Bilder aus der KVDR (2013)

KVDR_18aNach Beendigung des zweiten Weltkriegs im Fernen Osten und der Befreiung Koreas durch die Sowjetunion, errichteten die Werktätigen Koreas unter Führung der Kommunistischen Partei bzw. der Partei der Arbeit Koreas einen sozialistischen Industriestaat mit entwickelter Landwirtschaft: die Koreanische Volksdemokratische Republik (KVDR). Die sozial-ökonomische Basis der KVDR ist durch sozialistische Produktionsverhältnisse in allen Bereichen der Volkswirtschaft gekennzeichnet. Rund 70% des produzierten National-einkommens werden von der Industrie erbracht. Auf die Bereiche Landwirtschaft und Dienstleistungen entfallen 16 bzw. 14%.

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Bertolt Brecht: An die Nachgeborenen

Schallplatte Ernst Busch

I
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
Hat die furchtbare Nachricht
Nur noch nicht empfangen.

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist.
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
Der dort ruhig über die Straße geht
Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
Die in Not sind?

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UdSSR (1953): Karrieristen kamen an die Macht

Wieso wurden solche Leute wie Chruschtschow, Shukow, Gorbatschow und andere zu Verrätern? Waren es persönliche Motive wie Rache, oder war es Egoismus, Geldgier? War es Machtrausch? Über die Motive kann man lange rätseln. Doch das ist ebenso unnütz, wie über die Beweggründe eines Göring, Goebbels oder Hitler nachzudenken.

Im Jahre 1964 sprach es Mao Tse-tung unmißverständlich aus:

Mao 1964

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Lenin: Eine neue, eine bessere Gesellschaft…

Lange genug haben die Arbeiter Tag für Tag ihren Rücken gekrümmt, sind oft mehrere Kilometer gefahren, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Lange genug haben sie sich von Leiharbeiterfirmen wie die Sklaven ausbeuten lassen. Lange genug haben sich die Arbeiter um ihre geleisteten Überstunden betrügen lassen. Lange genug mußten sich die Arbeiter von ihren Chefs wie dumme Kinder behandeln lassen. Wer aufmuckt, der fliegt raus! Und reiht sich ein in das Heer der Arbeitslosen und Hartz4-Empfänger. Und lange genug haben sich die Arbeitslosen von der sogenannten Agentur für Arbeit verschaukeln lassen. Lange genug mußten die Millionen des Arbeitsvolkes mit ansehen, wie von ihrem Geld Paläste, Villen, Autobahnen und Bankgebäude gebaut wurden. Wieviele Milliarden wurden da oft versenkt! Lange genug wurde das Volk von den Medien an der Nase herumgeführt. Lange genug wurde das Volk schon in der Schule verdummt. Lange genug mußten die Arbeiter Beschimpfungen und Verdächtigungen über sich ergehen lassen. Und lange genug hat man ihnen Honig ums Maul geschmiert und kleine Zugeständnisse gewährt, damit sie ruhig blieben. Und lange genug wurde jeder Protest schon im Keime erstickt. Lange genug…

Es ist an der Zeit, daß sich hier etwas ändert! Doch bevor man sich diesem Gedanken Lenins anschließen kann, muß man zunächst verstehen, warum es nicht möglich ist, dieses ökonomische System, diese Marktwirtschaft, diese ach so freiheitliche Ordnung zu reformieren. Es ist nicht möglich, nur ein bißchen umzuverteilen. Arbeiter, glaubt diesen Lügen nicht, die euch die Kapitalisten, die Politbürokraten und ihre Speichellecker von der Linkspartei erzählen!

Marx sagte: Wir wollen das Privateigentum abschaffen; die Produktionsmittel gehören in die Hände des Volkes. Man muß den Reichen ihre Macht entreißen. Und Lenin sagte: Wir wollen eine neue, eine bessere Gesellschaft!

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!
Lenin: Eine neue GesellschaftQuelle:
W.I.Lenin: An die Dorfarmut, in: W.I.Lenin, Werke Bd.6, Dietz Verlag Berlin, 1956, S.362.

Glanz und Elend der bürgerlichen Welt

Glanz und privater Reichtum…

‚Wissen ist Macht‘ sagt ein altbekanntes Sprichwort. Wir sehen die schönen Fassaden, wir sehen, wieviel Neues jeden Tag entsteht, wir sehen die vielen tätigen, sich erholenden, ihre Freizeit gestaltenden Menschen. Doch können wir wirklich wissen, was um uns herum geschieht? Oder sind das alles nur Vermutungen? Es ist nicht nur eine philosophische Frage: Wie können wir erkennen, worin das Wesen unserer Gesellschaft besteht?  Und wenn wir heute nun wirklich im Kapitalismus leben, woher kommt dann diese Gleichgültigkeit? Woher kommt die so scheinbar überall zu spürende Zufriedenheit mit einer der schlimmsten Ausbeuterordnungen der Weltgeschichte? In der BRD haben sich im Verlaufe der Jahrzehnte schon sehr viele Menschen erfolgreich mit dem Kapitalismus arrangiert.

