Karl Marx (1818-1883)

Karl Marx
Karl-Marx-Monument auf dem Highgate-Friedhof in London

Was Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte: die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können; daß also die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwucklungsstufe eines Volkes oder eine Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der be­treffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen – nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt.

Damit nicht genug. Marx entdeckte auch das spezielle Bewegungsgesetz der heutigen kapitalistischen Produktionsweise und der von ihr erzeugten bürgerlichen Gesellschaft. Mit der Entdeckung des Mehrwerts war hier plötzlich Licht geschaffen, während alle früheren Untersuchungen, sowohl der bürgerlichen Ökonomen wie der sozialistischen Kritiker, im Dunkel sich verirrt hatten.

Zwei solche Entdeckungen sollten für ein Leben genügen. Glücklich schon der, dem es vergönnt ist, nur eine solche zu machen. Aber auf jedem einzelnen Gebiet, das Marx der Unter­suchung unterwarf, und dieser Gebiete waren sehr viele und keines hat er bloß flüchtig berührt – auf jedem, selbst auf dem der Mathematik, hat er selbständige Entdeckungen gemacht.

So war der Mann der Wissenschaft. Aber das war noch lange nicht der halbe Mann. Die Wissenschaft war für Marx eine geschichtlich bewegende, eine revolutionäre Kraft. So reine Freude er haben konnte an einer neuen Entdeckung in irgendeiner theo­retischen Wissenschaft, deren praktische Anwendung vielleicht noch gar nicht abzusehen – eine ganz andere Freude empfand er, wenn es sich um eine Entdeckung handelte, die sofort revolutionär eingriff in die Industrie, in die geschichtliche Entwicklung überhaupt. So hat er die Entwicklung der Entdeckungen auf dem Gebiet der Elektrizität, und zuletzt noch die von Mare Deprez, genau verfolgt.

Denn Marx war vor allem Revolutionär. Mitzuwirken, in dieser oder jener Weise, am Sturz der kapitalistischen Gesellschaft und der durch sie geschaffenen Staatseinrichtungen, mitzuwirken an der Befreiung des modernen Proletariats, dem er zuerst das Bewußtsein seiner eigenen Lage und seiner Bedürfnisse, das Bewußtsein der Bedingungen seiner Emanzipation, gegeben hatte – das war sein wirklicher Lebensberuf. Der Kampf war sein Element. Und er hat gekämpft mit einer Leidenschaft, einer Zähigkeit, einem Erfolg wie wenige.

Quelle:
Friedrich Engels: Das Begräbnis von Karl Marx. In: Marx/Engels, Ausgewählte Werke, Bd.V, S.507-509.

Siehe auch:
Was ist Marxismus?
Michail Kalinin: Der Marxismus-Leninismus – eine interessante Wissenschaft mit revolutionärer Perspektive.
Walter Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
Enver Hoxha: Laßt uns den Marxismus verteidigen!
Sie werden es wohl nie verstehen…

2 Gedanken zu “Karl Marx (1818-1883)

  1. Nun will ich ja sicher Karl Marx nicht beleidigen, ihm hier Kanalien hinzurücken. Es gibt aber gerade wieder Geraune in unseren Reihen. Da schreibt doch der Konstantin Wecker diesen Pfarrer Gauck, der sich darin erblödet Propaganda gegen Russland zu machen, in dem er Sotschi beabsichtigt zu boykottieren. Dieser Boykott ist an sich egal, weil er zu erwarten war und den Bundespfarrer wird in Sotschi niemand vermissen.

    Für das was Wecker sich in seinem Brief an Lügenmaul Gauck leistet, hätte er – na an sich beide – einige Zeit Sibiren verdient. – Nach Weckers verräterischer Unterschrift unter die Kriegshetzeschrift gegen Syrien, meinte ich er wäre da längst in Sibirien in Empfang genommen worden …

    In seinen Brief an Gauck kann Wecker wieder nicht anders, als antikommunistische Hetze auszuschütten, damit auch ja jedem klar ist: schlimm dieser Kapitalismus, aber viel gruseliger dieses Gespenst Kommunismus. Weckers Brief mündet in der Boshaftigkeit, es hätte nicht nur bösen Kommunismus gegeben. Weder benennt er näher „böse“, noch wo es Kommunismus gab, den er, in suggerierter Übereinstimmung mit Geistesbruder Gauck, ausgemacht hat.

    Ich bin heute quasi aus einer Versammlung „geschickt“ worden, weil samt alle dort der Meinung waren, der Wecker sagt als Linker das Richtige. (Und mit diesen Sorten „Linker“ sollen wir Bündnisse schließen. Mir ist da eher nach aufräumen …)

    Wie sagte Peter Hacks doch: Stalin hat eher zu wenig aufgeräumt.

    Gefällt mir

    1. Dieser Wecker hätte doch lieber weiter Pornofilme machen sollen…
      Für Karl Marx braucht man aber eben Charakter – also Ehrlichkeit und Verstand. Das fehlt allen diesen Leuten. Und was das Aufräumen betrifft, da fehlt uns die Kraft. Machen wir uns also lieber ans Machbare!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s