Von diesem „Chor jener Leute, die der Sowjetunion schon immer feindlich gegenüberstanden“ distanziere ich mich ausdrücklich. Sascha, Du hast recht, der faschistische Überfall und die Morde durch die Konterrevolution sind nicht mit den Straflagern zu vergleichen. Ich weiß nicht ob Dir Walter Ruhe ein Begriff ist. Der ist zwischenzeitlich verstorben. War ein „RotFuchs“-Autor. Der ist unschuldig in Stalins Straflager und in die Verbannung gekommen. Doch er ist ein aufrechter Kommunist geblieben.
      Ach der Solschenizyn, der gehört doch auf den Mond ohne Rückfahrkarte, zusammen mit vielen Wendehälsen und Antikommunisten.

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      1. Natürlich ist mir Walter Ruge (den meinst Du sicherlich!) ein Begriff. In seiner stalinfeindlichen Grundhaltung war er unbelehrbar. Selbst Genosse Kurt Gossweiler konnte ihn nicht zum Einlenken bewegen. … Und mit diesem „Chor“ bist natürlich nicht Du gemeint. Aber solche Leute wie W.Ruge gibt es einige. Sie werden in ihrem Leben wohl auch zu keiner anderen Einsicht mehr kommen….
        (Und wenn Du schon den Solzh. auf den Mond schießen willst, dann hätte ich ein paar Mitreisende anzubieten.)

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      2. Ich habe nur Ruges eigene Ansicht im „RotFuchs“ gelesen. Was soll man tun, wenn selbst in den Reihen der Kommunistinnen und Kommunisten einseitig informiert wird?

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      3. Das stimmt, Petra. Es ist leider so. Beim RotFuchs dürfen (wie in der jW auch) einige Leute publizieren, die sich als unbelehrbare Stalinfeinde oder als Trotzkisten erwiesen haben. Das liegt aber jeweils am Herausgeber und seinen persönlichen Favoriten! Dazu gehören u.a. die Herren Steigerwald und Nick, die ganze revisionistische Leipziger Professorenclique Lieberam, Wagner, Kretzschmar, Münchow, Meißner und Roß, sowie der Doktor-Ing. Tichauer, B.Mahlow und eben W.Ruge.

        Sie alle beten mantramäßig in allen möglichen Variationen immer wieder die gleichen Horrorgeschichten nach, wie man sie auch schon im „Schwarzbuch des Kommunismus“ nachlesen konnte – illustriert durch „persönliche Erlebnisse“. Wobei ‚Dichtung und Wahrheit‘ oft eng beieinander liegen. Wer weiß das heute noch??? Der Vorrat an solchen teils erfundenen, teils wahrscheinlichen, teils gelogenen Geschichten ist schier unerschöpflich. Und es kommen ständig neue hinzu. Zumal man heute ja sehr gute Chancen hat, damit groß herauszukommen. Ich erinnere nur daran, daß Prof.Iljuchin ermordet wurde, als der die Fälschungen im russischen Staatsarchiv aufdeckte…

        Man kann hier nur Vorfinder zitieren, der da schrieb:
        „Am Thema Stalin zeigt sich, was dem Klassengegner gelungen ist…“

        Erst haben die Faschisten Stalin vom Sockel gestoßen, und nun ist es auch Lenin…

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  8. Am Thema Stalin zeigt sich, was dem Klassengegner gelungen ist. Selbst in unseren Reihen wird die Propaganda des Feindes weitergetragen, verbreitet und verbreitet. Das heißt es so oft beliebig „ich bin mit Stalins Methoden nicht einverstanden“. Gemeint sind dann fast immer die „Methoden“ die die Feindpropaganda in Umlauf gebracht hat bzw. es werden Geschichtsläufe verdreht.

    Wenn wer mit linker Gesinnung sucht, warum laßt ihr Euch da dann stets auf die Propaganda des Feindes, der Revisionisten und Verräter ein?

    Wieso gebt ihr den Stolz und die historische Überlegenheit unser wissenschaftlichen Weltanschauung kleinmütig auf, in dem ihr die Falschen nachsprecht?

    In einer Revolution geht es nicht nur gerecht zu. (Gerechtigkeit schafft kaum wer in der eigenen Familie). Und im Kampf gegen den Faschismus, bei der Rettung der Welt vor der völligen Barbarei, gab und gibt es Unzulänglichkeiten, weil Menschen die kämpfen, mitunter kämpfen ohne dass sie erst ihr Bewußtsein vervollkommen konnten.

    Die unschuldigen Toten hat vor allem der Imperialismus auf dem Konto, sowohl in der Aggression wie in der Reaktion.

    Stalin hat abermillionenfach Menschenleben gerettet, national wie international. Haben die die Stalin angreifen, sich mal die Frage gestellt, ob sie, ihre Familien überhaupt leben würden, hätte Stalin nicht die Kämpfe geführt?!

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