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Willi Fehse: Lied der Jugend (1948)

Träumt ihr in den Ruinen?
Öffnet der Zukunft das Tor!
Wollt ihr sie wieder verdienen.
reißt eure Herzen empor!

Blüht nicht der Regenbogen
nach dem Gewitter herauf?
Jugend, in Knechtschaft erzogen,
wache zur Freiheit auf!

Nun winkt schon aus der Ferne
eine gerechtere Zeit.
Über uns glühen die Sterne –
Jugend halt dich bereit!

Träumt nicht in den Ruinen!
Bauet der Zukunft ein Haus!
Wollt ihr sie wieder vedienen,
werft eure Herzen voraus!

(Willi Fehse)

Quelle:
Das Tor, Gedichte für die Grundschule, Volk und Wissen Volkeigener Verlag Berlin/Leipzig, 1949, S.13.

War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

sowjetische ArbeiterklasseSowjetische Arbeiterklasse

Was unter SOZIALISMUS zu verstehen ist, darüber gibt es weitverbreitete Unkenntnis.
Mal abgesehen von denen, die wissentlich oder unwissentlich verleumderische Mitteilungen darüber verbreiten, sind auch von jenen, die den Sozialismus selbst erlebt haben oder nur vom Hörensagen her zu kennen glauben, oft recht dumme Bemerkungen zu vernehmen. Der Sozialismus ist die einzige menschliche Alternative, um auf dieser, unserer Welt weiterzuleben. Natürlich werden die damaligen und die heutigen Kapitalisten und ihre Hoftrompeter dem nicht zustimmen, aber das hat ja auch niemand erwartet. Ob es damals in der DDR einen Sozialismus gegeben hat, darüber hatten wir schon geschrieben (siehe: Gab es einen Sozialismus in der DDR?), wie aber war das nun in der Sowjetunion? Was ist eigentlich Sozialismus? Und ist es wirklich so, daß die Sache selbst an und für sich gut ist, die Menschen aber schlecht sind? Oder wurde der Sozialismus von der Partei nur mißbraucht? Auf alle diese Fragen wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben:

Die Grundzüge des Sozialismus?

Im Lehrbuch für die politischen Grundschulen von 1951 lesen wir: „In der Sowjetunion ist der Staat ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, und die gesamte Macht gehört den Werktätigen in Stadt und Land. Die ökonomische Grundlage des Sozialismus bilden das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln. Es gibt zwei Formen des sozialistischen Eigentums: das staatliche (Gemeingut des Volkes) und das genossenschaftlich-kollektivwirtschaftliche Eigentum. In der sozialistischen Gesellschaft gibt es schon keine Ausbeuterklassen mehr, und die Hauptunterschiede zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft sind überwunden, da die Arbeiter und Bauern in der einheitlichen sozialistischen Wirtschaft arbeiten. (…) Das wirtschaftliche Leben der sozialistischen Gesellschaft wird bestimmt und gelenkt durch den staatlichen Volkswirtschaftsplan, im Interesse der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums des Landes, der ununterbrochenen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, der Festigung der Unabhängigkeit der UdSSR und der Stärkung ihrer Verteidigungskraft. Dank dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der planmäßigen Lenkung der Volkswirtschaft sichert die sozialistisehe Gesellschaft sowohl ein hohes Entwicklungstempo der Produktion als auch ein hohes Produktionsniveau. Die Sowjetunion verfügt über eine mächtige sozialistische Industrie und über die am besten mechanisierte sozialistische Landwirtschaft, die die bedeutendste der Welt ist. Die Arbeit ist in der Sowjetunion Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden Bürgers. In der Sowjetunion wird das Prinzip verwirklicht: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.‘ Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, daß jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Gebrauchsgüter nicht nach seinen Bedürfnissen erhält, sondern nach der Arbeit, die er für die Gesellschaft geleistet hat, also nach der Menge und Qualität seiner Arbeit. In Übereinstimmung damit führt der Sowjetstaat eine strenge Kontrolle über das Maß der Arbeit und über das Maß des Verbrauchs der Mitglieder der Gesellschaft, legt die Arbeitsnormen und die Entlohnung der Arbeit fest. Die Art der Bestimmung und Staffelung des Arbeitslohns wird durch die Arbeitsgesetzgebung genauestens geregelt. Das Lohnsystem in den Sowjetbetrieben beruht auf dem Prinzip, das in der Sowjetverfassung in folgenden Worten festgelegt ist: ‚Die Bürger der UdSSR haben das Recht auf Arbeit, d.h. das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Menge und Qualität.‘ “ [1]

Wurde nach dem XX.Parteitag in der Sowjetunion der Kapitalismus eingeführt?

