Der faschistische Mob in Kiew

Am 8.Dezember 2013 geschah etwas Gespenstisches in der ukrainischen Hauptstadt: Ein aufgehetzter faschistischer Mob stürzte das marmorne Lenin-Denkmal. Schon tags zuvor waren mit Steinen, Knüppeln und einem Bulldozer bewaffnete Banditen laut „Revolution“ brüllend gegen fast unbewaffnete Sicherheitskräfte vorgegangen, die das Regierungsgebäude sichern sollten. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen, bei denen sich die Regierungstruppen merkwürdig defensiv verhielten, und auch bei dem Sturz des Lenin-Denkmals tatenlos zusahen…
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Faschisten

German Foreign Policy schreibt:
Bei einem Treffen des deutschen Botschafters in der Ukraine mit dem Vorsitzenden der extrem rechten Partei Swoboda ist schon im Frühjahr ein etwaiger Sturz der Kiewer Regierung thematisiert worden. Dies geht aus Mitteilungen von Swoboda hervor. Demnach habe sich das Gespräch damals allgemein um das Assoziierungsabkommen mit der EU und um „Auswege aus der politischen Krise“ gedreht; dabei sei auch erwähnt worden, das „anti-ukrainische Regime“ Janukowitsch könne gekippt werden. Das Treffen, das kurz vor dem Besuch einer Swoboda-Delegation bei der NPD stattfand, war eingebettet in eine ganze Reihe von Zusammenkünften der Swoboda-Parteispitze mit teilweise hochrangigen Diplomaten aus der EU und aus Nordamerika. Bei mehreren Gesprächen waren auf ukrainischer Seite zudem die Parteien Batkiwschtschina von Julia Timoschenko sowie UDAR von Witali Klitschko vertreten.[1]

Daß die Faschisten in der Ukraine wieder stark im Kommen sind, zeigt sich überdies an den zahlreichen Bandera-„Ehrungen“ und „Protest“-Aktionen, die von Neonazis, von westlichen Geheimdiensten und „Stiftungen“ unterstützt werden – sowohl personell, finanziell als auch mit Waffen.

Die Bundesregierung befeuert die Demonstrationen des „pro-europäischen“ Protestbündnisses konservativer und extrem rechter Parteien in der Ukraine. Von den „Pro-Europa-Kundgebungen“ in Kiew und in weiteren Städten des Landes gehe eine „sehr klare Botschaft“ aus, erklärt ein Regierungssprecher in Berlin: Es sei „zu hoffen“, dass der ukrainische Staatspräsident „diese Botschaft wahrnimmt“. Gemeint ist die Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens, der Kiew sich vergangene Woche trotz massiven deutschen Drängens verweigert hat. Das „pro-europäische“ Bündnis in der Ukraine, auf das sich die Bundesrepublik schon seit Jahren stützt, um ihre Interessen in dem Land durchzusetzen, schließt nicht nur konservative Parteien, sondern auch Kräfte der extremen Rechten ein. Hintergrund ist deren Stärke vor allem in der Westukraine, die sich in dem Kult um einstige NS-Kollaborateure manifestiert. Im nationalistischen Milieu, das er prägt, ist derzeit insbesondere die Partei „Swoboda“ fest verankert. Ihr Anführer ruft in diesen Tagen in Kiew zu einer „Revolution“ auf. [2]

[1] http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58750
[2] http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58748
Fotos: вести

Und hier ist eine Analyse vom Juni 2014, die das Resultat dieses Verbrechens zeigt:

Siehe auch:
Die Ukraine – Geschichtliche Hintergründe

8 Gedanken zu “Der faschistische Mob in Kiew

  1. Das war ein ganz komisches gefühl…

    als die büste stürzte…

    ich erinnere …als vor ca. 12 jahren ein fast

    gleiches bild gezeigt wurde… als auch eine solche

    büste – denke es war in bagdad..- stürzte…

    w i e sich doch alles immer wieder wiederholt

    gruß jens

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    1. Ja, Du hast recht, jeens. Auch hier hat die reaktionäre Bourgeoisie zuerst die Denkmäler der Arbeiterbewegung gestürzt, dann die Kriegerdenkmaler erneuert, die an imperialistische Raubkriege erinnern. Und zuletzt kommen dann die alten Nazis (bzw. ukrainische Faschisten wie Bandera) wieder auf den Sockel…

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      1. na sascha….

        mag ja zynisch klingen…

        aber :

        das volk will doch sowas haben…

        egal von wem …

        oder ?? …leider !!!

        gruß und schönes WE

        jens
        von den wassern der ostsee

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  2. Weshalb besetzen hier Demonstranten nicht die Konrad-Adenauer-Stiftung? Diese Bande dort trieft vor faschistoiden Denken – und die denken eben nicht nur, von Deutschland aus werden überall in der Welt faschistische Triebe gepeppelt.

    „Sascha“ es ist so sehr richtig, dass Du auf das eben faschistische(!) Treiben in der Ukraine hinweist. Diese Tatsache des Faschistischen in der Ukraine wird hier kam gesehen. Ich war in dem letzten Tagen einiges Nord-Süd in diesem Deutschland unterwegs. Es ist irre, was selbst in den Köpfen sog. Linker los ist. Offenbar ist da schon gewohnt, die offizielle Propaganda nachzuplappern. Wenn man solche Verblödung aushalten muß, wie soll man da nicht den Wunsch entwickeln, es möge ein paar Umerziehungslager geben …

    Mikis Theodorakis schrieb aus Sorge im Juni 2011 an die Bürger Europas. (Zwar versäumt er wieder den Menschen klar zu machen, dass es keinen guten Imperialismus geben kann und nur im Sozialismus die Rettung liegt, aber die Gefahr des Faschismus benennt er immerhin).