Darüber wurde häufig diskutiert. Die „Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD), eine linke Splittergruppe, behauptet: Ja. – Genosse Dr. Kurt Gossweiler sagt: Nein. Andere hingegen möchten das Thema am liebsten vom Tisch wischen und diskutieren derweil mit der Bourgeoisie über die angeblichen „Verbrechen Stalins“. Doch wenden wir uns den Tatsachen zu. Hier also Genosse Dr.Gossweiler: „Darüber, daß mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX.Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genau so sicher war ich mir auch, daß die Chruschschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.“ [2] Ausführlich legt Kurt Gossweiler dar, wie dies geschah, und welche Rolle die revisionistische Chruschtschow-Clique dabei spielte. Dieser Text ist unbedingt lesenswert. (s.Anhang)

Woran erkennt man einen kapitalistischen Staat?

Die grundlegenden Wesenszüge der kapitalistischen Staaten sind (nach Dr.Kurt Gossweiler:)
(1) Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit.
(2) Die anarchische Produktion. Es gibt keine gesamtstaatliche Planung.
(3) Verwandlung von allem Lebensnotwendigen in Waren. (Auch Arbeitskraft ist eine Ware!)
(4) Kapitalistische Profitmacherei in allen Lebensbereichen
(5) Einigkeit der kap.Länder gegen revolutionäre oder antiimperialistische Bewegungen.
Das alles traf weder auf die Sowjetunion zu, noch auf die anderen sozialistischen Länder.

Ist die Sache selbst gut, und sind die Menschen schlecht?

Es wäre eine sehr kurzsichtige, vereinfachende Schlußfolgerung aus der Zerstörung der Sowjetunion, wollte man die Schuld dafür pauschal „den Menschen“ zuschieben, die einfach „noch nicht reif“ für den Sozialismus seien. Es ist eine typische, undialektische Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft, die Ursachen historischer Ereignisse allein bestimmten Personen zuzuschreiben, soziale Verhaltensweisen oder nationale Besonderheiten zu psychologisieren oder aber das Verhalten der Volksmassen zu mystifizieren. Die marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft geht immer von den konkreten Tatsachen aus, und nicht von irgendeiner Interpretation. „Der Darstellung liegt die marxistisch-leninistische Auffassung von der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge einander ablösender Gesellschaftformationen zugrunde, die von der Urgesellschaft über mehrere Formationen der Klassengesellschaft zum Sozialismus und Kommunismus führt. Den Prinzipien des historischen Materialismus entsprechend wird die geschichtliche Entwicklung als ein objektiv bedingter, durch soziale Interessen – in der antagonistischen Klassengesellschaft durch Klassenkampf – bestimmter Prozeß verstanden.“ [3] Oder wie Friedrich Engels es ausdrückte: „Die Menschen machen ihre Geschichte, wie diese auch immer ausfalle, indem jeder seine eigenen, bewußt gewollten Zwecke verfolgt, und die Resultante dieser vielen in verschiedenen Richtungen agierenden Willen und ihrer mannigfaltigen Einwirkung auf die Außenwelt ist eben die Geschichte.“ [4]

Welche Rolle spielte in der Sowjetunion die Kommunistische Partei?

„Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) entwickelte sich aus marxistischen Zirkeln, besonders aus dem von LENIN 1895 geschaffenen ‚Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse‘. Der II.Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands legte den Grundstein für eine Partei neuen Typus* (Bolschewiki). Unter ihrer Führung siegte die Große Sozialistische Oktoberrevolution, bauten die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft der UdSSR den Sozialismus auf (…) Im Interventionskrieg (1918-1920) und im Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) leitete die KPdSU den Kampf des Sowjetvolkes und verteidigte das sozialistische Vaterland. Die KPdSU ist die lenkende und leitende Kraft der Sowjetgesellschaft. In ihrer gesamten Tätigkeit läßt sie sich vom Marxismus-Leninismus und dem auf seiner Grundlage ausgearbeiteten Programm leiten. Getreu dem Prinzip der proletarischen Internationalismus unterstützt sie die um ihre Freiheit kämpfenden Völker und hilft den Bruderparteien beim Aufbau des Sozialismus. Sie ist die erfahrenste revolutionäre Partei und Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb ist sie den kommunistischen und Arbeiterparteien ein leuchtendes Vorbild.“ [5] – so schrieb man noch 1976 in Meyers Jugendlexikon offenbar in Unkenntnis der vor sich gehenden revisionistischen Veränderungen innerhalb dieser Partei. Viel zu lange hielt man auch in der DDR an diesem Klischee fest. Genosse Dr. Gossweiler schreibt: „Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozeß der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können.“ [6] Und das genau geschah 1990.

Mißbrauchte die Partei ihre Macht?

Kurz gesagt: Nein. Sie mißbrauchte nicht ihre Macht, sondern umgekehrt wurde die Partei von einer kleinen Gruppe revisionistischer Halunken mißbraucht, um nicht nur die Partei, sondern mit ihr auch den Sozialismus zu zerstören… „Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen….“ [7]

Quellen:
[1] Lehrbuch für die politischen Ggrundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.249f.
[2] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (November 1994); vollständiger Text: hier
[3] Autorenkollektiv: Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1982, Bd.1, S.5.
[4] Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888), Berlin 1955, S.47.
[5] Autorenkollektiv: Meyers Jugendlexikon, VEB Biliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 365.
[6] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen…, ebd.
[7] ebd.

* Partei neuen Typus: von Lenin geschaffener neuer Parteityp, der den Anforderungen des Kampfes gegen den Imprialismus gerecht wird.

Anhang:
Dr. Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (Nov.1994).

Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD 1994
(pdf-Datei anklicken!)

Die Frage ist nun: Wie soll der SOZIALISMUS der Zukunft aussehen? Darüber kann es freilich noch keine genauen Aussagen geben. Doch wir können uns an der Geschichte orientieren…
Zukunft – wie bitte?
Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
…und der Jugend eine Zukunft
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

Einem aufrechten deutschen Kommunisten zum 96. Geburtstag: Dr.Kurt Gossweiler

Kurt GossweilerDr.sc. Dr. h.c. Kurt Gossweiler (* 5.11.1917)

Lieber Kurt,

es ist schon etwas außergewöhnliches, wenn man auf so ein langes, kämpferisches Leben zurückblicken kann. Geboren im Jahr der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und aufgewachsen in einem kommunistischen Elternhaus, hast Du Dich schon seit frühester Jugend für Politik interessiert. Auf der Karl-Marx-Schule lerntest Du Edith kennen, die seitdem Deine langjährige Lebensgefährtin ist. Gemeinsam mit Deinem Freund Werner Steinbrink, den die Nazis 1942 ermordeten, tratest Du 1931 in die kommunistische Schülerorganisation „Sozialistischer Schüler-Bund“ ein. Als Du, wie viele andere auch, von den Nazis in den Krieg eingezogen wurdest, flüchtetest Du bei erstbester Gelegenheit nach einer Verwundung im März 1943 in die Sowjetunion.

Deine Erlebnisse auf sowjetischer Seite festigten Deine kommunistische Einstellung und die Überzeugung, daß sich die Sowjetunion auf dem richtigen, von Lenin gewiesenen Wege befindet. Du wurdest dort von Deiner Kriegsverwundung ausgeheilt, lerntest Russisch und besuchtest ab Oktober 1943 die Antifa-Schule № 2041 in Taliza, an der Du bis zu Deiner Entlassung im Juli 1947 auch als Lehrer tätig warst. Das befähigte Dich, schon sehr früh zu erkennen, daß mit Chruschtschow ein Antikommunist an die Spitze der KPdSU gelangt war. Unter dem Vorwand des Bruchs mit dem so genannten „Personenkult“ wurde 1956 dort in Wahrheit der Bruch mit dem Marxismus-Leninismus vollzogen und eine Wendung hin zur Restauration des Kapitalismus eingeleitet. Allerdings waren bis 1988 fast alle davon überzeugt, daß das nie gelingen würde. Wie es dennoch dazu kommen konnte – diese Frage zu beantworten, ist vordringlich, weil das die Voraussetzung ist für einen neuen, endgültig erfolgreichen Sieg über den Imperialismus, dessen fortdauernde Herrschaft das Überleben der Menschheit in Frage stellt. Davon hast Du nach der Zerstörung der Sowjetunion durch die Ganovenclique um Gorbatschow in Deiner „Taubenfußchronik“ ausführlich Zeugnis abgelegt.