    „Widerstehen Sie den Tolalitarismus der Märkte, die drohen, Europa zu zerschlagen und in eine Drittwelt zu verwandeln, die die europäischen Nationen gegeneinander aufwiegeln und unseren Kontinent zerstören, indem sie die Rückkehr des Faschismus fördern.“

    In diesem Theodorakis Satz ist auch Falsches drin, der Schluß aber enthält die passende Warnung.

    In der Ukraine selbst sieht eine Mehrheit schon das es bei dem Aufruhr nicht um IHRE Interessen geht. In der Ukraine wissen schon viele, dass der EU die Märkte ausgehen. Die Ukraine soll nicht „unsere“ „Freiheit“ geschenkt bekommen, die sollen unsere Waren konsumieren!! Ich höre von dort aber auch, dass es schon Eindruck macht, welche Medienpräsenz diese Verräter um Klitschko zustande bringen. Wie gesagt u.a. zieht die K.-Adenauer-Stiftung da die schmutzigen Fäden. Und das die Imperialisten auf einen Boxer setzen ist nachvollziehbar. Im Boxgeschäft ist man mit betrügen vertraut.

    Da Schlimme ist ja nicht, dass Ukrainer sich von solch einem Verräter betrügen und aufwiegeln lassen, da muß das Volk selbst kurzen Prozess mit machen. Schlimm und eben gefährlich ist, dass damit faschistisches Treiben solch mediale Huldigung erfährt. Daran sehen wir aber auch, welche faschistoiden Grundlagen aktiviert und geschaffen werden. Es blüht schimmere noch, nicht bloß in der Ukraine …

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  3. Guten Tag,
    Es tut mir leid, aber es ist auserordentlich traurig, dass es Leute, wie Sie, gibt, die sich so leicht in die Irre führen lassen und dann noch die falsche Informationen verbreiten. Oder werden Sie eventuell dafür bezahlt? Dann erklärt sich alles. Es genügte ganz einfach die Stepan Bandera’s Biographie zu lesen um zu verstehen, dass Sie komplett falsch hier liegen.
    Und die Denkmäle von einem der größten Verbrecher und Faschisten Lenin sollten schon längst alle zerstört werden!

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    1. Dimitrij,

      Sie sind einer derjenigen, denen die heutigen Kiewer Faschisten völlig den Kopf verwirrt haben, und die glauben, Hitler sei ein Wohltäter der Ukraine gewesen. Er war (wie Bandera auch!) ein Kriegsverbrecher und Massenmörder!

      Wissen Sie überhaupt, was Faschismus ist??? Haben Sie die von der Ukrainischen Armee (укр. Збройні сили України) ermordeten Zivilpersonen (Kinder, Frauen, alte Menschen) in Donezk, Lugansk, Kramatorsk…) gesehen? Das ist Faschismus!

      Und was wissen Sie eigentlich von Lenin oder von Marx und Engels? Nichts! Die Kommunisten waren schon immer die entschiedensten Gegner des Faschismus. Und sie waren die ersten, die von den Nazis (den deutschen Faschisten) ermordet wurden. Der Antikommunismus ist die größte Dummheit der Menschen (dies sagte übrigens einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller: Thomas Mann!)

      Vielleicht sollten Sie sich mal über die wahre Geschichte Ihres Heimatlandes informieren und nicht den Lügen der galizischen Nazis glauben! Aber bitte, wenn Sie sowjetischen (oder russischen) Quellen nicht glauben und der Meinung sind, es sei Propaganda – hier ist eine englische Quelle:
      http://stopimperialism.org/ukraine-rebirth-fascism-europe/ und eine deutsche Quelle:
      http://www.neopresse.com/politik/die-ukrainischen-rollkommando-der-nazis/

      Das Nürnberger Gericht verurteilte einige der wichtigsten deutschen Nazi- und Kriegsverbrecher mit der Todesstrafe und erklärte die NSDAP, die Gestapo, die SS und den SD zu verbrecherischen Organisationen.

      Haben Sie Babi Jar und Chatyn vergessen???

      Dann sehen Sie sich hier die Bilder der faschistischen Verbrechen an:
      http://artyushenkooleg.ru/index.php?cID=848

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  4. Es ist erschreckend, wie es der Ukrainischen Putschistenregierung gelungen ist, die Pressefreiheit abzuschaffen, alle Medien gleichzuschalten und eine massive Desinformation und Massenmanipulierung durchzuführen. Das Ergebnis zeigt der Kommentar von Dmitrij, der offensichtlich in der Ukraine sitzt. Falls er in Deutschland ist, kann ich nur hinzufügen, dass auch unsere Massenmedien sich aktiv an der Propaganda von Poroschenko und Konsorten beteiligen und unsere Bevölkerung ebenso desinformieren und manipulieren. Den Hintermännern sollte man den Prozess machen. Es ist Volksverhetzung und Kriegstreiberei, die selbst laut unserer Bürgerlichen Verfassung verboten sind. Gibt es bei uns keine Anwälte, die sich der Sache ernsthaft annehmen könnten? Oder warten die auch alle auf den Atomblitz, der ein einmaliges Erlebnis sein wird.

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    1. Ja, das stimmt. Die Verurteilung des Genossen Majewski haben sie jetzt solange hinausgezögert, bis Anfang März 2015 neue faschistische „Gesetze“ beschlossen wurden, die eine Verunglimpfung und Herabwürdigung der Ukraine mit bis zu 3 Jahren Kerker bestrafen sollen. Dieses verfluchte Nazi-Gesindel!!! (Und der Pseudo-Kommunist Simonenko/KPU ist noch rechtzeitig nach Rußland abgehauen.)

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