Unermüdlich und streitbar hast Du Dich von Anfang an für eine richtige Bewertung der Sowjetunion, und insbesondere der weisen Führung unter J.W.Stalin eingesetzt. Das ist nachzulesen in Deinen zahlreichen Büchern und Schriften (wie z.B. im Briefwechsel mit Peter Hacks: „Am Ende verstehen sie es“, Eulenspiegel Verlag, 2005) und natürlich in Deinem politischen Archiv. (www.kurt-gossweiler.de) Deine kluge Entscheidung, sich nach 1989 von Deinem eigentlichen Forschungsgegenstand als Historiker, dem deutschen Faschismus, zurückzuziehen und nun die Ursachen der Konterrevolution aufzudecken, hat in aller Welt dazu beigetragen, den Marxismus-Leninismus als Weltanschauung der Arbeiterklasse, vom dem Krebsschaden des modernen Revisionismus zu reinigen. Und es wird auch künftig die Grundlage dafür sein, daß Kommunisten sich neu besinnen und sich erneut ihrer Aufgabe als Revolutionäre bewußt werden.

Dafür, lieber Kurt, danken wir Dir und umarmen Dich in kommunistischer Verbundenheit herzlich!

Siehe auch:
kommunisten-online v.5.11.2013

Die Niederlage der Revolution von 1849

Im Mai und Juni 1849 kämpften in Sachsen, im Rheinland und in Baden die Arbeiter unter kleinbürgerlicher Führung für die Reichsverfassung. Das badisch-pfälzische Revolutionsheer wurde von der Übermacht der preußischen Truppen erdrückt. Marx und Engels studierten daraufhin eingehend die Ergebnisse und Lehren aus der Revolution. Sie kamen zu der Erkennntis, daß die Arbeiterklasse sich vom Kleinbürgertum lösen und selbständig handeln mußte. Die Entwicklung der Arbeiterbewegung zu einer selbständigen Klassenbewegung war die nächste Aufgabe auf dem Wege zu Einheit und Freiheit.

a) Die Kämpfe in Sachsen, im Rheinland und in Baden
Anfang Mai 1849 erhoben sich die Bewohner von Dresden, um die Einführung der Reichsverfassung zu erzwingen. Der sächsiche König floh. Eine provisorische demokratische Regierung für Sachsen wurde gebildet. Aus Städten und Dörfern zogen die Arbeiter und Bauern zur Unterstützung der Freiheitskämpfer herbei. Sie bauten Barrikaden und verteidigten sie gegen die anstürmenden Soldaten. Friedrich Wilhelm IV. sandte preußische Regimenter zur Unterstützung der sächsischen Truppen. Fünf Tage lang kämpften die Arbeiter, unter ihnen auch Frauen und Mädchen, gegen die Übermacht. Aber die Arbeiter erhielten keine Unterstützung. Ihr heldenmütiger Kampf wurde blutig niedergeschlagen.
Julius Scholtz: Barrikadenkampf 1849
Barrikadenkampf im Mai 1849. Gemälde von Julius Scholtz

Im Rheinland und in Westfalen brach als Antwort auf Transporte preußischer Truppen ein allgemeiner Aufstand aus. Zeughäuser wurden gestürmt, und das Volk bewaffnete sich zur Verteidigung der Rreichsverfassung. Bauern zogen in die Städte zur Unterstützung der Patrioten. Aus einigen Städten, so aus Elberfeld, wurde das verhaßte Militär vertrieben. Preußische Truppen unterdrückten die revolutionäre Bewegung auch im Westen Deutschlands. Die „Neue Rheinische Zeitung“ mußte am 19.Mai 1849 ihr Erscheinen einstellen. Ihre letzte Nummer erschien, rot gedruckt, mit dem berühmten Abschiedsgedicht von Ferdinand Freiligrath, in dem er hieß:

Nun ade – doch nicht für immer ade!
Denn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!
Bald richt‘ ich mich rasselnd in die Höh‘!
Bald kehr‘ ich reisiger wieder!

Neue Rheinsche Zeitung 1849
In Baden gelang es den kleinbürgerlichen Mitgliedern der radikalen demokratischen Volksvereine, das Heer für den Kampf um die Reichsverfassung zu gewinnen. Die von Offizieren mißhandelten Soldaten verjagten ihre Peiniger und stellten sich ohne Ausnahme an die Spitze der revolutionären Bewegung. Ein Teil der bayrischen Truppen in der Rheinpfalz schloß sich an. Der badische Großherzog floh ins Elsaß. Eine provisorische republikanische Regierung wurde gebildet. Ganz Baden und die Pfalz standen in hellem Aufruhr.

b) Die Niederlage der Revolution
Marx und Engels begaben sich dorthin. Sie forderten die Aufständischen auf, auch die deutschen Nachbarstaaten zur bewaffneten Erhebung aufzurufen. Doch die kleinbürgerlichen Führer des Aufstandes lehnten ab. Gegen das badisch-pfälzische Revolutionsheer schickte Preußen im Juni 1849 unter dem berüchtigten Prinzen Wilhelm, dem Kartätschenprinzen, ein Heer von 100.000 Soldaten. Er hatte auf die revolutionäre Berliner Bevölkerung im März 1848 mit Kartätschen schießen lassen. Es kam in Baden und in der Rheinpfalz zu einem regelrechten Feldzug. Auf der Seite der Demokraten kämpften auch polnische Patrioten, unter ihnen der General Mieroslawski. Nach hartnäckigen Kämpfen, an denen auch Friedrich Engels in der Pfalz teilnahm, wurde das Revolutionsheer von der Übermacht erdrückt.
Marx und Engels
Karl Marx und Friedrich Engels

Nach der Niederwerfung des Aufstandes verurteilten preußische Standgerichte in Mannheim, Freiburg und Rastatt zahlreiche gefangene Patrioten zum Tode durch Erschießen. Hunderte starben in den feuchten Kellern der Festung Rastatt an Hunger, Mißhandlungen und Typhus. Über die Kämpfer der deutschen Aufstände im Jahre 1849 schrieb Karl Marx, daß es die Arbeiter der Städte waren, die zuerst zu den Waffen griffen und sich mit den Truppen schlugen. Ein Teil der ärmeren Landbevölkerung, Land und Kleinbauern, schloß sich ihnen an. Die Mehrzahl der jungen Männer befand sich wenigstens eine Zeitlang in den Reihen der aufständischen Truppe. Aber dieser ziemlich bunt zusammengewürfelte Haufe junger Leute lichtete sich sehr bald, als die Dinge eine etwas ernstere Wendung nahmen.

c) Das unrühmliche Ende des Frankfurter Parlaments
Die Nationalversammlung in Frankfurt versagte den Kämpfern ihre Unterstützung, obwohl sie sich für die Einführung der Reichsverfassung erhoben hatten. Eine Anzahl preußischer Abgeordneter verließ schon im April 1849 das Parlament. Die preußische Regierung berief schließlich alle preußischen Abgeordneten zurück. Andere Abgeordnete schlossen sich an. Als einziger erhob Wilhelm Wolff, ein Mitarbeiter von Karl Marx, seine warnende und anklagende Stimme gegen die Unentschlossenheit und den Verrat der bürgerlichen Politiker und des „Reichsverwesers“. Aber in dem Restparlament herrschten die unentschlossenen kleinbürgerlichen Demokraten. Sie stellten sich nicht an die Spitze der Volksbewegung zum Kampf für die Reichsverfassung, sondern zogen sich nach Stuttgart zurück. Abordnungen aus dem ganzen Land forderten sie dort zu entschlossenem Handeln auf. Doch die Abgeordneten des Parlaments verfaßten nur Proteste. Widerstandslos ließen sie im Juni 1849 von Truppen des württembergischen Königs auseinanderjagen. Karl Marx stellte fest, daß die Nationalversammlung verschied, ohne daß ihr ehrloser Abgang auch nur die geringste Beachtung fand.

d) Die Ursachen des Scheiterns der Revolution
Die bürgerliche Revolution in Deutschland löste keine der Aufgaben, die vor ihr standen. Sie schuf weder ein einiges noch ein freies Deutschland. Die Hauptursachen der Niederlage waren der Verrat der Revolution durch das kapitalistische Großbürgertum und die schwankende, unentschlossene Haltung des Kleinbürgertums. Das Großbürgertum sah die größere Gefahr für sich in der Arbeiterklasse. Es 1ieß die Bauern im Stich. Ohne zu zögern ging es einen Pakt mit den alten Gewalten, den Fürsten, den Junkern und dem Militär, gegen das Volk ein. Sein Verrat und seine Feigheit stärkten die Reaktion. Die feudalen Kräfte, die in den ersten Tagen der Revolution zurück­gewichen waren, konnten sich so zur Wiederherstellung des alten Regimes sammeln und hielten grausam Abrechnung mit der revolutionären und demokratischen Bewegung des Volkes.
Revolution 1849
Der Sieg der Reaktion 1849 in Europa
(zeitgenöss. satirische Zeichnung von F.Schroeder)

Nicht die Bourgeoisie, sondern die Arbeiter waren die treibende Kraft der Revolution von 1848, obwohl sie ihrer Zielstellung nach eine bürgerliche Revolution war. Die Kleinbürger, die im Jahre 1849 die Aufstände führten, waren uneinig, unentschlossen und schwankend. Einerseits wollten sie durch Teilnahme an der Regierung ihre eigenen politischen Interessen fördern und ihre materielle Lage verbessern; andererseits fürchteten sie, das Mißfallen der herrschenden Klasse hervorzurufen, das ihnen dann die besten Kunden entziehen konnte. Daher rührte die Unentschlossenheit der Kleinbürger. Die Arbeiterklasse wiederum war noch zu schwach und unorganisiert, um in der Bewegung schon die Führung übernehmen zu können. Karl Marx schrieb während der Revolutionstage in der „Neuen Rheinischen Zeitung“:

Das meist waffenlose Volk hat zu kämpfen nicht nur gegen die von der Bourgeoisie übernommene Macht des organisierten Beamten- und Militärstaates, es hat auch zu kämpfen gegen die bewaffnete Bourgeoisie selbst. Dem nicht organisierten und schlecht bewaffneten Volk stehen sämtliche übrigen Klassen der Gesellschaft wohlorganisiert und wohlgerüstet gegenüber.

e) Die Arbeiter gründen eigene Organisationen
Im Krisenjahr 1857 fanden 41 Streikkämpfe statt, gegen die in den meisten Fällen die Polizei mit Waffengewalt einschritt. Es streikten die Textilarbeiter in Schlesien, die Berg- und Hüttenarbeiter im Kreis Dortmund, die Färbergesellen in Elberfeld-Barmen und andere Arbeiter. Die Zahl der gewerkschaftlichen Arbeitervereinigungen erhöhte sich seit 1850 ständig. Die Gewerkschaften entstanden in Deutschland vor der Partei der Arbeiterklasse. Im Jahre 1891 wurde in Leipzig ein neuer Arbeiterbildungsverein gegründet. Der junge Drechslergeselle August Bebel, dessen Wirken von großer Bedeutung für die deutsche Arbeiterbewegung werden sollte, begann in diesem Verein eine Tätigkeit.

Quelle:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht 7.Schuljahr, Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.208-213.

Nachtrag:
Am 28.September 1864 entstand in London unter Federführung von Karl Marx und Friedrich Engels die I.Internationale. Im August 1869 wurde dann in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands gegründet. Sie war die erste deutsche selbständige Arbeiterpartei. In diesen Jahren fand auch das Kommunistische Manifest (erste Auflage im Februar 1848) weite Verbreitung. Es beginnt mit den Worten: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen…“ und endet mit den Worten: „Die Kommunisten verschmähen es nicht, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

Siehe auch:
Was ist Marxismus?
Über das Kommunistische Manifest
Was versteht man unter einer Revolution?
Der Sozialismus war und ist lebensfähig!

Luthers unheiliger Geist…

Martin LutherMartin Luther (1483-1546) gilt als Begründer der deutschen Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die dieser 1517 angeblich an die Stadtkirche zu Wittenberg genagelt haben soll, protestierte er gegen den kirchlichen Ablaßhandel und löste damit eine breite Volksbewegung aus, welche die frühbürgerliche Revolution einleitete. Luthers Thesen wurden bald überall in Deutschland bekannt.

Später jedoch, im Bauernkrieg, verurteilte er das revolutionäre Vorgehen der Aufständischen aufs Schärfste. Seine 1522 erschienene „Treue Vermahnung zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ hat ihre demagogische Wirkung sogar bis heute nicht verfehlt. Sie zeigt Luther als einen „Gegner der Gewalt, die die Unterdrückten anwenden, um mit den Unterdrückern fertig zu werden“, zugleich aber als einen „Anhänger der Gewalt, welche die Unterdrücker anwenden, um die Unterdrückten niederzuhalten oder niederzuwerfen“ (Alfred Meusel). Sein Einfluß auf die deutsche Schriftsprache ist bedeutend. Und so wird Luther heute als deutscher Nationalheld verehrt. Doch man muß gelesen haben, welche Ansichten er vertrat. Seine Äußerungen sind oft derart menschenverachtend und zynisch, daß man ihn ohne weiteres als geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnen kann. Und nicht selten haben sich die Nazis auch auf ihn berufen.

In abstoßender Weise ließ Luther sich über das „feurige Ende“ der Juden aus, über das Ersäufen behinderter Menschen, und rechtfertigte das Abschlachten der aufständischen Bauern. Martin Luther steht für Klassenhaß gegenüber den Unterdrückten, für Frauen-feindlichkeit und für einen wütenden Antisemitismus. Auch seine Liebedienerei gegenüber den Fronherren und Fürsten ist schließlich bekannt. Doch ungeachtet dessen feiert ihn die evangelische Kirche und mit ihr die ganze frömmelnde und „patriotische“ bürgerliche Öffentlichkeit als wichtigen historischen Gesellschaftsgestalter. Ja, er wird sogar als faszinierende Persönlichkeit beschrieben. Etwas ähnliches äußerte auch schon Hitler. Wann endlich trennt sich die evangelische Kirche von diesem falschen Propheten? Hier nun ein paar Luther-Zitate, die dies belegen:

Luther über den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit

„Ich möchte mich fast rühmen, daß seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, daß meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!“

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“

„Denn freilich streiten die Christen nicht, noch gibt es bei ihnen eine weltliche Obrigkeit. Ihre Herrschaft ist eine geistliche Herrschaft, und dem Geiste nach sind sie niemandem als Christus allein unterworfen. Mit Leib und Besitz aber sind sie dennoch der weltlichen Obrigkeit unterworfen und Gehorsam schuldig. Wenn sie nun von der weltlichen Obrigkeit zum Kriege aufgerufen werden, sollen und müssen sie kämpfen, aus Gehorsam, nicht als Christen, sondern als Glieder und als untertänige, gehorsame Leute, dem Leibe und dem zeitlichen Besitze nach.“

„Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.“

„Das Amt eines Richters ist hoch zu achten. Es ist ein göttliches Amt, ob er nun mit dem Munde Recht spricht oder es als Scharfrichter mit der Faust vollzieht.“

„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, daß sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13,2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so daß sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) …mehr.
WöllfeDer Pöbel braucht eine harte Obrigkeit!

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, daß ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

„Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen“.(Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S.357f.)

„Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als daß das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt.”

Luthers Meinung über Frauen

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz & Gelberg, 1997, S. 111)

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Laß sie nur tot tragen, sie sind darum da.”

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“ (Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)

Luther über behinderte Kinder

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt … so halte ich dafür … daß es wahre Teufel sind.“
Luther und JudenLuther über die Juden

„Wie es unmöglich ist, daß die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen läßt, die Schlange ihr Stechen: so wenig läßt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd.62, S.375)

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, daß sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff.)

„Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, daß Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.182)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.. Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.233-238)

„Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“
(Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd.32. S.244)

„Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler… die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen…es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16)

Anmerkung:
In einem Gespräch sagte Adolf Hitler 1923: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (1923). Die Reichskristallnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition. Hitler sagte: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“

Angesichts der eindeutigen Fakten ist es längst nicht mehr akzeptabel, wenn die protestantische Kirche den üblen Demagogen und Volksverhetzer Martin Luther als Vorbild verkauft, z.B. in einer Unterrichtsbroschüre zum LUTHER-Film für die Klassen 7-13. Doch es werden weiterhin massenhaft Filme und Bücher über diesen Mann auf den Markt geworfen, in den Schulen werden ‚fromme‘ Legenden verbreitet, Museen werden mit lobhudelnden Relikten eines zweifelhaften Luther-Kults bestückt, um diesen als eine „faszinierende Persönlichkeit“ erscheinen lassen.

Hubertus Mynarek, einer der prominentesten Theologen und Kirchenkritiker des 20.Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch „Die neue Inquisition“: „Nach heutigem Rechtsverständnis war Luther ein Krimineller, den der Staatsanwalt sofort verhaften ließe wegen Volksverhetzung (§130 StGB ), Anstiftung zum Mord (§§26,211), […] zum Landfriedensbruch (§§26,125) und […] zu schwerer Brandstiftung (§§26,306).“ Die eindringlichen Teufels-Heimsuchungen im Spielfilm LUTHER lassen den Kirchengründer sogar als Psychopath erscheinen. Wenn die protestantische Kirche einen (Ersatz-)Heiligen benötigt – den Heiligenkult hatte Luther bekanntlich ebenso radikal abgelehnt wie eine „lutherische“ Kirche –, so sollte sie besser den protestantischen Humanisten und Reformator Thomas Müntzer ehren.

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Quellen:
Der Theologe: So spricht Martin Luther.
Der Theologe: Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche.
Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können
Projektwerkstatt: Martin Luther – ein Vorbild und „deutscher Held“?
Prof.Dr. Uwe Hillebrand: Lehren der christlichen Kirchen550 Jahre Luther sind genug

Siehe auch:
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit